Carton 60/1000 und SYW 60/910 Refraktoren

  • Moin zusammen,


    hier ein paar Bilder von meinen beiden Neuzugängen. Der Carton soll bleiben und der SYW, den ich zwei Tage vorher gekauft habe, geht gerne wieder – da war das Angebot für den Carton halt noch nicht abzusehen. Und wo die Liebe hinfällt...


    Erst der SYW. Dank Hannes weiß ich daß es sich um einen "Denkar AE-61" handelt, von der japanischen Firma SYW / Yamamoto gefertigt, und daß er wohl Mitte der 60er Jahre neu verkauft wurde. Mein Teleskop war original als Schulfernrohr in einer Schule in Hennef benutzt worden. Gottseidank hat sich ein Lehrer des Teleskopes angenommen und es wohl auch immer zuhause aufbewahrt, wenn es nicht benutzt wurde – daher hat es insgesamt sehr gut die vielen Jahre überstanden.


    Es ist insgesamt vollständig erhalten, nur ganz geringe Kleinteile fehlen wie die Schraubensicherung für das Gegengewicht unten an der Stange. Außerdem hat man irgendwann bei einer der beiden biegsamen Wellen den originalen Griff durch eine Art Plastikscheibe ersetzt. Ich kann mir lebhaft vorstellen, daß das die Idee von einem der damaligen Lehrer war, weil man so die RA-Achse einfach etwas feinfühliger nachführen konnte. Es sieht halt nur dämlich aus! :)


    Die Optik ist spitze und Optik + Tubus + Sucher würde ich auch von der Verarbeitung her als absolut gleichwertig einschätzen zu dem C.O.C.:





    Und hier der C.O.C. 60/1000. In dieses Teleskop hab ich mich wirklich sofort schockverliebt, weil es so schönes Design hat und auch wirklich sehr gut verarbeitet ist in allen Details. Ich hatte jetzt 3 oder 4 alte 60er Refraktoren und insgesamt finde ich diesen am schönsten gearbeitet. Nur die Metallbeine gefallen mir nicht so. Im Gegensatz zu dem SYW kann ich beim C.O.C. aber problemlos Holzbeine ansetzen, ohne irgendetwas basteln oder umbauen zu müssen.


    Der Zustand des C.O.C. ist für meine Verhältnisse schon fast atemberaubend. Es ist wirklich alles dabei, bis zu den originalen Deckeln für das Objektiv und den Sucher. Kein einziger Kratzer im Lack außer an der Taukappe!





    LG
    Thomas

  • Falls hier übrigens jemand mitliest :) und so etwas übrig hat ... ich suche gern für den C.O.C. einen Satz Holz-Stativbeine. Also welche, die direkt an die Aufnahmen an der Montierungsbasis passen.


    Momentan steht er auf den Holzbeinen meines Dai-Ichi Kogaku 60/910, aber das ist natürlich nur eine temporäre Lösung, weil mir dann eben für den Dai-Ichi wiederum Beine fehlen ...

  • So, der Denkar AE-61 ist nun gestern nicht weit weg von Thomas in einem anderen Stadtteil von Köln eingezogen. Danke für die nette Übergabe! Das Telekop ist offenbar nahezu genauso alt wie ich. Es hat die nun 55 Jahre sehr gut überstanden und viele Details sind sehr klassisch aber gar nicht so unpraktisch. Damals haben die Ingenieure oft etwas simpler gedacht. Erstaunlich ist, wie Thomas schon geschrieben hat, wie sahneweich die Montierung schwenkt und der Okularauszug läuft. Top! Nichts hakelt oder klemmt. Und die paar Kratzer und Lackabplatzer gehören irgendwie dazu.


    Heute nun klarte es plötzlich über dem Kölner Westen kurzfristig auf. Für etwa 30 Minuten boten Wolkenlücken einige ganz gute Einblicke:


    IC 7000, den Nordamerika-Nebel habe ich noch nie so gut und farbig gesehen. Den Kometen 88P/Howell sah ich trotz 12,9 mag bereits im Sucher sofort. Und das "Kreuz des Südens" habe ich von Köln aus noch nie mit so vielen Sternen sehen können...


    .... und?


    .... war nur Spaß!


    Im Ernst: Ich beobachtete Mars, Jupiter und Saturn, sowie einige prominente Sterne wie Wega, Altair und einige schwächere Sterne und M57. Dann war der Himmel wieder zu. Ich war trotzdem echt begeistert. Die Qualität der Optik ist super. Da haben Thomas und Hannes nicht übertrieben. Im Vergleich zu meinem Vixen Cygnus 60L und dem Vixen SP102M erschienen mir die Sternabbildungen noch punktförmiger ("nadelfein") als gewohnt.


    Ich habe das TS-Prima mit dem 0,98''-Anschluß für 1,25'' Okulare verwendet und beobachtete heute mit den Meade 4000er Super-Plössl 26mm und 15mm. Das war top. Vor allem kam ich mit dem Prisma in den Fokus (es war knapp, aber es sind noch 5mm bis zum Anschlag für den Okularstutzen. Beim Cygnus 60L bekomme ich keinen Fokus mit dem Prisma. Der AE-61 schafft es und da bin ich happy. Trotzdem würde mich von Hannes interessieren, wo man den Okularansatz mit der 1,25'' Öffnung von Vixen her bekommt. Die modernen Stutzen meiner Vixen 70er und 80er Refraktoren passen leider nicht. Das Gewinde ist etwas zu schmal im Durchmesser. Danke für Hinweise in dieser Sache!


    Ja aber auch das Wackeln wegen des etwas anachronistischen Stahl-Stativs war deutlich wahrnehmbar. Da ich dieses Wackeln aber auch vom Cygnus 60L genauso gewohnt bin, macht es mir nichts. Für echte "Sternstunden" könnte man sich also zwei 60er Schellen und eine Prismenschiene holen und die Optik mal auf die Super-Polaris-Montierung setzen. Am Teleskop selbst werde ich aber nichts verbasteln, habe mir aber nun heute schon im Modellbaukeller eine passende Sicherungsschraube/Unterlegscheibe für die fehlende Sicherung des Gegengewichts gefertigt. Ich würde mir nie verzeihen, wenn das Gegengewicht runterfallen würde und vermackt wäre... das Problem ist also gelöst. Der fehlende Knopf für die flexible Welle, den man damals in Hennef durch ein großes Kunststoffzahnrad ersetzt hat, wird mir ein Freund demnächst im 3D-Drucker nachbauen. Bin sehr gespannt wie genau wir den nach dem Muster des noch erhaltenen zweiten Knopf hinbekommen.


    Noch ein Problem ist der fehlende Objektivdeckel. Falls jemand in seiner Grabbelkiste ein passendes Exemplar mit knapp mehr als 7 cm Innendurchmesser hätte und das mir abtreten würde, wäre ich sehr erfreut!


    Vielleicht sieht man sich mal auf einer Starparty in Köln mit dem tollen Denkar AR-61!


    Guido

  • Hallo Memento
    Ein wirklich schönes und außergewöhnliches Teleskop.Hab gar nicht gewusst,
    dass es 60/1000mm Optiken gab.Muss ja sehr farbrein
    sein. Die Stativbeine würde ich auch austauschen.
    Gruss aus Mannheim Johann

  • Lieber Johann,


    der Denkar AE-61 ist ein 60/910 aber der C.O.C. ist tatsächlich ein 60/1000. In der Tat war der Blick durch den Denkar fantastisch. Ich sage das, weil ich Besitzer eines alten Vixen SP102M bin, der ja ein 102/1000 Refraktor ist. Dessen Farbfehler ist sehr spürbar, vor allem an hellen Sternen. Am Mond stört er mich nicht. Nicht ohne Grund habe ich mir gestern Abend mit dem Denkar zuerst die Wega und den Altair angeschaut. Ich war wirklich hoch erfreut. Ein sehr kleines helles Sternen-Pünktchen. Keine Spur von dem "Regenbogen"-Kranz, den solche hellen Sterne beim SP102M haben. Ausserdem waren die Sterne kleiner und feiner in der Abbildung. Ich habe mit dem SP102M mit demselben Okular beobachtet. Daher ist ein guter Vergleich möglich. Nicht ohne Grund schaue ich schon länger nache einem SP102L (dem langen Rohr!) oder einem ED102.. Aber eigentlich nun seit heute Abend nicht mehr, denn nun habe ich einen zwar kleineren, aber wunderbar abbildenden historischen Refraktor, den man auch noch in seiner Kiste komplett mit Stativ, Montierung und allem Zubehör sicher und geschützt überall hin mitnehmen kann. Das geht schon bei einem SP102M und der SkyScan-Montierung nicht mehr so einfach...


    Viele Grüße


    Guido

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Wombat</i>


    Trotzdem würde mich von Hannes interessieren, wo man den Okularansatz mit der 1,25'' Öffnung von Vixen her bekommt. Die modernen Stutzen meiner Vixen 70er und 80er Refraktoren passen leider nicht. Das Gewinde ist etwas zu schmal im Durchmesser. Danke für Hinweise in dieser Sache!


    Vielleicht sieht man sich mal auf einer Starparty in Köln mit dem tollen Denkar AR-61!


    Guido



    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Hi Guido,


    ich hatte das - siehe hier http://amateurastronomie.com/k…ren/denkar60910/index.htm - mit einem ganz üblichen 36.4mm-&gt;1 1"4 Adapter aus meiner Kruschtkiste hinbekommen - da klappte das völlig problemlos. Komisch - da scheinen die "Yamamotos" dann wohl unterschiedliche Versionen dieses OAZ-Rohres gebaut [:0]


    Auf jeden Fall schön, dass Dir der kleine Refri soviel Freude macht. Ist auch n ganz Feiner ... (bis auf das Stativ ...[xx(] ich hab so eines an meinem 76er "Weltblick" aus eben demselben Hause) SYW/Yamamoto...


    Greetzles Hannes

  • Hallo Guido,


    das freut mich, daß Du schon so viel Freude mit dem Denkar AE-61 hast.


    Was den Adapter angeht: der 36,4mm Adapter für 1 1/4" Okulare von meinem Vixen 90M (den Du ja bei mir auch hast rumstehen gesehen) paßt einwandfrei auch auf den Denkar, sowie genauso auch problemlos auf den C.O.C.


    Für einen direkten Vergleichstest zwischen dem Denkar und C.O.C. hatte ich leider am Sternenhimmel keine Gelegenheit. Es waren zuviele Wolken und / oder ich hätte halt aus der Stadt etwas rausfahren müssen, was sich bei den Bedingungen ja vorn und hinten nicht lohnt.


    Nur bei "terrestrischen" Motiven habe ich sie mal direkt gegeneinander antreten lassen. Da schienen mir die beiden 60er weitgehend gleichgut, wobei das aber ja schon dadurch leicht verfälscht wird, daß man bei gleicher Okularbrennweite bei 60/1000 eine leicht größere Vergrößerung bekommt als bei 60/910.


    Kürzer als 18mm Okularbrennweite bin ich in 24,5mm leider noch nicht so gut aufgestellt, nur einige "etwas bessere" Huygens-Okulare. Leider muß man trotzdem extrem mit dem Auge "reinkriechen". Gerade der Vixen 90M funktioniert aber mit den Huygens-Okularen super, weil der Farbfehler durch die Okulare wieder teilweise ausgeglichen wird!


    Allerdings muß ich eins sagen: Mein Vixen 90M ist sehr scharf. Der Farbfehler stört mich am Mond tatsächlich am meisten, zugegeben allerdings nur am Außenrand. Aber gerade wenn man mal mit geringer Vergrößerung den gesamten Mond anschauen will, empfinde ich da den Farbfehler als störend und die beiden 60er zeigen einfach gar keinen. Die Sternabbildungen des Vixen sind aber total knackig. Also gar nicht, wie Du das bei dem 102M beschreibst.


    LG
    Thomas

  • Hallo Memento!
    Danke für deine Rückantwort und die interessanten Informationen. Die Wackelei mit diesen Stativbeinen kenne ich noch von meinem ersten Teleskop, das ich mir 1970 bei Quelle gekauft hatte, einen Revue 60/700 Refraktor. An dem habe ich auch die Beine ausgetauscht mitsamt den billig wirkenden Flügelmuttern. Als ich mir 1998 einen Meade Explorer 395 kaufte, habe ich den Revue an einen mittellosen Astronomie-Interessierten verschenkt. Bei der Gelegenheit möchte ich noch kurz erwähnen, dass die in den Boden kritisierte Uranus Montierung immer noch klaglos ihren Dienst tut. Vor ein paar Wochen habe ich sie zerlegt und neu gefettet. Der RA-Motor läuft immer noch supergut. Mit dem 90/1000 Refraktor sind an hellen Objekten (Mond, Jupiter, Saturn, Mars) Vergrößerungen bis zu 300fach möglich. Das Bild wird dann zwar etwas dunkel, was bei der Planetenbeobachtung aber überhaupt nicht stört. Das Bild bleibt trotzdem kontrastreich und scharf. Offene Sternhaufen wie zum Beispiel M36, M37, M38 sind durch die nadelfeinen Sternabbildungen ein optischer Genuss. Der Farbfehler bei dem Teleskop ist äußerst gering. In diesem Sinne wünsche ich dir noch viel Freude mit deinem schönen Klassiker.


    Gruß aus dem inzwischen wieder bewölkten Mannheim
    Johann

  • Hi Allerseits, die Ihr so schöne Klassiker habt...


    Klassiker die aber eben gerne auf Wackelmechanik "parken". I.d.R. sind es die Stative, weniger die Montierungen.


    Und wer ein bischen basteln kann und 40/45€ in die Hand nehmen möchte, kann sich hier https://www.bautechnikshop.de/…cm-/-40kg-Schnellklemmung eine stabile Basis für seinen/ihren Klassiker besorgen.


    Ich hab das mal mit einem ähnlich "proportioniertem" alten Telementor-Staiv an einem Tasco-11-T-114/900er Newton (deutlich schwerer als die 60/910er Refris) auf der kleinen "Japan-Montierung" gemacht - altes Stativ weg, das andere drunter: ein Unterschied wie Tag und Nacht.


    Kann ich nur empfehlen!


    Greetzles Hannes

  • Hallo Thomas,



    Der fehlende Deckel lässt sich sehr gut aus einer sogenannten &gt; Abzweig - Baldachin - Dose &lt; ( die zum Verlegen einer Deckenlammpe an anderer Stelle genutzt wird ) herstellen, die haben
    71mm Innen und sind 22mm hoch und lassen sich gut lackieren!


    &gt; https://www.obi.de/lampeninsta…set-70-mm-weiss/p/7501190 &lt;
    oder
    &gt; https://www.obi.de/lampeninsta…ine-75-mm-25-mm/p/1816420 &lt;


    Nimmt man 2 Baldachin - Dosen davon und klebt mit Modellbaukleber den Einen auf 65mm ausgeschnittenen Boden, auf den Deckel der Anderen kann man gleichzeitig daraus einen Staubgeschützen Sonnenfilter herstellen.


    Der nun bei Abnahme des ersten Deckels Sonnenbeobachtungen ermöglicht und mit Abnahme des des Sonnenfilterhalter freie Sicht auf Erd oder Himmels Objekte hat!



    Stativanpassung:


    Mit 2 angeklebten Beileg - Hartholzkötzchen passen dann auch alle Vixen Stativbeine.



    Oder man fertigt sich aus 6 Lattenrost - Spriegeln von 80 - 125mm länge einpassendes stabilles Holzstativ selber.


    Dazu werden je 2 Spriegel, die ja aus stabilem Multiplexholz bestehen, mit passenden Hartholz -Stücken für den gewünschten Abstand, die Ablagebefestigung mit Stativ - Spreizung und den Standfüße dazwischen, eingeklebt und mit 4mm dünnen Holzschrauben fixiert!


    Wird der Abstand vergrößert indem dazu eine entsprechend Multiplex - Holzplatte auf das Originalstativ und deren Halter geschraubt, kann so die Stabilität noch erhöht werden!


    Ein so gebautes G2 - Stativ mit 90mm Spannweite oben und 110m Höhe war genau so stabil wie ein gleich großes Berlebach, für nur 4 Stunden Arbeitszeit + Holzleim und Schrauben.



    hier ein Foto nur schnell für den Text hier mit Klebeband zur Demonstration zusammengebaut!


    Kann aber leicht jeder benötigter Anforderung noch angepasst werden!




    Oder man fertigt sich eine passende Holz Säule mit Dreiecksfuß oder gedrechselter runder Fußscheiben in gewünschter Größe, die man dann so wie die originalen alten Säulen lackieren kann!

    Gruß Günter


    GSO 12"+ 8" Skywatcher Dobson, Celestron 8" Scmidtkamera; C8 Orange + 5,5" Comet-Catcher; MAK 100/1000 + 127/1500; ED 80 PRO,

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Wombat</i>
    <br />Guten Abend Günter,
    das sind wirklich super Tipps!
    Ganz herzlichen Dank!
    Guido


    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Moin,


    ja der Günter hat gute Ideen, die zudem viel unnötige Geldausgaben vermeiden können [:)]


    Greetzles Hannes

  • Ja, ich sag auch mal vielen Dank für die Tips mit dem Stativ!


    Was den Objektivdeckel angeht, hab ich auch noch einen sehr primitiven, aber wirkungsvollen Tip: Auf meinem Dai-Ichi Kogaku 60/910 habe ich einfach einen im Durchmesser passenden Marmeladenglasdeckel gesteckt, innen einfach mit zugeschnittenem Filzstreifen ausgekleidet. Der Deckel ist rot/weiß kariert. :) Das sieht jetzt zwar nicht wirklich original aus, aber mittlerweile hab ich mich dran gewöhnt und kann mir das Teleskop gar nicht mehr ohne vorstellen.


    Im Moment ist dieser Refraktor aber leider dauer-verstaut, und seine originalen Holzbeine sind an dem neuen C.O.C. ...


    Zu den Okularen nochmal:


    Bei dem C.O.C. waren insgesamt vier Okulare dabei, ich weiß nicht ob sie alle vier zur originalen Ausstattung gehörten.


    40mm A.H.
    20mm H.
    12.5mm H.M.
    6mm H.M.


    Das 40er A.H. ist dasselbe was ich auch schon zu einem C90 oder sowas mal dazu bekommen hatte. In dem Foto unten ganz links zu sehen:



    Die anderen, auch das 20er, sind hingegen alle so Winz-Okulare.


    Das 20er macht aber trotzdem ein echt sehr scharfes und kontrastreiches Bild. Nur leider ist das scheinbare Gesichtsfeld winzig klein, ca. 30 Grad.


    Bei den beiden mit H.M. beschrifteten Okularen 12.5mm und 6mm ist das scheinbare Feld dagegen etwas über 40 Grad (etwas größer als bei meinen diversen Orthos!).


    Schade, das mit dem 20er und dem sehr kleinen Feld. Ich werde das Okular trotzdem bei nächster Gelegenheit auch mal mit dem Vixen 90M ausprobieren.


    Diese ganzen Huygens-Okulare haben nämlich die sehr positive Eigenschaft, daß sie den Farbfehler der alten Achromaten wirklich sichtbar verringern.


    LG
    Thomas

  • Lieber Thomas, ich war noch nicht puristisch genug, bzw. Original-versessen, um durch die Winzokulare zu schauen, die beim Denkar dabei sind.... habe direkt das TS Prisma mit 0,98'' auf 1,25'' aufgesteckt und dann mit meinen Lieblings Super-Plössls in 1,25'' von Meade geschaut: 15mm und 26mm. Das 40mm kommt leider ganz knapp nicht in den Fokus... Das Orion-Plastik-Super-Plössl 10mm ging auch sehr gut. Interessant Weise habe ich davon 2 Stück und dann auch noch mal 2 Stück des 10mm von Vixen, dass bei allen kleinen China-Refraktoren von Vixen heutzutage dabei ist. Da erscheint mir persönlich das Orion-Okular viel besser zu sein als das von Vixen. Obwohl beide 10mm sind, ist die Einblicklinse bei Orion größer - die beim Vixen ist ja winzig...
    Meine Meade 5000 UAW und die Baader Hyperions wollte ich dem Denkar nicht zumuten...


    Habe auch nach dem Vixen-Adapter geschaut, direkt von dem 34,6mm Gewinde auf 1,25''. Das gibt's von Vixen und auch von TS in den Shops.... aber leider derzeit fast nirgendwo direkt lieferbar. Dann habe ich das Vixen-Teil bei Bresser/Vixen gefunden für einen sehr akzeptablen Preis - angeblich sofort lieferbar - und direkt bestellt. Mal schauen, wenn es kommt werde ich berichten.


    Das mit dem Marmeladen-Deckel ist auch cool. Man könnte den Deckel sicherlich auch schnell im 3D-Druck erzeugen....


    Viele Grüße


    Guido

  • Guten Abend,
    ich habe auch am Sucher des Denkar gebastelt.... irgendwie erschien mir die Sicht durch ihn arg gestört.... Ich habe dann mal alle drei Linsen abgebaut (ja, die hintere besteht aus 2 Elementen) und siehe da, im Zwischenraum der beiden hinteren Linsen fanden sich allerhand schwarze Brösel auf der Linse. Das waren die zerstückelten Reste des Fadenkreuz mit seinen Haaren.... die vier Stummel des Fadenkreuz waren noch an den vier Seiten mit Klebepunkten angeheftet, aber der Rest vom Kreuz fehlte...


    Ich habe solche Sachen bislang so repariert, dass ich mir aus dem Plastikmodellbau einen schwarzen Gussast-Rest besorgt habe. Den kann man mit der Flamme erwärmen und dann wunderbar lang ziehen bis er haardünn wird, er bleibt aber auch so recht formstabil. Die Plastikmodellbauer erzeugen so ihr Material für hauchdünne Spanndrähte an Modellen von Doppeldeckern im Maßstab 1:72. Für die Restauration eines Fadenkreuz habe ich bislang noch kein besseres Material gefunden.


    Dank viel Isopropanol und Wattestäbchen/Baader-Microfaser-Tuch ist der Sucher nun wieder 1a aber noch ohne Fadenkreuz...


    Guido

  • Ich habe heute von Bresser/Vixen das Visual-End mit 1,25'' bekommen, also die von Hannes erwähnte Hülse. Passt tatsächlich perfekt auf den Denkar und ist super empfehlenswert. Erstens erscheint es mir nach einer längeren Beobachtungssession heute Abend mit Jupiter/Saturn, Mars, M57, M31, M42 usw... das 1,25'' sogar am Denkar einfach mehr "Durchsatz" haben als die kleine 0,98''-Öffnung. Zweitens kommt nun mein Meade Super-Plössl 40mm beim Denkar ganz problemlos in den Fokus, was mit dem TS-Prima 0,08'' auf 1,25'' nicht möglich war.


    Ich erwäge, mir noch den Dreiersatz Orthos von Baader zu kaufen. Derzeit gefallen mir die Meade Super-Plössls mit 15, 26 und 40mm am Denkar am stimmigsten, irgendwie passt so ein super schweres und großes Baader Hyperion nicht so ganz an den kleinen Refraktor. Habt Ihr Erfahrungen mit den Baader-Orthos, die ja in der Qualität mit den Zeiss-Orthos mithalten können sollen??


    Guido

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: memento</i>
    <br />Moin zusammen,


    hier ein paar Bilder von meinen beiden Neuzugängen. Der Carton soll bleiben und der SYW, den ich zwei Tage vorher gekauft habe, geht gerne wieder – da war das Angebot für den Carton halt noch nicht abzusehen. Und wo die Liebe hinfällt...


    Erst der SYW. Dank Hannes weiß ich daß es sich um einen "Denkar AE-61" handelt, von der japanischen Firma SYW / Yamamoto gefertigt, und daß er wohl Mitte der 60er Jahre neu verkauft wurde. Mein Teleskop war original als Schulfernrohr in einer Schule in Hennef benutzt worden. Gottseidank hat sich ein Lehrer des Teleskopes angenommen und es wohl auch immer zuhause aufbewahrt, wenn es nicht benutzt wurde – daher hat es insgesamt sehr gut die vielen Jahre überstanden.


    Es ist insgesamt vollständig erhalten, nur ganz geringe Kleinteile fehlen wie die Schraubensicherung für das Gegengewicht unten an der Stange. Außerdem hat man irgendwann bei einer der beiden biegsamen Wellen den originalen Griff durch eine Art Plastikscheibe ersetzt. Ich kann mir lebhaft vorstellen, daß das die Idee von einem der damaligen Lehrer war, weil man so die RA-Achse einfach etwas feinfühliger nachführen konnte. Es sieht halt nur dämlich aus! :)


    Die Optik ist spitze und Optik + Tubus + Sucher würde ich auch von der Verarbeitung her als absolut gleichwertig einschätzen zu dem C.O.C.:





    Und hier der C.O.C. 60/1000. In dieses Teleskop hab ich mich wirklich sofort schockverliebt, weil es so schönes Design hat und auch wirklich sehr gut verarbeitet ist in allen Details. Ich hatte jetzt 3 oder 4 alte 60er Refraktoren und insgesamt finde ich diesen am schönsten gearbeitet. Nur die Metallbeine gefallen mir nicht so. Im Gegensatz zu dem SYW kann ich beim C.O.C. aber problemlos Holzbeine ansetzen, ohne irgendetwas basteln oder umbauen zu müssen.


    Der Zustand des C.O.C. ist für meine Verhältnisse schon fast atemberaubend. Es ist wirklich alles dabei, bis zu den originalen Deckeln für das Objektiv und den Sucher. Kein einziger Kratzer im Lack außer an der Taukappe!





    LG
    Thomas
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Hallo Thomas,


    das war aber sicher nicht der original Lack beim SYW ?


    LG Micha

  • Doch Micha, ich habe den im Original gesehen, der sieht mit allen Komponenten aus wie neu. Der ist vielleicht in den 40 Jahren 10x benutzt worden. Da geht auch noch alles furchtbar stramm, während bei dem Denkar AE-61 alles sahnig und leicht geht nach vielen Beobachtungsstunden.


    Habe übrigens heute mein 3D-Druckteil für den fehlenden und durch ein Zahnrad ersetzten Knauf bekommen und bin sehr zufrieden. Werde mal ein Foto einstellen. Jetzt sieht der Denkar ein bisschen orignaler aus...



    Guido

  • Hallo Klassiker-Freunde,


    ich schaue zwar nur noch sehr selten hier rein, aber wenn, dann immer noch zuerst ins Klassiker-Forum !


    Ich wünsche euch allen eine friedliche Weihnachtszeit und vielleicht den einen oder anderen Klassiker unterm Weihnachtsbaum !


    Euer Klassik-Opa Micha / Wambo


    [;)]

  • Hallo Guido,


    ich hatte mal alle vier Baader Classic Okulare – das Plössl 32 und Ortho 18, 10, 6 mm.


    Ich fand sie sehr gut. Sie können in jedem Fall locker mit den alten Baader eudiaskopischen Okularen mithalten. Zeiss-Orthos habe ich nie genutzt ...


    Die Baader-Orthos haben ein etwas größeres Gesichtsfeld als "normale" Orthos. Im Prinzip hat man wohl einfach die Feldblende größer gewählt. Die Korrektur ganz außen am Bildfeldrand ist daher nicht so gut wie bei normalen Orthos, bei denen man diesen Bereich gar nicht mehr sieht. Mir ist das nie negativ aufgefallen.


    Ich bin echt kein Weitwinkel-Fan, aber die 40 Grad sgf von einem normalen Ortho finde ich schon manchmal eng, die 50 Grad von Plössls usw. reichen mir dagegen vollkommen. Genau das hat mir an den Baader Classic Orthos sehr gefallen.


    Außerdem sind sie sehr leicht. :)


    Auch das Plössl 32 hat mir gefallen. Es ist aber nix besonderes. Aber es paßt halt schön in die Serie, so konnte ich an einem Abend nur mit Okularen aus dieser einen Serie beobachten und z.B. an einem f/10 SCT quasi alle Vergrößerungsstufen abdecken, die man bei 1 1/4" halt sinnvoll nutzen kann.


    Das einzige, was mir gar nicht gefällt, ist daß es zwischen 10mm und 6mm keine Zwischengröße gibt. Das 6mm ist mir an f/15 einfach zu viel Vergrößerung bzw. eine zu kleine Austrittspupille. Eines um 8mm wäre noch schön gewesen. Auch bei einem C8 wäre ein 8mm oft schön, 6mm ist an sehr vielen Abenden einfach zuviel für die Planeten. Da setze ich jetzt das eudiaskopische 7.5mm ein und bin sehr glücklich.


    LG und frohe Weihnachten in die Runde!
    Thomas

  • Hallo Thomas,
    danke für die interessante Stellungnahme. Ich habe die Meade Super-Plössls in 40mm, 26mm und 15mm und die Plössls von Vixen und Orion mit 20mm und 10mm. Die Meade Super-Plössls gefallen mir gut, vor allem als leichte Okulare an den kleinen Refraktoren mit 60, 70, 80 und 102 mm Öffnung. Insbesondere die, welche eigentlich 0,98'' sind und auf 1,25'' umgerüstet sind. Bei meinem LX200 habe ich nun auf 2'' umgerüstet mit Baader Spiegel und ClickLock für SC und am Spiegel und möchte das nicht mehr missen, auch nicht meine Hyperions jetzt mit der 2'' Option zu nutzen. Gerade, wenn ich mit der Baader MicroStage 2 mit der Kompakt-Kamera Okularprojektion mache, dann ist oftmals die Befestigung mit einem Schräubchen am 1,25'' Spiegel völlig überfordert und der ganze Aufbau kippt irgendwann zur Seite ab mit oft ärgerlichen Folgen....
    Aber für meine Klassiker erscheinen mir die Baader Orthos als sehr schöne Ergänzung, insbesondere, da ich mit den alten Refraktoren überwiegend Mond, Planeten und DS schaue und vor allem eine sehr gute Abbildung auf der Achse möchte, die Ränder sind mir eher egal... Egal wie gut eine alte Optik ist, es ist schon ein riesen Unterschied, ob ich M57 im 60er Refraktror oder im 250er Newton anschaue. Natürlich! Daher suche ich eher von der Bauart, Historie und Proportion passende Okulare und nicht die besten der besten....


    Frohe Weihnachten und einen schönen restlichen Heiligen Abend aus Köln!


    Guido

  • Hier noch das Bild vom neuen Knauf für den Denkar AE-61 aus dem modernen 3D-Drucker. Materialkosten 20 Cent... Vorne Neuteil, hinten alter Knauf. Auf dem neuen Knauf sind Regentropfen und keine Blasen... hihi... Ist doch ein wenig stimmiger als das große schwarze Zahnrad, was die Lehrer aus Hennef als Notbehelf montiert hatten. Das Zahnrad bleibt natürlich in der Teilekiste, ist ja historisch auf seine Art "richtig".


    Guido




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