Bau eines 10" Gitterrohr-Dobson

  • Hallo,


    nachdem mir der Bau einer Rockerbox für einen 6“ f6 Newton viel Spaß gemacht hat und sehr schnell der Wunsch nach mehr Öffnung aufgekommen ist, habe ich mich zum Bau eines Gitterrohrdobson entschlossen. Einen gebrauchten 254/1200 f4,7 Pyrex Hauptspiegel von Skywatcher konnte ich bereits als Basis für dieses Projekt zu einem fairen Preis erwerben.


    Es geht mir nicht um extremen Leichtbau, da die Mitnahme bei Flugreisen zunächst nicht geplant ist. Es reicht aus, wenn das Teleskop kompakt und leicht genug ist, dass es bei Urlaubsreisen mit dem Auto nicht allzu viel Platz im Kofferraum beansprucht und zur Not auch mal ein paar hundert Meter getragen werden kann.


    Als ersten Schritt des Projektes möchte ich den Fangspiegel und den OAZ festlegen. Dazu habe ich verfügbare Fangspiegelgrößen und geeignete (flachbauende) OAZs recherchiert.


    Als Fangspiegelgrößen scheinen nach ersten Experimenten in „Newt for the Web“ die Größen 52, 58 und 63mm in Frage zu kommen. Die Obstruktion liegt damit zwischen 20% und 25%.


    Das Ergebnis meiner Recherche bzgl. geeigneter (flachbauender) Okularauszüge ist wie folgt:
    - Kineoptics HC2 mit 25mm Bauhöhe
    - Skywatcher 2" Crayford mit 1:10 Untersetzung und 57mm Bauhöhe
    - Heli-FOK von Gerd Neumann mit 40mm Bauhöhe


    Es wäre klasse, wenn ihr meine Annahmen auf grobe Schnitzer prüfen und mich bei der Auswahl von Fangspiegel und OAZ beraten könntet! :)


    Folgende Varianten kommen nach meinem Verständnis in Frage:


    a) Kineoptics HC2 + 52mm Fangspiegel:
    - 20% Obstruktion
    - 14,2mm 100%-Ausleuchtung
    b) Skywatcher 2" Crayford + 58mm Fangspiegel:
    - 23% Obstruktion
    - 13,5mm 100%-Ausleuchtung
    c) Heli-FOK + 58mm Fangspiegel:
    - 23% Obstruktion
    - 17,8mm 100%-Ausleuchtung


    Mir sind dabei einige Punkte unklar:


    1. Ist ein Innendurchmessers des Hutes von 294mm bei einem 254mm Hauptspiegel eine sinnvolle Planungsannahme?
    2. Benötige ich die in Newt empfohlenen 1/2“ „Spare Focuser In Travel“ wirklich?
    3. Kann ich beim Kineoptics HC2 tatsächlich mit einer Bauhöhe von nur 25mm planen?
    4. Ist eine 100%-Ausleuchtung von >=12mm in Ordnung, oder sollte ich deutlich mehr anstreben?


    Ich werde noch Screenshots aus Newt ergänzen, sobald die Bilder von den Moderatoren freigegeben wurden.


    Vielen Dank im Voraus für Eure Beratung!
    Matthias

  • Hallo Matthias,
    ich kann dir nur sagen, wie ich bei meinem gerade fertiggestellten 16" rangegangen bin.
    Ich habe lange überlegt, ob ich einen Helikalauszug nehme. Letztlich habe ich einen Moonlight Auszug genommen, trotz des höheren Gewichtes.
    Es kommt natürlich sehr darauf an, wie du den Hut baust. Mein Hut ist aus 2 Ringen a 11,5 mm Alu gebogen.
    Damit bin ich, trotz des schwereren Moonlight Auszugs immer noch 1,5 kg Hecklastig, auch bei den schwersten Okularen. Ich habe mir gerade eben
    ein Gewicht von vielleicht 700g
    an die Stangen gebaut, reicht aber immer noch nicht, da muß noch eine 2. Stange angebohrt werden.
    Der Moonlight gefällt mir so weit ganz gut, da gibt es nichts auszusetzen. Wie so ein Helikalauszug ist, weiß ich nicht. Erwähnenswert vielleicht
    noch, das ich einen Hauptspiegel von ca. 6,5 kg habe, also ein Leichtgewicht, und trotzdem bin ich hecklastig.
    Den Schwerpunkt habe ich mit der Besenstielmethode ermittelt und mir dann 90 cm Höhenräder angebaut, monstermäßig!
    70 cm hätten auch gereicht! Alles natürlich bezogen auf 16", aber vielleicht hilft dir das ja trotzdem weiter!

  • Hallo Starbiker,


    vielen Dank für die Angaben zu Deinem 16" Projekt! Das beantwortet zwar nur einen Teil meiner Fragen, ist aber trotzdem hilfreich für mich!


    Ich werde den Hut voraussichtlich auch klassisch aus zwei Alu-Ringen realisieren. 11,5mm erscheint mir erst mal etwas filigran zu sein für die Vierkant-Aluprofile. Aber wenn es für Deinen 16“er stabil genug ist, sollte es für einen 10“er allemal ausreichen. Welche Maße würdest Du für die Alurohre bei 10“ empfehlen? Ich hatte zunächst an 16mm x 1mm gedacht.


    Ich habe inzwischen die Werte aus "Newt for the Web" noch mit myNewton abgeglichen und bin auf leicht abweichende Ergebnisse gekommen. Der 52mm Fangspiegel erscheint auf Basis der myNewton-Ergebnisse noch grenzwertiger zu sein, als ich dachte. Daher habe ich mich nun für den 58mm Fangspiegel entschieden. Die daraus resultierenden 22,8% lineare Obstruktion dürften für einen Allround-Dobson immer noch ein ganz ordentlicher Wert sein.


    Danke auch für den Erfahrungsbericht zum Moonlight OAZ. Diesen werde ich auch noch in Betracht ziehen. Aktuell tendiere ich aber zu einem Helikalauszug.


    Kennt hier im Forum eventuell jemand sowohl den Kineoptics HC-2 als auch den Heli-FOK von Gerd Neumann? Mich würde ein Vergleich der beiden OAZs interessieren.


    Vielen Dank und Grüße,
    Matthias

  • Hallo Matthias,


    wenn der Hutdurchmesser geringer ist als die Summe aus <s>Hauptspiegel- und Fangspiegeldurchmesser</s> Hauptspiegeldurchmesser und Feldblendendurchmesser, hast Du zusätzliche Vignettierung (wenn auch nur wenig) und Streulichtempfindlichkeit. Evtl. brauchst Du noch Platz für einen nach innen ragenden Okularauszug, oder einen innenliegenden Filterschieber, und ein paar Millimeter Sicherheit zusätzlich... ich wäre da nicht zu sparsam.
    Ich hab gerade einen asymmetrischen Hut gebaut, bei dem der Abstand von Filterschieber auf der einen Seite und Hutring auf der anderen Seite zum Strahl gleich groß und vignettierungsfrei ist. Der Original-Hut war nur minimal größer als der Hauptspiegel :(


    Den Kineoptics kann ich auch mit schweren Okularen empfehlen, den Neumannschen Helifok kenne ich nicht. Hast Du vor bei f/4.7 einen Komakorrektor einzusetzen?


    EDIT: schlimmste Suppenkomafehler geändert, hätte besser ein Mittagsschläfchen gemacht, statt hier zu schreiben...


    Viele Grüße


    Holger

  • Hallo Holger,


    vielen Dank für den Hinweis zum Hutdurchmesser! Als Okular mit der größten Brennweite wollte ich ein ES 68° 28mm oder TV Panoptik 27mm einsetzen um auf ca. 6mm AP zu kommen. Die Größe der Feldblende entspricht nach meinem bisherigen Verständnis in etwa der Brennweite des Okulars. Daher komme ich auf einen Innendurchmesser von mindestens 254 + 28 = 282mm für den Hut. Zur Sicherheit lege ich 18mm drauf und komme auf 300mm. Das sollte hoffentlich passen. Ein Filterschieber ist zunächst nicht geplant. Der Kineoptics HC-2 dürfte bei einer geplanten Einbauhöhe von 30mm nicht mehr als 10mm in den Hut hineinragen. Damit sollte es eigentlich passen, oder?


    Ich hatte gehofft bei f4,7 noch keinen Komakorrektor zu benötigen. Ich habe allerdings keinerlei Erfahrung mit schnellen Öffnungsverhältnissen. Sollte ich den Komakorrektor wohl besser doch einplanen?


    Viele Grüße,
    Matthias

  • Hallo Matthias,


    klingt für mich soweit vernünftig - auch wenn ich persönlich den Filterschieber nicht mehr missen möchte... das musst Du Dir überlegen, ob Du die 10-15 mm zusätzlich nicht doch vorhalten willst. Laut Datenblatt hat das ES 28mm 68° übrigens einen Feldblendendurchmesser von 31.8 mm.


    Zum Komakorrektor: ohne EQ-Plattform wäre der auch bei f/5 für mich Pflicht für die Planetenbeobachtung, Planeten durchs Gesichtsfeld des Weitwinkelokulars durchlaufen lassen klingt attraktiv, ist es mit der Koma aber nicht. Das ist viel schlimmer als ein paar einzelne Prozentchen bei der Obstruktion, um die wir hier gerade feilschen... Für schwache Deep-Sky-Objekte geht es zumindest bei f/5 noch ohne, finde ich.


    Viele Grüße,


    Holger

  • Hallo Holger,


    über den Filterschieber werde ich noch einmal nachdenken. 10-15mm müssten beim 58mm Fangspiegel noch drinn sein.


    Danke für den Tipp bzgl. des Datenblattes für die ES Okulare! Ich wusste nicht, dass es im Netz verfügbar ist, habe es nun aber auch gefunden.


    Über eine EQ-Plattform habe ich bereits nachgedacht. Das wäre sicher auch ein schönes Bastelprojekt.


    Viele Grüße,
    Matthias

  • Bei Komakorrektor und Filterschieber gilt bei mir: Einmal damit "gearbeitet" möchte ich beides nicht mehr missen.(Galt beim Komakorrektor bereits bei f4,9). Bei einer EQ-Plattform, würde wahrscheinlich ähnliches für mich gelten.


    Ich würde mir also zumindest die Möglichkeit nicht verbauen...


    Gruß Horst

    Taurus T400 pro , Skywatcher ST120/600, Lunt LS50THa, diverse Ferngläser von 5x25 bis 20x80

  • Hallo Matthias,


    bei einem optimierten Selbstbau halte ich eine klare Vorab-Entscheidung für oder gegen Komakorrektor wie auch einen Filterschieber schon für sinnvoll, da das doch einen relevanten Einfluss auf die Abmessungen hat, auch wenn es nur um wenige mm geht.


    Wenn ein Komakorrektor verwendet wird, ist die Baulänge mit einiger Sicherheit größer als die des Auszugrohres eines HC2. Auch die Fokuslage des Korrektors der Wahl sollte bedacht sein. Der Paracorr z.B. braucht ca. 15mm Weg bzw. der Anschlag liegt entsprechend weiter innen. Wenn die Okulare annähernd parfokal sind, reichen meiner Ansicht nach 5mm verfügbarer Fokussierweg. Wenn verschieden fehlsichtige Beobachter das Gerät ohne Brille nutzen, ist ggf. merklich zusätzlicher Weg erforderlich.


    Den Hut als echte Blende sehe ich unproblematisch. Geht es zu eng zu, könnten aber Wärmeschlieren das Bild stören. So ca. 50mm Aufmaß zum optisch wirksamen HSp-Ø finde ich schon angemessen.


    12mm 100%-Ausleuchtung halte ich für vollkommen ausreichend.
    Der 58mm Fangspiegel (wirksam 56mm (?)) reicht bei visueller Auslegung mit kurzbauendem OAZ ohne Korrektor oder Filterschieber sicher. Sollen diese ggf. später dazukommen, sollte imo gleich (für die konkreten, präferierten Komponenten) passend Platz gelassen werden. Möglicherweise reicht der 58mm FSp. dann nicht mehr. PC1 ohne Filterschieber sollte aber noch gut passen.


    Ich benutze bei sehr ähnlichem Öffnungsverhältnis (F/4,85)immer meinen Komakorrektor.
    Holger hat hier schon die Begründung geliefert.


    CS
    Harold

  • Hallo Matthias,


    hab gerade Deine Frage zu den Alurohren gefunden. 16x1 für einen 10Zöller ist meines Erachtens ein guter Kompromiss zwischen leicht und stabil und wäre auch meine Wahl. Bei f/4.7 auf jeden Fall ausreichend, 14x1 geht sicher auch noch.


    Viele Grüße


    Holger

  • Hallo Matthias,
    ich habe den Hut 10% größer gemacht als der Spiegel ist. Zur Sicherheit habe ich noch 5 mm draufgeschlagen. Das hängt natürlich auch ein bißchen davon ab, wie groß du die Spiegelkiste dimensionierst. Ich wollte für die Stangen nicht mit 2 Winkeln arbeiden müssen und habe den Hut deshalb in diesen Dimensionen gewählt. Das ist auch völlig ausreichend. Meine Stangen sind 18X1,5 mm! Funktioniert bisher auch tadelos ohne zu wackeln.
    Beim biegen des Hutes habe ich die Schablone 10% kleiner gemacht als der angestrebte Durchmesser. Das kommt sehr gut hin. 11,5 mm für den Hut finde ich nicht unterdimensioniert, ich habe bisher keine Schwächen erkennen können. Den Hut zu biegen hat mit am meißten Spaß gemacht! Einfach ein schönes Erfolgserlebnis, wenn beide Ringe exakt gleich groß sind. In die Streben für den Hut habe ich in mühevoller Kleinarbeit und schmirgeln bis der Arzt kommt sehr passgenaue Holzstücke aus Multiplex gemacht und diese dann per Zweikomponentenkleber eingeklebt. Ich habe sie so geschmirgelt, das ich sie mit dem Hammer reingeprügelt habe. Das hat mich die doppelte Anzahl an Holzstückchen gekostet, dafür sitzen sie aber auch bombenfest. Zusammengefügt mit einfachen Holzschrauben.
    Ich habe noch einen 10" mit gutem Spiegel rumstehen und überlege schon, mir auch einen leichten Reisedobson daraus zu bauen. Ich habe noch soviel Material liegen, das es eine weitaus preiswertere Angelegenheit würde als bei dem 16"!
    Für den 16" habe ich die Kosten (einschließlich vieler Kisten Bier für meinen Nachbarn mit der top ausgerüsteten Metallerwerkstett) mal zusammengerechnet. Dabei komme ich mit Hauptspiegel (Strehl 0,985 / 93% Beschichtung) Fangspiegel Orion (97% Beschichtung) und Moonlight Auszug auf ca. 3200 Euro.
    Selbstbau lohnt also nicht.....aber ich hatte soviel Spaß dabei und habe soviel dabei gelernt, das es sich gelohnt hat!
    Viele Grüße
    Udo

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für Eure Ratschläge und Erfahrungswerte bzgl. der Dimensionierung der Rundrohre, der Vierkantrohre, der 100%-Ausleuchtung und des Hutes. Das ist sehr hilfreich!


    Mangels eigener Praxiserfahrung bzgl. Komakorrektor und Filterschieber bin ich diesbezüglich unschlüssig und muss mir das noch genauer überlegen bzw. mir das einmal ansehen. Ich denke ich muss daher erst einmal Anschluss zu Spechtlern in meiner Region (Erlangen) suchen.


    Danke an Starbiker für die Details zur Herstellung des Hutes! Auch wenn der Selbstbau sich finanziell wohl meist nicht lohnt, bleiben zumindest der Spaß am Basteln und die Tatsache, dass man seine eigenen Vorstellungen umsetzen kann. :)


    Viele Grüße,
    Matthias

  • Hallo Matthias,
    genau so ist es! Der Spaß an der Sache zählt. Und der Anblick und Durchblick durch ein selbstgebautes Teleskop,
    bei dem man alle Stärken und Schwächen kennt, lohnt die Arbeit. Wenn man es denn nicht als Arbeit ansieht.
    Mach weiter! Man wächst mit seinen Aufgaben! Das ist wohl die wichtigste Aussage dabei!
    Gruß
    Udo

  • Hallo,


    soweit ich es zeitlich schaffe, werde ich hier ein wenig über den Baufortschritt berichten. Eventuell hilft die Dokumentation meiner Anfängerfehler jemandem dabei die gleichen Fehler zu vermeiden. :) Für die Planung und Ausführung orientiere ich mich primär an der Webseite von Reiner Vogel. Nachdem ich die Eckdaten des Dobson festgelegt und eine Materialliste erstellt hatte, wurde online der Lagerbestand der örtlichen Baumärkte mit der Materialliste verglichen. Einer der Märkte hatte einen großen Teil des benötigten Materials zu vernünftigen Preisen verfügbar. Die 12mm x 12mm x 1mm Alu-Rundstangen für die Gitterrohrkonstruktion liegen z.B. bei 2€ pro Stück.



    Da mir Alltagstauglichkeit wichtiger ist als geringes Gewicht, habe ich mich für einen Doppelring-Hut entschieden. Da es ein beplankter Doppelring wird, schienen mir 10mm x 10mm Alu-Vierkantrohre für 10-Zoll ausreichend stabil zu sein. Der geplante Innendurchmesser von 300mm resultiert in einem Ringumfang von 942mm. Da ich gelesen habe, dass der Radius der ersten und letzten paar Zentimeter beim Biegen im Schraubstock abweicht, ist mir das zu knapp an der 1m Materiallänge. Daher greife ich sicherheitshalber zum Material mit 2m Länge. Für die Verbindungsstreben zwischen den beiden Ringen verwende ich 10mm Alu-Rundrohr.


    Aus Hartholzresten (Buche) habe ich Schablonen zum Biegen der Ringe angefertigt. Ziel war ein Innendurchmesser von 300mm. Ich bin der Empfehlung gefolgt für die Schablonen einen um 10% geringeren Innendurchmesser zu verwenden. Das Resultat war jedoch ein Ring-Innendurchmesser von 315mm. Ich nehme an, dass der Radius der Schablonen bei den kleinen Biegeradien für 10-Zoll besser 15% statt 10% kleiner sein sollte. Ich werde es aber einfach bei 315mm belassen, da die Ringe immerhin auf Anhieb eine saubere Kreisform haben und ich nun doch noch Platz für einen Filterschieber habe. :)



    Ich bin noch unentschlossen, wie ich die Ringe an den Nahtstellen am besten stabil schließe, daher geht es erst mal mit der Spiegelzelle weiter. Mit „Plop“ habe ich die optimalen Lagerpunkte für eine 6-Punkt Spiegelzelle berechnet. Mein Pyrex-Spiegel ist mit 32mm recht dick, daher sollte das ausreichen.


    Die Zelle habe ich im Maßstab 1:1 auf einer Sperrholzplatte aufgezeichnet. Es handelt sich um das übliche Dreiecksdesign mit drei Wippen. Für das Dreieck verwende ich 15mm x 15mm und für die Wippen 10mm x 10mm Alu-Vierkantrohr. Letzteres sind die Reste der beiden 2m-Materialstücke für die Ringe.


    Als Lagerpunkte werde ich M6-Nylonschrauben verwenden. Für die beiden Laterallager, in jeweils 45° Position, werde ich wie im 10-Zöller von Reiner Vogel ebenfalls Nylonschrauben (statt Kugellagern) verwenden. Mit dem „Mirror Edge Calculator“ habe ich für die Laterallager den Schwerpunkt des HS als 15.2mm von der Rückseite bestimmt.




    Viele Grüße,
    Matthias

  • Hallo,


    heute hatte ich wieder eine Stunde Zeit für dieses Projekt. Diese habe ich genutzt um die 15 x 15 x 1 Vierkantrohre für das Dreieck, die 10 x 10 x 1 Vierkantrohre für die Wippen, sowie 2mm Alublech und 3mm Alu-Winkelprofil als Verbindungselemente zuzusägen. Dazu habe ich eine kleine Bandsäge mit einem Holzsägeblatt mit feiner Zahnteilung verwendet. Dieses schneidet auch Alu sehr gut, wird dabei aber vermutlich etwas schneller stumpf als im Holz. Alternativ könnte man, mit ein wenig mehr Zeitaufwand, natürlich auch von Hand mit einer Bügelsäge, oder einer kleinen Puksäge mit Metallsägeblatt arbeiten.


    Anschließend habe ich zur Aufnahme der Nylon-Lagerschrauben M6 Gewinde in die Wippen geschnitten und die Wippen mit M6-Schrauben testweise am Dreieck montiert. Sobald die Zeit es erlaubt, geht es dann mit der Verbindung des Dreiecks mittels Epoxidharzkleber und Blindnieten weiter. Da ich zum ersten mal Nieten verwende, war ich nicht sicher, welche Größe für meine Zwecke optimal ist. Ich habe daher sowohl 3mm, als auch 4mm Nieten besorgt, die in Bezug auf die Materialdicke den Bereich 2,5 bis 5mm abdecken. Nach ersten Tests am vorliegenden Material scheinen die 4mm Nieten gut zu passen.



    Viele Grüße,
    Matthias

  • Ein Aspekt bzgl. der geplanten Justagevorrichtung ist mir unklar, vielleicht kann mir da jemand einen Tipp geben? Die Justage der Zelle wird von oben, über zwei lange M8 Schrauben erfolgen. Diese müssen an den unteren beiden Ecken des Dreiecks mit etwas Spiel gelagert werden, um die leichte Verkippung des Dreiecks in Folge der Justage auszugleichen. Reiner Vogel hat dies laut seiner Webseite mit Passscheiben gelöst. Passscheiben waren mir bisher kein Begriff. Dank Google weiß ich zwar inzwischen worum es sich dabei handelt, mir ist aber trotzdem nicht klar, wie Passscheiben das Problem der Lagerung mit etwas Spiel lösen sollen.

  • Grüß Dich Matthias,


    beruhige Dich! Dieses Pass-Scheiben-Ding ist lediglich akademischer Natur und wirkt sich zumindest visuell nicht einmal annähernd aus.
    Wie vieles hier im Forum, welches rein rechnerisch auf die Spitze getrieben wird (Strehl 0,95 wesentlich besser als 0,90 oder Reflektionsgrad 0,95 wesentlich besser als 0,85 etc. pp..)macht das ganze für das Auge eines Normal-Sterblichen nicht wirklich einen Unterschied.
    Ist ähnlich wie die aktuelle Anpreisung von 8K-Fernsehern, obwohl das menschliche Auge schon den Unterschied von Full HD zu 4K nicht mehr wahrnehmen kann.


    Take it easy und CS [;)]


    Beste Grüße
    Markus[:)]

  • Hallo Matthias,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Ich werde es aber einfach bei 315mm belassen, da die Ringe immerhin auf Anhieb eine saubere Kreisform haben und ich nun doch noch Platz für einen Filterschieber habe. :-)<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Na siehste, dann wäre das auch geklärt [:D] - manche Dinge regeln sich von alleine, wenn man erst mal loslegt.


    Dein Hauptspiegeldreieck sieht extrem robust aus, die Federn hingegen etwas schwach (mag aber täuschen...)
    Du weißt, dass zwei Justageschrauben ausreichen? - Ich hab noch nie verstanden, warum das immer drei sein müssen... hab schon ein paar "weggelaufene" Hauptspiegel wieder einfangen dürfen.


    Viele Grüße


    Holger

  • Mir ist nicht klar, welche Aufgabe die Passcheiben in der Spiegelzelle übernehmen sollen. Ich hab meine Spiegelzelle in einem U-Profil gelagert, die Zelle selbst hat ein Gewinde, die Schrauben (Bei mir M6) sind mit selbstsichernden Muttern spielfrei eingestellt, so daß sie sich auch schon nicht mehr leicht drehen. Ein wenig Verspannung ist erwünscht, so verstellt sich nx mehr selber. Hier mal ein Bild der Zelle, die Schrauben sind noch nicht weit genug rein gedreht. Aber man sieht das Prinzip, Spiegelzelle im U-Profil.


    Gruß, Jörg!

  • Hallo Markus,


    danke für die Einschätzung zum Thema Passscheiben! Mir war nicht klar, ob es sich um einen essentiellen Aspekt handelt, den ich nicht verstehe, oder um ein Optimierungsdetail. Mir geht es hier nicht um Perfektion. Ich bin bei diesem Anfängerprojekt schon zufrieden, wenn das Ergebnis „gut brauchbar“ ist.


    Hallo Holger,


    ja, ist wohl wieder ein Beispiel dafür, dass man manchmal nicht zu lange überlegen, sondern einfach mal anfangen sollte. :)
    Das zwei Justageschrauben ausreichen, ist mir bewusst. Ich habe trotzdem jeweils drei Druckfedern und Schrauben gekauft, weil ich bei Kleinteilen zu einer gewissen Vorratshaltung neige. :) Ich bin auch gespannt, ob die Druckfedern stark genug sind. Der Baumarkt war diesbezüglich nicht besonders gut sortiert, ich habe keine stärkeren gefunden.


    Hallo Erposs,


    sehr interessante Idee, die Lagerung in U-Profilen. Ich wollte die Justageschrauben nun eigentlich ohne Spiel an der Spiegelbox befestigen, durch Holzblöcke mit Rampamuffen nach oben führen und dort mit Rändelschrauben versehen. Dein Ansatz scheint aber eine gute Alternative zu sein, die ich nun auch noch in Betracht ziehen werde.


    Gerade bzgl. der Verspannung hatte ich Bedenken. Mir war nicht klar, ob die Verkippung des Dreiecks bei der Justage zu einem Verklemmen führt, wenn kein ausreichendes Spiel vorgesehen ist. Auf Grund Eurer Ratschläge bin ich diesbezüglich nun aber erst mal beruhigt.


    Vielen Dank!
    Matthias

  • Hallo Matthias,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Der Baumarkt war diesbezüglich nicht besonders gut sortiert, ich habe keine stärkeren gefunden.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    da muss man kreativ sein - mein letzter Selbstbau verwendet Druckfedern, die ursprünglich die herausnehmbaren Gitterstäbe in einem Kinderbettchen an Ort und Stelle hielten :-)))


    Gruß, Holger

  • Hallo Mathias,
    das mein Tipp mit der - 10% Schablone nicht funktioniert hat tut mir leid, ich würde das aber jetzt auch so lassen. Du hast ja beim Fangspiegel extra den Größeren
    genommen und so wird sich das schon wieder ausgleichen. Beim Zusammenfügen der Vierkanntrohrenden habe ich mit der Schablone eine massive Alustange genommen und die im gleichen Radius gebogen. Dann ca. 2 cm lange Stücke (nach dem biegen!) abgesägt und die dann (wieder passgenau schmirgeln) eingepasst. Letztlich habe ich das nur gemacht, um das leichter zusammenschweißen zu können. Hätte man aber gar nicht mehr schweißen müssen, das wäre mit kleben sicher auch gegangen. Für die Streben zwischen den Ringen willst du Rundrohr nehmen? Warum? Falls du im nachhinein noch ein Loch in die Streben bohren willst( man weiß ja nie!) ist das in runde Stangen auf jeden Fall schwieriger. Die Wippen habe ich aus vierkannt U-Rohr gemacht und sie direkt auf dem Dreieck plaziert. Die Kraftverteilung auf die Schrauben ist dadurch günstiger. Sollte aber auch so gehen wie du es planst. Gespannt bin ich auf deine untere Stangenklemmung, das war bei mir ein heikeler Punkt. Letztlich habe ich sie vom Schreiner machen lassen (8° schräge Bohrung) der es aber auch nur so halbgut hingekriegt hat. Steht jetzt bei mir etwas unter Spannung, funktioniert aber ganz gut. Mach mal weiter hier mit deinem Bericht, ich bin gespannt!
    Viele Grüße
    Udo

  • Hallo,


    mangels Zeit lag dieses Projekt leider zwei Wochen auf Eis. Heute konnte ich aber wieder ein paar Stunden daran weiterarbeiten. Leider war die Verbindung des Dreiecks mittels Epoxykleber und Blindnieten ein Fehlschlag. :( Ich habe Epoxy mit 5min Abbindezeit verwendet, was eigentlich ausreicht, um ohne große Hektik zu arbeiten. Leider hatte ich aber nicht damit gerechnet, dass mich meine Nietzange im Stich lässt. Ich hatte zunehmend Probleme mit Abrissen der Nietdorne und generell mit der Funktion der Zange. Dadurch bin ich schließlich doch unter Zeitdruck geraten. Da ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden war, habe ich das vernietete Dreieck kurzerhand in den Müll geworfen, eine neue Nietzange besorgt und noch einmal von Vorne begonnen.


    Mit dem Ergebnis des zweiten Versuches bin ich nun zufrieden. Trotzdem würde ich in Zukunft einige Dinge anders machen. Ich würde die Wippen, auf Grund der bessern Kraftverteilung und der einfacheren Konstruktion, wie von Starbiker vorgeschlagen, aus vierkant U-Rohr herstellen und direkt auf dem Dreieck platzieren. Auf eine Verklebung mit Expoy würde ich verzichten. Im zweiten Versuch habe ich dies auch getan und das Dreieck ist auch mit der reinen Vernietung äußerst stabil geworden. Für die Laterallager würde ich passende L-Profile kaufen und zusägen. Das Biegen von Flachmaterial im Schraubstock ist mir zu umständlich und ungenau.


    Es fehlen nun nur noch die Justageschrauben und kleine "Winkelklammern" als "Herausfallschutz" für den HS. Für die genaue Positionierung möchte ich aber zunächst die Konstruktion der Spiegelbox abwarten.



    Anschließend habe ich begonnen mich dem Bau der Spinne und des Fangspiegelhalters zuzuwenden. Mangels Zeit bin ich aber noch nicht über den Materialzuschnitt hinausgekommen.



    Einige Fragen beschäftigen mich nun:


    1. Ich verwende für die Spinne 0,3mm Messingblech. Es scheint mehr als ausreichend stabil zu sein, um die Spannung auszuhalten. In aktuellen ATM-Projekten scheint der Trend aber zu wesentlich stärkerem Blech zu gehen (z.B. 1mm Alublech im Fall von Stathis Fünflingen). Ich Frage mich welchen Vorteil das dicke Blech hat?


    2. Ich grübele auch darüber, wie ich die diversen Metallteile möglichst gut, aber auch einfach, schwärzen kann. Hält der oft verwendete Schultafellack vernünftig an Alu und Messing?


    3. Einigen Respekt habe ich vor der korrekten Positionierung (inkl. Offset) des Fangspiegels in Bezug auf den OAZ. Ich werde wohl einen Justierlaser kaufen und der Vorgehensweise von Stathis (wieder die Fünflinge) folgen.


    4. Für die Streben zwischen den Ringen wollte ich 10mm Rundrohre verwenden, da ich diese sehr einfach über eingeklebte 8mm Riffeldübel (quasi als Spreizdübel) mit den Ringen verschrauben kann. Das Argument von Starbiker bzgl. der schwierigen, nachträglichen Bohrung im Rundmaterial lässt mich nun aber noch einmal über diesen Plan nachdenken.


    Viele Grüße,
    Matthias

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