Mars am 8.Dez. 2020 mit 610nm LP -update

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  • Hallo,
    Da keiner Beobachtungen vom 8.Dez. postet, hier mein Ergebnis.
    Obwohl keine neuen Details am Mars hervorgezaubert werden können, habe ich am 8. Dezember die kleine Wolkenlücke ausnutzen können, um den 610nm Filter zu testen.
    Der Filter lässt deutlich mehr Licht als mein RG 645 Filter durch. Der Kontrast ist dabei vergleichbar. Der 742iger bringt noch ein wenig mehr Kontrast rein. Die Bilder werden aber nicht besser dadurch!


    Der deutliche Helligkeitsgewinn und das kleine Auswahlkästchen um Mars erlaubte mir, gelegentlich mit einer sehr hohen fps Zahl zu arbeiten. In der Spitze waren es 666fps. Das ist von Vorteil, wenn das Seeing sehr schlecht ist. Manchmal war es so von niedriger Qualität, dass das Marsscheibchen doppelt dargestellt worden ist. Es gab aber auch Momente, bei denen es deutlich besser war und hier spielt dann die hohe fps Zahl ihren Vorteil aus.


    Erstaunlich ist es trotzdem, was man noch so auf dem Bild erkennt. Eine deutliche Wolkenbildung im Norden, am Rand der großen Syrte und unterhalb des Hellas Beckens zwischen der sehr kleinen Südpolkappe.


    Bei dieser Ansicht hätte ich mir gerne die Qualität der Bild vom September gewünscht. Das Bild ist wieder nicht derotiert. Ich habe aber die letzten Male mehrere IR Bilder (30 und 60 Sek. lang) hintereinander aufgenommen. Wenn ich mal Muse habe, werden diese derotiert.



    Der insgesamte Farbeindruck, weicht wieder sehr vom Original-RGB Bild ab. Insgesamt erscheint es hier mehr braun gelb statt gelb, weiß und blau im Originalbild.
    Ich habe dieses mal auch drauf verzichtet, einen Blau oder Grünkanal als Luminanzbilder über das RGB extra zu legen, um die Wolken besser zu betonen. Diese kommen ausschließlich über das RGB Bild.



    update:
    Hier mal noch eine Aufnahme von selber Qualität aber mit AS!3.1.4 gestackt. Die Aufnahme entstand noch etwas früher bei noch schlechterer Atmosphäre. Trotzdem kam ein vergleichbares Ergebnis raus. Dies könnte evtl. an der letzten Version von Autostakkert gelegen habe. Ich nutzte bisher die Version 3.0.14.





    cs Harald
    http://www.unigraph.de

  • Hallo Harald,
    hast Du mal im Trockenlauf probiert, was die ASI178 wirklich kann und ob das von deinem Rechner begrenzt wird? Leider findet man auf der ZWO Seite keine Angaben.


    Mit meinem älteren Rechner bekomme ich mit der ASI290MM 645 fps hin, mit modernem Rechner sind es über 720 fps. Belichtungszeit-technisch sollte das bei Dir ja kein Problem sein, die Filter lassen ja genügend Licht durch, so dass Du um die 1 ms oder kürzer liegst.


    Doppelte Marsscheibchen im Film kann man mit PIPP Qualitätsalgorithmen ausputzen. Ich kille immer die ganz groben Sachen, damit AS3! weniger Arbeit hat und keinen Unsinn anrichtet. Zudem scheint es dann im Grenzbereich besser zu funktionieren. Bei AS4! kann man sich diesen Schritt wohl sparen. Da kann man angeblich schlechte Bilder aus Bearbeitung ausschließen....


    Umso besser seeing, um so mehr solltest Du in Richtung rot gehen. Wenn Du Passfilter (z.B. R610, IR 742) einsetzt, wird der ADC empfohlen (ich mag ihn auch nicht und verwende lieber Bandfilter bzw. blocke das IR mit cut Filter). Der 645? sollte bereits ein Bandfilter sein. Oder ist das der Baader IR-Pass? Es gibt auch den Astronomik ProPlanet 642BP.


    LG
    Robert

  • Hallo Robert,


    "Trockenlauf" heißt mit Dummy arbeiten?


    Die Belichtungszeit um die 1 ms ist knapp, meist liege ich etwas darüber.
    Die fps Zahl ist nicht stabil, so schwankte sehr kurzfristig zwischen 400 und 666 fps. An was dies liegt weiß ich nicht.


    Mit PIPP habe ich noch nicht gearbeitet. Die Ergebnisse am Mars waren mir bisher noch nicht interessant genug. Deshalb habe ich auch noch nicht derotiert. Der Hinweis auf AS!4 ist interessant. Momentan kann man ja nur die AS!3 Version 3.1.4. runteladen. Ich hatte noch eine alte Version 3.0.14 verwendet. Werde mal die Sache aktualisieren.


    Der 645nm Filter ist ein RG 645 Filter. Es ist kein Proplanetfilter von Astronomik. Mal sehen wie sich der 610ner am Mond schlägt. Das ist eigentlich mein Hauptarbeitsgebiet für den Newton, wenn der Mond mal in einer guten Stellung sichtbar sein sollte! Ich hatte da seit dem Second light des Newton immer Pech gehabt, habe also noch Hoffnung.
    Obwohl meine EBV im Vergleich zu den Franzosen am Mond noch nicht so perfekt ist, ist die Auflösung vergleichbar mit den besten C14 Aufnahmen, obwohl diese mit Grünfilter gemacht worden sind und meine Aufnahmen mit Rotfilter. Für Grün hat es noch nicht gereicht. Da geht also noch etwas.


    Corona:
    Wahrscheinlich fahren wir die Schule schon vor Freitag nächster Woche runter (Distanzunterricht). Da könnte ich mich astronomisch austoben, weil ich nicht früh raus muss. Promt haben wir aber nun eine Wetterlage bei der gar nichts geht. Es kann nur besser werden. Dies trifft auch auf die Pandemie zu. Ich kann allgemein nur dazu raten extrem aufzupassen und das Virus nicht zu unterschätzen! Von dieser Seite aus betrachtet freue ich mich auf ruhigere Arbeitszeiten in den nächsten Wochen bis Januar. Hoffentlich kommt was dabei rum.


    Kälteschutzanzug:
    funktioniert sehr gut, wenn man unten drunter schon eine warme Funktionskleidung an hat. Man sollte allerdings auch etwas gelenkig sein, denn der Overall lässt sich nicht komplett öffnen. Dann fällt das Einsteigen in den Anzug auch leicht. Die frostigen glasklaren Nächte mit guten Seeing können von mir aus kommen.


    cs Harald
    http://www.unigraph.de

  • Hallo Harald,
    Trockenlauf sieht bei mir so aus:
    - Kamera wird mit dem Kabel, das ich auch draußen verwende, im warmen Wohnzimmer an Rechner eingesteckt
    -Rechner wird real betrieben, also bei mir mit der originalen Rechnerbatterie (wenn Du dich an Netz hägst, dann nimm auch das Netz)
    -als Objektiv nehme ich das Miniobjektiv, das bei den Kameras immer dabei ist (wenn du keines hast, ich mehrere)
    - als Aufnahmemotiv nehme ich meist die Deckenleuchte (bei mir 12 Volt LED, Glühbirne hat 50Hz Wechselstrom , weniger geeignet, das stört)


    Dann kann man beliebig spielen und schauen, was passiert.
    Interessante Themen dabei
    - max fps als Funktion von ROI (die ZWO Kamera macht da Sprünge)
    - Hängenbleiben des Rechners (dann muss USB traffic runter, bei mir 81%)
    - Linien- oder Zwiebeleffekte (macht die ASI290MM nicht)
    - Blaseneinschlüsse in der Abdeckscheibe der Kamera (meine ASI120 hatte das, scheibe wurde getauscht)


    Mit "Licht aus" gibt es weitere spannende Sachen
    - hot Pixel
    - glow


    Wenn ich eine neue Kamera hab, muss ich das immer gleich machen. Als nächstes sind meine Gartenvögel dran, dazu hab ich ein 85mm Teleobjektiv von Schneider Kreuznach aus den 70er adaptiert. Als Motiv kann man auch was anders nehmen. da läßt man einfach mal unter "Realbedingungen" einige Filme z.B. a 30 sec reinlaufen und schaut sich dann an, ob im Workflow irgendwelche Spinnereien auftreten (sehr beliebt im Grenzbereich fps: unterschiedlich Bildanzahl pro Video). Standzeit Batterie ist bei mir auch wichtige Größe. Bin ja mobil. An meinem Lenovo Rechner ist zu erst 1 TB Festplatte voll, bevor Batterie zu tauschen wäre - der Rechner geht sehr sparsam mit Strom um.


    So kann man seine Kamera, Kabel, Rechner und Energiequelle im Trockenlauf kennenlernen und vergeudet keine Zeit am Teleskop.


    Thermoanzug: ich hab meinen vor Jahren verschenkt. Mir ist unter -10°C noch nie etwas gescheites geglückt, dafür haben reihenweise Batterien den Geist aufgegeben, ein Rechnergehäuse ist zerplatzt usw.. Kälteflexible Kabel sind hilfreich. Die Kabel von meiner OAZ Steuerung werden schon deutlich unter 0°C völlig steif. An meinen Beobachtungsplätzen hab ich schon -20°C und Wind erlebt, da ziehe ich warmes Bett vor[;)]...


    Viel Glück mit dem 16" am Mond - das sollte nach den Wes Higgins Erfahrungen gut funktionieren! Mond steht im Jahr immer wieder sehr hoch.


    LG
    Robert

  • Hallo Robert,
    ok, mal sehen ob ich so ein Trockenlauf mal durchziehe. Im Endeffekt wird aber bei den Einstellungen das Objekt die Parameter vorgeben. Ich versuche Mars bei 60 bis 70% des Histogramms belichtungstechnisch zu halten. Damit ist die Bel. Zeit vorgegeben, wenn man Gain nicht mehr als 330 einstellen will. Je kleiner jetzt das Auswahlkästchen umso höher die fps Zahl. Einen deutlichen Vorteil habe ich an der Sonne diesbezüglich gesehen. Die Aufnahmen mit voller Chipgröße der ASI 174m und damit max. fps 30 waren schlechter als die Aufnahmen mit rund 150fps und kleineren Auswahlkästchen. Aufpassen muss man beim 16 Bitmodus. Der ist am Rand immer notwendig. Von Vorteil auch für die Abbildung der Umbra in Halpha. Bei Mars ist mir noch kein Unterschied bisher aufgefallen.


    Kälteschutzanzug bei mir schon ab 0 Grad sinnvoll, denn ich bin ja Flachlandtiroler der knapp über Meeresniveau wohnt. Bei 10° unter Null sehe ich schon eingepackt aus wie ein "Rohfleischesser" = Eskimo!
    Dein Argument "... warmes Bett" ist allerdings nicht zu toppen. Am besten ist es dann, wenn ich die Aufnahmen im Kasten habe, draußen der Mond weit nach Meridiandurchgang am Himmel steht und ich morgens nicht auf Arbeit muss - ideale Bedingungen für Amateurastronomie.


    cs Harald
    http://www.unigraph.de

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