TS 10x50 Qualität?

  • Hallo,


    ich habe bisher keine nennenswerte Erfahrung mit Ferngläsern für Astronomie, da ich bis vor kurzem nur ein Carena 8x30 (Anfang 90er?) besaß.
    Vor ca. 3 Wochen habe ich mir ein TS 10x50 bestellt. So richtig viel Freude kam an den wenigen Abenden mit brauchbarer Sicht aber nicht auf. Ich habe die ganze Zeit am Fokus gedreht, war aber nie zufrieden, da ich das Bild nie als scharf empfunden habe.
    Ich habe dann versucht das zu fotografieren. (Panasonic/Leica 15mm 1.7)

    Bilder auf 200% vergrößert, Stern dürfte etwas überbelichtet sein.


    Von der Optik mit der ich tagsüber zu tun habe, würde ich besseres erwarten, bei Ferngläsern fehlen mir wie gesagt die Erfahrung und Vergleichsmöglichkeiten.
    Kann man anhand der Bilder beurteilen ob das OK ist oder ob die PSF runder sein und weniger chromatische Aberrationen zeigen sollte?

  • Hallo Andi,


    Willkommen im Astrotreff. [:)]
    Welches TS 10x50 ist das denn? Das billige für 80,-€? Wenn ja, was erwartest Du bei einer derart billigen Gurke? Oder hast Du etwas höherwertiges gekauft? Dann gib uns bitte einen Link zum Produkt. Ohne einen Maßstab zu haben kann man anhand der Bilder wenig sagen.
    Allgemein würde ich für Astro immer höherwertige Ferngläser einsetzen. Die Anforderungen an die optische Qualität sind bei Astro deutlich höher als für terrestrische Beobachtung.


    Mein Tipp: wenn Du mit der optischen Qualität nicht zufrieden bist und Du das Glas noch umtauschen kannst, mache das.


    Bis dann:
    Marcus

    16" f/4 Dobson, 6" f/5 Dobson, C8, 60/360 Apo, 70/700 PST-Mod "Sunlux"


    Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle

  • In Erfahrungsbericht (in deinem Link) zum Glas steht:


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Sterne am Bildfeldrand müssen nachfokussiert werden - Verzeichnungen oder Deformierungen weisen sie jedoch nicht auf.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Das sieht auf deinem Foto nicht so aus.

    CS Konrad

  • Hallo Andi,


    okay, das ist schon deutlich bessere Qualität. Ich kenne Leute die dieses Glas haben und sie sind recht zufrieden. Man darf keine Wunder erwarten und die Randschärfe lässt deutlich zu wünschen übrig. Aber die Erfüllung dieser Wünsche würde dann vierstellig werden... [;)]
    Aber auf jeden Fall sollte sich das Glas in der Mitte sauber und punktförmig fokussieren lassen und dann in den inneren 2/3 ein annehmbar scharfes Bild an Sternen bieten. Wenn das nicht der Fall ist, könnte tatsächlich etwas an der Optik nicht in Ordnung sein. Auch in dieser Preisklasse wird die Qualitätskontrolle sehr oberflächlich bleiben.


    Aber das ändert nichts daran, dass es schwierig ist die Optik anhand der Bilder zu beurteilen. Entweder Du lässt jemanden durchschauen der sich auskennt. Oder Du kontaktierst TS, schilderst Dein Problem und schickst das Glas zur Überprüfung und ggf. Tausch ein.


    Bis dann:
    Marcus

    16" f/4 Dobson, 6" f/5 Dobson, C8, 60/360 Apo, 70/700 PST-Mod "Sunlux"


    Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle

  • Hallo Andi,
    ich lass mal die Schlagwörter "Gurke, Chinakracher, Chinaboeller" usw. und andere Emotionen beiseite. Deshalb:
    Fernglasobjektive bilden niemals beugungsbegrenzt ab, auch nicht die teuersten. Das ist bei Öffnungsverhältnissenn von 1:3 bis 1:4 weder möglich noch nötig, da Ferngläser weit unter der auflösungslimitierenden Vergrößerung benutzt werden.
    Die Objektive sind aber nur ein Teil des FG, dazu kommen dann noch zwei Prismen, die Okulare und Blendensysteme. Wenn das alles richtig konstruiert und justiert ist, wird das FG die versprochene Leistung bringen. Aber eben nicht bei Vergroesserungen, die die angegebene dreifach oder noch mehr uebersteigen.
    Selbst unter den vor einigen Jahren von einer Lebensmittelkette für 19,99€ vertriebenen MEADE und BRESSER 10x50 (so ein FG kauft man sich doch nicht!) waren gute Exemplare, die am Himmel überzeugten (bei mir waren es von 7 nur 2 Stück).
    Schwachpunkt sind oftmals nicht die Optik, sondern die "griffige" Plasteummantelung, die nach wenigen Jahren klebrig wird (Weichmacher!).
    Zum konkreten FG fällt mir noch ein, dass 114m Gesichtsfeld auf 1000m keinesfalls "weitwinklig" sind.
    Beim binokularen Sehen sollte man auch bedenken, dass die Augen eines Menschen sehr unterschiedlich sein können. Nicht nur die Sehschärfe oder leichtes Schielen (welches im Alltag unbemerkt kompensiert wird) spielen da eine Rolle, sondern auch der Einfallswinkel des Lichtes auf die Netzhaut, der anatomisch bedingt nicht immer idealerweise 90° beträgt!
    Fernglaskauf von der Stange birgt immer Risiken.
    Ich empfehle jedem, nur das FG zu kaufen, durch das er vorher durch geschaut hat oder das unkompliziert selbst justiert werden kann.
    Fernglaskauf ist etwas sehr persönliches.
    Viele Gruesse
    Andreas

  • Hallo Andi M,


    also wenn Neukauf einfaxch zurück schicken.
    für das Geld kann man schon mehr erwarten.
    Ich habe uach ein TS und das ist gut.
    Mal auf Jupiter halten da sollten alle 4 Monde (wenn da und nicht zu Nahe am Planeten) sichtbar sein.


    cs
    Lothar

    Meine Astroseite


    14" f/4,5 Martini Dobson und 8" f/6 Dobson

    Okulare: 8mm Ethos, 4,5mm Morpheus, 17mm Hyperion

  • Hallo Andi,


    kleine Rückfrage: Der Dioptrienausgleich wurde von Dir richtig eingestellt?
    Gruß
    Antonio

  • Hallo,


    den Dioptrienausgleich am rechten Okular habe ich eingestellt, indem ich zuerst das recht Objektiv abgedeckt und fokussiert und dann, ohne den Fokus zu verstellen*, mit abgedecktem linken Objektiv und per Dioptrienausgleich am rechten Okular auf den gleichen Stern fokussiert habe.


    Jupiter-Monde habe ich schon ein paar gesehen, dunkle Sterne werden (zumindest bei den suboptimalen Beobachtungsbedingungen des Balkons in der Wohngegend) auch recht punktförmig. Das Problem sind momentan die hellen Sterne, IIRC habe ich zum Testen Arcturus und Muphrid genommen.




    *der Zentralfokus verstellt sich auch bei Druck auf die Augenmuscheln, man muss also etwas aufpassen, wenn man das Fernglas abstützen möchte um noch etwas erkennen, obwohl man es nur mit einer Hand richtig festhalten kann und mit der anderen am Okular rumfuchelt.

  • vergleiche mal die Einstellung, die du mit dem linken Auge machst am gleichen Okular mit dem rechten. Da staunt man manchmal selber. Du glaubst, alles ist bestens, aber der Asti ist da gnadenlos.

    CS Konrad

  • Hallo Andi,


    nun sehe ich klarer. An sich hast Du das Einstellen richtig vorgenommen.
    Nur, wenn sich der Zentralfokus von selbst verstellen kann, ist das für ein Astroglas suboptimal - ich kenne das aber. Der Mitteltrieb ist zu steil ausgelegt und fokussiert zu rasch.
    Aber man kann sich behelfen: Ich erachte EINEN Stern nicht für ideal zum Fokussieren. Schon gar nicht einen hellen (wie Du beschrieben hast). Einfacher wäre es, an einer Gruppe weniger heller. Besser nimmt man für den Dioptrienausgleich tagsüber ein entferntes Plakat oder so, mit kontrastreicher Schrift. In Deinem Fall (Zentralfokus!) am besten mit Fernglasadapter auf einem Fotostativ (oder auch Astrostativ).
    Nachts eignet sich, finde ich, der Mond mit seinen kontrastreichen Kratern besser zum Fokussieren - am besten auch vom Stativ aus.
    Beurteile das Gesamtbild nachdem Du Dein 10x50 im Verhältnis links-rechts optimiert hast (am Tag, am besten auch im Unendlichen Nachprüfen) am Sternenhimmel und am Mond. Nun sollte das Bild befriedigend(er) sein. Ist es das auch nach wiederholtem Prüfen nicht, spätestens dann würde ich reklamieren.


    Viel Erfolg!
    Antonio

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