Schraubensicherung justierbar

  • Hallo, kennt jemand zufällig eine Lösung für folgendes Problem?


    Ich möchte Edelstahlschrauben in Alugewinde zum justieren einer Spiegelzelle verwenden. Nun gehen mir die Schrauben hier einfach zu locker durch das Gewinde. Ich bräuchte also eine Art sehr dickes Fett, dass die Schraube schwergängig macht. Aber eben nicht fest wie mit Loctite Schraubensicherung. Es sollte aber auch einen gewissen Temperaturbereich abdecken, denn das Teleskop steht immer draußen.


    Beste Grüße, Henri

  • Hallo Henry,


    ob ein dickes zähes Fett die Leichtgängigkeit wirklich abschaffen würde? Ein möglicher Weg wäre- bringt in die Gewinde der Schrauben z.B. Loctite 221 ein und lass das komplett eintrocknen. Das Zeugs wird den Raum im Gewindegang zu einem Teil ausfüllen. Damit sollte es schwergängig genug werden und auch wenn etwas Abrieb entsteht dürfte genug im Gewindegang verbleiben. Und abgetrocknet führt es nicht zu einem festen "Verkleben", so wie man das normalerweise mit diesem Material zwecks Schraubensicherung benutzt.


    Gruß
    Stefan

  • High Henri,
    spontan fallen mir 4 Möglichkeiten ein:
    1: der Klassiker- Kontern eventuel mit Flügel oder Rändelschraube
    2: Mit Feder vorspannen, wie bei Einstellschrauben am Vergaser
    3: eine etwas dicker Blechlasche über die Gewindebohrung mit einer zusätzlichen Schraube befestigen, mit Kernlochbohrung versehen, von der Gewindebohrung her Gewinde reinschneiden, anschliessend die Blechlasche leicht abwinkeln- dadurch quasi im Gewinde vorspannen

    4 Mit Schraubensicherung mittelfest (blau) eine Schraube ins Gewinde Kleben, nach ein paar Stunden wieder rausdrehen und die Einstellschrauben eindrehen

  • Hallo Henri,


    Ich würde spontan zu längeren Schrauben greifen, passende Spiralfedern und eine Unterlegscheibe über die Schraube und sie damit unter Spannung setzen. Oder Konterschrauben verwenden. Ich arbeite beruflich viel mit Loctite, das wird schnell bröselig wenn man die Schraube ein paar mal dreht. Christophels Idee mit der Blechlasche finde ich sehr interessant und elegant, aber sie ist natürlich auch am aufwendigsten zu realisieren.


    Bis dann:
    Marcus

    16" f/4 Dobson, 6" f/5 Dobson, C8, 80/560 ED, 70/700 PST-Mod "Sunlux"


    Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle

  • Es gibt spezielle Niet-Muttern, die man in das Alublech einnieten kann. Gewindegänge in Alu sind eh nicht das ideale, wenn die Blechstärke weniger als so 3 mm beträgt. Es sollten schon so wenigstens 2,5 Gewindegänge sein.


    Die Frage vorab ist doch: Warum geht das "zu leichtgängig"? Sind die Gewindegänge im Alu ausgeleiert?
    Erst wenn da alles passt, kann man über Vorspannen via Federn etc. reden.


    Die Gefahr bei zu wenigen Gewindegängen ist, dass die Schraube zum Verkanten neigt und damit die gesamte Spiegelzelle, wenn die nicht anderweitig dagegen geschützt ist. Das wiederum geht zu Lasten der Justierstabilität.


    Eine Beurteilung möchte ich darüber erst abgeben, wenn ich die Konstruktion kenne. Hast du Bilder?

    Alles wird gut!
    Kalle

  • Hallo Leute. Vielen Dank für die vielen Ideen! [:)]


    Also ich habe mal schnell ein Bild gemacht:

    Das grüne hatte ich sozusagen mal als Prototyp gedruckt. Es geht um die vier M8 Madenschrauben rund um das Kugellager. Bei dem Plastikteil gehen die Gewinde fast perfekt straff.


    Nun habe ich 12 Stück dieser Teile gefräst und eloxiert. Das Kugellager soll also am Spiegelrand als laterala Lagerung anliegen. Nach dem Justieren werden dann die vier dünnen Madenschrauben am Rand angezogen und es kann sich nichts mehr verstellen.


    Die Variante mit dem Blech gefällt mir tatsächlich auch am besten, ist hier aber zu aufwändig.
    Loctite 221 habe ich nun ausgerechnet nicht da, aber 222, 243 und 648.
    Ich werde mal von jeder Sorte etwas in eine M8 Mutter geben, ein paar Tage trocknen lassen und dann mit M8 Schrauben testen. Vermutlich ist es auch gut nach längerer Zeit noch mal zu testen, ob man die Schraube noch drehen kann...


    Beste Grüße, Henri

  • Henri,
    ganz ehrlich ... zuviele Schrauben für eine Justage in einer Richtung, auf die es gar nicht ankommt. Ob der Spiegel am Ende ein Millimeter aus der Tubusmitte versetzt ist oder nicht, wen interessiert das. Wichtiger wäre eine Justage um die Kugellager genau auf die Schwerelinie des Spiegelrands zu kriegen. Vielleicht habe ich aber nur ein falsches Bild jetzt im Kopf vor mir, wie die Lager im Spiegelkasten bzw. Spiegelzelle befestigt werden.


    12 Lager (Berührungspunkte für den Spiegelrand) klingt für mich etwas statisch überbestimmt.

    Alles wird gut!
    Kalle

  • Hi Henri,


    12 Stück davon? Wieviel zusätzliches und eigentlich unnötiges Gewicht bringst du damit in die Spiegelzelle rein?


    Die Absicht- die Lager auf passenden Abstand einstellen, das wäre doch mit Exzenterlager (also exzentrisch einstellbaren Kugellagern) oder normalen Kugellagern auf einem exzentrischem Bolzen auch einfacher gewesen.


    Mit der jetzt fertigen Lösung- du wirst ja die Lager nicht häufig neu justieren müssen, also wäre das "Auffüllen" mit abgetrocknetem Loctite durchaus machbar. Typ 221 hatte ich nur genannt, weil der auch bei nassem Einsatz mit der dabei erzielten Haltekraft noch leicht wieder lösbar ist. 222 liegt im ähnlichen Bereich, 243 im mittelfesten und abgetrocknet im Gewinde sollten die ebenso nutzbar sein.


    Gruß
    Stefan

  • Hallo Kalle, darum ging es in diesem Thread eigentlich nicht.
    Aber mach Dir keine Sorgen, die Justierung der Schwerelinie ist bei dem Teil dabei und es geht nicht um eine Mittenjustierung.
    Es geht hier darum, dass die Lager so genau wie möglich an Spiegel angelegt werden können. Um das zu erklären müsste aber ein neuer Thread her.


    Mir ging es nur um die "Schraubenbremse". ;)


    Gruß, Henri

  • Henri,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">...dass die Lager so genau wie möglich an Spiegel angelegt werden können ...<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">... damit der Spiegel dann bei niedrigen Temperaturen zusammengepresst wird?
    Borofloat hat einen 10-fach kleineren Wärmeausdehnungskoefizent als Alu/Stahl/Kusntstoff.


    **kopfschüttel**
    Aber ich lass mich gern positiv vom Ergebnis überraschen [;)]


    PS:
    So viele Schrauben (48 Stk) ... sowas justiert man nur einmal und fixiert es dann mit Loctite. Alles andere ist ein Albtraum. Wenn da zuviel Gewindespiel ist, vielleicht hilft Teflon-Dichtband vom Klempner.



    PPS: So könnte man auch eine Höheneinstellung realisieren:


    Alles wird gut!
    Kalle

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