Was für ein Interferometer habe ich da erfunden?

  • Das ist so nicht richtig. Eine Drehung um 180° ändert nichts am Astigmatismus. Um den Astigmatismus zu invertieren muss man um 90° drehen.


    Gruß

    Michael

    das kommt drauf an um welche Achse man das Teilerplättchen dreht :)


    Gruß Frank

  • Hallo Allerseits,


    ich zeige jetzt noch eine verbesserte Version, die mit einem Laser ohne Optik auskommt.

    Damit sind alle Fehler die von dort stammen könnten ausgeschlossen.


    Es ist in diesem Fall eine rote Laserdiode. Damit ist dann auch die Frage geklärt, ob man unbedingt einen grünen Laser braucht.

    Man braucht es nicht. Die Kohärenzlänge ist ausreichend!


    Das Interferometer habe ich jetzt wie folgt aufgebaut:


    a) rote Laserdiode ohne Optik

    b) als Strahlteiler ein Baader ND1.8

    c) als Referenzfläche ein Baader Blau-Filter CCD, die glänzen schön spiegelnd für Wellenlänge kürzer als blau.
    Die Referenzfläche habe ich gegenüber dem Laser angeordnet, wie bei einem Twyman-Green





    Damit prüfte ich einen Alu-belegten Spiegel. Die I-Gramme sehen sehr kontrastreich aus und lassen sich perfekt auswerten:



    Die Baader Filter sind anscheinend sehr gut brauchbar. Ich zeige jetzt einen Vergleich mit dem PDI. Der Spiegel wurde zwischendurch natürlich nicht bewegt.


    a) sechs PDI I-Gramme mit Openfringe ausgewertet:



    Nun das Plan-Interferometer mit 9 I-Grammen:



    Daraus ziehe ich folgende Erkenntnisse:


    a) die Ergebnisse stimmen im Rahmen der zu erwartenden Messunsicherheit gut überein.

    b) sind beim PDI wegen der geringen Streifendichte noch bogenförmige Restartefakte zu sehen, die beim Plan-Interferometer wegen der hohen Streifendichte nicht vorkommen

    c) stimmt die konische Konstante wieder einmal sehr gut überein.

    d) ist die Genauigkeit einfacher käuflicher Okularfilter für Genauigkeiten im Bereich 1-2 % offenbar ausreichend. Ich habe natürlich keine Statistik zur Verfügung sondern eine Stichprobe mit n=1.


    Etwas Asti kann man aber immer haben. Auch um weitere theoretisch mögliche wellige Oberflächenfehler zu minimieren muss man immer in mindestens 4 Positionen messen.


    besten Gruß

    John

    Edited once, last by John23 ().

  • Hallo Allerseits,


    ich habe jetzt noch überprüft, ob man auch F4 ausleuchten kann.


    Was der Fall ist. Bis F3.9 konnte ich Interferogramme auswerten.


    Das wäre in Autokollimation bis F7.8.


    Drunter müsste man den Laser und die Planfläche noch näher an den Strahlteiler heranbringen.

    Da ist noch Reserve, aber ich habe es noch nicht ausprobiert. Im Moment stören die Fassungen der Okularfilter.


    Geordert habe ich einen 12mm Planspiegel und ein 15mm vergüteten Strahlteilerwürfel aus China.


    Mal sehen, was damit geht...


    besten Gruß

    John

  • Hallo John,


    gratuliere, so einfach kann es sein! Da möchte man glatt rufen "was, das soll ein Interferometer sein...?"

    Den Abstand von Diode zur Referenzfläche bekommst Du noch kleiner, wenn Du vom 90°-Winkel am Strahlteiler weggehst und die Flächen auch außermittig nutzt. Die Kamera sollte man ja notfalls noch ein Stückchen wegschieben können, oder?


    Viele Grüße


    Holger

    Edited once, last by Cleo ().

  • Hallo Holger,


    Danke!


    Ja, es ist schon irgenwie genial simpel, das fasziniert mich auch.


    Die Kamera wegschieben, nun ja, dann wird der "Teich" schnell kleiner. Allzu viel Reserve ist da nicht.

    Ich denke man kann die Gläser aus der Fassung nehmen und evtl in eine 3D-gedruckte Fassung legen.

    Dann sind die Flächen auch besser ausgerichtet.


    Die ganzen Asti-Probleme die immer wieder auftauchen: da denke ich inzwischen, es handelt sich um eine Art "Bath-Asti" also dass hin- und rücklaufende Strahlen eine Bündelabstand haben.

    Das würde man mit einer genaueren Fassung auch besser hin bekommen.


    Oder man macht die Referenzfläche in 2 Achsen kippbar, dann ist es aber schon nicht mehr ganz so simpel.


    besten Gruß

    John

  • Hallo Allerseits,


    ich kann berichten:

    die kleinen 12mm Zeiss-Planspiegel die es da zu kaufen gibt, die funktionieren auch als Referenzplanfläche.

    Habe aber nur einen von 3 ausprobiert. Einen zweiten werde ich jetzt auf der Rückseite aufrauhen und auf der anderen Seite ablaugen.

    Damit schau ich mir dann unverspiegelte Optiken an.


    klare Grüße

    John

  • Hallo Allerseits,


    hier noch eine verkleinerte Version mit Strahlteilerwürfel und unbelegter Referenzfläche.

    Einen unverspiegelten Prüfling (die Twyman-Green Referenzsphäre) konnte ich damit auswerten.

    Das war auch zu erwarten, denn wenn eine verspiegelte Referenzfläche mit einem verspiegelten Prüfling funktioniert, dann sollte es auch gehen, wenn beides unverspiegelt ist.

    Der Würfel ist wieder etwas verdreht, denn bei unverspiegelten Flächen stört sonst die Würfel-interne Reflexion (noch stärker als bei verspiegelten Flächen).

    Etwas x-Asti (mindestes den) wird man also haben, das hab ich ja schon mal gesagt. Man muss in 4 Positionen messen, dann kompensiert sich das komplett.






    Ein Bath muss man sich also nicht unbedingt bauen. Hier spart man sich die Sammellinse und kann gleich mit einer Laserdiode ohne Optik einkoppeln. Die Beschaffung einer guten Sammellinse gilt ja als Problem beim Bath.



    beste Grüße

    John

  • P.S. durch die verkleinerte Version ist die "Teichgröße" ausreichend für bis ca. f 2.8 (bzw. in Autokollimation wären es f5.6).

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