SVBONY UHC 'Billig China' Filtervergleich

  • Hallo zusammen,


    diesen Bericht habe ich gestern in und für eine Facebook-Gruppe geschrieben. Ich dachte, bevor er dort in ein paar Tagen komplett im Blogstyle versickert ist, teile ich ihn auch mit euch hier.
    In diesem Test (wobei Test ist da schon zuviel gesagt, ich habe ja keine anderen Messapperaturen als mein Auge mit höchst subjektiver Wahrnehmung) habe ich den preisgünstigen UHC-Filter, den man bei Ebay und Amazon unter "SVBONY" bekommt gegen meinen nun doch durchaus schon betagten Astronomik UHC an einigen DS-Objekten verglichen


    Eingesetzte Optik: GSO 8" f/5 (200/1000)
    Objekte: M27 Hantelnebel, M57 Ringnebel, NGC6960/6992 (Cirrusnebel "Sturmvogel und Ostbogen"), NGC 6888 "Crescentnebel", NGC 7000 Nordamerikanebel. (Beobachtete Eindrücke am Ende des Beitrages.)


    UHC, das bedeutet Ultra High Contrast und verspricht in vollmundigem Marketingvokabular besseren Kontrast an Nebeln als ohne Filter. Geschützt ist dieser Begriff allerdings nicht, da kann jeder Hersteller machen was er will.


    Wenn man nun bedenkt, der SVBony ist derzeit für knapp 32€ in 2" zu haben, während der Astronomik immer noch knapp 200€ aus dem Geldbeutel nimmt. Kann das gut gehen, ist das ein fairer Vergleich? Ich denke ja und nein.


    Um nicht zu viel BlaBlubb vorweg zu schicken, der SVBONY kommt an die Leistung des Astronomik nicht heran. Nicht, weil nicht sein kann was nicht sein darf, wenn man schon so viel Geld für Filter ausgegeben hat, sondern, wie im Grunde zu erwarten, wenn man die Transmissionskurven zu den Filtern liest, dies die logische Konsequenz sein muss, der SVBONY lässt einfach etwas mehr "unnützes" Licht durch als der Astronomik.
    Nach meinem subjektiven Gefühl konnte der SVBony durchaus an jedem eingestellen Nebel eine Wirkung zeigen, der Himmelshintergrund wurde um etwa 20% angedunkelt. Der Astronomik legte jedoch jedesmal eine ganze Schippe drauf und dunkelt denn Himmel nochmal deutlich um das doppelte ab. wie gesagt, rein subjektiv nach meinem Gefühl, wobei die Änderungen schon deutlich zu sehen waren.


    Ist er deswegen schlecht? Nein! Betrachten wir uns einmal kurz, was ein Filter eigentlich macht. Ein Filter nimmt ganz vereinfacht gesagt immer irgendwas weg und soll etwas (in diesem Falle) nützliches durchlassen. Habe ich nun viel Licht zur Verfügung wie beim heute eingesetzten 8 Zöller (200mm/1000mm), dann kann ich natürlich mehr unnützes wegfiltern, was der Astronomik ja macht, als wenn ich nur 100mm Öffnung zur Verfügung hätte. Deswegen:


    Den SVBONY UHC empfehle ich Leuten mit Teleskopen unter 150mm Öffnung und immer da, wo wenig Geld zur Verfügung steht. Dem Einsteiger kann der Filter helfen, Nebel besser zu finden, da man sie damit deutlicher sieht.


    Nun noch eine unwichtige Randnotiz: Hätte ich heute abend ausprobieren wollen, welchen Filter ich mir überhaupt erst kaufen soll, ich erwähnte ja Eingangs, dass ich auch den Astronomik OIII Filter gegen getestet hatte, wäre meine Wahl am 8" Newton unübersehbar auf den Astronomik OIII gefallen. An wirklich jedem Nebel holt der Filter unglaubliches heraus. Er hatte den ganzen Abend hindurch die beste Bilddefinition abgeliefert. Aber um den OIII ging es ja heute nicht.


    Hier nochmal im Detail meine beobachteten Eindrücke:
    M27 Hantelnebel
    SVBony UHC: Besserer Kontrast zum Himmelshintergrund
    Astronomik UHC: Arbeitet die Doppelhelixstruktur etwas besser heraus


    M57 Ringnebel
    SVBony UHC: Ringstruktur deutlich
    Astronomik UHC: Ringstruktur deutlich, etwas mehr "3D-Donut"


    NGC6960/6992 (Cirrusnebel "Sturmvogel und Ostbogen")
    SVBony UHC: Hilft bei der Erkennbarkeit, beide Strukturen werden deutlich
    Astronomik UHC: Etwas mehr Detailfülle
    (Astronomik OIII: Dreidimensionales erscheinen, Nebelwolken erscheinen "flauschig")


    NGC 6888 "Crescentnebel"
    SVBony UHC: Für Einsteiger schwer, man muss schon wissen dass er da ist, Grenze zwischen sehen und nicht sehen im Vergleich zu filterloser Beobachtung.
    Astronomik UHC: Blasenform deutlicher, Strukturen jedoch nur schwach ausgeprägt.
    (Astronomik OIII: Blasenform wird sichtbar, Nebeloberfläche wirkt unruhig, Strukturen erahnbar)


    NGC 7000 Nordamerikanebel.
    SVBony UHC: Setzt den Nebel deutlicher vom Hintergrund ab.
    Astronomik UHC: Erste 3D-Effekte, wolkige Strukturen
    (Astronomik OIII: Dreidimensionales erscheinen, Nebelwolken erscheinen "flauschig")

    CN&CS

    Toni

  • Hallo Toni,


    danke für deinen Testbericht, es hat mich auch schon interessiert wie gut diese Filter im Vergleich sind.


    Ich persönlich finde den "gefühlten Unterschied" für visuelle Filter auch deutlich interessanter als die Messkurven.


    Schöne Grüße
    Dirk

  • Hallo Toni,


    Danke für den Bericht, ich finde ihn sehr interessant und aufschlussreich. Dass der SVBONY wenigstens die Linien trifft und etwas zeigt ist ja schon mal positiv. Allgemein darf ein Nebelfilter um so breitbandiger sein, je besser die Bedingungen sind. Und dadurch dass ein breiter Filter mehr Sternenlicht durchlässt, empfinden viele Beobachter breite Filter als ästhetischer. Der SVBONY könnte also ein UHC für m7,0-Himmel sein.
    Ich persönlich lege Wert auf maximalen Kontrast an den Nebeln, die Sterne möchte ich so weig wie möglich sehen. Deshalb bevorzuge ich meinen Lumicon UHC oder gleich den OIII, die sich von denen von Astronomik nicht viel unterscheiden.


    Hast Du mal auf die optische Qualität des Filters geachtet? Wie ist die Sternabbildung bei hohen Vergrößerungen und an kleinen, strukturierten PNs? Ich hätte bei sehr günstigen Filtern immer Bedenken, dass das Glas vielleicht nicht gut ist und das Bild dadurch etwas unscharf wird. Ist Dir da etwas aufgefallen?


    Bis dann:
    Marcus

    16" f/4 Dobson, 6" f/5 Dobson, C8, 80/560 ED, 70/700 PST-Mod "Sunlux"


    Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle

  • Hat jemand einen guten Link zu einer Seite, wo die technische Seite eines UHC oder OIII Filter beschrieben wird. Wie werden diese DInger hergestellt?

    CS Konrad

  • Hi Konrad,<blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: fastride</i>
    <br />Hat jemand einen guten Link zu einer Seite, wo die technische Seite eines UHC oder OIII Filter beschrieben wird. Wie werden diese DInger hergestellt?<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Das sind Interferenzfilter. Die dünne Glasscheibe als Träger muss planoptisch bearbeitet sein, also beideseitig feinoptisch poliert werden und muss selbst homogen sein- also kein "einfaches Fensterglas", um es überspitzt zu formulieren.


    Die Beschichtung selbst besteht aus einer Vielzahl (durchaus auch mal bis zu 100 Einzelschichten) hauchdünn (zwischen etwa zehn und etwa tausend Nanometern) aufgedampfter oder bei modernster Fertigung durch Sputtern aufgebrachten dielektrischen Schichten.


    Ein Link zu bekannt guten Filtern- https://www.gerdneumann.net/de…r/astronomik-filters.html und ein Link zum Versuch eines Astrohändlers, es auch mal mit "günstigen Premium-Labelfiltern aus China" zu versuchen- https://www.intercon-spacetec.…billige-filter-aus-china/ [}:)]

  • Hallo Marcus,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Mettling</i>
    Hast Du mal auf die optische Qualität des Filters geachtet? Wie ist die Sternabbildung bei hohen Vergrößerungen und an kleinen, strukturierten PNs? Ich hätte bei sehr günstigen Filtern immer Bedenken, dass das Glas vielleicht nicht gut ist und das Bild dadurch etwas unscharf wird. Ist Dir da etwas aufgefallen?
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Also was mir aufgefallen ist, ich hatte die Filter ja auf dem Filterschieber, um eben möglichst direkt vergleichen zu können, zwischen den beiden Filtern musste ich jeweils ein wenig nachfokussieren. Das wähne ich aber ursächlich an unterschiedlichen Positionen der Filterscheiben in Bezug auf das Okular. Unterschiedliche Sternabbildungen wollen mir keine aufgefallen sein, im SVBony waren die Sterne letztlich etwas heller, aber das ist ja nachvollziehbar. Kleine PNs... ich nehme mir mal die Tage nochmal den Katzenaugennebel vor und vllt den Blue Flash, Blue Snowball

    CN&CS

    Toni

  • Hallo Konrad,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: fastride</i>
    <br />Hat jemand einen guten Link zu einer Seite, wo die technische Seite eines UHC oder OIII Filter beschrieben wird. Wie werden diese DInger hergestellt?
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Das nicht, aber falls es Dich interessiert, hier hat mal der André Knöfel jede Menge Filter nachgemessen. Ist schon ein bisserl älter, daher kommen diese neuen "Labelfilter" da nicht vor.
    https://www.astroamateur.de/filter/


    Apropos Labelfilter, es würde mich nicht wundern, wenn die gelabelten Filter, also, ich nenne mal Explore Scientific, Omegon, TS die da meistens um 80€ am Markt platziert sind letztlich aus der gleichen Produktion kommen? Ist ja auch nicht schlimm, ich schrieb ja, oder wollte zum Ausdruck bringen, dass die günstigeren Filter mit breiterem Durchlass durchaus ihre Berechtigung haben können.


    Ein Beispiel was ich in dem Zusammenhang gerne und oft nenne, Baader OIII und Astronomik UHC am Lagunennebel. Hier habe ich immer den Eindruck, was der eine zu wenig macht, macht der andere zuviel, heißt, beim Baader gehen nach meinem Eindruck schon die ersten Details des Nebels verloren. Daher hatte ich mir mal einen günstigen Castell OIII ausgeliehen (gibt es nicht mehr als "Castell", aber von vielen anderen Labels) mit einem breiteren Durchlass als der 7mn Baader OIII (oder waren es 10nm, weiß gerade gar nicht genau) und den auf Filterschieber genau dazwischen platziert und so war es auch, der bildet vom optischen Eindruck genau das Mittelding am Lagunennebel.

    CN&CS

    Toni

  • Hi,


    auf der Seite von Reiner Vogel findest du auch einiges http://www.reinervogel.net/, update Filterspektren vom DSM 2019


    Hi Toni, <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">.... zwischen den beiden Filtern musste ich jeweils ein wenig nachfokussieren<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Das liegt wohl an unterschiedlich dicken Gläsern.


    Allgemein noch- nicht nur, ob der Durchlassbereich genau getroffen wird und/oder wie breit dieser ist, wichtig ist auch, wie hoch die Transmission ist. Selbst bei schmalbandig und exakt auf der Linie hilft nichts, wenn die z.B. nur 80% liegt.


    Gruß
    Stefan

  • Hi Stefan,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">
    Allgemein noch- nicht nur, ob der Durchlassbereich genau getroffen wird und/oder wie breit dieser ist, wichtig ist auch, wie hoch die Transmission ist. Selbst bei schmalbandig und exakt auf der Linie hilft nichts, wenn die z.B. nur 80% liegt.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Ich frage mich indes, wenn man sich so einen Filter anschaut, also einfach schon, wie reflektiv er erscheint, wieviel Licht da tatsächlich von dem, das auf den Filter trifft durchgeht...


    Nun, die Tage werde ich den Vergleich nochmal wiederholen, dann mit dem Baader OIII, Astronomik OIII und einem SVBony OIII.
    Wenn das alles so ausgeht wie ich mir das denke, kommen die SVBony UHC und OIII in den Zubehörbestand meines kleinen 110/665 Refraktors, das war ja die Grundidee hinter dem ganzen Treibens, ich bin ja jetzt nicht unter die Produkttester gegangen.

    CN&CS

    Toni

  • Hallo Toni,


    wie ich auf Facebook schon schrieb, würde mich noch interessieren wie sich der SVbony OIII im Vergleich zu einem Astronimik UHC schlägt. Sollte der vom Durchlass irgendwo zwischen Astronomik OIII und dem UHC liegen, fände ich das spannend...



    Gruß Horst

    Taurus T400 pro , Skywatcher ST120/600, Lunt LS50THa, diverse Ferngläser von 5x25 bis 20x80

  • Hallo Horst,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Grafzahl66</i>
    wie ich auf Facebook schon schrieb, würde mich noch interessieren wie sich der SVbony OIII im Vergleich zu einem Astronimik UHC schlägt. Sollte der vom Durchlass irgendwo zwischen Astronomik OIII und dem UHC liegen, fände ich das spannend...
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Jepp, kommt, sobald er aus Chinesia eingetroffen ist.
    Aber ich gehe jetzt schon davon aus, das der SVBony näher am Astronomik dran sein wird als am Baader, das geben einfach die Kurven jetzt schon her.

    CN&CS

    Toni

  • Hi Toni, <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Ich frage mich indes, wenn man sich so einen Filter anschaut, also einfach schon, wie reflektiv er erscheint, wieviel Licht da tatsächlich von dem, das auf den Filter trifft durchgeht...
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Diese "visuelle" Kontrolle besagt gar nichts. Egal, ob der Filter "reflektiver" erscheint als ein anderer- das zweigt doch nur, was mit dem nicht erwünschten Anteil des sichtbaren Lichts passiert.


    Die Transmission kannst du nur messtechnisch feststellen, ebenso die Breite der Durchlasskurve und ob diese auch richtig die Linie bzw. das Band trifft.


    Ok- Nebel sichtbar oder nicht bzw. beim Vergleich mit einem nachweislich guten Filer kann man sagen- ist gleich gut, etwas schwächer oder zeigt nichts. Aber das sind rein subjektive Bewertungen <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Ein Beispiel was ich in dem Zusammenhang gerne und oft nenne, Baader OIII und Astronomik UHC am Lagunennebel.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Dazu auch mal auf den Satz eingehend- wie kann man einen bekannt engen OIII mit einem ebenfalls als eng bekannten UHC vergleichen? Das sind zwei paar Schuhe. Wenn schon ein Vergleich, dann doch OIII von Baader und OIII von Astronomik. Ein UHC hat nun mal von Haus aus einen viel breiteren Durchlass als ein OIII und damit muss er ein anderes Abbild liefern.


    Gruß
    Stefan

  • Hallo Stefan,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Dazu auch mal auf den Satz eingehend- wie kann man einen bekannt engen OIII mit einem ebenfalls als eng bekannten UHC vergleichen? Das sind zwei paar Schuhe. Wenn schon ein Vergleich, dann doch OIII von Baader und OIII von Astronomik. Ein UHC hat nun mal von Haus aus einen viel breiteren Durchlass als ein OIII und damit muss er ein anderes Abbild liefern.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Moment...da geht es nicht um einen Vergleich oder Testbericht, sondern, nachts auf dem Acker um die Anwendung, ich habe den Baader OIII und den Astronomik UHC nebeneinander auf dem Filterschieber und schaue einfach, was besser geht. Dabei hat sich die von mir genannte Beobachtung gezeigt.

    CN&CS

    Toni

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!