Fangspiegel 140mm

  • Hallo zusammen,


    Das Wagnis - ich mach´ den Fangspiegel selbst!


    Mit drei 8 Zoll großen Glasscheiben und 25mm Dicke geht mit der Methode A auf B, B auf C und C auf A an´s Werk. Das Setting sieht so aus:


    astrotreff.de/index.php?attachment/5562/


    astrotreff.de/index.php?attachment/5565/


    Damit ich nicht durcheinander gerate - das Radlhelferlein!


    astrotreff.de/index.php?attachment/5566/


    Die Rück- und Vorderseiten habe ich jetzt mit Karbo 180 und mit Runden á 5 Minuten durch.


    Ich schleife klassisch auf einem Tischchen mit Unterlage und dabei mit gutem Überhang in W-Strichen. Dabei wird viel gedreht - erst beide und dazu die obere Scheibe. Die Uhr behalte ich immer Auge, damit ich die 5 Minuten Einheiten im Blick habe.


    Leider bin ich bei diesem Korn schon mit Vorder- und Rückseite durcheinander gekommen - ich dachte, ich schaffe das ohne rückseitige Markierung - aber das macht noch nichts. Ich habe es ja gemerkt und gleich die Rückseiten mit A, B und C gekennzeichnet.


    Herrlich, es knirscht wieder 8)


    viele Grüße


    René

  • Hallo Frank,


    dies wäre mein erster Planspiegel. Das mit den 8Zoll ist wirklich etwas knapp - aber geht nicht anders. Wird spannend - ich hoffe, ich muss nicht alles wegwerfen <X


    Eben gerade ist mir ein Fehler aufgefallen - meine Anleitung der Poliersequenz ist zu kurz. Jetzt habe ich das nun auf mehr Schritte erweitert.



    viele Grüße


    René

  • Das haut nicht hin, A ist ja immer unten

    Ich glaube in meiner Anleitung waren es 6 Schritte.

    Ich suche es mal

    http://www.beyond-earth.de/atm-planspiegel.php

    Das sollte vom Schleifen passen

    Ich hätte mal eine Seite mit den Prüfmethoden, und Formeln um den Asti den ein Sphährischer Planspiegel im RC Test erzeugt in Krümmungsradius umzurechnen

    Verrückterweise sieht ein sphärischer Planspiegel im Foucaultmodus wie eine Parabel aus, kann man gar Schnittweiten messen um zu sehen ob man in die richtige Richtung arbeitet. Die Masken müssten dann in passender Größe vor DIE Referenzspähre.


    Gruß Frank

  • Hallo Frank,


    das verstehe ich nicht - leider muss man auf das Foto klicken - dann sieht man die ganze Sequenz. Ich denke, die stimmt mit Deiner überein - oder?


    Wenn ich an das Messen denke, wird mir richtig blümerant. Wenn es so weit ist, brauche ich sicher noch Unterstützung. Jetzt gehe ich erst einmal das Korn durch.


    cs

    René

  • Hallo Rene


    Hab ich bestimmt gelesen, frage mich da wegen Referenzspähre, Mitte könnte gehen, aber sperrige Aufbau

    Aber so ein Spiegel aus so einem unglücklich Katadiopter mit 150mm müsst bei kleiner Achse 140mm auch gehen. Was man da nicht sieht braucht man eh nicht, und wenn du davon ausgeht nur rotationssymertische Fehler zu machen ist das ausgeblendete egal.


    Gruß Frank

  • Hallo René,


    das geht ja flott zu Sache :thumbup:


    Die Sache mit den drei Planplatten hatte ich auch mal versucht.

    Es ist leider so, daß die trotzdem nicht exakt plan werden - jedenfalls nicht zwangsläufig wie es die Theorie eigentlich verlangt.


    Ich hatte mir dann eine Sphärometer gebaut, hier sieht man es auf den zweiten Bild:


    Die Messuhr hat 1/1000mm Teilung, ist eine aus China und passt gut zum Multiplex <X

    Im Ernst:

    Multiplex ist nicht das geeignete Material für ein Sphärometer, aber ich verwende das hier nur als Vergleichsmessung.

    Also Messuhr auf Null stellen und einen Rohling gegen den anderen kontrollieren.

    Da kann man auch der Messuhr trauen wenn man das mehrmals hin und her wechselt.

    Wichtig ist hier der große Basisdurchmesser!


    Das Interessante:

    Diese Sphärometer zeigt auch noch beim Polieren die Abweichungen an!

    Mit etwas Sorgfalt kann man sicher auf unter 1µm Differenz ablesen und liegt dann beim Fehler unter 500nm.

    Das ist schon besser als manche gekauften Fangspiegel - ohne eine einzige optische Messung!


    ps. Selbstverständlich muss man die Rohlinge mindestens eine Stunde temperieren lassen vor einer genauen Messung.

    Das ist sicher auch der Grund warum die Flächen nicht automatisch plan werden, die Verbiegen sich thermisch beim Schleifen und Polieren.


    Viel Spaß wünscht

    Kai

  • Hallo Frank, hallo Kai,


    FRANK21 Die letzten Sätze haben mich völlig überfordert und ich hab´ leider nix kapiert. :/ Sorry, mich würde es aber trotzdem interessieren, was Du meinst.


    fraxinus

    von unseren vorherigen Projekten habe ich Norberts Sphärometer aufgrund Deines Vorschlages gleich ausprobiert. Obwohl das Messgerät im kleinsten Bereich 0,01mm anzeigt und man könnte ja somit zumindest die nächste Stelle nach dem Komma bei geringfügiger Bewegung des Zeigers erahnen. Und obwohl der Abstand der Punkte nur die Hälfte des Glasrohling abgreift, tut sich bei allen drei Glasscheiben nix. Ich habe jetzt Karbo 180 durch und jetzt wird angenehmer, da ich das feinere Korn in Flaschen abgefüllt auftragen kann.



    Lob an´s Forum, dass ist ja super toll gelöst!!! Heureka, es gibt die Möglichkeit Vorschau ODER original Bild einzufügen :love:



    Im übrigen hätte ich nicht gedacht, wie schnell ich bei der Sequenz der drei Scheiben kreuz und quer gemischt, verwirrt bin. Ohne mein Radlhelferlein geht gar nichts und deswegen muss ich das Foto (mit der nun korrekten Sequenz) zeigen.



    viele Grüße


    René

  • Um so feiner die Körnung um so genauer die Fläche,

    Wenn du schon bei dem groben 180er kein 1/100 findest dann hast du 1200er Korn was etwa 5my entspricht auch keine Chance auf 1/1000mm

    Geht ja dann noch bis 1my

    Das würde arg blocken wenn es nicht plan wäre

    Das mit der Temperatur ist zu beachten, man kann ja ein Wasserbad auf Raumtemperatur bereitstellen, oder die Spiegel mit Dämmstoffband von der ROLLE bekleben, (Trockenbau) für jedes Korn neu, zB ab 10my


    Das mit dem Richy Common Test musst du mal googlen

    Im 45grad Aufbau müsste ein 150er Referenzspiegel genügen


    Gruß Frank

  • Hallo Frank,


    danke - an den Einfluss der Temperatur hätte ich nicht gedacht. Ich habe es aber bemerkt, dass die kälteren Glasscheiben (Keller nicht geheizt) sich während der Schleifaktion durch das Auflegen der Hände erwärmen. Ich habe auch schon Interferogramme bzw. Foucaultbilder gesehen, bei denen sich ein warmer Fingerabdruck nachhaltig sehen lässt. Das mit der Wärmeisolierung werde ich mir durch den Kopf gehen lassen und berücksichtigen!


    Zur Durchführung des RC-Test hätte zwei Möglichkeiten - einmal einen Meade 8 Zoll F6 Spiegel - der ist aber noch nicht durchgemessen. Norbert und ich haben ein wenig bedenken, wir könnten enttäuscht werden, wenn wir die Qualität kennen. Zum anderen könnten wir den 10 Zoll F9 Spiegel verwenden - da kennen wir das Ergebnis und das wäre wohl auch hinreichend sphärisch für den Fangspiegel.


    Wenn gar nicht klappt sind da ja noch ein 14 Zoll F4.4 und 16 Zoll F4.5 Spiegel in Reserve ;)


    Beim RC-Test würde mich interessieren, welche Einstellungen in DFT vorzunehmen sind, damit die Doppelpassmessung nur das Bild des Planspiegel zeigt.


    viele Grüße

    René

  • Hallo Rene


    REFERENZSPÄHRE, KEIN Parabolspiegel

    Seben Big Boss oder sowas, die Dinger ma hen beim beobachten so wenig Freude das man es gebraucht nachgeworfen bekommt

    Oder du machst dir die Sphäre selbst, kann man günstig bei Refoptik versiegeln lassen, aber spähren gehen eigentlich industriell ganz zuverlässig herzustellen.

    Die Mitte deines Großen könnte auch gehen wenn sie denn glatt ist.


    Gruß Frank

  • Hallo zusammen,


    jetzt bin ich mit Microgrit 3μ durch.



    Die Spiegelung unter einem flachen Winkel ist schon auffällig. Ausschnitt der beiden Lampen scharfgestellt und abgeblendet.



    Der Rand ist meiner Meinung nach auspoliert. Ich habe alle Runden à 5 Minuten gewählt. In der Summe wurde jede Glasscheibe für jede Korngröße somit 60 Minuten geschliffen. Bei 3μ war es nur eine Runde somit 20 Minuten pro Glas.




    Das weitere Vorgehen wird jetzt sein:


    Ursprünglich hatte ich vor den Fangspiegel kleiner zu wählen und habe somit bei Stathis die 205er Glasrohlinge schon sehr zeitig bestellt. Im Verlauf der Herstellung des 600ers bin ich jedoch vom Öffnungsverhältnis immer schneller geworden und dies verlangte nun einen größeren Fangspiegel. Somit fehlt mir nun die nötige Glasgröße um beim Ausschneiden im 45° Grad Winkel einen gleich dicken, elliptischen Fangspiegel zu erhalten. Ich möchte auf alle Fälle eine gleichmäßige Fangspiegeldicke erhalten, somit muss ich nun den den Rand des Glasrohlings vertikal zur Spiegelebene schneiden. Mit Flex und Tralala werde ich nicht anfangen. Das Ding geht zum Wasserschneiden außer Haus. In der 45° Stellung der Fangspiegelhalterung habe ich nun auf der ungünstigen Seite eine kleinen Überstand. Damit kann ich aber sehr gut leben!!!! 8)


    Zur Politur werde ich etwas größere Tools verwenden und im Wechsel mit MOT und TOT polieren. Nachdem ich eine Sphäre (mit wahnsinnigem Radius) polieren werde, halte ich es auch genau so - W-Striche mit reichlich Überhang.


    Bei der Messung versuche ich es mal mit unserem 10 Zoll F9 Spiegel. Dazu wird dieser auf ca. 150mm abgeschattet. Wenn dieser hinreichend sphärisch ist, kann ich den RC-Test durchführen. Wenn nicht.... mache ich aus den beiden übrig gebliebenen Scheiben eine Sphäre und lass sie verspiegeln!! (Trotzgehabe :P ) Bei Edmund Optics kostet eine λ/8 Sphäre dieser Größe ja ein Vermögen.


    viele Grüße


    René

  • HALLO rene


    Ich würde den mühsam geschliffenen Planspiegel, für horrende Geld weiter verkaufen😂 und lieber einen günstigen Neuen Rohling bestellen.

    Wenn du den Planspiegel auf 1/10 lambda fertig polierst freut sich bestimmt jemand und du machst kein minus


    Gruß Frank

  • Hallo Rene


    Wenn du über die Planspiegel ganz flach drüber schaust sollten die senkrechten und waagerechten Linien gleichzeitig scharf sein, ist aber der gröbste Test und besser mit Kamera damit da Gehirn es nicht schön rechnet, womöglich hast du gar selber Asti


    Gruß Frank

  • Hallo Rene, ich habe vor einiger Zeit einen ähnlich großen Planspiegel gemacht (und auch viel Hilfe hier im Forum bekommen).
    Eine Idee von Thomas Heising war: Er hatte eine leicht konvexe und einen leicht konkave Platte zum Abdrücken der Pechhaut.
    Vielleicht kannst Du die zwei übrigen Platten dazu verwenden?


    Viel Glück, Henri

  • Hallo Henri,


    selbstredend habe ich Dein Planspiegelprojekt mit großem Interesse verfolgt. Ich finde Dein Resultat hervorragend und dies ist ja auch für mich ein großer Ansporn - das will ich auch hinkriegen!!!


    Die interessanten Anregungen und überaus kompetenten Hilfestellung hier im Forum finde ich als großartig. Ich bin ja noch vor dem Internet aufgewachsen und ich empfinde die heutige Möglichkeit der Nutzung eines kollektiven Schwarmwissen als unglaublich wertvoll. Genug der Philosophiererei ;) Im Moment sieht´s bei mir wie folgt aus.


    Der Spiegel A wird gerade poliert. Die Lasermethode zeigt, dass der Spiegel natürlich nach knapp 1,5 Stunden noch nicht auspoliert ist. Das Herstellen der Pechhaut ist wieder einmal für mich eine Herausforderung. Das kalte Anpressen ist noch nicht abgeschlossen - das zeigt mir die Poliermittelbelegung auf der Pechhaut. Zum Glück habe ich einige plane Platten, die ich über Nacht im Wasserbad anpresse. Die Rückseite der großen Polierscheiben ist ja noch mit Pech belegt. Der Tipp mit konkaven bzw. konvexen Platten merke ich mir. Im Moment bin ich noch nicht so weit.


    Nach einigem Grübeln werde ich Franks Tipp aufgreifen und ich werde mir eine Referenzspäre selber machen. Den Hinweis die Bespiegelung bei RefOptik machen zu lassen, finde ich sehr interessant und werde das auch dann so machen.


    Beim Polieren des Planspiegels habe ich in der letzten Runde zwei wahnsinnige Kratzer eingehandelt - lang und exakt gerade. So ein Mist! Bei TOT muss ich feststellen, dass das Poliermittel aus welchen Gründen auch immer, schneller als gewohnt austrocknet und so ist es auch passiert. Nun ja, ich habe ja noch Glas B und C in Reserve, falls in der Endkontrolle das Glas A nicht als Planspiegel taugt.


    viele Grüße


    René

  • Hallo Rene


    Was man so reinpoliert kann man auch rauspolieren


    Refoptik ist ohne Schutzschicht aber als Referenz die unter guten Bedingungen gelagert wird langt es, einfach nicht dreckig werden lassen

    Habe das so gelöst, hat mein Vogel die letzten 10 Jahre etwas umgestaltet😂

    Hoffe man kann das Prinzip noch erkennen, schön mit Rei s hiebbarem De kel, das frisst au h Blenden und Coudermasken

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    Ich habe gar keine sichtbaren Bilder 😖 hochgeladen ist, vielleicht Haken vergessen oder noch nicht abgenikt


    Gruß Frank

  • Hallo Frank,


    die Referenzsphäre ist ja eigentlich ein Nebenprodukt und wird wohl nie einen Außeneinsatz erfahren - mittlerweile bin schon selber gespannt, wie das wird. Deswegen finde ich diese Beschichtung ohne Schutzschicht top! Bei der Konstruktion vom RC-Test habe ich zwar keinen Vogel, aber zwei Katzen und die haben absolutes Kellerverbot! Die beiden denken am Ende noch - ui, schön ein schönes Kratzgestell mit Glasschmuck;)


    Das Prinzip sehe ich gut und die Idee mit der Einschubmöglichkeiten von Masken oder Schiebern :thumbup:


    viele Grüße


    René

  • Hallo zusammen,


    spaßeshalber habe ich meinen 14 Zoll F4.5 Spiegel auf 150mm abgeschattet und im Foucault sowie auch Bath-Interferometer durchgemessen.




    Ich habe sogar 'Enable Spherical only' in DFT gemessen.


    Aber als Referenzsphäre... dass geht meiner Meinung gar nicht!! Dieser Spiegel ist halt einfach ein verdammt guter, parabolisierter Spiegel - hihi.


    Also habe ich bei Stathis einen 155mm Glasrohling bestellt und eine Feinsteinscheibe dazu, welche übrigens super ist! Nach guten 16 Stunden bin ich nun mit Grob- und Feinschliff durch. Jetzt geht's an Polieren. Beim Öffnungsverhältnis habe ich mit bei Edmund Optics orientiert und das Ding auf F 10 ausgelegt - also eine Pfeiltiefe von ca. 1mm!


    Falls jemand mitliest und überlegt einen 24er ´Volksdobson´ zu machen - ein kleiner Tipp - erst den Fangspiegel, dann die Riesenscheibe. So wie Henri es gemacht hat. Das Handling ist schon extrem! Ich hatte immer wieder Angst, dass mir das kleine Scheißerl aus den Händen fällt und weiß Gott wo hinfällt.


    Für mein eigentliches Sommerprojekt 14 Zoll Sternwartennewton habe ich ja einen Planspiegel kleine Achse 90mm von Orion gerade herumliegen. Jetzt hadere ich gerade mit mir - will ich´s wissen, oder nicht?


    Nachdem ich ja überhaupt keine Erfahrung mit Ronchi/Sternentest und RC-Teststand habe, hätte ich beim gekauften Fangspiegel eine super Vergleichsmöglichkeit. Aber was mache ich, wenn das Ding Werte liefert, über die ich 'not amused' bin?


    Zum einen - Unwissenheit kann ein Segen sein, zum anderen - messen macht den Fangspiegel ja nicht besser oder schlechter! ;( oder :love: ?


    Ich werde berichten.


    viele Grüße

    René

  • Hallo René, ich sehe das immer so: wenn man die Güte der Optik kennt hat man mehr Optionen.
    Ich hatte übrigens ganz zu Anfang auch mit einem alten Fangspiegel rumgetestet, ein paar Erfahrungen machen sich schon gut wenn es dann ernst wird.

    Außerden entwickelt sich der Teststand dann besser :)


    Weiter gutes Gelingen, Gruß Henri

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