Bresser 10" Dobson - oder doch ein Anderer?

  • Hallo,


    da ich mal wieder über die Vergrößerung meiner Ausrüstung nachdenke, bin ich über den 10" Bresser Dobson gestolpert.


    http://www.fernrohrland-online…r-messier-dobson-10-html/


    Mit den großen Höhenrädern wirkt er auf mich besser als die vergleichbaren Modelle mit den kleinen Rädern. Kennt jemand von euch dieses Teleskop und kann etwas darüber berichten?


    Gibt es auch Erfahrungen mit den aktuellen Dobsonmodellen mit Friktionsbremse bzgl. Funktion und Haltbarkeit, die von einigen Herstellern angeboten werden? Kann mich erinnern, dass diese Bremse an meinem ehemaligen Meade Lightbridge sehr verschleissanfällig war.


    Wichtig ist, dass das Teleskop out of the box vernünftig zu nutzen ist. Auf Basteleien am Equipment habe ich mittlerweile keine Lust mehr


    Gruß


    Carsten

  • Hi,


    ich hatte die Messier-Reihe von Bresser auch schon im Auge. Der Kauf war mir letzten Endes zur "gefährlich", weil einfach so gut wie keine Erfahrungsberichte vorhanden sind.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Wichtig ist, dass das Teleskop out of the box vernünftig zu nutzen ist. Auf Basteleien am Equipment habe ich mittlerweile keine Lust mehr<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    So ging's mir auch - [url="https://www.astroshop.de/teleskope/bresser-dobson-teleskop-n-254-1270-messier-hexafoc-dob/p,52181#tab_bar_2_select"]diese Bewertung[/url] spricht aber leider andere Worte:
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Die Rändelschrauben greifen gerade mal genug (effektive Gewindelänge entspricht gerade mal dem Durchmesser, das mag zwar technisch korrekt sein, jedoch gibt es keine Reserve mehr, falls der erste Gewindegang beschädigt ist). Die Beschädigung des Gewindes ist schnell passiert, da Schraube und Bohrung in der Rohrschelle aus Aluguss sind und deshalb sehr leicht ausleiern. Auch hier muss ich nachbessern, weil das Teleskop nicht immer aufgebaut bleibt und öfter transportiert wird.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Die Rezension stammt von September 2017, vermutlich sind die genannten Mängel also noch nicht behoben.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Eigentlich würde der Name Bresser für Qualität stehen, weshalb ich mich auch für dieses Produkt entschieden habe.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Warum Bresser immer wieder pauschal und unabhängig von der Preisklasse als qualitativ hochwertig angepriesen wird, weiß ich nicht. Ansonsten würde mich aber auch interessieren, welche Erfahrungen mit den Dobsons von Bresser bisher so gemacht wurden.


    <b>Edit:</b> Nach dem Eindruck, den Heinz geschildert hat, muss ich meinen Beitrag (glücklicherweise) relativieren. So schlimm wie in der Rezension beschrieben scheinen die Mängel wohl doch nicht zu sein.


    Viele Grüße


    Dominik

  • Hallo Carsten,


    Efahrungen mit dem Teil habe ich keine, aber ich habe mir den 10-Zöller beim letzten HATT im November mal etwas genauer angesehen und es hat mir von allen einfchen Volltubusdobson, die ich kenne (Skywastcher, GSO, Galaxy), am besten gefallen:
    + Rockerbox ggf. dank Möbelschnellverbinder recht gut zerlegbar.
    + Tubus mit grossen Höhenrädern in Rohrschellen. Gute Gängigkeit des ausgestellen Modells.
    + Sucherhalter zu beiden Seiten des OAZ. Darum kann dieser sowohl rechts- als auch linksseitig benutzt werden.
    + Schwanenhalshalter mit Klemme für Smartphnone, Kartenmaterial oder Lampe
    + Stabiler, nicht zu leichtgängiger OAZ
    + HS-Zelle mit Rändelschrauben in besserer Anordnung als bei GSO
    + Borosilikatspiegel
    - Sucherschuhe aus Kunststoff und nicht Vixenkompatibel
    - Kein Leuchtpunktsucher, sondern kleiner 6x30


    Soweit meine ersten Eindrücke zum Messier-Dobson ohne durchzusehen.


    Gruss Heinz

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Dominik Braun</i>
    <br /><b>Edit:</b> Nach dem Eindruck, den Heinz geschildert hat, muss ich meinen Beitrag (glücklicherweise) relativieren. So schlimm wie in der Rezension beschrieben scheinen die Mängel wohl doch nicht zu sein.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Wie gesagt habe ich mir das Teil nur bei einer Messe etwas intensiver angesehen. Etwas knapp bemessene Schrauben fallen bei so einer Gelegenheit kaum auf. Andererseits lassen sich solche Rändelschrauben auch leicht gegen Längere austauschen.
    Irgendwelche spezifischen Schwächen haben die günstigen Dobson alle. Bei GSO sind das zu enge FS-Fassungen und ungünstig positionierte HS-Justageschrauben, bei Skywatcher eine fummelige FS-Verstellung und bei beiden Rockerboxen, die man nach dem Zusammenschrauben besser nicht mehr zerlegen sollte.
    Oder um es positiv auszudrücken: Alle bieten Potential für Verbesserungen [:D].

  • Hallo Zusammen.


    Ich habe mir den Messier 8“ Dobson Ende letzten Jahres zugelegt.
    Was ich, als Einsteiger, dazu sagen kann ist eigentlich durchgängig positiv.
    Also keine zu kurzen Schrauben o. ä. Macht alles in allem einen guten Eindruck.
    Die Friktion ist auch gut und leicht zu bewegen in allen Achsen.
    Einziges „Problem“ ... bei zu schweren Objektiven und Sucher muss der Tubus weiter nach hinten gestellt werden.
    Funktioniert dank den Rohrschellen easy, jedoch kann es dann sein, dass der Tubus an der Lagerschraube der Rockerbox ansteht und man nicht an den Zenith kommt... aber ansonsten passts. Höhenräder stabil. Rockerbox gut, auch leicht zerlegbar. Im Prinzip Plug and Play. Daher habe ich mich auch für den Messier Dob entschieden.
    Aber wie gesagt, meine Meinung als Einsteiger...
    Die Erfahrungen dürften wahrscheinlich zum 10er nicht abweichen denke ich.


    Viele Grüße

  • Hallo,


    danke für die Antworten. Das klingt soweit ja Alles recht positiv. Vielleicht habe ich beim ATT die Gelegenheit mir den Dobson mal live anzusehen.


    Gruß


    Carsten

  • Hallo Carsten,


    Wenn Du auf Basteleien keine Lust mehr hast würde ich mir ein 10" ICS ATD Dobson anschauen.


    Ja, sehr teuer.
    Aber evtl. kauft man hier nur einmal[;)]


    Gruß


    Mike

  • (==&gt;)mikeS55 was macht den so besonders, das er 5.000 Euro über einem normalen Dobsen 10er liegt?

  • Hallo 'mikcor',


    wie kommst du auf 5000 Euro? Der normale 10" ICS ATD Dobson kostet 3950 Euro und die Premium-Version 4975.
    Die Dinger haben z.B. einen Okularauszug, der soviel kostet wie ein einfacher 10"-Volltubusdobson aus China. Und die Kleinserienfertigung ist auch nicht gerade kostensenkend. Ich bin mir aber sicher, dass man den Unterschied im Dunkeln sehen kann [;)].

  • naja 5.350 kostet der. oh ok, sieht wahrscheinlich nur der Profi unterschiede? Bei mir ist nächsten Monat Kauf eines 10 zoll Dobson geplant, jedoch frage ich mich mal ehrlich ob diese Preissteigerung gerechtfertigt ist von 500 auf 5.350. Was hat der Deluxe mehr als der normale ATD? Sehr interessantes Thema :)

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: mikcor</i>
    <br />(==&gt;)mikeS55 was macht den so besonders, das er 5.000 Euro über einem normalen Dobsen 10er liegt?<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    So ziemlich alles.
    - Solide schwere unverwüstliche Konstruktion.
    - Aufwändige Materialien: Alu Tubus mit guter Innenschwärzung, Filterrad, große Alu Guss Höhenräder, Stabile Birke Multiplex Rockerbox, Echtes Ebony Star auf Teflon Lager. Allein der Okularauszug kostet so viel wie ein 10 Zoll China Dobson.
    - Lokal in Handarbeit gefertigt.
    - Butterweiche Nachführung, gut kontrollierbar auch bei höchsten Vergrößerungen ohne zu zappeln und zu wackeln
    - High End Optik
    - usw..
    Die weitaus meisten wollen das nicht bezahlen, greifen zu den viel günstigeren Fernost Dobsons und leben mit deren Unzulänglichkeiten. Dann sollte man sich aber bewusst machen, dass man hier und da nachbessern muss und es wird doch nicht richtig gut.

  • ok. also in der Praxis verstehe ich es so, das dieser sich perfekt nachführen lässt, da die China Exemplare leichte Ruckler haben und somit das Ziel aus den Blick verlieren?! Der Okularauszug ist nehme ich an feiner verstellbar? Das bedeutet, nehme ich an das am normalen Dobson kein richtig scharfes Bild bekommt?


    Wiegesagt das Thema ist ja gerade für mich im Moment interessant. Die Frage ist es notwendig ein vielfaches zu investieren oder reicht der normale auch aus?!. Ich möchte ungern meinen GSO Dobson (Wenn es einer wird) nach einem halben Jahr nur rumstehen zu haben.


    Sorry für meine "blöde" Frage, aber ich habe noch keinen 10er Dobson, ist erst für nächsten Monat geplant, deswegen kenne ich die "Probleme" beim sehen noch nicht die sich einstellen werden. Deswegen interessiert mich das Thema auch sehr

  • Warum gibt es Küchenmesser für 200 Euro, wenn man auch welche in der gleichen Grösse für 4,99 bekommt?
    Warum kann man für eine Flasche Cognac 800 Euro ausgeben, wo es doch die gleiche Menge Weinbrand im Angebot für 6,99 gibt?
    Warum kosten Diamenten sündhaft viel, obwohl sie kaum anders aussehen wie Glassteine?
    Diese Aufzählung lässt sich moch endlos fortsetzen. Fakt ist, dass hier kaum jemand einen ICS-Dobson aus deutscher Fertigung besitzt. Glaubst du, dass alle anderen hier unglücklich mit ihrem Chinazeugs sind?
    Nur du kannst beurteilen, wie gross deine Ansprüche sind und was du bereit bist, dafür auszugeben. Wie willst jemanden erklären, der noch kein Auto hat, wo der Nutzen von extrabreiten Alurädern gegenüber der Standardbereifung ist? Ich fahre seit über 30 Jahren Auto und habe das bis heute nicht kapiert ...

  • Das ist ja meine Frage. Aber ich nehme an nicht wenn ich deinen vorletzten Satz so lese. Also erfüllt der China Dobson alle Erwartungen

  • Nein, nicht alle Erwartungen. Denn sonst gäbe es nicht anderes als Chinadobson.
    Die Frage ist, ob ein Chinadobson deine Erwartungen erfüllt!

  • Das weiß ich ja eben noch nicht :(.


    Naja zum Anfang muss es nicht das High end werden. Ich werde mir erstmals einen normalen aussuchen, aufrüsten kann man immer. Aber man weiß jetzt das es qualitativ höherwertige gibt.


    VG

  • Schliess dich anderen Beobachtern an, besuche Teleskoptreffen usw., das ist die preiswerteste Möglichkeit, selber Erfahrungen zu sammeln und die eigenen Ansprüche auszuloten.
    Wer nicht auf den Cent zu schauen braucht, soll gleich mit etwas Hochwertigem einsteigen. Aber selbst das ist kein Garant, dass damit die zukümftigen Anforderungen erfüllt werden.

  • Hallo,


    nachdem ich mir den 10" Bresser Dobson auf dem ATT anschauen konnte, muss ich sagen, dass er mir sehr gut gefällt. Das Probenachführen auf der Messe hat sich gut angefühlt, was wohl auch auf die großen Höhenräder zurückzuführen ist. Auch sonst hat er einen wertigen Eindruck in seinem Preissegment gemacht. Ich werde ihn auf jedem Fall bei einer Anschaffung in der näheren Auswahl halten.


    Gruß


    Carsten

  • Hi,
    ich habe mehrere Jahre mit einer 10er Blechbüchse von GSO beobachtet, bevor ich dem Öffnungsfieber erlegen bin.


    Klar, man muss ein wenig optimieren, den Spiegel entspannen und ein wenig Verlour reinpappen, ne dicke Schraube in der Mitte hilft beim Drehen auch.


    Biggest Bang for the buck..Preis- Leistung war super!
    Wenn Geld allerdings keine Rolle spielt...

  • Hallo zusammen,


    bisher hatte ich im Forum meist still mitgelesen. Da aber ein 10" Bresser Messier Dob den Weg zu mir gefunden hat, wollte ich einfach meine Eindrücke an den älteren Faden anhängen. Habe den 10 Zöller neu gekauft und kann daher sagen, dass die hier genannten Negativ-Punkte immer noch mit ausgeliefert werden. Trotzdem gefällt er mir ausgesprochen gut. Natürlich musste einiges optimiert werden, was aber ohne Probleme durch die doch recht solide Basis machbar war. Folgende Punkte, die hier bisher nicht angesprochen wurden, möchte ich mal beisteuern:


    Zubehör:
    Der Sucher ist ein Witz. Zudem, mit für mich falscher Basis. Habe hier 2 Baader-Sucherschuh-Klone aus dem 3D-Drucker verbaut.


    Rockerbox:
    Das mit den Möbelteilen halte ich eher für ein Gimmik. Da bei den Verschluss-"Schrauben" gespart wurde wird sie kein mehrfaches Demontieren aushalten.


    Das Mittellager für die Azimutverstellung taugt auch nicht viel (je eine Lagerhülse oben u. unten in den Drehtellern plus eine Distanzhülse, wo die Schraube durchgeht). In Kombination mit der Befestigungsschraube hat das Lager einfach zu viel Spiel. Ober- und Unterteller ließen sich bei mir um ca. 2-3 Millimter gegeneinander verschieben, was eine leichtgängige Verstellung erschwert hat. Habe die Distanzhülse und Schraube weggelassen und einen passenden Bolzen gedreht.


    Auch bei den 3 Teflon-Pads musste nachgearbeitet werden. Die kleinen Schrauben wurden so fest angezogen, dass die Pads nicht sauber aufliegen konnten. Auch hier einfach die Auflagefläche der Pads etwas nacharbeiten und die Bohrung im Unterteller mit einer Senkung versehen. Und, siehe da, er lässt sich auf einmal sehr schön leicht in alle Richtungen steuern.


    Was mich auch gestört hat, waren die 3 Gummifüße, da der Dob dadurch schnell in leichte Schwingungen gerät. Auch hier hat der 3D-Drucker schnell für Abhilfe sorgen können.


    Tubus:
    Der OAZ ist ein Traum, wertig und sehr gut einstellbar. Da er, zumindest im Neuzustand, nicht ganz leichtgängig ist, werde ich auf jeden Fall die 1:10 Untersetzung anschaffen.
    Die beiden Tubusschellen sind klasse, überhaupt keine Probleme bei unterschiedlichen Gewichten am OAZ... . Hier habe ich festgestellt, dass die Höhenräder sich leichter verstellen lassen, wenn die Rändelschrauben nicht ganz so festgeknallt werden. Nehme an, dass hier die diversen Fertigungstoleranzen die Ursache sind.


    Haupt und Fangspiegel lassen sich gut justieren, was auch nötig war. Hier noch ein Hinweis zum Tubus. Er hat an beiden Enden Verstärkungsringe. Daher kann man ihn auch ohne Gefahr darauf abstellen (natürlich vorzugsweise auf das untere Ende und in den Schaumstoffschutz aus der übrigens sehr guten Verpackung). In der Regel verstellt sich durch die Aktion der Hauptspiegel etwas, da auch hier an Kleinigkeiten gespart wurde (3 kleine Blechschrauben zur Befestigung des Verstärkungsring).



    Ich bleibe aber dabei, ordentliche Basis für lange und interessante Nächte.



    Gruß Jürgen

  • Hallo....


    bei dem 5.000 € Dobson musste ich schon etwas schmunzeln - entspricht er doch so gar nicht mehr der Grund-Idee des Erfinders John Dobson, der mit seinem Konzept GÜNSTIGE Teleskope mit großer Öffnung für die Sternfreunde ermöglichen wollte. Angeblich soll er seinen ersten Dobson mit Teilen aus dem Sperrmüll gebaut haben....


    LG Michi

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