Sphärischen Spiegel testen

  • Hallo,
    bin ja gerade dabei einen sphärischen Spiegel zu polieren. Will den zum testen meiner Fangspiegel nutzen.
    Am Anfang hatte ich auch kein Problem wie rum die Interferogramme zu deuten sind, da hatte ich einen runter gezogenen Rand. Der ist nun "leider"[:D] weg und ich habe eigentlich kaum noch einen Anhaltspunkt wie rum richtig ist. Da die CC auch um den = Bereich liegt kann ich da auch nicht mehr eindeutig sagen was richtig ist.
    Die Idee mit dem Daumen oder einem warmen Teil eine Stelle zu erwärmem und dann zu wissen was oben und unten ist hat mich auch nicht so sicher weiter geführt. Da sich meist die Interferogramme insgeamt verändert haben und ich nicht richtig vergleichen konnte. Das hing sicher mit der Lagerung im Teststand zusammen. Wenn der Spiegel sich aber wieder beruhigt hat ist dann sicher auch die Daumenspur weg[xx(]
    Na ja!
    Wie macht ihr das um sicher zu gehen. Wollte nicht unbedingt wieder einen Rand runter polieren, oder sollte ich das?
    Bin für Hinweise sehr dankbar.

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: andi1234</i>
    Wie macht ihr das um sicher zu gehen.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Tja, schwierige Frage. Beim Fizeau-Interferometer mit Phasenschieber habe ich dieses Problem nicht.


    Vielleicht könntest du eine Stelle berührungslos mit einem kleinen Heißluft-Gebläse anstrahlen? Diese Dinger die man zum SMD-Löten verwendet.


    Oder einen kleinen Heizwiderstand nahe am oberen Rand des Spiegels befestigen, der die Oberfläche aufheizt? Der könnte während der Messung dran bleiben.


    Oder noch eine ganz abgefahrene Idee: Nimm eine helle Halogen-Birne und projeziere den Glühfaden über eine Linse schräg von der Seite (45°) auf die Spiegel-Oberfläche. Dann müsste diese Stelle warm werden. Das Licht stört nicht, wenn es nicht in Richtung zur Kamera reflektiert wird.


    Gruß
    Michael

  • Hallo Andreas, ich habe bisher erst einen sphärischen Referenzspiegel gemacht. Aber soweit ich mich erinnere, hatte das mit dem punktuellen Erwärmen schon gut funktioniert. Warum auch nicht? Ich hatte damals alles gut ausgerichtet und dann einen Finger so etwa 20s knapp über die Oberfläche des Spiegels gehalten. Das reichte aus um eine Reihe von Interferogrammen zu machen. Mehr Aufwand habe ich in den Teststand inkl. Lufttunnel gesteckt. Das ist meiner Meinung nach die wichtigste Vorraussetzung um genau messen zu können. Außerdem mache ich Spiegel nur noch, wenn die Heizung nicht mehr gebraucht wird um die Raumtempreatur zu halten.


    Gruß, Henri

  • Vielen Dank für eure Tipps.
    Dazu habe ich dann aber doch Verständnisfragen.
    Angenommen ich mache Bilder alle 90 Grad und je 2x4 mit verschiedenen Richtungen der Linien. Wie mache ich das dann mit der Wärme?
    Zum Schluss ein Testinterferogramm oder immer mit der Wärme?
    Wenn ich wie oben beschrieben die Bilder mache und am Ende eins mit der warmen Stelle, habe ich das Problem, dass ich trotzdem nicht genau entscheiden kann wo oben und unten auf den Bildern ist die die warme erhabene Stelle nicht haben. Denn wenn ich als Grundlage das “Daumenbild“ negne und mir da andere Hügel ausschaue, sind die bei den anderen gedrehten Bildern meißt nicht zu erkennen. Da ja durch die Verbiegung im Teststand die Hügel sich auch verändern.
    Ich überlege echt eine kleine Stelle am Rand so zu polieren, dass ich sie eindeutig erkenne. Als Testsphäre brauche ich den Rand hoffentlich nicht.
    Aber so richtig wohl ist mir dabei nicht.
    Wenn ich das mit der Wärme richtig verstehe, kann ich die rabiate Methode vielleicht umgehen.
    Danke schon mal für eure Hilfe.

  • Hallo Andreas, wie sind denn die Maße des Spiegels und welche Ansprüche hast Du?
    Wenn so ein Spiegel in einem guten Messstand sitzt und gedreht wird finden man doch eigentlich immer irgendwelche topographische Eigenheiten die sich mitdrehen und vom "Seeing" abweichen. Ein Foucault-Test sollte dann auch Sicherheit bringen. Du solltest unbedingt versuchen die Luftschlieren wegzutunneln und eine Verbiegung des Spiegels im Prüfstand zu vermeiden. So werden die Unterschiede zwischen den Interferogrammen minimiert. Und wenn es dann keine Unterschiede mehr gibt, ist das Teil perfekt! ;)


    Gruß, Henri

  • Hallo Andi,


    Für sphärische Speigel ist Foucault als Null-Test perfekt geeignet. Es geht auch Ronchi, wenn man ganz wenige Streifen (oder nur einen) einstellt. Dann wird der Ronchi-Test zum Foucault.


    Clear Skies,
    Gert

  • Hallo Gert, Henri,
    ja den Foucaulttester hatte ich gestern Abend nochmal aufgestellt. Die Fläche wird auf einen Schlag dunkel. Aber so win oaar Stellen besonders in der Mitte sieht man. Aber auch die liegen schon fast im Brennpunkt. Zu den Daten, 341mm und ROC 4454mm also ca. f 6,5. Anspruch[?] Eigentlich so gut wie ich es hin bekomme. Die Grenze scheint im genauen messen zu liegen.[:(]
    Aber einen Tunnel werd ich bauen. Henri du hast sicher (hoffentlich) recht, es werden Luftschlieren sein, die die Auswertung der Bilder so schwanken lassen.
    Heizung spielt keine Rolle ist im Keller nicht an. Aber derzeit messe ich im Türrahmen bei offener Tür und da werden 100% Luftschlieren kommen. Werde die Teststrecke verlagern, Tunnel bauen und wenn das nicht hilft, weiß ich auch nicht mehr weiter.
    Der Teststand sollte ok sein. Den hab ich genau eingestellt und der Spiegel liegt im Schwerpunkt, auf zwei rundgeschliffenen Flächen von Kugellagern. Oben nur gaaaanz leicht nach vorne geneigt. Die Anschläge hinten berühren den Spiegel nach dem einhustieren nicht mehr. Kann ein Blatt Papier zwischen schieben. Also der Testsrand denke ich sollte passen.
    Es spricht viel für die Luftschlieren, wenn ich mir das so überlege. Denn von den vier Igrammen einer Reihe alle paar Sekunden, schwanken die Bilder auch schon und auch die CC von 0,04 bis -0,007.
    Gemittelt liege ich derzeit bei 0,98 Strehl aber ich traue dem Frieden nicht.[}:)]

  • Hallo,


    ich habe mir meinen 30cm Kugelspiegel schon vor Jahren gemacht und ihn fast ausschließlich mit dem Foucaulttest geprüft. Das ging relativ schnell.
    Das Interferometer habe ich auch genommen. Ich habe dann auf der Achse geprüft und das ging dann auch ohne Comouter. Leider dauerte da dann das Einstellen mit meinen damaligen Mitteln bedeutend länger. Astigmatismus spielte gar keine Rolle, da ich eine schöne dicke Standartduranscheibe genommen habe. Für Fernrohre sind diese Scheiben wegen ihres Gewichtes ja heute nicht mehr so beliebt, aber für einen Prüfspiegel ideal.
    Luftturbulenzen sind aber sehr lästig. Das merke ich gerade mal wieder. Ich habe momentan einen etwas größeren Spiegel in Arbeit und muss quer durch den Heizungsraum messen. Anständiges Messen ist da fast unmöglich. An der Minimierung der Turbulenzen arbeite ich gerade. Auch ich verwende dazu einen Lichtschacht, Kämpfe aber mit ernsten Platzproblemen in meinem Keller.


    MfG Thomas (VdS Mat.zentr.)

  • Hallo nochmal. Vielleicht hilft es weiter: Ich habe meinen Tunnel aus Styropur-Trittschalldämmung gemacht:



    Aus verschieden dicken Röhren, die man ineinanderschieben kann. So ist die Länge variabel und ich kann das Ganze am Ende zusammenschieben und in die Ecke stellen. Alles ist so ziehmlich dicht, auch am Tester ist nur ein kleines Loch. Dort ist die Röhre aber mit Klarsichtfolie verschlossen, damit man wegen der Justiererei reingucken kann.
    Zum drehen des Spiegels wird nur die obere Styropurkappe abgenommen. Das ist in einer Minute erledigt.


    Ich habe auch noch ein Video vom Messstand gefunden. Da sieht man schön, wie locker der Spiegel auf den Kugeln sitzt:


    https://www.sternwarte-kletzen…ruefstand-kugelrollen.mp4


    Andreas: Wie dick ist denn der Spiegel? Wenn er nur 25mm hat, wird es vermutlich tatsächlich am Ende sehr schwierig ihn nicht zu verbiegen.
    Er muss ja am Ende auch beim Prüfen der Flats sicher im Stand sein.


    Gruß, Henri

  • Hallo,
    wie versprochen mal ein update. Habe einen einfachen Tunnel gebaut eigentlich nur eine feste Folie genommen. Die verhindert das es zu Turbulenzen kommt. Der Keller ist ja nicht geheizt. Außerdem habe ich die Messstrecke in den Raum gelegt und nicht durch den Türrahmen.
    Türe wird geschlossen.
    Na ja was soll ich sagen. Besser ist der Spiegel nicht geworden. [xx(] von 0,98 auf 0,96
    Aber ich denke die Messungen sind nun belastbarer. Was mich vor allem freut, das Ergebnis sieht nun so aus wie das Bild was ich auch im Foucault gesehen habe. Die Daumenmethode konnte ich auch erfolgreich anwenden. Da muss ich aber nochmal was verändern. Am besten wäre schon eine berührungslose Erwärmung, was Michael vorgeschlagen hat. So komme ich jedenfalls schon mal weiter.


    Einen Punkt möchte ich noch erwähnen. Wenn man die Ergebnisse der einzelnen Igramme vergleicht, sollte man die Auto-Einstellung abschalten. Die verursacht manchmal die krassen Veränderungen der Ansicht, weil einfach der Maßstab verändert wird.
    Also gerade bei so langen Teststrecken ist ein Tunnel schon sinnvoll. Hatte mich bisher immer erfolgreich drücken können
    [:D]
    Danke für eure Hilfe.

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