Selbstbaumontierungsprojekt übernehmen

  • Hallo zusammen,
    ich habe eine unfertige schwere Selbstbaumontierung im Internet gefunden. Motoren sind vorhanden aber noch nicht angebracht. Sie ist nach Einschätzung des Erbauers bis 100 kg belastbar. Da das ganze relativ günstig ist (Preisklasse einer EQ5) und ich wahrscheinlich in meinem Leben mir keine Montierung dieser Klasse kaufen/leisten werde, klingt das Angebot für mich sehr verlockend. Mir ist klar, dass da noch viel Arbeit und Geld rein gesteckt werden muss aber ich hätte schon sehr viel Lust auf ein solches Projekt und eigentlich super, wenn man vorhat sich eine Gartensternwarte aufzubauen.



    Nun zu meiner Frage. Was denkt Ihr, sollte man von solchen angefangenen Projekten generell lieber die Finger lassen?


    Gruß
    Andreas

  • Hallo Andreas
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Iron_Monkey</i>
    <br />


    Nun zu meiner Frage. Was denkt Ihr, sollte man von solchen angefangenen Projekten generell lieber die Finger lassen?


    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Schwer zu sagen, man müßte sich das Teil mal ansehen.
    Mit Fotos alleine wird es vielleicht nicht reichen.


    Gruß



    Robert

  • Hallo Robert,
    dass das keine Frage ist, die man klar beantworten kann, war mir schon klar. Auch dass es aus der Ferne, selbst mit Fotos nur schwer einschätzen kann. Ich wollte einfach generell mal fragen ob jemand da Erfahrungswerte hat und vllt. einen Tipp geben kann, worauf ich da achten kann.


    An sich sieht die Montierung soweit sehr solide und gut gemacht aus. Aber ich habe mit selbstgebauten Montierungen keine Erfahrung um das gut beurteilen zu können. Was ich sehen kann ist, dass das Schneckenrad der RA-Achse ca 160 Zähne hat bei einer 80mm Achse. Das kommt mir etwas grob vor. Aber wie gesagt...keine Ahnung :-D

  • Hallo Andreas,


    das dumme an einer Montierung ohne Motoren ist halt, dass man noch nichts zu Schneckenfehler sagen kann. Oder man misst ihn, findet ihn katastrophal und baut schnell die Motoren wieder ab und vertickt das Teil als unfertig[:D][:D][:D]


    Die 160 Zähne sind an sich nichts schlimmes. Entsprechend langsamer dreht sich die Schnecke und die Periode des Schneckenfehlers wird länger und damit besser zu guiden.


    Gruß
    Klaus

  • Hi,
    nur 160 Zähne Schneckenrad bei einer Monti bis 100 kg? da sollen doch große Gerätschaften drauf jenseits von 8 Zoll-dann gehören da auch größere Schneckenräder drauf
    wichtig ist, hast du ne Sternwarte oder ein Garten -ansonsten wird's dir nicht viel bringen

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">...gehören da auch größere Schneckenräder drauf...<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Verstehe ich nicht. War irgendwo die Rede vom Modul?


    Gruß
    Klaus

  • So wie ich den Verkäufer verstanden habe, hat sie Gierlinger Schnecken und Schneckenräder verbaut in beiden Achsen. Also nichts Schlechtes. Die Rupp Montierungen sind nicht sonderlich "schön" aber erfüllen ihren Zweck. Sie sind stabil und robust. Zumindest die, die ich bis jetzt in der Mangel hatte.
    So wie ich verstanden habe, sind die Schneckenräder fest auf den Achsen angebracht und man muss vor dem Gebrauch zunächst ein Objekt anfahren und der Steuerung mitteilen, wo sich die Montierung befindet.
    SECM4 + Planetengetriebe + Littlefoot Elegance Foto und dann dazu noch die Montierung... Das ist in der Tat Günstig.
    Habe auch schon gezuckt, muss aber erst meine anderen Montierungsprojekte abarbeiten.
    Ich denke, das ist ok, wenn man normale handwerkliche Begabung hat.
    Grüße, Thomas

  • Hallo zusammen,
    Vielen Dank für eure Antworten. Eine Sternwarte habe ich noch nicht, habe aber vor mir diese zu bauen. Ansonsten habe ich einen großen Hof mit Garten und Scheune/Schuppen. Also an Platz soll es nicht scheitern. Ich möchte mir das ganze nach und nach aufbauen. Wahrscheinlich würde mir jetzt auch erst einmal eine EQ6 reichen aber so eine Möglichkeit ergibt sich auch nicht alle Tage.

    Eine Rupp ist es nicht. Das Schneckengetriebe ist von Mädler, Der Aufbau aus Edelstahl.


    (==&gt;)Thomas, Das Angebot, was du ansprichst kenne ich leider nicht, klingt aber interessant.


    Gruß
    Andreas

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Das Schneckengetriebe ist von Mädler<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Dann würde ich definitiv die Finger davon lassen! Das ist normale Massenware, die für einen Fleischwolf in Ordnung geht, aber für eine Montierung nichts taugt...


    Gruß
    Klaus

  • Hmm...ja ich habe es mir schon fast gedacht, schade. Ein gutes Schneckengetriebe in der Größenordnung kostet wahrscheinlich um die 500€, oder?
    Ich könnte die Montierung für ca. 300€ haben, was echt super ist aber könnte auch ein finanzielles Fass ohne Boden werden.

  • Das Teuerste an einer Montierung sind die Triebkreise (anderes Wort fuer Schneckengetriebe), da diese gross und praezise sein muessen. Das findet sich nicht als Massenware.


    Ich habe mal, mit zwei Freunden, drei Montierungen selbst gebaut. Wir hatten das Glueck, da wir die Montierungen im Rahmen des "Jugend forscht"-Wettbewerbes einsetzten, Sponsoren in Gestalt von zwei Maschinenfarbriken zu bekommen. Die hatten damals (ca. 1987-1989) die Dreh- und Schweissarbeiten fuer uns gemacht, weil wir als Schueler natuerlich keinen Zugang zu solchen Maschinen hatten. Wir haben aber gesaegt, gebohrt und Gewinde geschnippelt und bei Letzterem auch den einen oder anderen abgebrochenen Gewindebohrer im Metall versenkt.


    Was dann teuer war, war das Rektaszensionsschneckenrad. Das war von Kesel (eine Fabrik irgendwo im Allgaeu, gibt es heute wohl nicht mehr). 155mm Durchmesser, 192 Zaehne und da wir drei auf einmal bestellten, zum Vorzugspreis von 440DM pro Stueck! Da mussten wir als Schueler ziemlich schlucken. Gekauft haben wir trotzdem (ein Getriebe "fuers Leben" ...). Aber die Lektion haben wir gelernt - der Triebkreis ist mit Abstand das Teuerste beim Montierungsselbstbau.



    Nun zurueck zur Ausgangsfrage - willst Du fotografieren oder visuell beobachten? Suchst Du einen Packesel fuer ein grosses, preadominant visuell genutztes Teleskop? Dann wuerde ich zugreifen. Moechtest Du hingegen fotografieren, koennte es sein, dass Du spaeter ein praeziseres Schneckengetriebe zum entsprechenden Preis einplanen musst. Wobei ein Autoguider vielleicht mit dem periodischen Fehler des existierenden Getriebes klarkommt.


    Unterm Schnitt und ohne das Geraet zu kennen - fuer einen Preis einer EQ5 und bei der Moeglichkeit einer stationaeren Aufstellung wuerde ich das Risiko eingehen. Wenngleich Folgekosten wie ein besserer Triebkreis oder eine modernere Motorsteuerung bedacht werden muessen.


    Ich habe uebrigens selber eine Rupp 4 (70/63mm-Achsen) fuer einen Spottpreis ergattern koennen. Die Montierung war billiger als das "Porto" von Sueddeutschland nach England, wo ich lebe. Waehrend sie einen wahrscheinlich guten Triebkreis hat (240mm Durchmesser, 288 Zaehne), hat sie keinen endlosen Deklinationsfeintrieb und in Rektaszension einen barocken Synchronmotor, wie es 1980 ueblich war. Da werde ich diesen Sommer eine EQ5-Zweiachssteuerung (ausgelegt fuer 144 Zaehne, also mit 2:1-Uebersetzung) mechanisch adaptieren.


    Es geht also vieles, und wenn Du etwas bastlerisches Geschick hast, warum nicht?

  • Hallo,


    wenn das REK Schneckenrad 160 Zähne hat, dann sind die Antriebe definitiv nicht von mir. Ich habe mal Schneckenräder mit 160mm Durchmesser gefertigt. Aber die hatten 213 Zähne. Und die Bohrung war maximal 60mm bei diesen Rädern.


    Gruß
    Richard

  • Hi Andreas,


    no risk no fun.


    Wichtiger als die Frage, ob und was da zu tun ist ...
    ist die Frage: Krieg ich das mit meinen bastlerischen Fähigkeiten und Ausstattung hin?
    ... und habe ich Zeit und Muse dazu? ...
    egal, was da kommt ...


    Manchmal sind es genau diese Ge-/Verlegenheitskäufe, die zu einem Selbstbauprojekt führen, wo man vom ursprünglichen Kauf am Ende nichts mehr wiederfindet. Und man hatte trotzdem seinen Spaß ... [;)]

  • Hallo Andreas,


    Willst Du Sie zum Fotografieren, oder Visuell beobachten?


    Für Visuell sind die Antriebe fast egal, Da reichen auch Standard Getriebe von der Stange locker aus. Ich würde Sie kaufen. Für 300€ ist nichts kaputt.
    Lass dir das Angebot nicht durch die Lappen gehen,


    Gruß Jogi

  • Hallo zusammen,


    Danke nochmal für eure Antworten!
    primär möchte ich fotografieren, daher wird ein Austausch der Schneckengetriebe eher warscheinlich.
    Die Motoren werden wahrscheinlich auch ersetzt werden müssen. Dabei ist jetzt Handsteuerbox und Motorset ohne Goto von einer Eq6. Aber vllt. muss ich es auch nicht so schnell austauschen. Bis ich in diese Gewichtsklasse an Instrumente komme wird es dauern :-D


    Ausstattungstechnisch habe ich nen 3D Drucker und ein Bekannter hat eine Drehbank.


    Handwerklich hatte ich in der Richtung bisher wenig gemacht, aber traue mir schon zu, das nötige zu lernen.


    Gerade bin ich mit mir noch am Hadern, ob ich mich auf dieses Abenteuer einlasse oder dich lieber auf eine EQ6 o.Ä. spare.
    Stationär will ich auf jeden fall bleiben.


    Gruß
    Andreas

  • Hallo nochmal,
    nun habe ich die Montierung gekauft und ist seit gestern in meinem Besitz.
    Unter bescheidenen Lichtbedingungen habe ich mal ein paar Fotos davon gemacht.
    Sorry dass die Bilder teilweise nicht richtig gedreht sind. Ich habe leider nicht gefunden, wo ich das hier einstellen kann.




    Ich hatte die Größe auf den Bildern in der Anzeige ziemlich unterschätzt :D



    Habe auch mal probehalber meinen 6" Newton drauf gepackt. Sieht schon etwas verloren da oben aus.



    Und hier noch mal das Innenleben der RA-Achse




    Leider sind mir auch ein paar Schwachstellen im Design aufgefallen.
    So lässt sich die RA-Achse nicht vollständig drehen. Das Getriebegehäuse der DEC-Achse stößt an die Stellrädchen der RA-Achse an.
    Außerdem kann die Montierung nur über diese Rädchen verstellt werden. Keine Klemmen oder Rutschkupplung.
    Und dadurch, dass das Gehäuse der DEC-Achse nur sehr wenig Abstand zum Gehäuse der RA-Achse hat, wird das mit dem Anbringen des RA-Motors etwas kniffliger.
    Die Montierung ist im Allgemeinen recht einfach gehalten.


    Insgesamt bin ich erst einmal mit dem Kauf zufrieden. Für 300€ war mir schon klar, dass das eine größere Baustelle wird und ich hoffe, dass ich daraus trotz der Design-Schwächen eine tolle Montierung für meine zukünftige Sternwarte bauen kann.


    Gruß
    Andreas

  • High,
    herzlichen Glückwunsch.
    Ich würd das jetzt nicht unbedingt "Schwachstellen" nennen. Ne Montierung ist doch immer ein Kompromiss:
    Kurze Hebel versus freie Beweglichkeit
    Bei ner Go-to- Steuerung zB. halte ich eine Rutschkupplung oder Klemmung nicht unbedingt für sinnvoll. Rutschkupplung dann höchstens als Ueberlastsicherung , doch die kann man auch über das Motordrehmoment sicherstellen.
    Bin gespannt
    Christoph

  • Hallo liebe Astrogemeinde,


    lange lag das Montierungsprojekt mangels Zeit auf Eis. Nun habe ich wieder Motivation, um an dem guten Stück weiter zu Arbeiten bzw. überhaupt anzufangen.


    Ich habe sie mehr oder weniger komplett zerlegt, um die Konstruktion im Ganzem zu verstehen.


    Der nächste Schritt wäre die Achsen zu motorisieren, um überprüfen zu können, ob die Schneckengetriebe was taugen. Dazu möchte ich die vorhandenen EQ6 Classic Motoren und Steuereinheit verwenden.


    Das Schneckenrad hat 156 Zähne und eine 2 Gang Schnecke. Wenn ich mich nicht verrechnet habe, müsste die Schnecke mit 0,0542 U/min angetrieben werden.


    Nun habe ich das Problem, dass ich nicht genau weiß, wie schnell sich die Schrittmotoren drehen, damit ich eine korrekte Übersetzung ermitteln kann.


    Über die EQ6 Motoren habe ich folgendes herausgefunden:
    Motor 1:
    Schrittwinkel 7,5° -&gt; 48 Schritte
    500mA, 12V, R/Wickel 23,5 Ohm
    Getriebe 100:1


    Motor 2:
    Das selbe wie Motor 1 jedoch mit 132,8:1 Getriebe


    Mit einer Stoppuhr konnte ich ermitteln, dass ein Motor 7:57.30 min für eine Umdrehung braucht. Diese Art der Messung ist aber alles andere als präzise. Sollte dieser Wert korrekt sein, hätte der Motor eine Drehzahl von 0,126 U/min. Daraus ergäbe sich ein Übersetzungsverhältnis von 2,32.


    So, das wäre jetzt der Stand der Dinge. Folgende Fragen habe ich nun und würde mich sehr freuen, wenn jemand von euch mir weiterhelfen kann.


    1. Kann mir jemand die genaue Drehzahl der EQ6 Motoren sagen?
    2. Welche Schrittmotoren könnte ich zuküftig einsetzen (vorerst keine 300€ Motoren)
    3. Die vorhandene Steuereinheit hat eine Modifikation (siehe Bild). Ich habe leider den Namen dieser Mod vergessen und finde im Netz auch nichts. Es ist eine PC Schnittstelle aber ich konnte schon damals keine Pin-Belegung finden können. Diese Modifikation ist schon etwas älter. Wisst ihr was darüber?


    [img=left]http://www.astrotreff.de/uploa…201114/20201114232620.jpg[/img=left]



    Schönen Gruß
    Andreas

  • Mithilfe eines anderen Threads konnte ich mir selbst ein paar Fragen beantworten.
    Die EQ6 hat wohl auf der RA-Achse 180 Zähne. Gehe ich von einer 1 Gang Schnecke aus, komme ich auf eine Drehzahl von 0,125.
    Außerdem handelt es sich bei der Modifikation wahrscheinlich um ein MCU Update.


    Gruß
    Andreas

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