welche ist die beste Planetenkamera derzeit?

  • Hi,
    da ich mir nun ein FH 8 Zoll f9 zulege-wollt ich nach einer Planetenkamera mit ccd sensor ausschau halten
    die Kameras von ZWO scheinen ja das masss der dinge zu sein-aber welches Modell bis max 260 €?
    wichtig wäre mir ein verbindungskabel mit mind. 4 m länge!
    und natürlich bestmögliche Auflösung des kamerachip,ob s/w oder farbe ist zweitrangig
    ist das Bilder schärfen usw.ein Hexenwerk?[}:)]

  • Hallo Marc,


    die Kameas von ZWO sind CMOS, keine CCDs. Für bestmögliche Auflösung wäre eine mit Pixelgröße 2,5-2,8µm passend, bei größeren Pixxeln eben mit einer Barlow anpassen. Kabellänge bei USB3 kann es mit 4m Probleme geben. Ein passendes Modell wäre z.B. die ASI178mm- die gibt es aber für 260€ nicht.


    Allerdings fürchte ich, dein 200/1800 Achromat wird prächtige Farbfehler liefern und ohne Filter wirst du damit kaum scharfe Bilder erhalten.


    Gruß
    Stefan

  • Hallo Marc,
    ich habe noch die alte ASI120MC. Die ist immer noch gut, aber wenn ich eine neue kaufen würde, dann die ASI224MC. Bei f/9 brauchst Du immer eine Barlow. Ich benutze am 4" f/9 eine 2x Barlow und bin damit sehr zufrieden. Die neue Kamera soll noch weniger Ausleserauschen haben.
    Die Farbkameras sind etas günstiger und ich hab bisher keine Auflösungsnachteile gesehen.
    Mir gefallen Farbaufnahmen besser, da man damit idealerweise die Farben im Okuklar wiedergeben kann. Apropos, Du hast ja auch noch den 140 mm ED APO. Den kannst Du auch für Planetenaufnahmen hernehmen oder auch mal den langen 5", aber auch der 8" geht mit Farbe.
    Der Andreas IV hat mit dem 6" f/8 auch Farbaufnahmen gemacht und ich finde sie net schlecht.
    Servus,
    Roland

  • Hi,
    Okay, dann halt CMOS[:I]
    Budgetgrenze kann man ja per credit überziehen[:D]
    was für filter denn noch ? UV und IF ist doch drin serienmäßig
    meinst du etwa schmalbandfilter im grünen Licht 550nm ?
    Nun hakt doch immer auf den armen Fraunhofer Farbfehler herum[:o)]ist eben nicht jeder Newton-freund

  • Hallo Marc,


    interessant finde ich auch die 178MC, eine der wenigen CMOS Kameras mit 14 bit Farbtiefe. Da würde ich bei der Bearbeitung der Videos farblich schon mehr Spielraum erwarten als bei 12 bit.


    Sie ist zwar wg. ihrer rel. hohen Auflösung nicht die allerschnellste, aber man wird sowieso mit ROI "capturen" und man müsste ausprobieren, ob man aufgrund ihrer kleinen Pixel an f9 nicht sogar ohne Barlow auskommt. Faustformel bei Color Cams: Anzustrebender "f-Wert" ~ Pixgelgröße x 5


    https://astronomy-imaging-camera.com/product/asi178mc-color

  • Hallo Marc,


    ich würde mir noch einen ADC, z.B. von zwo besorgen, der ja spitze gegen Farbverschiebungen arbeitet. Würde der nicht auch eventuell bei den FH Farbsäumen helfen?


    Viele Grüße,
    Sven

  • Hi,Sven
    der ADC soll nur die atmosphärische Dispersion korrigieren, gegen die farbsäume des fraunhofers bedarf es eines chromakorrektors(Aries),den es nur gebraucht gibt

  • Hallo Marc,
    ich meine auch, daß du an dem 140er APO jedenfalls mit einer Farbkamera bessere Planetenbilder bekommst als mit einem Achromat 200/1800. Bei dessen Farbfehler könnte man evtl. mit einer SW-Kamera und RGB-Filtern noch was erreichen, aber das macht die Bildbearbeitung viel aufwendiger.
    Zum Probieren am 140er könntest du die Brennweite durch Okularprojektion vergrößern, das spart erstmal die Barlow. Ich nehme dafür immer ein Zeiss O-25.
    Gruß Lars

  • Hi,Lars
    ne Hyperion 2,25 x barlow hab ich -ergibt am 140 er Apo 2205 mm Brennweite, am 8zöller 4050mm brennweite

  • Hallo Marc,
    mein Vorschlag: ASI 178 MM und 3 (gewöhnliche) Farbfilter. Das zusammensetzen der Kanäle im Nachhinein ist kein Hexenwerk. Da du jeden Kanal einzeln fokussieren kannst hast du keinen Farbfehler. F/9 ist theoretisch zu wenig aber in der Praxis reicht es, glaub mir, und wenn nicht, dann machst du halt Oku-Projektion bzw. Barlow hast du ja. Rein für Planeten ist die Cam, also der Chip, eigentlich zu groß, aber man kann gut Mond und sogar Deep-Sky damit machen.
    Die ASI120 MM ist da günstiger. Ihr Chip hat aber größere Pixel und hier musst du tatsächlich deine Barlow nutzen. Dafür bleibst du dann trotz 3 Filtern (ohne Filterrad, wir haben ja Hände) vermutlich im Budget.
    Gruß,
    ralf

  • Hallo Ralf hallo Marc,
    ich bin grundsätzlich gegen die Schwarzweißkamera. Was stimmt ist, dass man den "bösen" Farbfehler auf ein Drittel reduzeren kann. An den sichtbaren Strukturdetails ändert das fotographisch nichts. Das ist zumindest meine Erfahrung.
    Man muss zusätzliche Filter kaufen, beim FH auf jede Farbe getrennt fokusieren (das richtige Fokusieren ist beim Planetefilmen die Hauptarbeit) und bekommt weder ein farbreines Bild noch die FH Farben meines Refraktors. Es ist Ansichtssache, aber für mich käme eine SW Kamera nicht in Frage. Für mich ginge es auch gegen meinen Wunsch die Okularansicht farblich und vom Kontrast möglichst gut wiederzugeben.
    Ich kaufe ja nicht einen FH und dann muss ich mich dann mit Filter usw. abmühen um den Farbfehler für die "armen" Bildbetrachter zu reduzieren. So etwas tät mir gegen den Strich gehen. Wie schon gesagt ist das Ansichtssache.
    Servus,
    Roland

  • Hi Marc,


    dachte ich mir eigentlich auch, dass das nicht geht mit dem ADC / FH. Wäre ja dann das ultimative "Ich mach mir aus einem FH einen farbreinen...." Tool. So ein Quatsch [:D]
    Danke Dir für die Info [:)]


    Schönen Start in die Woche,
    Sven

  • Hallo Roland,
    es ging mir gar nicht so sehr darum den Farbfehler zu korrigieren, sondern eher darum, dass man schärfere Bilder machen kann, wenn man nur eine ( langwellige) spektrale Farbe nutzt und zur Farbe zähle ich dann auch mal IR.
    Ich selber nutze übrigens seit 2 Jahren meistens eine Farbkamera für Planeten. Den Luminanzkanal bildet der Grünkanal und Schärfeeinbußen habe ich nicht mehr seit Autostakker!3 Farbbilder automatisch "Bayer-drizzelt". Gerade bei den momentanen Planetenständen ist es aber von Vorteil im Rot oder Infrarot zu filmen, das Seeing ist dort besser und das geht mit einer Farbcam so gut wie nicht mehr.
    Als Maßstab nehme ich dabei immer den maximalen Detailreichtum, das ist aber natürlich nicht zwingend notwendig und manche IR-Bilder sehen tatsächlich dann nicht mehr aus wie durch das Okular.
    Viele Grüße,
    ralf

  • Hallo Ralf,
    hmm, Du schreibst, dass Du die letzten beiden Jahre meistens eine Farbkamera fürs Planetenfilmen hernimmst und das obwohl die Planeten sehr niedrig stehen und im IR das Seeing besser ist?
    Die Refraktoren sind meistens auf Grün optimiert und haben dort ihre geringsten Fehler. Das ist bei den meisten APOs und bei den meisten FHs so. Ausnahmen gibt es freilich. Weiters sinkt die Auflösung bei längeren Wellenlängen.
    Ich filme seit einigen Jahren mit einer Farbkamera und bin immer noch sehr zufrieden. Das Hauptproblem ist bei dem niedrigem Stand die Atmosphärische Dispersion. Bisher hab ich mich noch nicht durchgerungen mich mit einem ADC zu beschäftigen, wobei das tatsächlich etwas bringen würde. Das gilt übrigens auch für FHs.
    Hier eine Aufnahme mit meinem 4" f/9 Refraktor vom 26.Mai 2018:
    https://www.astrobin.com/349390/


    Beim Mars hab ich mich für den 6" Newton entschieden, der bei dem niedrigen Stand und stark fallenden Temperaturen leider etwas mit dem Tubusseeing zu kämpfen hatte. Grundsätzlich hab ich neben der hellen Polkappe nur ein paar ganz zarte Dunkelstrukturen im Okular erkennen können. Gegenüber der Polkappe, gab es auch noch einen helleren "Pol"
    Auf den Bildern sieht man die Strukturen auch, wenngleich es durch das Stacking und Wegmitteln des Seeing einfacher ist die Struktuen besser zu erkennen. Einzig den gegenüberliegenden helleren Polbereich hab ich mir eingebildet im Okular besser gesehen zu haben, die dunkleren Gebiete sind auf den Bildern besser zu sehen.
    https://www.astrobin.com/358466/B/
    https://www.astrobin.com/359323/C/


    Ich vermute, dass mit ADC noch etwas mehr herauzuholen gewesen wäre und ich vermute auch, dass der 4" f/9 APO quasi ohne Tubusseeing in dem Fall mindestens genauso gut gewesen wäre.


    Statt SW Kamera würde ich eher auf den ADC setzen. Den kann man auch visuell einsetzen und wird auch da Vorteile bringen. Leider scheint der ADC kein so einfaches Werkzeug zu sein, aber ich werde mich heuer damit beschäftigen.


    2016 ist der Jupiter noch höher gestanden und damit ging bei etwa gleichem Seeing noch etwas mehr wie 2018:
    https://www.astrobin.com/246008/F/


    Was meines Erachtens auch wichtig ist, ist eine gute Barlow, die das Bild nicht verschlechtert.
    Servus,
    Roland

  • Hallo Roland,
    ich stimme dir durchaus zu. Mit der 178er braucht man ab f/10 (f/9 s.o.) keine Barlow mehr, das ist sehr attraktiv, auch, weil das Bild heller wird.
    Wenn man eine Farbkamera hat ist der ADC kein Hexenwerk. Im Lifebild dreht man so lange an den Rädchen bis der Farbrand weg ist bzw. beim FH gleichmäßig verteilt ;-).
    Aus meiner Sicht geht Farbcam nur mit ADC.
    Um nochmal auf Marc zurück zu kommen, ASI178 oder ASI120 sind wohl z.Z. am gängigsten. Die selben Chips werden übrigens auch in anderen europäischen oder amerikanischen Modellen verwendet.
    Gruß,
    ralf

  • Hallo,


    mal eine Frage zu Farbkameras und IR. Die ASI 224MC z.B. wird ja beworben auch im IR empfindlich zu sein. Kann man mit einem IR Pass Filter hier zu zufriedenstellenden Planetenaufnahmen kommen, oder reicht die Empfindlichkeit hierfür nicht aus?


    Grüße
    Matthias

  • Hallo Matthias,
    ich habe mal gehört, dass die Bayermatrix nur das sichtbare Licht filtert. Im IR wären dann alle Pixel wieder "durchsichtig". So ganz kann ich das nicht glauben, denn das IR würde ja den Kontrast verringern und ggf. auch die Schärfe. Auf der anderen Seite wird öfter empfohlen eine Farbkamera nicht ohne IR-Sperrfilter zu betreiben. Bedeutet: irgendetwas kommt also durch. Ein Test sollte Klarheit schaffen. Sieht man das Schachbrettmuster mit IR-Pass vor dem Debayern, dann kommt nur wenig IR durch.
    viele Grüße,
    ralf

  • Hallo,


    die ASI 224 wird mit erweiterter IR-Empfindlickeit beworben. Ich habe das günstige 850nm Filter von ZWO gleich mit erworben, und letzten September am Mars ausprobiert. Das Seeing war eher grottig, da haben auch die 850nm und mehr, die das Filter passieren, auch nicht mehr viel genutzt.



    Belichtung 26ms, Histo 45%. Gain=229 (38%)


    Also, ja, man kann mit der 224er anständig IR fotografieren. Ich müsste noch irgendwo ein ähnliches Bild durch ein 742nm Filter herumliegen haben, finde es aber im Moment nicht. Es sieht jedenfalls nicht viel anders aus als das obige Bild.



    Viele Grüße,
    Guntram

  • Hallo Guntram, danke.
    setzt Du es für die Planetenfotografie ein, oder hast Du es bei den beiden Test belassen?
    Gruss
    Matthias

  • Hallo Guntram,
    ok, es kommt etwas durch, aber wie sieht es im Vergleich zu einer Mono aus. Wenn das Bild viel dunkler ist, dann macht das ja weniger Sinn. Ein schönes Bild ist das trotzdem.
    Wenn du da noch ein Filmchen findest, kannst du das mal im Autostakkert laden und bei "Color" mal auf "Mono" klicken und ein Einzelbild zeigen? dann wird keine Bayermaske angewendet und man kann sehen, ob z.B. die Roten Pixel heller sind als die blauen etc.
    Ich werde in den nächsten Tagen den Test mit der ASI 178 machen. Von denen habe ich nämlich beide und kann direkt vergleichen. Geht ja auch ohne Astromotiv bei Wolken.
    Gruß,
    ralf

  • Hallo,


    es war ein erster Test, weil mich natürlich interessiert hat, was bei diesen langen Wellenlängen durchkommt und ob das Ganze funktioniert. An Mars kann man sich das sehr langwellige IR, damit meine ich länger als ca 650nm eigentlich sparen, denn ausser verringerter Auflösung hat man meiner Erfahrung nach keinen Informationsgewinn.


    Ich denke, dass eine Monokamera wie die ASI 290 im IR deutlich besser ist als eine zweckentfremdete Farbkamera. Eine Farbkamera mit IR Filter ist aber besser als nichts!


    Ralf: Ich lass mal AS im SW über das Video.


    Viele Grüße,


    Guntram

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