Fotografie mit hoher Brennweite-Welche Zielgruppe?

  • Hallo,


    bis jetzt habe ich relativ viele Objekte fotografiert und es freut mich immer wieder, wenn ich ein, noch nicht fotografiertes, Objekt fotografieren und bearbeiten darf.
    Alle Objekte sehen nämlich anders aus und haben verschiedene "Besonderheiten". Bis jetzt habe ich immer mit dem SkyWatcher 72ED fotografiert (72/420mm) und ich merke langsam,
    in welche Richtung ich in der Astrofotografie gehe. Die Objekte, die ich mit dem SkyWatcher gut fotografieren konnte, waren große Objekte, aufgrund der geringen Brennweite.
    Objekte, wie die Andromedagalaxie, der Orionnebel, die Plejaden waren wirklich für die Brennweite meines Teleskops optimal. Aber seit einigen Monaten fotografiere ich kleinere Objekte,
    wie M51, M81 & M82 usw. Bei diesen Objekten habe ich das Problem, dass sie relativ klein sind und ich auch "weniger" details gewinne. Die meisten Objekte bzw. Galaxien sind für den
    SkyWatcher 72ED viel zu klein, also kann ich mich nur auf große Objekte konzentrieren.



    Meine Frage liegt darin, für welche Zielgruppe ein Teleskop mit hoher Brennweite wäre.



    Die hohe Brennweite bringt nach meiner Meinung einige kleine Probleme:


    - die Nachführung muss genauer sein; die Nutzung eines Autoguiders wird zur "Pflicht"
    -die Fokussierung wird "komplizierter", da man feinfühliger sein muss
    -das Teleskop wird, aufgrund der hohen Brennweite, schwerer zu tranportieren
    -die Montierung kann das Gewicht vielleicht nicht mehr tragen (inm einem Fall eine EQ5)


    Das Positive an hoher Brennweite:


    -Die hohe Brennweite ermöglicht einem, kleinere Ziele zu fotografieren. So ergeben sich viele andere Ziele als mit einem Teleskop mit geringerer Brennweite.



    Was denkt ihr? Welche Leute wären mit einer hohen Brennweite zufrieden?



    <font color="red">(Kurze Info: Mit hoher Brennweite meine ich ab 700mm.)</font id="red">



    Danke für eine Antwort

    Ausrüstung


    Teleskop: SkyWatcher EvoStar 72ED; SkyWatcher Explorer 150/750

    Montierung: SkyWatcher NEQ-5 GoTo SynScan

    Kamera: Canon EOS 1000D(a)

    Autoguider: ASI 120MM

    Programme: DeepSkyStacker, Fitswork, Photoshop ----> diverse PlugIns, Lightroom

    Sonstiges: Raspberry Pi 4B, diverse Kabel & Bücher, Tablet, Bahtinov Maske, Sonnenfilter

  • Hi!


    Seltsame Frage – ich würde mal sagen, viele ambitionierte Astrofotografen. Von Sebastian Voltmer macht z.B. grad auf Twitter ein Kometenbild mit einem C11 EdgeHD bei 2,8m Brennweite die Runde:

    External Content twitter.com
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    Christoph Kaltseis in Österreich macht auch jede Menge Bilder mit großer Brennweite – sein Facebook-Account ist leider nicht öffentlicht, aber der aktuellen SuW liegt mal wieder ein Bild bei 3m bei: https://www.baader-planetarium…-es-kann-so-einfach-sein/
    Da gibt's noch mehr, die halt nicht unbedingt in den Foren aktiv sind.


    Und die ganzen Planetenfotografen wollen natürlich auch Brennweite.


    Ein C8 oder C925 ist auch noch nicht so untransportabel, aber eine gute Montierung muss natürlich drunter. Wobei ich im Augenblick eine alte Vixen Saturn mit einem 125/3500mm Schiefspiegler habe, der auch noch überraschend gut transportabel ist (und mit f/28 natürlich für die Planetenfotografie ideal ist, irgendwann muss ich das mal ausprobieren).


    Fokussierung ist übrigens gar nicht mal das Problem: Der Schärfebereich hängt eher vom Öffnungsverhältnis ab als von der Brennweite. Und einen Autoguider habe ich mittlerweile auch bei 500mm Brennweite gerne:-)


    Beste Grüße,
    Alex

  • Hallo Altan,


    ich fotografier immer mit 1000 mm Brennweite und von so tollen Objekten wie die Plejaden, Andromeda und andere Großflächige bekomme ich halt nur Ausschnitte auf meinen Bildern zu sehen. Natürlich kann man daraus ein Mosaik machen, aber das ist alles so furchtbar aufwendig, dass ich das lasse und drüber nachdenke, noch ein Teleskop mit weniger Brennweite dazu zu kaufen.


    Und dann gibt es noch diese vielen kleinen Objekte, die ich auch mit meiner Brennweite auch nur klein aufs Bild bekomme. Ich werte gerade eins von M 76 aus, und da fällt es mir wieder besonders auf, dass hier auch 2 Meter Brennweite nicht schaden würden. Ich sitze da wohl zwischen den Stühlen und schau ein bisschen neidisch in beide Richtungen. [:)]


    Also die Frage, ob man zufrieden ist, ist wirklich relativ. [:D]


    Ich bin zufrieden, außer ich sehe mir die Bilder im Astrotreff an. [:o)]


    VG, Micha

  • Danke für die Antworten. [:)]


    Da hätte ich noch eine Frage zur Lichtverschmutzung und Brennweite, da ich im Ruhrgebiet lebe und die Lichtverschmutzung sehr vieles einschränkt.


    Nämlich: Mit kleinen Teleskopen bzw. niedriger Brennweite lassen sich große Objekte fotografieren, wie der Herznebel, PacMan Nebel, die Objekte die ich schon oben genannt habe. Aber damit ich in meinem Fall Nebel wie zum Beispiel den Herznebel fotografieren kann, benötige ich wahrscheinlich Filter oder nur einen besseren Himmel (was leider nicht möglich ist) . (Ich habe versucht den Herznebel ohne Filter zu fotografieren, aber da war fast nichts zusehen). Jetzt frage ich mich, ob sich dann ein Teleskop mit größerer Brennweite lohnt, da ich denke, dass ich mehr Galaxien und Sternenhaufen als Nebel fotografieren kann. Galaxien und Sternhaufen sind ja nicht so "aufwendig" bei der Fotografie, wie bei der Fotografie von Nebeln und werden, aufgrund des hellen Himmels, wahrscheinlich besser dargestellt.
    Was denkt ihr?

    Ausrüstung


    Teleskop: SkyWatcher EvoStar 72ED; SkyWatcher Explorer 150/750

    Montierung: SkyWatcher NEQ-5 GoTo SynScan

    Kamera: Canon EOS 1000D(a)

    Autoguider: ASI 120MM

    Programme: DeepSkyStacker, Fitswork, Photoshop ----> diverse PlugIns, Lightroom

    Sonstiges: Raspberry Pi 4B, diverse Kabel & Bücher, Tablet, Bahtinov Maske, Sonnenfilter

  • Hi!


    Wenn du mit der Lichtverschmutzung kämpst, helfen unabhängig von der Brennweite nur Filter – und die halt nur bei Nebeln, es sei denn, du hast das Glück, dass deine Straßenbeleuchtung zu den vorhandenen Filtern passt. Also keine keine LEDs in der Umgebung...


    Schmalbandfilter + Monochrom-Kamera wäre da wohl das Sinnvollste, aber auch aufwändigste.


    Aber: Ich habe ohne Filter auch schon ganz brauchbare Galaxienfotos mit 600mm Brennweite (ED80/600) oder nette Ringnebel bei 3900mm Brennweite (C14) gemacht, von der Sternwarte Heilbronn aus, ziemlich in der Innenstadt. Prinzipiell gehen Sternhaufen und Galaxien schon, aber halt schlechter als auf dem Land. Ein UHC-S, Neodym oder CLS-Filter ist einen Versuch wert, auch wenn er keine Wunder vollbringen kann.


    Beste Grüße,
    Alex

  • Hi Alex,


    danke für die Antwort. Da unsere Umgebung leider auf LED umgestiegen ist, wird es mit den Filtern auch leider schwer. Den Ringnebel kann ich leider aufgrund der geringen Brennweite nicht fotografieren aber ich konnte ihn vom Garten aus mit meinem alten Teleskop beobachten. Ein wirklich toller Nebel.
    Deswegen denk ich auch, dass sich ein Teleskop mit hoher Brennweite bei mir (ca. 700mm) eher lohnt, da ich keine Möglichkeit habe große Nebel aus der Stadt zu fotografieren.

    Ausrüstung


    Teleskop: SkyWatcher EvoStar 72ED; SkyWatcher Explorer 150/750

    Montierung: SkyWatcher NEQ-5 GoTo SynScan

    Kamera: Canon EOS 1000D(a)

    Autoguider: ASI 120MM

    Programme: DeepSkyStacker, Fitswork, Photoshop ----> diverse PlugIns, Lightroom

    Sonstiges: Raspberry Pi 4B, diverse Kabel & Bücher, Tablet, Bahtinov Maske, Sonnenfilter

  • Hi Alex,


    also 600mm Brennweite ist echt nicht viel, wenn man es mit 420mm Brennweite vergleicht. Trotzdem ein tolles Bild von M51 [:D].

    Ausrüstung


    Teleskop: SkyWatcher EvoStar 72ED; SkyWatcher Explorer 150/750

    Montierung: SkyWatcher NEQ-5 GoTo SynScan

    Kamera: Canon EOS 1000D(a)

    Autoguider: ASI 120MM

    Programme: DeepSkyStacker, Fitswork, Photoshop ----> diverse PlugIns, Lightroom

    Sonstiges: Raspberry Pi 4B, diverse Kabel & Bücher, Tablet, Bahtinov Maske, Sonnenfilter

  • Hallo nochmal,


    danke für das Bild Micha. Man kann sofort den unterschied zwischen 1000m Brennweite und 600mm Brennweite erkennen (wenn man die Kamera vernachlässigt).


    Zum Vergleich ist hier noch ein Bild von mir (ca. 1 Monat; 420mm Brennweite; zur besseren Darstellung leicht gestretcht)




    Vielleicht liegt es auch an den unterschiedlichen Kameras, aber nach meiner Meinung wird deutlich, wie "knackig" die Details dargestellt werden, wenn man eine höhere Brennweite nutzt.
    Mir fällt noch eine Frage ein, die aber nicht viel mit dme Thema "Brennweite" zutun hat, aber es sich auch nicht lohnen würde, ein neues Thema zu erstellen.


    Ein Apo benötigt soweit ich weiß einen Korrektor, sodass die Sterne zum Rand nicht "lang-geszogen" aussehen. Bei einem Newton wird auch ein Korrektor benötigt. Beschränkt sich aber der Fehler beim Newton, wie bei einem Apo, nur auf die Ränder?


    Danke für Antworten [:)]

    Ausrüstung


    Teleskop: SkyWatcher EvoStar 72ED; SkyWatcher Explorer 150/750

    Montierung: SkyWatcher NEQ-5 GoTo SynScan

    Kamera: Canon EOS 1000D(a)

    Autoguider: ASI 120MM

    Programme: DeepSkyStacker, Fitswork, Photoshop ----> diverse PlugIns, Lightroom

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  • Hi!


    Besten Dank:-) Dafür, dass auf den Rohdaten nicht viel zu sehen war, bin ich auch sehr zufrieden.


    Je weiter es Richtung Rand geht, desto mehr macht sich die Bildfeldwölbung bemerkbar; auf meinen frühen Aufnahmen ohne Bildfeldebner/Reducer war mir das früher nie so störend aufgefallen (was dafür spricht, dass ich da mit Reducer gearbeitet hatte). Und je größer der Sensor, desto mehr Bildrand ist da, wo die Bildfeldwölbung zu verzerrten/aufgeblähten Sternen führt.


    Vollformatkameras haben zwar schön große Pixel, aber dafür muss ein wesentlich größeres Bildfeld korrigiert werden...


    Mit eine Newton arbeite ich nur selten, aber auch da ist die Koma vor allem am Bildrand. Mit dem Winz-Sensor einer Planetenkamera braucht man keinen Komakorrektor. Das erinnert mich an die 90er, als wir im Verein eine Starlight Express CCD-Kamera mit vielleicht 320 Pixel Kantenlänge hatten, und der Ringnebel im C14 fast bildfüllend war:-) Heute kann jedes Smartphone mehr...


    Beste Grüße,
    Alex

  • Hallo nochmals,


    Jetzt verstehe ich was du Micha mit schwierige Bedingungen meinst [:)]. Für 1h Belichtungszeit ist das nach meiner Meinung ein tolles Ergebnis (hätte ich auch gerne :) ). Bei meinem Bild hatte ich ca. 2h-3h Belichtungszeit und man sieht bei mir weniger [:D]. Das liegt dann vielleicht an der Lichtverschmutzung.


    Nochmal zu den Korrektoren. Bei meinem Skywatcher 72ED habe ich am Anfang die kostengünstigere Variante gewählt, nämlich das Bild so geschnitten, dass man die Eier-Sterne nicht mehr sehen konnte. Kann man das auch mit dem Newton machen. Also das Bild einfach so schneiden, dass man die Fehler nicht sieht?

    Ausrüstung


    Teleskop: SkyWatcher EvoStar 72ED; SkyWatcher Explorer 150/750

    Montierung: SkyWatcher NEQ-5 GoTo SynScan

    Kamera: Canon EOS 1000D(a)

    Autoguider: ASI 120MM

    Programme: DeepSkyStacker, Fitswork, Photoshop ----> diverse PlugIns, Lightroom

    Sonstiges: Raspberry Pi 4B, diverse Kabel & Bücher, Tablet, Bahtinov Maske, Sonnenfilter

  • klar geht das. Wenn du ohne Komakorrektor mit einem Newton fotografierst, wirkt sich das v.a. am Rand aus, in der Mitte nicht. Das kann man auch wegschneiden. Bei großflächigen Objekten ist das allerdings ein Problem, weil die ja normal auch noch am Bildrand sind.


    VG, Micha

  • Okay, vielen Dank.

    Ausrüstung


    Teleskop: SkyWatcher EvoStar 72ED; SkyWatcher Explorer 150/750

    Montierung: SkyWatcher NEQ-5 GoTo SynScan

    Kamera: Canon EOS 1000D(a)

    Autoguider: ASI 120MM

    Programme: DeepSkyStacker, Fitswork, Photoshop ----> diverse PlugIns, Lightroom

    Sonstiges: Raspberry Pi 4B, diverse Kabel & Bücher, Tablet, Bahtinov Maske, Sonnenfilter

  • Hallo Altan,


    anbei noch ein Bild, das ich mit 200 mm Öffnung und 1000 mm Brennweite aufgenommen habe (vergrößerter Ausschnitt).
    Ist nicht perfekt, da ich damals noch keinen Komakorrektor hatte. Die Belichtungsdauer lag bei ca. 3.5 Stunden.


    Viele Grüße,
    Marco


  • Hallo Marco,


    für mich ist das ein sehr interessanter Verglich. Einen vergrößerten Ausschnitt habe ich nämlich auch gemacht, den ich hier auch mal poste. Man sieht bei dir deutlich mehr Tiefe bedingt durch die lange Belichtungszeit. Aber dass sich das Koma auch auf dem Ausschnitt schon bemerkbar macht, hätte ich jetzt nicht gedacht.


    Also hier mal zum Vergleich mit Komakorrektor, 1. Std. belichtet.



    VG, Micha

  • Hallo Micha,


    danke für das Vergleichsbild mit den schön runden Sternen. Mittlerweile habe ich einen TS-Optics NEWTON Koma Korrektor 1.0x Maxfield 3-Element eingebaut, wodurch das Problem gelöst werden konnte.


    Leider schaffe ich es eher selten, länger als 1-2 Stunden zu belichten, zumal die Tage immer länger werden. Mal schauen, ob ich im Laufe der Woche noch die eine oder andere Galaxie im Bereich des Großen Bären ablichten kann :)


    Viele Grüße,
    Marco

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