Mars 11+12+13+16.+21.9. +Jupiter +Saturn

  • Hallo,
    ich glaube, das ist mein bisher schärfster und schönster Mars,gut, so oft habe ich es auch noch nicht versucht. Das Bild ist nur auf die Schnelle bearbeitet. Verwendet habe ich abwechselnd die ASI 178MM und die MC mit ADC an meinem C11. Jeweils 10 mal 1 min. und dann gewechselt. was soll ich sagen, die Monobilder sind hier noch nicht verwendet weil sie zumindest nicht besser waren. Auch waren 10 mal 1 min. so gut wie 30 mal 1 min. Trotzdem habe ich die 30 genommen, weil die Überschwinger am Rand dann bei der Derotation abgeschwächt wurden. Überschwinger am Südpol habe ich auf die Schnelle per Hand retuschiert, geht aber auch anders und besser.
    Ganz sicher werde ich mich noch mal mit dem Material beschäftigen, aber ich will das jetzt erst einmal los werden. Letzte Nacht und vorletzte Nacht war es ähnlich gut, ich werde die Bilder dann hier ergänzen.



    Der Saturn ist mir gestern Abend ins Netz gegangen : Fokal, C11, Rotfilter685nm, ASI178MM, ADC, 21 mal 1min, Farbe ASI178MC, 7 min. 20:33 bis 21:24 UT
    Eigentlich wollte ich nur das Gerät zur Abkühlung raus stellen, als ich merkte, dass das Seeing zeitweise sehr gut war. Allerdings auch zeitweise, richtig, richtig schlecht. In guten Momenten sah man die Cassiniteilung durchgängig. Mit der Farbkamera war die Schärfe deutlich geringer. Ich erwische die tiefen Planeten immer erst nach der Kulmination, die Horizonthöhe betrug nur ca. 16°.



    Weiter Bilder folgen,


    Viele Grüße,
    ralf

  • Hallo Ralf,
    Auch ich kann mich nur anschließen .
    Großes Kino wieder mal.[^]
    Hast Du die Nächte durchgezecht oder bist Du tatsächlich wieder früh aufgestanden [:I]
    Viele Grüße
    Markus

  • Hallo zusammen,
    erst einmal herzlichen Dank für eure netten Kommentare.
    Ich habe da noch etwas:
    zunächst einmal der selbe Mars aber als G(rgb). Gegenüber dem reinen RGB ergab sich kein Vorteil. Ein ganz klein wenig schienen die Wolken klaren.



    Dann am nächsten Morgen, den 12.9. Die Wolken sind jetzt am Terminator und deutlicher sichtbar, nur RGB mit ASI178MC und ADC :



    Und dann wieder der nächste Abend 13.9. reines RGB mit der Farbkamera:



    Was soll ich sagen, lange aufgeblieben, früh aufgestanden, verkorkste Tage aber glücklich diese schönen Murmeln abgelichtet zu haben.
    Gestern war ich auch wieder draußen, 5 Stunden, mieses Seeing aber dann, 10 min. lang ein Fenster mit guten Bedingungen. Es hat sich gelohnt.
    Weitere Bilder folgen.
    Viele Grüß,
    ralf

  • Hallo Ralf,


    auf dem "Roque der Isla La Palma" war ich ja schon mal.
    Aber dass es einen "Pic du Kempen" (Anm.: von Guntram) mit
    einem so gutem Himmel gibt, davon hat mir mein Freund Michael,
    er wohnt in der Breite Straße in St-Hubert, noch nichts erzählt[;)]. Der Schlumpf!


    Ich glaub´ ich muß da mal aus meinem engen Bergtal raus und auch
    auf diesen "Astrogipfel"!


    Viele Grüße
    Marwin

  • Hallo Marvin,
    wenn dein Freund einen Apfel in die Luft halten würde, dann wäre der von meinem Standort aus größer als der Mars. Solltest du deinen Freund einmal besuchen wollen, dann sag mir Bescheid.
    ´Pic du Kempen´ hört sich gut an, aber es ist genau das Gegenteil. Ich wohne hier in einer Senke und dort sammelt sich die kalte Luft und kommt zur Ruhe. Ein zweiter wichtiger Faktor ist die Bebauung. Komme ich erst einmal am Haus und Baum vorbei, dann führt der Sehstrahl nur noch über Felder. Das ist ,glaube ich, ein wichtiger Vorteil bei der Planetenfotografie. Auf jenen Feldern traf ich einmal einen Menschen, der einen winzig kleinen Lenkdrachen steuerte. Der sagte, dass er ganz gleichmäßige, ruhige Luftbewegung bräuchte und sich deshalb diesen Standort ausgesucht hätte.


    Viele Grüße,
    ralf

  • Hallo Planetenfreunde,


    am 16.9. war das Seeing nicht sonderlich gut, trotzdem habe ich fast 5 Std. draußen verbracht. Als Belohnung dann gab es 10 min. ruhige Luft und ein nettes neues Marsbildchen. Leider zeigt er fast exakt die selbe Ansicht wie bei meinem Bild vom 13.9. Trotzdem gibt es auch feine Unterschiede, die nicht nur von der etwas anderen Bearbeitung her rühren.



    Und dann war da am 12.9. noch diese 1 min. bei längerer Einzelbelichtungszeit. Ich wollte Überstahlungen des ADCs sehen und testen. Habe ich, -aber da gab es auch noch Phobos und ganz schwach Deimos.



    Am 16.9. wollte ich das wiederholen, dieses mal mit Darks und der 10 fachen Belichtungszeit. Deimos ist zwar gut nachzuweisen (Phobos war zu nah am Planeten), aber man erkennt, dass ein besseres Seeing deutlich die erreichte Grenzgröße erhöht.



    Die "Eierringe", das ist die Auswirkung des Streulichtes des ADC. Die Streuung ist eher blau, wie zu erwarten. Letztendlich ist das aber minimal.
    Und dann war da noch Venus am 12.9. (im UV)
    Das Seeing war außerordentlich gut und trotz Müdigkeit quälte ich mich bis weit in die helle Dämmerung (Mario ;-)). Vom Ergebnis bin ich aber etwas enttäuscht, zumindest ist es nicht besser als an ruhigen Abenden. Es lohnt sich also (für mich) nicht den Wecker zu stellen.


    Viele Grüße,
    ralf

  • Hallo Ralf,


    mir fehlen immer wieder die Worte, wenn ich Deine Bilder sehe. Aber ich glaube, ich bin Dir auf die Schliche gekommen! Du hast ganz offensichtlich ein Raumschiff und machst die Bilder vor Ort. Anders sind solche Aufnahmen für mich nicht zu erklären.


    Spaß beiseite: Wirklich ganz großes Kino und danke, dass Du uns daran teilhaben lässt!


    Viele Grüße,
    Marco

  • Hallo Ralf,


    oh - dann bist du gegen 01:00 Uhr aufgestanden? [:)]
    Sacht mal, habt ihr keinen Job? Ich bin so neidisch auf die ganzen Marse hier - leider hatte ich jobtechnisch weder Zeit noch den Kopf dafür - kommt hoffentlich noch.


    Das gute (außerordentliche) Seeing hattest du am 12.09. - das sieht man der Phobos-Abbildung wirklich deutlich an - ein beeindruckendes Ergebnis! Deimos auch drauf - sehr schön!!


    Das Ergebnis bei der UV-Venus finde ich doch auch super - jetzt hast du die auch mit der anderen beleuchtenden Seite - hattest du das schon vorher?


    Wir hatten heute in der Schule den ersten Corona-Fall - mal sehen, wann ich auch wieder werknachts zuschlagen kann [;)] (wie bösartig von mir...)


    LG
    Mario

  • Hallo Ralf,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">und ein nettes neues Marsbildchen<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Selten so eine Untertreibung gelesen.


    LG Oskar

  • Hallo Ralf,


    danke für's Zeigen. Deine Bilder sind immer eine Referenz für alle anderen Aufnahmen. Auch die Hinweise zur Bearbeitung sind interessant. Mars ist im Moment wirklich ein schönes Objekt. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so viel sichtbar machen zu können.


    Viele Grüße,


    Micha

  • Hallo Ralf


    Habe heute versucht den Phobos und Deimos zu sichten mit dem 25er Schiefspiegler. Trotz Positionskenntnis und Blendenbalke im Okular war bei 280 facher Vergrösserung nichts zu sehen von den beiden Monden. Vermulich ist ein Stadthimmel zu hell und dunstig für so etwas.


    Deine Marsbilder sind super.


    Gruss Emil

  • Hallo Marco, Mario, Oskar, Micha und Emil,
    eure Rückmeldungen versüßen mir den Tag, vielen Dank.
    In der Tat habe ich selten so viele so gute Bilder gesehen und das oft an der jeweiligen max. Auflösungsgrenze der Teleskope. Ich selber habe jetzt 4 und ich hoffe noch viel mehr davon produzieren zu können. Auf Deep Sky habe ich im Moment "null Bock", kann sich aber schon morgen wieder ändern.
    Die Monde visuell zu sehen wäre aus meiner Sicht die maximale Herausforderung und bedürfte sicher maximaler Himmelsqualität. Ich habe auch noch nicht von visuellen Sichtungen gehört, bin aber in dem Thema nicht drin.
    Vielleicht heute schon werde ich mal mit meinem 2-Zöller ein wenig knipsen. Diese Teleskopklasse ich hier ja deutlich unterrepräsentiert.
    Ich wünsche euch für eure Projekte gutes Gelingen,
    viele Grüße,
    ralf

  • Hallo Leute,
    es geht weiter:



    allerdings mit Hindernissen. Nach dem 16.9. gab es hier kein vernünftiges Seeing mehr. Ich brauchte gar nicht durchs Teleskop schauen, die Blätter der Pappeln rauschten, während es am Boden windstill war, das ist nie ein gutes Zeichen, dann gibt es kalte und warme Ströhmung, diese sind sogar direkt auf der Haut zu spüren. Angenervt, weil ich klare Spätsommernächte verstreichen ließ entschied ich mich Deep-Sky zu machen mit kurzer Brennweite. Laufen lassen mit Zeitschaltuhr, Astrofotografie kann ja so einfach sein. Ich hatte schon ein Bier getrunken und war schon bettfertig, die Zähne geputzt, da fiel mir ein, dass ich besser jetzt noch Darks machen sollte. Also in Hausschuhen runter. Oh, es rauscht gar nicht mehr in den Bäumen.15 min. Zeit, also kann man ja durchs Teleskop schauen. Zuerst war ich geblendet, aber dann: knackscharf und bester Kontrast. Nichts wie umbauen. ADC eingerichtet und angeschaut. Das Bild wechselte stark im Kontrast aber in guten Momenten wars ein Traum.
    Also Kamera dran und freuen. Jedes mal, wenn das Bild sich aufklarte freute ich mich und mein Frösteln war vergessen.
    Nach ca. 30 min. überlegte ich mal einen Teststack zu machen während die neue Aufnahme läuft. Scharf, aber was sind das für Streifen. Neuer Test, Mist was ist das? Panik, das gute Seeing verschenkt. Erst hatte ich die Justage im Verdacht, kein Befund, dann die Taukappe, da ragte etwas in den Strahlengang, dann noch mal den ADC justieren, upps, was war das? der ganze OAZ war locker. Verkippung. OK, alles auf Start. war das Seeing schlechter geworden? Habe ich es verdaddelt? Laufen lassen und hoffen, dass es noch mal so gut wird. Und tatsächlich, ein paar Minuten lang war es wieder so toll wie zu Beginn der ungeplanten Sitzung. Hier mal die Serie, jeweils 1 min. gestackt und gleich bearbeitet, kommt etwas flau, habe vergessen das Farbprofil umzustellen:



    Ich habe dann trotzdem noch mehr Teilstacks genutzt, damit bei der Derotation die Ränder schöner werden.
    Wie ihr seht geht es oft nur um Minuten mit sehr gutem Seeing. Ich war froh die Farbkamera dran gehabt zu haben.
    Ich wünsche euch weniger Hindernisse aber schöne Bilder,
    viele Grüße,
    ralf

  • RALF!!


    Also:
    Ich bin gerade dabei, meine Serie an Mars-Videos von vorletzter Nacht zu stacken, um eine Vorauswahl zu treffen.
    Ich freute mich, weil mein erster ernsthafter Versuch am Mars schon echt vielversprechend aussah...
    Ich dachte mir schon: "Den Ralf, den knallst du mal einen geilen C9.25-Mars vor dem Latz!".


    Und was ist?


    Du knallst hier so einen affengeilen Mars hin, dass ich mir überlege, wieder in die Kirche einzutreten, mir einen Altar zu kaufen und dich kniend anzugöttern!!


    WAS FÜR NEN BILD!!


    Mach mal weiter so [:)]


    Ganz göttlichen Gruß
    Mario

  • Hallo Ralf,
    tolle Bilder! 13.09. & 16.09. schöner Vergleich zu meinem Bild vom 20.09.. Wie hast Du es geschafft, keinerlei Beugungskante am Rand von Mars zu haben? Deinen workflow würde ich gerne kennenlernen!


    LG
    Robert

  • Hallo Stefan, Mario und Roland,
    Danke, Danke.
    Mario, in die Kirche eintreten musst du nicht. Es gibt so komische Sekten. Ich z.B. gehöre der Sekte der Planetenfotografen an, komische Leute, macht aber Spaß.
    Robert, beim Derotieren geht schon eine ganze Menge vom Ring verloren. Ich derotiere (fast) immer mehr als 30 min. oft sogar 1 Std. meiner Bilder. Die schärfsten, die, die für die Details zuständig sind gewichte ich dabei höher. Wenn es sehr schlimm ist dann nehme ich den ganzen Stack für den Rand und nur die Schärfsten für den Rest. Hier allerdings habe ich nur derotiert.
    Eine große Hilfe bietet auch Fitswork mit den Wavelet-Glättungsfiltern. Hier ist natürlich die Einstellung wichtig, die wiederum von der Größe des Bildes und des Teleskops abhängt. Ganz grob: Standarteinstellungen und im rechten Kästchen den 2. Filter zurücksetzen.
    Hat man nur einen hellen Ring, dann kann man die dunkle Umgebung definieren, erweitern und abdunkeln. Alles Bastelei natürlich. Ich habe auch keine großen Wiederstände da zur Not mit der Hand rein zu gehen und zu retuschieren. Habe ich hier aber nicht machen müssen.
    Viele Grüße,
    ralf

  • Hallo Ralf,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Mario, in die Kirche eintreten musst du nicht. Es gibt so komische Sekten. Ich z.B. gehöre der Sekte der Planetenfotografen an, komische Leute, macht aber Spaß.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Einfach HERRLICH!


    LG
    Mario

  • Grüß dich Ralf,


    was für ein Mars!! [:0] Als ob das Teleskop im Orbit gewesen wäre, mein größten Respekt dafür. Sowohl farblich als auch in der Schärfe äußerst lecker! [^]


    Eine Frage zum derotieren hätte ich, da ich nicht weiß wie das Problem beheben soll. Wann immer ich Mars mit WinJupos derotiere erscheint am Terminator ein hässliches Artefakt, wie eine lange dünne pixelige Linie, ziemlich genau wie hier bei cloudynights beschrieben:


    https://www.cloudynights.com/t…ts-of-derotation-on-mars/


    Ich bin den Lösungsvorschlägen dort gefolgt aber egal welchen Wert ich bei LD value eintrage, das Ergebnis bleibt mehr oder weniger gleich.
    Wie sehen bei dir die rein derotieren Bilder aus?

  • Hallo Marco,
    diese Kante hatte ich früher auch mal. Ich arbeite jetzt einfach sehr, sehr sorgfältig und nehme den Radius um 1 Px größer als genau auf der Kante. Mein RA-Wert steht bei 0,44, weiß nicht, ob das wichtig ist. Wichtig ist aber sicher noch die genaue Positionierung der Polmarkierung. Die Mitte der Polkappe ist nicht automatisch auch der exakte Südpol. Maske also mit P und N drehen.
    Viele Grüße,
    ralf

  • Noch eine Idee, Marco,
    wenn das Bild ganz leicht verzerrt ist, bei leichter Dejustage z.B., lokalen Beugungsringen, die evtl. als Rand definiert wurden oder überstrahlungen, dann neigt man dazu die Maske falsch zu setzen.
    Gruß,
    ralf

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