Klassisch visuelle Astronomie vs Astrofotografie ?

  • Hallo, ich mach dieses Thema jetzt einfach mal auf.


    Nur so aus Neugier.


    Warum ?


    Naja, das eine ist mit dem anderen zwar eng verbunden, aber verträgt sich wohl auch nicht immer.


    Es gibt ja da die rein "visuellen Beobachter" dann die Astrofotgrafen, manche machen auch beides.


    Ich bin da kein "Mischtyp" sondern rein der visuelle Typ..ich möchte die Objekte durch Okular auch "live" sehen und mit eigenen Augen. nd nicht durch Bilder am PC dann "passend zusammenschustern".


    Die Meinungen werden da wohl extrem auseinandergehen.


    Natürlich ist der visuelle Eindruck niemals so gewaltig und selten bis gar nicht farbig, das schwächste Glied ist da wohl vor allem das menschliche Auge selber, aber man sieht das beliebige Objekt immerhin mit eigenen Augen, auch wenn viele Objekte nur "wenig spektakulär" erscheinen.


    Ich meine aber, das es nicht standardmässig deswegen darauf hinauslaufen muss, von der visuell beobachtenden Astronomie irgendwann nur noch in die Astrofotografie hineinzukommen.


    Astrophotografie stell ich mir auch ziemlich langweilig vor und die Objekte selbst und die Bilder von diesen Objekten, hat man nicht mit eigenen Augen gesehen.


    Wie sind da so eure Meinungen ?

  • Mir geht's ähnlich wie Dir. Ich selbst seh mich als "Sterndlgucker" der sich gerne überwältigen lässt. Mich fasziniert das direkte einfangen der Photonen mit meinen Augen. Zeit und Raum bekommen völlig andere Dimensionen und man selbst und seine Probleme werden so klein und unbedeutend. Nichts entspannt mich mehr....


    Und der technische Teil kommt auch nicht zu kurz. Man kann also sein Hirn weiterhin sinnvoll mitlaufen lassen.


    Fotografie ist da nichtso das Meine. Mir geht da das Direkte zu sehr verloren.


    Gruß Horst

    Taurus T400 pro , Skywatcher ST120/600, Lunt LS50THa, diverse Ferngläser von 5x25 bis 20x80

  • Servus Canis lupus,


    >> Die Meinungen werden da wohl extrem auseinandergehen...


    Ja, vermutlich kann zu dieser Frage jeder sich Angesprochene nur individuell Stellung nehmen.
    Die Fakten des Pro und Con bez. visueller und fotografischer Beobachtung sind ja hinlaenglich bekannt.


    1976 fotografierte ich (auf Diafilm) den Kometen West, von Hand nachgefuehrt an einem Unitron 75/1200
    und das Resultat war erstaunlich gut. Davon angespornt dann Versuche auf andere Objekte aber die Bilder
    waren eher schlecht. Autom. Nachfuehrung gekauft -teuer(!) zu dieser Zeit-; Resultat: nicht prickelnd.


    Bis heute, von einigen Weitfeldaufnahmen mittels DSLR abgesehen, nur visuelle Beobachtungen mit verschiedenen
    Teleskopen. Die visuelle Beobachtung hat jedoch nur bleibenden 'Impakt' wenn man weiss, WAS man gesehen hat.
    Und dies erfordert viel Geduld und Zeit, ausserdem die Auseinandersetzung mit der Physik usw.
    Ein 'Abhaken' und Anfahren kosmischer Objekte mittels Goto-Steuerung ist der Sache m.E. abtraeglich.


    Ein Foto zeigt oft was dem Auge verborgen bleibt. Allerdings erscheinen mir nicht alle, aber viele der im Netz
    veroeffentlichen Aufnahmen, selbst bei excellenter(!) Qualitaet, mehr als eine 'sportliche Herausforderung'.
    Ausnahme sind spektralanalytische Betrachtungen.


    Jedem das seine...
    CS, Steve


    Es geht nichts ueber den direkten Blick ins Okular !

  • Hallo miteinander,



    Ich bin der Mischtyp, der nicht weiß was er will, oder doch? Laßt mich mal den Advocatus Diaboli spielen:


    "nichts entspannt mich mehr..."...wie am Teleskop zu erfrieren?!


    "...das direkte einfangen der Photonen mit meinen Augen..."
    Mit welchen Augen fängt man wohl die vom Bildschirm kommenden Photonen ein? Also kein wirklicher Unterschied.


    Zum Thema live sehen - das ist mit EAA (live stacking) in guter Näherung möglich, sogar in Farbe, man sieht aber mehr. Aber man sieht damit auch die Photonen, die gerade zu der Zeit ankommen zu der man am Teleskop ist.


    Astrophotographie ist alles andere als langweilig, und sei es nur um mal wieder am Equipment zu scheitern - aber immer noch spannend.


    Der Eindruck von der Majestät des Weltalls und dem Gefühl selber ein kleines Nahezu-Nichts zu sein bleibt unverändert.


    Auch der visuelle Extrem-Beobachter, der Mohrrüben-verstärkt immer schwächeren 'faint fuzzies' nachjagt, hat mehr Sportliches denn Philosophisches oder Wissenschaftliches im Sinne.


    In beiden Fällen, da stimme ich zu, ist der wirkliche Impakt oder Genuß des Geschauten nur dann vorhanden, wenn man um die Zusammenhänge weiß. Meine Frau sagt (leider), wenn sie denn mal schaut, das ist doch immer alles das Gleiche - Nebelfleckle bzw. Berge und Löcher beim Mond - genau wie beim letzten Male! [|)]


    Alles in allem würde ich sagen beide Beobachtungsformen sind sinnvoll und gleichwertig, Prioritäten muß jeder für sich selber setzen. Und wer das nicht kann sollte ein Doppelfernrohr nutzen, eines mit Okular, das andere mit der Kamera, gleichzeitig.


    Grüße, Coyote

    Es schaute mich an - und ich schaute Es an.
    Und errötend wich Es zurück - das Universum.


    Bresser 102/460 | Tasco 76/1200 | Tasco 60/1200 | Tasco 60/900 | Tasco 60/700 | Tasco 50/600 | Minolta Bino 10x42 | Kasai s'Gucki 2.3x40

  • Hallo,


    ich bin hier auch noch relativ neu in dem Hobby und habe mich von Anfang an hauptsächlich fürs Fotografieren entschieden. Da ich nicht gerade Adleraugen habe, hatte ich gehofft, so mehr zu sehen und mir macht der ganze technische Prozess des Umgangs mit Montierung, Nachführung, Kameras und Bildbearbeitung einfach Spaß. Trotzdem ist das für mich keine Frage des "entweder Foto oder visuell" sondern es gibt immer ein "sowohl als auch". Schade daß es da in manchen Threads anscheinend zur Grabenbildung kommt, genauso wie bei den unsäglichen Diskussionen um Linsen oder Spiegel.


    Und seien wir ehrlich, "Astronomen" wie ich es verstehe, sind die meisten von uns eher nicht. Sterngucker ja, Astrofotografierer ja, aber Astronomen weniger. Um einen Beitrag zur Astronomie als Wissenschaft leisten zu können, bedarf es heutzutage eines nicht unerheblichen instrumentellen Aufwands, der alleine schon wegen der Dokumentierbarkeit und Auswertbarkeit praktisch nur noch durch Fotografie gegeben ist. Auch die meisten die fotografieren machen es ja meist wegen der schönen Bilder und nicht wegen neuer astronomischer Erkenntnisse - und das ist ja auch legitim und ich freue mich auch an diesen tollen Bildern. Durch die photogeshopte Bildnachbearbeitung und Aufpepperei wird dennoch meistens (nicht immer!) jede wissenschaftliche Auswertbarkeit zunichte gemacht.


    Da es nur ein Hobby ist, sollte man auch niemanden in eine bestimmte Richtung drängen, wie er an seinem Hobby die meiste Freude haben kann oder soll. Man darf gute Ratschläge geben - indoktrinieren aber bitte nicht. Niemand hat die Weißheit mit Löffeln gefressen.


    Viele Grüße


    Heiko

  • live sehen und live stacking sind für mich 2 völlig verschiedene Welten.
    Seh ich ähnlich wie beim Fußpilzspiel im Stadion gucken oder live am TV. Am TV seh ich garantiert mehr, aber mit Stadionfeeling hat das wenig zu tun...
    Wem Fußpilz nicht gefällt: Man kann auch ein Livekonzert nehmen....


    Gruß Horst

    Taurus T400 pro , Skywatcher ST120/600, Lunt LS50THa, diverse Ferngläser von 5x25 bis 20x80

  • Fußpilzspiel = Fußpilzspiel...


    Gruß Horst

    Taurus T400 pro , Skywatcher ST120/600, Lunt LS50THa, diverse Ferngläser von 5x25 bis 20x80

  • Hallo Leute,


    Ich bin sehr froh, dass es so viele Astrofotografen gibt, deren hart erarbeitete Ergebnisse ich bewundern darf. Und ich finde es sehr schade, dass mir als visueller Beobachter die leuchtend roten Wasserstoffnebel am Teleskop komplett entgehen.


    Aber ich mag mich nun mal nicht nachts mit ähnlichem Geraffel rumplagen wie tagsüber im Beruf. Und um die eigenen Ansprüche an gute Astrofotos zu erfüllen, wäre eine Ausstattung nötig, die ich mir nicht leisten kann.


    Auf der anderen Seite gehört für mich das Natur- Erlebnis untrennbar mit dazu. Und einige Beobachtungsnächte bleiben unvergessen, das Gesamterlebnis kann für mich von Astrofotos nicht getoppt werden.


    Eine wichtige Rolle spielt auch, dass ich mir ein Teleskop, das für visuelles Beobachten optimiert ist, sogar komplett selbst bauen kann, und das weitgehend mit handwerklichen Methoden.


    Andererseits weiß ich durchaus die Vorteile einer stationären Sternwarte mit kompletter technischer Ausstattung zu schätzen.


    Gruß,
    Martin

  • Hallo allerseits,


    Das ist wirklich eine interessante Fragestellung. Ich bin rein Visueller, schaue mir Fotos jedoch viel an und habe sie oft im Kopf, wenn ich zum Himmel schaue.


    Mir geht es am Himmel vor allem um Narrative, d.h. Geschichten. Z.B. der Orion:
    Das Narrativ der Astrophysik ist, dass dies weitgehend Sterne der Assoziation Ori OB1 seien, umhüllt von den Nebeln, in denen sie entstanden seien, welche wiederum ein Teil des Lindblad-Rings aus ionisiertem Gas seien.
    Das Narrativ der Inuits Alaskas ist, dass die drei Gürtelsterne Jäger seien, die zu einem Eisbären (Aldebaran) rennen, der schon von ihren Hunden umstellt ist (Hyaden).


    Wenn ich zum Orion hochschaue habe ich beide Geschichten im Kopf. Jene der Astrophysik wird von vielen Fotos untermauert, die ich immer wieder auf der Suche nach Details durchforste, die diese Geschichte belegen. Jene der Inuits findet in der menschlichen Fantasie statt, und gibt auf ihre Weise dieser Himmelsregion ebenso viel Bedeutung. Beide machen mir gleich viel Freude!


    Naja, ich merke, da stellt sich ein wenig die Frage, wo die visuelle Astronomie mit Fernglas und Fernrohr bleibt. Ich würde sagen, dass sie beide Perspektiven aufnimmt und verstärkt: im Fernrohr versuche ich das, was mir die Fotos sagen, visuell nachzuvollziehen, während ich mich gleichzeitig an der Wiederkennung bekannter Sternmuster (teleskopische Sternmuster = Mini-Sternbilder!) erfreue und auch - drittens und nicht zuletzt - ganz ziellos und anspruchslos das Auge im "Alltagstrance" umherschweifen lasse.


    Beste Grüße, Christopher

  • Hallo Martin,


    da wollte ich gerade auch losschreiben, als ich Deinen Beitrag gelesen habe - damit hat sich das erübrigt, denn das stimmt inhaltlich zu 100% überein. Kleine Ergänzungen:
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: MartinB</i><br />
    Aber ich mag mich nun mal nicht nachts mit ähnlichem Geraffel rumplagen wie tagsüber im Beruf.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote"> ... und auch nicht bei der Nachbearbeitung - ich verbring schon genug Zeit am Computer.
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Auf der anderen Seite gehört für mich das Natur- Erlebnis untrennbar mit dazu.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Absolut, das ist sozusagen schon die Hälfte des Vergnügens. Ich denke bei "Erlebnis" z.B. an einen Besuch von vier neugierigen jungen Dachsen [:)]
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Und einige Beobachtungsnächte bleiben unvergessen, das Gesamterlebnis kann für mich von Astrofotos nicht getoppt werden.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Oh ja, die Perseiden 2015 waren auf Fotos längst nicht so eindrucksvoll wie in echt...


    Viele Grüße


    Holger

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Oh ja, die Perseiden 2015 waren auf Fotos längst nicht so eindrucksvoll wie in echt...


    Viele Grüße


    Holger
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Inzwischen gibt es ja neben visuell und Fotografie auch noch Video. Gerade die Perseiden lassen sich damit leichter beobachten, als visuell. Siehe hier:


    Perseiden-Video


    Gruß Helmut

    Hanseatischen Gruß von

    Helmut aus Hamburg

  • Hallo Freunde,


    Ich bin eigentlich ein ziemlich eingefleischter visueller Beobachter. Das Objekt der Begierde direkt im Okular zu sehen, auch wenn es nur ein schwaches Nebelfetzchen ist, hat einen ganz besonderen Reiz, den ich eigentlich kaum erklären kann. Aber wer auch gerne Faint Fuzzies beobachtet, wird wissen was ich meine. Momentan ist mein 16"er eine Baustelle, deshalb beobachte ich viel mit meinem 6" Newton und einem 8x40 Fernglas. Auch kleine Öffnungen haben ihren Reiz.


    Dennoch finde ich Deepsky-Fotografie sehr spannend und unternehme immer wieder Versuche in der Richtung. Allerdings flacht mein Interesse dann auch schnell wieder ab, weil mir das ganze damit verbundene technische Gerödel zu viel wird. Ich habe es gerne schnell und einfach. Deshalb habe ich mir mittlerweile ein unkompliziertes Setup zugelegt: eine Star Adventurer mit einem Canon 200mm 2.8 L an meiner guten alten 1000Da.
    Aber auch da stolpere ich immer wieder über mein grundsätzliches Problem bei der Astrofotografie: langwierige Bildbearbeitung ist mir zuwider! Wenn ich nach dem stacken nach einer halben Stunde EBV kein brauchbares Ergebnis habe, verliere ich oft das Interesse an der Aufnahme und die Frames bleiben dann auf der Festplatte liegen. Wenn ich mir anschaue, was manche Leute über Astro-EBV in ihre Tutorials schreiben, wird mir ganz wunderlich. Die verbringen Stunden über der EBV eines einzelnen Bildes! Für mich undenkbar. Mein Traum wäre eine Software, in die ich meine ganzen Frames rein schaufle und die dann nach einigem herumgerechne ein fertiges Bild ausspuckt. Vielleicht noch an zwei, drei Reglern ziehen und fertig. Das wäre toll.


    Aber solange es das nicht gibt, bleibt mein Schwerpunkt bei der visuellen Astronomie. Das Teleskop schnell ins Auto, zehn Minuten zu meinem Spechtelplatz und dann ein, zwei Stunden beobachten.
    Und natürlich Teleskoptreffen! Das ist das beste überhaupt und bringt mir richtig viel Spaß. In einer großen Gruppe mit vielen verschiedenen Teleskopen zu beobachten dabei fachsimpeln, Equipment ausprobieren, gemeinsam grillen, tagsüber Sonne beobachten. Ich freue mich jetzt schon darauf, dass bald die Saison wieder anfängt.


    Soviel zu meinem Verhältnis zu visueller und fotografischer Astronomie. Es geht beides und hat seinen eigenen Reiz.


    Bis dann:
    Marcus

    16" f/4 Dobson, 6" f/5 Dobson, C8, 80/560 ED, 70/700 PST-Mod "Sunlux"


    Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle

  • Ich habe seit meiner Kindheit gerne mit Fernglas und Teleskop in den Nachthimmel geguckt. Allerdings mitten in der Stadt und in einem Alter, in dem man nicht so lange aufbleiben konnte und auch nicht so mobil war. Dann mit ca. 30 Jahren mal etwas teureres Equipment zugelegt und sowohl geguckt, als auch fotografiert.


    Da ich immer schlechtere Augen hatte und keine Kontaktlinsen vertrug, habe ich mich schliesslich lasern lassen. Ab diesem Zeitpunkt war das visuelle Beobachten erledigt. Augen wie ein Adler, solange eine geringe Lichtquelle vorhanden ist. Sobald die Pupillen maximal geweitet waren, üble Sicht, so übel, dass kein Spass mehr aufkam.


    Seitdem nur noch fotografisch unterwegs, auch weil mich die Technik extrem fasziniert. Am liebsten in der warmen, rot beleuchteten Garage mit Canon-Liveview auf dem Laptop und per Stellarium gesteuertem Teleskop. Für mich nach dem täglichen Familientrubel Entspannung pur. :)


    Grüße Andi

  • Hallo an Euch,


    für mich gehört Beides zusammen. Bevor ich fotografiere, schaue ich mir das Objekt immer visuell an. Es hat schon einen Reiz, die Objekte aufzufinden und später die Erinnerung mit dem Foto zu vergleichen. Manchmal, wenn die Transparenz gut ist, hole ich dann auch den Dobson aus der Garage und beobachte visuell, während die Belichtungen laufen.
    Vor ein paar Tagen, habe ich mir bei einer Fotosession trotz Frost die Liege herausgeholt und warm eingepackt mit dem Fernglas beobachtet.
    Die Bildverarbeitung ist auch nicht meine ganz große Stärke, bin dann aber meist mit den Ergebnissen zufrieden, denn sie dokumentieren meine Astrosession.
    Im Urlaub kommt immer ein Fernglas und meistens ein kleiner Reisedobson mit.


    Viele Grüße,


    Micha

  • Hallo Leute,
    also ich bin der reine Bildermacher. Meine Okus brauche ich nur, wenn die Monti das Objekt nicht trifft und ich "nachsehen" muss. Diese oft heraufbeschworene Polarisierung sehe ich aber nicht und dieser Beitrag hier ist das beste Beispiel. Nerds sind wir alle.
    Allerdings möchte ich hier auch ein wenig die Fotografie in Schutz nehmen. Die Fotografie wohlgemerkt, nicht alle Fotografen. Denn es geht nicht allen immer um fette bunte Bilder, an denen man noch rumpinselt und filtert bis es passt.
    Mein Zugang ist der, dass die Fotografie ein Werkzeug ist. So, wie das Teleskop eine Erweiterung für unsere Augen ist, so ist die Fotografie eine Erweiterung in der Speicherung des Lichtes. Das mache ich mir zu Nutze und sehe auf dem Bildschirm nach 15 s die Spiralarme einer Galaxie. Das macht immer wieder Spaß. Kalte Füße und Naturerlebnis inbegriffen. Habe ich dann 10 oder 15 Std. an Belichtungszeit zusammen, dann freue ich mich auf die Bildbearbeitung. Die schönsten Sachen hebe ich mir immer bis zum Schluss auf (z.B. Farbe und Luminanz verheiraten). Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht die letzten Schritte immer mit Musik und Wein (oft aber auch Bier) zu genießen. Ist mein Bild dann fertig, dann trete ich imaginär 2 Schritte zurück. Ich sehe dann nicht mehr Rauschen, Schärfe und Kurven, ich sehe dann das Universum. Fliege vielleicht durch einen Nebel, oder um Jupiter herum oder schätze bei Hintergrundgalaxien ab, wie weit es wohl noch bis zum "Ende" ist. Nein, ist nicht der Wein, so bin ich gelegentlich drauf. Ist genau so, als ich als Kind zum ersten Mal einen richtig guten Alpenhimmel sah. Man fängt an zu denken, zu relativieren und zu staunen.
    Ich kann mit jeglicher Form von Astronomie etwas anfangen, sogar mit den eher trockenen. Was ich aber nicht mag ist, wenn man von Anfang an nur an den "Erfolg" eines Bildes denkt (also z.B. Klicks bei FB). Da gibt es leider unter den Fotografen mehr, die visuellen haben da einfach weniger zu zeigen ;)
    So, und jetzt muss ich wieder raus.
    Viele Grüße,
    ralf

  • Hallo Ralf,


    da bin ich bei Dir. Ich bin als Techniker eher auf der Schiene, die bei mir ohnedies schwachen Augen durch die Gerätetechnik zu substituieren, um mich dann am Ergebnis zu erfreuen. Mir macht es Freude, einen Aufbau zum Laufen zu bekommen, dann zu sehen wie er Daten aufnimmt, die ich dann bearbeiten und zum Ergebnis führen kann.
    Ich sehe die Veröffentlichung meiner Daten eher peripher, da ich sie nicht zu dem Zweck generiere, so nach und nach komme ich da hin dass ich meine, was ich produzieren könnte dem einen oder anderen gefallen, aber wie Du sagst, ich jage nicht nach Klicks oder Followern, eher verfolge ich den Ansatz mit zunehmender Erfahrung das methodische Wissen weiterzugeben, denn das ist vom individuellen Geschmack unabhängig.
    Die Idee, anderen die Wege aufzuzeigen selbst erfolgreich arbeiten zu können motiviert mich mehr als die rein numerische Anzahl von Klicks, Followern oder Bewertungen.
    Die Erhabenheit der Natur und der Eindruck des Unendlichen zeigt sich mir auf die beschriebene Weise genau wie bei der visuellen Beobachtung, wobei ich dabei am ehesten mit Fernglas oder einfach unter dem Sternenhimmel mit unbewaffnetem Auge den Eindruck auf mich wirken lasse.


    CS
    Jörg

  • Hallo Marcus,


    exakt genauso geht es mir auch. Ich hab schon alles durch: Planetenvideographie, Weitfeldaufnahmen, Deep Sky Aufnahmen, Mond und Sonne. Aber irgendwie fehlt die letzendgültige Faszination, denn die EBV macht den Spaß zum Stress. Neulich hatte ich M42 aufgenommen, hat alles prima geklappt und ich habe, während die Kamera lief, den 6" Dobson ausgepackt und M42 beobachtet. Boah, was war das geil. Kein Vergleich mit dem Blick am LiveView oder Laptop.
    An der Sternwarte macht jemand am 14" Newton Live Stacking von Galaxie. Das ist zwar nett, man sieht die Spiralarme echt toll, aber irgendwie macht mich das nicht an. Trotzdem versuch ich auch weiterhin zu fotografieren, denn so ganz lässt mich das Thema nicht los, auch wenn es nur dokumantarischen Zwecken dient. Und so Ereignisse wie Finsternisse, Venus- und Merkustransite, große Sonnenflecken, Mondtransite vor der Jupiterscheibe etc, sind es schon Wert auch fotografisch für das eigenen Gedächtnis festgehalten zu werden. Also weniger "Pretty Pictures" und Pixelzählerei, als viel mehr Dokumentation für das eigenen astronomische Gedächtnis.


    Viele Grüße
    Matthias



    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Mettling</i>
    <br />Hallo Freunde,


    Ich bin eigentlich ein ziemlich eingefleischter visueller Beobachter. Das Objekt der Begierde direkt im Okular zu sehen, auch wenn es nur ein schwaches Nebelfetzchen ist, hat einen ganz besonderen Reiz, den ich eigentlich kaum erklären kann. Aber wer auch gerne Faint Fuzzies beobachtet, wird wissen was ich meine. Momentan ist mein 16"er eine Baustelle, deshalb beobachte ich viel mit meinem 6" Newton und einem 8x40 Fernglas. Auch kleine Öffnungen haben ihren Reiz.


    Dennoch finde ich Deepsky-Fotografie sehr spannend und unternehme immer wieder Versuche in der Richtung. Allerdings flacht mein Interesse dann auch schnell wieder ab, weil mir das ganze damit verbundene technische Gerödel zu viel wird. Ich habe es gerne schnell und einfach. Deshalb habe ich mir mittlerweile ein unkompliziertes Setup zugelegt: eine Star Adventurer mit einem Canon 200mm 2.8 L an meiner guten alten 1000Da.
    Aber auch da stolpere ich immer wieder über mein grundsätzliches Problem bei der Astrofotografie: langwierige Bildbearbeitung ist mir zuwider! Wenn ich nach dem stacken nach einer halben Stunde EBV kein brauchbares Ergebnis habe, verliere ich oft das Interesse an der Aufnahme und die Frames bleiben dann auf der Festplatte liegen. Wenn ich mir anschaue, was manche Leute über Astro-EBV in ihre Tutorials schreiben, wird mir ganz wunderlich. Die verbringen Stunden über der EBV eines einzelnen Bildes! Für mich undenkbar. Mein Traum wäre eine Software, in die ich meine ganzen Frames rein schaufle und die dann nach einigem herumgerechne ein fertiges Bild ausspuckt. Vielleicht noch an zwei, drei Reglern ziehen und fertig. Das wäre toll.


    Aber solange es das nicht gibt, bleibt mein Schwerpunkt bei der visuellen Astronomie. Das Teleskop schnell ins Auto, zehn Minuten zu meinem Spechtelplatz und dann ein, zwei Stunden beobachten.
    Und natürlich Teleskoptreffen! Das ist das beste überhaupt und bringt mir richtig viel Spaß. In einer großen Gruppe mit vielen verschiedenen Teleskopen zu beobachten dabei fachsimpeln, Equipment ausprobieren, gemeinsam grillen, tagsüber Sonne beobachten. Ich freue mich jetzt schon darauf, dass bald die Saison wieder anfängt.


    Soviel zu meinem Verhältnis zu visueller und fotografischer Astronomie. Es geht beides und hat seinen eigenen Reiz.


    Bis dann:
    Marcus
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">

  • Als ich mich mit 14 Jahren für Astronomie interessiert und nebenbei mit einer Uralt-Ziehharmonika-Kamera vom Speicher und einem 6 cm Refraktor den Mond in Schwarz-Weiss fotografierte (*) hatte, waren für mich die Bilder von M42 oder M31 z.B. durch das Mount Palomar Teleskop so die Referenz und unerreichbar.


    Vor diesem Hintergrund fasziniert es mich, dass ich - obwohl noch fotografischer Anfänger - jetzt Bilder machen kann, die sich im Vergleich zumindest nicht verstecken müssen.


    Hinzu kommt, dass ich bei der visuellen Beobachtung durch meinen Astigmatismus (so ab 2.3 mm Pupillendurchmesser) etwas gehandicapt bin. Helle Sterne sind als nicht wirklich nadelfeine Punkte, auch wenn das den Eindruck gerade im Übersichtsokular nicht schmälert. Trotzdem ist bei mir jedes wirklich teure Okular verschwendet.


    Langweilig oder mühselig finde ich den Umgang mit dem fotografischen Equipment eigentlich auch nicht. Man versucht natürlich manche Prozeduren zu optimieren, aber alles in allem ist es immer wieder spannend.


    Was ich an der visuellen Beobachtung sehr mag ist das Auffinden von lichtschwachen Objekten mittels Karte und Telrad. Ich finde es immer wieder faszinierend, wenn das gesuchte Objekt dann im Übersichtsokular zu sehen ist. Das hat so etwas Handwerkliches.


    Wenn ich also nur schnell schauen will, verwende ich meinen Galaxy als Dobson, nur wenn ich anderen etwas zeigen will, ist es besser ihn auf die Montierung zu satteln, weil das Nachführen auch geübt sein muss.


    So gesehen bin ich wohl auch der Mischtyp. Aber wenn ich jetzt z.B. neue Ausrüstung kaufen wollte, würde ich eher in Richtung Astrofotografie gehen (z.B. eine gekühlte Kamera anstelle der DSLR) und weniger in Richtung mehr Öffnung (z.B. einen 12 Zoll Dobson).


    (*) Vielleicht sagt ja dem einen oder anderen noch der Name Ilford etwas. Selbst in dem kleinen Fotoladen bei uns um die Ecke gab es seinerzeit Filme, Fotopapier und Lösungen zum selbst entwickeln.

  • Vielen Dank für eure bisherigen Beiträge.


    Es ist auch egal - manche tendieren und bleiben mehr beim visuellen Beobachten andere gehen vom visuellen dann immer mehr weg und mehr rein in die Fotografie.


    Und wohl die "Mischtypen" die beides parallel weiter machen.


    Das müssen alle Hobby-Spechtler am besten für sich selber wissen und entscheiden.


    Ich hab recht guten dunklen Himmel und für mich das visuelle auch noch lange, noch sehr lange nicht bei weitem nicht ausgereizt.


    Obwohl nebenbei ( irgendwann), vielleicht in ein paar Jahren auch Fotografie mal zu versuche, n durchaus auch im Hinterkopf bleibt.


    Was aber meiner Meinung gar nicht so toll ist , wenn man als völliger Neueinsteiger gleich per Goto Teleskop in die Astronomie einsteigt.


    Man lernt den Himmel und die Sternbilder gar nicht so richtig, nicht mal von Anfang an.


    Mir macht es großen Spass mir ein Deep Sky Objekt auszuwählen und dann mittels Atlas , Sternkarten wie auch Software wie Stellarium und Redshift als weitere Hilfe ( aber gibt ja noch viele andere) dann erst mit Telrad und Übersichtsokular zu suchen.


    Nicht immer, aber oft finde ich "meine Objekte" die ich mir in einer und den folgenden Beobachtungsnächten zum Primärziel gesetzt habe, dann früher oder später doch aus eigener Kraft.


    Sicher ist da ein dunkler Himmel nicht unvorteilhaft.



    Macht mir aber sehr viel Spaß und ist auch ein tolles Gefühl, "das einfach per Atlas, Telrad und Starhopping auch selber zu schaffen" ..bei Goto, fehlt das einfach, nach meiner Meinung.


    Auch das Nachführen eines Objekts per Hand mit dem Dob, ist durchaus eine aufregende Sache, schaut man mal ein paar Minuten im Atlas oder der Sternkarte nach ob das nun das richtige Objekt ist, das man sieht, vergleicht man sicherheitshalber, ist es schon längst wieder aus dem Blickfeld des Okulars gewandert- nochmal suchen.


    Aber mir macht das durchaus Spaß - gehört halt einfach zum Beobachten dazu.


    Und der Anblick von manchen Kugelsternhaufen durchs Okular "in Echtzeit" wie zum Beispiel M13 und M5 , real und "live" durchs Okular - solche Anblicke brauchen sich unter gutem Himmel ganz und gar nicht zu verstecken, gegenüber den schönsten fotografischen Aufnahmen dieser Objekte.


    Aber ist und bleibt Geschmackssache, und alle Spechtler müssen das für sich selber wissen, ich bin aber auch nur visuell sehr begeistert von den Objekten die ich bisher schon gesehen und beobachtet habe.


    "Nur" das visuelle Beobachten ist ( für mich) auf jeden Fall noch lange nicht ausgereizt.


    Nette Grüße

  • Hallo zusammen,


    visuelle Beobachtung und Astrofotografie sind für mich zwei komplett verschiedene Welten und astronomische "Disziplinen", die meiner Meinung nach schwer vergleichbar sind. Einfach ausgedrückt:


    Die beste Astrofotografie kann eine visuelle Beobachtung bzw. Erfahrung nicht ersetzen.
    Dasselbe gilt auch umgekehrt. Beide Disziplinen haben eine unbedingte Daseinsberechtigung, ergänzen sich in bestimmten Fällen gut und haben einfach ihren eigenen Wert.
    Ich würde eine Fotografie als objektive Abbildung beschreiben, im Fall von Astrofotografie bevorzuge ich "Dokumentation" bzw. den bildlichen, möglichst authentischen Nachweis eines Himmelsobjekts (im Gegensatz zu Kunstwerken, also künstlich überhöhten, übertrieben bearbeiteten oder manchmal auch bewusst verfremdeten Aufnahmen, wie sie inzwischen leider immer häufiger zu sehen sind). Die visuelle Beobachtung oder auch Zeichnung (wenn sie denn ehrlich angefertigt wird) liefert einen individuellen, subjektiven Eindruck, der immer wieder einmalig ist und sowohl Bedingungen (Himmels-/Instrumentqualität) als auch die Erfahrung eines Beobachters zeigt. Insbesondere Letzteres kann Fotografie nicht leisten. Deshalb hoffe ich, dass es auch in Zukunft trotz der immer komfortableren und erschwinglicheren Fotografielösungen auch noch weiter begabte und ausdauernde Zeichner bzw. visuelle Beobachter gibt! Die visuelle Beobachtung als klassischer Einstieg in die astronomische Himmelsbeobachtung ist auch längst nicht mehr immer der Fall...


    Dass beide Seiten sich nicht vertragen, würde ich übrigens so nicht behaupten. Wenn es wirklich mal zur Konfrontation im Felde kommt ;-), dann aus Unkenntnis über die Bedürfnisse und Interessen des jeweils anderen. Ein Astrofotograf, der schon mal visuell beobachtet hat, weiß, dass ein heller Monitor/Display in der Nacht die Beobachtung stört. Umgekehrt wissen auch die meisten Beobachter, dass man in der Nähe einer langzeitbelichtenden Kamera nicht herumtrampeln oder mit dem Rotlicht funzeln sollte... :)


    Schöne Grüße und klaren Himmel,
    Peter

  • Hallo 30 sec. Glückwunsch zu deiner Leistung.
    Die Auflösung und die zarten Farben sind wirklich beeindruckend.
    Leider in unseren Breitengraden kaum machbar.Da muss man sich mit dem,was hier geht zufriedengeben.



    Der böse Hotte.

  • Hallo zusammen,


    also ich gucke auch lieber direkt am Teleskop und mit Dobson ohne technische Hilfsmittel ist es am Ende auch sicher ein gewisser Jagdtrieb und die Freude darüber, den Himmel etwas zu kennen und auch das HowTo von Karte, Peiler und Himmel zu beherrschen.


    Ich kriege als visueller nur gelegentlich das Hasskäppchen bei Teleskoptreffen, wenn ich doch hin und wieder einen Astroknipser in der Nähe habe, dem die Sensibilität für Dunkeladaption anscheinend komplett abhanden gekommen ist. Da laufen die Liveviews der DSLR ohne Dimmung, ohne Abdeckung, da stehen Notebooks in tollsten Farben und Helligkeiten und auch beim Hantieren, mit Lampe, aber nur nicht rot, sieht man ja nix. Das alles, nicht immer, aber schon mehrfach erlebt.

    CN&CS

    Toni

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Hallo zusammen,


    visuelle Beobachtung und Astrofotografie sind für mich zwei komplett verschiedene Welten und astronomische "Disziplinen", die meiner Meinung nach schwer vergleichbar sind. Einfach ausgedrückt:


    Die beste Astrofotografie kann eine visuelle Beobachtung bzw. Erfahrung nicht ersetzen.
    Dasselbe gilt auch umgekehrt. Beide Disziplinen haben eine unbedingte Daseinsberechtigung, ergänzen sich in bestimmten Fällen gut und haben einfach ihren eigenen Wert.
    Ich würde eine Fotografie als objektive Abbildung beschreiben, im Fall von Astrofotografie bevorzuge ich "Dokumentation" bzw. den bildlichen, möglichst authentischen Nachweis eines Himmelsobjekts (im Gegensatz zu Kunstwerken, also künstlich überhöhten, übertrieben bearbeiteten oder manchmal auch bewusst verfremdeten Aufnahmen, wie sie inzwischen leider immer häufiger zu sehen sind). Die visuelle Beobachtung oder auch Zeichnung (wenn sie denn ehrlich angefertigt wird) liefert einen individuellen, subjektiven Eindruck, der immer wieder einmalig ist und sowohl Bedingungen (Himmels-/Instrumentqualität) als auch die Erfahrung eines Beobachters zeigt. Insbesondere Letzteres kann Fotografie nicht leisten. Deshalb hoffe ich, dass es auch in Zukunft trotz der immer komfortableren und erschwinglicheren Fotografielösungen auch noch weiter begabte und ausdauernde Zeichner bzw. visuelle Beobachter gibt! Die visuelle Beobachtung als klassischer Einstieg in die astronomische Himmelsbeobachtung ist auch längst nicht mehr immer der Fall...


    Dass beide Seiten sich nicht vertragen, würde ich übrigens so nicht behaupten. Wenn es wirklich mal zur Konfrontation im Felde kommt ;-), dann aus Unkenntnis über die Bedürfnisse und Interessen des jeweils anderen. Ein Astrofotograf, der schon mal visuell beobachtet hat, weiß, dass ein heller Monitor/Display in der Nacht die Beobachtung stört. Umgekehrt wissen auch die meisten Beobachter, dass man in der Nähe einer langzeitbelichtenden Kamera nicht herumtrampeln oder mit dem Rotlicht funzeln sollte... :)


    Schöne Grüße und klaren Himmel,
    Peter <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Hallo Peter,


    Ein sehr netter interessanter und informativer Beitrag, den du gesschrieben hast, den ich als ganzes nocheinmal zitieren muss. [:)]


    Vielen Dank dafür.


    Ja, als visueller Beobachter sollte man sich womöglich doch auch überlegen, sich doch früher oder später , sich beim Blick durchs Okular sich auch das Zeichnen der Objekte doch noch mal "anzugewöhnen" , nur mittels Zeichnungen der Objekte, kann man den visuellen Eindruck durchs Okular wenigstens etwas in Bildern für andere visuelle Spechtler halbwegs begreiflich machen, wie man nun ein bestimmtes Objekt zu einem bestimmten Zeitpunkt nur visuell durchs Okular gesehen hat, alles andere ist ja dann schon wieder Fotografie.


    Bei NGC 2261, Hubbles veränderlichen Nebel, dieses Objekt das ich erst kürzlich das erste Mal gefunden und leider nur kurz beobachten konnte, da decken sich manche Zeichnungen die ich im Netz zu NGC 2261 so gefunden habe, teils ganz gut mit meinem eigenen Eindruck durchs Okular, vor allem der visuelle Eindruck durch das 14er ES und 13er Nagler Okular ( ich hab da etwa 115fache Vergrößerung mit meinem 12er Dob ) und weiter runter gegangen bin ich dann nicht mehr bei diesem Objekt, obwohl NGC 2261 geradezu danach "schreit" [;)] , noch höher zu vergrößern.


    Vielleicht da besser hin und wieder zum Objekt Zeichnungen machen.. das nützt auch anderen "Visuellen Beobachtern " sehr sehr viel , da kann man sich etwas drauf einstellen ,( bei neuen Objekten] was man in etwa selbst durchs Okular so in etwa sehen wird.


    Leider bin ich immer schon ein grottenschlechter Zeichner gewesen, Zeichnen hab ich noch nie gekonnt, aber vielleicht mal doch probieren die beobachtenden Objekte versuchen nachzuzeichnen.



    Freundliche Grüße

  • Hallo Andi,


    ich las da gerade erst was von dir:


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Da ich immer schlechtere Augen hatte und keine Kontaktlinsen vertrug, habe ich mich schliesslich lasern lassen. Ab diesem Zeitpunkt war das visuelle Beobachten erledigt. Augen wie ein Adler, solange eine geringe Lichtquelle vorhanden ist. Sobald die Pupillen maximal geweitet waren, üble Sicht, so übel, dass kein Spass mehr aufkam. <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Das interessiert mich genauer zu erfahren, wiese ein solcher Eingriff das visuelle Beobachten so ruiniert. Wir beide sind im gleichen Alter und offenkundig von Haus aus fehlsichtig. "Lasern" hatte ich schon mal unverbindlich angedacht, aber nicht, solange mit Brille alles geht.


    Wenn du magst, berichte mir/uns Genaueres! Bitte!


    CS.


    Hubertus

  • Eines wird wohl alle Hobbyspechtler ob nun visuell oder auch fotografisch doch etwas "einen" und gemeinsam ärgern.


    Der Ärger und die Einschränkung "beider Hobbies" durch die leider immer mehr zunehmende künstliche Lichtverschmutzung.


    Wird den visuellen Amateur-Astronom noch mehr stören, als den Hobby Astronomie Fotografen.... noch mehr länger und lange genug belichten die Objekte.


    Neben dem Teleskop dann noch länger hocken und die Aufnahmen noch länger weiter und weiter und immer weiter belichten lassen und machen lassen, dann wird das schon..selbst schaut man ja kaum mehr durch.


    Dann geht es wohl weiterhin - für die Fotografen.


    Für die visuellen Beobachter ist es vielleicht schon eine Frage, wie weit man von Ballungsräumen weg ist oder wohin man noch ausweichen kann bei der zunehmden Lichtverschmutzung noch Möglichkeiten zu finden.


    Für die "fotografischen Beobachter" nicht so das Thema.


    Visuell kann man es eigentlich vergessen, in Regionen dort wo der der Himmel künstlich auch Nachts so aufgehellt bleibt, das man mit bloßem Auge die Sternbilder in einer mondlosen Nacht nicht mehr erkennt.


    Ist fast genau so als würde man lichtschwache Deep Dky Objekte rund um Vollmond beobachten zu versuchen weit abseits der Ballungsräüme.


    Sinnlos so ein Unterfangen.


    Die künstliche ( teils übertriebene und häufig völlig unütze und auch unötige ) zunehmende Lichtverschmutzung sind Sorgen, die allen an der Astronomie Menschen mal durch den Kopf gehen sollten.


    Ich selber lebe am Land und hab noch guten Himmel, aber ich frage muich stets "wie lange noch ?"


    Immer muss irgendwas die ganze Nacht teils durchleuchten immer hat man schlimmstenfalls die ganze Nacht dieses lästige Streulicht aus der nahen Umgebung...leider auch im ländlichen Bereich - sei es eine touristische Werbeplakatswand ( auch wenn um 3 Uhr früh da sowieso niemand vorbeifährt wem das irgendwie interessiert)


    Aber durchleuchten muss sowas ja anscheinend ( und das die ganze Nacht) sind es auch Firmenbeleuchtungen die viel zu lange brennen.


    Nicht zu vergessen, die Kirchtürme selbst kleiner Dörfer und Gemeinden die aber oft leider die ganze Nacht durch von unten noch dazu, angestrahlt werden.


    Und das nicht in Großstädten oder Vorstädten und Kleinstädten, sondern am Land sogar in kleinen Dörfern und Ortschaften, mitten in der Nacht


    Für einen Astrofotgrafen mag das vielleicht noch nicht ganz so schlimm sein, für den visuellen Beobachter ist es aber schon eine kleine Katastrophe, das ganze viele Streulicht selbst am Land , das sich da alles zusammen summiert.



    Aber so ist es nun mal, eine Art Umdenken ist auch nach wie vor in weiter Ferne.


    Sorry, das ich das jetzt so hoch getrieben habe und gehört auch nicht zum eigentlichen Thema dieses Threads , aber ist für mir auch ein Herzensanliegen.


    Ich merk ja selber, wie der Himmel durch die zunehmend übertriebene und häufig sehr unnötigen Lichtquellen leider in den letzen Jahren leider immer schlechter geworden ist.


    Vielleicht merkt man das in Großtstädten und in Ballungsräumen überhaupt gar nicht mehr so... ist eh schon Standard, eh schon normal .am Land merkt man es schon.


    ( das es leider immer schlechter wird) [:(]


    Freundliche Grüße

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