Starnet - Sterne entfernen, aber wie?

  • Hallo Zusammen,


    ich bin über eine kleine Tour in astrobin auf starnet gestoßen.
    Was immer das sein soll - man soll damit wohl überzeugend(er) Sterne entfernen können.
    Das mit dem Sterne entfernen ist ja immer eine verzwickte Sache und liefert für mich meist unbefriedigende Ergebnisse.
    Hatte es in Photoshop, in PI und mit der Software Straton ausprobiert.


    Starnet --> es gibt da wohl eine andere Möglichkeit:


    https://www.astrobin.com/339099/0/


    bzw. auch Dateien zu starnet:


    https://github.com/nekitmm/starnet


    Ehrlich gesagt: Ich steige da nicht durch, das Zeug zum Laufen zu bringen. Was muss man herunterladen, muss man noch etwas kompilieren...?


    Vielleicht kann ja jemand aus dem Forum helfen?


    Herzliche Grüße
    Mario

  • Hallo Mario,
    ich verstehe die Idee hinter dem Sterne Entfernen nicht.
    Wenn ich mir die Aufnahmen auf:
    https://www.astrobin.com/339099/
    anschaue, dann schauen die Bilder mit Sternen für mich allesamt viel schöner und interessanter aus. Mir ist auch unklar was so ein Foto dann eigentlich darstellen soll?
    Einfach ein buntes Bild? Die traurige Hülle eines Gasnebel?
    Manches versteht man nicht ... ;)
    Servus,
    Roland

  • Hallo Roland,


    es geht gar nicht darum ein "Endbild" nur mit Nebel zu haben.
    Es geht um das seperate Bearbeiten eines freigestellten Nebels (und damit auch der Sterne) im Workflow, insbesondere (bzw. nur) bei Schmalbandaufnahmen.


    LG
    Mario

  • Hallo Arne,


    danke für deinen Link!
    Ich habe es in PI genauso nach der Anleitung gemacht (allerdings nur im h-alpha-Kanal mangels fehlender Filter für OIII und SII).
    Ich bin aber halt mit dem Ergebnis nicht zufrieden.
    Bei Straton sind die fehlenden Sterne gut ersetzt aber der Nebel leidet schon merklich. Bei PI ist es genau umgekehrt.


    Vielleicht hat ja doch schon jemand diesen dubiosen Starnet getestet.


    Viele Grüße
    Mario

  • Ja die Idee hinter dem Entfernen der Sterne besteht darin, eine sternenlose Maske für das Betonen von Nebelstrukturen zu haben - das macht gerade bei Schmalband die Bearbeitung viel viel einfacher und ermoeglicht auch das Hervorheben kleinster Nebelfetzen.


    Starnet ist an sich easy zu bedienen - ein 16bit 3-Channel-TIFF-Image vorrausgesetzt, einfach per Commandline als Parameter uebergeben - fertig ..
    Besonderheit: das Tool will ein 3-Channel-Image .. also "normalerweise" ein RGB Bild bei dem jeder Kanal 16bit Farbtiefe hat - will man jedoch aus einem einzelnen Farbkanal oder Schmalband-Image die Sterne entfernen - dann ist dieses Image ja grayscale / nur ein Channel - hier hilft der Umweg, ein kuenstliches RGB zu erstellen, wo jedem Farb-Kanal das gleiche s/w Schmalband-Image zugewiesen wird ..


    dann kommt z.B. sowas raus:



    gross: https://www.astrobin.com/393688/0/?nc=user


    Jonas


    ps: du hast den Source-Code verlinkt, nicht das compilierte Binary .. das ist hier: https://sourceforge.net/projects/starnet/

  • Hallo Jonas,


    oh, das ist ja klasse! Der Link zu sourceforge ist scheinbar irgendwie an mir vorbei gegangen...
    Nun muss ich das nur noch zum Laufen bringen...


    Erst hat er die Treiber nicht gefunden (vcruntime140.dll und msvcp140.dll) und jetzt meckert er, dass angeblcih in der Kommandozeile das "starnet++.exe" falsch geschrieben ist...Blödsinn...


    Hilft es, die "Microsoft Visual C++ Redistributable" neu zu installieren?


    Übrigens: Soooooooo muss es aussehen! Tolles Bild!
    Scheint wirklich etwas beser als Straton zu sein.


    LG
    Mario

  • Bei mir kommt schon mit dem Demobild eine Fehlermeldung
    2019-03-16 08:30:30.163432: I tensorflow/core/platform/cpu_feature_guard.cc:141] Your CPU supports instructions that this TensorFlow binary was not compiled to use: AVX2



    Laut Homepage soll das stattfinden, wenn meine CPU vor 2011 produziert worden sein soll - was für meine nicht zutrifft....
    Prozessor Intel(R) Core(TM) i7-7500U CPU (==>) 2.70GHz, 2904 MHz, 2 Kern(e), 4 logische(r) Prozessor(en)
    Der ist 2016 eingeführt worden...



    Außerdem geht es nur mit gestretchten Daten - ich hätte es gerne mit Rohbildern. Für Kometenbilder wäre das nämlich ein Traum



    Hartwig

  • Die Fehlermeldung, die Mario bekommt, bekomme ich, wenn ich die Batchdatei mit dem Windows Explorer ausführe.
    Wenn ich sie aus der Kommandeozeile ausführe, komme ich einen Schritt weiter und lande bei der AVX2-Fehlermeldung.


    Hartwig

  • Hmmm,


    die fehlenden Treiber habe ich in den starnet++-Ordner kopiert. Jetzt meckert er diesbezüglich nicht mehr.
    Jetzt bekomme ich aber:
    - aus dem Explorer und auch aus der Kommandozeile unter Windows jeweils als Admin ausgeführt immer die gleiche Fehlermeldung: (0xc000007b).
    Meine CPU ist auch jüngeren Datums (2016).


    Jonas - wie hast du starnet zum Lauifen gebracht? [:)]


    LG
    Mario

  • Hallo Zusammen,


    starnet läuft!


    Habe die C++ Redistributable (2017, x64) neu intsllaiert. Es klappt allerdings nur aus der Windowskommandozeile (als Admin).
    Danke für den Tipp dazu Hartwig! Vielleicht hilft dir das Update ja auch?


    Habe nur das Testbild verwendet - bin sehr zufrieden! Jetzt mal mehr...


    LG
    Mario

  • Hallo Zusammen,


    Test war erfolgreich! Soll heißen, dass starnet die jeweilgen Vorteile von PI und Straton perfekt kombiniert.
    Ein Testbild ist überflüssig - siehe das Bild von Jonas und die Links.


    So kann der Tag beginnen - mit einem Erfolgserlebnis. [:)]


    <=> Hartwig:
    Schicke mir doch mal einen gestretcheten Kometen - mal sehen, was trotzdem geht.


    LG
    Mario

  • Ich habs auch gerade ausprobiert. Wirklich klasse.


    Den Hinewis auf die ' ... AVX2-Fehlermeldung.' erhalte ich auch, aber dann macht das Tool brav weiter.
    Da werde ich heute noch ein bisschen mit herumspielen.

  • Ich habe mal spaßeshalber am Wochenende einen M101, den ich eigentlich derzeit nicht weiter bearbeiten wollte, weil er mit mit 100 Minuten zu kurz belichtet schien, mit Starnet++ 'entsternt', dann die Sterne und M101 getrennt weiter bearbeitet und später wieder zusammengeführt.


    ein Link ist hier:
    https://www.astrobin.com/396248/B/?nc=user


    War beides eher quick & dirty, eigentlich will ich auf der Basis noch etwas mehr aufnehmen.

  • Hallo Arne,


    für 100 min sieht man aber schon eine ganze Menge.
    Interssant für mich, weil ich auch mit der ASI1600, dem Esprit 80 und dem MGen unterwegs bin.
    Ich habe M101 auch aufnehmen wollen - zusammegekommen sind aber "nur" 2h h-alpha.
    Ich habe leider noch keine runden Sterne machen können. Wie sehen deine MGen-Einstellungen mit dem Esprit so aus?


    LG
    mario

  • Hallo Mario


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Ich habe leider noch keine runden Sterne machen können. Wie sehen deine MGen-Einstellungen mit dem Esprit so aus?<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Ich habe die gleichen Einstellungen wie mit meinem 150/750 Newton (also Standardeinstellung). Das einzige was ich in APT ändere (reduziere) ist die Schrittweite beim dithern. Bei meiner Asi (color) mit extrem geringem Ausleserauschen ist unter meinem Himmel und bei f5 das Hintergrundrauschen nach spätestens 90 Sekunden dominant, so dass ich eigentlich immer 120 Sekunden belichte.


    Was mir erstmalig beim Esprit aufgefallen ist: An den Kanten sind die Sterne mit einem Halo verzogen und eirig (aber strahlenförmig von der Bildmitte ausgehend). Ich hatte anfangs Reflektionen des UV/IC Filter in Verdacht, aber es stellte sich raus, dass diese verzogenen Sterne an den Rändern entstehen, wenn nicht 100% genau die Fokuslage getroffen wurde.


    Da ich aber eigentlich sehr akkurat mit Bathinov Maske und APT Bathinov Hilfe fokussiere, konnte ich mir das zunächst nicht vorstellen. Ich habe mit der Ausprobiererei viel kostbare dark-sky-time verschenkt (und das bei der derzeit blöden Wetterlage) und war schon ein wenig am Verzweifeln ob meines neuen Esprit. Aber es handelte sich tatsächlich um eine temperaturabhängige Fokusdrift. Also ist zunächst mein Abhilfe


    a) Esprit länger auskühlen lassen
    b) Anschließend den Tubus des Esprit isolieren (habe ich für den Newton auch schon gemacht)
    c) während der Aufnahme gelegentlich mal die 'Rundheit' der Sterne an den Kanten prüfen :-)


    Später will ich mal einen Autofokusser selbst bauen.

  • Hallo Arne,


    vielen Dank für deine Antwort!
    Die Sterne sind auch auf der optischen Achse noch nicht optimal - warten wir also mal eine klare Nacht ab, wo ich mich ausgiebig mit den MGen auseinandersetzen kann.
    Isolierst du oben, unten oder den ganzen Tubus?


    LG
    Mario

  • Ich isoliere den ganzen Tubus (allerdings nicht den OAZ). Hierzu verwende ich sowohl für die Taukappe als auch für den Tubus eine doppelte Lage Heizkörper Reflexionstapete (6mm x 2) die ich mit Styroporkleber gleich rund geklebt habe (*). Auf diese Weise ist die Form auch ohne Befestigung schon fast perfekt.


    Leider ist der Esprit nicht magnetisch. Daher wird das ganze mit umlaufenden Klettbändern fixiert -&gt; hält wunderbar. Bei meinem Newton befestige ich die Reflexionstapete mit Magnetstreifen, die ich an die Reflexionstapete geklebt habe.


    (*) Das Zeug geht nur sehr schwer wieder ab, wenn Du für die Rundung den Ersprit als Schablone verwendest, dann klebe vorher mit Tesa eine Lage Papier drunter.

  • Hallo Mario,


    noch mal zurück zu Starnet. Ich habe das Programm auch ausprobiert und es funktioniert bei mir ziemlich gut. Kann ich jedem nur empfehlen.


    Danke für den Tip.


    Heiko

  • Hallo Heiko,


    ich glaube, dass starnet auch zum ersten Male hier thematisiert wurde.
    Man bin ich innovativ! [;)]
    Eher schade, dass es schon von Einigen genutzt wird und es dann hier nicht vorgestellt wird.
    Soll keine Kritik sein!


    Bitte sag, dass du meine Anleitung genutzt hast - ich komme mir sonst als einsamer Unwissender vor (Konsole und so...). [:)]


    LG
    Mario

  • Also ich habe mich auch mal mit starnet++ versucht - ich muß sagen, ein tolles kleines Programm. Es erspart die Mühe beim Erstellen einer Sternmaske und es kommt ohne jegliche Parameterberge daher :) war ein echt super Tip! ich werde mal verschiedene Bilder testen: wenige/große Sterne und Übersichtsaufnahmen mit tausenden Sternen - mal sehen, wo die Grenzen liegen...


    viele Grüße - Ronald

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