Warum werden immer Dobsons empfohlen?

  • Hallo,


    ich klopfe das Thema mal hier rein, weil es vom Grundproblem wahrscheinlich Sinn macht. Wenn es woanders hingehört, bitte einfach verschieben.


    Mir fällt immer wieder auf, dass nach Teleskopen fragenden Einsteigern fast ausschließlich Dobsons empfohlen werden. Okay, so weit so gut. Ein Dobson ist toll, billig für die Öffnung und macht oft Spaß. Ich habe selber einen und bin zufrieden.


    Aber: Leider ist es manchmal so, dass versucht wird, dem Fragenden mit aller Kraft den Dobson einzureden, auch wenn er eigentlich was anderes geplant und dies auch kommuniziert hatte. Es werden dann ellenlang die Vorteile aufgezählt, als ob es keine anderen Weisheiten mehr gäbe.


    Dabei wird meiner Meinung nach außen vor gelassen, dass es auch Leute gibt, die eben keinen Dobson wollen. Manche mögen lieber einen Refraktor, einfach weil er wie ein "richtiges Teleskop" aussieht, andere lieber einen Mak wegen der Kompaktheit, etc. und sind dafür bereit, Nachteile wie weniger Öffnung oder einen höheren Preis in Kauf zu nehmen.


    Es ist aus meiner Sicht wenig zielführend, das eigene persönliche Optimum auf andere reflektieren zu wollen. Für den Käufer, der dann einen günstigen 8" Dobson zu Hause hat, der ihm aber zu groß/ zu schwer/ zum umständlich zu justieren oder was auch immer ist, macht das den aus seiner Sicht entstandenen Fehlkauf nicht besser.


    Wahrscheinlich verstauben einige tolle Teleskope im Keller, einfach weil sie nicht das sind, was gewünscht wurde. Größer ist nicht immer besser und wer zweimal kaufen muss, lässt es mit der Astronomie am Ende vielleicht lieber ganz bleiben, weil ihm das Geld oder die Lust fehlt.


    Nur mal so als Gedankenanstoß.


    Gruß


    Carsten

  • Hallo Carsten,


    ich glaube das Allgemein zu beantworten ist reichlich schwierig.
    Kannst Du evtl. mal einen Thread als Beispiel benennen wo es Deiner Meinung nach so gelaufen ist?


    Oft sehe ich halt, dass aus Unwissenheit des Fragestellenden die Kombination aus Wunschgerät, Erwartung und Budget nicht zusammenpassen.


    Der beste Rat ist eigentlich immer noch vor einem Kauf zu einem Teleskop-Treffen zu gehen oder Kontakt zu anderen Sternfreunden zu suchen um sich die Geräte VOR einem Kauf mal live an- und durchzuschauen. Diese Erfahrungswerte lassen sich meiner Meinung nach bei der Teleskopauswahl nie durch ein Thread im Forum ersetzen.


    Andersrum gesehen: Wieviel "Röhrchen" verstauben im Keller, weil man bei der ersten Beobachtung nicht mal den Mond ins Okular reinbekommen hat? Wahrscheinlich Potenzen höher als wg. "Fehlberatung" in Foren.


    CS
    Volker

  • Hallo Carsten,


    find ich gut was Du da anstößt.


    Vorweg, ich habe auch einen Dobson, der auch regelmäßig genutzt wird ;-).
    Aber richtig fasziniert bin ich von Refraktoren FH.


    Hm... ich denke mal das da oft an das Budget gedacht wird, das angegeben wird oder angenommen wird.
    Da ist so ein Dobson natürlich nahe zu unschlagbar in Bezug auf Öffnung.


    Aber meines Erachtens ist Öffnung, wie Du auch sagst, nicht alles.
    Für mich kommt es drauf an, wo mein Beobachtungsstandort hauptsächlich ist. Danach richtet sich meiner Meinung nach auch das Equipment das ich anschaffen möchte.
    Das sollte erfragt werden, wenn es nicht angegeben ist und was Beobachtet werden soll.


    Es sollten die Vorzüge und die sogenannten Nachteile der jeweiligen Bauweisen und Teleskoptypen sachlich dargestellt werden.
    Wobei Nachteile gibt es für mich bei einem Teleskop nicht. Jedes hat seinen Sinn und Einsatzbereich.

    Gruß und CS

    Mathias

    :alien: .


    | Refraktor FH 120/600 | Refraktor FH 120/1000 | Celestron C8 SC XLT 203/2000 | iOptron AZ Pro GoTo | EQ-6 R | ZWO ASI224 |

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: AstroRider</i>
    <br />Hallo Carsten,
    Kannst Du evtl. mal einen Thread als Beispiel benennen wo es Deiner Meinung nach so gelaufen ist?
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=239472


    Andreas

  • Die Frage ist: Musst man immer dem Mainstream hinterher laufen ?
    Sammel die Fakten und dann lass dein Bauch entscheiden. Entscheidend ist doch,was du vor Ort an Bedingungen vorfindest?!
    . das Budget kann man variieren !

  • Natürlich ist nicht für jeden die "Standardempfehlung" (8" -) Dobson die idealste Lösung, sondern nur die wohl wahrscheinlichste eines nicht totalen Fehlkaufs.
    Kein anderes Teleskop zeigt einen für das gleiche Budget mehr als ein Dobson.
    Erst wenn bestimmte Teilaspekte stark dominieren, macht ggfs. eine andere Teleskoplösung Sinn. Diese Teilaspekte können die wenigsten Anfänger aber richtig bewerten.


    Daher die Empfehlung Dobson.
    Ich persönlich gehe da sogar weiter, und empfehle ein Gebrauchtkauf eines offensichtlich gepflegten 8" Dobson. Wenn alles schiefläuft, kann man wieder quasi verlustfrei verkaufen und man hat Erfahrung gewonnen...


    Gruß Horst

    Taurus T400 pro , Skywatcher ST120/600, Lunt LS50THa, diverse Ferngläser von 5x25 bis 20x80

  • Hallo Carsten,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">
    Aber: Leider ist es manchmal so, dass versucht wird, dem Fragenden mit aller Kraft den Dobson einzureden, auch wenn er eigentlich was anderes geplant und dies auch kommuniziert hatte. Es werden dann ellenlang die Vorteile aufgezählt, als ob es keine anderen Weisheiten mehr gäbe.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    normalerweise gibt es für Einsteiger nicht nur einen Thread sondern mehrere. Wenn man sich mehrere Threads oder gar das Basiswissen für Einsteiger durchliest, dann kann man normalerweise bereits eine (Vor)-Entscheidung treffen, ohne einen neuen Thread zu starten. Hinzu kommt auch noch oft der Ratschlag, ein solches Gerät mal in der Praxis zu testen. Das sollte normalerweise bei der Entscheidungsfindung reichen.


    Wenn sich jemand dann doch noch zu etwas überreden lässt, dass er eigentlich gar nicht möchte, dann liegt das weniger an den Leuten, die ihn dazu "überredet" haben.
    Am Ende entscheidet jeder Mensch selbst, wofür er sein Geld ausgibt.


    Viele Grüße
    Ronald

  • Das eigentliche Problem ist, dass ein "Anfänger" in der Regel selbst noch gar nicht weiß, was er eigentlich beobachten will. Vorlieben nach Doppelsterne, Sonne, Deepsky oder Planeten bilden sich erst aus, wenn man schon mal ne Runde beobachtet hat.


    Dazu kommt, dass im Preissegment eines 8-Zoll-Dobsons keine vernünftige Montierung zu kriegen ist. Selbst Feldstecher der besseren Art sind kaum billiger zu haben.


    Und eine Kombination aus Newton + parallaktische Montierung ist visuell einfach Quatsch, wenn einem das Stativ ständig den Einblick verbaut. Das sieht bei einem Refraktor anders aus. Da wird dann gern am Zenitspiegel gespart.


    Im übrigen empfehle ich immer nach Möglichkeiten von Probebeobachtungen zu suchen, bevor man bei einem Budget bis 500 Euro sich etwas anschafft. Sei es ein Teleskoptreffen, ein Astroverein oder eine der wenigen Astromessen. Man darf bei einem Budget bis 500 Euro auch nicht vergessen, dass neben Teleskop und Montierung auch noch Okulare und etwas Zubehör (Sternkarte, Sucher, Taschenlampe etc.) nötig sind.


    Das verlinkte Beispiel mit 2k-Budget ist die absolute Ausnahme.

    Alles wird gut!
    Kalle

  • Hallo Carsten, <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Leider ist es manchmal so, dass versucht wird, dem Fragenden mit aller Kraft den Dobson einzureden, auch wenn er eigentlich was anderes geplant und dies auch kommuniziert hatte.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">In dem von Andreas verlinkten Beitrag hattest du ein C8 vorgeschlagen, ich habe dagegen ein SC als nicht das "Universalteleskop" beschrieben, die Nachteile der anderen vom TO in Überlegung stehenden erwähnt und einen Dobson als aus meiner Sicht bessere Wahl genannt.


    Also nichts von wegen <i>dem Fragenden mit aller Kraft den Dobson einreden</i>. Erst auf seine Rückfrage bezüglich Dobson habe ich seine Fragen etwas weitergehend beschrieben.


    Daher ziehe ich mir den von dir ausgelegten Schuh nicht an. Und Walter wird sich auch nicht nach diesem bücken müssen, in seiner Antwort sehe ich auch kein <i>dem Fragenden mit aller Kraft den Dobson einreden</i>.


    Und ergänzend- einem Einsteiger ein C8 zu empfehlen finde ich noch unpassender als einen 8" Dobson. [:)]


    Gruß
    Stefan

  • Hallo,


    schön, dass meine Anregungen hier aufgegriffen werden. Es ging mir bei der Erstellung des Beitrags weder um Schuldzuweisungen noch Kritik an der Einsteigerberatung, welche von erfahrenen Mitglieder unermüdlich durchgeführt wird. Grundlage war eher generell die Frage, ob und wie eine umfassende Beratung aussehen sollte bzw. ob der 8" Dobson immer die beste Wahl ist.


    (==&gt;) Stefan: Aus meiner Sicht gibt es hier keinen Schuh, den du die anziehen musst.


    (==&gt;) Kalle: Natürlich ist ausprobieren vor dem Kauf immer die beste Wahl. Allerdings besteht diese Gelegenheit in der Realität wahrscheinlich weniger umfangreich als wir es gerne hätten.


    Ich hatte mir vor vielen Jahren selbst einen 6" Dobson zum Einstieg gekauft, obwohl ich eigentlich einen Refraktor wollte. Irgendwie klappte es damit nie so richtig und es dauerte einige Zeit, mit dem Umweg über 2 andere Teleskope, bis ich mich irgendwann mit meinen aktuellen 10" Dobson anfreunden konnte. Das liegt aber auch daran, dass ich die Bedürfnisse, die ich an ein Teleskop stelle, heute besser abschätzen kann. Den Refraktor habe ich übrigens bis heute nie besessen.


    Viele Grüße


    Carsten

  • Hallo Carsten,
    ich finde es schön, dass du das Thema so ansprichst.
    Bei der Teleskopwahlmuss ich an meine Jugend denken. An der Astronomie brennend interessiert und nicht ahnend, was da auf mich zukommt, habe ich Kataloge gewälzt (Internet gabs da noch nicht) und Fernrohre auf dem Papier zusammengestellt, fantastisch. In der Realität wurden es dann 50 mm und 80 mm Refraktoren, parallaktisch montiert. Die benutze ich uebrigens heute nach über 40 Jahren immer noch!
    Beobachtung ist mehr als nur ein möglichst schwaches Fitzelchen mit einem möglichst grossen Teleskop zu sehen. Auch mit anderen Teleskopen als mit einem Dobson kann man interessante Beobachtungen anstellen!
    Nun zur Beratung:
    Bei mir festigt sich immer mehr die Ansicht, dass eine Fernberatung sowohl immer mehr Wünsche weckt und zum größten angeratenem Teleskop fuehrt und andererseits zu immer mehr Unsicherheit beim Beratenen.
    Ich kenne einige Leute, die sich angeratene Teleskope kauften, mit diesen nicht zurechtkamen und dann den persönlichen Kontakt zu Erfahrenen fanden, die die Hände über dem Kopf zusammenschlugen. Da kannte ich einen, der nicht davon abzubringen war, sich einen 12" Ritchey Chrétien für die visuelle Planeten Beobachtung zu kaufen. Ritchey Chrétien klingt ja auch interessanter als FH oder Newton.
    Völlig beratungsresistent und auf die Werbung hereingefallen!
    Der sicherste Weg zu einem geeigneten eigenen Teleskop ist die Ansicht z. B. bei einer und die Beratung durch eine Volkssternwarte.
    Bei jeder Beratung hier spätestens im dritten Satz beim Dobson zu landen, der ja bekanntermaßen die beste Leistung fürs geringste Geld liefert, finde ich wenig zielführend.
    Achso, auch ich habe einen 10" Dobson. Er kommt selten zum Einsatz und nur dann, wenn es meine 5" und 6" Geräte nicht schaffen würden, also selten.
    Schöne Pfingstgruesse
    Andreas

  • Hallo zusammen,


    betrachten wir es doch mal andersherum: Welche 'typischen' Einsteigerteleskope gibt der Markt überhaupt her? Also möglichst universell und nicht wesentlich teurer als 500€?
    Halbwegs universell wären da noch die 5"-Newtons mit Goto; beim "Rest" scheitert es idr. daran, dass sie recht klein und speziell sind (Mak, kurze FH) oder viel zu schwach montiert, zumindest nach unseren Maßstäben.
    Wobei mir als Anfänger nie aufgefallen ist, dass mein 70/900 auf EQ-1 wackelt und vom Tunnelblick der einfachen Hygens hab ich auch nichts mitbekommen. Kannte damals halt nur noch schlechteres und war abgesehen vom Anblick davon begeistert, nur noch in einer Achse nachführen zu müssen.


    cs
    Jürgen

  • Hallo allerseits,
    den Gedanken von Andreas (Avier50):


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Avier50</i>
    <br />....
    Beobachtung ist mehr als nur ein möglichst schwaches Fitzelchen mit einem möglichst grossen Teleskop zu sehen. Auch mit anderen Teleskopen als mit einem Dobson kann man interessante Beobachtungen anstellen!
    .....
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    finde ich sehr wichtig.
    Es darf ja nicht vergessen werden, daß der "Einsteiger" mit der Materie noch nicht vertraut ist. Sprich er kennt sich am Himmel wahrscheinlich noch gar nicht aus. Wie Kalle schon schrieb, der "Anfänger" hat auch noch keine Vorlieben entwickeln können.
    Bei mir war es so, daß ich als erstes das elterliche 10x50 Fernglas zum Mond gerichtet habe. Weiter ging es mit einem Nachvergrößerungsokular am Fernglas, das brachte etwa 60fache Vergrößerung und zeigte schon die Bänder auf Jupiter und den Saturnring. Für viele Doppelsterne hat es auch gereicht.


    Aus heutiger Sicht war es ein "sanfter" Einstieg, bei dem ich den Himmel Schritt für Schritt kennen gelernt habe durch das Aufsuchen der Objekte nach Sternkarten. Es mag ja heute möglich sein, durch GoTo die Kenntnis der Sternbilder und das Aufsuchen einzusparen, aber ob das für Einsteiger der bessere Weg ist, mit dem Himmel vertraut zu werden ? Jedenfalls kann es nicht schaden und macht natürlich Spaß, ein Fernrohr am Himmel selbst auf ein Objekt auszurichten. Und da ist wie ich finde die Handhabung eines Refraktors wesentlich intuitiver möglich als eines Newtons. Zuerst lässt sich gut über den Tubus peilen, d.h. ein Sucher ist in der Regel gar nicht nötig, um dann im Gerät von kleiner zu höherer Vergrößerung überzugehen. Beim Newton und erst recht beim Dobson fängt man mit dem Sucher an - also doch wieder mit einem kleinen Refraktor ;) - und schaut vorne am Rohr "um die Ecke".


    Wenn ein Sternwartenbesucher am Ende der Führung berichtet, er würde sich auch gern ein Fernrohr zulegen, dann sagt ihm meistens der Refraktor vom "Handling" her mehr zu.
    Damit das jetzt nicht falsch verstanden wird - einen Dobson habe ich auch in Verwendung, den 12" Flextube, und ab und zu kommt auch ein 8" Meade-Newton auf die Ib.


    Aber für die wirklich ersten Gehversuche am Himmel ist aus meiner Sicht ein kleiner Refraktor eine gute Wahl. Wenn da etwas solides angeschafft wird, bleibt so ein leicht beherrschbares Gerät auch noch im Einsatz, wenn irgendwann doch der größere Spiegel kommt. Das ist vermutlich bei vielen Leuten so gelaufen.


    Gruß Lars

  • Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass eine Goto einem die Orientierung am Himmel erspart. Das geht schon beim Einnorden los, wenn einem die Handbox ein paar Sternnamen vorschlägt. [;)]


    Und manuell eine parallaktischen Montierung mit Sucher/Telrad nach Deepsky-Objekten ausrichten ist allemal umständlicher als mit einer Alt-Az bzw. Dobsonmontierung, die reibungsbasiert arbeitet.


    Letztlich muss man erst mal lernen, eine Sternkarte zu lesen. Das erinnert mich an eine alte Ausgabe von "Verstehen Sie Spaß", wo der Lockvogel Passanten im Stuttgarter Raum eine Strickmusterkarte vorlegte und nach dem Weg in die Innenstadt fragte.

    Alles wird gut!
    Kalle

  • Hi Kalle,


    an die Mär vom Teleskop, mit dem man einfach durch den Himmel Zappen kann glaubt hoffentlich niemand mehr (und wer will das schon, abgesehen von einem Messiermarathon, wobei gerade da das Aufsuchen ja die Herausforderung ist). Durch Apps oder auch Systeme wie StarSense wurde zwar manches theoretisch einfacher, gerade bei kleinen Montierungen oder gar die Steuerung per smartphone kommen aber zusätzliche Fallstricke hinzu. Idr. muss man zumindest seine Eichsterne kennen und zusätzlich mit der Technik zurechtkommen, wenn es eben mit dem Alignment nicht klappt.


    Visuell sehe ich GoTo eher als Backup. Die Aufsucherei sehe ich eher als Arbeit, die dann schlussendlich mit der Beobachtung belohnt wird. Gut vorbereitet (Sternkarten mit Wegeskizze) und gut Ausgerüstet (Peiler + Finder)klappt das zwar meistens, aber gerade am Anfang nicht immer. Anstatt frustriert aufzugeben und seine handvoll Standartobjekte aufzusuchen, kann man sich auch per GoTo hinführen lassen. Man muss dabei auch nicht direkt auf das Objekt zielen lassen, sondern kann die Montierung "starhoppen lassen". Sozusagen ein Lehrer, der einem den Weg aufzeigt. Den kann man dann selbst manuell zur Übung nachfahren.
    Fotografisch möchte ich keinesfalls mehr ohne. Zum Einrichten reicht mir damit ein kleiner Sucher und das Display. Ohne GoTo müsste ich nach dem Aufsuchen dagegen alles Umbauen und neu abstimmen. Manches bzw. bei meiner kleinen Öffnung recht vieles ist visuell kaum wahrnehmbar. Außerdem findet sich im Feld nicht immer ein passender Stern zum Fokussieren.


    Visuell also nur ein angenehmer Luxus. Je nach Budget muss man sich fragen, ob man sich den erlauben kann ohne an der Optik zu sparen.


    cs
    Jürgen

  • Hallo Carsten,


    mich ärgert das auch schon lange hier im Forum, weil damit
    auch Neueinsteiger verprellt werden.
    Wenn gefragt wird ob ein C8 mit der A Montierung oder für seine
    Verwendung besser die B Montierung sei bei einem Preisniveau von
    veranschlagten €2000.-- und es wird ihm dann empfohlen, dass er
    für das Geld xyzDobsy kriegt, frage ich mich schon, ob die
    "Kaufempfehler" überhaupt mitkriegen was gefragt wurde.


    Viele Grüße
    Marwin

  • Ich erinnere mich an mein erstes Teleskop. Einen Refraktor von Revue. So was hier:


    http://www.astrotreff.de/topic…IC_ID=216866&whichpage=1l


    Ich dürfte so ca. 12 Jahre alt gewesen sein und hatte bereits vorher durch das 30cm Newton Teleskop der Sternwarte Essen geschaut. Was soll ich sagen, ich war nicht enttäuscht sondern begeistert vom Kaufhausteleskop und habe das Gerät intensiv genutzt. Ein ganzer Beobachtungsordner existiert noch aus dieser Zeit. Es war eine Herausforderung neue Objekte aufzuspüren und ich war stolz wie Oskar über jedes Messier Objekt in meiner Beobachtungsliste. Auch wenn es zumeist kleine, diffuse Nebel waren. Die Öffnung war klein und die Montierung wackelig.


    Heute lese ich oft was von zu kleiner Öffnung oder zu schwacher Montierung. Sachlich richtig aber für mich waren das damals keine störenden Punkte. Zumindest nichts was die Freude getrübt hat.


    35 Jahre später habe ich den Wiedereinstieg in das Hobby mit einem 78mm Refraktor auf leichter Montierung gemacht und wieder Jahre Spass daran gehabt. Aktuell habe ich Freude an der Fotografie. Da reichen kleine Geräte für mich völlig. Für's visuelle habe ich einen 16" Dobson, den ich nur selten nutze.


    Was kann man daraus ableiten? Jeder hat eine andere Sicht und kann dennoch glücklich werden. Bin froh nicht mit einem Dobson wieder eingestiegen zu sein, sonst wäre ich wohl nicht zur Fotografie gekommen Aber das sage ich auch als langjähriger, visueller Beobachter. Mir haben 78mm visuell bei Stadtrandhimmel viel Freude gemacht.


    Aber das gilt halt nur für mich. Viel Öffnung bei wenig Geld ist ein Dobson. Aber es geht auch ein 80mm Refraktor plus Montierung mit der Eignung zur Kurzzeit Belichtung, auch als visuelles, leicht transportables Gerät


    Möge jeder seinen Himmel finden.
    Dirk


    PS: Im übrigen finde ich die Beratung im Forum sehr gut. Das soll also bitte nicht wertend verstanden sein. Nur als Streiflicht zum Thema.

  • Hallo Marwin,


    ich bin da voll bei Dir.
    Wenn jemand speziell Dein Beispiel anfragt, oder ähnliche Anfragen, antworte ich, wenn ich es dann weiß und begründen kann, genau darauf.


    Was mir des öfteren auffällt ist, dass selten angegeben wird was beobachtet werden soll und von wo.
    Schon prasseln die Kaufempfehlungen rein, ohne nach den Umgebungs-Bedingungen zu fragen.
    Dann, so nach der vierten, fünften Antwort und Rückantwort, kommen dann weitere, detailliertere Informationen.
    Wie "ich kann nur vom Balkon aus beobachten", "wohne in der fünften Etage", "bin Brillenträger" etc. usw.
    Schon wird revidiert, umgeschwenkt... ...
    Dann wird aus dem 12" Dobson plötzlich ein 8" und aus der EQ-6 eine EQ-5 oder drei.


    Ja, es liegt oft an der Fragestellung, aber dann liegt es doch an den erfahrenen Beobachtern hier, erst mal die Grundsituation abzufragen, bevor ich los lege.


    Weil, wenn ich nur vom Balkon aus beobachten kann, fällt für mich ein 10" Dobson aus.
    Ein 8" ist schon kritisch. Das weiß ich aus eigener Erfahrung.

    Gruß und CS

    Mathias

    :alien: .


    | Refraktor FH 120/600 | Refraktor FH 120/1000 | Celestron C8 SC XLT 203/2000 | iOptron AZ Pro GoTo | EQ-6 R | ZWO ASI224 |

  • Hallo Mathias,


    Ja das stimmt. Gut wäre ein fixierter Thread mit einer "abzuarbeitenden" Frageliste für Einsteiger (plus Begründung für die Frageliste). Dann wären alle Infos evtl. direkt da.


    CS
    Dirk

  • Ich finde einen Hinweis auf Dobsons grundsätzlich nicht verkehrt, wenn er in den Rahmen der Fragestellung paßt. Am besten zusammen mit einem Link, unter dem zusammengefaßt ist, welche Vor- und Nachteile ein Dobson hat. Und am besten auch gleich ein Hinweis, wie man einen Dobson spiegelschonend transportieren kann. Es gibt ja auch sehr gute Websites, in denen die verschiedenen Teleskoparten mit Funktionsweise, Nutzungsmöglichkeiten, Vor- und Nachteilen und vielem mehr beschrieben werden. Solches Basiswissen hätte ich gerne vor dem Kauf meines ersten Teleskops gehabt.


    Grundsätzlich fände ich einen Fragebogen auch gut, am besten einen Teleskop-Wahl-O-Mat, der einem am Ende eine passende Konfiguration ausspuckt, natürlich ohne Markennamen oder gar Typen. Danach kommt natürlich "aber geht das nicht mit..." und ähnliches. Dann ist das Forum wieder gefragt. Und wer dann mit einem Dobson ankommt, sollte wirklich gute Argumente dafür finden, die ausschließlich mit dem Fragesteller zu tun haben...


    Gruß,


    Dieter

  • Viele Vor- und Nachteile kann man doch erst beurteilen, wenn man sie als praktische Erfahrung gemacht hat. Ebenso Beobachtungsvorlieben können nach kurzer Zeit praktischer Beobachtung völlig anders sein als ursprünglich angenommen.


    Auch das spricht als Erstteleskop für einen 8" Dobson, bei dem das finanzielle Risiko eines Fehlkaufs recht klein ist.
    Gefällt er mir nicht verkaufe ich den gebrauchten 8" Dobson nahezu ohne finanziellen Verlust, gefällt mir der neu erworbene C8 mit Goto nicht,kostet mich die Fehlinvestition ca. 600€.


    Für die Zukunft gelernt hat man mit beiden Geräten...


    Gruß Horst

    Taurus T400 pro , Skywatcher ST120/600, Lunt LS50THa, diverse Ferngläser von 5x25 bis 20x80

  • Irrtum Horst,


    ein C8 mit Goto wird kaum wieder verkauft.
    Dobson`s schon.
    Mich interressiert schon mal, wieviel diese, in dem Falle auch Du,
    Spezialisten schon ein SC bzw. ein SC-System, also Allem was damit zu tun hat, selber besitzen oder mehrfachem Zugang zu solchen und auch
    wo? hat.


    Gruß Marwin

  • Hallo Marvin, das kann schon sein, allerdings bleibt das Risiko fast 0€ gegenüber ca. 600€...


    Gruß Horst

    Taurus T400 pro , Skywatcher ST120/600, Lunt LS50THa, diverse Ferngläser von 5x25 bis 20x80

  • Hallo miteinander,


    ein interessantes Thema, über das man sicherlich trefflich streiten kann. [:)]



    Ich habe tatsächlich gerade ein günstiges 203/1200 Newton Dosbon gekauft. Auch vorher hatte ich schon mal Gelegenheit, ein 12 Zoll Gitterrohr-Dosbon ausführlich zu nutzen. Sonst verwende ich eine Deutsche Montierung zusammen mit entweder einem C8 oder einem Linsenfernrohr. Ich kenne also die Vorzüge, die solche Kombinationen bieten. Trotzdem ist mir der Aufbauaufwand manches mal zu groß und kostet dann doch einiges an Zeit. Auch habe ich immer wieder das Gefühl, irgendwie eingeschränkt zu sein in meiner Freiheit, mich am Himmel zu "bewegen". Ein Dobson montiertes Teleskop gibt mir das Gefühl, freier beobachten zu können. Somit kann ich durchaus verstehen, dass ein Dobson gerne von vielen anderen Hobbyastronomen empfohlen wird.



    Wir sind heute auf dem Astromarkt in der glücken Lage, recht günstig an gute und verhältnismäßig große Optiken zu kommen. Das war nicht immer so. Das Angebot aus Fernost, namentlich aus China und Taiwan ist auf einer Seite eine glückliche Lage für uns, denn wir können uns leistungsfähige Optiken leisten. Eine Newton Optik mit ausgezeichneter Leistung und angemessener Qualität kann man sich heute sehr günstig beschaffen. Wenn es günstig bleiben soll, bietet sich die Dobson Montierung geradezu an. Nicht nur ist diese praktisch und unkompliziert in der Anwendung, nein, sie spart sogar Geld bei Kauf.



    Sicherlich - und das wurde auch schon angesprochen - kann man mit jedem Teleskop den Himmel beobachten. Aber es ist wirklich schwer, einem Einsteiger etwas zu empfehlen, mit dem er im Endeffekt weniger sieht. Ich weiß nicht, ob ich das wirklich mit ruhigem Gewissen kann. Selbst wenn das Budget mehr zulässt, bleibt diese Frage immer noch im Raum. Maximale Öffnung fürs Geld. So lautet das Motto dann. ist das wirklich schlecht? Vielleicht müssen wir auch hier etwas umdenken. Wenn derjenige wirklich nur visuell beobachten möchte, wäre ein Dobson auf jeden Fall mit einzubeziehen.





    Schöne Grüße
    Christian

  • Hallo,


    ich glaube nicht das Carsten dieses Thema angestoßen hat, um Dobon's zu <i>verteufeln</i>.
    Es geht wohl eher darum die anderen tollen Systeme nicht außer Acht zu lassen.
    Alles natürlich mit seinen Vorzügen und Mankos.

    Gruß und CS

    Mathias

    :alien: .


    | Refraktor FH 120/600 | Refraktor FH 120/1000 | Celestron C8 SC XLT 203/2000 | iOptron AZ Pro GoTo | EQ-6 R | ZWO ASI224 |

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