Workflow-Anpassung nach Wechsel DSLR => ZWO ASI

  • Hallo Zusammen,


    nachdem ich die letzten Jahre Deep Sky Aufnahmen mit einer Canon EOS gemacht habe, habe ich mir nun eine ZWO ASI 462 MC angeschafft, die die DSLR ablösen soll.

    Der bisherige Workflow sah so aus, dass ich mit der Canon EOS RAW-Aufnahmen gemacht habe, die dann zusammen mit Flat/Dark/Bias im Deep Sky Stacker gestackt wurden. Danach: Speichern als Fitswork-Datei, hochladen in Fitswork, stretchen usw.


    Bei den ersten "Trockenübungen" mit der neuen ASI habe ich festgestellt, dass ich offenbar Prozessanpassungen bei der Bilderfassung und Weiterverarbeitung machen muss. Konkret: Als allerersten Schritt habe ich gestern Abend mit der beiliegenden All Sky Linse den bewölkten Nachthimmel fotografiert, um die Kamera zu testen und mich mit der dazugehörigen Software (ASI Studio V1.51) vertraut zu machen. Dabei fiel mir positiv auf, dass die entstandenen Einzelbilder glatt und rauscharm waren (Gain: mittel, Belichtungszeit zwischen 5 und 30 Sekunden) und die Kamera eine gute Lichtempfindlichkeit zu haben scheint.


    Es folgten dann die ersten Herausforderungen: Bei den über das ASI Studio gemachten Aufnahmen zeigen die Bilder Falschfarben wie violette Bäume (die eigentlich von einer gelben Straßenlaterne angestrahlt werden) und einen grünen Vordergrund, der in Wirklichkeit weiß ist. Ein Tipp, woran das liegt und wie man das Problem umgehen kann, wäre sehr nett. Ich kann gerne auch eines der Testbilder als Illustration hochladen.


    Darüber hinaus fiel mir auf, dass die vom ASI Studio erzeugten Bilder als .FIT abgespeichert werden, aber offenbar nicht mit Fitswork kompatibel sind. Lade ich sie dort hoch, entstehen Artefakte in Form eines groben Rasters.

    Im ASI Fits Viewer treten diese Muster hingegen nicht auf.


    Stacken über DSS war möglich, allerdings enthielt das Endbild im Histogramm keinerlei Farbinformationen. Bei den RAW Bildern aus der DSLR hatte ich dieses Problem nie, aber das war ja auch ein anderes Dateiformat...


    Über Tipps jeglicher Art würde ich mich sehr freuen. Die Hauptfrage ist für mich, wie ich zu einem funktionierenden Deep Sky Workflow komme. Gerne auch mit anderen Tools, falls dies die Probleme umschifft. :)


    Viele Grüße,

    Marco

  • Lade ich sie dort hoch, entstehen Artefakte in Form eines groben Rasters.


    Stacken über DSS war möglich, allerdings enthielt das Endbild im Histogramm keinerlei Farbinformationen.

    Hallo Marco,


    Du musst das Bild debayern, sonst hast Du nur sw + Raster. Das geht auch in Fitswork und DSS.


    Gruß, Jochen

    :ringed_planet: Planeten und Deepsky: Celestron C11 | Omegon Pro Newton N203/1000 | Omegon Pro APO AP 72/400 Quintuplet :sun: Sonne: Celestron C6R mit D-ERF und Daystar Quark Chromosphere| Coronado PST

    :telescope: Montierung: Skywatcher EQ6Pro :camera: Kameras: ZWO ASI294MC Pro Color | ZWO ASi138MM Pro | Canon EOS 200D mit Samyang AF 14/2,8 :globe_showing_Europe_Africa: website: https://www.sternwarte-muchelndorf.de

  • Hallo Jochen,


    super, das hat als Hinweis gereicht. Habe im DSS unter "RAW/FITS DPP Einstellungen" die Bayer Matrix Umwandlung als Bilineare Interpolation aktiviert und nun sieht das Endbild gut aus.

    Anschließendes Probe-Stretchen hat auch funktioniert. Ich merke jetzt schon, dass deutlich mehr geht als bei einer DSLR. Nur 5 Bilder gestackt und man kann schon richtig gut stretchen, ohne dass die Qualität deutlich abnimmt.


    Danke und viele Grüße,
    Marco

  • Hallo Zusammen,


    ich habe nun leider noch ein grundlegendes Problem mit der Kamera. Gestern Abend war es zum erstem Mal klar und ich habe mich kurzfristig entschieden, einige Probeaufnahmen vom Mond zu machen (Skywatcher N 200/1000 in Kombination mit der ZWO ASI 462 MC).


    Mit der alten DSLR ging der Mond immer komplett auf das Bild, während mit der neuen ZWO ASI nun nur noch ein Ausschnitt der Oberfläche zu sehen ist, der sich schnell über den Bildschirm bewegt. Also eine Art "Überflug" und vergleichbar mit der visuellen Beobachtung durch ein 5mm Okular.

    Ich nehme an, dass dies auf die unterschiedliche Sensorgröße zurückzuführen ist, hatte mir im Vorfeld aber keine Gedanken darüber gemacht, da die Kamera auch für den Deep Sky Einsatz beworben wird und die sonstigen Parameter gut waren, insbesondere auch die Empfindlichkeit im langwelligen Bereich.

    Bei einem so hohen Zoom macht Deep Sky Fotografie aber leider keinen Sinn und Planetenaufnahmen mache ich nur selten.


    Ich wollte daher fragen, ob es andere Astrokameras im Preissegment bis ca. 500€ gibt, bei denen der Bildausschnitt vergleichbar mit dem einer DSLR ist.

    Oder gibt es eventuell andere Lösungen, die das Problem beheben würden?


    Viele Grüße,
    Marco

  • Hallo Marco, ja, das mit der Sensor Größe und deinem Teleskop hättest du natürlich vorher mal in Stellarium simulieren können. Das würde ich dir auch vor dem nächsten Kauf raten. Aber, hätte hätte Fahrradkette, wenn ich so denke was ich mir den den letzten 30 Jahren schon alles falsch gekauft habe, haha.


    Einen Full Frame Sensor bekommst du für den Preis meines Wissens nicht. Ich hab mich damals auch wegen der Sensor Größe für die Omegon vetec 1600 entscheiden, die hat zumindest schon mal 17,6 x 13,3 ( noch nicht 24x36 , aber immerhin um einiges grösser wie dein jetziger Chip mit 5,6 mal 3,2 ) . Die Omegon ist etwas billiger als die fast baugleiche ZWO, und natürlich schon gekühlt . Ich bin generell sehr zufrieden, kann nichts negatives sagen. Aber ist leider mit 860.- immer noch einiges über denen Budget von 500.-


    Du kannst natürlich mit einem Reducer arbeiten, aber zum einen gibt es die auch nicht um sonst, und zum anderen bis du mit deinem jetzigen Sensor so wie weg von einem DSLR Bildfeld, da hilft dir auch der beste Reducer nichts .

  • Hallo Achim,


    danke für die guten Tipps. Auch wenn es zunächst anders geplant war, werde ich die ZWO ASI 462 MC wohl behalten. Sie scheint eine recht gute Planetenkamera zu sein und für zusätzliche Mondmosaike oder kleine DS Objekte wie den Ringnebel ist sie wahrscheinlich auch ganz nützlich. Darüber hinaus spiele ich mit dem Gedanken, ein weiteres Teleskop mit geringer Brennweite zu kaufen, um großflächigere Aufnahmen zu machen und nicht immer mit schwerem Gerät zu hantieren.


    Die Omegon vetec 1600 kommt definitiv auch auf meine Wunschliste für zukünftige Erweiterungen. Da ich die letzten Jahre ausschließlich mit DSLR fotografiert habe, muss ich erst einmal mehr Übung mit dem zusätzlichen "Laptop-Gerödel" bekommen und da ist die 462 MC vielleicht ein ganz guter Einstieg. :)


    Viele Grüße,
    Marco

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