Merkur auf dem Weg zur Venus

  • Hallo liebe Planetenfreunde!


    Es ist mal wieder soweit, Merkur wird am abendlichen Nordwesthorizont sichtbar. Am 12.5. konnte ich ihn erstmals erwischen. Hier ein Bild von kurz nach 21 Uhr MESZ, da war die Sonne erst eine gute Viertelstunde untergegangen.



    Gesehen hatte ich ihn da aber noch nicht. Erst in der Bildbearbeitung (das hier ist nur ein Ausschnitt des Originalbildes) wurde er sichtbar. Vorgegangen bin ich wie folgt:
    In Stellarium die maximal mögliche Aufnahmebrennweite herausgesucht, um Venus am linken sowie Merkur am rechten Bildrand (im Hochformat) stehen zu haben, in diesem Fall 100 mm bei einem Vollformatsensor.
    Dann die Venus im Bild in der linken oberen Ecke eingestellt. Somit findet man den entsprechenden Horizontbereich am rechten Bildrand, um Merkur aufzusuchen.
    Als das Flugzeug auftauchte, dachte ich mir, dass es ungefähr auf Höhe des Planeten vorbeiziehen müsste. Und zack... Glück gehabt.


    Hier noch eine Aufnahme etwa 20 min später. Mit 400 mm ist da nicht viel zu erkennen. Merkur steht oben im Bild über dem Pappel-Drilling.



    Unser innerster Planet lief an diesem Abend zudem noch an den Plejaden vorbei. Der Abstand betrug nur ca. 3,5 Grad bei fast gleicher Höhe über dem Horizont.
    Trotz intensiver Bemühungen konnte ich in der Bildbearbeitung M 45 nicht mehr sichtbar machen. Allein Alcyone ist noch auf mehreren Bildern schwach zu erkennen.
    Das wird im nächsten Jahr wieder interessant, da wandert Merkur schon am 4. und 5. Mai am Siebengestirn vorbei. Das sollte dann noch machbar sein.


    Dieses Jahr kommt es am 22.5. zur nahen Begegnung mit der Venus, am 24. steht dann noch die Mondsichel in der Nähe. Ich freue mich auf weitere Bilder!



    Schöne Grüße!


    Stefan

  • Hallo Stefan,


    toll, dass Du diesen kleinen Punkt so früh erwischen konntest. Die Farben in beiden Fotos gefallen mir besonders gut, oben im Kondensstreifen und unten überall in der Atmosphäre.
    Ist es nicht irre, dass ein so kleiner Punkt so viel Freude oder zumindest Interesse auslösen kann? Da freue ich mich ebenfalls auf mehr Fotos.


    Viele Grüße
    Manfred

  • Hallo Stefan,


    Immer wieder schön den kleinen Planeten auf Bildern zu sehen.
    Das erste Bild gefällt mir sehr gut, mit dem Flugzeug und den Kondensstreifen hat es schon was von einem Kalenderbild.


    Liebe Grüße Jan

  • Hi zusammen,


    sehr schöne Bilder. Ich werde visuell mit 10x50 FG heute Abend mein Glück mal probieren.


    cs
    Lothar

  • Am Westhorizont gab es noch einige Wolkenreste. Venus war strahlend hell sichtbar. Sie steht immer noch in der Nähe von beta Tauri aber schon merkbar tiefer als vor einer Woche. Merkur erwischte ich gegen 21:25 Uhr MESZ mit dem Fernglas in einer Wolkenlücke, mit freiem Auge konnte ich ihn nicht sehen.



    Foto: 16.Mai 2020, 21:23 MESZ, Objektiv 1:2,8 f=50mm, 1/4 Sekunde belichtet, Canon 600D. Venus und Merkur (ganz unten rechts knapp über dem Landschaftshorizont).


    Clear skies,
    Wolfgang

  • Hallo!


    Vielen Dank für Eure Antworten und Bilder!


    Manfred: Ja, wenn der kleine Punkt sichtbar wird, ist das schon etwas Besonderes, da man nicht oft im Jahr die Gelegenheit zur Beobachtung hat.


    Manfred, Guido, Jan und Lothar: Danke für euer Lob. Es freut mich, wenn die Bilder gefallen.


    Wolfgang: Ein schönes Foto von gestern. Sogar Beta Tauri ist noch zu erkennen. Bei uns war nichts zu machen, auch der Freitag war wolkenverhangen.


    Dafür hat es heute wieder geklappt. Merkur wird langsam deutlicher sichtbar. Ich konnte ihn gegen 5 vor 10 das erste Mal freiäugig sehen.
    Geholfen haben mir dabei aber auch die markanten Wolkenstreifen, an denen man sich sehr gut orientieren konnte.



    Das rechte Windrad zeigt mit dem oberen Flügel ziemlich genau auf Merkur.
    Das Bild ist mit 160 mm (VF-Sensor) bei 1/6 sec, f3,2 und ISO 800 aufgenommen worden.


    Schöne Grüße!


    Stefan

  • Hi,


    am 16. stand eine Wolkenband im Nordwesten, dennoch war Merkur gegen 21:30 mit dem FG zu sehen. am 17. dann perfekter Himmel, im FG schon weit vor 21:30 sichtbar mit dem bloßen Auge ab 21:45.


    Gruß
    Lothar

  • Stefan,


    es ist schon eindrucksvoll, wie du den Merkur mit eingefangen hast. Es ist ja nicht gerade einfach - des Öfteren habe ich es ja auch schon mehr oder weniger erfolgreich probiert.
    Zusätzlich beeindrucken mich diese satten Farben der Abenddämmerung immer wieder. Eigentlich ein guter Grund, selbst mal wieder an einen Ort mit freier Horizontsicht zu fahren, aber da waren die beiden letzten Tage schon recht enttäuschend, und heute sieht es momentan nicht viel besser aus.
    Dir viel Glück für die weiteren Sichtungen.


    Gruß,
    Manfred

  • Ich hab auch noch ein "Merkur-Suchbild" vom 17.Mai 2020, 21:31 MESZ. Mit freiem Auge war der Planet nicht zu sehen, am Horizont war es doch zu trüb.



    Foto: Canon 600D, Objektiv 1:2,8 f=50mm (Olympus OM aus ca. dem Jahr 1975), 0,8 Sekunden belichtet


    Viele Grüße
    Wolfgang

  • Moin,


    auch wenn ich den Himmelsbereich einsehen kann, über der Stadt wird das nix. Da muss ich wohl noch ein bisschen warten... Die Dämmerungsbilder finde ich aber mehr als eindrucksvoll, Kompliment, sehr sehr schön. Der z.Zt. seltene Flieger setzt der Sache natürlich die Krone auf.


    CS
    Jörg

  • Hallo Jörg,


    Stadt geht auch, gerade solche Sachen sind doch nicht von der Lichtverschmutzung betroffen. Ich habe den Merkur schon amm 11. Mai, eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang in rund 2 Grad Höhe über Hamburg erwischt. Freiäugig ging nichts, aber mit meinem 11x70 konnte ich ihn erwischen. Das Foto zeigt ihn recht unscharf, weil ich croppen musste. Er steht ziemlich genau oberhalb der Bildmitte.


    Hanseatischen Gruß von

    Helmut aus Hamburg

  • Das mit den Wolken war heute eine echte Geduldsprobe in Stuttgart, um 22:10 Uhr kamen dann endlich zwei Lücken, um Venus und Merkur im Bild festzuhalten. Merkur stand zu dieser Zeit gerade mal 3,5 Grad über dem Horizont.



    Canon 6D mit f = 85 mm bei Blende 3,5, ISO 800, 1 Sekunde, Ausschnitt.


    Oberhalb von Venus kann man auch noch El Nath ausmachen.


    Grüßle
    Sven

  • Und weiter geht es mit der Annäherung von Merkur und Venus. Heute, am 20.5., um 22 Uhr. Wieder mit der 6D und 85-mm-Objektiv, davon ein Ausschnitt. Weniger dicke Wolken als gestern, dafür dünne in Horizontnähe.



    Klare Grüße
    Sven

  • Super Bilder, Sven! Die Aufnahme vom 19.5. gefällt mit durch die Wolken besonders. Vielen Dank fürs Zeigen. Auch an alle anderen ein Dank für die weiteren Bilder sowie Kommentare.
    Heute war ich auch wieder draußen. Hier mein Ergebnis mit 400 mm / VF:





    Schöne Grüße!


    Stefan

  • Hallo Stefan,


    möchte gerne mein Erfolgserlebnis von gestern Abend hier mit zu den anderen richtig schönen Fotos einstellen. Die Wolkenbank des frühen Abends verzog sich doch noch, und so gab es Gelegenheit, das Duo in der noch recht hellen Abenddämmerung zwischen Wolkenbändern mit 300mm einzufangen:








    Die Sicht zum Horizont wurde doch überraschend klar; 22:42 Uhr und 160mm:












    Und schließlich bot sich noch ein Gruppenfoto mit Elnath oder Alnath oder auch beta Tauri an, ein schöner geschwungener Bogen mit fast genau gleichen Abständen zwischen den Gestirnen und Merkur knapp 1° über dem Horizont um 23:00 Uhr








    Stefan sieht es nicht irgendwie so aus, als hätten wir unsere Fotos in derselben Gegend gemacht? Haben bei Dir auch so viele Frösche in den Gräben gequakt? Witzig ….


    Viele Grüße
    Manfred

  • Hi


    anbei das Bild von gestern 21:55 MESZ. Da sind die beiden nur noch ca. 2° weg.



    Heute ist die engste Annäherung, aber das Wetter ist nicht mehr gnädig.
    Konnte bis dato an 5 Tagen hintereinaner die Annäherung er beiden Planeten beobachten.


    cs
    Lothar

  • Hi zusammen,


    Ich wage es auch mal meine Bilder hier reinzubringen. Aufgenommen am 21.05.20 etwa um 22:00. Ich wollte gerne auch die Phasengestalt der Venus mit draufkriegen, so dass ich mit der Belichtungszeit gespielt habe (Kamera ASI294 an TS-Optics 80/328).


    1. 75ms


    2. 5ms


    3. 3ms - Merkus nur noch schwach zu erkennen.


    Viele Grüße,
    Thomas

  • Hallo Manfred, Lothar und Thomas!


    Schöne Fotos habt ihr da gemacht. Vor allem Bild Nr. 2 und 3 von Manfred gefallen mir außerordentlich gut, welche tatsächlich starke Ähnlichkeit mit meinem Bild haben.


    Meine gestrige Ausbeute:



    Langsam werden die "Canonen" größer, mit denen geschossen wird [:D] Hier sind beide Planeten mit 800 mm fotografiert worden. Ab 21:45 MESZ war Merkur freiäugig sichtbar.


    Und noch ein Stimmungsbild mit unserem Heimatfluss, der Schwarzen Elster, im Vordergrund:



    Da haben dann die Frösche lautstark gequakt, Manfred. Am 20. Mai stand ich an meinem Beobachtungsort, wo sehr wenig Wasser in der Nähe ist. Da war von den Fröschen nichts zu hören.



    Schöne Grüße!


    Stefan

  • Hallo allerseits,


    für heute, den Tag der wohl engsten Annäherung, war dichte Bewölkung und Regen angesagt, deshalb sollte gestern, am 21.05. die Gelegenheit genutzt werden, einmal die beiden inneren zusammen mit dem 432mm - Photoline-Refraktor abzubilden; bei einem Abstand von knapp 1,5° sollten sie noch gut ins Bildfeld passen. Und die Sichelgestalt der Venus sollte, so wie es Thomas ebenfalls vorhatte, auch erkennbar sein.
    Um 22:09 Uhr MESZ war der Wettlauf gegen die aufziehende Wolkenfront zunächst gewonnen, und es entstand dieses Foto mit der Sonne erst 5,5° unter dem Horizont:








    Es ist lediglich entrauscht, oben und unten etwas beschnitten, ansonsten unbearbeitet. Und so kann man in der Vergrößerung auch die Sichel besser erkennen:









    Aber dann waren sie doch da, die bösen Wolken; nur sechs Minuten später:









    Jetzt hob sich auch Merkur gegen den dunkleren Hintergrund besser ab, also doch nicht so böse, die Wolken …


    Zum Abschluss sollte die Szenerie auch noch dokumentiert werden; überflüssig zu sagen, dass der übrige Himmel nahezu wolkenfrei war. Venus findet man übrigens in diesem 800x600 Foto bei den Pixelkoordinaten (306/406) direkt über einem kleinen herausragenden Wolkenzipfel, etwa in Blickrichtung des Teleskops:









    Hier etwas größer: https://www.dropbox.com/s/imaz…5/IMG_4202_f_f_R.jpg?dl=1


    Viele Grüße
    Manfred

  • Schade, dass es mit der engsten Annäherung heute leider nichts geworden ist.
    Es gab nach dem Durchzug des Regenbandes um 21:00 Uhr zwar kurzzeitig ein paar Wolkenlücken und für ein paar Minuten sogar Abendrot. Aber das Pärchen der beiden Planeten war nicht auszumachen.


    Vielleicht ist am Sonntag die Begegnung des Mondes mit der Venus sichtbar.

  • Und weiter geht´s...


    Nachdem die größte Annäherung der beiden Planeten am 22.5. den Wolken zum Opfer gefallen ist, gab es für mich am Abend des 23. Mai wieder die Gelegenheit, Venus und Merkur kurz zu beobachten.
    Hier eine Aufnahme mit 560 mm / VF, die Venussichel ist wunderschön zu sehen:



    Der Abstand beträgt etwa 3 Grad, am Vortag wäre es nur etwas über 1 Grad gewesen.


    Zudem hatte ich versucht, die sehr schmale Mondsichel zu erwischen. Leider ist sie auf meinen Fotos nicht eindeutig zu identifizieren. Dafür waren einfach zu viele Wolken unterwegs.
    Hoffentlich kann jemand heute die Dreier-Konstellation Mond-Merkur-Venus beobachten und hier ein Foto einstellen. Bei mir wird das laut Wettervorhersage leider nichts.



    Schöne Grüße!


    Stefan

  • Die Bilder mit den Venussicheln sind echt klasse! Mit diversen Wolken hatten wir wohl alle zu kämpfen, auch bei mir fiel der Abend der Konjunktion so einer Bedeckung zum Opfer. Hier zwei Aufnahmen je einen Tag davor und danach, beide mit Canon 6D und 85 mm, unterschiedlich beschnitten:


    21. Mai, alle fünf Minuten ein Bild:



    23. Mai, nach einem Regentag wurde es abends sehr klar:



    Ob es heute Abend etwas mit der Mondsichel neben den Planeten wird?


    Viele Grüße
    Sven

  • Hallo allerseits,


    es wäre eine richtig schöne Konstellation gewesen gestern Abend, und beim Blick aus dem Fenster und in die entsprechende Webcam war der Himmel im Nordwesten auch nahezu wolkenfrei, nur in unmittelbarer Horizontnähe lag dichtes Gewölk. Das sah dann am Beobachtungsort völlig anders aus - zwischen den ersten Wolkenfetzen waren Mondsichel und Venus zwar noch gut zu erkennen, aber trotz eines Aufbaus in Windeseile blieb letztendlich nur noch Zeit zum Fokussieren, und dann war auch die größere Sichel fast weg. Dass auch Merkur noch erwischt wurde, das habe ich erst später am PC bemerkt, nur für Venus war es chancenlos. Hier eines von zwei Fotos mit Merkur:








    Der Planet befindet sich im Foto genau senkrecht über seiner Vergrößerung unten. Und da er im Format 800 x 600 kaum zu erkennen ist, hier der Link zur unbearbeiteten Originalaufnahme:
    https://www.dropbox.com/s/k5cyf1octgd2ttj/IMG_4222.JPG?dl=1


    Man hofft ja noch auf die eine oder andere Wolkenlücke, aber das war letztendlich chancenlos; die Begründung, aufgenommen mit 17mm um 22:16 MESZ, sah so aus:







    Das Trio befindet sich unterhalb der Bildmitte dort, wo die Wolken am dichtesten sind, und aus genau der Richtung zogen sie auch heran.
    Das muss auch die Froschwelt beeindruckt haben, denn da war im Gegensatz zu den Abenden vorher so gut wie alles ruhig.


    Viele Grüße
    Manfred

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