ASI6200 MM Pro Vignettierung?

  • Hallo zusammen,


    gestern habe ich mein Teleskop für die kommenden hoffentlich etwas klareren Nächte aufgebaut. Seit dem diesjährigen Umstieg von DSLR auf Vollformat CMOS habe ich allerdings Probleme mit Vignettierung:

    M31 Vignettierung

    (Eizelbild 300s, Lum-Filter, keine Bildbearbeitung außer Histogramm-Stretch)


    Equipment:

    TS130/860, 2,5" Flattener, M68 und M54 Adaption bis hin zum 7x2 ZWO EFW, welches direkt an die ASI6200MM Pro angeschlossen ist. Im Filterrad ist ein komplettes 2" Optolong LRGB+Schmalband Filterset eingebaut.


    Zuerst hatte ich eine M54/M48 Adaption und dasselbe Phänomen. Da dachte ich noch, dass die Vignettierung daran liegen würde. Daher habe ich alles komplett auf M54/M68 umgerüstet und die Vignettierung ist dieselbe.

    Da diese aber nicht "zentral" ist, möchte ich zunächst mal die Kamera (hoffentlich) ausschließen. Die Aufnahmen mache ich mit der ASI Air Pro, das EFW habe ich gestern vor Beginn der Aufnahmen über die App kalibriert.


    Bevor ich alles auseinander nehme, wollte ich mir einige Meinungen ranholen, um dann gezielter gegen das Problem angehen zu können. Habt ihr eine Idee, woran das liegen könnte?

    CS


    Marcel

  • Moin Marcel,


    Vignettierung sieht eigentlich etwas anders aus, man hat einen "nur" einen moderaten Helligkeitsabfall nach aussen. Bei dir erscheint ein ringförmiger "Anstieg" gefolgt von einer Abschattung. Auch ist dieses Phänomem nicht gleichmäßig, links mehr als rechts. Eine richtige Idee habe ich nicht ...hmm, Vignettierung nicht, muss ja etwas an der Hardware sein, vielleicht der Reducer, hast du die Abstandsdaten zwischen Sensor und Reducerflange genau eingehalten? Ein falscher Abstand könnte eine Ursache sein, sind die Stern in den Ecken rund?

  • Danke für die Antwort.


    Der Abstand vom Flattener zum Kamerachip ist auf die mm-Nachkommastelle korrekt (1/3 der Filterdicke einberechnet). Die Sterne am Rand sind auch rund und nicht nach außen weggezogen.

    Hab schon fast das EFW in Verdacht, dass es die Filter trotz Kalibrierung nicht richtig positioniert. Dann wären die 2" Fassungen der Filter ggf. im Weg.


    Allerdings macht mich dann stutzig, dass die 48mm Fassungen locker über den Kamerachip mit 43,2mm Diagonale passen sollten. Heute Abend werde ich mal die Kamera und das EFW abmontieren. Dann ggf. eine Position ohne Filter nutzen.

  • Aktuell werden noch einige Lights geschossen, aber das Problem scheint weiterhin zu bestehen. Das EFW habe ich gestern direkt an den PC angeschlossen und per Ascom kalibriert. Die Filter sind perfekt mittig ausgerichtet, daran sollte es also nicht liegen.


    Hat jemand eine andere Idee?

  • Hi Marcel,


    Mein Vorschlag. Die Quelle des Streulichts mit dem Auge suchen. Schraub die Kamera ab und positionier das Auge da wo die Sensorentfernung ist. Dabei das Teleskop im Zimmer auf eine helle Wand richten. (Objektivdeckel abnehmen) Beim Fullframe Sensor den Kopf verschieben, bis das Auge da ist wo der helle Ring im Bild ist. Siehst Du dann im Scope irgendwo eine hell reflektierende Innenfläche?? Da kommt das Streulicht her! Dann kannst Du Lösungen suchen. Schwarze Farbe, oder einen Blendenring z.B.


    Clear Skies,

    Gert

  • Hallo Gert,


    danke für Deinen Vorschlag! Vorhin habe ich das Teleskop abmontiert und Kamera sowie EFW entfernt. Anschließend Zimmer abgedunkelt und Powertank-Leuchte auf eine helle Wand gerichtet. So schaut es nun aus:

    Blick durch komplette Adaption ohne EFW+Kamera:

    Teleskop komplette Adaption ohne Kamera und EFW


    Blick ohne Adaption direkt durch OAZ:

    Teleskop ohne Adaption, direkter Blick durch den OAZ


    Nahaufnahme vom inneren Rand des Tubus / OAZ:

    Teleskop OAZ Nahaufnahme


    Wahrscheinlich ist das bei meinen bisherigen Aufnahmen wegen eines kleineren Sensors nie aufgefallen?! Bevor ich mich nun ans Werk mache: Das Wort "Blendenring" höre ich zum ersten Mal und ich wüsste auf Anhieb auch nicht, wie ich den im Refraktor an der richtigen Stelle montieren müsste. Gibt es Tipps für die schwarze Farbe? Oder wäre sogar Filz eine Alternative (wobei... was passiert bei geklebtem Filz wenn das Teleskop im Sommer auch mal bei 30° C im Garten unter einer Plane verbleibt)?


    In der Zwischenzeit werde ich mich auch ein wenig einlesen.

    Auf jeden Fall danke für den Denkanstoß!

    CS,

    Marcel

  • Hallo Marcel,


    Sehr interessantes Debug Ergebnis! Bewege mal das Auge / Camera in die Position, wo in etwa die Bild-Ecke des Sensors ist. Die Fotos, die Du zeigst sind sehr nahe der Achse. Aber da sehen wir ja keine Aufhellung in den Belichtungen. Versuch mal den Blickpunkt aus der Mitte weg zu bewegen. Da siehst Du schon mit dem Auge, ob da von irgendwo ein Reflex kommt.


    Weiterhin viel Erfolg!

    Gert

  • Hallo Gert,


    "leider" konnte ich keine Reflexionen finden. Also TS direkt angeschrieben und eine ernüchternde Antwort von Wolfi Ransburg erhalten, die ich euch gerne mitteilen darf :

    Die 2" Fassungen der Filter sind zwar 48mm breit, aber der tatsächliche Durchlass der Filter mit nur 44-45mm entsprechend klein. Bei einer 43,26 Diagonale des Kamerachips liegt hier der Engpass und die Ränder kommen eben von den Fassungen und nicht aus dem Tubus oder dem OAZ. Hier würden nur die ungefassten 50/50,4mm Filter helfen. Eine Aufnahme ohne Filter würde das wohl beweisen.


    Ein kompletter LRGB+Narrowband Satz ist mir aktuell aber zu teuer, daher probiere in den kommenden beiden Nächten die Bildkorrektur mit Flats, Darks und zusätzlich noch Bias.

    CS,

    Marcel

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