MicroObservatory Erfahrungsbericht Test

  • Hallo, Kollegen,


    da ich hier nur Wolken habe, habe ich just for fun mal das Remote System MicroObservatory kostenfrei benutzt. Es handelt sich hier nur um 6" Spiegelteleskope, eine sehr eingeschränkte Objektauswahl, max 1x60 sec RGB und ein Dark sowie Kameras mit 650x500 Pixeln, eben für Einsteiger.
    Ich habe heute vormittag M20 ausgewählt und erhielt bereits heute am frühen Abend 4 .fits: R,G,B, Dark, die alle nur 642 kB groß sind, aufgenommen in Amado, Arizona am frühen Morgen um ca. 05.30 Uhr, also sehr kurzfristig.
    Habe erst mal ohne das Dark mit fitswork ein kleines RGB erzeugt.
    In das beiliegende Programm muss man sich erst einmal einarbeiten.
    Eine nette Abwechselung! Das Ergebnis mit dem Dark folgt noch.
    Leider war der blaue Kanal sehr schwach (könnte an der Morgendämmerung gelegen haben).




    viele Grüße und besseres Wetter
    Andreas

  • Hallo, Kollegen,


    hier noch das Ergebnis mit dem Dark (direkt von den RGB RAW's mit fitswork subtrahiert):
    vielleicht könnte man noch die 3 RAW's als ein Lum Bild verwenden...



    viele Grüße
    Andreas

  • Hallo,


    nicht schlecht für die beschränkte Größe und Aufnahmedauer. Das wird nichts für anspruchsvolle Astrofotografen sein, aber man kann damit vielleicht die schlimmsten Entzugserscheinungen bekämpfen - homöopathische Astrofotografie.


    Gruß


    Heiko

  • Hallo Andreas,


    ich finde es immer wieder schön zu sehen was man mit einfachsten Mitteln alles schon erreichen kann. Natürlich sind das keine Hochglanzaufnahmen - aber doch deutlich mehr als man von den reinen Aufnahmedaten her vermuten würde.
    Das erinnert mich auch an die Zeit vor vielen Jahren als die ToUCams voll in Mode waren und ich damit mal einen M42 aufnahm, der so manches Amateurbild übertraf [:D]


    Viele Grüße,
    Martin

  • Hallo, Kollegen,


    hier weitere Erfahrungen mit microobservatory:
    Es scheint Glücksache zu sein, dass man überhaupt brauchbare Rohbilder erhält. Ich habe mir mal die Rohbilder der Anderen ansehen können und mit Erschrecken festgestellt ,dass die meisten anderen Rohbilder unbrauchbar sind! rein weißes oder schwarzes Bild, Objekt gar nicht im Bild, Objekt ganz am Bildrand, riesige Reflektionen im Bild, Sterne alle lange Striche, etc.!
    hier mal Glück gehabt: Omega Centauri recht ordentlich im Bildfeld:
    1x60 sec R G B + ein Dark: aufgenommen in Chile, nicht in Arizona!


    ...und hier Pech gehabt: CentaurusA ganz unten am Bildrand: nur möglich: 1x60 sec Luminanz + ein Dark:


    viele Grüße
    Andreas

  • Hallo, Kollegen,


    ich hatte noch ein paar Mal den Adler und die Lagune in Auftrag gegeben, aber jedesmal waren die mir zugeschickten Ergebnisse (ohne ,dass mir irgendwelche Gründe angegeben wurden) völlig unbrauchbar, es war nichts von den Objekten im Bildfeld zu erkennen.
    Da ich Zugriff auf alle aufgenommenen Bilder von allen Testern (ohne Namen oder Identifikation der Auftraggeber) hatte und ich kein Verbot gesehen habe, die Bilder für eigene Zwecke zu verwenden, habe ich einfach 4 brauchbare Bilder vom Adler und 2 Bilder von der Lagune genommen.
    Damit ich kein Urheberrecht verletze, teile ich Euch diese Tatsache mit.
    Diese verwendbaren Bilder habe ich nicht in Auftrag gegeben, daher bin ich nur der Bildbearbeiter! dient nur eurer Information, was mit den RAW's von microobservatory möglich ist!
    Wenn man nun jeden Tag das gleiche Objekt in Auftrag gibt und zusätzlich alle anderen Bilder dieses Objektes der anderen Auftraggeber mit stacken würde, bekäme man vielleicht ein brauchbares Gesamtergebnis hin, ca. 60-90 Bilder a 60 sec?...das ist natürlich ein großer Aufwand, sich bei den vielen Bildern die Richtigen rauszusuchen!
    Jede klare Nacht werden von diesen Teleskopen in Arizona, dem Osten der USA und in Chile bestimmt 70-80 RAW's von ca. 20 Objekten angefertigt. Da kommen im Laufe der Wochen sehr viele Aufnahmen zusammen. Es ist nur schade, dass nach meinen Erfahrungen bei Durchsicht fast aller Bilder ca. 90% von diesen RAW's für schöne Fotos aus den verschiedensten Gründen unbrauchbar sind! Da geht viel Potential verloren, wenn diese gut verkleideten und geschützten Teleskope nicht gut genug kontrolliert und gewartet werden.




    hier der Adler:



    ...sogar die Säulen der Schöpfung sind zu erkennen!


    hier die Lagune:


    Das kostenlose BB-Programm JS9-4L ist auch nicht schlecht, wenn man sich erst mal die guten und kurzen Tutorials dazu ansieht!


    viele Grüße und besseres Wetter
    Andreas

  • Hallo Andreas,


    es ist zumindest Deine eigene Bearbeitung. Wenn sich Dein Auftrag bei einem Objekt nicht von einem anderen unterscheidet, dann kannst Du dir ja auch x-beliebige andere Bilder runterladen. Ich sehe nichts, was dagegen spricht.
    Andererseits - es gibt ja auch frei zugängliche Rohbilder von Hubble oder großen Teleskopen. Wem es nur auf die Bildbearbeitung ankommt, der hat doch da Supermöglichkeiten an qualitativ hochwertiges Material zu kommen. Da hat man genauso wenig Einflußmöglichkeiten auf die Aufnahme selbst. Die sind aber besser. Wozu also die MicroObervatories bemühen?


    Gruß


    Heiko

  • Hallo, Heiko,


    wenn ich bei microobservatory Rohbilder in Auftrag gebe, diese Rohbilder brauchbar sind und ich sie bearbeite, besitze ich dann Urheberrechte, oder zumindest Teil-Urheberrechte? Oder ist microobservatory immer noch Urheber (in der Gesamtübersicht aller Bilder werden immer nur die Namen der Teleskopbetreuer (oder was immer dies für Namen sind), angegeben? Das ist mir nicht klar geworden.
    Leider sind in der Regel 90-95% der zugesandten Rohbilder unbrauchbar.
    Natürlich können auch alle anderen Interessenten, die auf die Seite stossen, ohne irgendwelche Registrierung meine beauftragten Bilder verwenden...
    Gebe ich z.B. bei itelescope, etc. gegen Gebühren Rohbilder in Auftrag, besitze ich sämtliche Urheberrechte.


    viele Grüße
    Andreas

  • Hallo Andreas,


    ich habe mal kurz reingeschaut. Ich verstehe es so: Inhalte der Webseite sind zur persönlichen Nutzung und als Lehrmittel frei. Bei nicht-kommerzieller Veröffentlichung (z.B. hier) muß man die Quelle angeben. Ansonsten muß man um Erlaubnis fragen (siehe hier: https://www.cfa.harvard.edu/policies/image_use.html). Das gilt auch für durch die Webseite angeforderten MicroObservatory-Bilder.
    Die Bilder gehören also nicht uneingeschränkt Dir.


    Gruß


    Heiko

  • Hallo, Heiko,


    Danke für Deine Sichtweise der Dinge!
    Dann erkläre ich hier mal vorsichtshalber, dass ich für alle in meinem Thread eingestellten Bilder lediglich der Bildbearbeiter bin und sämtliche Urheberrechte bei microobservatory liegen.
    Die Original-Rohbilder habe ich hier ja nicht veröffentlicht. Dann muss ich wohl nicht mit negativen Konsequenzen rechnen... [:)]


    viele Grüße
    Andreas

  • Hallo, Kollegen,


    ich benutze noch aus Spaß weiterhin microobservatory, wenn ich selbst nichts machen kann, vor allem den mir nicht zugänglichen Südsternhimmel. Microobservatory macht Werbung: "Your very own foto", da sollte es eigentlich keine Urheberrechtsverletzung hier geben.
    Habe deshalb mal ca. 15x 1 min aus 15 Nächten einen Teil des Carina-Nebels belichten lassen, mit 2 verschiedenen Bildfeldern, und daraus ein Mosaik gemacht. Das Mosaik-Bildfeld habe ich nicht beschnitten, um das max. Feld zeigen zu können.


    Microobservatory ist meines Wissens nach die einzige Möglichkeit, kostenlos Belichtungen in Auftrag zu geben, sehe ich das richtig? Oder wisst Ihr noch eine weitere Möglichkeit, dies zu tun?


    Bei dem Teleskop auf dem Teide sollte es wohl auch gehen, habe aber nichts dazu gefunden und die Registrierung schien auch derzeit deaktiviert zu sein, (telescope.org).


    Hier mal 10 min Carina Nebel mit Eta Carinae und dem Schlüsselloch-Nebel direkt rechts von dem Stern. Alles belichtet zw. März und 30.07.20 von Chile, 30°S , Ort:Vicuna, State: Coquimbo aus.



    viele Grüße und bald wieder cs ohne Mond
    Andreas

  • Hallo, Kollegen,


    habe in den letzten Monaten bei M 8 und M 20 das Gleiche gemacht:
    auch hier mehrere Bilder gestackt und bei unterschiedl. Bildfeld Mosaike angefertigt. Leider auch hier immer die Grund-Auflösungsbegrenzung von 650x500 Pixeln... alles ebenfalls von Chile aus belichtet.




    viele Grüße und einen schönen Sonntag
    Andreas

  • Hallo, Kollegen,


    ich habe hier noch einen M15 aus Arizona und einen Helix-Nebel aus Chile.




    Nun gibt es auch noch telescope.live für ab 4 Euro/Monat Abonnement, Bronze Plan. Hat das schon mal jemand von Euch ausprobiert, ob das ein Fortschritt wäre und auf welche Art bezahlt man da, Kreditkarte, normale Sparkassen-Giro-Karte? Bei dem 4 Euro-Abonnement kann man keine Belichtungszeit 1,1 Euro/Krediteinheit kaufen, aber 2 Aufträge an Teleskope gleichzeitig erteilen, verstehe ich nicht. Habe darüber in den englischsprachigen Videos und in der Beschreibung von telescope.live nichts gefunden.


    viele Grüße und cs

    Andreas

  • Hallo, Peter,


    von was sprichst Du? Von microobservatory oder von telescope.live?

    Microobservatory ist kostenfrei! Meine Ergebnisse damit, nur 650x500 Pixel Auflösung, siehst Du ja.

    Von telescope.live? Weisst Du mehr darüber?


    viele Grüße und noch einen schönen Feiertag

    Andreas

  • Hallo Peter,


    lass`mir einen kleinen, aber wie ich finde, gegen Deine Antwort einen sehr wichtigen Einwand formulieren; Du schreibst, so kann man mit

    kleiner Münze Astrofotografie betreiben!???

    Ich weiß da nicht so recht, ob man da von Astrofotografie reden soll. Bilder von anderen machen lassen und dann das Recht bekommen, sie

    zu bearbeiten, setzt das dann, wenn es blöd geht, nicht Leistungen von selbst gemachten Astrofotos herunter in dem man sich denkt, die

    sind remote fotografiert und dann in die Bildgestaltung mit eingeflossen?


    Das hier ist vielleicht noch eine nicht so tolle Bildqualität, aber es bieten sich ja auch solche Sternwarten an, die für Bezahlung die

    gewünschten Bilder liefern.

    Laßt mich einfach skeptisch sein.


    Viele Grüße und bleibt gesund,

    und hach ja, bin gestern das erste mal geimpft worden und das ist moralisch so als wenn ich Timms Dobson geschenkt bekommen hätte!


    Marwin

  • Hallo, Marwin,


    Alles in Ordnung! Über den Sinn, von Remote Teleskop-Firmen Bilder zu kaufen oder auch kostenfrei zu erhalten, kann man geteilter Meinung sein.

    Es gibt z.B. ein paar englischsprachige Videos von Kollegen, die Ihre Eindrücke zu telescope.live geschildert haben: meist am Ende der Videos erzählen sie, dass sie es nicht so empfunden haben, dass ihr Bildbearbeitungsergebnis wirklich Ihre Bilder sind. Sie haben die Roh-Bilder mit fremdem Equipment herstellen lassen und die Rechte an den Bildern erworben, und sie auch selbst bearbeitet, aber das reichte für den Eigentumseindruck nicht aus. Trotzdem machte es Ihnen Spaß, diese Bilder zu bearbeiten und auch die Möglichkeit, andere Bilder von anderen Kollegen zur Steigerung der Tiefe mit einzubinden, zu nutzen. Sie freuten sich auch z.B. darüber, dass sie als Nordhalbkugel-Bewohner DSO's der Südhalbkugel fotografieren konnten, oder auch, dass sie mit großen Teleskopen (die sie sich nie leisten könnten) unter wirklich dunklen Himmel (den sie zuhause nicht haben) arbeiten können. Das sind doch auch gute Gründe, oder?

    Jede Medaille hat eben ihre zwei Seiten...


    hab noch einen Tarantula-Nebel aus 2020 aus Chile:


    viele Grüße und bald wieder cs

    Andreas

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