Sonnenaufnahmen mit vorhandem Equipment verbessern

  • Wenn's nachts schon keinen CS gibt, wenigstens den Tag nutzen.



    Ich hab mich heute das allererste mal an der Sonne versucht, mit dem Equipment was halt so da war. EOS 750D, Celestron Mak C90/1250, Baader ASSF 80. ISO-400, 1/320 Sek.
    Mich würde mal interessieren, wie viel ich aus meinem Equipment bei der Sonnenfotografie rausholen könnte. Ein StarAdventurer zur Nachführung und eine EOS 1000D(a) ist auch noch vorhanden. Komme ich mit meiner Ausrüstung überhaupt an bessere Ergebnisse heran, bspw. durch Stacking?


    Zusätzliche Anschaffungen extra für die Sonne hab ich erstmal nicht vorgesehen ...


    Einen guten Start in die neue Woche euch allen.

  • ....

    Mich würde mal interessieren, wie viel ich aus meinem Equipment bei der Sonnenfotografie rausholen ....

    Hallo ...

    da " geht " schon noch was.

    Da Mak ist eigentlich gut geeignet. Die DSLR ist " nutzbar " wenn auch eher nicht das Optimum.

    Wenn Du eine grössere Anzahl Fotos ( z.b im Sportmodus ) ... ( Fernauslöser wegen wackeln) aufnehmen kannst werden mehr mit " ruhiger Luft " dabei sein.

    Die besten dann via Stacking kombinieren.

    Der " Gewinn " wird sofort deutlich sein.

    Wobei diese gezeigte Einzelaufnahme schon gut ist.

    Gruss

    Marco

  • Super, vielen Dank für den Tipp. Diese Aufnahme ist tatsächlich mit dem Reihenauslöser entstanden :-) Ich hatte an anderer Stelle noch den Tipp eines Videos + Stacking bekommen, das geht ja in die ähnliche Richtung.


    Bekommt man mit meinem Equipment auch irgendwie die Struktur der Sonnenoberfläche herausgearbeitet?

  • .... Bekommt man mit meinem Equipment auch irgendwie die Struktur der Sonnenoberfläche herausgearbeitet?

    Eher nicht.

    Für die Struktur ( Granulen ) ist mehr Brennweite, eine grössere Öffnung und / oder eine Kamera mit " kleineren Pixel " hilfreich / notwendig. Sehr wichtig ist ruhige Luft und eine schnelle Bildfolge welche nur mit Kamera ohne mech. Verschluss erreicht wird.


    Ergänzung ...

    Durch das Stacken " erscheint " mit Deiner Ausrüstung aber schon mehr Struktur "


    Gruss

    Marco

  • Hallo Backroad_Yeti,


    Deine Canon 750D sollte einen Movie-Modus haben. Der wird zwar komprimierte Video-Sequenzen liefern, aber für ein paar Experimente mit Stacking (AutoStakkert3) und Schärfung (Registax6) sollte es gehen. Einfach mal probieren. Mehrmals ca. 1min Video aufnehmen und die Videos AVIs dann mit AS!3 stapeln.


    Clear Skies,

    Gert

  • Hi Gert,


    danke für den Tipp. Leider habe ich mit beiden Programmen keine so guten Erfahrungen gemacht. AS3 habe ich zugegebenermaßen nicht verstanden, RegiStax6 stürzt immer ab. Ich arbeite im Bildbereich immer mit SiriL. Für das Video der Sonne wurde mir an anderer Stelle die Software PlanetarySystemStacker empfohlen. Ist die Software ein Begriff?

    Viele Grüße, Nils

  • Hi Marco,

    Für die Struktur ( Granulen ) ist mehr Brennweite, eine grössere Öffnung und / oder eine Kamera mit " kleineren Pixel " hilfreich / notwendig.

    Kamera mit kleineren Pixeln hilft hier in keiner Weise. Mit 90mm Öffnung erericht man ein Dawes-Limit von 1.29 arc/secs, mit der EOS 750 liegt man schon bei einer theoretischen Auflösung von 0.61"x0.61" per pixel. Um das ausnutzen zu können braucht es eine Öffnung von 190mm. Das, was die 90mm an Auflösung liefern können, wird ja jetzt schon auf mehr als 2 Pixel verteilt.


    Der Versuch mit Video statt Einzelbildern machen und per stacken verarbeiten wäre dagegen zielführend.


    Gruß

    Stefan

  • Servus Nils,

    Was wäre denn eurer Meinung nach die beste Kamera für das Mak? Würde man da mit einer Astro-Cam arbeiten und wo läge man da preislich?

    Mit dem Mak eine Astrokamera nutzen, Videos erstellen und diese per SW zu einem scharfen Einzelbild verarbeiten würde schon helfen, damit nimmst du ja unscharfe Bildanteile durch Luftunruhe raus. Aber die üblichen günstigen CMOS-videokameras haben deutlich kleinere Sensoren als deine Canon und damit bekommst du die Sonne nicht mehr komplett auf den Chip.

    meiner Meinung nach ist die DSLR Videofunktion ( zumindest meiner DSLR ) unbrauchbar.

    Könnte daran liegen, dass die Firmware der Kamera unerwünschte Bildverarbeitung betreibt. DSRLs sind ja für Tageslichtaufnahmen ausgelegt und wenn das Video nicht im RAW-Format gespeichert wird, wurde es schon "vorverarbeitet".


    Für den Fall von Nils wäre es aber wohl trotzdem besser als mit Einzelfotos zu arbeiten.


    Gruß Stefan

  • @ all ...

    Ich habe mal geschaut was ich auf die schnelle in meinem Archiv finden konnte.

    Ich hatte wohl mal einen solchen Mak , aber keine DSLR Sonnenaufnahmen damit.


    Was ich aber gefunden habe , zwei Aufnahmen ( nicht besonders gut - nur um den

    event. Unterschied DSLR - "Astrokamera / Aufnahmetechnik" zeigen zu können )

    welche ich mal hier noch anhänge. Beide mit Nikkor-Fotoobjektiv und Nikkor 2fach Extender, jedoch 1x mit DSLR

    und 1x mit "Astrokameralein" 2013 / 2014 aufgenommen.


    Es spielt aber noch viel mehr ein " Rolle " ... an was ich mich nicht mehr erinnere.

    Luftunruhe - Hitze / Jahreszeit - Beobachtungshöhe - Betonboden im Hof usw.


    Gruss Marco



  • Auch wenn ich eingangs geschrieben habe dass Investitionen erstmal nicht geplant sind, trotzdem mal die Frage: Welche Astrocam würdet ihr mir als Einsteiger denn empfehlen, am besten passend zu meinem Mak?

  • hi Nils,


    kann man schlecht beantworten, wenn man dein Budget nicht kennt.


    Klar ist, mit deinem Mak ist das Abbild der Sonne etwa so um knapp 13mm groß. Um die Sonne komplett aufnehmen zu können, muss der Chip also wenigstens eine Kantenlänge von 13mm haben. Kleinerer Chip erlaubt nur Ausschnitte oder ein Mosaik, um die Sonne ganz abzubilden.


    Kleinere Pixel helfen dir nicht, deine EOS hat 3,7µm große. Eine der günstigsten CMOS-Kameras wäre die ASI120, aber deren Chip ist sehr klein, das abgelichtete Feld ist nur noch 0.22° x 0.16° groß, bei deiner EOS dagegen 1.02° x 0.68°. Mit der ASI294 würdest du auf 0.88° x 0.6° kommen, die ist aber heftig teuer.


    Ob dann als s/w oder Farbkamera wäre die nächste Überlegung. Egal welche, du könntest mit so einer Video-cam dann auch auf Planeten oder mal kleinere und noch hell genuge Deepskyobjekte losgehen.


    Gruß

    Stefan

  • ... Welche Astrocam würdet ihr mir als Einsteiger denn empfehlen, am besten passend zu meinem Mak?

    Auch hier wieder nur meine praktische Erfahrung.


    Siehe hierzu auch das beigefügte Mondfoto.


    Ich hatte solch einen Mak und auch Fotos am Mond gemacht.

    Ich nutz(t)e jedoch einen 0.5 Reducer da die Luft bei mir viel zu unruhig ist / war.


    Als Kamera ist eine QHY5P-II - 5.0 megapixels / 2.4um zum einsatz gekommen.

    An die Software kann ich mich nicht mehr erinnern ( gut oder schlecht ).

    Dieses ist auch sehr wichtigt. Nicht nur die Kamera sollte was taugen, auch die Software muss

    "stabil" funktionieren und dein Notebook gut unterstuetzen.


    Preislich liegt "so eine Kamera" bei ca. 200.- Euro


    Die erwähnte ASI hatte ich auch mal und ist brauchbar.


    Gruss

    Marco


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