Nordamerikanebel

  • Hurra Leute, ich muss euch einfach meine Freude mitteilen, beim ersten Spechteln ( wo kommt das eigentlich her ? )mit meinem TS 10"er die Nadel im Steckhaufen gefunden zu haben. Muss der Nordamerikanebel gewesen sein. Grins ! Fr auf Sa Nacht, o:15h, Blickrichtung Süden unterhalb des Polarsterns links in der Milchstrasse. Leider nicht reproduzierbar. War Zufall. Muss noch viel üben, um mich am Himmel zurechtzufinden, aber das "abscannen" mit dem 30er Weitwinkel macht schon unglaublich Spass. Ein Barhocker mit Drehgewinde wie so ein Klavierstuhl - höhenverstellbar, muss noch her.
    Vielen Dank an alle noch einmal, die mir so nette Tipps gegeben haben. Ihr seit ein prima Haufen! Und lasst Euch von so einem merkwürdigen Pegasus nicht die Laune verderben. Man steht als Sternengucker doch auch ein bisschen "über" den Dingen.


    Gruss Gregor!

  • Moin Gregor,


    dann Gratulation zur Sichtung! Die Meisten haben wohl nicht so viel Glück...


    Nur mit der Beschreibung "Blickrichtung Süden unterhalb des Polarsterns" hast Du Dich wohl vertippt - der Stern im Zenit war nicht der Polarstern sondern Deneb ;)


    Gruß,
    René

  • hi,


    blickrichtung süden und polarstern?
    bist du dir da sicher?
    das widerspricht sich nämlich etwas...


    falls du den nordamerikanebel wirklich gesehn hast (ist im sternbild schwan, links von deneb) herzlichen glückwunsch !
    ich hab das vorige woche ebenfalls versucht, auch mit 10" dobson, es aber nicht geschafft.
    konnte dafür aber den nahegelegenen cirrusnebel schön sehen.


    fg
    -hannes

  • Hi,


    NGC7000 - den Nordamerikanebel - habe ich letzte Woche mit meinem 8er erstmals aus der Stadt heraus beobachten können - allerdings mit OIII-Filter.


    Auf jeden Fall mal Glückwunsch obwohl sich die Frage aufdrängt, ob es wirklich der Nordamerikanebel war.

  • Habe mal bei Googles nach Bildern vom Nordamerikanebel geguckt. Sah schon so aus! Ziemlich rund. Sah beim ersten Gucken wie ein Fleck auf der Linse aus. Es gab halt viel Feuchtigkeit in der Luft hier im Norden.


    Gruss Gregor

  • Hallo Gregor,


    ich habe NGC7000 in der Nacht von Sa. auf So. auch beobachtet - aber eben nicht am Polarstern (der aber auch nicht in der Milchstraße steht ;) - sondern im Zenit neben Deneb...


    Gruß,
    René

  • Hallo Gregor,


    ich bin mir ziemlich sicher, dass Du nicht den Nordamerikanebel gesehen hast. Zum einen ist Deine Positionsangabe total daneben, zum anderen ist der Nebel so großflächig, dass er eigentlich fast nicht komplett im Okular unterzubringen ist. Übrigens: Der Polarstern liegt im Norden, also ist mit "Blickrichtung Süden" etwas grundverkehrt. Schau doch mal in "Cartes du ciel" nach, wo Du hingepeilt hast.


    Gruß


    Helmut

  • Hi,


    Quote
    Sah schon so aus! Ziemlich rund. Sah beim ersten Gucken wie ein Fleck auf der Linse aus.


    Hmmm... will deine Euphorie nicht bremsen. Aber das war er wohl eher kaum.
    Welches Okular hattest du denn benutzt?

  • Moin,
    der Nordamerika-Nebel ist ein so monstermäßig großes Teil, dass der wohl in keine Fernrohroptik, auch mit dem langbrennweitigsten Okular passt. Er ist ein typisches Feldstecherobjekt und auch dann eher flächenfüllend, aber nicht als Fleck zu erkennen.
    Übrigens kann man ihn in guten Nächten mit bloßem Auge erahnen. Dann als milchig weißliches Gebiet.

  • Hi,


    Quote
    Übrigens kann man ihn in guten Nächten mit bloßem Auge erahnen. Dann als milchig weißliches Gebiet.


    Habe ich auch schon gesehen. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es tatsächlich NGC7000 war oder nur die Summe der dortigen Sterne. Tatsächlich befinden sich bei NGC7000 deutlich mehr Sterne als in der Umgebung, weshalb ich eher auf den Milchstraßeneffekt tippe --> viele schwache Sterne auf engem Raum = kleiner milchiger Fleck.


    NGC7000 hat ne Flächenhelligkeit von 14m...


    Also um ehrlich zu sein: Ich weiß nicht, ob ich (und viele andere) tatsächlich NGC7000 oder einfach die Sterne gesehen habe... Im Teleskop dagegen hebt er sich deutlich als nebel von den Obekten ab.

  • Jetzt verunsichert ihr mich aber mächtig.
    1. Warum kann man den Polarstern im Süden nicht sehen, wenn man nach "oben" guckt. Lt. Sternendrehkarte sieht man den Polarstern doch immer, egal, in welche Richtung man schaut, halt nur am Zenit.
    2. Deneb ist schon richtig und daneben, "links unten" - was auch immer in der Welt links und rechts bedeutet, kommt wohl auf den Standort an, war die Milchstrasse und darin dieser Nebel.
    3. Mit dem 30 Weitwinkel etwa so groß wie 1 € Münze auf dem Frühstücksteller, mit dem 5 mm Okular füllend.
    4. Egal, welcher Nebel es war, aber ein Nebel war es bestimmt.
    5. Habe gestern die carte de ciel installiert und mit der Sternendrehscheibe verglichen. Kommt ganz gut hin, wenn man die Uhrzeiten und Blickrichtungen vergleicht. Für mich ist es aber noch schwer, die Relationen am Himmel abzuschätzen.
    6. Mein Gott, das war mein erster Blick durchs Rohr. Da muss ich doch nicht schon alles wissen und kennen. Trotzdem schöner Nebel, auch wenn ich ihn nicht benamsen kann. Vielleicht war es nicht der NGC 7000 sondern etwas in der Nähe - weiter unten - weiter links - weiter rechts. Habe kein Telrad oder Peilgerät am Dobson, also mit Deklination und dieser anderen Angabe kann ich nicht aufwarten.
    7. Trotzdem nett von Euch, dass ihr euch so engagiert um einen kümmert!


    Grüße aus Gokels bei Hanerau-Hademarschen, S.-H.
    Vielleicht gibt es ja einen Freak in der Nähe, der mich mal einweisen kann.


    Gregor.

  • :)
    das macht ja nix, hauptsache du hast spaß am beobachten !


    den polarstern siehst du aber nicht im zenit - der ist immer an der selben stellt und das ist richtung norden.
    ...deshalb wird er vermutlich auch nordstern genannt. ;)
    "links" = östlich, "rechts" = westlich. hast aber recht, so sollte ma es eigentlich nicht beschreiben.
    mit dem 5mm okular formatfüllend ?!
    also lt. http://www.intercon-spacetec.d…/monatsthema/ngc7000.html
    hat der nebel eine ausdehnung von 3" - ich glaube nicht, dass du mit 5mm ein wahres GF von 3" hast.
    ...das könnte man jetzt sicher ausrechnen, aber das kann ich nicht auswendig.


    fg
    -hannes

  • Hallo Gregor,


    na - nun machst Du zumindest mich ratlos - neben Deneb ist schon der richtige Ort - aber so wie Du ihn beschreibst, kann es nicht der Nordamerika-Nebel gewesen sein - der ist, wie die anderen schon geschrieben haben, so groß dass er garnicht ins Gesichtsfeld paßt und mit dem 5mm Oku "sieht" man ihn pratisch nicht mehr. Den würdest Du finden, wenn Du mit dem 30mm Okular von Deneb ausgehend nach 5 Uhr etwa 1 Gesichtsfelddurchmesser schwenkst - also Deneb sozusagen gerade auf 1 Uhr das GF verlassen hat (so ist es bei meinem 10" f/5 mit 35er Panoptik - sollte bei Dir ähnlich sein). Jetzt würde mich natürlich auch mal interessieren, welchen Nebel Du denn nun gesehen hast ;)


    Kannst Du die Form vielleicht beschreiben - und mal mit CdC ganau lokalisieren (NGC7000 ist auf der drehbaren Sternkarte *direkt* neben Deneb).


    Zum Polarstern - der steht nur am Nordpol im Zenit, also direkt über Dir - vom Südpol aus ist er garnicht zu sehen, dann wäre er nämlich direkt unter Deinen Füssen ;) Bei uns siehst Du den Polarstern immer in Richtung *Norden* - denn er befindet sich am gedachten Himmels-Nordpol.


    Ja - wer ist in Deiner Nähe? Hamburg ist vielleicht schon ein Stück zu weit (hier gibt's etliche Leute)? Oder Kiel? Oder Lübeck? Schau doch mal hier.


    Gruß,
    René

  • Hallo Hannes, hallo Rene, werde heute Abend mal Hausaufgaben machen und die CdC studieren, um Euch eine einigermassen befriedigende Antwort geben zu können. Vielen Dank für Eure Antworten.


    Gruß Gregor

  • Hi Gregor,


    ich habe grad mal geschaut - Gokels liegt im Landkreis Rendsburg-Ekernförde, d.h. Du könntest Dich z.B. der "Aschberg-Conection" anschließen - mail doch bei Interesse mal den Torsten Krahn hier im Forum an, der pflegt eine Mailing-Liste für Leute die am Aschberg beobachten - vielleicht für Dich die Chance mit anderen zusammen zu beobachten...


    Gruß,
    René

  • Hallo Gregor,


    Zu Deiner Frage woher der Ausdruck Spechteln kommt: "Spechteln" kommt aus dem Lateinischen "Spectre" und heißt übersetzt "sehen". Hat mir ein netter Sternengucker-Kollege erklärt.


    Viele Grüße,

  • Hi Gregor.


    Auch von mir noch mal eine Anmerkung zum Thema "Polarstern-Zenit".


    Wenn du auf deine Sternkarte schaust sind da in dem hellen Kreis zwei Linien. Wo die sich treffen ist derzeit der Zenit. Das hat (mehr oder weniger) nichts mit dem Punkt zu tun, um den sich alle Stern drehen (Polarstern). Sie sind weger der Achsneigung der Erde nicht auf einem Punkt. (hoffentlich erzähl ich grad keinen Blödsinn).


    MfG


    Andreas

  • Hallo Rene, hallo Andreas,
    jetzt habe ich die Sache mit dem Zenit erkannt und die Uhrzeit und das Datum auf der Sternenkarte nocheinmal eingestellt. Also 30.Juli um 00:15h. Logisch, dass man den Nordstern nicht gesehen kann [:)]Nur verwirrst Du mich jetzt, Andreas! Nach der Karte kann NGC 7000 von Deneb aus gesehen unmöglich auf 5 Uhr liegen, das wäre doch nach rechts unten und lt. Karte liegt er eher, Blickrichtung Süden vorausgesetzt, bei etwa 23 Uhr, d.h. links unten. Also ich halte die Karte bei Blickrichtung Süden so, dass der Schriftzug SÜD aufrechtstehend zu lesen ist. Das ist doch richtig, oder ????
    Und jetzt kommts!!! Dieser dusselige Nebel lag irgendwo auf der Verbindug Deneb - Atair. Ich nenne das Ding ab sofort "Gregorianischer Nebel G1 " und sollte es jemals im Norden wieder aufklaren, mache ich mich auf die Suche nach dem Ding, darauf könnt ihr euch verlassen. PS: Die Flasche Rotwein war noch halb voll !!!!! Vielen Dank euch allen. Auch für die Spechtel-Erklärung, Sternengina! Ich wünsche euch viel, viel besseres Wetter als hier in der Nähe des Nord-Ostsee-Kanals, wo es immer wieder pischert.
    Bis bald !
    Gregor

  • stimmt, mit der "erweiterten erklärung" von alpha_sco hab ich ngc7000 gestern gefunden.
    war aber meiner meinung nach nicht soooo beeindruckend.
    das lag aber ev. auch daran, dass es an meinem beobachtungsort nicht optimal dunkel war - werd den nordamerikanebel nochmal aufsuchen, wenn ich mal von einem anderen ort aus beobachte.
    das ist ja der vorteil: sobald man ein objekt mal gefunden hat, findet man es beim nächstenmal viel schneller! ;)


    fg
    -hannes

  • Aha !!!! Habe mir gerade die Sommertour angeschaut und siehe guck !!!
    Bin mir ziemlich sicher, den Hantelnebel gesehen zu haben, in der Nähe vom Albireo, links. M27 !!! Der ist auf meiner Kosmossternenkarte nicht verzeichnet.
    So, Entspannung ist angesagt. Ungelöste Probleme sind einfach hässlich !


    Grüsse !


    Gregor !

  • Also aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß NGC7000 visuell eine echte Herausforderung ist. Selbst mit meinem 12" Dobson ist es mir noch nicht gelungen ihn zu sehen. Er ist einfach so schwach und zudem noch ziemlich rot, wo das auge eh schon unempfindlich ist. Ein OIII-Filter ist eher was für planetarische Nebel. Für NGC7000 ist er ziemlich ungeeignet. Wenn man überhaupt eine Chance haben will NGC7000 zu sehen, dann nur mit Großer Öffnung (18"+), sehr dunklem Himmel (Alpen)und kurzer Brennweite also kleines Öffnungsverhältnis, damit das Gesichtsfeld größer wird. Die Okularbrennweite verlängern ist irgendwann unproduktiv, da man wegen der 7mm Pupillenöffnung ds Auges irgendwann wieder Licht verschenkt.
    Aus der Stadt heraus wird das definitiv eh nix.
    Einzige Alternative wäre Fotografisch. Das klappt schon mit guten Teleobjektiven.

  • Quote
    Ein OIII-Filter ist eher was für planetarische Nebel. Für NGC7000 ist er ziemlich ungeeignet. Wenn man überhaupt eine Chance haben will NGC7000 zu sehen, dann nur mit Großer Öffnung (18"+), sehr dunklem Himmel (Alpen)und kurzer Brennweite also kleines Öffnungsverhältnis, damit das Gesichtsfeld größer wird.


    Da muss ich dir in allen Punkten widersprechen! [;)]


    Erstens ist es gerade der OIII-Filter, der bei NGC7000 den Unterschied macht. Zum Vergleich: Ich habe NGC7000 mit OIII-Filter bei einer Austrittspupille von 4mm sehr gut gesehen, während er bei 6mm AP ohne Filter unsichtbar blieb.


    Das ganze übrigens in einer Kleinstadt (also nicht in den Alpen) und mit einem Achtzöller f/6.


    Es war nicht so, dass man ihn nur erahnen konnte. Der Nebel stand wirklich ausgestanzt vor einem enorm sternenreichen Gebiet. Vor allem die "Bucht von Mexiko" um den "kleinen Orion" war sehr deutlich zu sehen. Vergleichbar ungefähr mit dem schwächeren Teil des Cirrusnebels, der allerdings mit der selben Ausrüstung am selben Abend auch kein Problem war.


    Bei einem f/6 - ist ja so der mittlere Brennweitenbereich - erreicht man mit einem 2"-Okular noch 2°-Gesichtsfeld. Das reicht völlig aus, um wirklich den Großteil des Nebels ins Gesichtsfeld zu bekommen und seine Umrisse zu erkennen.


    Quote
    Selbst mit meinem 12" Dobson ist es mir noch nicht gelungen ihn zu sehen. Er ist einfach so schwach und zudem noch ziemlich rot, wo das auge eh schon unempfindlich ist.


    Naja, rot ist er höchstens auf Aufnahmen. Aber das ist zum Beispiel M27 auch. Mit 12" ist NGC7000 aber wirklich "kein Problem". Hast du einen Filter benutzt?

  • Hallo Thomaswest,
    beim ngc7000 ist ein 18"+ glaube ich weniger geeignet, da der Nebel sehr großflächig ist, dagegen haben große Teleskope eine lange brennweite und dementsprechend starke vergrößerung und ,wie jemand schon geschrieben hat, eventuell sogar ein fernglasobjekt für dunklen himmel. (ich habe mich bisher allerdings nur zu tode gesucht).


    Spechteln kommt übrigens nicht von spectre sondern von spectare (vielleicht hat auch deine Tastatur geklemmt, aber da weiß ich mal was lateinisches, also muss ich auch klugscheißen (naja ist schon ne' Weile her, dass ich unter dieser Sprache gelitten habe))


    CS
    Dirk.

  • Hi,


    Quote
    dagegen haben große Teleskope eine lange brennweite und dementsprechend starke vergrößerung


    Naja... Die Tendenz geht eher dahin, große Teleskope kurzbrennweitig zu bauen. Beispiel: Herr Birkmaiers 20"-Dobson. Der hat f/4 und ist ideal für NGC7000.
    Bei 500mm Öffnung bedeutet f/4 gerade mal 2m-Brennweite. Da habe ich zum Beispiel mit einem 40mm-Okular ebenfalls nur 50fache Vergrößerung aber eine AP von 10mm (!!!).[;)]


    Entsprechend gute Okulare haben dazu ein großes tatsächliches Gesichtsfeld und sorgen auch bei f/4 noch für eine gute Randschärfe.


    Ich selbst hatte einmal das Vergnügen, mit Herr Birkmaiers 20Zöller recht frei beobachten zu dürfen. Jedenfalls ist es auch logisch, dass bei solchen Öffnungen eher kürzere Brennweiten von Vorteil sind - so braucht man keine Leiter.

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