Gartensternwarte im Jahr 2021

  • Hallo,
    ich habe sowohl im Internet also auch auf astoshop die Sternwarten für den privaten Garten gesehen. Hier würde mich eher eine Rolldachhütte ansprechen wegen Platz im Gegensatz zu einer Kuppel.
    Ich habe im Internet auch einige Selbstbauprojekte / Umbau eines Gartenhauses gesehen.
    Auch seitlich aufklappbare "Dachhälften" sind interessant.
    Diese Anleitungen sind oft schon viele Jahre alt und vmtl. gehts heute besser / anders noch besser ;)


    -> Also, wie sieht es im Jahr 2021 aus?


    - Ich würde gerne eine "kleine" Sternwarte im eigenen Garten betreiben. (remote + vor Ort)
    - Ich hätte möglichst gerne einen kleinen abgetrennten Bereich mit einer Tür, wo nochmal ein Monitor+MiniPC steht.
    - bei einer Rolldachhütte sollte das Dach"flach" sein, da mir evtl. der Dacht- Spitz die Sicht versperrt. (ich habe ein Gelände wo ich leider nach Osten das Rolldach ausfahren müsste und genau dort ist es am "dunkelsten".


    Ideen :)


    vielen Dank!

  • Hallo Martin,


    ich kann dir da nicht wirklich weiter helfen, aber in den letzten 10 Jahren ist der bau eines Gebäudes jetzt weniger weit fortgeschritten im Vergleich zur Technik.
    Ich würde sagen Rolldachthütten werden immer noch nach dem gleichen Prinzip gebaut, 1 Boden 4 Wände oben ein Dach auf Rollen gelagert zum wegschieben.
    Bei dir wäre eine zusätzliche Zwichenwand zu empfehlen für den gewünschten "Steuerraum".
    Sorry, nimm es nicht so ernst, aber ich verstehe deine Frage so ganz und garnicht.


    Eine klare Halbmond Nacht.

    Anfänger seit 2019

    EOS 70 D & DA

    EFs 18-135 USM; EFs 18-55 FST

    114/900er Fotoumbaunewton, 200/800er Newton

    CEM25P + Guidingcam und PHD2

    Meine Ergebnisse

  • Hi Martin,


    ich denke auch, dass sich bei der Mechanik nicht nicht viel Neues tut und die Motorisierung ist eh ein Nieschenprodukt.
    Schau Dir Mal die vielen tollen Eigenkonstruktionen an. Da kannst Du Dir Inspirationen holen und für Dich etwas neues kreiieren (Modell 2021?).
    Wenn es was fertiges sein soll, neben den Händlern gibt es auch Gartenhaushersteller, die Sonderausführungen anbieten.
    Aber die sind meist nur mit einem Raum (z.B. Cara Galaxy 3025).


    Ich plane selber gerade eine Sternwarte und das wird eine Eigenskonstruktion, da die Maße so nicht zu beziehen sind.
    Viel Spaß bei Deiner Konstrunktion.


    CS
    Chris

    TS APO 115 f/7, TS RC10" f/8 Carbon, AZ-EQ6GT, ASI294MC-Pro, InfinityC, EOS6da, ASI120mini

  • Hallo Martin
    vielleicht für dich interessant...


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    VG
    Klarinetto

  • Hallo,


    Danke für die Antworten.


    (==>)Technohell: Kein Problem, die beiden folgenden Personen konnten mir bereits sehr weiterhelfen.
    (==>)Chris68: Super Danke. Genau so etwas mit einem möglichst "flachen" Dach habe ich gesucht.
    (==>)Klarinetto: Super Danke. So baut man also eine stabile (aber vmtl. sehr teure) Sternwarte heutzutage.


    Vielen Dank für eure Hilfe!

  • Martin
    KP Helfe gerne
    :)
    PS: eine ganze Sternwarte zu bauen, ist schon eine gewisse Klasse für sich.
    Genauso wie Häuser nicht einfach so " für lau" gebaut werden.


    Eine Sternwarte kann Milliarden, Millionen, Hundertausende, Zehntausende, oder eben "nur" knapp 4000 plus Fundament und und kosten....


    Tüftler mit großen (!) handwerklichen Fähigkeiten ( und Vorhandensein von allem notwendigem Werkzeug!) mögen das unter ein paar Tausend Euro´s zusammenzimmern können..


    Aber da müssen schon viele Verwandte und Bekannte die richtigen Berufe haben..


    Im Vid vom Daniel sagt er selber: Selbst um so einen Bausatz aufzubauen, müsste Geschick, handwerkliche und sachkundige Kenntnis unabdingbar sein.


    Ich persönlich scheitere schon beim IKEA Sofa "NGC2002" und hätte es mit Benzin übergossen und angesteckt, wäre meine Frau nicht da.


    :)


    In diesem Sinne!


    LG


    Klarinetto

  • Klarinetto, ich roll hier gerade auf dem Boden vor Lachen angesichts der Bemerkung mit dem Sofa ... waren wir nicht alle irgendwann schon mal an dieser Grenze, wo sich entscheidet, ob man Meister ueber das Werkstueck wird oder das Werkstueck Meister ueber den Zusammensetzer? Ich war beim Zusammenbau einer Billig-Blechhuette fuer Gartenmoebelverstauung dem Wahnsinn nahe, da die Beschreibung extrem kleingedruckt und auch noch falsch war ...



    Nun ... zur Sache: Huette!


    Martin, ich habe einige Sternwarten gebaut: Aus Blech (getunter Gartengeraeteschuppen), aus Holz, aus Stein mit Metalldach. Was am Besten geeignet ist, entscheidet der Geldbeutel zusammen mit den lokalen Gegebenheiten und dem Gesetzgeber (Bauvorschriften).


    Von einem Flachdach wuerde ich dringend abraten. Der Regen muss abfliessen koennen, sonst bekommst Du irgendwann eine Tropfsteinhoehle! Ein Pultdach mit geringer Neigung, z.B. im Norden 15-20cm heoher als im Sueden, reicht schon aus.


    Ansonsten, um Dir weiterzuhelfen:


    - Wie gross ist Dein Budget?


    Hier entscheidet sich, ob es eine getunte Billighuette aus dem Baumarkt wird oder eine aufwendigere Eigenkonstruktion. Oder sogar eine schluesselfertige Loesung aus dem Sternwartenfachgeschaeft.


    - Wie gross soll die Sternwarte werden?


    Die Kardinalfrage - und ich wuerde sie im Zweifelsfalle eher etwas groesser machen, solange die anderen Rahmenbedingungen (Budget, Bauvorschriften, Familienrat) mitmachen. Ich wuerde die Sternwarte nicht um ein existierendes Fernrohr drumherumbauen, sondern immer einplanen, dass vielleicht mal ein groesseres Instrument einziehen koennte.


    Beispiel: Ich habe einen Freund, der eine Huette mit sechs mal acht Fuss (ich wohne in England - das sind 1.8m x 2.4m) angelegt hat. Hier hat er einen quadratischen Beobachtungsraum 1.8m x 1.8m, eine Trennwand mit Schiebetuer und den Kontrollraum mit 1.8m x 0.6m. Da kann er gerade drin sitzen, zu zweit wird es schon sehr kuschelig. Okay, er fotografiert und steuert das Geraet auch vom Haus aus. Visuelle Gruppenbeobachtungen werden ab drei Personen zum Gedraenge. Inzwischen aeussert er oefter den Gedanken, dass er die Huette doch groesser haette machen sollen. Derzeit hat er eine EQ6 pro mit einem C9.25 oder kleineren ED-Refraktoren im Einsatz.


    - Bauvorschriften: Ganz wichtig zu pruefen, um unangenehme Ueberraschungen zu vermeiden. Auch sollte das Projekt behutsam mit den Nachbarn diskutiert werden. Man kann sie ja mit der Einladung zu einer Beobachtung "schmieren".


    Beispiel: Hier in County Durham darf ich bis zu 2.5m Hoehe bauen, und 15 Quadratmeter Maximum, sofern die Huette brennbar ist. Nicht brennbare Bauten koennen bis zu 30 Quadratmeter gross sein. Alles, was groesser ist, bedarf einer Baugenehmigung. Auch darf ich nur maximal die Haelfte des Gartens bebauen. Hintergrund sind Feuerschutzmassnahmen und das Problem der Flaechenversiegelung.


    Meine alte Sternwarte war 2.49m hoch (Angstfaktor), und 3.8m x 3.9m gross - 14.82 Quadratmeter. Da sie aus Holz bestand, war das hart am Anschlag. Die neue Sternwarte ist 26 Quadratmeter, 2.5m hoch (ich bin mutiger geworden) und gemauert, mit Stahldach. Die juengst entstandene Zweitsternwarte (gemauert, 2.3m hoch, 1.8m x 2.35m) war dagegen ein kleiner Fisch. Aber ich weiss, dass keiner posthum den Abriss verlangen kann wegen "Schwarzbau".


    - Welches Material?


    Hier bieten sich Holz, Stein und Metall an. Ausschlaggebend sind die Kosten, die Faehigkeiten des Erbauers, das Aussehen und Bestimmungen z.B. wegen Brandschutz.



    Meine erste Huette, damals noch als Schueler erbaut, war eine dieser typischen Blechgartengeraetehaeuschen (gruen oder braun, weisse Tuer und weisses Dach), wie man sie so oft in Baumaerkten findet. Ca. 2m x 2.5m, Marke "Spacemaker". Ich musste einen Rolldachmechanismus anbauen, und insgesamt hatte mich die Huette damals ca. 700 DM (=350 Euro) gekostet. Das war 1989. Das Plus war eine einfache Baumassnahme, die sehr billig und gut getarnt war. Das Teil steht immer noch im Garten meiner Eltern, und dient heute dem originalen Verwendungszweck einer Gartengeraetehuette. Der groesste Nachteil war das duenne Blech. Sturm konnte die Doppeltuer eindruecken, und das Bewegen des Daches war sehr geraeuschvoll.


    Ich hatte verschiedene Holzhuetten. Eine ist in diesem Video zu sehen, das von "Sky at Night" stammt. Meine alte Sternwarte, erbaut 2010, wie oben erwaehnt als brennbare Holzhuette nah am Anschlag.


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    ab Minute sieben. Ich bin der langhaarige Bombenleger, der zu oft das Wort "yes" sagt.


    Sie sind einfach zu erbauen, das Holz nimmt Feuchtigkeit auf und wirkt in einem gewissen Mass isolierend. Der "Romantikfaktor" ist bei Holz am schoensten - es wirkt gemuetlich, Schall wird gut gedaemmt. Auf der anderen Seite muss Holz oefter mal neugestrichen werden, um die Bausubstanz zu erhalten. Meine grosse Holzsternwarte steht auf acht Punktfundamenten, in denen M24-Gewindestangen eingelassen wurde. Ich koennte die Sternwarte sogar in der Hoehe justieren. Das gibt einen Luftspalt am Boden, der sich sehr gut gegen Feuchte bewaehrt hat. Allerdings kommen da auch schon mal Maeuse rein.


    Sternwarten aus Stein erfordern Maurerkenntnisse, die man sich aneignen kann. Meine neuen Sternwarten sind beide gemauert (Hohlsteine aus Beton), die Daecher sind Schweisskonstruktionen. Eingedeckt ist das mit galvanisierten Stahlblechprofilen, die kunststoffbeschichtet sind. Das ist UV-bestaendig, begehbar und ich habe die Version gewaehlt, die auf der Unterseite eine Art von Filz zur Vermeidung von Kondensation traegt. Hier mal zwei Bilder, die ich gerade im Astrotreff-Fundus habe:


    Die groesse Sternwarte von innen (4m x 5.6m, vier Saeulen) :



    Die neue kleine Sternwarte (1.8m x 2.35m, eine Saeule) neben der grossen von aussen:



    Die Daecher lassen sich manuell aufschieben. Die grosse Sternwarte hat zwei Daecher, die bei geoeffnetem Dach aufeinander zu liegen kommen - ein grosses Dach waere beim Nachbarn gelandet, da mein Garten zwar lang, aber recht schmal ist.


    Eine kleine Betonmischmaschine und ein Schweissgeraet waren hier sehr hilfreich. Ich habe eine Menge gelernt. Unter Anderem, dass ich kein guter Verputzer bin (siehe Wand rechts zwischen Tuer und Schubkarre) und dass man sich beim Verlegen von schweren Gehwegsplatten einen Bizeps-Muskelfaserriss einhandeln kann.




    Okay, ist jetzt etwas lang geworden. Ich lasse es erstmal hierbei. Es gibt gewiss noch andere Fragen wie Sicherheit vor Einbruch/Vandalismus, Stromversorgung, Automatisierungsgrad. Es haengt auch von Deinen Faehigkeiten und Moeglichkeiten ab: Moechtest Du die Huette selber bauen, oder hast Du Beziehungen, oder soll es ein schluesselfertiges Fertigprodukt werden. Viele Ueberlegungen, die insgesamt zu einem Design fuehren, das verwirklicht werden kann.

  • Bester Jürgen,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"> Ich bin der langhaarige Bombenleger, der zu oft das Wort "yes" sagt.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Sehr schönes Video. Gut schaust aus, lange nicht mehr gesehen, die Haare sind ein bißchen länger geworden ...


    vlobg StephanPsy

  • Hi Stephan,


    danke fuer Deine netten Worte. Allerdings wuerde dieser Video bereits 2012 gedreht. Die Haare sind inzwischen etwas kuerzer und deutlich grauer, was vielleicht auch daran liegt, dass ich inzwischen verheiratet bin. [;)]

  • Hallo Martin,


    du scheinst dich bereits Richtung Rolldachhütte beraten zu lassen. Darum will ich dich nicht zur Rollhütte überreden, die viel kleiner ausgeführt werden kann und immer noch die gleichen Teleskope aufnehmen kann. Ich musste damals von größerer Rolldach- auf kleinere Rollhütte umplanen, um die Baugenehmigungspflicht geschickt zu unterlaufen.


    Mir ist nur eines aufgefallen, das Jürgen Schmoll dir über den Holzbau schrieb und die Notwendigkeit, Holz durch Anstriche schützen zu müssen.
    Meine Sternwarte steht nun nicht im regnerischen Nordengland, sondern in der "semi-ariden Zone" des Sauerlandes, nämlich dem Regenschattengebiet um Medebach. Als ich meine Rollhütte dort 2007 baute riet man mir in der Bau-Zimmerei am Ort ab, Anstriche zu verwenden. Man müsse nur dafür sorgen, das Holz immer abtrocknen könne, dann verrottet auch nichts. Man zeigte mir auf dem Betriebsgelände ungestrichene, über 50 jahre alte Werkstatt-Hütten, die man einfach nur in Würde hatte ergrauen lassen. Dabei waren die im Ort von Nachbargebäuden umstellt.
    Wenn ich mich bei meiner Sternwarte aufs Streichen einließe, obwohl sie völlig frei vom Wind umweht auf einer Kuhweide steht, wo der Wind sogar unter dem Holzboden herwehen kann, müsse ich mich jedes zweite Jahr wieder neu daran begeben.
    Nun ist Medebach sehr trocken und sogar ein Schalholz für die Betonfundamente, dass wir nach dem Abbinden nicht mehr aus dem Boden kriegten, geruhte in den letzten vierzehn Jahren immer noch nicht zu verrotten.


    Wenn du einen isolierten Raum für dich und deinen Rechner haben willst, würde die Isolation für Kältebrücken sorgen und da könnte es dann tatsächlich "rotten".


    Man muss den Aufwand aber nicht übertreiben und wenn du doch Interesse an einer Rollhütte kriegst, melde ich mich gerne nochmals.


    Viel Erfolg,


    Hubertus

  • Hallo Hubertus,


    das mit dem Holz ist interessant! Es haengt sicher auch von der Art des Holzes ab. Meine Huette hatte eine Fachwerkkonstruktion aus kesseldruckimpraegnierten 102mm x 102mm-Kanthoelzern, deren Waende dann mit Nut- und Federbrettern aufgefuellt wurden. Die Bretter waren nur 12mm duenn, und angeblich impraegniert. Spaeter kam heraus, dass mir unimpraegniertes Holz als impraegniert verkauft wurde. Da sich schwarze Flecken abzeichneten, musste ich das Ganze mit "Cuprionol" nachtraeglich versiegeln. Von aussen kam eine Schicht "Fenceguard" hinzu. Sicher war mein Holz nicht das Hochwertigste. Da die Sternwarte in einem anderweitig unzugaenglichen und nicht einsehbaren Garten stand, ging das vom Sicherheitsaspekt her. Auf dem freien Feld haette ein Boesewicht die Wand eintreten koennen.



    (==&gt;) Kalle: Ich muss mir das Interview nochmal anschauen ...

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Kalle66</i>
    <br />Jürgen,
    die Handhaltung beim Interview musst du Dir irgendwo abgeschaut haben. [:D]
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Ich denke eher, SIE hat sich das bei Jürgen abgeschaut...Ist ja auch Physikerin :)

  • [quote]<i>Original erstellt von: JSchmoll</i>
    <br />Klarinetto, ich roll hier gerade auf dem Boden vor Lachen angesichts der Bemerkung mit dem Sofa ... waren wir nicht alle irgendwann schon mal an dieser Grenze, wo sich entscheidet, ob man Meister ueber das Werkstueck wird oder das Werkstueck Meister ueber den Zusammensetzer? Ich war beim Zusammenbau einer Billig-Blechhuette fuer Gartenmoebelverstauung dem Wahnsinn nahe, da die Beschreibung extrem kleingedruckt und auch noch falsch war ...



    :)
    Lieber Juergen,
    ja du kennst mich ja auch live etc etc und weißt, zu was ich fähig bin
    :)
    LG
    Klarinetto

  • Vielen Dank für die vielen Antworten.


    was mach ich jetzt bloß ;) Es muss keine Rolldachhütte sein. Der Tipp mit den Problemen beim Flachdach ist auf jeden Fall super. Mein anderes Problem ist, dass ich das Rolldach nicht nach Norden ausfahren kann (Platzmangel) und es nach Osten ausfahren müsste. Genau dort würde allerdings ein Satteldach stören, das zu hoch ist. So kam ich zu einem möglichst flachen Dach...


    Breite max, 4,5 meter (Süden - Norden)
    Länge max. 6 Meter (Hütte eigentlich nur von Osten her betretbar, wenn 4,5m Breite ausgenutzt wird)
    Kostenvorstellung Hütte: nicht mehr als 5000€
    einfache Arbeiten traue ich mir zu, allerdings bin ich kein Zimmerer.


    Was ist denn, wenn ich doch eine drehbare Kuppel nehmen würde. Das würde bei mir die Platzprobleme (Osten) erleichtern.
    - Allerdings habe ich Bedenken mit der Luft im Kuppelspalt
    - und ich muss die Kuppel mitdrehen (zusätzlicher Motor usw.)
    - Der Platz darin ist meistens auch begrenzt, aber vmtl. bzgl. Wind und Kälte besser.
    - vmtl. würde ich die Kuppel dann hauptsächlich Remote betreiben.


    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich viele Leute eher eine Holzhütte hinstellen würden als eine Kuppel, oder nicht?


    Welche Erfahrungen habt ihr damit?


    Danke! Dieses Forum ist sehr hilfreich.

  • Hallo Martin,


    an eine Kuppel wuerde ich mich nicht herantrauen. Die Rundteile machen das alles sehr kompliziert, auch wenn man natuerlich statt einer Halbkugel eine Pyramide (z.B. nach Staus) oder einen Zylinder (wie beim VLT) waehlen koennte. Eine Kuppel ist auch im Fernbetrieb komplizierter, da der Spalt ja nachgefuehrt werden muss. Und Du kannst nur ein Instrument einstellen, nicht z.B. vier Saeulen wie in meiner Huette.


    Kuppeln kann man kaufen, aber einigermassen bezahlbare Kuppeln sind doch recht klein. Und Du hast das Kuppelseeingproblem, dafuer aber einen besseren Wind- und Streulichtschutz.


    Zurueck zum Satteldach: Du kannst es vielleicht so anlegen, dass der hoechste Teil im aufgefahrenen Zustand am weitesten vom Fernrohr weg ist. Das bedeutet aber, dass die Traufkante beim Verschieben ueber den Beobachtungsraum gefuehrt wird. Entweder Du nimmst die Dachrinne mit, oder Du hast das Problem von Tropfen, wenn Du kurz nach einem Regenguss oder in einer sehr feuchten Nacht beobachten willst. Da ist wahrscheinlich die Nordseite als hoechste Stelle eine bessere Wahl. Dann ragt das Dach nur im Nordosten etwas auf, wo du sowieso eher selten beobachtest.

  • hi!
    ich habe meine in rohform 1987 dem staus’schen entwurf nachgebaut ... ist eigentlich auch kein echtes wunderwerk der technik ....
    lg wolfi

  • Martin,
    auch wenn ich selbst keine Gartensternwarte mein eigen nenne. Ich würde folgender Maßen vorgehen:


    1) Dimensionen planen. Welche Teleskope, wieviel Platz drum herum, welche Innenhöhe, welche Wandhöhe (Sichtlinie). Notfalls die Bedürfnisse mit Pappkartons in der Garage simulieren. Passt der Hocker noch daneben usw. (Baukosten stehen in guter Relation zum umbauten Volumen.)


    2) Was ist lokal genehmigungsfrei ... nach qm oder cbm? Woher kommt der Strom? Datenleitung ins Haus möglich? Wohin fließt Regenwasser? Welche max. Höhe? Wie weit von der Grundstücksgrenze entfernt?


    3) Untergrund analysieren ... Fels, Sand, Lehm usw. Drainage?


    Danach erst kommt die Entscheidung, welches Design optimal sein könnte. Klappdach, Schiebedach, drehbare Kuppel. Wobei letztere mechanisch aufwändig und auf Dauer wartungsintensiv ist. Die Kuppel selbst könnte auch mit quadratischer Grundform auf einem Kreislager sehen. Kuppeln setzen auf der anderen Seite ein passendes Fundament und Wände voraus, sonst kreist das Dach auf einer Achterbahn. Der Betrieb wird nicht einfacher, denn die Kuppel muss mit der Montierung gedreht werden ... Steigerung der Komplexität.


    Dann Details zur Ausführung. Streifenfundament oder (vorzugsweise) Punkt-/Pfostenfundamente. Speziell für die Säule gehöre ich zur Fraktion, die eher ein stabiles Stahlrohr in Sand ohne Beton rammen würde. Tief genug steht sowas genauso stabil wie mit 800kg Beton drumherum, nur dass man es ohne Bagger wieder entfernen kann, fall notwendig. Am Ende zählt die Tiefe und Steifheit der Säule selbst.


    Dachkonstruktion: Das Dach sollte auf jeden Fall ortstypische (bzw. auch untypische) Schneelasten vertragen können und sturmfest sein. Ganz nebenbei heißt das: Man kann drauf stehen. Sonst würde auch ein Zelt reichen.
    Die allg. Bauausführung würde ich in Holzrahmenbauweise ausführen. 90% der US-Eigenheime/Garagen/Scheunen werden so gebaut. Da gibt es unendlich Videoanleitungen zu ...


    Mein Motto wäre: Ich baue einen "Schuppen" und keine Pyramide, die 2000 Jahre halten soll. Unterm Strich wundere ich mich oft, wieviel Beton die Leute unter die Erde bringen. Selbst hier in Deutschland wurde 2000 Jahre lang bis vor ca. 100 Jahren ganz ohne Beton gebaut.


    Thema bewegliches Dach ... wenn es in einem Stück zu schwer wird, muss man über Segmentierung nachdenken.

    Alles wird gut!
    Kalle

  • Hallo Martin,


    meine Klappdachsternwarte habe ich 2018 mit Material aus dem Baumarkt für ca. 500 € selbst gebaut. Sichtbereich bis auf Horizonthöhe herunter und separater Computerraum. Dach aus mehreren leichten, einzeln klappbaren Segmenten. Vielleicht ein paar unkonventionelle Anregungen für Dich. Beschreibung und Fotos hier: https://mps-net.de/home/


    Gruß Michael

  • Hallo,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Mein Motto wäre: Ich baue einen "Schuppen" und keine Pyramide, die 2000 Jahre halten soll. Unterm Strich wundere ich mich oft, wieviel Beton die Leute unter die Erde bringen.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Den Satz kann ich unterschreiben, es ist echt verrückt was manche da hinstellen, wobei es natürlich jedem gegönnt sei.


    Ich habe mich vor einiger Zeit für eine Rollhütte entschieden die ich um meine vorhandene Stahlsäule gebaut habe.
    Das Hütte steht auf einem Punkfundament und fertig.


    Die Entscheidung war ganz einfach, für eine große Hütte hatte ich keinen Platz bzw. bei einer festen Hütte mit Rolldach hätte ich nicht groß genug bauen können, um genug Platz zum bewegen um das Teleskop zu haben. Deswegen meine Lösung, einfach die komplette Hütte wegschieben. Weiterhin sollte es einfach umzusetzen und Problemlos rückbaubar, sein.


    Da ich nur fotografisch unterwegs bin reichte mir ein Schutzbau für das Teleskop, Aufenthaltsraum oder ähnliches brauche ich nicht.
    Die Steuerung/mini PC ist komplett in einem kleinen Schaltkasten verbaut. Das ganze per Netzwerkkabel ins Haus verbunden. Die Steuerung erfolgt dann bequem per Remote (MS RDP) über PC, Laptop oder Tablett je nachdem.


    my Astrofotografie Equipment auf <font color="white">flick</font id="white"><font color="red">r</font id="red">


    Gruß
    Carsten

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