APM 150mm 90° SD Bino

  • Hallo Jörg,


    danke für den Link mit den Klemmen, komisch, dass ich sowas nie entdeckt habe...


    Die Berlebach Säule hat zwar den selben Durchmesser, ich glaube aber nicht, dass sie wirklich vergleichbar ist.

    Die Chinasäule läuft auf 9 einstellbaren Kugellagern, das Getriebe sieht wirklich professionell aus und greift sehr breit in die Zahnstange ein.

    Hier habe ich meine Säule mal teilzerlegt und Bilder eingestellt:


    https://www.cloudynights.com/t…geared-column/?p=11022007


    Die Berlebachsäule ist wohl gleitgelagert und das Spiel stellt man ein, indem man den Kopf auf der ganzen Länge mit einem Drehgriff klemmt.


    1023194923.jpg


    Mir schein auch der Eingriff der Zähne schmaler zu sein.


    Grüße Jochen

  • Hallo Jochen,

    aber ich frage mich jedes mal, schaffe ich das in 10 Jahren auch noch?

    Die Frage stelle ich mir bei meinem TEC 180 auch jedesmal. 25 kg , die vor jeder Beobachtung in 1,7 m Höhe auf die Montierung gesetzt werden müssen. Und das direkt über der Balkonbrüstung! Nach einer Op war das mal vier Monate lang gar nicht möglich. Aber die Montierungen (AP 900 und Omega) sind permanent draußen. Dadurch entfällt das Hantieren mit den schweren Gegengewichten. Das Bino ist dadurch ganz schnell einsatzbereit. Verpackt sind die Montierungen dreischichtig:



    Das ist langjährig erprobt. Keine Korrosion und keine Elektronikausfälle.


    Schwingungen durch die Gegengewichte konnte ich noch nicht feststellen. Kritischer sehe ich, dass im Fall eines 150er Binos auf Omega eine Ruhemasse von ca. 80 kg überwunden werden müsste. Und da würde man sich beim Nachführen die Nase brechen.😉


    CS, Jörg

  • Hallo Jörg,


    leider muss man Refraktoren mit 6" aufwärts wegen der Baulänge so hoch heben, sonst müsste man ja bäuchlings auf dem Boden liegend beobachten :-)

    Der Hebelarm ist halt sehr lang :-(


    Darin sehe ich einen großen Vorteil der Binos, die sind immer noch recht kurz.

    Ich muss meins nur 80cm hoch heben um es dann in die Schnellkupplung setzen, wo es automatisch verriegelt wird.

    Mit den 48cm Hub der Säule kann ich dann sitzend bis zum Zenith beobachten.

    Das ist übrigens noch ein wichtiger Unterschied zur Berlebach Hubsäule, die hat nur 35cm Hub...


    Ich habe mir heute so ein blaues Regenfass bestellt.

    Das werde ich etwas anpassen und dann über Fluidhead, Hubsäule und Stativ stülpen, um zumindest in Schönwetterphasen nur noch das Bino selbst und die Okulare schleppen zu müssen.

    Ich habe auch schon über eine Kuppel nachgedacht, aber für ein Bino sind die nicht ganz so praktisch und etwas unflexibel.

    Hoffentlich habe ich noch ein paar Jahre Zeit mir etwas auszudenken, bis mir das Schleppen zu heftig wird ...


    Grüße Jochen

  • Hallo Jochen,


    beim Regenfass bitte die Kondenswasserbildung bedenken. Die setzt ganz schnell ein, wenn das Fass mit der Öffnung nach unten auf dem nie ganz trockenen Boden steht. Meine Hüllen sind nach dem Funktionskleidungsprinzip ausgewählt. Zu unterst eine Hülle aus Kunstfaser-Kuscheldecke, die die Feuchtigkeit von der Montierung wegtransportiert. Darüber eine Hülle aus Lkw-Plane bzw. Gizmos 360 als Regenschutz. Und ganz außen eine Rettungsdecke für Wärmereflexion und Temperaturwechselausgleich. Die Rettungsdecken halten etwa drei Monate, dann macht sie das UV-Licht kaputt. Aber alles andere ist langlebig. Nach unten sind die Hüllen nicht völlig abgedichtet (nur mit Gummischnur gesichert), so dass noch etwas Luftaustausch möglich ist. Im Sommer, wenn ich mir am Zinkblech der Balkonbrüstung fast die Hand verbrenne, ist es unter den Hüllen gerade mal handwarm.


    Vorschlag: Hülle aus Kuscheldecke über Säule und Fluidkopf, darüber das Fass mit etwas Abstand des Rands zum Boden, Windsicherung, hochreflektierender Anstrich (?).


    Wenn Geld keine Rolle spielen würde, müsste man ein so großes Bino eigentlich in eine Allskykuppel stellen. Aber in dem Fall würde ich dann gleich den Doppel-TEC 180 FL nehmen. - Ach, das sind so Rentnerträume. Bitte nicht ernst nehmen.


    CS, Jörg

  • Hallo Jörg,


    das Fass wird nicht auf dem Boden aufstehen, der untere Bereich der Stativbeine bleibt der Witterung ausgesetzt, die können das ab.

    Es kommt also von unten Luft ins Fass.

    Dennoch werde ich das beobachten und eventuell den Boden oben aufschneiden und mit etwas Abstand ein größeres Regendach montieren, dann kann der Wind sogar komplett durchpusten.


    Elektronik ist ja keine vorhanden, der Fluidhead ist eh für den Einsatz unter widrigen Wetterbedingungen konzipiert und auch bei der Kurbelsäule ist nichts feuchtigkeitsempfindliches verbaut.

    Deshalb sehe ich da keine Probleme.


    Auch wenn ich Pläne für ein noch größeres Bino inzwischen ad acta gelegt habe, darüber nachgedacht habe ich sehr lange.

    Mein 125er Bino bestand ja aus 2 getrennten Tuben, die man auf der Montierungen wiederholbar und passgenau zusammensetzen konnte.

    So könnte man bei einem großen Bino beide Tuben getrennt transportieren und handhaben.


    Wenn man so was angeht, dann muss sich der Zugewinn auch lohnen, sprich 200mm Öffnung sollten es dann schon sein.

    Das viel größere Problem sehe ich in der daraus resultierenden Brennweite und der Länge der Tuben, das wäre dann mindestens das Doppelte wie beim 150er APM

    Dafür benötigt man dann eine Hubsäule mit fast einem Meter Hub und da wird es dann langsam richtig teuer, denn sowas gibt es wiederum nur von der Filmindustrie zu entsprechenden Apothekenpreisen.

    Auch der Fluidhead, der dieses Gewicht noch trägt, wäre nicht mehr gebraucht bei Ebay als Schnäppchen zu finden.


    Nein, für mich ist das Thema durch, 150mm binokular entsprechen mindestens 8" monokular, das ist als SD Refraktor schon ne ganze Menge.

    Und bei diffusen und nebulösen Objekten ist der Zugewinn ja sogar noch höher...

    Das muss reichen und ist zumindest mein persönliches Limit, das sich auch noch an dunkle Orte transportieren lässt.

    Was ich damit nicht sehen kann kann ich halt nicht sehen :-)


    Grüße Jochen

  • Hallo Jochen,


    ich gebe Dir völlig recht, das 150er ist als transportables Bino das Ende der Fahnenstange. Natürlich könnte man theoretisch mit noch größeren Geräten auf den Acker fahren. Aber will man das? Und wie oft würde man das in der Realität tatsächlich tun? Ich ertappe mich dabei, dass ich lieber mit dem Miyauchi ins Dunkle fahre, als rund 50 kg Ausrüstung ins Auto zu buckeln. Deshalb ist das 120er auch mein Bino der Vernunft, selbst wenn es natürlich gewaltig in den Fingern juckt, auf 150 mm aufzurüsten.


    Der TEC 180 hat in Verbindung mit High-End-ADC, Binoansatz und Flattener den Vorteil der größeren Vielseitigkeit. Weil ich nicht nur visuell und im DS-Bereich unterwegs bin, macht ihn das in meinem Fall unverzichtbar. Ich weiß nicht, wie ich in zehn Jahren drüber denke, aber im Moment will ich die Astrofotografie noch nicht aufgeben. Das 120er Bino ist dazu eine schöne, auf dem Balkon wesentlich schneller aufgebaute Ergänzung.


    Deine Idee, den Boden des Regenfasses herauszuschneiden und ein unterlüftetes Dach drauf zu setzen, finde ich gut. In Verbindung mit dem unten offenen Fass entsteht dann ein Kamineffekt, der Kondenswasser zuverlässig verhindert. Und wenn Du den Unterbau nicht 365 x 24 draußen lässt, dürften die Statvbeine das auch problemlos vertragen. (Ich hab einen pulverbeschichteten Schaltschrank seit 15 Jahren permanent draußen und mittlerweile kreidet die Pulverbeschichtungetwas ab.)


    CS, Jörg

  • Hallo Jochen, Jörg,


    Wie ihr wisst, bin ich ja mit einem Bino mit deutlich mehr als 150mm Öffnung hochmobil... gut, es ist kein Doppelrefraktor, aber auch dafür halte ich das keineswegs für aussichtslos. Der 180er TEC wiegt auch nicht mehr als einer meiner 10"-Newtons.


    Voraussetzung ist aus meiner Sicht (neben dem nötigen Kleingeld), dass kein Einzelteil schwerer wird als 20kg, das sollte aber zu schaffen sein. Jochen, Dein 125er Bino weist da den Weg mit der Zentralmontierung, an der die Teleskope einzeln befestigt werden. Das hinreichend reproduzierbar hinzubekommen, ist überhaupt kein Problem.


    Ich würde allerdings erwarten, dass man von Hubsäule auf "Dobsonleiter" umsteigen und vielleicht gewisse Abstriche bei Einblickhöhe und Erreichbarkeit des Zenits machen muss. Sonst bleibt irgendwann nur das auf einem Unimog fest installierte Observatorium...


    Wo wir schon beim Träumen sind, hier noch ein Link...:


    https://www.professional-teles…ates/LZOS-30cm-Super-Bino


    Viele Grüße, Holger

  • Hallo Holger,


    ja, ich sehe die 20 Kilo auch ungefähr als Grenze, wobei es auch noch etwas auf die persönliche körperliche Verfassung ankommt und wie handlich die Teile sind.


    Ich habe jetzt gerade nochmal nachgewogen, das Stativ mit Säule und Fluidhead wiegt 26 Kilo.

    Das trage ich aktuell noch gut am Stück, weil man die Beine des Stativs gut greifen kann.

    Aber der Fluidhead mit seinen 10 Kilo ist per Schnellspanner an der Säule befestigt, das ist auch ratzfatz getrennt, dafür läuft man dann halt einmal mehr.


    Das 150er Bino mit seinen 22 Kilo ist dank des sehr langen Handgriffs, den man auch mit beiden Händen sehr gut greifen kann, extrem gut zu handhaben.

    Ich muss das Bino ja dank der Kurbelsäule auch maximal 100cm hoch heben, das ist kein Problem.


    Prinzipiell wären getrennt montierbare Tuben mit je 20 Kilo denkbar, aber einzelne Tuben sind ziemlich unhandlich, auch weil sie keine Griffe haben.

    Und ein 180er hat deutlich mehr Brennweite und damit Tubuslänge, man müsste sie also auch deutlich höher heben, zumindest wenn man wie Du vorschlägst statt einer Hubsäule mit einer Leiter arbeiten würde.

    Die Hubsäule hat ja auch den Vorteil, dass man das Instrument recht niedrig montieren kann und dann hochkurbelt.

    Einen 20 Kilo Tubus der schlecht zu greifen ist in vielleicht 1,5m Höhe oder mehr in einer Montierung zu fixieren stelle ich mir nicht spassig vor.


    Auch die Leiter sehe ich prinzipiell kritisch.

    Wenn man im Alter schwächer wird und weniger tragen kann lässt meist auch die Standsicherheit nach.

    Ich weiss nicht, ob ich dann noch im dunkeln auf ner Leiter stehen mag...


    Ich denke eher, es wird irgendwann auf eine permanente Montage mit Hütte oder Kuppel hinauslaufen müssen.


    Grüße Jochen

  • Hallo Holger, Hallo Jochen,


    Jochen, Du hast völlig recht, es kommt nicht nur aufs Gewicht, sondern auch auf die Länge des Instruments, die Gewichtsverteilung und die Position des Griffs an. Wie angedeutet, muss ich meinen kopflastigen TEC schon umgünstig hoch heben. Er muss außerdem sehr genau in die 51 Grad geneigte Prismenklemme gesetzt, festgehalten und geklemmt werden. Ihn in der Waagerechten zu montieren ist einfach zu riskant, weil das schwere Rohr dabei schwerpunktmäßig außerhalb des Balkons wäre. Wenn ich ihn aufbaue, muss es sich schon lohnen. Da kommen im Jahr maximal 20 Nächte zusammen. Das 120er Bino räume ich auch mal auf Verdacht raus. Und wenn der Himmel nach dem Temperieren doch zugezogen ist, dauert das Wegräumen gerade mal fünf Minuten.


    Älterwerden bedeutet nicht nur Kraftverlust, sondern auch zunehmende Bequemlichkeit. Mittlerweile ist es mir viel zu viel Aufwand, zwei Zentner an Koffern und Stativen aus der Wohnung ins Auto zu buckeln, irgendwo in der Pampa alles zusammenzubauen, nur um vielleicht festzustellen, dass doch Wolken aufziehen oder meteoblue.ch bei der Seeing-Vorhersage gelogen hat. Deshalb liebe ich meinen Balkon, obwohl er in der Stadt liegt, ich weder Zenit noch Polarstern sehe und nur den halben Himmel habe. Gerade jetzt in der Pandemie ist es unbezahlbar, auch dann noch beobachten zu können, wenn unsere Politiker die Straßen längst hochgeklappt haben.


    Natürlich wäre es viel schöner, eine Sternwarte zu haben. Sehr gern auch mit dem von Dir, Holger, verlinkten 300-mm-Apobino. (Ein Freund hat den nächstkleineren LZOS (280 mm) als Monorohr und hat kürzlich Vesta als Scheibchen gesehen...) Aber Träume sind nur so lange gut, wie sie einen nicht daran hindern, das zu genießen, was in der Wirklichkeit möglich ist.


    CS, Jörg

  • Hallo Jörg,


    definitiv, der innere Schweinehund wächst mit zunehmendem Alter...


    ich habe gestern mal meine Fenstersternwarte ausprobiert.

    Noch nicht mit der an die Brüstung geschraubten Säule sondern mit dem davor gestellten Stativ.

    Mit der an die Brüstung geschraubten Säule käme ich mit dem Bino noch ca. 10cm weiter an die Fensteröffnung.

    Wie viel das bringen würde kann ich schwer abschätzen, denn schon jetzt ist der horizontal nutzbare Winkel durch die Mauer schon ziemlich eingeschränkt, wandert das Bino noch näher ans die Mauer wird das noch kritischer.

    Auch beim Blick Richtung Zenith stört irgendwann das Dach, hier hätte ich einen Zugewinn, wenn das Bino näher an der Aussenwand wäre.


    Nutzbar ja, ob es wirklich befriedigend ist, ich weiss nicht so recht.

    Immerhin ist es ansonsten ein recht freier Blick nach Süden.


    Ein Allsky Dome im Garten wäre wohl mittelfristig die beste Lösung...


    Grüße Jochen

  • Hallo Jochen,


    jeder Zentimeter näher zum Fenster bringt einen Gewinn. Ich wohne seit meinem ersten Lebensjahr in der selben Wohnung. Der Balkon war also nicht nur der Ort meiner ersten astronomischen Schritte, sondern auch der gesamten instrumentellen Entwicklung. Mit der Gussglockensäule von Zeiss war ich viel zu weit drin, so dass ich bei hoch stehenden Objekten bis weit nach dem Meridian warten musste. Aber als das erkannt war, wurde es besser. Die aktuellen Säulen sind nur noch 1,5 cm von der (gemauerten) Balkonbrüstung entfernt. Dadurch steht der TEC im SSO so weit außerhalb des Balkons, dass er direkt an der Hauswand entlang schaut. In den Zenit komme ich nicht, aber bis 75 Grad Höhe. Mit dem Bino ist es ähnlich günstig.


    CS, Jörg

  • OK Jörg, dann mache ich doch wie geplant die Elektrosäule mit Schellen press an die Wand


    Danke und Grüße Jochen

  • Ja, ich weiss, hier warten einige auf Beobachtungsberichte und so langsam gehen mir die Ausreden aus :-)

    Das Setup ist komplett und meiner Meinung nach nicht mehr optimierbar (sic!) und das Wetter ist auch perfekt.

    Dummerweise war alles 2 Tage vor Vollmond fertig, wirklich was relevantes Beobachten ist also gerade nicht drin und die Schönwetterphase soll Morgen auch schon wieder vorbei sein :-(


    In der ersten Nacht habe ich aber den Mond beobachtet, habe alle Okulare durchgetestet und habe mich am Terminator entlanggehangelt.

    Das war schon ziemlich beeindruckend, vom Ethos 17 bis zum XWA 3.5 funktioniert alles und die feinen Schattenwürfe der Berge und Krater habe ich so noch nie sehen können.


    Bis zum 6mm hinunter verhält sich alles normal, mit dem 6mm hat man 140x und AP 1.1mm, der Mond passt dabei immer noch komplett ins Gesichtsfeld und es gibt noch keine merkliche Abdunklung.

    Klar blendet der Mond im 17er mehr als im 6er, aber ich würde nicht sagen, dass es im 6er schon dunkel wird.


    Das ist beim 4,7mm XWA minimal anders, das hat man dann das Gefühl, jemand hat ein wenig am Dimmer gedreht, was aber nicht störend ist.

    Auch hier passt bei 197x AP 0.8mm immer noch die komplette Mondscheibe ins Gesichtsfeld - wirklich irre!


    Beim 3.5mm APM wird es dann schon merklich dunkler aber zumindest am Mond immer noch nicht zu duster.

    Wir sind dann immerhin bei 40x und AP 0.6mm, der Mond passt nun auch nicht mer komplett ins Gesichtsfeld :-)

    Bei den 3,5mm Okularen muss man auch etwas mehr Aufwand betreiben, die Bilder deckungsgleich zu bekommen.

    Ich bin ein fauler mensch und klemme Okulare eigentlich nie, das geht bei den 3.5ern nicht mehr.

    Aber geklemmt sind auch damit die Bilder deckungsgleich.


    Dass das Glas bei 240x am Mond noch so knackscharfe Bilder zeigt ist wirklich beeindruckend.

    Ob AP 0,6mm auch an den Planeten noch nutzbar sein wird muss sich zeigen, das kann ich im Moment nicht einschätzen.


    Soweit sind meine Erwartungen wirklich mehr als erfüllt und ich freue mich schon auf die ersten guten und mondlosen Nächte


    Grüße Jochen

  • Hallo Jochen,


    Danke für Deinen Beobachtungsbericht. Deine Eindrücke am Mond decken sich mit meinen am 120er, nur dass bei dem schon bei 188x Schluss ist. Wenn die Luft ruhig ist, leisten diese Binos wirklich Erstaunliches. Und dass bei der Planetenbeobachtung das Licht bei Maximalvergrößerung zu schwach wird, musst Du auf gar keinen Fall befürchten. Ich beobachte seit fünf Jahrzehnten Jupiter an einäugigen Refraktoren, fast immer mit Binokularansatz und wenn es das Seeing hergibt auch bis zu einer Austrittspupille von 0,8 bis 0,6. Dabei bekommt man – die Verluste durch den Strahlenteiler vernachlässigt – nur die Hälfte des Lichts pro Auge.


    Mars war mir voriges Jahr im Bino sogar zu hell, weshalb ich ihn mit ND0.6 beobachtete.


    Größer ist m. E. das Problem, dass man bei tief stehenden Planeten keinen ADC einsetzen kann. Ich hab vergangenes Jahr Jupiter und Saturn mit Bino und TEC+ADC parallel beobachtet und muss sagen, der ADC holt sehr viel an Detail heraus. Aber das war ja auch von der Theorie her zu erwarten. Gäbe es eine Möglichkeit, die atmosphärische Dispersion am 150er Bino zu korrigieren, wäre es sehr wahrscheinlich unschlagbar. Es hätte aber keinen Sinn, da mit den einfachen ADC herumzupröbeln. Die wandernden Bilder zur Deckung zu bringen, brächte nur Frust.


    CS, Jörg

  • Hallo Jörg,


    guter Punkt mit dem ADC am Bino. Ich hatte schon überlegt, den noch freien Platz im Filterrad mit einem nicht-ablenkenden ADC aus zwei verkitteten Keilplatten (und damit fester Korrektur für eine bestimmte Höhe) zu versehen. Damit wäre man auch schon deutlich besser dran als ohne, das Projekt ist aber noch nicht weiter gediehen.


    Viele Grüße


    Holger

  • Hallo Holger,


    ich glaube nicht, dass das mit den verkitteten Keilplatten so einfach funktioniert, weil man zur Minimierung der Bildfehler, die man sich damit einhandelt, das Öffnungsverhältnis erheblich verlängern müsste. Ich hatte, als das Thema ADC vor reichlich zehn Jahren aufkam, zunächst auch Versuche mit einfachen Keilplatten gemacht und war sehr schnell davon abgekommen. In erster Näherung lässt sich die AD durch Verdrehen einer einzelnen Keilplatte angepasst korrigieren, weil ja die Keilwirkung z. B. 45 Grad zur Keilrichtung geringer ist. Allerdings holt man sich damit erheblich Koma herein. Das ist auch noch bei einfachen ADC der Fall (siehe hier:

    RE: Mondspaziergang Nummer 5). Und da #9

    Bei den handelsüblichen Binos kommt noch das Problem des sehr eingeschränkten Fokussierwegs hinzu.


    CS, Jörg

  • Hallo Jörg,


    ich muss es mal noch im Detail rechnen, aber zwei Keilplatten mit gleichem Brechungindex und stark unterschiedlicher Dispersion verkittet sollten auch bei f/5 bezüglich Farblängsfehler und sphärischer Aberration noch im Rahmen sein, das entsprecht ja bei der Zentralwellenlänge einer Planplatte.


    Klar hat man damit nur einen festen Winkel für die Dispersionskorrektur, aber damit könnte ich erst mal leben. Wenn es dann für 30° Höhe stimmt, hat man schon viel gewonnen.


    Viele Grüße


    Holger

  • Hallo Holger,


    wenn das klappt, wäre es natürlich eine total coole Sache. Im Idealfall hätte man zwei Paare von Keilplatten für 30 bis 20 und 20 bis 10 Grad Höhe. Diese in das Filtergewinde der 1,25“-Okulare geschraubt, ließe sich das binokulare Bild relativ leicht feintunen. Durch eine leichte Verdrehung der Keilrichtung gegen die vertikale Keilrichtung könnte die ADC-Wirkung sogar etwas variiert werden.


    Für 2“-Okulare (150er Bino) wäre das übrigens nicht zwingend nötig, weil die AD erst bei höheren Vergrößerungen wirklich stört.


    Aber wie gesagt, ich glaube nicht so recht an eine einfache Lösung. Bisher sind die einfachen ADC immer sehr kompromißbehaftet.


    CS, Jörg

  • Noch eine kleine Ergänzung.

    Ich hatte ja Angst, dass ich bei hohen Vergrößerungen viel und schnell nachführen muss.

    Bei meinem Portaball verwendete ich Vergrößerungen von maximal 350 und soweit ich mich erinnere fand ich es schon um 300x ziemlich nervig.

    Damals habe ich auch schon Ethos eingesetzt und liess das Objekt immer durchs Feld driften, bevor ich nachgeschubst habe.


    So weit weg sind die 240x im Bino davon ja nicht, aber mir kommt das extrem entspannt vor.

    Ich lasse das Objekt auch nicht wie beim Dobson durchs Feld wandern, sondern führe permanent mit der Nase nach und halte das, was ich sehen mag in der Mitte des Bildfeldes.

    Absolut genial und ein Grund mehr, dem Dobson keine Träne nachzuweinen :-)


    Planeten haben für mich ja keine Priorität, sie sind eine nette Ergänzung, wenn sie gut zu beobachten sind.

    Ein Bino, egal wie groß und wie gut wird auch nie das Paradeinstrument für Planeten sein.

    Dennoch werde ich bei Gelegenheit mal ein paar Planetenokulare antesten, ein Sternfreund mit dem ich hoffentlich irgendwann mal wieder beobachten gehen kann, hat da einiges im Okularkoffer.


    Grüße Jochen

  • Hallo Jörg,


    Hier noch ein interessanter Link zum Thema:



    Gruß, Holger

  • Hallo Jochen,


    vorweg, die Kombination von Stativ, Fluidhead und Bino sieht sehr gelungen aus, jetzt stimmen auch die Propoertionen.


    Wenn du mit 240x und mehr so gut beobachten kannst, ist der Fluidhead eine sehr gute Wahl, Gabeln fangen da nach meiner Erfahrung je nach Ausführung an zu zittern. Wie machst du es mit dem Okularwechsel, da du alle Okulare auf das schwere Ethos 17 mm angepasst hast, musst du en Fluidhead arretieren? Driftet das Bild weg wenn du bei 300x scharfstellst? Bei den keinen APM Binos kann das passieren.

    Schließlich, verwendest du beim Beobachten einen Stuhl? Die Kurbel sitzt auf einer Seite, beim stehenden Beobachten fände ich dies kein Problem, wenn man sitzt und dann um das Staitv rumlaufen könnte dies eher stören.


    beste Grüße und viel Spaß mit der Kombination weiterhn


    Thomas

  • Hallo Thomas,


    ja, jetzt passen wirklich alle Komponenten zusammen, war aber ein steiniger Weg :-)


    Zittern tut gar nichts, bei voll ausgefahrener Säule und hoher Vergrößerung gibt es ein kleines Nachschwingen, wenn man das Bino berührt, aber maximal eine Sekunde.


    Und ja, ich muss bei jedem Okularwechsel den Fluidhead klemmen, ich nutze ihn immer noch mit Null Friktion, weil ich es mag das er in keiner Achse einen Widerstand hat.

    Das erst macht das ruckfreie Nachführen mit der Nase möglich, allerdings muss das Stativ dazu auch sehr genau im Wasser stehen, sonst dreht sich das Bino von alleine...


    Das Klemmen des Fluidheads ist aber unproblematisch, jede Achse hat ihren eigenen Hebel und die Klemmung erfolgt ohne Kraftaufwand - das ist wie einen Schalter umlegen.

    Dennoch muss man natürlich aufpassen, dass man beim Klemmen das Bino nicht verstellt und das Objekt verliert.

    Mit etwas Übung klappt das aber sehr gut, ich klemme während ich durchs Okular schaue und kann so nachjustieren.


    Ich muss dazu aber auch sagen, dass ich die Okulare nicht klemme, ich stecke sie nur in die Fokussierer, was bis zu den 5mm unproblematisch ist.

    Nur die 3,5mm muss man klemmen um deckungsgleiche Bilder zu bekommen.

    Mag sein, dass man bei Zenithbeobachtungen auch längere Brennweiten Klemmen muss, mal sehen ...


    Grüße Jochen

  • Hallo Jochen ,


    das klingt alles sehr überzeugend und positv, Fluidhead scheinen für Binos wrklich seh gut zu funktionieren.


    Nochmal zur Kurbelsäule, stört es dass die Kurbel sich auf einer Seite befindet Kanst du sie auch im Sitzen betätigen?


    beste Grüße


    Thomas

  • Hallo Thomas,


    ich hatte früher ja immer die Linhof Kurbelsäulen und da ist mir die Kurbel auf nur einer Seite nicht negativ aufgefallen, sprich es hat mich nie gestört.

    Der Gedanke, dass es störend sein könnte kam mir erst, als ich diese nette Fernbedienung der Elektrosäule wieder gegen eine Kurbel eingetauscht habe.


    Bisher konnte ich ja mit der neuen Säule erst eine Nacht beobachten und da gab es nur den Mond zu sehen, also kein Bedarf die Blickrichtung zu ändern.

    Aber ich habe die Säule schon gekurbelt, wenn die Kurbel nach links oder rechts zeigt, das unproblematisch weil der Kraftaufwand zum Kurbeln minimal ist.

    Wenn die Kurbel natürlich nach hinten zeigt geht es nicht und man muss dann aufstehen.


    Ich gestehe, dass ich mir schon Gedanken gemacht habe die gesamte Kurbelsäule in einem Lager im Stativ drehbar zu machen, aber der konstruktive Aufwand und das zusätzliche Gewicht wären mir den Aufwand nicht wert, ich mag es gerne einfach und unkompliziert.

    Und so ein Lager wäre wieder ein Element, das die Stabilität beeinträchtigen würde.


    Ich beobachte eigentlich nur sitzend, die seltene Ausnahme sind Beobachtungen in Horizontnähe.

    Es gibt sitzend absolut kein Problem mit der Kurbel, die lässt sich erstaunlicherweise wirklich sehr leicht kurbeln, auch mit der linken Hand für mich als Rechtshänder.

    Kein Vergleich zu Linhof, da hat man auch 10 Kilo Gewicht beim Kurbeln schon deutlich gespürt.


    Hier noch mal das Video zum Kurbeln unter Last, ich denke man erkennt gut, dass man das Gewicht an der Kurbel absolut nicht spürt:


    https://www.bilibili.com/video/BV1Xv411b7ZL/


    Grüße Jochen

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