Ein trauriger Celestron C11

  • Das war nix und zwar genau gar nix!


    Das traurige C11 lässt sich nicht kollimieren! Keine Chance nach über einer Stunde probieren. Anschrauben, lösen, mit dem Fingerschatten arbeiten...etc. Dem Fangspiegel fehlt ein gutes Stück Kippung, damit sein Schatten zentrisch steht. So wird das nix!


    Aber ich erahne eine brauchbare Optik, da ich zumindest auf einer Sternseite schöne Beugungs(teil)ringe gesehen habe und dieser Teil des Bildes extra- und intrafokal gleich aussieht. Nun ist das Traurige C11 wieder im Zimmer, schön eingepackt in ein Leintuch, da die Temperaturunterschiede ziemlich krass sind.


    Was bleibt mir nun? Ich habe keine andere Idee, als Winni es gleich zu tun. Der Fangspiegel muss runter von seinem Klebeband und bewußt einseitig neu verklebt werden. Also auf seiner dünnen Seite mit einem dickeren Plops Silikon. Dies ist doch der schönste Beweis, dass eine gute Optik ohne eine gute Mechanik ziemlich wertlos ist.
    Wie konnte die Optik nur beim Hersteller durchrutschen? Der Übeltäter ist mit dem einseitig geschliffenen Fangspiegel in jedem Fall ausgemacht und somit auch warum der Besitzer das Teil zerlegt hatte. Da sowohl der Tubus als auch die Transportkiste den Namen des Verstorbenen trugen, bin ich der Überzeugung, dass das Teleskop eingesendet wurde. Hoffentlich wurde der Herr entsprechend entschädigt...


    Nächster Schritt: Fangspiegel lösen...


    Morgen geht in jedem Fall mein Tak mit einer Kamera raus. Das C11 muss jetzt etwas warten :)


    VG und CS
    Thomas

  • Hallo Günter,


    ich denke die Messungen mit den relativen Werten bestätigen den gesunden Menschenverstand! Da ich das C11 nun wieder zerlegen muss, um es überhaupt brauchbar zu machen, werde ich in jedem Fall den Tubus gleich mit Veloursfolie auskleiden!


    Ob ich da auch gleich Löcher für eine Lüftung in den Aluguß bohre? Mal sehen, ich berichte weiter. Das Tubusseeing hat mich zumindest heute nicht gestört ;)


    VG und CS
    Thomas

  • Hi Thomas,


    einerseits schade, andererseits auch eine Erkenntnis. Und eine Therapie ist ja auch moeglich. Am besten an der duenneren Seite etwas unterlegen, waehrend das Silikon trocknet. Beispielsweise eine Muenze. Was mich daran erinnert, einmal unter einem professionell verklebten Spiegel Muenzen gefunden zu haben, die der Hersteller dort vergessen hatte. Leider nur Pennies.


    Zur Lueftung: Wenn schon bohren, dann wuerde ich in den Blechtubus gehen. Denn wenn das Alugussteil kaputtgeht, ist Ersatz schwierig. Da ist der Blechtubus deutlich risikoaermer.

    Alles Gute aus Nordostengland wuenscht



    Jurgen

  • Guten Abend liebe Sternfreunde,


    ich hoffe ich erschrecke die "altgedienten" C11 Besitzer nicht...
    Der Vorbesitzer hat leider ein sprichwörtliches Montagsgerät erwischt. Nachdem das Gerät nicht zu kollimieren war, baute ich es wieder auseinander. Es gibt ja noch so viel zu tun, z.B. die Tubusschwärzung.


    Ziel der Aktion war jedoch zunächst der Fangspiegel. Ich berichtete, dass dessen Randhöhe eine für Feinoptiker große Differenz aufweist. Nochmals mit dem Schätzeisen (Messschieber) nachgemessen, komme ich auf 1,2 mm. Rechnerisch müsste der zentrale Pin der Fangspiegelhalterung und dessen Freiheitsgrade dies ausgleichen können (ca. 1,6mm). Es scheint aber so als wollten die drei steifen Stellschrauben das nicht erlauben.


    Ok, Ironie beiseite: Der Fangspiegel muss neu verklebt werden und ich habe Winnies Thread (Ein SC Fangspiegel im Schraubstock) sehr aufmerksam gelesen und mich auf alles nur das nicht vorbereitet: Der Cutter ging durch wie in Butter, wie das?


    Ja, zum Glück für mich, der Spiegel hatte nur ca. 1/3 oder weniger Verbindung zum Klebepad. Anbei das Beweisfoto:





    Sorry...Eigentlich wollte ich nicht zum investigativen Teleskopbauer werden.


    Distanzierung zur Neuverklebung: hier gibt es eine interessante Alternative zu Streichholz und Münzen: Die Justageschraubenlöcher der den Fangspiegel tragenden Aluplatte sind Durchgangsgewinde. Ergo: Schrauben distanzieren sehr, sehr fein einstellbar, den Fangspiegel. Das Silikon liegt bereit, morgen geht es zur Tat.


    VG und CS
    Thomas

  • Hallo an alle Interessierte,


    den Fangspiegel habe ich neu verklebt und den Keilfehler des Fangspiegelträgers bestmöglich korrigiert. Schwarzes Velour ist auch in den Tubus und rund um die Fangspiegelhalterung verklebt. So war ich gespannt, ob ich das C11 nun kollimieren kann.



    Das sieht für mich schon mal gut aus. Also kollimierbar ist es wieder!


    Das gezeigte Bild ist Extrafokal. Intrafokal ist es auch rund, es scheint mir aber "franziger und strahliger" zu sein. Das Ronchi zeigt ein solches Bild (mit dem Mobile geknippst):



    Was denkt Ihr darüber? Sicherlich war gestern auch nicht die ruhigste Nacht...


    Im Trapez im Orion habe ich die E Komponente bei 133 fach zufriedenstellend erkannt. Aber die F konnte ich nicht ausmachen. Eine höhere Vergrößerung hat leider nur die Sterne aufgeblasen.


    Viele Grüße und CS


    Thomas

  • Hallo Thomas,


    das Ronchi Bild ist sehr hell, alle Feinheiten werden stark überstrahlt, bei einem etwas besseren Bild, könnte man da schon was dazu sagen.


    Es wurden schon mal die Zacken und Wellen - Breite, in den Streifen mit einen Mikrometer gemessen und so bei einem 7" Meade MAK, Abweischungen von nur Lamda 5,8 gemessen gegen über einem Zeiss Menicas mit Lamda 6


    Das ließe dann schon Schlüsse zu wo es einzuordnen ist, ohne das man es nur an Beobachtungsaussagen " messen muss"!

    Gruß Günter


    GSO 12"+ 8" Skywatcher Dobson, Celestron 8" Scmidtkamera; C8 Orange + 5,5" Comet-Catcher; MAK 100/1000 + 127/1500; ED 80 PRO,

  • Hallo Günter,


    heute ist das auch Seeing nicht besser, aber das C11 mal ordentlich ausgekühlt, denn es durfte die gesamte Nacht und den Tag über (geschützt) draußen bleiben.
    Die F Komponente konnte ich heute finden! Aber Vergrößerungen um die 200 fach sind heute keine Freude. Nun bin ich mal auf morgen Abend gespannt. Laut Meteoblue soll sich das Seeing deutlich bessern.


    VG
    Thomas

  • Hallo Thomas,


    ist das Ronchibild ein Einzelbild oder ein gestaktes Bild?


    wenn letzteres, dann könnte man es ja sicher dunkler zusammenfügen, um die Überlichtungen zu reduzieren, oder mit regelbarem K - Stern neu erstellen!

    Gruß Günter


    GSO 12"+ 8" Skywatcher Dobson, Celestron 8" Scmidtkamera; C8 Orange + 5,5" Comet-Catcher; MAK 100/1000 + 127/1500; ED 80 PRO,

  • Hallo Thomas,


    Das Ronchi-Bild is fürs Handy ganz prima. Ronchitest am Stern ist immer unnglaublich flimmerig. Es ist schon beinahe besser, mit dem Auge zu gucken. Das Gehirn kann ganz gut optisch das Gezitter ausmitteln und man kriegt eine grobe Vorstellung, was auf dem Spiegel los ist. Im Bild sieht man ein paar Zonen und wahrscheinlich einen abgesunkenen Rand. Wieviel das in Lambda ist, ist schwierig zu beziffern. Wieviel Linien hat denn dein R-Gitter? Aber ich denke man kann 'Totale Gurke' schon mal ausschließen.


    Clear Skies,
    Gert

  • Hallo Günter und Gert,


    das Handy Bild ist auf die Schnelle entstanden.
    Heute hatte ich auf besseres Seeing gehofft, aber die Sterne flackern wie wild...
    Das Ronchi hat 10L/mm. Beim Beobachten des Linienbildes am Fernrohr heute ist aus meiner Sicht eine abgesunkene Kante zu erkennen. Zumindest ändert sich das Bild: Intrafokal laufen die Linien an den Ränder etwas nach innen und extrafokal nach außen.
    Dafür spricht auch die Beobachtung, dass intrafokal das Sternenabbild fransig wird; dies ist wohl eine typische Erscheinung von abgesunkenen Kanten. Trotz der Seeing-Probleme ist doch ein Unterschied zum extrafokalen Bild zu erkennen.


    So, wer hat denn nun Erfahrung mit abgesunkenen Kanten? Wieviele Millimeter empfiehlt ihr mir vom Hauptspiegel abzudenken, ob 5mm ausreichen? Ob ich auch den freien Durchmesser der Schmidtplatte reduzieren könnte?


    VG und CS
    Thomas

  • Hallo Thomas,


    ich wuerde erstmal gar nichts abdecken, sondern das Teleskop mit voller Oeffnung nutzen. Manche der Tests sind so empfindlich, dass sie Abweichungen zeigen, die sich in der Praxis kaum im Bild manifestieren.


    Solltest Du jedoch wirklich abblenden wollen: Die Eintrittspupille (der Ort, wo sich die Mittelpunkte aller aus dem unendlichen aus allen Feldwinkeln kommenden Strahlenbuendel auf der optischen Achse treffen) ist beim Schmidtsystem die Schmidtplatte. Deswegen muss der Hauptspiegel auch etwas groesser sein - damit die Strahlenbuendel aus allen Feldwinkeln auch noch komplett den Hauptspiegel treffen. Wenn sich also wirklich eine abgesunkene Kante zeigt (die nicht anderweitig, z.B. durch Beugung an der Spiegelkante, erklaert werden kann), dann kann diese von der Schmidtplatte oder dem Hauptspiegel erzeugt werden. In dem Fall ist eine detailliertere Ursachensuche notwendig.


    Aber: Im Idealfall sind intra- und extrafokale Abbilder zwar identisch. In der Praxis zeigen sich schon bei kleinen Abweichungen Unterschiede, die im fokalen Abbild kaum wahrnehmbar sind.


    Ich hatte vor Jahren mal einen Orion Optics OMC250. Das war ein Subapertur-Maksutovcassegrain, wo die Korrektor der sphaerischen Aberration in einer doppelt durchlaufenen Linse vor dem Fangspiegel stattfindet. Nun hatte ich eine Gurke erwischt. Das Interferogramm zeigte zwar einen hohen Strehlwert, aber der Unterschied zwischen intra- und extrafokalem Abbild war riesig. In einer Richtung dauerte es, bevor ich beim Defokussieren den Fangspiegelschatten ueberhaupt sehen konnte! Waehrend ich kaum glaube, dass das Geraet wirklich den hohen Strehlwert aus dem Interferogramm hatte (das war ein Zygo-Interferogramm, kuenstlich aus den Zernikekoeffizienten errechnet, wo sich zwischendurch einige von abschalten lassen, um entweder Messartefakte zu entfernen oder das Ergebnis zu schoenen), war das Ergebnis im Fokus doch noch fuer die meisten Beobachtungen okay. Erst der spaetere GSO Ritchey-Chretien mit f/8 zeigte deutlich hoehere Kontraste am Planeten, obwohl der RC ja eigentlich kaum ein Planetenteleskop ist.


    Sprich: Manchmal sind Abweichungen messbar, die in der Praxis kaum auffallen beziehungsweise im Seeing untergehen.


    Bessere Tests: Sternbild im Fokus (Sterne wirklich punktfoermig ohne irgendwelche Halos), enge Doppelsterne oder Kontrast am Planeten. Da trennt sich die Spreu vom Weizen.

    Alles Gute aus Nordostengland wuenscht



    Jurgen

  • Ach ja - ich hatte die letzten Tage auch beobachtet, und im Trapez E+F nicht finden koennen. Weder im 14" SCT noch im 20cm-f/25-Refraktor. Wo mich diese beiden Sterne normalerweise foermlich anschreien. Es haengt halt stark vom Seeing ab.

    Alles Gute aus Nordostengland wuenscht



    Jurgen

  • Hallo Sternenfreunde,


    ich denke ich komme so langsam zu Abschluss dieses Themas: Ich behalte den C11 und spende den Betrag, wie in den vorherigen Beiträgen schon besprochen.


    Zum Abschluss komme ich deswegen, da gestern die E+F Komponenten schön zu sehen waren, auch wenn diese mich nicht "angesprungen sind"... zudem waren die Strukturen im Nebel toll zu bewundern. Wie Jürgen schon anmerkte, überlagert das Seeing sehr viel.
    Das Gerät könnte dennoch etwas definierter mit den Sternabbildungen sein. Ich habe den Eindruck, dass die Beugungsringe sehr hell sind. So lassen mir der "abgesunkene Rand" oder die riesige Fase am Hauptspiegel noch keine Ruhe. Ich habe das Gefühl, dass da noch was geht.
    Und so konnte ich die Finger nicht vom Schraubendreher lassen und habe eine provisorische Papp-Blende ziemlich nahe am Hauptspiegel eingebaut. Abgeblendet ist dieser jetzt umlaufend mit 4mm = Öffnung ca. 271 mm. Wenn es etwas bringt, überlege ich mir etwas stabileres. Nun habe ich nur noch einen C 10,7 :)





    VG und CS
    Thomas

  • Nachtrag: ich habe die Reduzierung der Öffnung am Hauptspiegel gewählt, da mein Verdacht auf der hellen und großen Fase beruht.

  • Hi Thomas,



    das sind schoene Neuigkeiten, dass Du das <s>traurige</s> glueckliche C11 nun behaeltst.


    Ueber Abblenden und Korrektor vs. Spiegel: Die Eintrittspupille ist die Korrekturplatte. Strahlen aus dem Unendlichen, die aus dem Feldrand kommen, machen also einen Zylinder, dessen Achse um den Feldwinkel zur optischen Achse des Teleskops geneigt ist. Deshalb liegt der 28cm grosse Lichtfleck, den das von der Schmidtplatte kommende Buendel auf dem Hauptspiegel macht, etwas exzentrisch. Deshalb muss der Hauptspiegel ueberdimensioniert werden, um Lichtverluste im Feld zu vermeiden.


    Es gab in den1 1980ern in Werbeanzeigen von Sky&Telescope erbitterte Schlachten von Celestron und Meade zu diesem Thema, wo Meade herausstellte, dass sie ihren Hauptspiegel ueberdimensionieren und Celestron nicht. Es ging hierbei um das C8. Ich bin mir nicht sicher, ob und wie gross Celestron den C11-Hauptspiegel ueberdimensioniert hatte. Es kann also gut sein, dass die Fase gar nicht zur Bildgebung benutzt wird, zumindest nicht fuer Objekte der Bildmitte.


    Du kannst ja mal den Hauptspiegeldurchmesser bestimmen, solltest Du ihn nochmal herausnehmen. Dann liesse sich das beurteilen.


    Alternativ geht das optisch - einfach den unscharfen Stern aus der Feldmitte an den Rand fahren und sehen, ob der aeussere Kreis des Donuts (dessen Fangspiegelschatten natuerlich aus der Mitte wandert) auf einmal durch den Hauptspiegelrand beschnitten wird.

    Alles Gute aus Nordostengland wuenscht



    Jurgen

  • Hallo Jürgen,
    Danke für diese Erläuterungen! Die EP ist an der Schmidtplatte ziemlich genau 280mm im Durchmesser . Der Tubus hat einen Innendurchmesser von ca. 302mm. Den Abstand Hauptspiegelrand zu Tubus habe ich nicht bestimmt, schätze ihn aber größer als 5mm ein. Vielleicht auch keine 10mm. Nehmen wir mal 8mm an. Dann wäre der Hauptspiegel 286mm. Dann ist da aber die große Fase. Auch diese habe ich nicht bestimmt und schätze 2mm (horizontal). Bleiben 282mm.
    Wenn ich das mal ohne optische Wirkung der Schmidtplatte mit dem Tangens überschlage, hätte ich einen Öffnungswinkel von ca. 0,3 Grad (mit Distanz 400mm von EP zu Spiegel). Um 1 Grad zu erreichen müsste nach diesen Überlegungen der Hauptspiegel 287 mm groß sein (ohne Fase).
    Ich bin gespannt, ob ich bei nächster Gelegenheit mit der Blende ein visuell signifikant andere Abbildung erreiche.
    Dann berichte ich doch weiter ....
    VG und CS
    Thomas

  • ... man sollte seinen Thread besser kennen. Ich hatte doch schon den Meterstab drangehalten und den Spiegeldurchmesser mit 290 bestimmt...(siehe Beitrag vom 11.01.2021)
    Das muss ich nochmals verifizieren. Wenn die Angabe korrekt ist, dann ist der Hauptspiegel größer als die Eintrittpupille und kommt an die theoretischen Überlegungen ran (287 ohne Fase).
    ... mein Schraubendreher scheint keine Ruhe zu bekommen :)


    VG und CS
    Thomas

  • Das hatte ich aber auch vergessen. Mit Hauptspiegel 290mm und Schmidtplatte 280mm haben wir 5mm auf 400mm Tubuslaenge als maximalen nicht vignettierten Feldwinkel. Das sind gut 0.7 Grad, oder 35mm Achsabstand bei 2800mm Systembrennweite. Also deutlich groesser als was fuer Kleinbildfilm notwendig waere (21.5mm Achsabstand, fuer 43mm Diagonale). Da kann also noch eine schoene Fase gezogen werden.


    Oder anders gesagt: Um ueber das Kleinbildfilmformat nicht zu vignettieren, brauchst Du unvignettierte Feldwinkel bis zu 0.44 Grad. Das sind ca. 3.1mm linear beim 400mm langen Tubus. Also sollte ein gut 286mm grosser Spiegel hinreichen. Ist er 290mm mit einer 2mm breiten Fase, dann geht das noch in Ordnung.

    Alles Gute aus Nordostengland wuenscht



    Jurgen

  • Nach dem gestrigen Abend des erneuten Testens war ich doch herb entäuscht, dass sich trotz des Abblendens visuell absolut keine Verbesserung zeigte, bzw. ich diese nicht beobachten konnte. Das Trapez im Orion war wieder nur mit Mühe und wildem Geflacker zu sehen und die Komponenten E+F gar nicht...


    Heute durfte dann mein großer Dobson mit nach draußen um als Referenz zu dienen. In mir keimte der Verdacht, dass ich vielleicht auf dem Balkon für diese großen Geräte nicht die ideale Lage habe. Aber in den Garten wollte ich mit dem schweren Zeugs heute nicht. Sicherlich ist das kein fairer Vergleich: ein 16er gegen einen C11 (bzw. 10,7).




    Ich war positiv überrascht: Das Seeing war so brauchbar, dass im C11 E+F gut zu sehen waren. Ich habe bei beiden Geräten ungefähr die gleiche Vergrößerung gewählt und staune nun doch wie gut das C11 abschneidet!


    Meine Erkenntnis ist: Seeing geht über alles (ok, ist nicht neu... :-). Während bei dem Dobson das intra- und extrafokale Bild nahe zu gleich ist, sieht man trotz Abblenden beim C11 ein Unterschied zwischen beiden Okularstellungen. Aber in ruhigen Momenten ist das Trapez im C11 schön mit E+F definiert.


    Der 16er zeigt den Orionnebel wegen seiner Helligkeit schon mit rötlichen Farbnuancen am Rand. Mit dem Trapez hat er keine Mühe (wenn das Seeing stimmt) und er offenbart auch im Nebel selbst (wenige) schwache Sterne, welche im C11 nicht auszumachen sind. Was mir bei diesem Vergleich auch noch bewusster wurde: Obwohl das C11 im Moment auf einer AZ-EQ6 montiert ist, ist der Dobson deutlich weniger schwingungsanfällig (bei gleicher Vergrößerung).


    Jedes Fernrohr hat halt seinen Himmel...


    Ich denke ich baue die Abblendung des C11 wieder aus, besorge mir eine Taukappe und probiere mal die Tubusisolierung.


    VG und CS
    Thomas

  • Tubusseeing: lege mal eine Decke/Jacke oben auf den Tubus. Da ist die Abstrahlung am größten.
    Wenn du einen definitiven Unterschied feststellst, dann isolieren.
    Mein ehemaliges C9,25 hatte ich ringsum mit 4mm Styropor Dämmtapete isoliert.

    Clear Skies Dietmar

  • Hi Thomas,


    schoen zu sehen, dass das C11 diesmal zeigen konnte, was in ihm steckt. Ich vermute, dass Du aufgrund der Ueberdimensionierung des Hauptspiegels im Okular keinen beobachtbaren Unterschied feststellen konntest, da die Blende im achsnahen Feld garnicht wirkt.


    Ich hatte vor Jahren mal einen Orion Optics OMC250. Das war ein Subaperturmaksutovcassegrain mit 250mm Oeffnung bei f/9. Die sphaerische Aberration wurde durch ein Linsensystem vorm Fangspiegel korrigiert, das zweimal durchlaufen wurde. Ich habe gelesen, dass Maksutov selbst schon diese Idee hatte. Ein gut gemachtes System dieser Art kann ueberzeugen. Nur leider war meines eher eine Gurke: Intra- und extrafokal voellig unterschiedlich, der Fangspiegelschatten in einer Richtung fuer eine Defokussierrichtung zunaechst unsichtbar. Und doch hat dieser Extremfall noch halbwegs brauchbare Bilder erzeugt. Wobei der Kontrast am Planeten dann doch im spaeter gekaufen 250/2000er TS Ritchey-Chretien besser war, obwohl ein RC ja eigentlich kein Planetenteleskop ist.


    Aber dieses Beispiel zeigt, dass man mit kleinen Abweichungen zwischen intra- und extrafokalem Abbild durchaus leben kann.

    Alles Gute aus Nordostengland wuenscht



    Jurgen

  • Hallo miteinander,


    so, der Pappring ist wieder raus und bei der Gelegenheit habe ich das letzte schwarzglänzende Führungsrohr des Hauptspiegels auch mit schwarzen Velour belegt (klar: außerhalb seines Bewegungsradius ;) )

    Das C11 hat nun auch eine Isolierung bekommen: Evazote 5mm, eine Isomatte musste herhalten... Ich finde in diesem Kleid sieht das C11 sogar chic aus. Und inzwischen fühlt es sich auch auf einer AZ-EQ6 wohl.


    Bei der Zubehörmontage ist mir erst bewusst geworden, dass der Sucherschuh hier "umgedreht" funktioniert. Kennt von Euch jemand die Hintergründe? Heute bietet dies Baader, soweit ich das sehen konnte, nicht mehr an.




    VG und CS, Thomas

  • Hallo miteinander,


    ich schreibe hier, weil es einfach zu diesem Teleskop passt. Auch wenn Astrotreff mich ermahnt, dass das Thema mehr als 365 Tage zurück liegt ;)


    In der Zwischenzeit habe ich einige schöne fotografische Aufnahmen mit diesem C11 machen dürfen. Ein Baader Okularauszug für SCT und ein Starizona Reducer werkeln mit einer Altair Hypercam 294C ohne Kühlung. Die Randabbildung der Sterne zeugten aber immer von einer nicht perfekten Kollimation.


    Mit der Kollimation tue ich mich immer noch schwer und so versuchte ich den OCAL Kollimator. Und diese Erfahrung möchte ich gerne teilen. Ich bin von der Bilderfassung dieses Gerätes sehr angetan. Dies liegt sicherlich daran, dass ich in meinem früheren Berufsleben die Anfänge der Endoskopprüfung mit dieser Technik erleben durfte.


    Der SCT ist schon herausfordernd zu kalibrieren. Das fängt mit dem Bezug - auf was muss denn kollimiert werden?- an. Mir schien es logisch das Blendrohr zu nehmen, denn das war gut sichtbar und adhoc zentrisch im Bild, eben ein mechanischer Fixpunkt. Das Ergebnis im Sterntest war grausam...



    Der nächste Versuch = am Stern wurde die Kollimation eingestellt, um zu sehen was dann der OCAL liefert: Basis ist der Durchmesser des HS (ohne Fase!)



    Mit diesem Wissen kann schnell im Voraus kollimiert werden.


    LG und CS

    Thomas

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!