Einstieg in die Astrofotografie

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  • Hallo alle zusammen,


    ich bin neu in diesem Thema, zwar interessiere ich mich für Astronomie schon länger und studiere Physik um mich später auf Astrophysik zu spezialisieren, jedoch habe ich noch nicht so viel Erfahrung. Da ich ein Student bin habe ich nicht das größte Budget, ich möchte mit genereller Beobachtung und mit Astrofotografie anfangen. Ich habe bis jetzt nur Erfahrung mit einem 60/700 Refraktor.


    Jetzt zu meiner Frage, ich möchte mir zum einstieg einen Sky-Watcher Explorer-150PDS besorgen und was für die Montierung angeht bin ich mir da komplett unsicher, reicht mir eine Sky-Watcher EQ-5 Pro oder wäre es sinnvoller direkt das Geld in eine EQ6-r Pro zu investieren für später? Was mich noch interessieren würde was für eine DSLR Kamera würdet ihr mir empfehlen, reicht da eine Canon 1300D (man kann diese ja soweit ich weiß selber Modifizieren) oder lohnt sich da was anderes zu kaufen?


    Ich möchte einfach schon mal eine Ausrüstung holen die mir etwas länger dienen wird.


    Mit freundlichen Grüßen
    Lawbeng

  • Wenn du selbst schon zuletzt schreibst, dass du eine Ausrüstung holen möchtest, die dir etwas länger dienen wird, dann kann man eigentlich bei der Auswahl nur zur EQ6-R raten.


    Ich selbst stand vor wenigen Tagen vor der gleichen Frage, habe mich dann aber wegen der Zukunftssicherheit (größere Teleskope, bei mir derzeit allerdings wirklich nur DSLR mit Objektiven) und der höheren Stabilität für die EQ6-R entschieden. Lieber Reserven haben, zumal bei fotografischer Anwendung auch dazu geraten wird, Zulandung der Montierung max. zu 2/3 auszureizen.

  • Hey Lawbeng,
    nach oben hin gibt es keine Grenze für das Investitionsvolumen.
    Mein Tipp: Erst einmal anfangen - mit dem was man hat bzw. wo man absolut notwendige fehlende Teile preisgünstig ergänzen kann.
    Wenn Du einen Refraktor 60/700 hast, kaufe keinen größeres Geschoss. Ne Canon 1300D für den Anfang reicht doch.
    Vieles kann man auch gebraucht dazu kaufen.
    Eine Parallaktische Montierung mit mit Motoren und Computersteuerung ist für die Astrofotografie schon wichtig.
    Ne gebrauchte HEQ5 Pro wäre ein klasse Arbeitspferd.
    Schon bei der Auswahl einer Montierung spielen ganz viele Fragen mit.
    Z.B. der Beobachtungsort - mobil oder stationär ...
    Wie oft im Jahr wirst Du - realistischerweise - einen ggf. auswärtigen Beobachtungsort aufsuchen??
    Viele Fragen, aber das wichtigste: Anfangen und Erfahrungen sammeln.
    Clear Skies
    Dietrich

  • Hallo Lawbeng,


    Erst mal Herzlich Willkommen im Astrotreff!


    Bevor Du dein als Student möglicherweise knappes Budget in Ausrüstung steckst, ist es vielleicht sinnvoll, wenn Du dich mit Hilfe von praktizierenden Amateurastronomen erst mal noch weiter ohne Neuanschaffung mit dem Thema befasst.


    Ich habe ein klein wenig das Gefühl, Du hast vielleicht noch keine genauere Vorstellung vom Inhalt des Studiums und deinen beruflichen Möglichkeiten nach Abschluss des Studiums.
    Interesse am Thema ist sehr wichtig, sollte aber nicht der einzige Grund für die Wahl eines Studienfachs sein.


    Zwischen einem Studium der Astrophysik und Amateurastronomie gibt es nur sehr wenige Berührungspunkte, das sind nach meinem Verständnis fast völlig getrennte Welten. Du kannst daher von der Amateurastronomie so gut wie keine Impulse fürs Studium erwarten. Ein schönes Hobby neben dem Studium kann das natürlich trotzdem sein. Es ist allerdings möglich, dass Du neben einem ernsthaft betriebenen Studium nicht besonders viel Zeit für die Freizeitaktivität Astrofotografie haben wirst.


    Wo wirst Du studieren?
    Falls es an deinem Studienort einen astronomischen Verein gibt, werden die sich freuen, dich als Referenten für populärwissenschaftliche Vorträge oder im Team für öffentliche Himmelsführungen dabei zu haben.
    In der Volkssternwarte München, wo ich Mitglied bin, gibt es mehrere Vereinsmitglieder, die Astrophysik studieren oder studiert haben.


    Ich kann dir auch nur sehr empfehlen, dich über typische Berufslaufbahnen von Astrophysikern zu informieren und dir darüber klar zu werden, welche der Möglichkeiten wie mit deiner Lebensplanung zusammen passen.


    Ich persönlich habe mal ein Maschinenbaustudium angefangen und wollte Flugzeugbau studieren, weil ich als Schüler begeistert Flugmodelle konstruiert und gebaut habe. Heute bin ich froh, das nicht durchgezogen zu haben, weil die real existierenden Arbeitsmöglichkeiten fast nichts mit meinem damaligen Hobby zu tun gehabt hätten.


    Gruß,
    Martin

  • Hallo Martin,


    danke für deine Einsicht. Obwohl ich zustimme, dass das Physikstudium spezialisiert auf Astrophysik, nicht so viel mit der Amateurastronomie zutun hat. Jedoch das tolle an der Amateurastronomie ist, dass man näher zu dem was man lernt kommt, mich hat schon immer die Schönheit der Welt um uns herum interessiert, deswegen will ich in die Astrofotografie einsteigen, aber auch was alles dahinter Steckt, daher das Studium. Zur Zeit befinde ich mich in meinem vierten Fachsemester des Studiums, also etwas Kontakt mit der Materie habe ich schon. Was den Berufsweg angeht, wollte ich immer in die Forschung und es war mir auch bewusst, dass es ein sehr schwerer Weg sei und je länger ich studiere desto mehr zweifel habe ich daran, dass ich es schaffe. Trotzdem bin ich noch bereit weiter auf das Ziel hin zu arbeiten.


    Daher möchte ich mit diesem Hobby meine Verbindung zu dem Stoff erweitern. Amateurastronomie ist generell eine Sache von der ich immer geträumt habe. Daher wollte ich eigentlich mal eine Aufrüstung betätigen von meinem 60/700 Refraktor. Was vereine angeht, ist es vielleicht wirklich eine gute Idee mal sich bei mir in der Umgebung umzuschauen.


    Gruß,
    Lawbeng

  • Hallo,


    ich möchte zu dem Thema, nicht dem Studium sondern der Ausrüstung, vielleicht noch eine andere Sicht beisteuern. Dabei geht es um die Mobilität. So eine EQ-6R ist schon ziemlich schwer (34Kg). Je nachdem ob du einen Garten hast aus dem du Fotografieren kannst, spielst das Gewicht vielleicht auch eine Rolle. Zudem ist alles auch gerne etwas sperriger. Wäre schade, wenn man nicht raus geht, weil einem das Gear zu umständlich und schwer ist.


    Ich denke da wäre das genannte HEQ-5 ein guter Kompromiss. Wenn du aber sagst, das ist kein Problem und du gehst so oder so in die Gewichtsklasse, dann ist der direkte Weg vielleicht doch der Bessere :).


    CS


    Christian

  • Hallo Roknix,


    ja das ist eine Sache die man definitiv nicht vergessen darf, jedoch kann ich mich glücklich schätzen, da ich in unserem Garten genügend platz dafür habe. Wegen der Gewichtsklasse könnte ich mir gut vorstellen, dass ich später dort hin gehe, deswegen habe ich auch über den EQ-6 als eine Zukunftsinvestition gedacht.


    Gruß,
    Lawbeng

  • Hallo Lawbeng,


    die astromodifizierte 1300D ist ok. Das habe ich gerade gemacht.Die hat immer noch ein gutes Preis/Leistungsverhältnis. Die NEQ-5 ist auch eine gute Einsteigermontierung für die Astrofotografie.
    Statt dem Sky-Watcher Explorer-150PDS kann ich Dir aber auch den nur wenig kleineren aber leichteren Sky-Watcher Explorer-130PDS empfehlen. Ich habe genau diese Kombination EOS1300Da, NEQ-5 (pro) und Explorer-130PDS und bin ganz angetan davon. Das 130PDS past meiner Meinung nach ideal auf die NEQ-5. Das 150PDS ist für die Astrofotografie auf NEQ-5 o.ä. fast schon einen Ticken zu zuviel. Man sollte immer noch ein wenig Marge lassen für Leitkamera/Leitrohr, Fokusser, Sucher, Komakorrektor, Filterrad,Tauschutz etc.


    Gruß


    Heiko

  • Hallo Lawbeng,


    ich bin gerade auch in die Astrofotographie eingestiegen.
    Meine Erfahrung ist, dass das Teleskop "zweitranging" ist.
    Logo ist es auch sehr wichtig, ABER die Montierung und das Guiding ist, meist, entscheidender.
    Was ich meine ist, dass schon 200mm Objektive sehr gute Bilder machen können. Wichtig ist abe sie so lange wie möglich so genau wie möglich zu guiden.
    Zwar zählt die Gesammtbelichtungszeit, aber sehr schwache regionen gehen bei kürzeren Einzelbelichtugnszeiten im rauschen unter.
    Wenn du das "perfekte Teleskop" aber nicht genau nachführst werden deine Sterne eirig, strichförmig oder bekommen andere Störungen egal wie das Teleskop abbilden kann.


    Jetzt ist die Frage wie wilst du beobachten, im Garten (zu Hause) oder mobil?
    Der Mgen ist natürlich eine tolle Sache, kostet aber auch.
    Ich habe mir dafür ein kleinen (Netbook) Laptop geholt und nutze APT (AstroPhotographicTool).
    Die Montierung mit Zubehör ist, meiner Meinung nach wichtiger am Anfang, als das Teleskop. Lass dir also Gewicht nach oben und kauf lieber eine EQ6 o.ä. mit Guiding Material, da hast du länger was von.
    Für Mobil kann ich die CEM reihe von iOptron emphelen, da das Eigengewicht/Leistungsgewicht hier am besten sind und man nicht so schwer schleppen muss.



    Zur Kamera würde ich dir empfehlen, einen Umbau nicht selbst zu machen, es ist wirklich nicht so einfach und wenn man sich was kaputt macht ist es nachher teurer als wenn man einen Umbau oder Astrocam kauft.
    Ich würde jetzt auch eher zur günstigen Astrocam raten, da ich durch das Guiding eh den PC dran habe, aber das ist Geschmackssache.
    Bei einer DSLR hat man den Vorteil der vorhanden Objektive auf dem Markt "günstig" was zu bekommen.



    Zusammengefasst, wenn du eine längerfristige Investition machen möchtest, Montierung, Guiding und Kamera mit einem günstigen Teleskop oder Objektiv (ideal Festbrennweite mit f2 oder so). Teleskope kann man Nachkaufen, die Montierung bleibt erstmal.


    Viel Spaß dabei, Sven

    Anfänger seit 2019

    EOS 70 D & DA

    EFs 18-135 USM; EFs 18-55 FST

    114/900er Fotoumbaunewton, 200/800er Newton

    CEM25P + Guidingcam und PHD2

    Meine Ergebnisse

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