Schleifmaschine im Aufbau


  • Wollte meine Schleif-Poliermaschine vorstellen. Sie befindet sich noch im Aufbau, aber man sieht ja schon was.

    Bisher ist nur Handschleifen mit Antrieb vorgesehen, bis ich die notwendigen Arme fertiggestellt habe. Ich habe

    den Motor extra für langsame Umdrehungszahlen konzipiert und zusätzlich über ein Keilriemengetriebe mit 5:1

    übersetzt. Das wird genügend Drehmoment ergeben, selbst für grobe Arbeiten. Aber erstmal ist das Abrichten

    der Platte angesagt.

  • Danke Achim für das Kompliment, hätte wohl besser Maschinenbauer werden sollen als Optiker.

    Aber ein Bißchen von beidem habe ich jetzt im Alter verwirklichen können. Der Blank liegt schon

    jahrelang im Regal, jetzt muss er dran glauben, hop oder top...


    Gruß Stefan

  • Ja, die Karriere im Sondermaschinen Bau wäre bestimmt erfolgreich gelaufen 👏👍😄. Ich freu mich schon drauf, die fertige Version zu sehen.

  • Stefan,

    das Teil sieht stabil aus mit dem 80/20er Profilmaterial.

    Wie stark ist die zentrale Welle?

    Wie ist die Nabenverbindung zum Teller realisiert?

    Wie groß ist der U/min-Bereich?


    Mein Projekt liegt derzeit auf Eis, komm' nicht dazu. Hab zwei alte 500W-Drehstrommotoren inkl. Frequenzumrichter hier rumliegen, dazu ne 30er Welle inkl. 300mm-Taperlock-Flanschnabe (aus 'ner Konkursmasse), auf die man den Teller schrauben kann + Riemenscheiben usw. ... liegt alles im Keller und verstaubt derzeit.

    Alles wird gut!
    Kalle

  • Hi Kalle,


    das Alu-Profil hat 80x80 und ...Halb-schwer. Die zentrale Welle ist Werkzeugstahl und hat Ø 30mm, auf

    dieser Welle ist ein Zwischenflansch dito Stahl mit Ø 110mm 12mm stark mit 4 Passbohrungen Ø 80mm

    und zentral eine Bohrung mit M8 Gewinde. Der Teller muß ja des öfteren gereinigt werden deswegen leicht

    abnehmbar ....und trotzdem zentriert. Momentan liegt der Drehzahlbereich mit diesem Frequenzumrichter

    bei 1-bis ca 30 U/sec, da montier ich noch einen kleinen Encoder mit einer Digitalanzeige als Tachometer

    Die ganz langsamen Umdrehungszahlen sind relativ, der Frequenzumrichter regelt (Vektorregelung) bei Belastung

    nach.

    Gruß Stefan

  • Stefan,

    30 U/s auf der Motorwelle ... das bei 1:5 Untersetzung ...


    Oh, mein Gott. Entweder war das jetzt ein Tippfehler oder ich lese da was falsch.

    Das wären dann 360 U/min am Drehteller. Das ist viel zu schnell schon für eine 6"-Scheibe. Da schleuderst du alles von der Scheibe. (360 U/min entspricht Schonschleudern bei der Waschmaschine). Zum Vergleich eine 12"-Schallplatte dreht mit 33 U/min - einem Zehntel.


    Auch wenn der Frequenzumrichter da 40% Drehmoment bei langsamen Umdrehungen im Vergleich bei Nenndrehung des Motors rausholen kann. Ideal ist das nicht. Du verschenkst Drehmoment für 12"-Projekte und mehr. Wenn da mal das Volltool "greift", dann blockiert der Motor. Ich tippe mal 500W-Klasse.

    Alles wird gut!
    Kalle

  • Hallo Kalle,


    ich habe doch geschrieben U/s= Umdrehungen pro Sekunde, das ist ein 8poliger 0,55kW Drehstrommotor

    mit vektorgeregeltem FU. Den Motor hälst du bei 1Umdrehung pro Sekunde nur mit echter Gewalt an, da der

    Frequenzumrichter nachregelt. Der Motor ist auf Grund seiner Bauart fast doppelt so groß wie die zweipoligen

    und bringt untenrum unheimlich Drehmoment. Wenn die Power nicht ausreicht liegt da schon ein größeres

    Riemenrad...und/oder ein zusätzliches Getriebe. Den Spielraum Richtung Drehzahl wollte ich mir für die andern

    Projekte freihalten.

    Mittlerweile konnte ich weiter im niedrigen Drehzahlbereich weiter testen, Kraft ist zwar da aber...man spürt doch

    eine Unrundheit im Lauf. Ich werde also noch eine weitere mechanische Getriebestufe einfügen. An Drehmoment

    soll es ja nicht mangeln. Ich werde also Kalles Ratschlag folgen und wesentlich mehr Kraft einplanen. Den Treibriemen

    kann man ja umlegen in drei Stufen.

  • Hallo,

    es gab viel zu tun mit der Läppmaschine und noch eine Menge zu optimieren.

    Ein wichtiger Teil wird wohl sein die Ankerpunkte für das Gestänge höher zu setzen,

    damit zusätzlich Gewichte auf z.B. die Abrichtplatte (gechlitzter Bronzering) kommt.

    Neu ist die Drehzahlanzeige und die Steuereinheit als verschiebbare Einarmlösung.

    Der Tropfer für die Politur bzw. Emulsion wird durch eine Peristaltik/Schlauchpumpe

    unterstützt. Die Emulsion wird permanent durch einen kleinen Rührer umgewälzt.

    Verschiedene elektronische Feinheiten erspar ich Euch jetzt, jetzt werden erste lange

    Dauerläufe durchgeführt, um zu sehen ob das Maschinchen auch mal unbeaufsichtigt

    durchläuft. Die Trägerplatte ist noch nicht optimal plan...s.o. die Abrichtplatte braucht

    mehr Druck, momentan schwimmt sie zuviel. Noch ein paar Bilder

    Gruß Stefan

  • P.S. Ich werde wohl in den sauren Apfel beißen müssen und je nach Körnungsgrad mehrer Platten

    dieser Größe anschaffen müssen, die mit passenden Belägen versehen sind.

    Aauah, das wird heftig meine Kasse in Anspruch nehmen.


    Gruß

  • Hallo Stefan,


    da ist Dir bestimmt eine schöne Maschine gelungen. Bist Du Dreher oder "Zerpanungsmechaniker" von Beruf? Jedenfalls sieht sie sehr durchdacht aus. Wenn ich fragen darf. Was ist das für eine gabelförmige Halterung mit diesen zwei roten Rollen. Wozu dient das?


    Nachdem, was oben steht, hat die Maschine sehr viel Kraft. Bei meinem 26 Zoll Spiegel hat ein kleiner Gleichstrommotor mit vielleicht

    30 Watt ausgereicht für Grob, Feinschliff. Nur beim Auspolieren war es dann zu wenig. Das Parabolisieren hat dann aber wieder gut geklappt, wo bei ich hier das Tool aber von Hand geführt habe und die Maschine lediglich den Spiegel gedreht hat. Die hohen Watt-Leistungen, die hier diskutiert werden, kann ich so nicht nachvollziehen. Aber da mag es Gründe geben, die ich nicht kenne.


    Jedenfalls so oder so eine tolle Konstruktion mit der das Schleifen und Polieren bestimmt ein Vergnügen ist. - Herzlichen Glückwunsch


    Schöne Grüße

    Gerhard

  • Hallo Stefan,


    da fehlen mir die Worte - unglaublich - echt toll :thumbup:

    Bin schon sehr gespannt, wie es mit der Schleiferei dann so läuft.

    Die Platte mit Inschrift hat neben dem Datum welche Bedeutung?


    Ich wünsche Dir für die weitere Arbeit am Glas viel Erfolg.


    Viele Grüße

    René

  • Hallo Gerhard und René,


    ich werde die Fragen mal in Reihenfolge beantworten. Nein ich bin Hobbyist, baue aber seit ca. 15 Jahren

    Maschinen, die zum größten Teil CNC-gesteuert sind wie CNC-Fräs-und Drehmaschine.

    Bei der Stärke des Motors habe ich mich am Original orientiert und vor allem auf lange Laufzeiten mit geringer

    Erwärmung des Antriebs geachtet. Hinzuzufügen ist ...ich habe mal mit solchen Maschinen arbeiten dürfen im

    Bereich Optik-Feinoptik. Die Gabelförmige Halterung führt Käfige, in welchen auch ellyptische bzw. eben nicht

    runde Objekte gespannt und geführt werden können. Das bezieht sich hauptsächlich auf Planoptik.

    Bei einem meiner früheren Bilder habe ich nen Pyrex 16" Rohling aufgeführt, da wird die Aluplatte eben zur reinen

    Trägerplatte der Glasronde.

    Die Aluplatte mit Signatur kaschiert nur die Bohrungen von diversen Schaltern, die ich ja noch oben in den Steuerteil

    versetzt habe. Die Dibond-platten sind nicht gerade preisgünstig und wegen ein paar Löchern möchte ich nicht die

    ganze Seite ersetzen. Das Datum sollte eigentlich Erstellungsdatum sein, das wird noch ein Weilchen gehen bis alle

    Kinderkrankheiten durch sind. Vor allem muß ich mich so langsam an die Theorie und Praxis der Qualitäts-Prüfung

    von Planoptik ranmachen. Der Spherometer, sei er auch supergenau, stößt da an seine Grenzen.

    Zum Schluß...herzlichen Dank für die Wünsche und ich bin auch auf erste Ergebnisse gespannt.


    Gruß Stefan

  • Hallo Stefan,


    super Teil, was Du da baust!


    Im Prinzip suche ich die Möglichkeit zuerst einen sphärischen Prüfspiegel und mit dessen Hilfe eine Planoptik für eine ausreichend großen Autokollimationsspiegel herzustellen.


    Material wäre zwar schon da, aber mir fehlt schlicht Zeit - und Erfahrung - für Selbstschliff.


    Könnte Deine Maschine denn sphärische Spiegeloptiken?


    Mein Ziel ist ein optischer Prüfstand…

    CS Peter

  • Hallo Peter,


    deinen Beitrag gerade erst entdeckt, war in der letzten Zeit sehr beschäftigt. Im Prinzip kann die Maschine eine ganze Menge,

    die Frage ob ich das kann...fachlich meine ich. Ich stehe mit meiner Maschine noch ziemlich am Anfang und plane ungern ins Blaue

    hinein und möchte schon gar keine Versprechungen machen, die ich nicht einhalten kann. Für dieses Jahr muß ich erstmal den

    Eigenbedarf ermitteln und sehen ob da was "Brauchbares" rauskommt. Eine Materialsammlung für eine optische Bank mit

    entsprechendem Equipment habe ich angefangen, da fehlt noch aber noch einiges....

    Wenn dein Zeitrahmen weit gesteckt ist, können wir gerne nochmal darüber reden.

    Bis dahin mit Gruß Stefan

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