Tagesziel solides Refraktor-Stativ

  • Hallo Freunde,

    heute war mein Tagesziel ( als Ersatz für ein labbriges Alu-Stativ ) mir ein solides Refraktor-Stativ zu bauen. Als Vorbild habe ich mir das alte Vixen P-130 Stativ genommen. Also aus dem Baumarkt sehr solides Banklattenholz geholt, das ich mir gleich vor Ort auf je 130 cm zuschneiden ließ.

    Nach Vixen P130 Vorbild oben je einen "Dehnungs/Verformungsschlitz" eingesägt und unten am Grund eine Entlastungsbohrung eingefügt, um Kerbwirkung/Reißen zu verhindern.

    Banklattenholz 1300 x 70 x 28 mm . Oben normale 8 mm Bohrung für die Verschraubung am Stativkopf. Hier werde ich evtl. noch größere Knebel verwenden.

    Überlege, ggf. auch noch feststellbare Rollen anzubringen ...mal sehen.

    Wie Ihr am Komplett-Setup seht, hätte es sogar noch höher sein können, aber ich kann ja auch noch mit der Bein-Spreizung spielen. Wichtig war mir kein verstellbares Stativ, sondern ein fixes, was ´per se schon mehr Stabilität bringt.

    Morgen evtl. noch dunkler beizen ( Teak oder so ). Solide Metallablageplatte - jetzt schon deutlich stabiler als das alte ausziehbare Alustativ ! Hat sich jetzt schon gelohnt !

    Ich warte noch auf meine 2-achsige EQ5 Nachführung, dann kanns losgehen !😉👍

    Kosten für das Stativ war quasi nur das Holz ( ca. 50€ ) und etwas Arbeitszeit !


    LG Micha


  • Hallo Micha,

    das sieht ja richtig schön aus! Allerdings bin ich der Meinung, daß das Stativ noch stabiler wäre, wenn die Beine aus je drei Leisten bestehen würden, die wie bei ausziehbaren Stative mit Schellen zusammengehalten werden.

    Ein weiterer Schwachpunkt bei Stativen ist die Verbindung der Beine mit dem Kopf.

    Hier sind Holzstative meist stark mit Metall umhüllt, nur eine Unterlegscheibe reicht definitiv nicht. Schau dir mal an, wie Berlebach das gemacht hat. Die machen das nicht ohne Grund.

    Schlußendlich spielt natürlich auch das Holzmaterial eine Rolle, wie stabil das Stativ steht.

    Am Schluss kann man immer noch Verstrebungen versuchen anzubringen.

    Aber natürlich erst einmal ausgiebig in der jetzigen Form ausprobieren, vielleicht ist es ja auch so schon gut.

    Grüße

    Dietrich

  • Hallo Micha,


    ist schön geworden und sieht gut aus :thumbup:.

    Wichtig war mir kein verstellbares Stativ, sondern ein fixes, was ´per se schon mehr Stabilität bringt.

    Da hast Du absolut Recht. Jedes Gelenk bringt mehr Instabilität.

    Ich habe ein Holzstativ von AstroPhysics, daß ist genauso aufgebaut, wie es Dietrich beschrieben hat. Wenn Du Interesse hast, kann ich mal ein paar Fotos davon machen.

    Allerdings liegt es bei mir gut verpackt in meinem Optik-Raum, da ich es so gut wie nie verwende. Ich habe 3 Stative von Losmandy, die sind auch "aus einem Stück" und mit denen habe ich noch nie Probleme gehabt.


    LG Phensri

  • Hi Micha,

    ich habe vor einiger Zeit angefangen einige Stative zu bauen, weil mir ein Berlebach für eine alte Super-Polaris-Montierung einfach zu teuer war. Ziel war eine möglichst verwindungssteife Konstruktion, damit sie sich auch für Astrofotografie eignen. Die Beine sind aus dem Grund oben 130 mm breit. Die Basisplatte umfasst die Beine komplett und bildet so ein Dreicke unten zum Fuß. Dadurch ist ein kippeln /verdrehen der Beine ausgeschlossen. Die ganze Geschichte trägt auch noch locker eine EQ6 mit voller Beladung, ohne mit der Wimper zu zucken.


    Mittlerweile sind 5 von den Stativen für Bekannte von mir im Einsatz und die sind damit lecker zufrieden.

    Gruß Guido

  • Hallo zusammen,


    Ich finde gut so - das, was die Basisplatte an Breite für die Anbindung hergibt, wird gut genutzt. Mehr wäre an der Stelle besser für die Torsionssteifigkeit, da hat Guido recht. Aber wenn's das nicht braucht, ist es doch ok.


    Dicke, große Unterlegscheiben sind meiner Erfahrung nach an dieser Stelle ausreichend, wenn Berlebach geschlossene Kappen verwendet, dann vielleicht eher als Stoßschutz für langjährige Nutzung.


    Michael, was magst Du denn jetzt draufpacken zukünftig? Ich kann Dir ja mal berichten, wie sich der 102mm f/11 ED so macht...


    Viele Grüße, Holger

  • Hallo Holger, ich bin mit dem Stativ sehr zufrieden. Es ist ja auch nicht das erste, das ich baue. Wichtig ist, dass man oben am Stativkopf sauber arbeitet und plane, vollflächige Auflagen hat, dann wackelt auch nichts und es gibt keine Verwindung.

    Das Stativ habe ich heute noch gebeizt, morgen kommt noch Holzschutzlasur oder Klarlack drauf...mal sehen.


    Ich denke Hauptinstrument wird entweder ein 6" Cassegrain oder C8 sein auf der EQ5.


    LG Micha


  • Sehr schöne Arbeit, und so leichtbeinig!


    Ich hab mal eine Stativsäule gebaut, falls es nochmal ne Stufe stabiler sein müsste.

    (Jetzt sind Flügelmuttern und Füsse dran, das Foto ist noch aus der Bauphase)


    20200614115906.jpg


    CS Konrad

    CS Konrad

  • Hi Micha,


    eine schoene Arbeit, und sehr sauber gefertigt. Mir gefaellt die Schlitzung mit der Bohrung. Was vielleicht noch kommen kann: Schloss-Schrauben. Da hat der pilzfoermige Kopf die Unterlegscheibe gleich eingebaut, und er laesst sich mit dem Vierkant in das Holz einbringen. Dann noch einen Spannhebel auf der anderen Seite (diese Plastikhebel, die sich ausklinken lassen) und die Klemmung wird werkzeugfrei.

    Auf jeden Fall eine zweckmaessige und durch ihre Schoenheit auch motivierende Arbeit, die anderen Astrotrefflern helfen wird, das typische Manko dieser Aluminiumstative und ihrer Plastikanlenkstuecke zu beseitigen. Danke fuers Zeigen!

    Alles Gute aus Nordostengland wuenscht



    Jurgen

  • High,

    in seiner Schlichtheit gefällt mir Dein Stativ sehr gut. Und wenn Du mit der Stabiltät zufrieden bist, gibts dahingegen auch nichts zu verbessern.

    Die Löcher am Ende der Schlitze sehen wirklich gut aus, aufgrund der Holzstruktur helfen sie aber nicht wirklich gegen Kerbwirkung . Da wäre es besser, entweder quer einen Dübel einzuleimen oder mit einer Schraube oder Niete das Holz zusammenzuhalten. Ich habe bei meinem Stativ komplett auf Schlitze verzichted und erreiche trotzdem eine Kraftschlüssige Verbindung. ( RE: Basteleien )

    Schlossschrauben haben leider häufig ein gewalztes Gewinde, so dass der Schaft dünner ist als das Nennmass. Dadurch wird eventuell das Spiel in der Bohrung zu gross.

    Christoph

  • Schlossschrauben haben leider häufig ein gewalztes Gewinde, so dass der Schaft dünner ist als das Nennmass. Dadurch wird eventuell das Spiel in der Bohrung zu gross.

    Nur mal so am Rande.... Welche Schrauben werden denn nicht durch Kaltumformen (Walzen) hergestellt? ;)


    LG Phensri

  • Hallo Christoph, guter Hinweis mit den Holzdübeln. Die Entlastungsbohrung habe ich ehrlich gesagt, eher aus dem Metallbau entliehen. Und hier wieder ganz speziell auch aus dem Rennrad-Bereich ( mein zweites Hobby :( dort macht man solche Entlastugsbohrungen z.B. im Bereich der Sattelstützenklemmung/Sattelrohrschlitz um zu verhindern, dass beim Einsetzen der Sattelstütze das Rohrmaterial zu stark aufgeweitet wird bzw. Risse im Sattelrohr auftreten können. Gibt ja immer wieder Leute, die z.B. versuchen eine 27,2 mm Sattelstütze in ein 27,0 mm Sitzrohr zu prügeln 😁


    LG Micha

  • High,

    ich habe mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt. Auf dem Bild erkennt man vielleicht, was ich meine:

    Das sind beides M10er Schrauben, bei der Schlossschraube misst der Schaft rund 8,8mm im Durchmesser. Passschrauben halte ich in diesem Zusammenhang für übertrieben: bei Holz sind "Passungen" eher im 10tel denn hundertstel mm-Bereich, und dass die Bohrungen im Stativ einfach nur gebohrt sind halte ich eher für wahrscheinlich.

    Christoph

  • Christoph, das ist mir noch nie aufgefallen. Offenbar besteht der Sinn darin, die Schloss-Schraube durch ein Gewinde durchzuschrauben, dann zu schieben und durch ein zweites Gewinde schrauben zu koennen. Das ginge mit der Maschinenschraube nicht, da der Schaft nicht durch das M10-Gewinde passt.

    Auf der einen Stativbeinseite wird die Schlossschraube immerhin durch den Vierkant gehalten. Die andere Seite zentriert sie durch den Druck der Unterlegscheibe und Mutter. Aber die Maschinenschraube liegt ueberall im Holz auf. Das ist ein Vorteil.

    Man koennte natuerlich den Sechskantkopf der Maschinenschraube in das Holz einarbeiten ...

    Alles Gute aus Nordostengland wuenscht



    Jurgen

  • Christoph


    Die Passchraube käme auch nicht direkt ins Holz oder in die alte Bohrung der Aufnahme, da wird eine Passhülse verpresst und erst da kommt die Passchraube spielfrei rein.


    CS Konrad

    CS Konrad

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