Jupiter wie du ihn noch nie gesehen hast

  • Jupiter ist ein Gasriese mit einer ziemlich unruhigen Atmosphäre: Er hat Wolkenbänder, die sich in entgegengesetzte Richtungen drehen, und unzählige, fast nicht enden wollende Stürme, die über seine gesamte Oberfläche verteilt sind. Eines der größten dieser Sturmsysteme ist der berühmte Große Rote Fleck. Er ist so groß, dass er die gesamte Erde verschlucken könnte!

    Astronomen lieben es, Planeten und Sterne mit verschiedenen Instrumenten und in verschiedenen Arten von Licht zu betrachten, da jedes von ihnen etwas anderes enthüllen kann. Die Details, die man mit Röntgenteleskopen sehen kann, sind mit Infrarot nicht sichtbar, und umgekehrt. Radioteleskope erfassen Details aus dem Universum, die wir mit Instrumenten für das sichtbare Licht, das unsere Augen sehen können, nicht erkennen können.


    Ein Team von Wissenschaftlern hat mit dem Gemini-Nord-Teleskop und dem Hubble-Weltraumteleskop der NASA/ESA gerade ein paar Bilder von Jupiter im infraroten, sichtbaren und ultravioletten Licht aufgenommen. Dabei handelt es sich um verschiedene Arten von Licht des in der Wissenschaft so genannten „Elektromagnetischen Spektrums“. Zum Beispiel liegt die Wärmestrahlung im infraroten Teil des Spektrums. Wir können sie mit unseren Augen nicht sehen, aber Schlangen schon! Ultraviolettes Licht, das Sonnenbrand verursacht, ist für uns ebenfalls unsichtbar, aber Bienen können es sehen. Es gibt viele Arten von Licht, die unsere Augen allein nicht sehen können, daher brauchen wir spezielle Instrumente, wie Teleskope, um sie zu beobachten.


    Der dunkle Bereich des Jupiters am Großen Roten Fleck ist beispielsweise im Infraroten größer als auf dem Bild mit sichtbarem Licht. Das liegt daran, dass verschiedene Wellenlängen des Lichts unterschiedliche Strukturen sichtbar machen. Während im Infraroten dicke Wolken in der Region zu sehen sind, zeigen sichtbare und ultraviolette Beobachtungen die Lage von Chromophoren - Teilchen, die dem Großen Roten Fleck seine spezifische Farbe geben, indem sie blaues und ultraviolettes Licht schlucken.


    Das Bild zeigt Jupiter in drei verschiedenen Arten von Licht: Infrarot, sichtbar und ultraviolett. Bild: International Gemini Observatory/NOIRLab/NSF/AURA/NASA/ESA, M.H. Wong und I. de Pater (UC Berkeley) et al.


    Jupiter hat auch einen hellen Streifen auf seinem nördlichen Teil bzw. Hemisphäre. Wissenschaftler glauben, dass es sich dabei um einen mächtigen Wirbelsturm oder eine Reihe von Wirbelstürmen handeln könnte, die von Osten nach Westen ziehen und eine riesige Fläche von 72.000 Kilometern abdecken - das ist ein Fünftel der Entfernung von der Erde zum Mond!


    In sichtbarem Licht sieht der Wirbelsturm dunkelbraun aus (diese Erscheinungen werden deshalb "braune Kähne" genannt) - aber im Ultravioletten ist er kaum sichtbar. Mit Infrarot ist es möglich, vier "heiße Flecken" direkt unter dem braunen Kahn zu sehen. Astronomen nutzen die Daten, um Wolken in Gebieten zu untersuchen, in denen die NASA-Raumsonde Juno Radiosignale entdeckt hat, die von Blitzaktivitäten stammen. Ist das nicht erstaunlich?


    Fun Fact: Jupiter ist wirklich riesig. Er ist doppelt so massereich wie alle anderen Planeten zusammen. Trotz seiner Größe hat der Planet den kürzesten Tag aller Planeten im Sonnensystem- er braucht nur etwa 10 Stunden für eine komplette Umdrehung!


    Die deutschsprachigen Space Scoops werden vom Universe-Awareness-Team am Haus der Astronomie in Heidelberg erstellt. Den Originalbeitrag gibt es unter http://www.spacescoop.org/de/s…hn-noch-nie-gesehen-hast/

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