Dobson 12" Modell Vergleich/Vorstellung

  • Hallo Liebe Sternenfreunde,


    ich spiele mit dem Gedanken mich selbst zu beschenken und es soll ein 12" Dobson sein. Ich habe mich natürlich schon umgeschaut und habe einige Favoriten,
    da ich bisher aber nur Refraktorerfahrung habe hätte ich gerne etwas Feedback von der leidenschaftlichen Dobson Fraktion.


    Im Idealfall sollte dieser Thread eine allgemeine Vorstellung/Diskussion der gängigsten 12" Dobsons mit Ihren Vor- und Nachteilen sein sodass nicht nur ich etwas von eurem Feedback habe sondern alle Interessierten.
    Es wäre also toll hier von glücklichen oder unglücklichen Besitzern Erfahrungsberichte zu haben.


    Ich schlage vor inter alia ein Augenmark zu legen auf:


    Gewicht (Gesamt & Einzelteile)
    Schubsperformance (Mechanische Qualität)
    Stabilität
    Zeit & Aufwand zum Aufbauen / Justierstabilität
    Optische Qualität + Gutmütigkeit bez. Okularen
    Okularauszug
    Einfache Aufrüstbarkeit mit Push-to möglich? (Ja, ich schäme mich)
    Alles was euch einfällt


    Gewicht ist natürlich ein Thema, 20 Kilo Einzelteile sind schon hart an der Komfortgrenze für mich. Andererseits habe ich
    bisher nichts gutes über die Stabilität/Schubsbarkeit der "reinen" Gitterdobsosns ala ES gehört und ich will auch beim Aufbauen nicht mehr Aufwand haben als zwingend Notwendig,
    deshalb ist für mich zZ der Meade Lightbridge ein Favorit. Er scheint mir ein guter (dobson) Allrounder zu sein und ich will meinen 2 Stufen Okularauszug
    den ich vom ES 127 Apo gewohnt bin nicht mehr missen.
    Beim Skywatcher Skyline würde mich interessieren: Ist der wirklich so schwer? Warum ist der um so vieles schwerer als der Lightbridge (Laut Online Händlern)?
    Andererseits ist das geringe Gewicht des ES immer wieder verlockend, aber es gibt hier so viel kritisches über ihn zu lesen.


    Danke und CS!
    Michael

  • Hallo Michael,


    als glücklicher Dobson Beobachter kann ich Dir auf jeden Fall raten diesen Schritt zu gehen. Auch wenn Du schon einen großen Refraktor hast, ein 12" Dobson ist schon ein Riesenschritt. Viele helle Objekte wie z.B M13 sind plötzlich richtig aufgelöst, schwache Objekte kommen plötzlich in Reichweite. Linienfilter wie OII können gewinnbringend eingesetzt werden... usw.


    Ich möchte gerne weitere Optionen empfehlen: den Selbstbau, die Kleinserienhersteller oder gebrauchte Selbstbaugeräte. Diese Teleskope haben oft eine höhere Qualität oder "usability" als die Geräte der Teleskophersteller. Hier im Forum finden sich sogar oftmals regelrechte Perlen an Gebrauchtgeräten.



    https://www.starhopper.eu/equipment/



    Gruß aus einem nicht blockfreiem Staat [8)]
    Thomas

    Thomas Jäger

    www.starhopper.eu

    300/1200mm, 200/1000mm und 200/618mm Newton, Esprit 100/550mm

    400/1700 Dobson

    ASI183 MM-C, ASI2600 MC, Moravian G2-8300,

  • Danke für den Hinweis, Kleinserie oder gebrauchte werde ich im Auge behalten, ist definitiv eine Option. Wobei der gebrauchte ja auch erst einmal seinen Weg zu mir finden müsste...
    Die Infinitys haben mir auch sehr gut gefallen, aber die gibts erst ab 16" das ist defenitiv mehrere Nummern zu gross für mich. Taurus finde ich auch interessant wenn auch arg teuer, da würde es mich sehr interessieren wie schnell so ein Stück aufgebaut ist und ob es Spass macht so ein Ding zu "schubsen".




    Hier mal ein paar Reviews zum Skywatcher 12" Collapsible


    https://skynews.ca/review-sky-…r-synscan-goto-dobsonian/


    https://www.cloudynights.com/a…llapsible-dobsonian-r1957


    Keiner dieser Berichte ist sich einig über das Gewicht, bei Teleskop Service wird sowieso ein irrwitziges Gewicht angegeben und auf der Skywatcher Homepage im Manual gibt es garkeine Angaben. :/ Hat irgend jemand verlässliche Infos wie schwer Basis und Tubus sind?

  • Hier noch Erfahrungsberichte zum Meade Lightbridge 12"


    http://www.teleskopguide.net/m…ge-gitterrohr-deluxe-dob/


    http://www.astrotreff.de/topic…HIVE=true&TOPIC_ID=172902


    https://www.cloudynights.com/a…an-long-term-review-r2615



    Da hätte ich eine frage zum Aufbau: Für diejenigen die den Tubus zum Transport zerlegen, wie baut ihr ihn wieder auf? Hängt Ihr den unteren Teil in die Basis, montiert dann die Streben und setzt das Oberteil dann drauf? Oder montiert ihr den Tubus separat und hängt ihn dann ein?

  • Hallo,


    also ich hab mir vor ca. 1 Jahr das GSO 12-Zoll Deluxe geholt und bin echt zufrieden damit. Einen Vergleich kann ich nur zu meinen ca. 15 Jahre alten Galaxy D8 geben.


    Mein Händler hat mir in Spiegelnähe ein verschiebbares Gegengewicht montiert, damit das Teil bei schwären Okularen nicht selbstständig zu sinken beginnt. In der Praxis habe ich es einmal austariert und ziehe die Höhenverstellung so fest, dass es auch beim Okularwechsel nicht rauf oder runter wandert. Trotzdem ist die Höhenverstellung nahezu ohne Kraft möglich. Mein Galaxy D8 mit den Teflonpads klebt im Vergleich dazu förmlich.


    Gewicht: ich bringe einiges an Körperkraft aufgrund meiner Kletterei mit. Mein D8 zwicke ich mir locker unter die Achsel und in der anderen Hand die Rockerbox. Beim 12 Zöller muss ich schon überlegt zupacken. Mit trainiertem Rücken geht es aber von der Gartenhütte raus und wieder rein ohne Probleme. Ins Auto ist für mich nicht relevant, weil es sowieso nicht rein passt. [:D]



    Schubsperformance: Wenn die Rockerbox gerade steht, lässt es sich sehr feinfühlig nachführen und es gibt auch keine Haftreibung. Im Vergleich zum 8 Zöller spürt man gar nicht, dass man es nachschubst. In beide Achsen nicht. Wenn es im Gras schief steht, hat es schön öfters zu wandern angefangen. Dann entweder die Horizontalschraube fester drehen oder den Finger als Tubus-Stopper verwenden. [;)]


    Stabilität: Bei größer 300facher Vergrößerung ist die 10:1 Übersetzung am OAZ echt hilfreich. Ansonsten ist die Rockerbox recht stabil. Ich hätte jetzt keine Angst, dass ich sie kaputt machen könnte.


    Zeit & Aufwand zum Aufbauen / Justierstabilität: 2 Minuten Wegzeit für Rockerbox und Teleskop von der Gartenhütte zum Aufstellplatz, 1 Minute zum Justieren mit dem Laser.


    Optische Qualität: ich bin zufrieden. Die Sterne sind rund. Beim D8 gab es bei tiefen Temperaturen aufgrund einer zu kleinen Fangspiegelhalterung Astigmatismus - das Thema wurde mit etwas Schleifpapier gelöst. Beim 12" habe ich keine Probleme. Mein Händler hat es vor der Auslieferung am Stern geprüft und war zufrieden.


    Okularauszug: 2" Crayford mit 1:10 -> passt.
    Nebenbei: Mit meiner Canon EOS 2000D komme ich nicht in den Fokus weil der OAZ zu lange ist.


    Push-to: weiß ich nicht. Brauche ich auch nicht, da das Finden der Objekte Spaß macht und ich mittlerweile mit passendem Karkoschka und Telrad keine Probleme mehr habe, etwas zu finden.


    Ich hoffe meine Erfahrung mit dem GSO hilft dir weiter.


    Schöne Grüße
    Markus

  • Hallo Michael,


    aus meiner Erfahrung mit 10er und 12er Volltubus und 12er ES-Gitterrohrdobson:
    Ich mag einen 12er als Volltubus nicht mehr rumwuchten, auch wenn er vielleicht noch ins Auto reingeht. Da reicht mir der 10er völlig.
    Klar dauern Aufbau und Justage eines Gitterrohrdobsons minimal länger als beim Volltubus, aber vielleicht möchte der Spiegel ja noch ein bisschen auskühlen vor der Beobachtung, oder man kommt eben fünf Minuten früher am Beobachtungsort an. Das ist nicht wirklich ein Argument. Abbauen geht so oder so schnell.
    Die Stabilität (Justagestabilität?) ist bei der üblichen Dimensionierung von Stangen etc. kein Thema.
    Push-To finde ich bei 12" nicht verwerflich, das Feld ist auch bei Aufsuchvergrößerung schon recht klein. Klar ist es Übungssache, aber ich war mit dem 12er mehr am Suchen als am Finden, nachdem ich mal ein Jahr lang nicht damit beobachtet hatte. Wenn man nicht regelmäßig geht, ist das durchaus ein Aspekt.


    Viele Grüße, Holger

  • Danke für die Beiträge, sie helfen sehr!


    Zum 12er ES hätte ich noch eine Frage Holger! Ich schwanke zZ zwischen dem ES, dem Taurus und dem MEade Lightbridge. Wie ist die mechanische Qualität zb im Vergleich zum 10er Volltubus? Ist der Dob genauso angenehm zu schieben und ist er genauso stabil dabei?


    Und ausserdem Frage ich mich wo der wirkliche Vorteil gegenüber zB dem Meade Lightbridge ist, der ist ja "nur" um 5 Kilo schwerer und die Spiegelbox des ES hat ja auch stolze 20 Kilos.


    Danke!

  • Hallo Michael,


    ich hatte eines der allerersten Modelle des ES 12ers, da ist meines Wissens mittlerweile einiges geändert/verbessert worden. Da würde ich Dich bitten, nach aktuellen Erfahrungen zu schauen. Stabilität beim Schieben ist jedenfalls absolut kein Problem, da musst Du außer bei Ultraleichtkonstruktionen (was der ES trotz seines Namens sicher nicht ist) keine Bedenken haben.
    Die großen Höhenräder beim ES und der Verzicht auf Spanplatte gefallen mir im Vergleich deutlich besser, einen direkten Vergleich des Nachschubsens habe ich nicht.


    Viele Grüße, Holger

  • Und? Hats den gegeben, den 12er von ES?

    Sonst hätte ich noch ne gute Idee gehabt. Geoptik machen schöne Stative aus Birkensperrholz. Vorteile aus meiner Sicht (ich hab selbst keinen Dobson): 1. Das Ganze steht auf einem Schubkarren und kann so einfach ohne Demontage versetzt werden. 2. Die Streben werden nicht verschraubt sondern haben an den Enden Kugelköpfe, und die werden geklemmt, das Ganze ist also ziemlich spielfrei. Mich würde nicht wundern, wenn man nach Aufbau nicht jedes mal kollimieren muss. 3. Die langen Handgriffe des Schubkarren erlauben es, ganz bequem und fein dosiert mit dem Fußgelenk um die vertikale Achse zu drehen. Das ist besonders vorteilhaft, wenn das Gerät steil nach oben guckt. 4. KLasse Design (bis auf die Plastikräder, was denen da eingefallen ist, weiß keiner. Für 1150€, Bausatz ohne Optik kann man doch wohl Holzräder erwarten, das wär das Erste, das ich nachrüsten würde, das Auge sieht mit!) Nadirus heißen die, ist mir noch eingefallen.

    Edited 3 times, last by quilty ().

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