Plejaden

  • Hallo zusammen,



    und hier die große Version, das ist eine 120% Darstellung:
    http://www.astrofototeam-niede…fotografien/99923_6_g.jpg


    Ich will dieses mal gar nicht viel plaudern. 50Std. Farbe und 50 Std. Luminanz wurden parallel auf einer EQ6 durch 2 Walimex Pro (= Samyang) in 8 Nächten aufgenommen. (3 Nächte kamen noch dazu, aber zusammen waren das nur 6 Std.) Die ASI_178 MM und die MC machten einen guten Job bei (abgeblendet auf) f/2,8 und Einzelbelichtungen von 32 s. Das Gain war relativ niedrig bei 260. Kein Guiding, Darks ja, Flats nein.
    Die Plejaden sind ein wirklich dankbares Objekt für Langzeitbelichter. Je länger man belichtet, um so mehr kommt vom Hintergrund zum Vorschein. Die 100 Std. muss man natürlich relativieren, unter einem 22 mag Himmel wären dafür nur wenige Stunden nötig, aber wer hat das schon. Der Himmel bei mir hat so etwa 20,3 mag/ Bogensekunde² im Schnitt.
    Dieses Bild ist meiner Tochter Martha gewidmet. Jedes Familienmitglied durfte sich ein Astrofoto wünschen. Nachdem Martha sich erst eine kleine Galaxie aussuchte, die von Hubble fotografiert wurde und ich aber so ein Bild bitte etwas schärfer fotografieren sollte, war ich ganz froh, dass sie sich danach auf die Plejaden besonnen hat. Die 100 Std. kamen zusammen, weil wir uns gegenseitig hoch geboten hatten. Sie hat das fertige Bild natürlich zuerst gesehen und puhhh, es gefiel ihr.
    Sie liest hier übrigens mit, Kritik dürft ihr trotzdem üben, aber wenn ihr Pferdefleisch esst, dann sagt das lieber nicht ;-)
    Der ein oder andere wird jetzt fragen, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe, 100 Std. für ein einziges Bild? Neiiiin, das war nur die 2. Nachthälfte. In der ersten Nachthälfte ist ja ein zweites 100 Std. Bild entstanden.




    Und hier noch die Entwicklung:
    Einzelbild 32 s, auf 800 Px verkleinert.



    Ausschnitt Einzelbild 100%



    Die Ecken bei 100% , Ecke 3 hat so ihre Tagesverfassung, manchmal sind die Sterne auch runder.







    120 mal 32 s und gestreckt. 100 Bilder davon ergaben das fertige Bild.



    Das Samyang ist ein tolles Objektiv, aber wenn man es so ausreizt wie ich, mit 2,45 µm Pixeln, dann entstehen mit der Farbkamera rot-lila Höfe um die helleren Sterne. In der Gesamtheit werden so die Sternfarben nicht korrekt wieder gegeben. Deshalb habe ich ein paar Minuten unscharf belichtet, einmal intrafokal und einmal extrafokal und dann auch noch weich gezeichnet. Im Ergebnis sind die hellen Sterne nun realistisch wieder gegeben und ich konnte das Bild problemlos einbauen. Ich finde aber auch dieses Bild selber sehr aufschlussreich und irgendwie schön.



    Wenn ich Bilder von M45 sehe, dann suche ich oft erst einmal nach IC349. Falls ihr das auch so macht, da ist er.





    Viele Grüße,
    ralf

  • Hut ab,
    hat sich gelohnt Deine Ausdauer,
    wusste gar nicht dass da solch feine Strukturen drin sind um die Plejaden, toll.[^]


    MfG
    Chris

    TS APO 90/600 / Riccardi Red. 0,75 / Nikon D5600a / CEM25P / MGEN II am 60mm Sucher ;)

  • Hallo Ralf,


    100 Stunden - oh Mann.
    Ich habe mal auf Astrobin geschaut. Da stehen bei mir für 45 Bilder 80 Stunden insgesamt seit letztem Jahr. Meine Plejaden waren dort 1,3 Stunden. Die hundert Stunden bei Dir sind gut geworden, aber ich denke ich will nächstes Jahr mehr als ein Objekt aufnehmen :-)


    Gruß


    Heiko

  • Hallo Ralf,


    boah. echt stark. 100 Stunden bei 32s für das Einzelframe macht über 11000 frames. Wie lange hat denn da das Stacken gedauert?


    Matthias

  • Hallo Ralf,


    Respekt für den Belichtungsmarathon! Aber es hat sich gelohnt: Dein M45 ist sehr gut gelungen und selten sieht man soviele Details in den umgebenden Nebelgebieten.

  • Hallo Ralf,


    ein tolles, sehr eindrucksvolles Bild. Interessant finde ich die Methode die Sternfarben durch zusätzlich absichtlich defokussierte Aufnahmen zu retten. Kannst du etwas dazu sagen, wie du diese so "problemlos einbauen" konntest.


    Viele Grüße
    Joachim

  • Mönsch, märchenhaftere M45 wurden nie erblicket...
    Wie passend, dass Du das Bild für Deine Tochter hast entstehen lassen. Denn dort, wo rechts kein Zirrus ist, hat die Allgöttin Gaya in den Puderzucker gepustet und ein Pferd freigeblasen. Oder ein Hasen-Muli.. Puderzucker-Pusten ist ja eine ziemlich schwierige Kunst. Mal gemeinsam bei der Weihnachtsbäckerei ausprobieren?


    Das Making Of hat mich auch besonders gefreut. Genau das, was ich dann so wissen will, wenn mir ein Zauberstück wie dieses gezeigt wird. Deine Freude am Teilen springt sofort 1:1 über . Herzlichen Dank dafür!

  • Hallo, Ralf,


    klasse Bild!! ...vor allem nicht "grün" [:D]
    Kannst Du Dich noch erinnern, dass Du vor 1 bis 2 Jahren mit Deinem 200mm Objektiv mal ein "Grünes"! Plejadenbild gezeigst hast?
    Ich hatte Dir damals mal in einer privaten E-mail einen jpg.-Vorschlag gemacht, bei dem Dir nur der Hintergrund gefallen hat...
    Du könnstest ja Dein damaliges Ergebnis in realere Farben verwandeln und hier auch noch untermischen...das Bildfeld war ja wesentlich größer damals gegenüber dem kleinen Bildfeld der ASI 178...


    viele Grüße und bald wieder cs
    Andreas

  • Hallo alle zusammen,
    natürlich freue ich mich sehr über euer Lob und auch die Fragen, vielen Dank!. Bevor ich ein Bild hier einstelle frage ich mich immer selber, ob ich mit dem Ergebnis zufrieden bin, es gibt da zwar auch Tagesverfassungen, aber bei diesem Bild gab es keine Zweifel. Heute ist es als Print in 50 x70 cm angekommen, das ist noch mal ein ganz anderer Eindruck und ja, es passt.
    Ich möchte auch noch mal etwas zu den 100 Std. sagen, eigentlich waren es ja auch nur 50 Std. mal 2. Dank der einfachen Technik lief das oft ganz von alleine. Mitte November gab es unzählige gute Nächte. Normalerweise wäre ich nach dem 2. Tag platt gewesen aber so konnte ich belichten und belichten und konnte am nächsten Tag eben doch noch was machen.
    Die Bildbearbeitung ist bei mir kein lästiges MUß, sondern ich Freue am Abend, wenn alles getan ist und ich noch ein bisschen Zeit habe mich vor den Rechner zu setzten. Natürlich vergleiche ich meine Bilder auch mit anderen, aber die Freude bei der Arbeit kommt nicht durch ein "besser" oder "mehr Stunden" zustande.
    Ich würde mich als Marathonbelichter bezeichnen. Es gibt aber ja auch die 100 m Sprinter und alles dazwischen, ich denke das hat alles seine Berechtigung, verrückt sind wir natürlich alle gleichermaßen und es gibt auch noch den 3-fach-ultra-Triathlon. In Analogie dazu stelle ich mit eine kleine Batterie von 9 Objektiven und 9 Kameras vor. Das schafft eine normale Montierung sicher noch gut. Pro Stunde würde ich dann 9 Std. Belichtungszeit sammeln, oder nein, nehmen wir doch 4 x 4 Objektive und machen 16 Std pro Std. ;-) Ihr wisst, worauf ich hinaus will...es gibt einfach kein natürliches Ende.
    Die konkrete Frage zum Stacken ist einfach zu beantworten. Je 1 Std. wurde einzeln "gestapelt" in Autostakkert von einer externen Platte. Das dauerte jeweils etwa 200 bis 240 s. Die Farbbilder dauerten etwas länger.
    Thema Sterne einfügen: In PS bringe ich das Farbbild zur Deckung in einer neuen Ebene. Auf der unteren Ebene nutze ich die Aktion "Farbbereich auswählen", hier klicke ich auch einen ausgebrannten hellen Stern (mit falscher Farbe am Rand), es wird alles ausgewählt, was weiß ist. Ein Regler gibt die Toleranz an. Ich schiebe den Regler so knapp ans linke Ende, bis nur die Sterne ausgewählt sind und nicht die helleren Teile des Nebels. Jetzt erweitere ich die Auswahlkante z.B. um 3 oder 4 Pixel, kann man dann auch noch weichzeichnen etc. Die Auswahl übernehme ich ins obere Bild. Mit "Ebene neu durch Kopie" werden so nur die (guten)Sterne kopiert. Die mittlere Ebene wird erhalten aber weg geklickt, denn man braucht evtl. mehrere Versuche. Die oberste Ebene wird nun mit dem Modus "Farbe" auf die unterste projiziert. Hilfreich ist es dabei, wenn diese in der Zwischenzeit so bearbeitet wurde, dass die 100% Weißanteile etwas gedeckt sind, ein paar Graustufen, damit die Farbe überhaupt sichtbar werden kann.
    Das mit dem ´Puderzucker pusten´ muss ich gleich mal googeln, "gefallet mir sehr".
    Andreas, ich kann mich jetzt zwar nicht erinnern, dass du mir einen Bildvorschlag gemacht hast, es hätte aber auch keinen Sinn gehabt. Wenn ich ein Bild hier rein stelle, dann ist es per Definition fertig. Unschöne Ecken, falsche Farben oder zu unecht aussehende Sterne finde ich später immer. Letzteres auch bei meinem letzten Plejadenbild. "Grün" sehe ich aber überhaupt nicht, allenfalls fehlen die Rotanteile weil die Kamera nicht modifiziert war. Gerade bei blau-grün und grün-blau usw. scheiden sich oft die Geister. Der Grund liegt in der Farbwahrnehmung des Gelbs. Ca. 1/3 der Menschen (ich glaube nur der Männer) nehmen Gelb anders wahr. Ich habe vor Jahren hier im Forum gelernt, dass Farben keine physikalische Größe darstellen, Wellenlängen ja, aber die Farben sind reine Interpretation.


    Ich wünsche euch einen schönen Abend und werde mich jetzt an ein neues Bild begeben,
    viele Grüße,
    ralf

  • Hallo Ralf,


    danke für die detaillierte Antwort zu deinem workflow. Macht absolut Sinn und werde ich vielleicht bei Gelegenheit auch mal versuchen.


    Ich bin schon gespannt auf dein nächstes Projekt.


    Viele Grüße
    Joachim

  • Hallo, Ralf,


    hier mal Deine Aufnahme aus dem Jahre 2016:
    die "grünen" Plejaden nehme ich nach näherem Hinsehen zurück, entschuldige! Nicht die Plejaden, sondern der Hintergrund hat einen Grünstich (sieht man auch am Histogramm).
    http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=203059


    Ich hatte Dir diesbezüglich am 09.11.16 eine private E-mail zugeschickt; nehme mal an, die hast Du längst entsorgt (Du kannst die BB ja sowieso viel besser als ich,... wenn Du nur wolltest...)


    Addendum: ein Sixpack mit 130mm Objektiven wäre mir zu wenig Brennweite (Pixelgröße DSLR; zu geringe Auflösung)). Dann lieber 2x2 kleine APO's 80/480 mit Reducer [:)] mit dann ca. 380mm für meine DSLR (4 Canons habe ich bereits). Die passen noch gewichtsmäßig auf meine NEQ6; Doppelbefestigung und huckepack. Die kleinen APO's sind leider nicht ganz billig und haben auch keine f/2,8, sondern höchstens f/4.5, aber besser als nichts.


    viele Grüße und häufiger cs
    Andreas

  • Hallo Ralf,


    dachte mir schon, das du dein Langzeitprojekt bald vorstellen wirst. Mit den Plejden hatte ich allerdings nicht gerechnet, eher mit einem DeepField von Galaxien.
    Zum Bild selbst wurde ja schon viel gesagt. Auch von mir größten Respekt für dein Durchhaltevermögen.


    Die Bearbeitung ist dir wohl sensationell gelungen.
    Das sage ich mal, weil ich jetzt auch mein erstes DS-Bild gemacht habe (unter drei Laternen und vollbeleuchteter Sporthalle) - "zufälligerweise" auch M45.
    Als DS-Bearbeitungsnovize sieht mein Bild auch entsprechend aus...


    Ich freue mich sehr für deine Tochter mit! Sie kann vielleicht noch nicht ganz erahnen, was du da für sie gemacht hast.
    Dabei heißt es doch so oft, die Väter nehmen sich zu wenig Zeit für ihre Kinder...


    Dann berichte doch mal von deinem nächsten Prpjekt! [:)]


    Herzliche Grüße
    Mario

  • Hallo miteinander,



    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">oder nein, nehmen wir doch 4 x 4 Objektive und machen 16 Std pro Std. ;-) Ihr wisst, worauf ich hinaus will...es gibt einfach kein natürliches Ende.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Nein, es gibt kein natürliches Ende, und deshalb eine Vorschau auf Ralfs Setup im nächsten Jahr:



    So gelingen ca. 50 Stunden Belichtungszeit noch vor den Tagesthemen.


    Spaß beiseite, mit dieser Batterie an kommerziellen Teleobjektiven gelang die Entdeckung von ultraleuchtschwachen Galaxien, die zu ca 99% aus dunkler Materie bestehen.
    http://www.bisque.com/sc/blogs…6/08/29/dragonfly-44.aspx


    Ralf, hast du bei diesen Samyang-Optiken eine Fokusdrift im Laufe der Nacht bemerkt? Hast du konventionell manuell fokussiert, oder deine Vorrichtung zur Feineinstellung des Fokus (3D gedruckt, glaube ich) verwendet?




    Viele Grüße,


    Guntram

  • Hallo, Guntram,


    dieses Linsen-Ensemble hatte ich früher auch mal gesehen, sehr interessant!
    Habe mir mal Deinen link etwas näher angesehen:
    Es handelt sich hier um High-End Speziallinsen von Canon; ein "tele" hat eine Öffnung von 140mm! und kostet ca. 15.000 Dollar; dürfte auch einiges wiegen. Ich glaube nicht, dass da bei Ralf mehr als 4 auf seine Montierung passen, und sie sind auch nicht gerade preiswert wie ein kleines Samyang.
    Die Offenblende und die Brennweite wäre mal interessant zu erfahren.


    viele Grüße und cs
    Andreas

  • Hallo,


    soweit ich weiß sind es "nur" normale Canon 400mm f/2.8 L Linsen. Was Ralf damit anstellen würde will ich gar nicht wissen, dann würde ich meine Ausrüstung vermutlich deprimiert verkaufen.


    Gruß
    Stefan

  • Hallo nochmal,
    das ist ja richtig nett hier, vielen Dank auch für die netten neuen Kommentare. Einen kann ich selber noch hinzufügen. Nachdem ich meiner Tochter sagte, dass sie mal bei Google nach "Plejaden" und "Martha" suchen sollte und das Bild hier an erster Stelle stand, da war sie schon sehr beeindruckt.
    Ich mag das, wenn man bei einem solchen Beitrag auch mal nach rechts und links schaut. Das DragonFly-Ensemble kenne ich natürlich. Wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um Profiwerkzeug handelt, dann ist das spottbillig, für uns Amateure aber immer noch unerschwinglich. Eigentlich gehen meine Gedanken sogar eher in eine andere Richtung. Ob nun 20 Teleskope oder Objektive auf einer Monti stehen oder in der Welt verteilt bei jedem Amateur eines, das ist ja nicht bildwichtig. So ein "Astrofoto-Team-Netz" könnte sehr erfolgreich arbeiten und im Zweifelsfall auch die Profis unterstützen. Die Leistung würde aber wohl in der Organisation liegen, sowohl der Einzelfotos als auch der Mitglieder.
    Mario, ich werde dich sicher enttäuschen. Meine nächsten Objekte sind absoluter Mainstream, M31 und M42. Ich hatte bisher nie die Optiken diese Objekte mal am Stück zu fotografieren, nach 12 Jahren hole ich das jetzt nach. Interessanter ist da NGC7497 mit der umgebenden Molekülwolke, die Daten liegen auf meinem Rechner, ich kann aber noch gar nicht abschätzen, ob das etwas wird.
    Guntram, ja, ich nutze so eine gedruckte Feinjustierung. Funktioniert sehr gut, aber trotzdem muss man sehr sorgfältig arbeiten. Ich beobachte bei 300% und 2 s Belichtungszeit, wie stark das zentrale Pixel gesättigt ist. Auch hier gibt es schon Seeingeffekte.
    Die Fokusdrift ist eines der Mysterien dieses Objektivs, es gibt sie nämlich nicht. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich eine Heizmanschette nutze gegen Taubeschlag. Diese hält zumindest die Frontlinse relativ warm. Aber auch ohne ist mir da nie etwas aufgefallen.
    Viele Grüße an euch alle,
    und einen schönen Sonntag noch,
    wünscht,
    ralf

  • Muss auch nochmal meinen Senf dazu geben. Absolut bemerkenswert Ralf. Das ist eine enorme Leistung für deinen Standort. In welchem Dateiformat nimmst du eigentlich auf? Bzw hast du deinen Vorgang hier schon mal dokumentiert?


    Viele Grüße und bleib am Ball bei deinen Langzeit sessions.
    Ist immer wieder ein Genuss.

  • Danke Mark,
    ich nehme im PNG Format auf in 8 Bit. Ginge auch mit 12 (oder 14?) bringt aber keinen Vorteil. Aufnahmesoftware ist SharpCap und Stakkingsoftware ist Autostakkert. Kommt alles aus der Planetenfilmerei.
    Die Farbfilme werden natürlich als RAW aufgenommen und dann decodiert. Die SW-Filme werden einzeln vor-bearbeitet (je 1 Std.) und später ggf. erneut gestackt. Die Farbfilme werden geteilt und 2 mal bearbeitet. Zunächst hole ich die Luminanz heraus und verwerfe die Farben, dabei wird oft der Rotkanal etwas untergewichtet weil unschärfer. SW-Lumi und Farb-Lumi werden gewichtet kombiniert. Dann wird nur die Farbe der Farbbilder verarbeitet, natürlich auch in einem Luminanz-Modus, aber ich achte hier nur auf die Farben. Hier werden auch die hellen Sterne mit korrekter Farbigkeit eingefügt. Am Ende dann wird das Farbbild (nur als Farbe) integriert. Witzigerweise nutze ich dieses unschärfere Farbbild gelegentlich auch noch um das L-Bild ein wenig weich zu zeichnen, wenn ich mich mal wieder zu sehr reingeschmissen habe und doch noch mal ein wenig zurück rudern möchte.
    Viele Grüße,
    ralf

  • Hallo Ralf,


    so eine sehr schöne Aufnahme darf man ja nicht unkommentiert lassen [:)] Als ich die Aufnahme zu ersten Mal sah, hatte ich die Plejaden auf den ersten Blick gar nicht erkannt. Was passte waren natürlich der blau leuchtende Nebelstrukturen aber den Gesamtkomplex in dieser Größe habe ich so selten gesehen, klasse.


    Ich kann bei mir zuhause nur 2 Stunden maxiaml belichten, dann ist ein Baum oder Haus im Weg, wenn ich Deine 100 Stunden Belichtungszeit sehe, unerreichbare Ziele. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, schöne runde farbige Sterne über das ganze Gesichtsfeld, prima,


    cs
    Peter


    http://www.pixlimit.com

  • Hallo Peter,
    upps, hätte deinen Beitrag fast übersehen. Vielen Dank auch.
    Dass die "Schwestern" nicht mehr sofort zu erkennen sind liegt natürlich auch an der Bildbearbeitung. Die Dynamik im Bild ist derart groß, dass man das irgendwie angleichen muss. Ich bin da gar nicht so glücklich drüber, denn dabei geht auch eine gewisse Form der "Echtheit" verloren.
    Dein "Zeitfenster-Problem kenne ich, zwar nicht mit M45, aber ab M42 geht hier nur noch stundenweise etwas.
    Viele Grüße,
    ralf

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