Mars auf dem Weg zu den Pleiaden

  • Torsten, hab' Dank für die beiden Fotos, die Du wieder eingestellt hast. Das Panorama geällt mir mindestens genauso gut wie Ben. Neben der Fülle der Sternbilder finde ich es immer wieder schön, wenn man merkt, dass es der Sternhimmel über dem Planeten Erde ist. Daher stört mich die Helligkeit am Horizont gar nicht sosehr, sondern sie schafft gewissermaßen einen Übergang zwischen den irdischen Objekten und denen darüber. Es ist immer wieder angenehm, in diesem Foto visuell spazieren zu gehen.


    Beim anderen Foto finde ich die Darstellung der Nebel in den Pleiaden in ihrer dezenten Farbigkeit schön. Manchmal sieht es auf Fotos aus, als gäbe es ein zenrales Flutlicht; hier ist es angenehm, anders.
    Was mich aber interessieren würde - woher kommen die beiden dunklen "Jets" am Mars? Sie verleihen ihm ja irgendwie ein besonderes Aussehen und erinnern an gewaltigere Objekte, bei denen ähnlliche Strukturen zu beobachten sind.


    Viele Grüße
    Manfred

  • Hallo Zusammen,


    Hier meine beiden Versuche:



    Die Aufhellung links unten kommt vom Zodiakallicht. Mit Weichzeichner aufgenommen (kurz mit der Hand davorgehalten).



    Beides nachgeführte Aufnahmen.


    Gruß
    Oliver

  • Hallo Oliver,


    Deine „Nahaufnahme“ von den Pleiaden und ihrem Besucher finde ich ebenfalls sehr ansprechend; durch den Weichzeichner bekommt es einen etwas anderen Charakter. Prima, dass Du damit wieder ein Stück Abwechslung in diese Beitragsreihe bringst.


    Beim Hochformat ist es ja schon ein mittleres Wunder, dass sich das Zodiakallicht überhaupt gegen die Horizontbeleuchtung absetzen kann. Und wie ich schon einmal hier geschrieben habe – ich finde es immer wieder schön, wenn der Sternenhimmel einen Bezug zu irdischen Objekten hat.
    Vielleicht ein kleiner Tip- oft macht es sich gut, wenn Helligkeit am Horizont durch filigrane Objekte im Mittelgrund verdeckt wird; blattloses Geäst von Birken und Eichen ist hier in meiner Gegend reichlich vertreten, aber manchmal halt auch nicht an passender Stelle.


    Gestern sagte das Wolkenradar, dass von der Nordsee her ein relativ wolkenfreier Bereich heranziehen sollte. Ganz so wurde es dann doch nicht, deshalb wurde statt einer Expedition der Standort Bodenfenster gewählt.
    Es war schon eine kleine Herausforderung, an einem hochgeklappten Veluxfenster mit 10mm zu werkeln. Torsten hatte da ja eine Vorlage geliefert, und das wollte ich einfach auch mal ausprobieren.


    So also Mars bei den Pleiaden und erst einmal bei 5/6 Wintersechseck:







    Um auch 6/6 zu schaffen, musste der Horizont herausfallen (Hochformat war aus Platzgründen auf dem Tracker nicht möglich):







    Aber wohl ohne Zodiakallicht.


    Dann noch einmal die Hyaden und Pleiaden mit ihrem Besucher und 35mm:







    Diese Konstellation erinnert mich an das erste in dieser Reihe, als ebenfalls eine schöne geometrische Figur gegeben war; hier bilden Aldebaran, Mars und M45 so etwa ein gleichchenkliges Dreieck.


    Beste Grüße
    Manfred

  • Hallo allerseits,


    was ist das alles neu hier .... und daher hoffe ich, dass in diesem Beitrag auch die Fotos von vorgestern zu sehen sind, als der Mond sich in der Nähe von Pleiaden, Hyaden und Mars aufhielt. Es gab nur wenige freie Bereiche zwischen den Wolken, die Fotos ermöglichten.

    Das erste entstand noch in der Dämmerung , sodass der Mond nicht allzu stark dominierte:








    Mit den Wolken bekam die Umgebung des Mondes auch mehr Farbe:











    Später dann etwa um viertel nach zehn, als es doch noch aufklarte, war der Mond dann dem Geäst der Bäume schon sehr nahe ...







    .... um sich kurz darauf auch dahinter zu verstecken und nicht mehr ganz so hell zu leuchten:







    Alle Fotos sind mit 35mm aufgenommen, und das Objektiv hat sozusagen als Signatur einen schönen Lichtreflex hinterlassen, der sich aber irgendwie dezent im Hintergrund hält.


    So, und nun muss ich nur noch die richtige Schaltfläche finden, um alles auf den Weg zu schicken, ohne ein blaues Wunder zu erleben .....


    Manfred

  • Dunkel war's, der Mond schien helle,

    trotzdem - vor ihrem Untergeh'n

    waren sie nochmal zu seh'n

    für ein Foto auf die Schnelle ...


    Die erste Zeile hat mein Vater früher oft zitiert, und leider kenne ich die ursprüngliche Fortsetzung nicht mehr. Aber irgendwie passte sie kurze Zeit vor Volölmond doch recht gut.

    Vielleicht war es schon eine der letzten Gelegenheiten, die Konstellation noch einmal abzulichten, hier mit 35mm aus dem Bodenfenster heraus, knapp über den Baumkronen:












    Beste Grüße

    Manfred

  • dunkel war's, der Mond schien helle,

    als ein Auto blitzeschnelle

    langsam um die Ecke fuhr... :thumbup: :D :D :thumbup:

    SkyWatcher Skyliner 150P Classic 6" f/8 Dobson Teleskop 150/1200

    Canon EOS 550D

    Cometron Firstcope 76 F 300mm

  • Danke, Ingo.; inzwischen konnte ich einiges darüber nachlesen.


    Gestern Abendging der Mond ja etwas später auf, wunderschön sanftes Licht durch einen Wolkenschleier. Aber gegenüber nähert sich das Wintersechseck in der Abenddämmerung langsam dem Westhorizont , und das sollte mit dem Besucher noch einmal festgehalten werden. Kurz nach 22 Uhr MESZ entstanden einige Fotos mit 10mm vor der Haustür:







    Das war eigentlich ein Probefoto für den Bildausschnit mit ISO 3200, aber darauf sind alle Sterne des Sechsecks und der gesamte Orion gut zu erkennen. Besonders nett fand ich die Sternenkette vom Fuhrmann herunter bis Aldebaran mit fast gleichen Abständen; das sollte noch einmal in den Sucher genommen werden.

    Hier noch ein zweites Foto, etwa eine viertel Stunde später, bei dem Rigel so gerade eben noch gefunden werden kann:








    Beste Grüße,

    Manfred

  • Hier nun der Versuch, die oben erwähnte Sternenkette vom Fuhrmann bis hinunter zum Stier mit dem Mars dazwischen festzuhalten., Das erste Foto diente eigentlicvh nur zur Überprüfung des Bildausschnitts. Auch hatte ich vergessen, vorher zu fokussieren, aber dadurch kommt die Bootes ähnliche Struktur noch besser zum Ausdruck:








    und später:









    Die Horizontnähe und Wolkenschleier machen sich doch deutlichbemerkbar. Beide Fotos sind mit einem Sigma 17-70mm Zoom bei 25mm aufgenommen. Der Bildstabilisator war zwar abgeschaltet, aber ich meine, er hat bei allen Fotos von gestern Abend dafür gesorgt, dass jeder Stern unten noch einen kleinen Fortstatz hat ...


    Beste Grüße

    Manfred

  • Hallo,


    von gestern mit ISS-Überflug (und Vermutlich Starlink-Satelliten) bzw. Winter-Sechseck. Diesmal sahen mir die Einzelbilder zu langweilig aus, deshalb die Punktspurumsetzung!



    PlejadenHyadenMars20210331b6934bis6942k.jpg




    PlejadenHyadenMars20210331b7023bis7032k.jpg



    Grüße

    Torsten

  • Torsten, das ist ja ein recht großer Winkelbereich, den Du abgebilden konntest - vom vorderen Bereich des Löwen links oben bis zu (vermutlich) Cassiopeia . knapp über dem rechten oberen Bildrand müsste auch Polaris zu finden sein, wenn man nämlich die Strecke Bellatrix - Capella um etwa den selben Betrag verlängert und dabei etwas nach Osten abknickt. Dabei fällt auf, dass es im Foto keine zunehmend konzentrischen Kreise in der Gegend gibt, die man eigentlich erwarten könnte. Woran liegt das Deiner Meinung nach?


    Deine Fotos haben mich auch etwas erschrecken lassen, weil mir durch die unmittelbare Nachbarschaft zu meinen zuletzt eingestellten klar geworden ist, wie dunkel die eigentlich sind. Anscheinend wird es bei mir mit der Einschätzung, wann ich mit der Bearbeitung eines Fotos zufrieden bin, zunehmend Glückssache. Deshalb habe ich es noch einmal proibiert, weiß aber inzwischen selber nicht, ob es nun besser geworden ist. Tröstlich aber zu sehen, dass in Deiner Gegend auch gelbliche horizontnahe Wolken mit im Bild sind, die hier zeitweise recht dicht waren, sodass für die Pleiaden eine Bedeckung gegeben war. Ihre gellblich - schmuddelige Farbe bekomme ich so nicht weg .


    Hier also noch zwei andere Versionen der Fotos von gestern:












    Gruß,

    Manfred

  • Halo Manfred,

    Torsten, das ist ja ein recht großer Winkelbereich, den Du abgebilden konntest - vom vorderen Bereich des Löwen links oben bis zu (vermutlich) Cassiopeia . knapp über dem rechten oberen Bildrand müsste auch Polaris zu finden sein, wenn man nämlich die Strecke Bellatrix - Capella um etwa den selben Betrag verlängert und dabei etwas nach Osten abknickt. Dabei fällt auf, dass es im Foto keine zunehmend konzentrischen Kreise in der Gegend gibt, die man eigentlich erwarten könnte. Woran liegt das Deiner Meinung nach?

    ....

    Das Objektiv habe ich bei 14mm benutzt und in Lightroom eine Profilkorrektur durchgeführt, die die Vignette entfernt hat. Möglicherweise hat dies die obere rechte Ecke zurechtgebogen. Sonst habe ich keine Erklärung, außer, dass die kurze Brennweite eine entsprechende Projektion veursacht.



    Hier noch vom 02.04.2021 eine Überlagerung von 20 Einzelbildern, mit dem Ziel noch etwas Zodiaklicht gegen die Lichtverschmutzung vom Horizont zu pflücken.


    PlejadenHyadenMars20210402b7120bis7125k2.jpg



    Grüße

    Torsten

  • Gestern hatte ich schon einmal geschrieben, aber dann kamen die "Wartungsarbeiten" ....


    Torsten, dass Du bei der Helligkeit am Horizont noch Zodiakallicht darstellen konntest, das ist schon klasse. Abgesehen davon gefällt es mir in Fotos immer wieder, in diesem ausgedehnten Winterhimmel visuell spazieren zu gehen; in Kürze wird er ja auch komplett verschwunden sein.


    Deshalb möchte ich auch noch eine der vielleicht letzten Aufnahmen beisteuern, denn der anfangs klare Himmel war hier im Norden eine Seltenheit; vielleicht hast Du ja auch dieses quasi stationäre Wolkenband quer über Norddeutschland wahrgenommen.


    Hier als der Abendhimmel von gestern mit 17mm an der 600d, vom Fuhrmann ganz oben, mit den untergehenden Beteigeuze und Bellatrix knapp über der Dachkante, bis hinunter zu Hyaden und Pleiaden, die kurz daraufvon den heraufziehenden Wolken verschluckt wurden:








    Nur die spätwinterlichen 3°C sieht man nicht so wirklich ....


    Beste Grüße,

    Manfred

  • Heute Abend gesellte sich noch die Mondsichel dazu; es schien dort oben einklarer Himmel zu sein, aber ganz so klar war er dann doch nicht. Diesmal hochkant mit 17mm mit dem Fuhrmann rects über der Bildmitte, der Stier links darunter, ganz links an der Dachkante gucken noch Beteigeuze und Bellatrix drüber weg, und ganz links oben stehen die Zwillinge auf dem Kopf; Mars ist der hellste der drei Sterne direkt kinks von der Bildmitte:









    Die beiden offenen Sternhaufen boten über dem filigranen Astwewrk zusammen mit der Mondsichel noch einen ischönen Anblick:









    Gruß,

    Manfred

  • Klasse, Manfred! Das sieht wahnsinnig schön aus! Da bei mir gestern nichts ging, freue ich mich umso mehr,

    hier die Bilder des Mondes mit Hyaden und Plejaden zu sehen. Vielen Dank dafür!


    Schöne Grüße!


    Stefan

  • Stefan, das freut mich sehr. Mit Wiederholungen ist das ja so manchmal eine Sache, aber heute Abend habe ich es noch einmal probiert, den Mond zwischen den beiden Sternhaufen einzufangen. Immerhin, wenn man den Titel dieser Beitragsreihe bedenkt, die Pleiaden sind ja noch dabei.


    So hat es heute ausgesehen, erst einmal mit einem Flugobjekt, das sich unbemerkt genähert hat;








    Dann der Mond in etwas wärmerem Farbton:









    und schließlich mit etwas mehr Blau im Himmel:









    oder letztes Foto mit etwas dezenterem Sternhimmel?









    Da bin ich manchmal echt ratlos, und morgen früh ist der Eindruck bestimmt wieder ein anderer ....



    Viele Grüße

    Manfred

  • Hallo Manfred,


    mein Favorit ist Bild Nummer 3. Der blaue Hintergrund gefällt mir sehr gut.

    Schön, den Mond im Goldenen Tor zu sehen (auch weil es hier bewölkt war).

    Beim nächsten Umlauf ist es ja leider schon zu spät.


    Schöne Grüße!


    Stefan

  • Stefan, danke für Deine Rückmeldung. Ja, den blauen Hintergrund mag ich auch lieber als einen pechschwarzen, aber beim Mond sind es dann eher die wärmeren Farbtöne, zu denen ich tendiere. Und ich gestehe, dass mich immer noch leise Skrupel beschleichen, wenn in Lightroom aus dem visuell eher trist grauen Himmel allmählich ein angenehm blauer wird.


    So in etwa ist es mir auch bei den Fotos von gestern Abend gegangen, bei denen es irgendwie ein Herumprobieren war, die Szenerie zu erwischen, wenn es am Horizont schon relativ dunkel war, die Pleiaden und Hyaden aber schon darin zu versinken drohten, bevor sie richtig zu sehen waren. Anfangs war außer Sirius und einem weiteren Stern visuell nichts weiter zu sehen, und bei dem Stern war ich mir nicht einmal sicher, ob es Aldebaran oder Mars war. Erst auf Fotos mit hoher ISO-Zahl deuteten sich die Hyaden an, und erst nach intensivem Suchen auf dem Kameradisplay waren dann auch die Pleiaden zu erkennen.


    Hier ein erstes Foto (alle mit 17mm an der 600D) , auf dem die Pleiaden zu erkennen waren:








    Eines der deutlichsten Fotos bezüglich der Sterne, nur ca. 10 Minuten später:








    Zur besseren Orientierung mit eingezeichneten Sternbildern:






    Und dann, wieder nur ca. 10 Minuten später, kamen von Nordosten dichte Wolken angeflogen und legten sich wie ein Vorhang über die Sterne ...








    Und damit ist wohl auch für mich der Vorhang in dieser Beitragsserie gefallen, zumindest bezüglich aktueller Fotos.



    Beste Grüße

    Manfred

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!