Neuling - Probleme beim Justieren meines Newton

  • Hallo, ich habe mir ein Newtonteleskop gekauft (mein Erstes![:D]). Leider gelingt es mir nicht so richtig scharfe Bilder zu bekommen, vor allem bei etwas größeren Vergrößerungen.
    Nun habe ich gelesen, dass man das Teleskop justieren muss. Also habe ich mir einen Justierlaser gekauft, Anleitungen gelesen und fleißig justiert. Allerdings ist das Ergebnis sehr enttäuschend. Das Bild ist nicht wesentlich besser geworden.
    Was mich verwundert ist, dass der Laserstrahl nach den Reflexionen an den Spiegeln keinen Punkt mehr darstellt sondern nur noch einen diffusen leuchtenden Fleck. Das kann doch so nicht in Ordnung sein, oder?
    Kann mir jemand weiterhelfen. Was kann ich noch tun? Oder liegt es daran, dass das Gerät keine besseren Bilder hergibt und somit eine mangelnde Qualität aufweist?
    Vielen Dank für eure Hilfe!

  • Hallo Mirko,


    willkommen im Forum.
    Was für ein Teleskop hast du? Ist es vielleicht einer jener berühmt berüchtigten katadioptrischen Newtons mit eingebautem Barlowelement?


    CS Heinz

  • Hallo Heinz,
    ich habe mal ein Foto (mit Justierlaser) gemacht.

    Es handelt sich um ein Newton 114/1000 mm. Ob es sich um einen katadioptrischen Newton handelt, kann ich nicht beurteilen. Da fehlt mir die Erfahrung. Allerdings sieht man im Okularauszug keine Linse.

  • hallo baron,


    erst mal willkommen in diesem herrlichen forum. ich denke, es war kein fehler, dich hier zu registrieren.


    nun... newtons haben ja den ruf, eine schlechte abbildung zu haben. das stimmt aber nur, wenn sie dejustiert sind. hat man einen gut justierten newton, so wird man sehr zufrieden damit sein (schwarze schafe ausgenommen, aber wir gehen davon aus, dass dein newton kein schwarzes schaf ist).


    gibt einiges zu beachten: zum einen ist ein laserpointer-punkt nie genau ein perfekter punkt, sondern divergiert mit unehmender entfernung von der laserquelle immer.
    zum anderen ist es normal, dass teleskope bei höheren vergrösserungen unscharfe abbildungen zeigen. wie hoch vergrösserst du denn da?


    und... verzeihe bitte falls du dich angemacht fühlst, aber: nicht durch eine glasscheibe oder sonstiges beobachten. dein teleskop muss auch gut an die umgebungstemperatur angepasst, also gut ausgekühlt sein.
    das alles sind faktoren, die ein erfolgreiches und zufriedenstellendes beobachten beeinflussen und beachtet werden müssen. und oft sind es so einfache sachen, die einen einsteiger zum verzweifeln bringen und das hobby astronomie schnell wieder fallen lassen.


    also... beschreib auch mal deine vorgehensweisen beim beobachten, ich muss jetzt los, essen gehn [;)]


    grüsse

  • Hallo Kopfgeist,
    ich beobachte immer vom Balkon aus. Kann gut möglich sein, dass ich da zu ungeduldig war und nicht lange genug gewartet habe.
    Ich verwende zum Beobachten vier ED-Okulare von Bresser, die ich mir extra neu dazugekauft habe. Mit dem 21 mm Okular habe ich ein prima Bild. Aber schon bei dem 12,5 mm Okular sind die Sterne und Jupiter unscharf. Hier dürfte die Vergrößerung aber noch nicht zu groß sein, oder? Bei den anderen beiden Okularen (7 mm und 3,8 mm) ist das Ergebnis logischerweise noch schlechter.

  • Quote
    <i>Original erstellt von: Baron</i>
    <br />Es handelt sich um ein Newton 114/1000 mm. Ob es sich um einen katadioptrischen Newton handelt, kann ich nicht beurteilen. Da fehlt mir die Erfahrung. Allerdings sieht man im Okularauszug keine Linse.
    Nun, wenn es ein klassischer Newton ist, sollte er eine Tubuslänge von etwa 90 cm haben. Ist er wesentlich kürzer und die Brennweitenangabe passt halbwegs, dann muss sich irgendwo im Strahlengang ein brennweitenverlängernde Optik befinden. Dies kann auch ein Barlowelement zwischen Fangspiegel und Hauptspiegel (in Nähe des FS) sein.


    CS Heinz

  • Hallo Heinz, ich habe mal nachgemessen. Der Tubus ist ca. 45 cm lang. Es ist also anscheinend doch ein katadioptrischer Newton, obwohl ich kein optisches Element zwischen HS und FS erkennen kann.
    Tja und was kann ich nun tun? Gibt es vielleicht doch noch eine Möglichkeit das Teleskop zu justieren?

  • Nun, es sieht so aus, als wäre die brennweitenverlängernde Optik der Grund für die Streuung des Laser. Dazu wie ein solcher Newton zu justieren ist, kann ich leider wenig sagen. [:(]

  • Hallo Baron,


    Ja es ist ein Kadadiopter, das Element sitzt meistens direkt am OAZ. Schau mal ohne Okular in den Okular Auszug, siehst du eine Linse/Glas Element, dann ist das der Beweis für ein Kadadioptisches Teleskop.
    Hier mit einem Justierlaser zu justieren geht eigentlich nicht, höchstens du entfernst das Barlowelement zum justieren vorsichtig, das hab zumindest ich jedesmal gemacht, denn dan hast du einen Laserpunkt, der zum justieren zu gebrauchen ist.


    Martin

  • Hallo Baron,


    ich habe mir auch vor zwei Jahren einen 76/700 Newton schenken lassen und kuck auch immer noch durch das Ding, auch wenn in drei Monaten der nächste 250/1200 Newton ins Haus flattert.


    Mein 76/700er macht aber durch neue Justage der der Spiegel wieder einiges her. Zuerst hab ich die Spiegel immer per Auge justiert. Nach der Methode: "Guck durch den Okularstutzen und schau, dass alles zentriert ist". Eigentlich kann man da genau so gut ein paar mal aufs Teleskop draufhaun und hoffen, dass die Spiegel jetzt richtig eingestellt sind. Bei mir hats zumindest nicht funktioniert, wie ich das jetzt beurteilen kann.


    Damals dachte ich natürlich, das Ding wär richtig eingestellt und leistet halt einfach nicht mehr. Am Jupiter sah ich keine Details und auch nur zwei der vier großen Monde.


    Ich hab mir vor kurzem nun doch mal aus nem Laserpointer einen Justierlaser gebaut. (Metallröhrchen hat mir mein Cousin gedreht)


    Link zur Anleitung poste ich mal später.


    Auf jeden Fall, erfuhr ich nach der Justage wirklich erst, was das kleine Teleskop leistet. Alle 4 Monde von Jupiter waren deutlich zu erkennen und die zwei Bänder auf der Oberfläche waren schon andeutungsweise zu sehen.


    Außerdem hätte ich vielleicht eine Idee, warum du den Reflektionspunkt nur als Fleck zu sehen bekommst.


    Beim justieren der Spiegel mit dem Laser habe ich nämlich auch immer diesen Fleck gehabt. Auch, wenn dieser Fleck genau in der Mitte ist, ist das Teleskop mit sicherheit noch stark dejustiert. Der Grund lag bei mir darin, dass dieser Fleck nur eine Reflektion des Original-Laserstrahls war, der sich auf der Innenseite des blanken Justierlasergehäuses spiegelte und dann eben nicht mehr als scharfer Punkt zurückgegeben wird. Deshalb wäre es von Vorteil, wenn diese Innenseite geschwärzt wäre, damit man durch solche Spiegelungen nicht verwirrt wird. Nach etwas herumstellen am Hauptspiegel hatte ich dann den richtigen Laserpunkt im Visier und das Teleskop konnte zeigen, was in ihm steckt.


    Wichtig ist auch die richtige Vorgehensweise beim Justieren, um nicht wertvolle Spiegelfläche zu verschwenden.


    Hier eine Kurzbeschreibung:


    1. Zuerst Hauptspiegel ausbauen und genau die Mitte des Spiegels mit einem wasserfesten Stift markieren. Am einfachsten findet man die Mitte, wenn man den Radius des Spiegels an einem Zirkel einstellt und einen Kreis zeichnet. Den Kreis schneidet man möglichst sauber aus und legt ihn auf den Spiegel. Jetzt einfach noch einen Punkt durch den Einstichpunkt des Zirkels zeichnen und fertig.


    2. Justierlaser einsetzen und den Fangspiegel so verstellen, dass der Laserstrahl genau den markierten Punkt im Zentrum des Hauptspiegel trifft.


    3. Jetzt den Hauptspiegel so verstellen, dass der Laserstrahl wieder genau in den Punkt zurückgeht, an dem er den Laserpointer verlassen hat.


    Das wär schon die ganze Justage. Geht viel schneller als die Methode mit Blick durch den Okularstutzen und ist vor allem auch nachts gut durchzuführen.


    Hoffe ich konnte helfen

  • Hallo Speedy,
    ich habe den Justierlaser bei deinem letzten angegebenen Link erworben. Er macht wirklich einen sehr guten Eindruck und ist auch innen geschwärzt, so dass keine Reflexionen am Metallgeheäuse auftreten.
    Da es sich bei dem Teleskop wohl doch um einen Kadadiopter handelt, werde ich mich morgen mal auf dies Suche nach dem brennweitenverlängernden Element machen. Irgendwo muss es ja sitzen. Dann werde ich mich noch mal an die Justierung machen. Vielleicht habe ich dann mehr Erfolg. Vielen Dank für eure Hilfe!

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