gute Flats, schlechte Flats :)

  • Hallo liebe Astrotreffler*innen,


    ich hab mal zwei Fragen zu Flat Frames. Den hier angepinnten Thread hab ich gelesen, aber so richtig schlau bin ich immer noch nicht.


    Ich möchte eigentlich allgemein nur wissen, ob das so funktioniert, wie ich es gerade "theoretisch" am Schreibtisch probier. Ich hab das Thema Flats sehr lange vor mich her geschoben aber wegen Corona bin ich gerade hyperaktiv und auch ehrgeiziger in Sachen Astrofotografie und daher (sehr spät) auch drauf gekommen, das Flats für ein taugliches Foto Voraussetzung sind [:D]


    Ich mach sie entweder mit 800 oder 1600 ISO und lege dazu einfach ein beleuchtetes Zeichenbrett auf das Teleskop:




    Ich mache dann die Aufnahmen mit APT und stelle dann die Belichtung so ein, dass das das Histogramm etwa mittig ist:





    Kann man da jetzt sagen, so gehts? Das sieht gut aus? Oder nicht? Dann warum nicht? :)


    Und die zweite Frage:
    Im Netz liest man so viel unterschiedliches zu ISO und Belichtungszeit. Da ich gelesen habe, mind. 5 Sek. für gute Flats, bin ich da verunsichert. Dies hat ja nur 1/250 Sekunden.


    Wenn ich die Belichtung auf 5 Sekunden stelle ist logischerweise alles nur hellweiß und ich sehe gar keine "Störungen" mehr auf dem Flat.


    Gehts trotzdem?


    VG, Micha

  • Hi Micha,
    da kann ich Dir nur das Viedeo von Frank empfehlen:

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    Danach weißt Du genau wie das zu handeln ist[^]


    Du hast ja ne Canon, oder?
    Also dann in den AV-Modus wechseln,
    den Auslöser halb durchdrücken und kucken welche Belichtungszeit im Display aufblinkt,
    diesen Wert merken,
    die Kamera auf M schalten,
    und dann die DOPPELTE Belichtungszeit wie die gemerkte einstellen,
    that's all[^]


    Aber Achtung,
    doppelte Belichtungszeit ist z.B. bei abgelesenen 1/100 nicht 1/200,
    sondern 1/50[:)]


    MfG
    Chris

    TS APO 90/600 / Riccardi Red. 0,75 / Omegon veTec533 / CEM25P / ASI 224MC am 60mm Sucher ;)

  • Hi Micha


    Schau dir mal die Viedeos von Daniel an.


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    Ich habe auch die Erfahrung gemacht, Flats nicht unter 1sec zu belichten. Viele Flatfield Folien flackern nämlich. Das kannst du mit dem Auge nicht wahrnehmen. Somit bekommst du unterschiedlich helle Flats.
    Ich arbeite auch mit APT und da gibt es das "CCD Flats Aid" Tool. Hier gebe ich meine Ziel ADU (bei mir 32000)ein. Geht ganz gut mit CMOS Kamera. Ob das mit DSLR auch geht müsstest du versuchen.
    Wenn du dein Zeichenbrett nicht genug dimmen kannst, lege einige Blatt Kopierpapier dazwischen.


    LG Franz

  • Hallo Franz, hallo Chris,


    danke fürs Feedback und die Links zu den Videos. Sehr interessant.


    Ich hab erstmal das Zeichenbrett mit normalen Kopierpapier deutlich dunkler gemacht, um die Belichtungszeiten zu erhöhen. Dann mit AV geknippst, um dann bei M die doppelte Belichtungszeit einzustellen. War aber nicht so effektiv, die so entstandenen Flats sind für mein Gefühl noch deutlich zu dunkel, im Histogramm sind die Balken entsprechend zu weit links.


    Ich hab dann manuell nachjustiert, bis es im Histogramm gepasst hat. Ist aber trotzdem noch unter 1 Sek., genau 1/4 Sekunden. Klingt aber auch schon besser als 1/250 :). Aber in dem ersten Video wird ja auch gesagt, dass das bei DSLR nicht so problematisch ist, wenn die Belichtungszeiten kürzer sind.


    Ich werde es also erstmal mit den Einstellungen probieren und beim nächsten Einsatz Flats mit den empfohlenen doppelten AV-Wert und dann mit meinen Einstellungen machen. Dann kann ich mir später in DSS anschauen, ob Unterschiede nach dem stacken im Summenbild zu sehen sind.


    Das CCD Flats Aid Tool in APT funktioniert nur mit CCDs, habe ich auch versucht.


    Viele Grüße
    Micha [:)]

  • Hi Micha,


    als Autor eines der Videos kurz noch ein Wort. Was die Länge angeht geht es hier nur darum evtl. Effekte z.Bsp. durch das Flackern einer EL-Folie oder sonstigen Lichtquelle, oder Effekte durch einen Verschluss (hauptsächlich bei CCDs mit mechanischem Verschluss) zu verhindern. Darum mein Rat möglichst bei der DSLR langsamer als 1/50s zu sein, bei CCDs mache ich so 1-2sek. Flats. Die Leuchtkraft passe ich, wie hier schon erwähnt, mit Lagen von Papier und/oder Diffusorplatten (Opalplatten aus Kunststoff) an.
    Was das Histo angeht: Es wird immer geraten auf 50% Sättigung zu kommen. In vielen Fällen wirst du mit 30 oder 70% Sättigung (als Beispiel) auch klar kommen. Die 50% sind lediglich ein Anhaltspunkt. Ebenso die AV Methode. Mit der Verdopplung der Belichtungszeit nach AV Messung liegst du vermutlich immer noch unter 50% aber nah dran. Ich bin Fan davon das in entsprechenden Softwares zu messen, aber da muss man eben auch wissen was man misst, und das kann von Software zu Software variieren. Bei meinen Canons ist das Histogramm über der Mitte im oberen 2ten Drittel angesiedelt.
    Kurz könnte man auch sagen, wenn du nicht sehr stark unter oder überbelichtest und zu kurze Belichtungszeiten vermeidest, kannst du nicht so viel falsch machen (Ausnahmen bestätigend ie Regel).
    Hoffe das hilft dir etwas weiter.
    CS Frank

  • Hallo in Runde
    Nur kurz etwas zum Flackern bei den Flatfolien oder ähnlichem.
    Für das Flackern ist meist das Netzteil der Auslöser.
    Wenn man die Möglickkeit hat das ganze mit einer Batterie zu betreiben ist das Flackern erledigt.
    Es gibt aber auch stabilisierte Netzteile die das Flackern nicht erzeugen, alles eine Frage des Geldes... Leider,
    mfG
    Andreas

  • Hallo Frank, hallo Andreas,


    vielen Dank für die weiteren Anmerkungen. Das hilft mir sehr und beruhigt mich auch. [:)]


    Ein Problem mit Flackern habe ich nicht, allerdings benutze ich ja auch keine Flatfolie, sondern einfach nur das Zeichenbrett, das direkt auf dem Tubus liegt. Jetzt liegen noch mehrere Blatt weißes Papier dazwischen. Die Energie kommt von einer einfachen 5 Volt Powerbank von Hama, die für zig Stunden Energie für das Zeichenbrett sorgt.


    Ich habe auch vorher überlegt, ob ich mir ein Flat field box von Lacerda hole, vielleicht mache ich das auch noch, aber ich mag es auch erstmal selbst rumzuprobieren, um die Technik auch zu verstehen. Vorher habe ich es mit der T-Shirt Methode gemacht, aber das war das Feld nicht so gut ausgeleuchtet, weil ich das Teleskop nur auf eine Campinglampe gerichtet habe.


    Ich habe hier zwei Beobachtungsplätze im Haus, mein Balkon und die Dachterrasse. Oben auf dem Dach haben ich aber keinen Strom, daher habe ich mich jetzt fürs Zeichenbrett als gleichmäßigere Lichtquelle als die Campinglampe entschieden.


    Wenn ich die Flats aus den beiden Methoden vergleiche, sehe ich halt nahezu die selben Störungen, aber die Ränder bei der T-Shirt Methode sind deutlich dunkler im Vergleich zum Zentrum. Beim Zeichenbrett ist alles gleich hell ausgeleuchtet bis auf wenige Helligkeitsunterschiede am rechten Rand, die wohl dann von der Vignettierung kommen.


    (==>)Frank, danke für deine Videos, die ich sehr anregend und informativ finde! Auch dein Bildbesprechungsprojekt finde ich einfach super.



    VG, Micha

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