Hype um Beteigeuze

  • Martin,
    aufgrund von Rotation erwarte ich, dass ein Himmelskörper nicht am Äquator abplattet, sondern an den Polen.


    Wenn ein Stern allerdings mit einem Teil der Hülle extrem größer wird, dann wird zumindest dieser Teil auch langsamer (Drehimpulserhaltung, Eisprinzessin streckt die Arme aus und beendet die Pirouette). Bei Himmelskörpern, die nur aus Gas bestehen kommt noch hinzu, dass nicht alle Teile gleich schnell rotieren müssen.

  • Hallo Kalle, ja ich meinte natürlich das der Stern durch die Zentrifugalkraft, die durch die Rotationsgeschwindigkeit entsteht, am Äquator in die Breite geht. Genauso wie der Kuchenteig in der Rührschüssel in sich zusammensacken und in die Breite gehen würde wenn man die Rührschüssel mit hoher Geschwindigkeit rotieren lassen würde.

  • Martin,
    du hast den zweiten Teil meiner Antwort wohl überlesen. Da rotiert nicht mehr viel in der Außenhülle. Das mag im Kern anders aussehen.


    Nimm z.B. Sonne und Erde. Würde die Sonne ihre Hülle auf Erdbahndurchmesser ausweiten, bleibt von der aktuellen Rotation (Equator ~ 25 Tage) nicht mehr viel über bleiben. Jede Verlangsamung noch weniger als ein Jahr beträgt, würde bedeuten, dass per Fliehkraft das Gas von allein wegfliegt. Wegen Drehimpulserhaltung wird sie aber deutlich langsamer werden. Grob reicht eine Überlegung per Hebelarm (Zweisatzrechnung): 25 Tage bei 0,7 Mio. km Abstand zur Mitte vs. 150 Mio. km Abstand (Erdbahn) ... das Material würde ca. 200 mal langsamer rotieren: 5000 Tage (also mit 15 Jahren pro Umdrehung).

  • Aah, und ich dachte es gilt für das Stern Riese Gas die Kepplerbahn in planetaren Radien...


    Also wenn die Sonne sich mal bis zur Erdbahn ausdehnt, so als roter Riese, pflügt die Erde tatsächlich durch die erweiterte Sonnenatmosphäre wie ein Flugzeug durch die Luft.


    CS,
    Walter

  • ...interessant finde ich hierbei, wie asymmetrisch der Stern innerhalb von einem Jahr geworden ist. Ist das bei einem Roten Überriesen "normal" bzw. hat man da überhaupt hinreichende Erfahrung? Das VLT und/oder ALMA gibt es ja noch nicht so lange und Überriesen in geringen Distanz sind auch eher selten.

  • Die Bewohner des Beteigeuzesystems mußten ja vor längerer Zeit ihren Heimatplaneten verlassen und mühevoll auf einen Eismond eines äußeren Planeten ziehen, als er zum roten Riesen wurde. Kaum haben sie sich häuslich eingerichtet und ihr Mond war schön aufgetaut und warm, da läßt Beteigeuze wieder nach und ne Eiszeit kommt! Als Beteigeuzianer würde ich echt verzweifeln!
    [:(!][V][8D]

  • Hallo,
    ich schaue auch bei jedem klaren Himmel mir Beteigeuze an. Er ist von meiner Beobachtung tatsächlich dunkler geworden und auch ich würde Beteigeuze leucht dunkler wie Bellatrix einschätzen. Wenn man das Bild im genannten Artikel anschaut, dann versteht man auch, warum der Stern so viel dunkler wirkt. Eine Hälfte ist deutlich abgedunkelt. Hmm, welcher Prozess kann dazu führen, dass ein Stern auf einer Hälfte dunkler wird. Ich würde erwarten, dass ein Stern als ganzer abdunkelt... Eine Art riesiger "Sonnenfleck" erscheint mit bei so einem riesigen Stern unwahrscheinlich.
    So beeindruckend eine Supernova wäre, würde es mich doch freuen, wenn Beteigeuez sich wieder "erholt" und noch länger bestehen bleibt.
    Servus,
    Roland

  • Roland,
    Gas und Staub, welches auf der Sichtlinie liegt, käme u.a. als Ursache in Frage. Aber bei der Größe würde ich Unregelmäßigkeiten des Sterns selbst nicht ausschließen wollen. Resonanzen könnten die Gasblase schwingen lassen.
    Selbst unsere ruhige Erde kennt ja so Sachen wie Vulkanausbrüche, die in der Atmosphäre sich erst verteilen müssen. Und schaut man auf Jupiter, wütet da schon ewig der große Fleck. Fairerweise gesagt, es übersteigt meine Phantasie, was da alles in Frage kommt.

  • aktuell bei Heise.de wird erwähnt, dass sich bei Beteigeuze eine Spekulationen nähert, indem der Stern möglicherweise zu einer Supernova werden könnte. Nach einer neuen Aufnahme, glauben die Astronomen hinter dem aktuellen Bild jedoch nicht daran. Sie gehen von einer außergewöhnlichen Sternaktivität oder einem Staubauswurf in unserer Richtung als Ursache aus. Astronomen glauben, dass der Stern bald wieder heller werden könnte. Aber bei dem Stern könnten noch einige Überraschungen auftauchen. Auf jeden Fall wird das recht spannend werden, aber ob eine Supernova in diesem Jahr sich entwickeln wird, kann man nicht abschätzen, ob das in diesem Jahr passiert.


    https://www.heise.de/newsticke…kelten-Stern-4661219.html

    Nicht nur Menschen träumen, sondern Sterne auch.

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    Gruß Manfred

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: HaHo</i>
    <br />Ich denke, Heise.de ist kein geeignetes Forum zur Information über astronomische Themen
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Heise.de ist noch nicht mal ein geeignetes Forum zur Information über IT-Themen. [:D] Bin aber auch dadurch auf die gezeigten Aufnahmen gestoßen und finde die Entwicklung nach wie vor spannend.


    Viele Grüße
    Dominik

  • Hallo Holger,


    sieht in der Tat so aus. Dazu passend auch der folgende Bericht:


    https://www.forbes.com/sites/b…4XtOnr0hX7ro#4df1dcf57945


    "Der rote Überriese Beteigeuze scheint endlich seine beispiellose Verdunkelung gestoppt zu haben, sagte mir der Astronom der Universität Villanova, Edward Guinan, heute Nachmittag. Er sagt, dass Beteigeuze, obwohl er sich nicht sicher ist, was seine seltsamen Helligkeitsschwankungen verursacht hat, wahrscheinlich nicht bald eine Supernova-Explosion erleiden wird.


    Der Stern hat in den letzten 10 Tagen eine nahezu konstante Helligkeit", sagte Guinan. Wir könnten jetzt die minimale Helligkeit erreichen und sehr bald wird sich der Stern langsam aufhellen, wenn er seiner normalen Pulsationsperiode von 420 bis 430 folgt, sagt Guinan. Oder wenn der Stern regelmäßig seine Helligkeit ändert, sagt er. Diese Periodizitäten zeigen sich in Beobachtungen von Beteigeuze bis in die 1930er Jahre, sagt Guinan. Aber diese jüngsten Einbrüche in der Helligkeit des Sterns waren tiefgreifend, sagt er."


    Viele Grüße,
    Marco

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