60 cm f/3,3 Meniskusspiegel

  • Hallo Rudi,


    danke Rudi für deine Anmerkung. Ich habe sie zum Anlass genommen, die Bilder auf der Webseite etwas ausführlicher zu beschreiben, damit es klarer wird.


    Hier ein neues Bild, das den Aufbau verdeutlichen soll (klick aufs Bild zum vergrößern und lesen der Schrift):



    Der Meniskusspiegel liegt auf dem Unterlagenspiegel mit gegengleichem Krümmungsradius und wird häufig gegen diesen gedreht. Ab 15 my Microgrit und beim polieren habe ich eine schwarze 1 mm weich- PVC Teichfolie als Ausgleichsmatte zwischen dem Meniskusspiegel und dem Unterlagenspiegel gelegt. Wenn ich die Teichfolie nass mache und den Meniskus auflege, schwimmt dieser geradezu frei auf und lässt sich leicht drehen.


    Hast du das Video vom Polieren angeschaut? Da sieht man, wie der Meniskusspiegel auf dem Unterlagenspiegel + Folie gedreht wird:
    http://www.stathis-firstlight.…m_f3.3/pics/polishing.mp4


    So ein zweiter 610x40 mm Spiegel mit planer Rückseite als Unterlage ist natürlich purer Luxus. Ich denke, genau so gut kann man eine Form aus Gips oder ähnlichem gießen und darauf Teppich legen. Solange der Spiegel immer auf der Unterlage gedreht wird, braucht diese ja nicht so 100% genau zu sein, wie mein eingeschliffener Spiegel. Ich glaube, so machen es Kai und Jörg bei ihren Menisken.
    p.s. Kai hat ein Sandwich aus Glasfaser + Styrodur-Kern mit Epoxi geklebt:
    http://www.astrotreff.de/topic…HIVE=true&TOPIC_ID=184941


    Ich habe diesen dicken Rohling einfach da (vor vielen Jahren von Newport USA für teures Geld importiert), da habe ich ihn in den Schleifzyklus mit eingebaut und werde ihn ebenfalls fertig polieren, was natürlich noch mal richtig viel Arbeit ist. Dann werde ich auch einen guten Vergleich haben, wie sich der dünne Meniskus gegen den dicken klassischen beim Polieren und im Teststand verhält. Das wird aber noch eine ganze Weile dauern. Erst mal muss der Meniskus in Form gebracht werden.

  • Hey Stathis,
    das Video ist mal wieder sehr gelungen und zeigt doch wie "locker" der Meister einen 60cm Spiegel mal soeben in 7h auspoliert[:D]


    Die Zeit, die Du dafür benötigt hast ist echt eine Ansage. Das muss man erstmal hinbekommen. Bei meinem 50 cm Spiegel habe ich damals ein 35cm Tool verwendet und dabei schon gesagt, dass die obere Größe für nicht maschinelles Polieren ist[:D]


    Ich wünsche weiterhin viel Erfolg.
    Grüße, Matze

  • Hallo Matze,
    ich weiß gar nicht, warum das auf dem Video so locker ausschaut. Bestimmt der Vorfüheffekt[8D]. In Wirklichkeit war das für mich ein ziemlicher Kraftakt mit viel Schweiß. Hab mal zum Spaß die Pulsuhr angelegt:



    Pulswerte fast wie früher beim laufen, ich musste immer wieder kurze Pausen einlegen. Vor vielen Jahren beim polieren des http://24" Kyklopas war das Tool 4 kg schwerer und ich tat mich trotzdem leichter. Lag damals sicher an der Pechhärte, Raumzeitfaltung und durch die hohe Geschwindigkeit schräg gestellter Pechhautwellen[:D] Dafür dauerte das auspolieren damals 16 statt der 7 Stunden Nettozeit.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: RuedigerH</i>
    <br />
    lass Dir den dicken Spiegel bitte nicht wieder auf den Fuß fallen...
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Das war damals ein noch dickerer, dieser hier liegt ja vorerst nur harmlos dumm auf dem Tisch und wird als high End Unterlage missbraucht.

  • Hallo Stathis.


    Hach! Armstrong hatte während der Mondlandung einen Puls von 156.


    Im Ernst: Wie geht es dir mit den Gelenken? Bei mir waren die Schultergelenke die Schwachstelle. Und das bei nur 350mm. Volltool.



    LG,


    Guntram

  • Also wenn ich statt Stathis poliert hätte, wär der Puls wohl über 150 gekommen[:0].
    Mei Ruhepuls liegt im Moment ja auch bei 70 und der von Stathis vermutlich eher bei 50-55. Ist halt der typische Unterschied Büroschlaffi zu Ausdauersportler. Mir haben die beiden 240mm Spiegel vorletztes Jahr den Puls schon richtig hoch getrieben. Die waren dann allerdings auch in je unter 4h auspoliert[^].


    Wichtig finde ich speziell bei den großen Spiegeln, dass die Arbeitshöhe stimmt und ich beim Polieren den ganzen Körper einsetzen kann. Das geht halt nur im Stehen. In unter 5h netto auspolieren wäre sonst nicht möglich. Bei 200-300mm Spiegeldurchmesser können sich Tool und Spiegel dabei schon mal um 10°C über die Umgebungstemperatur erwärmen.
    Im Stehen mit ganzem Körpereinsatz habe ich auch wenig Probleme mit Gelenken und Muskeln. Das ist wohl so ähnlich wie beim Kajakpaddeln, da soll ja auch die Rumpfmuskulatur etwa zur Hälfte zum Vortrieb beitragen.


    Natürlich steigt dann bei zu weichem Pech das Risiko für eine abgesunkene Kante, deshalb würde ich Anfängern nicht empfehlen, ein so hohes Tempo vorzulegen, auch weil bei großer Anstrengung schnell die Aufmerksamkeit und die Kontrolle der Strichführung leidet. Aber bei 60cm verteilen sich die 200- max. 300W Heizleistung auf eine viel größere Fläche und die leichte Erwärmung ist dann kein Problem mehr, sondern ein Vorteil.


    Gruß,
    Martin

  • Hallo Stathis,


    na das passt ja mal wieder zu Dir [:D]


    Meniskusspiegel scheinen langsam Fuss zu fassen. Ich denke, gerade der schnelle Temperaturausgleich im Einsatz ist, abgesehen vom niedrigen Gewicht, ein grosser Vorteil dieses Konzepts.


    Was mich aber wirklich erstaunt ist, dass Du das Teil aus dem vollen gefräst hast [8D] . Ich vermute ja mal, dass Du eine Trainingsmöglichkeit für den nächsten Marathon gesucht hast [:D]


    Nein, Spass beiseite. Es gibt einige Gruppen und Leute, die recht erfolgreich Gläser slumpen (die ganz harte Truppe in Oregon, Stichwort Mel Bartels, aber auch einige hier in Europa). Interesanterweise wird sogar häufig normales Fensterglas genommen.
    Natürlich ist ein 60cm Glasrohling erst mal eine Ansage, ein dafür geeigneter Ofen kostet da schnell mal gegen 4kEuro. Von der Stromrechnung reden wir mal gar nicht...
    Ich könnte mir aber schon vorstellen, dass sich diese Methode anfängt zu lohnen, wenn genügend Leute Interesse haben, einen Meniskusspiegel zu schleifen und man sich auf zwei bis drei Grössen und Brennweiten begrenzen kann. Mehr als ein bis zwei Backstuben europaweit wird es nicht brauchen. Wäre vielleicht mal ein Thema für sich.


    Auf jeden Fall: viel Glück beim Parabolisieren, würde mich freuen, regelmässig über die Entwicklung zu lesen.


    Herzliche Grüsse


    Robert

    Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig. (Albert Einstein)

  • Hallo Robert,


    falls bei Dir bzw. in der Schleiferszene der Wunsch nach einer solchen Möglichkeit besteht will ich gern helfen und dann eine Scheibe zum Meniskus umformen. Bis 28 Zoll ist es mir möglich. Einige Runden mit K80 sind aber auch hier noch fällig. Mir bitte per PN Bescheid geben, dann kann man sich weiter austauschen bei Interesse.


    VG
    Gerhard

  • Hi Stathis,


    das ist so cool mit "Spiegel selber schleifen"!! Viel Erfolg damit!


    Ich erinnere mich noch, als ich noch ein Kind war und das Internet noch blutjung gewesen ist, da gab es so eine DIY-Community, welche ein Forum hatte: Da ging es auch nur darum sich selber ein Teleskop zu bauen, was die Leistung von damaligen Sternenwarten erreichen und teilweise sogar überschreiten konnte, weil CCD Sensoren gerade ganz neu auf dem Comsumer-Markt angekommen waren. Wa waren Leute, die sich monate lang nen eigenen Spiegel geschliffen haben,....gab Berichte von Leuten, die sich irgendwie ne Macke reingehauen haben und wochenlange Arbeit war für die Katz gewesen ist. Hatte damals übelst Bewunderung für diesen Enthusiasmus. Für mich war das ganz weit weg, was es anging sowas auch selber zu machen. War da echt noch jung und hatte auch nicht die finanziellen Mittel. Habe nur als stiller Beobachter mitgelesen. Leider habe ich dieses Forum dann nie wieder entdeckt, wurde vermutlich geschlossen. Oder es war dieses hier und ich erkenne es nur nicht mehr wieder? Ist ja auch egal, denn wie ich sehe geht es in diesem Sinne weiter - mal abgesehen davon, dass die Menscheit sich seit dem 20 Jahre weiterentwickelt hat, zumindest technisch ;)


    Viel Erfolg bei Deinem DIY-Projekt :-)


    LG Peter

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