Aufbau Planetariumsprojektoren

  • Hallo,


    ich wollte mal fragen ob irgendeiner weiss wie die ganz einfachen Planetariumsprojektoren aufgebaut sind. Ich meine die Teile die in ganz kleinen Volksternwartenplanetarien (6m Kuppel) ihren Dienst leisten. Die besitzen meines Wissens nach doch keine einzelnen Objektive, um die Sterne von einem "Dia" punktförmig abzubilden. Im wesentlichen bestehen die aus einer "durchlöcherten" Kugel aus zwei Halbschalen. Innen wird wohl eine helle Lichtquelle sein, die dann die Sterne projeziert. Die Bohrungsdurchmesser bestimmen die Sternhelligkeit, bzw. besser gesagt den Durchmesser des Sternscheibschens und damit die empfundene Lichtstärke. Ich weiss die Abbildung ist nicht so super, aber es würde mich einfach mal interessieren ob das irgendwie einfach realisierber ist. Und ich meine nicht diese dursichtigen Spielzeugkuppeln von Vixen.
    Vor zwei Jahren wurde so ein Projektor wohl auf der ATT verkauft, der war braun und von einem US Hersteller.


    Danke schon für eure Antworten


    mfg


    Tobi

  • Hallo,
    Interessantes Projekt! Ich hab da auch schon drüber nachgedacht, aber der Aufwand hat mich bislang abgeschreckt. Den braunen Projektor habe ich auch gesehen, nämlich im Besitz eines Sternfreundes auf dem ITV vor ein paar Jahren. Wir haben damals unter einem weißen Zeltpavillion gesessen und Sterne und Planeten beobachtet, wie sie über den Stoff wanderten :)
    Ich würde so eine Kugel konstruieren und kardanisch - drehbar aufhängen. Die Planeten würde ich mit einzelnen Projektoren realisieren, die dann per Schrittmotoren computergesteuert bewegt werden. Auf jeden Fall ist das machbar.
    Grüße Martin

  • Hallo,
    ich habe vor einigen Jahren an einem Selbstbauplanetarium mitgearbeitet, leider ist dieses Projekt mitlerweile ausgestorben (habe die Schule verlassen, bin umgezogen...), aber ich habe noch eine Menge Ideen. Also wenn du so etwas bauen willst, lass es mich wissen, ich bin an solchen Projekten enorm interessiert.
    Unser Planetarium bestand aus 2 Kupferkuppeln in die die Sterne eingebohrt wurden (hat für ca. 3000 Sterne ca 2 Wochen gedauert). In der Mitte befand sich eine Maglite-birne, diese hat den Vorteil, dass sie sehr klein ist, die Helligkeit aber für einen Kuppeldurchmesser von 4,5m ausreicht. Sind die Löcher klein genug, bekommt man einen akzeptabeln Sternenhimmel hin. Das ganze wurde auf eine Montierung gesetzt, die von Schrittmotoren angetrieben wurde. Zusätzliche Projektoren wurden auch angebracht (Milchstraßenprojektor (Fahrradglühbirne, die eine Maske in ungefährer Milchstraßenform durchleuchet. Zusätzlich wurde mit einer Klarsichtfolie das Licht etwas zerstreut, so das die Milchstr. sehr reallistisch aussah), Mond/Sonnenprojektor). Die Helligkeit wurde durch unterschiedliche Durchmesser erreicht. Unsere weiterführenden Ideen, die in Experimenten auch sehr gute Ergebnisse erzielten führen etwas weiter: Glasfasern anstrahlen, diese durch eine Maske (um die Sternpositionen zu halten)stecken und mit einem Objektiv die leuchtende Faser abilden. Wir hatten Astromedia Kunstoffbilliglinsen genutzt und richtig gute resultate erreicht. Durch die dünne Glasfaser wird der Sternendurchmesser sehr klein. Außerdem kannst du mehrere Lichtquellen nutzen, da die Leuchtquelle nicht in der Projektormitte sein muss, dadurch können realisische Helligkeitsunterschiede erreicht werden. Leider konnten wir bis zum Projektende nur den großen Wagen auf diese Weise abbilden, aber das Ergebnis war wirklich richtig gut. Es sind ca. 40 -100 Objektive nötig, da die Linse jedoch ca 2€ kostet, ist das noch finanziell vertretbar.Übrigens arbeiten die Zeiss-Projektoren nach einem ähnlichen Prinzip. Dort werden die Fasern auch per Hand montiert, allerdings wird noch eine Blende vorgeschaltet um die Szintilatoion zu erreichen. Frühere Zeiss-Projektoren bestanden aus Kupferfolien, die von Hand mit Nadeln (0,02-0,75mm) durchstoßen wurden und durch mehrere Objektive abbilden. Allerdings wäre man verrückt, wenn man für jeden Stern ein einzelnes Objektiv bauen würde.
    Wenn du noch mehr wissen möchtest, schreib mir einfach eine Mail(Addy im Profil).
    Glaub mir es macht wirklich gigantischen Spaß an einem Projektor zu bauen und später den Leuten die Arbeit durch astronomische Vorträge zu präsentieren. Wenn jemand ein Projekt starten möchte, bitte unbedingt bei mir melden.


    CS
    Dirk.

  • Hi,


    ich glaube, der Astro-Verein in Reutlingen hatte ein solches Kleinplanetarium, von dem Tobias gesprochen hat. Ich war vor gut 10 Jahren mal dort. Es hatte ein Fassungsvermögen von ca. 10-12 Leuten, und man saß etwa eine Armlänge vom Projektor entfernt. Ob das Planetarium noch steht, weiß ich nicht. Auf deren Webseite finde ich keine Informationen mehr darüber (vielleicht wurde das Ding abmontiert?). Ich wäre jedenfalls ebenfalls an so einem Projekt interessiert!


    Bis bald,
    Emil

  • Hallo,


    ich besitze seit 2001 ein Kleinplanetarium und bin damit nach meiner Kenntnis der einzige Besitzer eines mobilen Planetariums in Norddeutschland:
    Siehe http://www.sternenreise.com und http://www.science-on-tour.de/83.0.html?&L=0


    Der Projektor besteht aus zwei Halbkugeln, die jeweils eine winzige Glühbirne (ca. 2 W) in der Mitte haben. Die Sterne sind durch Löcher realisiert. Jede Sternabbildung an der Zeltwand ist also gewissermaßen ein Lochkamerabild des Glühfadens. Daher handelt es sich auch um spezielle Glühbirnen, weil man sonst lauter kleine Glühwendeln an der Wand hätte.


    Die Löcher gehen von sehr klein (ca. 1/4 mm) bis recht groß. Nun haben die Halbkugeln einen Radius von 20 cm, die Projektionsentfernung liegt bei 2,5 m. Die Löcher erscheinen daher an der Wand zwölfeinhalbmal vergrößert. Damit Sirius nicht die Größe eines Zwei-Euro-Stückes bekommt, haben die Sterne 1. Größe daher vor ihrem Loch eine kleine Linse.


    Die Milchstraße ist durch eine Reihe von winzigen Dias realisiert, die mit 14 ebensolchen kleinen Linsen projiziert werden, ebenso die Magellanschen Wolken mit je einen Dia. Für die Planeten gibt es eine Reihe von manuell schwenkbaren Sonderprojektoren in Steckfassungen zwischen den beiden Halbkugeln.


    Hersteller meines Planetarium ist die Firma RS Automation in Sorbiers, Frankreich (http://www.rsacosmos.com/anglais/produits/cosmodyssee3.htm), das Benutzerhandbuch mit Detailbilder des Projektors findet sich hier: http://www.neatherd.org/astron…uel%20COIII%20anglais.pdf


    Bilder vom Einsatz meines Planetarium gibt es bei http://www.aft-info.de unter Archiv -> 1. AFT/Bilder verschiedener Teilnehmer/Das Planetarium.


    Gruß, mike

  • Hallo Tobias,


    Vom Prinzip her funktioniert es genau so, wie du es beschrieben hast. Nur hat man damit eben erst die Fixsterne. Damit auch nur Sterne waagrecht und nach oben projeziert werden, befinden sich in den Fixsternkugeln (eine für die Nord- und eine für die Südhalbkugel) Halbschalen, welche dank dank der Schwerkraft immer nach unten hängen und somit das Licht daran hindern, auch aus den unteren Löchern zu kommen.


    Die erste Schwierigkeit wäre sicherlich, die Löcher korrekt anzuordnen. Daneben gibt es hunderte von Sachen, auf die man beim ersten Blick gar nicht kommt. So benötigst du beispielsweise eine Fassung und Birnen, welche die Lichtquelle exakt in der Mitte sitzen lassen und garantieren, dass auch in alle Richtungen gleich viel Licht abgegeben wird.


    Also einfach zu machen ist das sicher nicht. Dazu kommt ja auch noch die ganze Mechanik.

  • Hallo Rolf,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">So benötigst du beispielsweise eine Fassung und Birnen, welche die Lichtquelle exakt in der Mitte sitzen lassen <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Es ist sogar noch komplizierter:
    Wenn die beiden Halbkugeln wie bei mir mit einem Abstand montiert sind (der Platz für die Planetenprojektoren läßt), dann muß die Birne zwar auf der Achse der Halbkugel, darf aber <i>nicht</i> im Kugelmittelpunkt sitzen.


    Stattdessen müssen die Birnen außermittig so sitzen, daß sich das Bild des Äquators der Nord- und der Südhalbkugel auf der Projektionsfläche gerade treffen. Andernfalls hat man am Äquator entweder einen sternenleeren Streifen oder eine Überschneidung der Himmelshälften.


    Daher ist ein solcher Projektor immer gerade für eine bestimmte Entfernung ausgelegt.


    Gruß, mike

  • das hört sich ja schon alles ganz gut an. Irgendwie stelle ich mir vor so ein Teil für das "Wohnzimmer" zu bauen. Irgendwie muss man da ein kleine Planetariumskuppel bauen, da sie ja nicht dem Wind und Wetter ausgesezt sind kann man das ja aus diesen "Parabelförmigen" Kugelabschnitten machen, wie bei einem Heissluftballon. Wichtig ist mir auf jedenfall ein pechschwarzer Hintergrund. Darum kommt für mich auch nicht irgendeine Projektion mit dem Beamer in Frage. Ich habe auch schon dran gedacht mit billigen Achromaten ein bischen mehr Hightech zu nehmen und dann richtige Dias zu projezieren. Leider ist die Kuppel ja gewölbt, so das die Sterne nicht super scharf werden auf allen Ebenen. Vileicht kann man ja ein billig-Objektive berechnen das gerade die Bildfeldwölbung des Planetariums ausgleicht. Wie bei einem richtigen Zeiss Projektor würden auch die Mini-Diaprojektoren auf einer Kugel befestigt werden. Ich denke mir aber das die gesamt Justage und zig andere Kleinigkeiten einem den Nerv rauben würden...


    frei nach dem Motto: wenn es leicht wäre würde es jeder basteln...


    mfg


    Tobais

  • Hi Tobias,


    das verstehe ich nicht: <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Leider ist die Kuppel ja gewölbt, so das die Sterne nicht super scharf werden auf allen Ebenen.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote"> <i>Gerade weil sie gewölbt ist</i>, müßtest du doch eine scharfe Abbildung bekommen! In einem quaderförmigen Raum hättest du erst recht Verzerrungen.


    Schöne Grüße,
    Emil

  • Hallo Tobias,


    und richtig pechschwarz ist das nächste Problem:
    Dazu muß die Kuppel wirklich lichtdicht sein und auch an der Unterkante lichtdicht schließen.
    Der kleinste Lichteinfall sorgt dafür, daß Sterne, die schwächer als 3m sind, nicht mehr sichtbar sind. Nun könnte man sagen: Dann mache ich die Sterne eben heller. Aber das geht auch nicht. Denn dann hättest Du es in der Kuppel durch das Streulicht der Sterne so hell, daß allgemeine Dämmerung herrrschte. Und wenn man Projektor, Zuschauer und die Kuppel selbst mit ihrer Kunstruktion deutlich erkennen kann, dann ist die Illusion eines Sternenhimmels dahin.


    Ein weiteres Problem ist die Kuppelgröße:
    Je kleiner die Kuppel ist, um so mehr verändert sich die Perspektive auf die Sternbilder bei jeder Bewegung des Zuschauers. Ein natürlicher Himmelseindruck stellt sich nur ein, wenn man sich genau in der Mitte befindet. Und da steht der Projektor. Also müssen die Zuschauer möglichst in der Mitte sein. Das sind sie um so weniger, je kleiner die Kuppel ist.
    Eine Kuppelgröße unter 3 Meter Durchmesser ist da völlig ungeeignet. Ab 5 Meter wird es interessant, 10 Meter oder mehr wären wünschenswert.
    Damit sind dem "Wohnzimmerplanetarium" klare Grenzen gesetzt.


    Gruß, mike

  • Hallo Mike,
    ich habe schon Konstruktionen gesehen, wo die Kuppel komplett lichtdicht war. Eine dunkle Plane über die Projektionsfläche drübergelegt und unten überall irgendetwas drauflegen, so dass (absolut)kein Licht mehr einfällt.
    Deine Aussage über die Kuppelgröße ist nicht ganz korrekt, da im Wohnzimmer Durchmesser von 4m realistisch sind. Ich habe mit einem Durchmesser von 4,5m gearbeitet und stellte sich als gut vertretbar dar. Entscheidend ist hierbei der Sterndurchmesser, ist dieser klein genug, fällt dieser Punkt nicht allzusehr ins Gewicht. Ein Problem ist natürlich die scheinbare Sternentfernung durch 3d sehen, aber nach diesem Kriterum bräuchte man Kuppeldurchmesser, die du bei keinem einzigen Planetarium findest. Aus der Praxis gesehen, kann dieser Punkt vernachläßigt werden.


    CS
    Dirk.

  • jetzt noch mal einer Frage zum Kugelinnern des "Projektors". Es wäre doch am besten wenn die Kugel innen schwarz ist. Weil zur Abbildung der Sterne kommt doch eh nur das direkte Licht der Glühbirne zu tragen. D.h. man muss schon im Projektor selber möglichst Streulicht vermeiden.
    Als Innenbeleuchtung habe ich jetzt prinzipiell erstmal an eine helle Autobirne oder normale Halogenbirne gedacht. Leider strahlen diese nicht homogen ab, und man sieht durch diesen Projektionseffekt die Glühwendel. Die alten Zeissprojektoren hatten wohl eine Bogenlampe drin. So etwas will ich natürlich vermeiden. Man kann ja auch nicht mehrere Birnen verwenden, da es sonst ja Mehrfachsterne gibt.
    Also was nimmt man heutzutage als modernes Leuchtmittel ?


    mfg


    Tobi

  • Hallo Tobias,


    wie wäre es, wenn man die Kugelhalbschale von Innen verspiegelt? Das würde doch einerseits die nach außen tretende Helligkeit erhöhen (es reicht somit eine lichtschwächere Lampe), andererseits hättest du eine homogene Ausleuchtung?


    Schöne Grüße,
    Emil

  • das Planetarium von Vixen kenne ich auch. Habe das Teil leider noch nie in Betrieb gesehen. Kann also nicht sagen wie gut die Abbildung ist. Ich war mal in München auf der Volkssternwarte, die hatten auch ein Planetarium. So eine Qualität möchte ich gerne haben. Ich glaube für 299 Euronen bekommt man so etwas nicht. Also muss man selber bauen;)


    Ja ich weiss ja nicht ob es was bringt die Halbschalen von Innen zu verspiegeln, ich kann mir nicht vorstellen das die Abbildung dadurch besser wird.


    Wie laufen deine Versuche mit den Papphalbschalen, Emil ? Hast du da schon Fortschritte gemacht ?

  • Du kriegst morgen Post! Ich habe dir die Unterlagen schlicht zugeschickt, eigene Versuche habe ich da noch nicht unternommen. Deine Idee finde ich super gut, doch so ein Theoretiker wie ich hat Probleme an ganz anderer Ecke: Ich mache mir größere Sorgen um die Elektronik und evtl. die Software, die dein Planetarium antreibt. Dafür bist du doch der Fachmann?

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">wie wäre es, wenn man die Kugelhalbschale von Innen verspiegelt?<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Besser nicht, mattschwarz ist schon richtig, wie beim Teleskoptubus.


    Jede helle Stelle im Inneren der Kugel wirkt wie eine weitere Lichtquelle. Das wird zwar nicht zu Nebenbildern der Sterne führen, denn die Löcher sind schließlich zylindrisch, wenn man die Dicke des Schalenmaterials bedenkt. Das Licht von Nebenquellen kann daher durch die meisten Löcher nicht nach draußen. Aber ein unangemessenes Streulicht dürfte dadurch doch entstehen.


    Viel wichtiger ist die punktförmige Lichtquelle und eine korrekte Ausrichtung der Löcher darauf. Wo ich dieses schreibe, wird mir klar: Wenn die Lichtquelle nicht im Halbkugelmittelpunkt ist, wie ich oben geschrieben habe, dann dürfen auch die Löcher nicht radial ausgerichtet sein!


    Wie solche Lampen aussehen und wo man sie bekommt? Keine richtige Ahnung. Wie sie aussehen schon. Mit meinem Planetarium ist eine Ersatzlampe mitgeliefert worden. Der Hersteller liefert sie auch nach, wollte mir aber nicht sagen, woher er die bekommt. Kostet immerhin was bei 20 Euro je Stück.


    Gestern habi ich hier einen Link zur Bedienungsanleitung meines Planetariums gepostet. Auf S. 19 ist dort ein Bild zum Lampenwechsel. Aber da ist die Lampe kaum zu erkennen. Wenn ich die Zeit finde, mache ich nochmal ein Foto von meinem Ersatzbirnchen und hänge es hier an.


    Gruß, mike

  • Hallo,
    das Verspiegeln der Kuppelinnenfläche ist extrem kontraproduktiv. Es muss ein sehr mattes Schwarz sein. Wir haben mattschwarzes Auspuffspray genutzt (ich frage mich immer noch, wer seinen Auspuff lackiert), das erwieß sich als außreichend, alternative wäre schwarzer Schultafellack.
    Wir haben Maglite-Glühbirnchen genommen, da diese eine sehr punktförmige Lichtquelle sind. erstaunlicherweise war die Helligkeit außreichend, in der 4,5m Kuppel haben wir die Lampen nicht bei der vollen Spannung betreiben müssen. Man sollte auch bachten, dass die Sterne nicht allzu hell geregelt werden, da der Sternenhimmel sonst nicht mehr natürlich aussieht. Die Sterne sind zwar unterschiedlich groß (Durchmesser), aber ein 4mag Stern erscheint durch eine fast "blendende (meine ich nicht wörtlich)" Helligkeit ähnlich Hell wie der Sirius, auch wenn dieser den 3fachen Durchmesser hat. Das Licht war homogen, eine ungleichmäßige Verteilung war visuell nicht auffällig.
    Wir haben mit Lichtleitfasern experimentiert, diese werden durch eine Maske gehalten und die Faserenden durch eine Linse projiziert, das Ergebnis war sehr Positiv, wir konnten mit einer Fahrradlampe den Stern auf eine Distanz von 10m (entspricht 20m Durchmesser!!!) testen, der Stern war immer noch erstaunlich klein (2cm) und scharf, lediglich die Lichtstärke war nicht mehr so gut, aber bei den fasern ist egal, welche Lampe man nutzt.


    CS
    Dirk.

  • Also gut, wenn die praktische Erfahrung hergibt, daß eine Innenverspiegelung keinen Sinn macht, dann will ich es gern glauben. Mir fehlt aber jetzt immer noch eine Begründung, warum sich das so negativ auswirkt (damit ich ruhig schlafen kann)? Ist Streulicht das Hauptargument dagegen, wie Mike gesagt hat? - Tobias wollte doch eine homogene Lichtquelle im Inneren?


    Lichtfasern werden ja für den Bau der großen Planetariumsprojektoren verwendet, aber ist der Aufwand für ein Zimmerplanetarium nicht etwas zu groß? - Man bräuchte ja ein paar Tausend Fasern, die an die richtige Position auf der Kugelschale geführt werden. Da kann man auch gleich eine kleine Linse in die winzigen Löcher stecken, um punktförmig abzubilden, oder?

  • die Frage ist wieviel Sterne man darstellen möchte, möchte man den Plattdeutschen Durchschnittshimmel haben, oder den Highend Himmel aus der Sahara ? Für ersteren bräuchte man 2822 Sterne für letzteren 15000 Sterne.
    Vieleicht kommt man mit 300 Sternen ja auch ganz gut hin um die meisten Sternbilder darzustellen. Wie gesagt das Projekt ist nicht mal eben ein Klaks, es ist vieleicht mit dem Aufbau einer kleinen Modelleisenbahnanlage im Masstab HO zu vergleichen.
    Bin jetzt auch der Meinung das eine Maglitebirne, ich meine die aus der kleinen Maglite, wohl da optimalste ist für den Anfang.

  • Hallo Emil,
    bei einer Innenverspiegelung dient die gesamte Innenfläche als Lichtquelle (da das Licht an jeder Stelle reflektiert wird), das heißt, jeder Punkt der Kuppel wird durch die Bohrungen abgebildet, sowohl von der Lampe, als auch von der Außdenwand. Somit werden die Sterne großflächig, bzw von den Ecken (wo besonders viel Reflektiert wird) mehrfach abgebildet. Eine Bohrung würde mehrere Sterne erzeugen. wir hatten einmal einen Kratzer in der Mattierung und konnten schon ein paar zusätzliche Sterne (eigentlich Striche) sehen. Deswegen muss die Birne auch möglichst Punktförmig sein, sonst werden die Sterne zu groß (Strahlensatz).
    Die Schwärzung ist extrem wichtig, es reicht nicht den nächstbesten Revelllack zu nehmen, unsere Gruppe hat einige Zeit mit verschiedenen Mattfarben experimentiert, es soll schwierig gewesen sein, die reflektionen zu verhinden.
    Ich habe Tobi via Email schon überredet, Maglites zu nehmen, die Lampe ist klein genug und die Helligkeit reicht völlig aus. Bei den Birnen gibt es mit Homogenität keinerlei Probleme.


    Zu den Lichleitern:
    Klar ist das ein riesiger Aufwand, wenn man sich etwas Zeit nimmt, oder mit mehreren Leuten arbeitet mag der Aufwand vertretbar sein. Wir sind auch nicht ohne Grund nicht aus der Vorversuchsphase herausgetreten. Allerdings ist der Qualitätsunterschied wirklich extrem groß, Wir haben nur einzelne Sterne gesehen, aber diese haben 100% überzeugt. Es muss jeder selbst wissen, wieviel Arbeit man investiert.
    Mit den kleinen Linsen: 1. viel zu teuer! Was sollen 3000 Linsen kosten?(Glasfaserlampen kriegst du hinterhergeworfen) 2. Von der Abbildung wesentlich schlechter, da du den Brennpunkt nahe an der Birne sein muss, und du dann die Glühwendel abbildest.


    Emil, kommst du am Sa. zum Grillabend von der Astro-ag(Heuchelheim)?


    (==&gt;)Tobi:
    ich habe zweifel ob der Vergleich zu einer KLEINEN Ho-Bahn haltbar ist, an meiner Schule haben sich 3 Schülergenerationen über das Projekt den Kopf zerbrochen (die 2. Generation hat den Sternenprojektor aufgebaut, ich gehöre zur 3. Generation mit einigen Zusatzprojektoren und dem Versuch den Sternenprojektor zu überarbeiten und zu warten)
    Unterschätzt die späteren Wartungsarbeiten nicht:-)
    Ich schick dir Morgen noch mal ne' Mail.


    Hat eigentlich jemand eine Idee, wie man den Mondprojektor bauen könnte? (wir haben ewige Zeit am Mondprojektor verbracht, haben eine Idee auch realisiert, aber mich würde interessieren, was ihr noch für Ideen habt)


    CS
    Dirk.

  • Wow! Das ist ja eine ausführliche Erklärung, danke Dirk! Eure Experimente scheinen ja ziemlich weit fortgeschritten zu sein.


    Ja, ich komme übers Wochenende hauptsächlich wegen der Grillfeier aus Karlsruhe angereist. Es war Tobias, der mich neulich darauf hingewiesen hat, daß du ebenfalls in der Astro-AG aktiv bist - warst du eigentlich bei der Jahreshauptversammlung dabei? Ich freue mich auf Samstagabend!
    Bis denne, Emil

  • Hi Dirk,


    na gut in der Schule ist da auch alles etwas anderes. Will sagen da verderben manchmal viele Köche den Brei, das ist meine Erfahrung. Aber das es ein grosses Projekt ist steht ausser Frage.


    Also zum Mondprojektor:


    Der soll doch sicherlich die Mondphasen anzeigen ? Irgendwie müsste man ein Vollmondia nehmen und das dann irgenwie mit einer Blende freigeben. Wie soll so ein Bewegungsablauf des Mondes gestaltet sein ? Muss wohl im ersten Schritt alles voll mechansich sein.
    Interessant ist natürlich auch die Darstellung der Planetenbahnen, aber das geht sicherlich zu weit. Da muss ma nschon ganz schön tief in die Himmelsmechanik einsteigen um das mit einfachem mechanischen Mitteln realitätsnah zu realisieren.


    Was habt ihr denn nachher für die Schwärzung genommen, schwarzen Schultafellack ?


    mfg


    Tobi

  • Hi,
    das in der Schule viele Köche den Brei verderben will ich nicht sagen (dieser Satz trifft eher auf unsere Mensa zu:-). Wir hatten eine Lehrerin die auch sehr engagiert war und die nicht geschaut hat, wieviele Stunden sie für die Ag zugeschrieben bekommt. Wir haben uns ausschließlich selbst finanziert, so dass die Schul uns nicht dazwischenfunken konnte, wir brauchten außschließlich den Raum (und da hatte lediglich ein Lehrer dazwischengefunkt und sich ziemlich zum Idioten gemacht). Dadurch hatten wir beliebig großen Freiraum (sonst wäre das Projekt wirklich wesentlich schwerer geworden).
    Zum Mondprojektor (Mopro): wir hatten mehrere versionen gebaut, der letzte Stand war, das wir ein halb schwarz lackierte Stecknadel auf einen Stepper gesetzt haben und den Mond mit superhellen LEDs angestrahlt haben. Problematisch war halt die Helligkeit, aber mitlerweile hat sich genug auf dem LED-Markt getan und wir hatten ein Blendensystem zur Streulichtvermeidung entwickelt.
    Wir haben Außpufffarbe genommen, der Schultafellack ist mir erst in den Sinn gekommen, wo ich nach Gießen gezogen bin und mich mit dem Teleskopselbstbau beschäftigt habe.


    CS
    Dirk.

  • Hi Dirk,
    sind die Sachen womöglich noch erhalten geblieben? Ich würde mir gerne mal ansehen, wie ihr das so konstruiert habt. Wenn das Ding noch existiert, bringst du es morgen abend mit? Wäre echt klasse....
    See you, Emil

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