Die zunehmende Lichtverschmutzung - was tun ?

  • Eine heikle Sache- ich weiß, ist dieses ganze Thema.


    Aber, betrifft wohl jeden Amateurastronomen in der Ausübung seínes Hobbys und schränkt es ein , mal mehr mal weniger.


    Aber betreffen tut es alle.( leider auch längst schon die am Land wohnhaften)


    Wie entgeht ihr selber( soweit es geht) diesem Lichtverschmutzungs Irrsinn um euer Hobby dann doch noch ausüben zu können ?


    Und wie weit müsst ihr da im Durchschnitt so fahren oder gehen oder radeln um noch halbwegs dunkle Beobachtungsplätze in eurer Nähe zu erreichen ?


    Würde mich interessieren.


    Wird zwar nicht viel helfen, das da endlich mal in absehbarer Zeit zu dem Thema endlich mal ein wirkliches Umdenken einsetzt.


    Aber darüber diskutieren - das darf man ja wohl noch.

  • Hallo Canis lupus,


    Also gegen die Lichtverschmutung kann leider nicht viel machen. Ich wohne LEIDER in Duisburg mit einer sehr sehr hohen Lichtverschmutzung. Trotzdem kann ich die meisten Objekte beobachten, auch wenn man die beim ertsen oder zweiten mal ganz leicht übersieht. Ich fahre meistens mit meinem Vater (wenn das Wetter perfekt ist) nach Wesel, zu einem Ort, wo die Lichtverschmutzung nicht sehr hoch ist, wie Duisburg. Da kann ich auch die Milchstraße beobachten!:)
    Wir fahren dann etwa 30Km und das dauert auch meistens 30 bis 40 Minuten. ABER ES LOHNT SICH!
    Sonst kann man nicht mehr viel heutzutage machen. Wie das wohl nach 40 Jahren sein wird...


    [:p]

    Ausrüstung


    Teleskop: SkyWatcher EvoStar 72ED; SkyWatcher Explorer 150/750

    Montierung: SkyWatcher NEQ-5 GoTo SynScan

    Kamera: Canon EOS 1000D(a)

    Autoguider: ASI 120MM

    Programme: DeepSkyStacker, Fitswork, Photoshop ----> diverse PlugIns, Lightroom

    Sonstiges: Raspberry Pi 4B, diverse Kabel & Bücher, Tablet, Bahtinov Maske, Sonnenfilter

  • Grüß dich AstroMenemey,


    Ich wohne zwar im Alpenraum, in etwa vierzig Kilometer südlich der Stadt Salzburg, aber ich kann dir sagen, die Salzburger Lichtglocke , die hat es durchaus in sich...die strahlt da weit in Berge rein.


    Dabei ist Salzburg nur eine etwa 150 000 Einwohner Stadt, aber Salzburg ist trotzdem in Sachen Lichtverschmutzung eine extreme Lichtdrecksschleuder weit ins Umland hinaus.

  • Wird schwierig werden.




    Ich meine, das wird schwierig werden , manche extreme ängstliche Leute auch davon zu überzeugen das es deswegen ganz sicher nicht "unsicherer werden wird" wenn unötige überflüssige Straßenbeleuchtungern von wenigstens 1 Uhr bis 5 Uhr morgens, auch mal komplett abgeschaltet werden.


    Zu einer Zeit wo kaum ein Mensch Licht mitten in der Nacht braucht. und zu dieser Zeit unterwegs ist.


    Aber auch da ist man mit diesem Argument " braucht Mensch mitten in der Nacht, ständig verfügbar sofort die ganze Nacht durchbrenned hellstes Lampenlicht"


    Ich meine , nein.


    Braucht "Mensch" nicht. ganz und gar nicht


    Andere denken darüber etwas anders...


    Die Leute welche die Nacht allgemein stets zum Tag machen wollen.



    Ein schwieriges Thema bleibt es allemal.


    Ich will die Nacht möglichst wieder mehr etwas dunkler haben und Lichtverschmutzung so weit als möglich wieder abbauen.


    Natürlich auch aus astronomischen Gründen, ( Hoffnung das die Lichtverschmutzung wenigstens etwas wieder mehr zurückgeht, das ein Umdenken da doch mal einsetzt.


    Die Nacht sollte wieder Nacht sein und nicht weiter noch mehr künstlich noch mehr zum Tag gemacht werden.


    Viele Großstädter haben noch nie mit eigenen nackten Augen überhaupt mal die Milchstraße gesehen.


    Noch nicht mal die eigerntlich helle Sommermilchstraße, im Sommerdreieck.


    Die Milchstraße des Sommerhimmels unter halbwegs dunklen Himmel ist atemberaubend schön- da braucht man nicht mal ein Fernglas oder gar ein Teleskop dazu, selbst nur mit bloßem AUge ist die Sommermilchstraße unter halbwegs dunklen Himmel wunderschön.


    FG

  • Hallo Wolf,


    tja, dass mit der Lichtverschmutzung ist hier halt auch ständig Thema und Deinen letzten Beitrag kann ich voll zustimmen!
    Übrigens, "Helligkeit und Sicherheit", ich habe mal irgendwo eine Statistik gesehen das die Einbrüche u.s.w. bei Beleuchtung sogar beliebter sind, klar, die Räuber können schon mal die dicken Taschenlampen zuhause lassen und dafür ein größeres Brecheisen einpacken!
    Ist ja ähnlich wie bei uns wenn wir rausfahren, genaues überlegen was mit muß und möglichst wenig Geraffel.


    Jetzt kann man den Leuten natürlich nicht verbieten Nachts Halligalli zu machen, es wäre ja schon viel gewonnen wenn alle bewusster mit der Energie umgehen würden und Nachts nicht jeder Gartenzwerg ein eigenes Lämpchen spendieren.
    Es gibt halt ansonsten Unmengen an überflüssiger Beleutung die wirklich sinnfrei ist!
    Es geht ja nicht nur um uns Hobbyastronomen sondern auch um die Tiere, Insekten sterben langsam aus daran hat die Lichflut natürlich auch ihren Anteil, alle maulen über Windräder beflastern aber rund 100m ums Haus alles mit Bewegungsmeldern (mein Vermieter[V])und Weihnachtsgeblinke wird zum neuen Volkssport!


    Leider ist das Bewußtsein über die Lichtverschmutzung noch nicht sehr verbreitet, ich denke aber über die Jahre wird sich auch hier was ändern...hoffentlich.


    Andreas

  • Ich muß zugeben, ein bißchen Glück mit den Nachbarn und dem Bürgermeister zu haben. Ich wohne in Oberösterreich am Rand einer Gemeinde mit ca 2500 Einwohnern, kann aus dem eigenen Garten bei klarem Himmel die Milchstraße sehen, nur die Lichter einer Autobahnraststätte in 12 km Entfernung im Südwesten stören etwas. Es ist mir gelungen in Gesprächen erst mit den Nachbarn und dann mit dem Bürgermeister die Errichtung von neuen Straßenlampen an unserer Straße zu verhindern und dazu auch folgenden offiziellen Straßennamen zugteilt zu bekommen:


  • Moin,


    ich wohne direkt am Rhein in einer kleinen Gemeinde oberhalb des Tals, wir haben hier zwar wenig Straßenbeleuchtung, die zudem auch noch gg. 22 Uhr aus geht, aber durch den Betrieb im Tal viel Allgemeinbeleuchtung und beleuchtete Gebäude. Machen kann man wenig, es ist zwar zu beobachten, dass die neuen LED-Lampen deutlich gerichteter sind, aber bis die letzten NAH/HQI-Lampen verschwunden sind wird es noch dauern.


    Man kann nur aufmerksam sein, wenn Bürgerbeteiligungen laufen einsprechen, mehr geht erstmal nicht. Und argumentieren wenn das Thema im Gemeinderat aufkommt - man darf als Bürger ja teilweise seine Anliegen vortragen. Hier wirkt das strenge Spargebot in den Haushalten da zudem limitierend, aber insgesamt sind die Möglichkeiten dünn.


    CS
    Jörg

  • Vielen Dank für eure Antworten und Beiträge.


    Woll ma halt weiter doch hoffen, das irgendwann langsam aber sicher, etwas doch etwas ein Umdenken zum Thema Lichterverschmutung einsetzen mag.


    Wäre eine tolle Sache - nicht nur vor allem für uns Amteurastronomen, sondern auch in Sachen Energieeinsparung und auch auf etwas Rücksicht auf die Natur selber , im Falle von nachtaktiven Tieren.


    Vielleicht auch für uns Menschen selber besser und gesünder wenn die Nächte weniger hell erleuchtet wären.


    Deswegen können Leute trotzdem noch die Nächte durchfeiern , auch wenn überflüssige Straßenbeleuchtungen reduziert oder auch mal stundenweise in tiefster Nacht abgeschaltet werden ..Firmen und Werbebeleuchtungen aller Art sollten das sowieso tun ( wenigstens von 1 Uhr bis 5 Uhr früh) und sowas wie Skybeamer etwas weniger verwenden.


    Wird halt wohl noch dauern bis da mal ein Umdenken einsetzt.


    Derzeit nimmt die Lichtverschmutzung leider immer noch sehr stark zu.


    Geht natürlich nicht nur um uns Hobbyastronomen bei dem heiklen Thema sondern ums Allgemeine.


    Ich hab zwr noch sehr viel Glück, aber auch im Alpenraum am Land wird der Himmel eben ganz langsam zunehmend immer schlechter.


    Eine kleine Notfalllösung zum ausweichen in meiner Nähe habe ich schon noch...falls es immer weiter noch schlechter wird.


    Soweit ist es bisher noch lange nicht- hoffe so schlimm wirds mit der Lichtverschmutzung in meiner Region auch nie.


    Aber, das Postalmgebiet im Salzkammergut , ist eines der größten zusammnenhängenden Almgebiete Österreichs und noch immer ein recht dunkler Fleck mit sehr gutem dunklen Sternenhimmel und zu meinem Glück nur etwa ein Stunde Fahrzeit von mir weg.


    Eine Lösung für mich, wenns immer schlimmer wird


    Bleibt im Hinterkopf für mich.


    Freundliche Grüße und hoffentlich möglichst dunkle klare Nächte [:)]

  • Hi,


    zwei Dinge sind mir die letzten drei Tage aufgefallen.


    1. Weihnachtsbeleuchtung scheint etwas rar geworden zu sein in der Stadt.


    2. Die Neubauten haben Parkplatzbeleuchtungen mit Bewegungsmeldern installiert. Das sind zwar Flutlichtanlagen und es schmerzt im Auge, wenn man in die LED Strahler auch nur im Augenwinkel reinkriegt (Baseballmütze ist demnächst meine Abend-Kopfbedeckung). Aber sie gehen auch komplett aus nach wenigen Minuten.


    3. Die Straßenzüge mit LED Beleuchtung sind auch sehr stark (schmerzhaft bei Direktblick), aber scharf auf Lampenhöhe abgeschnitten und die Straße ist nicht viel heller, nur halt blauer. Jetzt noch mit Abschaltung und/oder Dimmung - das kötte was werden.


    Problem sind immer noch die kommerziellen mit Wand/Plakatbeleuchtung. Das ist greller geworden, aber die könnte man vielleicht einfangen?!


    DN,
    Walter

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