OdM Juli 2021 - NGC 6888 - Crescent-Nebel

  • Hallo Oliver,


    danke für den Tipp. Wenn mehr Zeit für Aufnahmen ist und nicht so wie jetzt, immer nur wenige Stunden zwischen den Unwettern bei ohnehin nur 2-3 Stunden astronomischer Dunkelheit insgesamt, werde ich das mal ausprobieren.


    VG, Micha

  • In Post #20 habe ich über Beobachtungen mit einem 8x56 Fernglas berichtet. Diese Woche habe ich ein 100mm Fernglas bei 44x auf den Nebel gerichtet, bei FST 5m2 im Zielgebiet.


    Zunächst meine Skizze mit Baader OIII 8,5nm Filter in beiden Okularen:

    Entschuldigt bitte die englische Beschriftung. Das ist meine Gewohnheit, da meine Muttersprache. Im linken Teil der Skizze ist die gesehene Nebligkeit schraffiert. Die Richtung der Schraffur hat keine Bedeutung. Im rechten Teil sind die Helligkeiten der Feldsterne angegeben. Der den Nebel anregender Stern Wolf-Rayet 136 (WR 136) hat 7m5.


    Die Beobachtungen:

    Ungefiltert: Kein Nebel.

    Baader OIII 10nm: Die ganze "C"-Form ist mit indirektem Sehen auszumachen. Hellster Teil steht an der Schockfront direkt südwestlich des 7m2-Sterns.

    Baader OIII 8,5nm: Der Steg der "Epsilon"-Form tritt mit indirektem Sehen in Erscheinung. Der hellster Teil südwestlich des 7m2-Sterns ist mit direktem Sehen deutlich erkennbar.


    Insgesamt lieferte 8,5nm eine deutliche Steigerung gegenüber 10nm. Der Nebel war nicht nur besser von der Umgebung abgesetzt, sondern seine einzelnen Bereiche differenzierter. Während mit 10nm die Sache sich als eine etwas mühsame Grenzbeobachtung darstellte, war das mit 8,5nm ein Bild, in dem ich gerne und lange verweilte. Der Himmelshintergrund war mit 8,5nm nicht ganz dunkel, weswegen ich die Vermutung hege, dass mit Baader OIII 6,5nm oder Astronomik OIII 6nm ein weiterer Gewinn möglich sein könnte. Leider habe ich diese Filtertypen (noch) nicht zur Verfügung.


    Christopher

  • Hallo zusammen,


    toll, nun sind auch Beobachtungen dokumentiert, die mit kleinen und mittleren Ferngläsern und eher mäßigen (Garten-) Bedingungen entstanden sind! Hätte ich so nicht gedacht:thumbup:


    Besonders bemerkenswert finde ich was Ihr, Jiri und Christopher, zeigt: nämlich dass die Filterwahl einen so entscheidenden Einfluss auf das Beobachtungsergebnis hat, dass am Ende selbst unter mag5-Himmel mit 8x-Ferngläsern eindeutige Sichtungen möglich sind. Sehr interessant, dass schon eine Änderung der Filter-Durchlassbreite von 10 auf 8,5 nm eine so frappierende Wirkung hat. Ich hatte am 120er Bino mit den Standard-OIII-Filtern von Astronomik (12 nm) beobachtet. Jetzt wird mir klarer, warum das "Epsilon" damit nicht ging.


    Wenn bei den Filtern nur nicht diese fiese Herumschrauberei wäre <X. Es wird Zeit für eine bzgl. Filtereinsatz bessere (Bino-)Lösung ;)


    Viele Grüße

    Andreas

    *** Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe ***

  • Guten Tag,

    Ein wirklich schönes Objekt. Fotografisch noch nicht versucht.

    Zeichnerisch, glaube vor 1-2 Jahren mal versucht. Das gibt Motivation. Natürlich zum Vollmond wird gutes Wetter.


    Das sind wirklich geniale Aufnahmen dabei.

    Grüße aus Radebeul

  • Hallo Deepsky Freunde,


    gestern konnte ich bei einer sehr brauchbaren Wolkenlücke mal wieder meinen 22er im Freien lüften und habe bei ~ 21.10 SQM im Zenit den Crescent Nebel beobachtet.


    Zitat:" Ebenfalls spannend ist, dass auf einigen Fotos (nicht auf allen!) neben dem westlichen Teil des Nebels eine bläuliche Blase zu erkennen ist, die ich allerdings bisher auf keiner Zeichnung sehen konnte. Das unten verlinkte Foto zeigt sie recht gut. Vielleicht eine Herausforderung für die Beobachter mit großen Teleskopen? Vielleicht einmal H-beta-Filter probieren?"


    Den blauen Teil konnten wir (bestätigt durch Mitbeobachter) als Aufhellung des Hintergrundes relativ einfach ausserhalb der Schale in Richtung des relativ hellen Sternchens im Westen sichten, deutlicher der Teil im Südwesten.

    Übrigens ist der auf Skizzen im Deep Sky Guide und auch auf Uwe Glahn's Website dargestellt - hier der Link, der von mir verwendete Filter war ein OIII von Astronomik, mit H-Beta kein Erfolg.


    Skizze muss ich noch reinzeichnen.


    Beste Grüße,

    Rainer

  • Hallo Andreas




    Der Crescent Nebel konnte ich schon erfolgreich mit 8, 16, 24 und 36Zoll sichten. Da fehlt eigentlich nur noch eine erfolgreiche Referenz-Sichtung mit Deinem Bino. :)


    Aus meinen Erinnerungen ist natürlich die 36“ Sichtung die Eingeprägteste. Da ergab sich innerhalb der sehr deutliche „Bugwelle“ ein Meer aus feinsten Sternchen im nebligen inneren. Zur blauen Blase kann ich aber nichts sagen.


    Meine Zeichnung ist noch eine von den „Ersten“ mit sehr vielen sonstigen Farbtupfer und Artefakten. Gezeichnet mit 100facher Vergrößerung und OIII Filter.



    NGC6888 / Der Sichelnebel im Schwan



    Danke fürs Einstellen



    Gruß

    Werner


    Eine Zeichnung sagt mehr als tausend Worte !

  • Hallo Crescent-Freunde,


    völlig vergessen, er war ja OdM im Juli. Ich habe vor ein paar Tagen meine Zeichnung von NGC 6888in die Galerie gestellt, dann kann ich sie ja auch nochmal hier zeigen:


    Crescent Nebula NGC 6888 Im Schwan


    Wenn Ihr auf das Bild klickt, kommt Ihr zum Galeriebild mit der Beschreibung.


    Bis dann:

    Marcus

    16" f/4 Dobson, 6" f/5 Dobson, C8, 80/560 ED, 70/700 PST-Mod "Sunlux"


    Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle

  • Hallo zusammen,


    4 Monate später, aber besser zu spät als nie...


    Hab NGC 6888 am letzten Donnerstag mit meinem 20" Dobson beobachtet und war beeindruckt davon, wie komplex der Nebel aussah. Bei 128x Vergrößerung mit O-III Filter sah ich eine recht helle, kontrastreiche Nebelstruktur mit vielen Details. Die grobe Form ist etwa wie die eines runden Buchstabens E, aber bei genauerem Hinsehen offenbaren sich noch einige weitere schwächere Nebelbänder in diesem Komplex.Anbei meine Skizze.


    Meine erste Beobachtung datiert zurück auf November 2007, damals mit 8" Öffnung unter Stadthimmel mit Nebelfilter. Das war das Deep-Sky Firstlight eines Dobsons, aus dessen Optik später ein Reisedobson wurde. Damals konnte ich den Nebel unter den gegebenen Bedingungen erkennen, aber längst nicht so strukturreich. Hab damals vermerkt, dass er aussieht wie das Euro-Symbol.


    Clear skies


    Robin


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