APM 150mm 90° SD Bino

  • Hallo Jochen,


    das wäre im Grund meine Frage gewesen, loht es sich die Säule rotierbar zu machen. Wenn die Stabilität
    nicht gefährdet werden soll, ist das vermutlich recht aufwändig.
    Ich bin auf weitere Berichte gespannt. Jetzt kommen bald die weißen
    Nächte doch gerade für offene Sternhaufen oder die Milchstraße ist
    das Gerät optimal, das geht auch wenn es nicht perfekt dunkel ist.


    Beste Grüße


    Thomas

  • Hallo Thomas.


    ich denke nicht, dass hier eine Lagerbuchse aus Teflon reichen würde um die Säule rotierbar zu machen.

    Man bräuchte radial ein großes Nadellager mit dünnen Nadeln und axial ein Drucklager um die 35 Kilo Last abzufangen.

    Dann noch eine Lösung um die Säule auch in jeder Position klemmen zu können.


    Eine realistische Lösung fällt mir dazu im Moment nicht ein, aber vielleicht habe ich ja irgendwann noch einen Geistesblitz dazu.

    Den Konstruktiven Aufwand würde ich nicht einmal scheuen, aber ich versuche wirklich jedes Gramm an Gewicht zu vermeiden, das Biest ist vom Gewicht her wirklich hart an der Grenze des erträglichen :)


    Aber jetzt freue ich mich wirklich erstmal aufs Beobachten, dabei werde ich dann auch sehen ob und wo es noch Optimierungspotential gibt.

    Aktuell stören mich am meisten die beiden leeren Steckplätze in meinem Okularkoffer, die für die 8mm Ethos reserviert sind :)

    Und dann muss ich mich auch langsam mal mit der Filterthematik auseinandersetzen...


    Grüße Jochen

  • Think big ...



    Da ich noch an einen zweiten StarSense Halter und somit Spiegel gekommen bin werde ich mir wohl eine Halterung für mein iPad Pro basteln


    Grüße Jochen

  • So gestern Abend hatte ich die erste ernstzunehmende Nacht ohne Mond mit recht guten Bedingungen, ich habe von 22 Uhr bis 1 Uhr beobachtet:



    Anfangs war es noch nicht richtig dunkel, was sich in einem grauen Himmelshintergrund bemerkbar machte.

    neuerdings hat auch ein Nachbar sein Balkongeländer mit Glühbirnen "verschönert" die er erst gegen 0:30 Uhr ausgeschaltet hat.

    Der Balkon ist zwar 200 Meter entfernt, dennoch stört es gewaltig.

    Inzwischen habe ich mir zwar so ein schwarzes Beobachtungstuch besorgt, hatte es gestern aber noc h nicht im Einsatz, da es mir mehr um Testen denn ernsthaftes Beobachten ging.


    Dennoch ist klar, für wirklich gute Beobachtungen muss ich raus aufs Feld, gegen Ende meiner Session waren zwar die meisten Lichtverschmutzer incl. Strassenbeleuchtung aus, was ich deutlich im Kontrast bemerkbar machte, dennoch bleibt eine gewisse Grundhelligkeit durch einzelne erleuchtete Nachbarfenster, auch wenn die recht weit entfernt sind.


    Deshalb bin ich froh, dass das Setup noch mobil ist, ich habe es in 4 Teilen rausgetragen:


    - Stativ mit Kurbelsäule und Fluidhead

    - Das Bino selbst

    - Der Okularkoffer

    - Der Hocker


    Hocker und Stativ mit Säule und Fluidhead habe ich ungeschützt über Nacht draussen gelassen, nur das Bino und die Okulare habe ich weggeräumt


    Fangen wir mit Stativ, Fluidhead und Kurbelsäule an.

    Das Neumann Stativ ist erwartungsgemäß ein Fels in der Brandung, da bewegt sich nicht, wie auch? :)

    Ich benutze den Fluidhead ja komplett ohne Hemmung damit es absolut keinen Widerstand in beiden Achsen gibt.

    Dazu muss das System aber 100% waagerecht stehen, sonst setzt sich das Bino von alleine drehend in Bewegung.

    Mein erster Plan war es, das System zu Beginn mit einer großen Dosenlibelle auszurichten, aber auch das ist noch nicht genau genug.


    Das ist aber kein Problem, denn sobald sich das Bino von alleine in Bewegung setzt dreht man einfach an der gegenüberliegenden Stellschraube des Statives etwas und es passt.

    Nachdem man einmal in jede Himmelsrichtung beobachtet hat ist das System so sauber ausgerichtet und bleibt auch so.


    Auch am Fluidhead musste ich bezüglich der ALT Achse nochmal Feintuning machen, hier hat man ja die Möglichkeit die Federkraft zu verstellen und den Schwerpunkt zu verschieben.

    Auch das passt jetzt perfekt und das Bino bleibt in jeder Lage stabil stehen und hat beim bewegen keinen Widerstand - Ein absoluter Traum !


    Der Fluidhead ist übrigens sehr feinfühlig.

    Schon wenn ich das Smartphone aus der Halterung nehme stimmt das Gleichgewicht nicht mehr und muss korrigiert werden.

    Ich bin deshalb sehr froh, meine Okulare alle gewichtsgleich gemacht zu haben, das erspart mir viel Nachjustieren beim Beobachten.


    Ja, keine Frage, eine Kurbelsäule muss man kurbeln, die elektrische Hubsäule war diesbezüglich Luxus per Knopfdruck auf der Fernbedienung pur :)

    Dennoch bevorzuge ich die Kurbelsäule.

    Abgesehen vom Laden und schleppen des Akkus hatte ich im Dunkeln immer mit den Strippen gekämpft, also ganz ohne Schatten ist auch die Hubsäule nicht.


    Das Kurbeln der Säule ist unproblematisch, solange sich die Kurbel nicht gerade auf der Rückseite befindet.

    Links und Rechts ist kein Problem, mit beiden Händen lässt sich die Last ohne aufwand heben und senken.

    Klar sind für große Winkelunterschiede viele Kurbelumdrehungen nötig, aber das ist eben so.

    Gestern bin ich wild am Himmel herumgesprungen, bei einer etwas geplanteren Beobachtungsnacht stellt man das Stativ so, dass die Kurbel optimal positioniert ist und man eher wenige Winkelsprünge macht.

    Fazit: Hat mich das Kurbeln gestört?

    Nein, nicht wirklich, auch wenn ich gestern viel gekurbelt habe und dazu teilweise auch aufstehen musste.

    Für mich ist die Kurbelsäule perfekt.


    Das Thema Vibrationen und Nachschwingzeit hätte ich fast vergessen, weil es nicht existent ist.

    Zumindest gestern war es das nicht, als ich die Ethos 17 bis 6mm verwendet - also bis zu 140x vergrößert habe.

    Ich war viel in der Nähe des Zenith unterwegs, und da ist mich nichts negatives aufgefallen, auch als ich dann extra mal am Bino gewackelt habe und die Reaktion im Okular beobachtete.

    Also auch hier absolute Zufriedenheit, klar an Mond und Planeten mit bis zu 240x wird es minimal mehr sein, aber weit entfernt von störend.


    Soviel also zur Mechanik, die in jeder Hinsicht überzeugt, aber was leistet das Ding denn nun optisch?


    Das Seeing war gestern nicht perfekt aber doch ziemlich gut.

    Vega zeigt fokal wie extrafokal null Farbe und die Beugungsringe extrafokal wie infrafokal sind einfach perfekt.

    Anfangs hatte ich etwas das Gefühl, die Sterne sind nicht diese Nadelstiche auf schwarzem Samt, wie ich sie mir erhofft hatte, aber das lag zum Einen am noch zu hellen Himmel, zum Anderen braucht wohl auch ein 150er Bino etwas Auskühlzeit.

    Nach einer halben Stunde war jedenfalls alles perfekt.


    In der Beurteilung der Leistungsfähigkeit an Objekten tu ich mich etwas schwer, es ist einfach schon Jahre her, dass ich zum letzten Mal durch ein ernsthaftes Instrument geschaut habe.

    Die mir gut bekannten "Kerzen" wie M31, M42 oder auch mein Lieblingsobjekt der Double Cluster waren gestern nicht zugänglich.

    Dafür habe ich zum ersten Mal M13 und M57 mit dem 150er APM gesehen


    M13 war im 10mm und 6mm wunderschön aufgelöst, in Sachen Helligkeit hätte ich mir aber mehr erwartet.

    Ohne direkten Vergleich ist das Schwierig, aber damals hatte ich ja M13 mit dem Doppelborg und dem C8 Bino verglichen wobei das C8 besser abgeschnitten hat.

    Mein damaliges Gefühl sagte mir, 6" Apo Bino ist mit dem C8 Bino gleichauf.

    Ob das wirklich so ist werde ich wohl nicht mehr herausfinden können :)


    M57 hingegen war beeindruckender, als ich erhofft hatte, wunderschön groß und ich hatte den sicheren Eindruck, dass der Ring bläulich war, was aber ja nicht sein kann, da M57 nicht blau ist.

    M81 / 82 wieder sehr nett, M51 beide Komponenten gut sichtbar, aber keine Spiralen.


    Natürlich habe ich wieder den StarSense Explorer eingesetzt und mir dieses Mal die Mühe gemacht ihn gleich zu beginn an einem Stern mithilfe des Kugelkopfes sehr genau auszurichten.

    Das hat sich gelohnt, der die Genauigkeit bleib den ganzen Abend über bestehen und war extrem gut.

    Erst gestern habe ich bemerkt, dass man in der Starsense App auch reinzoomen kann.

    Bisher hatte ich immer ein Objekt in die Suche eingegeben und das dann angefahren.


    Durch das Zoomen in der App ergeben sich aber völlig neue Möglichkeiten.

    irgendwann bin ich bei der Black Eye Galaxy gelandet und durch zoomen in der App tauchten rechts daneben die ganzen Galaxien des Virgo Haufens auf.

    Ich war hier mit 6mm (140x) unterwegs und habe eine Galaxie nach der Anderen in der App zentriert und sie dann direkt im Okular gesehen.


    Das war ein für mich völlig neues Beobachtungserlebnis, kein Suchen oder Starhoppen, sondern wie spazierengehen am Himmel und ein Objekt nach dem Anderen abklappern.

    Ich war extrem begeistert!


    Als es dann ziemlich dunkel war hat sich aber auch ein Nachteil der App gezeigt:

    Natürlich habe ich sie im Nachtmodus betrieben, aber die Statuszeile und auch die Taskbar unten im iPad sind dadurch unbeeinflusst hell und blenden.

    Das könnte man lösen, indem man statt dem Nachtmodus eine Folie verwendet, ich werde die Bereiche demnächst einfach mit schwarzem Isolierband abkleben.


    Die Weitfeldqualitäten des Binos für Sternhaufen kannte ich ja schon, und dafür ist es auch ganz sicher das perfekte Instrument.


    Gestern war ich hauptsächlich mit 6mm und 10mm unterwegs und wollte mal schauen, was es an den kleineren und schwächeren DS Objekten leistet.

    Und ja, die 8mm dazwischen fehlen und müssen unbedingt in den Okularkoffer. Oft war das 10x zu schwach und das 6x schon zu dunkel.


    Ich habe so viele Galaxien, Nebel und KS abgeklappert wie noch nie bei einer Beobachtung zuvor.

    Dabei ging es mir weniger um Details als um "kann ich das Ding erkennen" und es gab kein Objekt, das ich in der App ausgewählt habe und danach nicht zumindest als "smudge" im Okular gesehen habe.

    Viel mehr war es aber meist auch nicht, mehr als die grobe Form war nicht drin.

    Der Eulennebel war klar zu erkennen, aber halt auch nur ein grauer "Blob"


    Wie gesagt fehlt mir der direkte Vergleich zu anderen Instrumenten und ich habe auch schon sehr lange nicht mehr durch ein Teleskop geschaut.

    Klar weiss ich, dass ich keine Hubble Bilder in den Okularen erwarten kann und der Bino Effekt ist gerade bei den schwachen Galaxien deutlich.

    Immer wieder habe ich mir mal eine der Galaxien mit nur einem Auge angesehen, um den Eindruck zu bekommen, wie das ein einem 6" Refraktor etwa aussehen würde.

    Es ist als würde man beim beidäugigen Beobachten einen Vorhang wegziehen...


    Ich denke ich muss jetzt regelmäßig beobachten, auch um meine Augen wieder zu trainieren.

    Und ich muss das Bino direkt bei Treffen mit anderen Instrumenten vergleichen um zu sehen, was es wirklich leistet.


    Dennoch lag ich nach der Beobachtung noch lange wach und habe gegrübelt:

    Zwei C8 Edge HD, Zwei 2" EMS, Augenabstand über Verschieben der Tuben, Fokussieren am SCT. das alles auf den Fluidhead...

    Entgegen meinem ersten C8 Bino wäre der Aufbau durch Verwenden des Fluidhead statt der Gabel deutlich unkomplizierter und ein Edge HD dürfte auch nochmal leistungsfähiger als die alten orange tubes sein.


    Die Frage ist , würde sich das lohnen, es wäre dann nur für DS Objekte und vielleicht Planeten.

    Obstruktion und 4 Spiegelflächen "fressen" ja auch wieder Licht, wäre da ein spürbarer Gewinn gegenüber unobstruierten 6"


    Oder vielleicht zwei 210er Mewlon?


    Bitte redet es mir aus :)


    Grüße Jochen

  • ...mehr braucht man zu deinem letzten Beitrag nicht sagen... ;) ;) ;)

  • Ja, Winni, könnte man vermuten :)

    Aber ich denke es ist nur eine fixe Idee für den Moment, kaum hat man ein Projekt abgeschlossen fragt man sich: "Whats up next"


    Dennoch denke ich das Thema ist für mich durch.

    Ich hatte schon Spiegel, einen sehr guten 12.5" Dobson und auch C8 und C11 in Mono und Bino.

    Auch wenn die Erinnerung inzwischen ziemlich verblasst ist, ich weiss noch ungefähr, weshalb ich damals keinen Spiegel mehr haben wollte und ins Refraktor Lager gewechselt bin.


    Ich erinnere mich noch gut, dass das Doppel C8 an M13 mehr gezeigt hat als das 125mm Doppel Borg.

    An M31 z.B. waren aber beide fast gleichauf, denn da spielt der Kontrast eine größere Rolle.


    Per binokularer Addition entspricht das 6" Apo Bino einem 8" Mono und ein 8" SCT Bino würde etwa einem 10" Mono entsprechen

    Aber ein SCT hat halt auch wieder optischen Nachteile gegenüber einem Apo wie Obstruktion, Spiegelqualität etc.


    Ich glaube mich zu erinnern, dass es früher immer hiess ein 6" Apo zeigt in etwa das, was auch ein 8" SCT zeigt.


    Wie gesagt, ich denke nicht, dass der Gewinn so groß wäre den Bau und die Kosten zu rechtfertigen.

    Wirklich deutlich profitieren würden, wenn überhaupt, wohl nur die Globulars.


    Vielleicht habe ich auf einem Treffen ja mal die Möglichkeit ein C8 mit einem Tubus meines 150ers zu vergleichen ...


    Grüße Jochen

  • Hallo Jochen,


    ich denke auch: gucken, gucken, gucken ist ist erstmal angesagt :)


    Dass Du an M51 keine Spiralarme gesehen hast, deutet darauf hin, dass die Beobachtungsbedingungen Deinem Bino nicht angemessen waren ;) Das kenne ich, im Garten habe ich meistens um 5,5 mag Grenzgröße und da geht es mir mit dem 120er Bino ähnlich, unter gutem Himmel ist das dann gar kein Problem. Wenn M81 hoch steht, gehen dann auch die beiden Arme dieser Galaxie, ein echt toller Anblick! Mit 2x 150 mm geht das dann sicher auch bzw. bestimmt noch mehr :thumbup:


    Was auch hilft, ist eine angepasste Objektwahl und / oder Linienfilter für entsprechende Objekte. Bald kommt der Cirrus-Nebel schön hoch. Den solltest Du mal mit OIII-Filtern abscannen, das wird auch aus dem Garten heraus bestimmt super 8)


    Viele Grüße

    Andreas

  • Servus Jochen,


    du mußt vorsichtig sein hier nicht den falschen Weg einzuschlagen.

    Selber habe ich wunderschöne Beobachtungen mit dem 150er Fujinon von einem Regensburger Kollegen und auch in Namibia gemacht.

    Dafür sind solche Optiken gemacht!

    Du strebst hier wieder in Gefilde die eher Großoptiken vorbehalten sind, dann lieber einen 24er mit Binoansatz... ;)

    Wie Andreas schon schrub: dunkler Himmel ist das A und O für ein Fernglas, und mit sowas kann man ja leicht auf Reisen gehen... :thumbup:

    Ich kann mich an wunderschöne Bilder von M33 mit einem 6" Fernglas auf dem Almberg erinnern - sowas sollte dein Ziel sein und keine Kugelstenhaufen... dafür gibts anderes... :)


    lg

    Winni

  • Eben, ich muss die zu beobachtenden Objekte und meine Art zu Beobachten dem Instrument anpassen.

    Größer geht definitiv nicht mehr und ich kenne ja große Spiegel und weiss, dass auch die nicht alles zeigen.

    Die Entscheidung für 6" SD Bino wurde je bewusst mit diesen Erfahrungen getroffen.


    Jetzt heisst es raus auf den Acker und in die Berge, was ja zum Glück mit dem Instrument noch gut geht.

    Und im Garten auf die Highlights konzentrieren, die unter diesen Bedingungen Spass bringen


    Grüße Jochen

  • Hallo Jochen,


    vielen Dank für die ausführlichen und sehr ehrlichen Eindrücke.


    Von meiner Seite noch ein Blick zurück. Du hast über die Jahre viele Varianten durchdacht und dich dann für das APM 150 SD entschieden, weil es die Kombination von beachtlicher Öffnung und dank f/ 5.5 ein sehr großes Gesichtsfeld bietet. So ein Gerät mit 17 mm Ethos oder Kasai 32 mm bietet bei einer ganzen Zahl von Objekten - auch besonders schönen - sicherlich einen einzigartigen Anblick, z.B. die Sommermilchstrasse, vor allem der südliche Adler, Skorpion und Schütze aber auch zenitnah im Schwan gibt es tolle Regionen, einfach mit dem Bino über den Himmel wandern. Auch bei Galaxien und Kugelsternhaufen finde ich 6 Zoll unter ganz dunklem Himmel schon sehr eindrucksvoll. Um wirklich sehr viel mehr zu sehen, benötigt man denke ich binokular schon 10 Zoll, und selbst das ist kein Quantensprung.


    ich wünsche dir transparente, dunkle Nächte und viel Spaß


    Thomas

  • Hallo Thomas,


    ja, Du hast Recht, die Entscheidung fiel damals durch direkte Vergleiche mit einigen Optionen, nur verblasst die Erinnerung mit der Zeit und man kommt dann wieder auf Dumme Gedanken :)


    Aber das Thema ist endgültig durch, es war nur das für mich übliche nach der ersten Begeisterung "da muss doch noch mehr gehen"
    Aber da geht halt nicht mehr, zumindest nicht realistisch.

    Wie Du schon sagst müssten es schon binokulare 10" sein und selbst das wäre kein dramatischer Sprung.


    Von Größe, Gewicht und Handlichkeit wäre aber nur ein Doppel C8 noch im Rahmen des Erträglichen und wenn mir von damals etwas in guter Erinnerung geblieben ist, dann der atemberaubende M13 im Doppel C8

    Andererseits waren Galaxien im Doppel C8 eher schlechter als im DoppelBorg, da fehlte es einfach an Kontrast.

    Dass das C8 Bino an M13 so toll ist verwundert nicht, ein C8 entspricht rechnerisch von der reinen Lichtleistung her 175mm Öffnung.
    Das mal 2 ergibt durch binokulare Addition 245mm Öffnung, das ist schon ne Ansage.

    ABER: Laut meinen Recherchen gestern insbesondere bei CN fand ich mehrfach die Aussage, dass die Öffnung eines C8 zwar 175mm entspricht, vom Kontrastverhalten her entspricht es aber eher einem 130mm APO
    Und genau das erklärt auch die Unterschiede, die ich damals gesehen habe, für nen Kugelsternhaufen brauche ich keinen besonders großen Kontrast, da brauche ich Licht und Auflösung.


    Jedes Teleskop ist ein Kompromiss und das 150SD ist für mich der Beste.


    Ich werde das Instrument nun so viel wie möglich benutzen und geniessen, wohlwissentlich, dass es für mich das Ende der Fahnenstange ist.


    Vielleicht wären irgendwann mal 2 Restlichtverstärker in den Okularauszügen ganz nett um den Galaxien und Nebeln auf die Pelle zu rücken.

    Allerdings sind die Kosten dafür aktuell auch noch exorbitant...


    Grüße Jochen

  • Inzwischen sind 2 Stück Ethos 8mm an mich unterwegs, um die letzten Lücken im Okularkoffer zu füllen und damit ist das Projekt für mich dann auch wirklich abgeschlossen - fast :)


    Im letzten Satz meines letzten Postings habe ich ja schon einen Hinweis gegeben wohin die Reise gehen könnte

    In den letzten Tagen habe ich mich intensiv mit dem Thema Restlichtverstärker befasst und mit einigen Nutzern, auch an Doppelrefraktoren, ausgetauscht.


    Die Geräte sind vor allem im roten Bereich extrem effizient, prädestiniert also für Nebel und PN

    Der Pferdekopfnebel z.B. ist so etwas wie das Paradeobjekt und ist schon im 60mm Refraktor mit Restlichtverstärker sichtbar.

    Bei Galaxien ist die Effizienz durch das weisse Sternenlicht zwar geringer, aber man spricht auch da immer noch von einem Seheindruck, der der doppelten Apertur entspricht.


    Ich habe deshalb beschlossen diesen Weg zu gehen, es bedeutet eine massive Vergrößerung der "Öffnung" bei gleicher Größe und Gewicht des Beobachtungsinstrumentes.

    Night Vision wird mir Objekte zeigen, die ansonsten völlig unerreichbar wären.


    Man kann darüber streiten, ob das noch live Astronomie ist.

    Für mich ja, denn es ist analog.

    Digitale Verstärkung mit Kamera, Bildschirm und Rechner wäre für mich kein echtes Liveerlebnis mehr.


    Sehr spannend sind diese Restlichtverstärker auch ohne oder mit kleiner Optik (Fernglas) davor bei Vergrößerungen von 1x bis 10x

    User berichten von atemberaubenden Anblicken der Milchstrasse und auch Meteoriten lassen sich damit wunderbar bis zum Zerbrechen in Einzelteile beobachten.


    Der Pferdefuss der Sache ist definitiv der Preis, insbesondere wenn man binokular unterwegs ist und wirklich gute Röhren haben möchte.


    Die Gedanken an ein größeres Teleskop oder gar Bino sind damit völlig vom Tisch.

    Sollte mir das 150er irgendwann zu mühsam zum Benutzen werden ist sogar eine Verkleinerung denkbar, ohne zu große Einbußen hinnehmen zu müssen.


    Grüße Jochen

  • Die Würfel sind gefallen, ich werde die Apertur meines Binos mithilfe von 2 OVNI-M Restlichverstärkern etwas vergrößern:


    https://www.ovni-nightvision.com/en/content/11--ovni-m-


    Hier ein Link zu einem Nutzer, der 2 Restlichtverstärker im 100mm EMS Bino einsetzt:


    https://www.cloudynights.com/t…7-night-vision-binoscope/


    Aber auch ohne zusätzliche Optik kann man mit solchen Dingern viel Spass haben:


    https://www.cloudynights.com/t…-night-vision-binoculars/


    Dank dem C-Mount Anschluss kann man natürlich auch jede Menge Cine Objektive zum Einsatz bringen.


    Hier mal ein paar Beispiele, was solche Geräte an einem C11 liefern, da werde ich mit binokularen 150mm zwar nicht ganz hinkommen, aber vielleicht zumindest in die Nähe:


    https://www.cloudynights.com/t…-night-vision-binoculars/


    Bis es soweit ist werden aber noch ein paar Monate ins Land gehen, ich muss erst noch ein "fundraising" starten :)


    Grüße Jochen

  • Doch Winni, daran hat sich auch nichts geändert.


    Aber inzwischen können die Europäer auch Verstärkerröhren bauen, die mindestens auf dem gleichen Niveau sind wie die US Röhren - nur preislich leider nicht.

    Diese europäischen Röhren dürfen innerhalb der EU verkauft und benutzt werden.


    Kompliziert wird es, wenn man mit so einem Gerät über die Grenze will.

    Einreise in die USA geht wohl gar nicht, EU halbwegs unproblematisch aber Schweiz und UK wahrscheinlich auch schwierig bis unmöglich.


    Grüße Jochen

  • Hallo Jochen, Hallo Winni,


    ich denke, dass die Entwicklung eh über kurz oder lang in diese Richtung gehen wird – zumindest im Bereich DS. Bis allerdings die Röhren in der Auflösung an rein optische Okulare heranreichen, dürften noch einige Jahre vergehen. Außerdem ist es auch eine Frage des zahlenmäßig ausreichenden Bedarfs, damit ein Unternehmen die F&E-Kosten auf sich nimmt, um so etwas herzustellen. Die paar visuell beobachtenden Amateurastronomen weltweit sind leider ein viel zu kleiner Haufen im Vergleich zu den Armeen dieser Welt, die so etwas brauchen, um ihren Gegnern überlegen zu sein, und die setzen dabei ganz andere Prioritäten.


    Aber ja, vielleicht haben wir Glück und es geht doch schneller als ich befürchte. Und natürlich leide ich unter perfektionistischem Anspruchsdenken. Das heißt, dass ich die DSO dann auch wirklich in Farbe sehen möchte, in einem möglichst weitwinkligen Sehfeld, ohne Randunschärfe und den heute noch üblichen Helligkeitsabfall. Feldschärfe? So wie ich das von optischen Okularen gewöhnt bin. Also nadelspitze Sterne.


    Ganz ehrlich, ich glaube das werden wir älteren Knaben kaum noch erleben. Wobei ich Dir natürlich Recht gebe, Jochen: Es wäre schön, wenn die Beobachterei nicht eines Tages am Gewicht der Instrumente scheitert. Bei mir ist es zwar nur das 120er, aber das wiegt auch so viel wie ein voller Wassereimer und muß präzise aufgesetzt werden. Ich fürchte, die Hälfte der Achtzigjährigen würde daran scheitern.


    CS, Jörg

  • Hallo Jörg,


    genau diese Gedankengänge hatte ich auch und auch mir läuft die Zeit davon.


    Natürlich würde ich nadelfeine Sterne und farbige Nebel bevorzugen, bin aber auch bereit Kompromisse einzugehen.

    Schaue ich Sternhaufen oder Planeten benutze ich Glasokulare und freue mich an der perfekten Optik und den Farben.

    Daran wird sich grundlegend nichts ändern und NV kann das auch nicht ersetzen.


    Bei Galaxien oder Nebeln bin ich gerne bereit auf Farbe zu verzichten und brauche im Umfeld auch keine perfekte Sternabbildungen, ich freue mich dann schon wenn ich Strukturen live sehen kann, die sonst nur auf Langzeitbelichtungen sichtbar werden.


    Ich sehe NV als Ergänzung zur Beobachtung mit Glasokularen.


    Die Auflösung guter Röhren ist inzwischen schon sehr gut, ab 64 Linien pro Millimeter sieht man eh keinen Unterschied mehr.

    Auch gibt es Röhren mit sehr geringer Szintilation und bei Binobenutzung rechnet unser Hirn eh fast alles weg.


    Für mich ist das ästhetische Live Erleben der wunderbaren Dinge im Universum der elementare Bestandteil des Hobbys.

    Man kann darüber streiten, ob verstärkte Photonen auf einem Phosphorschirm noch live ist, für mich ist das aber noch nah genug dran, auch weil es analog ist.

    Auch sind diese 300 Gramm schweren Restlichtverstärker ja von der Haptik wie Okulare.


    Für mich sind das die Gründe jetzt auf den Zug aufzuspringen, der Nachthimmel begeistert mich schon seit meiner Kindheit und nun Dinge sehen zu können die ich sonst nur von Bildern kenne ist mir die Sache wert.

    Da ich nicht weiss wie viel Zeit mir noch bleibt will ich auch nicht auf andere oder bessere Technologien warten sondern jetzt erleben und geniessen.


    Praktisch alle Nutzer von NV Geräten sagen, dass sie dadurch zu 80% nur noch mit 1x Vergrößerung, also dem Gerät ohne Zusatzoptik oder mit kleinen C-Mount Objektiven für Vergrößerungen 3x oder 6x aus der Hand beobachten.


    Ich kann mir gut vorstellen, dass das bei mir auch so sein wird.

    Den Himmel vom Garten aus so oder wahrscheinlich noch besser zu sehen als in der Atacama Wüste kann schon Suchtpotential haben...


    Klar, digitales NV wird große Sprünge machen und kann Farbe.

    Dieses Video mit einer Sony Kamera aufgenommen zeigt eindrucksvoll wohin die Reise gehen wird:


    https://www.youtube.com/watch?v=9QaISenx_CA


    Aber das ist dann für mich auch kein Liveerleben mehr, da ist eine Kamera, ein Bildschirm und dazwischen ein Rechner nebst Kabeln.

    Da ist für mich dann der Unterschied zum reinen Youtube gucken nicht mehr groß.


    Grüße Jochen

  • Hallo Jochen,


    Deine Motive in Sachen NV kann ich sehr gut nachvollziehen, und ich bewundere die Konsequenz, mit der Du Dich nach neuen Erkenntnissen an die praktische Umsetzung machst. Als Ergänzung zu optischen Okularen sind die aktuellen Röhren natürlich eine enorme Bereicherung. Mich schreckt ehrlich gesagt nur der hohe Preis ab. Genauer gesagt der hohe Preis im Verhältnis dazu, wie schnell diese durch den technischen Fortschritt überholt werden. Wenn ich bei Optik das Beste am Markt kaufe, bin ich relativ sicher, dass das auch in 20 Jahren noch Spitze ist. Bei Elektronik habe ich dagegen nach 20 Jahren nur noch Schrott. Und selbst wenn der dann noch funktioniert, bekomme ich zu dem Zeitpunkt ungleich mehr Leistung für weniger Geld.


    Aber der Wunsch, bestimmte Tendenzen und Entwicklungen noch mitzuerleben – und sei es nur in den Anfängen – ist gut zu verstehen. Da spielt wahrscheinlich auch die Sonderstellung unserer Generation eine Rolle, genau an der Schnittstelle vom analogen zum digitalen Zeitalter zu leben. Wir kennen das Alte noch zu gut, um das Neue als selbstverständlich hinzunehmen. Dadurch sind wir uns viel stärker der Faszination bewußt und verbinden die Vorteile beider Zeitalter miteinander, während die digital natives nur mit den Schultern zucken.


    Egal, ich bin gespannt, wie es bei Dir weitergehen wird, Jochen. Und ich bin auch ein bisschen erleichtert, dass es bei Dir nun doch nicht mehr Binoöffnung werden soll. Ich kenne solche Versuchungen. Das ist ein Virus, gegen den es keine Impfung gibt und den man nur mit sehr viel Vernunft und Überlegung besiegen kann.


    CS, Jörg

  • Hallo Jörg,


    bis vor Kurzem hätte ich auch niemals gedacht nochmals viel Geld oder gar doppelt so viel wie für das 150er auszugeben, aber diese Restlichtverstärker bieten bei minimaler Größe und Gewicht eine unglaubliche Bereicherung.

    Das empfinde ich als extrem verlockend und die Bilder sowie Berichte von Usern sprechen für sich.


    Und gerade weil es eben keine Elektronik ist finde ich es so spannend, klar brauchen die Röhren Strom aber die eigentliche Verstärkung ist rein analog.


    Bei digitaler Nachtsicht gebe ich Dir recht, da ist die Technik wohl alle 2 Jahre überholt aber diese Verstärkerröhren sind ausgereift und die Technologie eher am Ende der Entwicklung angekommen, die Zukunft wird digital sein.


    Klar werden noch ein paar bessere Röhren kommen die noch mehr verstärken und weniger flimmern, aber die Fortschritte werden marginal sein.

    Spätestens wenn das Militär auf digitale Technik schwenkt ist es mit Weiterentwicklung der Restlichtverstärker endgültig vorbei.


    Zum Glück haben die Röhren eine extrem hohe Lebensdauer, für mein rechtliches Leben reicht ein Satz Röhren locker aus.


    Nein, mehr Öffnung wird es für mich ganz sicher nicht geben.

    Eher wird es irgendwann kleiner, es gibt bereits User, welche diese Restlichtverstärker mit dem APM 120SD nutzen und gerade bin ich mit jemanden in Kontakt, der diesen Schritt auch dieses Jahr noch gehen wird.


    Man wird sehen müssen wie wichtig die Öffnung sprich produzierte AP für die Verstärker ist, dazu gibt es ganz unterschiedliche Aussagen.


    Grüße Jochen

  • Mission completed :)




    APM XWA 3.5 und 4.7mm

    Ethos 6mm - 17mm

    Kasai 32mm


    Das war es dann in Sachen Glas :)


    Grüße Jochen

  • Das war es dann in Sachen Glas

    Hallo Jochen,


    das ist eine schöne Auswahl an Okularen. :)


    Darf ich fragen, warum du keine Staubkappen auf den Okularen hast? Ich habe meine Okulare auch so im Okularkoffer, aber mit den Staubkappen drauf. Kriegst du so nicht immer Fusel auf die Okularlinsen? Würde mich interessieren.


    LG Christian

  • Hallo Christian,


    ich habe ja alle Okulare oben abgedreht, um für die binokulare Nutzung mehr "Nasenfreiheit" zu bekommen.

    Deshalb passen die Staubkappen nicht mehr.

    Außerdem habe ich auch keine Lust beim Okularwechsel auch noch mit den Kappen hantieren zu müssen.

    Letzten Endes ist der Kofferdeckel die große Staubkappe für alle Okulare und der geschlossenporige Schaumstoff fussert auch nicht.


    Grüße Jochen

  • Gestern Nacht war es wieder soweit, der Mond zeigte eine schmale Sichel und ging früh unter, die Vorhersage war vielversprechend:



    Ich war von 22 Uhr bis 1 Uhr draussen und am Ende der Session war die Milchstrasse mit bloßem Auge zu sehen.

    Dennoch war der Himmel nicht richtig dunkel, speziell Richtung Osten sieht man die Lichtglocke des 30km entfernten Mannheim doch deutlich.


    Zum Warmlaufen in der Dämmerung beobachtete ich den Mond mit allen mir zur Verfügung stehenden Okularen.

    Jede Vergrößerung von 25x bis 240x hat ihren Reiz, im Laufe der Beobachtung konnte ich auch noch eine Sternbedeckung durch die Dunkle Mondscheibe beobachten - sehr imposante Himmelsmechanik live.

    Gestern war auch abgeschattete Teil des Mondes leicht erhellt und man konnte so immer die komplette Kontur sehen, was ich sehr mag.

    Besonders toll ist der sehr fein auslaufende Teil des Terminators an dessen Enden, das macht mit hoher Vergrößerung richtig Spass.

    Das Seeing war wirklich gut und die 240x problemlos nutzbar, ich bevorzuge aber doch die 180x, das Beobachten ist damit deutlich entspannter.


    Wirklich schön sind die 100° Okulare, die mir immer einen sehr großen Bereich zeigen.

    Etwa in der Mitte des beleuchteten Bereichs waren einige sehr interessante Strukturen und hier sieht man mit 2 Augen einen sehr deutlichen und tollen 3D Effekt.

    Das Bild wirkt regelrecht plastisch.

    Der direkte Vergleich mit einem zugekniffenen Auge macht den Unterschied sehr deutlich.


    Das sind die Momente in denen ich weiss, mit dem 150er Bino die richtige Entscheidung getroffen zu haben.


    Ich machte dann eine Pause um abzuwarten, bis der Mond hinterm Berg verschwunden ist und der Himmel dunkler wurde.


    Dann habe ich als erstes natürlich kurz den StarSense an einem hellen Stern eingerichtet, das mache ich inzwischen mit dem Kugelkopf und nicht mehr in der App.

    Das geht schneller und ist genauer.

    Danach muss man sich um die Software keine Gedanken mehr machen, die Treffgenauigkeit ist 100%


    Zum Stativ und Fluidhead muss ich nicht mehr viel sagen.

    Das Stativ wird mit den 3 Schrauben an den Füssen einmal ins Wasser gestellt und der Fluidhead einmal ins Gleichgewicht verschoben, dann sind die ganze Beobachtungszeit keine Änderungen mehr notwendig.

    Man kann die Technik dann einfach vergessen und nur noch benutzen.

    Die Leichtigkeit, mit der das schwergewichtige Bino in beiden Achsen bewegt werden kann und nach dem Loslassen in jeder Position stehen bleibt ist immer wieder unfassbar gut.

    Auch die Kurbelsäule funktioniert perfekt, ich habe speziell nich mal darauf geachtet, das Kurbeln ist für mich keine unangenehme oder anstrengende Prozedur, es geht in beiden Richtungen extrem leicht und gehört dazu wie das Schwenken des Binos.


    Natürlich habe ich auch wieder Sterntests mit beiden Tuben gemacht, das ging gestern besonders gut denn so ein gutes Seeing hatte ich bisher noch nicht.

    Beide Optiken sind absolut perfekt, aber das wusste ich ja schon vorher


    Da ich mich auf die Beobachtungsnacht nicht vorbereitet habe nutze ich den Starsense - dieses mal mit vorher komplett auf rot geschaltetem Display, zur Objektsuche.

    Dazu zoome ich in die App rein bis mir Galaxien, Sternhaufen und Nebel angezeigt werden, diese fahre ich dann nacheinander an und bin gespannt, ob ich sie in den Okularen sehen kann.

    Das klappt wirklich hervorragend und ich kann mir wirklich nichts besseres Vorstellen um schnell, unkompliziert und treffsicher auch schwache Objekte anzufahren.


    Leider stehen die meisten Objekte inzwischen schon wieder tief, die Virgo Galaxien zusätzlich auch in der Lichtglocke von Mannheim.

    Dennoch war ich erstaunt alle von der App angezeigten Galaxien deutlich in den Okularen sehen zu können.


    M81/82 musste ich natürlich auch besuchen, auch wenn diese nicht mehr so schön im Zenith stehen wie bei der letzten Beobachtung.

    Hier habe ich auch mit den Vergrößerungen gespielt und ging bis 140x, wo der Hintergrund dann auch schön dunkel wird.


    Besondere Highlights waren die Bumbbell Galaxie und M57, auch hier habe ich mich durch die Vergrößerungen gearbeitet um Erfahrungen zu sammeln.


    Früher war der Okularwechsel immer eine aufwändige Geschichte.

    Instrument klemmen, Umstecken, Stern zum Fokussieren suchen, Fokussieren, Objekt wieder aufsuchen.

    Vor allem der letze Punkt war bei höheren Vergrößerungen nicht immer einfach.

    Heute ist das dank Starsense völlig unproblematisch ich kann mir auch einen weiter entfernen Stern zum Fokussieren wählen und dank der App bin ich in einer Sekunde wieder im Zielbereich.

    Die Nacht besteht nun wirklich aus Beobachten und nicht aus Suchen...


    Nebel konnte ich keinen einzigen im Okular erkennen, aber das hatte ich auch nicht erwartet.

    Dazu bräuchte ich einen deutlich dunkleren Standort und müsste auch Filter einsetzen.

    Aber diesem Bereich werde ich ja bald mit dem Restlichtverstärker auf die Pelle rücken :)


    Gegen Ende der Session sind auch der Doppelhaufen und Andromeda hinter den Bäumen Richtung Norden aufgetaucht und natürlich musste ich das noch mitnehmen.


    Hi/Chi wie immer traumhaft schön, egal ob mit 25x und viel Feld drumrum oder mit 140x feinste Sterne beobachten, es ist eine reine Freude.

    Auch M31, M32 und M110 begeistern mich immer wieder.


    Richtig irre ist es auch mit den Ethos 17 und 13 einfach nur durch die Milchstrasse zu wandern, da gibt es so unglaublich viele feine und wunderschöne Details sowie Sternmuster und verschiedene Sternfarben zu entdecken, auch beim Farbenspiel von Albireo habe ich einige Zeit verbracht.


    Wirklich beeindruckend ist die Optische Qualität des Binos.

    Wenn man sich beim Fokussieren die nötige Zeit nimmt sind die Sterne wirklich nadelfein, was mir extrem gut gefällt und ein wichtiger Grund für einen Doppelrefraktor war.


    Diese Session war für mich nochmal mehr ein Testlauf als ernsthaftes Beobachten.

    Ich sprang von Objekt zu Objekt, habe mit der Technik gespielt um sie noch besser kennen zu lernen und suchte die Limits.

    Ich kann ohne Einschränkung sagen, dieses Bino und dieses Setup macht zu 100% genau das, was ich mir gewünscht habe und eigentlich nicht dachte, dass es in dieser Perfektion möglich sein würde.

    Der Einzige Pferdefuss ist das Gewicht, aber das wusste ich ja vorher

    Den inneren Schweinehund zu überwinden um Aufzubauen ist definitiv ein Thema, ich muss mir mal Gedanken machen, wie ich Stativ, Säule und Fluidhead permanent aufgebaut lassen kann und nur noch Bino und Okularkoffer Tragen muss.


    Meine Berichte werden jetzt auch weniger werden, ich denke zum Bino und der Technik ist alles gesagt.

    Es wird da auch keine Veränderungen mehr geben, da ich in keinem Bereich mehr Optimierungspotential sehe.


    Zukünftig werde ich dann nur noch von speziellen Beobachtungen genauer berichten um das Potential des Binos selbst zu beleuchten.


    Grüße Jochen

  • Hallo Jochen,


    das ist ein sehr schöner Bericht und zeigt deutlich, daß Du am Ziel angekommen bist. Mannheim liegt aber doch im Westen von Dir - jedenfalls azimutal ?


    Genieße Deine großartigen Möglichkeiten und lass uns durch Deine Berichte weiterhin daran teilhaben. Das große Bino leistet etwas, was sich fast alle von uns nur vorstellen können und so nicht selbst erfahren.


    Beste Grüße


    Dietmar

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