Unterschied Teleobjektiv vs. kleiner Refraktor

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  • Hallo Zusammen.


    Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen einem kleinen Refraktor für die Astrofotografie und einem Teleobjektiv? Bei beiden ist es ja z.B. möglich 250mm bei f5 oder so zu erhalten. Es kann ja nicht nur am fehlenden Autofokusmotor und Montierungshalterung liegen, denn die Preise scheinen doch teilweise erheblich voneinander abzuweichen... Was übersehe ich da?


    Danke und Grüsse
    Stefan

    EdgeHD 8, Celestron AVX, Reducer 0.7 zu EdgeHD 8, StarSense AutoAlign, EvoGuide 50ED-Sucher, MGEN 2, Delos/Panoptic-Okulare, Canon EOS 90D

  • Hallo Stefan,


    es gibt ein paar Unterschied, dass kommt aber auf das Modell (Objektiv und Teleskop) an.
    Der wichtigste Aspekt, was den Preis an geht, ist die Menge der Verkauften Exemplare, hier haben Objektive klar die Nase vorne, da sie ja von "allen" Fotografen genutzt werden können.


    Ein weiter Punkt ist die Randabbildung von Sternen, beim Tageslicht fällt dir der Verzug nicht auf, aber bei Sternen werden sie bei Objektiven mal Kissenförmig, mal Engelsartig,....
    Hier ist aber auch der Objektivpreis entscheidend.
    Ich hatte das Glück (mein Vater war Canon-Mittarbeiter) das Canon EF 200-400mm f/4l is usm extender 1.4x für eine Nacht nutzen zu können.
    Das ist M-E-G-A gewesen auch am Rand, ABER das ist ein Objektiv für 10k €.
    Teleskope können ja mit Komakorrektor (auch verschiedenen) ausgestattet werden, Objektive sind meist fix und nicht "modifizierbar".
    Dazu kommen dann noch Arten von Glas und Vergütung,....


    Der Autofokus kannst du Nachts vergessen (außer mit Programmen wie APT o.ä.) und ein indirekter Fokus (motorfokus) am Objektiv lässt es einen meist nicht so genau einstellen, wie man es braucht.


    Also eigentlich ist da nicht so der große Preisunterschied, wenn man die Differenz in Verkaufsmengen abzieht.
    Es gibt günstige APOs für 500€ und teure Objektive für 10.000€ und mehr.


    Wenn man Preis und Abbildung vergleicht werden für Sterne Teleskope vielleicht leicht die Nase vorne haben. Dann hat man aber auch eine Qualität die auch bei Objektiven nicht mehr für kleines Geld zu bekommen ist.



    Ich hoffe das es etwas Licht auf deinen Chip bringt[:o)], Sven

    Anfänger seit 2019

    EOS 70 D & DA

    EFs 18-135 USM; EFs 18-55 FST

    114/900er Fotoumbaunewton, 200/800er Newton

    CEM25P + Guidingcam und PHD2

    Meine Ergebnisse

  • Moin


    Ein wesentlicher Unterschied liegt wohl auch im Öffnungsverhältnis. Bei Teleskopen (Refraktoren) in der Regel fix, bei Objektiven durch die Blende veränderbar.


    Eine paar Teleobjektive und Teleskope hat Thomas Gade auf seiner Seite photoinfos.com verglichen.


    Stabil bleiben
    Michael

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Michel1964</i>
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    Ein wesentlicher Unterschied liegt wohl auch im Öffnungsverhältnis. Bei Teleskopen (Refraktoren) in der Regel fix, bei Objektiven durch die Blende veränderbar.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Genau das ist ja dann das was mich wundert, ich kann mir z.B. ein Redcat 51 für über 900€ kaufen, das hat eine Brennweite von 250mm mit f4.9. Auf der anderen Seite erhalte ich ein (Zoom-)Teleobjektiv, welches bei 250mm ebenfalls ca. f5 hat und bezahle etwa 1/4 davon. Kann es abermit dem Autofokus an der DSLR auch tagsüber gut nutzen und habe erst noch einen breiteren Brennweitenbereich. Was dem Teleobjektiv am offensichtlichsten fehlt; primär die Montagemöglichkeit. Es scheint daher auf den ersten Blick mehr Funktion/Flexibilität zu geben für weniger Geld... Daher war/bin ich der Meinung, dass ich da etwas übersehe.


    Gruss
    Stefan

    EdgeHD 8, Celestron AVX, Reducer 0.7 zu EdgeHD 8, StarSense AutoAlign, EvoGuide 50ED-Sucher, MGEN 2, Delos/Panoptic-Okulare, Canon EOS 90D

  • Hi Stefan,


    die gängigen Objektive für Kameras sind Massenware und günstig gefertigt und für Tageslichtaufnahmen ausgelegt. Kaum eines kommt da an die Abbildungsqualität eines halbwegs gut gerechneten Refraktors ran. Und das betrifft vor allem die Zoom-Objektive. Die wirklich guten Objektive (meist Festbrennweiten), die bezüglich Abbildung mithalten können, liegen vom Preis her dann deutlich im 4-stelligen Bereich.


    Es gibt ein paar meist ältere Festbrennweiten, die für Astro genutzt werden und die passable Ergebnisse bringen.


    Gruß Stefan

  • Hallo Stefan,


    ein wesentlicher Unterschied zwischen Photoobjektiv und Teleskop ist die Weiterverwendung der Optik nach einem Kamera-Markenwechsel. Bei Teleskopen kein Problem, bei Photo-Objektiven schon (DSLR).


    Gruß, Gerd

    Es schaute mich an - und ich schaute Es an.
    Und errötend wich Es zurück - das Universum.


    Bresser 102/460 | Tasco 76/1200 | Tasco 60/1200 | Tasco 60/900 | Tasco 60/700 | Tasco 50/600 | Minolta Bino 10x42 | Kasai s'Gucki 2.3x40

  • Hallo Stefan,


    Der Hauptunterschied von Teleobjektiven und Astro-Refraktoren wurde schon genannt: Das Teleskop hat keine verstellbare Blendenöffnung.


    Außerdem haben Teleskope meist eine "ehrliche" Baulänge, die der Brennweite entspricht, während Teleobjektive meist sehr kurzbrennweitige Optiken mit Verlängerungselement hinten sind, im Prinzip wie eine Barlowlinse.


    Teleskope kommen von Haus aus oft ohne Bildfeldebnung, die muss man dann für Fotografie extra dazu kaufen.


    Farbreine Abbildung nahe der Beugungsgrenze ist bei beiden nur mit teuren Spezialgläsern optimal möglich.


    Traditionell musste man ca. 2 Blendenstufen abbilden, um bestmögliche Schärfe beim Teleobjektiv zu bekommen. Das heißt, man landet bei den günstigeren Teles bei einem Öffnungsverhältnis von f/8 bis f/11. Das ist für Astrofotografie nahezu untauglich.


    Mittlerweile können die Kamerahersteller Objektive bauen, die trotz 15 und mehr Linsen selbst voll geöffnet schon guten Kontrast und ausgezeichnete Schärfe liefern. Billiger als ein Refraktorteleskop gleicher Brennweite, Öffnung und Bildgüte wird das dann aber nicht, auch weil solche Foto-Objektive genau wie Teleskope nicht in hohen Stückzahlen gebaut werden. Das kann aber von Fall zu Fall besonders bei Brennweiten im Bereich 200-500mm eine sinnvolle Alternative sein, wenn auch normale Fotografie damit gemacht werden soll.


    Ein Indiz für Astrotauglichkeit bei Teleobjektiven ist, wenn der Hersteller ausdrücklich die Verwendung mit Telekonverter vorsieht.
    Das ist bei günstigen Telezooms regelmäßig nicht der Fall.


    Gruß,
    Martin

  • Hallo Stefan,


    meine Erfahrung kurz zusammengefasst:
    Ein für Foto ausgelegter und ausgestatteter Refraktor ab 60mm aufwärts bildet Sterne besser ab als ein günstiges Teleobjektiv vergleichbarer Brennweite und ist günstiger als ein hochwertiges Tele, das die Sterne genauso gut abbildet.
    Für Astro bietet er er also ein besseres Preis/Leistungsverhältnis als ein Tele.


    Etwas anders sieht das eventuell bei den sehr kleinen und kurzen Refraktoren aus, sie seit ca. ein, zwei Jahre auf den Markt kommen. Da kann ich nicht beurteilen, inwiefern sie vergleichbaren Teles überlegen sind. Dem Canon 200/2,8 L beispielsweise. Dafür sind sie noch zu neu.


    Und ein Refraktor lässt sich aufgrund des OAZ deutlich besser fokussieren als ein Teleobjektiv. Und man kann andere Kameras und Filter einfacher adaptieren.


    Bis dann:
    Marcus

    16" f/4 Dobson, 6" f/5 Dobson, C8, 80/560 ED, 70/700 PST-Mod "Sunlux"


    Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle

  • Moin,


    meine Sichtweise dazu:


    Wenn man ein Teleobjektiv HAT kann es Sinn machen, dieses auch am Himmel auszuprobieren, dabei kann auch durchaus was tolles rauskommen. Insbesondere durch die heute üblichen AF-Objektive gibt es erhebliche Einschränkungen, WENN man sie manuell fokussieren kann - das geht nicht bei allen, manche brauchen das Kameragehäuse dazu - hat man meistens eine jeden Okularauszug unterlegene Mechanik, da die Objektive nur peripher dafür gedacht sind. Wer Zugriff auf gute manuelle Objektive hat ist da im Vorteil. Bei der Neubeschaffung muss man zu den Foto-Refraktoren raten, diese haben das Problem mit der Mechanik nicht und sind auch für den Zweck konzipiert und korrigiert. Denn auch das ist ein Thema - für eine optimierte Punktabbildung sind die wenigsten "Tageslichtobjektive" gerechnet.


    CS
    Jörg

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: taurus25</i>
    <br /><blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Michel1964</i>
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    Ein wesentlicher Unterschied liegt wohl auch im Öffnungsverhältnis. Bei Teleskopen (Refraktoren) in der Regel fix, bei Objektiven durch die Blende veränderbar.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Genau das ist ja dann das was mich wundert, ich kann mir z.B. ein Redcat 51 für über 900€ kaufen, das hat eine Brennweite von 250mm mit f4.9. Auf der anderen Seite erhalte ich ein (Zoom-)Teleobjektiv, welches bei 250mm ebenfalls ca. f5 hat und bezahle etwa 1/4 davon. Kann es abermit dem Autofokus an der DSLR auch tagsüber gut nutzen und habe erst noch einen breiteren Brennweitenbereich. Was dem Teleobjektiv am offensichtlichsten fehlt; primär die Montagemöglichkeit. Es scheint daher auf den ersten Blick mehr Funktion/Flexibilität zu geben für weniger Geld... Daher war/bin ich der Meinung, dass ich da etwas übersehe.


    Gruss
    Stefan
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Moin,


    das ist ein Äpfel/Birne-Vergleich. Die meisten Consumer-Objektive sind so billig wie ihre Mechanik. Das wird dann durch elektronische Gadgets wie Stabi usw. aufgefangen. Das reicht für den Urlaub mit Tante Lisbet am Strand, auch für sonstige Aktion-Aktionen - für mehr nicht. Ohne die Elektronik - und die nutzt am Himmel nichts, bleibt eine wackelige Mechanik mit ebenso wackeligem Fokus, viel zu viele Linsen samt Reflexen - während ein Teleskop mit viel geringerer Stückzahl aber deutlich präziserer Mechanik und wenig Linsen (APO üblicherweise 3 + Flattener) deutlich besserer Qualität eben teuer ist.


    CS
    Jörg

  • Hallo! Noch ein Unterschied (habe ich hoffentlich nicht überlesen): mein für Astrofotografie ganz gut geeignetes Manuellfokus-Objektiv 135mm f/2 hat elf Linsen, mein bester Apo drei!


    Gruß und CS, Michael

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