Bath-Interferometer optimieren

  • Nachtrag zur Interferometrie.


    In der Zwischenzeit war Thomas Heising bei mir, einen Parabolspiegel und sein Interferometer überprüfen zu lassen.
    Der Parabolspiegel war gut und sein Interferometer mit seiner Schrägstellung interessant.
    Die Messungen aus dem Krümmungsmittelpunkt waren gut möglich.
    Jedoch eine Messung in Autokollimation konnte ich wegen seiner Schrägstellung nicht machen weil ich nicht nahe
    genug an das Loch am Panspiegel heran konnte und daher das Gesichtsfeld zu klein war.
    Nach dem Motto „gemeinsam erfährt man mehr“ habe ich mir seinen Aufbau von oben fotografiert, um die
    Winkelstellungen seiner optischen Teile zu erfahren und mit eigenen Teilen auf eine rechtwinklige Halterung zu bringen.



    Hier die daraus gefundenen Winkel.



    Hier die erste Zusammenstellung mit der maximalen Ausnützung.



    Meine gleichseitige Bikonvexlinse hat 6 mm Brennweite.
    Um einen Lichtkegel zu erzeugen der größer ist als f/2 habe ich mir eine Laser 4 fach Aufweitungsoptik gemacht die mir den Durchmesser
    vom Laserstrahl von 1,5 mm auf 6 mm aufweitet und den dann mit einer Blende von 3.5 mm einenge.
    Somit erreiche ich einen gleichmäßig ausgeleuchteten Lichtkegel von f/1,7. Die Rechnung funktioniert hier genau so wie am Teleskop. f6mm/3,5 = 1,7..
    Bei dieser Extremstellung entsteht ein zweiter Reflex der sich entlang der optischen Achse Spiegelt und daher wie von Thomas
    abgeblendet werden muss.



    Hier das dazugehörige Bildfeld.




    Nach weiteren Versuchen ist es mir gelungen die idealen Winkelstllungen zu finden, bei dem der Störreflex auserhalb vom Ausleuchtungswinkel f/2 ist
    ohne das ein zweiter Störreflex entsteht.



    Nun konnte ich die ersten Messungen machen und musste feststellen dass das Interferogramm deutlich sichtbare Koma zeigt.
    Bei der Suche nach der Ursache hat es mich gefuxt und es wurde immer schlechter so dass ich schon beinahe gelaubt habe dass sich der Teilerwürfel
    vom Laserstrahl erwärmt und verformt und von dort die Koma kommt. Es war Mitternacht und ich habe alles ausgeschaltet um es am Morgen
    ausgekühlt zu kontrollieren. Leider war die Koma dann genau so stark wie um Mitternacht.
    Erster Schritt war, die Linse wegschieben um die Strahlenbündel zu kontrolliere. Dabei habe ich festgestellt dass diese nicht mehr parallel waren.
    Grund war das Doppelklebeband das leicht nachgegeben hat. Also habe ich den Umlenkspiegel besser angeklebt und die Strahlenbündel wieder
    parallel gerichtet, die Linse hinein geschoben und ich hatte wieder die die Koma wie ich sie am Anfang hatte.
    Somit kam der Gedanke ob die Koma verschwindet wenn ich die Strahlenbündel konvergiere und auf.der Spigelfläche vereine.
    Das Ergebnis war besser aber noch nicht gut genug.
    Da ich oft in Autokollimation kontrolliere und dabei auch Ausleuchtungswinkel von f/4 und stärker habe, wollte ich auf Nummer sicher gehen und habe
    bei einer Ausschusslinse bei der Minusfläche die Vergütung abpoliert und mir daraus eine Sphäre mit dem Öffnungswinkel f/2 gemacht.
    Sie ist zwar noch nicht besonders genau, aber für die Grundlagenforschung reicht es.
    Während der Politur habe ich sie mit dem Michelson Interferometer geprüft und da sah sie so aus.



    Am Bath Interferometer mi Teilerwürfel 0° oder 90° Stellung sah die selbe Sphäre dann so aus.



    Der Astigmatismus vom Bündelabstand ist bekannt aber die dabei entstandene Koma war mir neu.


    Dann machte ich weitere Versuche und habe die Strahlenbündel immer stärker gekreuzt und konnte wenn der Kreuzungspunkt bei der Entfernung R mal 0.77
    Die Koma beheben. Dabei kam die nächste Überraschung. Das Bath Interferometer macht ei dieser Anwendung nicht nur Astigmatisms und Koma,
    sondern führt dazu noch ein wenig sphärische Aberration ein.




    Zusätzlich musste ich noch feststellen dass es nicht egal ist wo der Referenzpunkt auf den Spiegel trifft.
    Das hat eine Messorgie ausglöst die mehrere Tage dauerte.
    Daraus entstand diese Zeichnung.



    Und hier sind die Ergebnisse.



    Diese Lichtstärke ist wohl gut für die Forschung und man darf sich nicht zu sehr erschrecken lassen,
    den beim Lichtkegel f/3 in diesen Fall R/3 sieht es schon besser aus.



    Bei der Öffnung R/4 ist di Koma noch sichtbar. Also bei der Öffnung f/4 in Autokollimation ist eine Einzelmessung nicht gültig
    und kann nur für die Zonenkorrektur verwendet werden.
    Eine vollständige Messung braucht die Positionen von 90° 180° und 270° zurückgedereht und mit 0° gemittelt.
    Diese 4 Psitionen braucht es weil sonst wird die Koma vom Messaufbau nicht ganz behoben.



    Weil ein Parabolspiegel mit f/4 im Krümmungsmittelpunkt einen Ausleuchtungswinkel von R/8 hat
    kann der Messfehler mit diesen Bild verglichen werden.



    Da bisher die meisten Parabolspiegel f/5 oder f/6 hatten war dieser Fehler wohl so klein wie die Messstreuung
    und blieb deshalb wohl unbemerkt.


    Natürlich hat mich dadurch auch die Variante Teilerwürfel 45° Stellung bei der Lichtstärke R/2 interessiert.
    Hier ist das Ergebnis richtig. wenn die Strahlenbündel parallel sind.



    Überrascht hat mich das auch hier eine sphärische Aberration entsteht.
    Ganz gut sichtbar auf diesem Bild.



    Wenn die Strahlenbündel nicht parallel sind, Entstehen solche Interferogramme.



    Viele Grüße
    Alois

  • Hallo Moderatoren.
    Drei Bilder kommen nicht und ich finde nicht heraus warum.
    Beste Grüße
    Alois

  • Hallo Kalle.


    Es hat nicht geklappt. Ich schicke die fehlenden Bilder noch einmal zum Freischalten.


    Beste Grüße
    Alois

  • Hallo Alois!



    UFF!! Deine Erkenntnisse sind ja wirklich REVOLUTIONÄR!!
    Vielen vielen Dank für das Veröffentlichen hier im Forum!
    Hast bestimmt eine Menge Menge Arbeit damit gehabt!


    Wie kann das sein, dass es noch niemandem aufgefallen ist
    beziehungsweise noch keiner unserer Riesenspiegelschleifer
    mit f/3 solche Fehler bemerkt haben??


    Das bedeudet ja, dass unseren Kollegen, die einen großen f/3 Spiegel
    mit Hilfe eines 90Grad-Bath-Interferometers geschliffen haben diese
    Fehler noch nie aufgefallen sind? Wär schön wenn sich ja jemand mal dazu meldet...


    Das heisst auch, dass ich mit einer 45Grad-Variante des Bath-Interferometers solche Fehler NICHT habe und die 45Grad Variante
    also summa summarum eher zu empfehlen ist? Gut, dass ich nicht auf
    die 90er Position umgebaut habe...


    lg,


    Alfredo [:)]

  • Hallo Alois,


    sehe ich das richtig, dass die durch das Bath-Interferometer
    induzierte Koma sich aber vollständig neutralisieren lässt wenn
    ich Interferogramme in mindestens 4 Positionen mache und diese
    dann in der Software mittele?


    lg,


    Alfredo

  • Hallo Kalle!


    Vielen Dank für den Hinweis zum Video.
    Dank Guntram Lampert mit seiner Englisch Übersetzung konnte ich ihn verstehen.
    Dieser Film ist wirklich gut. Jedoch ist für unsere Heimwerker Anwendung
    dieser Aufbau doch ein wenig Aufwendig und zu groß.
    Aber es ist gut zu wissen dass es auch eine solche Methode einen
    Raumfilter zu machen gibt.


    Freundliche Grüße
    Alois

  • Hallo Alfredo.


    Ja, die vom Bath-Interferometer induzierte Koma, lässt sich durch 4 Positionen vollständig beheben.
    Aber nur wenn das 90° das 180° und das 270° Interferogramm zurückgedreht wird und erst dann mit dem 0°
    Interferogramm zusammen gemittelt wird.


    Beste Grüße
    Alois

  • Hallo Alfredo.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Wie kann das sein, dass es noch niemandem aufgefallen ist
    beziehungsweise noch keiner unserer Riesenspiegelschleifer
    mit f/3 solche Fehler bemerkt haben?<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Das kommt daher, dass viele im Programm die Koma deaktivieren und sich sagen.
    Die kann man ja eh beim Kollimieren des eigebauten Spiegels beheben.
    Außerdem hat ein f/3 Spiegel aus dem Krümmungsmittepunkt gemessen
    ja nur einen Lichtkegel von R/6 und da ist dieser Fehler im welligen Streifenbild
    nicht so auffällig als wie bei einen Interferogramm wo die Streifen gerade
    sein sollten.
    Aber du kannst dich sicher erinnern dass ich oft schon gesagt habe.
    Während dem Polieren aktiviere ich die Koma, weil ich wissen will
    ob ich besser oder schlechter werde.
    Vielmals lässt sich die Koma gemeinsam mit anderen Fehlern beheben.


    Freundliche Grüße
    Alois

  • Hallo Beisammen,


    Ich baue mir auch gerade das Bath-I-Meter aus den 3D Drucker Plänen vom Dale Eason.


    https://www.cloudynights.com/t…-3d-printed-3-axis-stage/


    Wer baut / druckt auch eins? :)


    Kann man die 3D Design Daten auch an Metall-Fertigungsanbieter schicken? Wer macht sowas? Was würde das kosten?


    Dale hat in der Konstruktion auch den Würfel drehbar gemacht. Die Einstellungen vom Alois kann man da also nachmachen.


    Clear Skies,
    Gert

  • Hallo Gerd,


    vor ein paar Tagen ist mein neuer x,y,z-Tisch fertig geworden. Er hat oben eine Tischgröße von 25cm*25cm und trägt das Interferometer und die Kamera. Mit ihm lassen sich problemlos 1-2 kg bewegen, ohne dass was wackelt oder kippelt.
    Es ist praktisch ein Nachbau der Holzversion wie von mir schon auf Seite 5 vorgestellt. Dort habe ich aber auch noch durchgängig Schubladenführungen verwendet. Beim Neubau fanden fast nur 10mm Alu-Platten Verwendung. Außerdem habe ich für die x- und y-Ebene richtige Linearführungen genommen. Die Schubladenführungen fanden nur noch in der z-Ebene Verwendung.
    Die Platten habe ich mir winklig zuschneiden lassen. Nur so konnte ich genau genug messen und bohren, dass die je beiden Linearführungen pro Ebene auch passten.





    MfG Thomas (VdS Mat.zentr.)

  • Hallo Gert und Teilnehmer.


    Das Interferometer von Dale Eason sieht zwar schön und praktisch aus.
    Hat aber nicht alle Eistellmöglichkeiten die man braucht.
    Auch hat er nirgends beschrieben wie die Strahlenbündel sein müssen.
    Es sieht so aus als hätte er das nirgends berücksichtigt? Oder unbemerkt gemacht.
    In seinem Video habe ich gesehen dass er den Störreflex nach oben verschoben hat.
    Damit führt er noch zusätzlich eine Vertikale Koma ein die noch schwieriger zu beheben ist.
    Vermutlich weiss Dale Eason noch nichts von diesen Fehlerquellen.
    Ein Interferometer aus 3D Drucker Teilen ist sicher interessant, sollten aber
    Die verschieden Verstellmöglichkeiten ermöglichen.
    Für die Teilnehmer die so etwas bauen wollen, habe ich noch 3 Bilder gemacht aus denen
    ersichtlich ist was alles notwendig ist.



    Allerding ist dies mein Interferometer mit denen ich die Versuche gemacht habe.
    Beim fertigen Interferometer mache ich die Grundplatte etwas länger und versehe sie mit einer Klemmschraube
    Dadurch kann ich die aufsetzbare Einheit auch länger machen.
    Dann kann ich die schwenkbare Umlenkspiegelhalterung mit einen verlängerten Arm machen an dessen Ende
    rechtwinklig dazu eine Verstellschraube kommt. Weil dies ist die empfindlichste Verstellung und wird auch am öftesten gebraucht.
    Die schwenkbare Grundplatte ist nicht unbedingt notwendig aber für meine Versuche war sie sehr hilfreich. Weil damit konnte ich
    alle Positionen anfahren, ohne dass sich der Fokus und die Strahlenbündeleinstellung verändert.
    Da deine Anwendung ja nur zwischen Position 0 und 2 ist kann dies auch mit dem Interferometer gemacht werden.
    Die Halterung der Laser Aufweitungsoptik hat vorne einen Kreisbogen dessen Drehpunkt rechts oben unter der Ecke des
    Teilerwürfels ist. Bei einen fertigen Interferometer genügt hier auch eine fixe Montage.
    Für meine Versuche war es hilfreich, weil damit konnte ich bei den vielen Messungen den Laser verstellen ohne den Drehpunkt zu verlieren.
    Kleine Korrekturen waren aber trotzdem noch notwendig damit der Strahl den Umlenkspiegel nicht verliert.




    Hier noch ein Bild mit der abgesetzten Einheit damit man den Ort des Drehpunkts sieht.




    Und hier noch die Frontseite.




    Mit dieser Verschiebeeinrichtung war es möglich, nach dem Einstellen der Laserbündelkonvergenz
    die Linsenposition wieder schnell zu treffen.


    Somit wünsche ich allen Interferometerbauern viel Spaß und gutes Gelingen.


    Alois

  • Hallo Gert und Mitleser in englischer Sprache.


    Hier die wichtigsten Bilder, mit englischer Beschriftung.
    Vielen Dank an Guntram Lampert für die Übersetzung.


    Dieses Bild zeigt die idealen Kreuzungspunkte und die Berechnung.
    Die von uns am meisten benützte Position ist zwischen 0 und 1,5



    Dieses Bild zeigt wie groß die berechneten Unterschiede sind, ganz besonders
    die der Koma.



    Hier die idealen Winkel von Laserstrahl, Teilerwürfel und Umlenkspiegel.
    Bei denen der Störreflex beseitigt wird, ohne dass man sich noch zusätzliche Fehler einführt.



    Hier eine noch bessere Ansicht.



    Hier die selbe Ansicht mit abgesetzter Einheit, damit man den Ort des Drehpunktes sieht.



    Hier die Frontseite mit der Verschiebbaren gleichseitigen Bikonvexlinse.
    Dient zum schnellen Wechsel zwischen Einstelung des Kreuzungspunktes der Strahlenbuendel
    und der Benuetzungdposition der gleichseitigen Bikonvexlinse.




    Wünsche Allen viel Freude beim Interferometer bauen.
    Alois

  • Hallo Alois,


    große Klasse, dass du dir so viel Mühe gemacht hast und so wertvolle Erkenntnisse beisteuerst.[:)]
    Mir ist bei den schnellen Spiegeln aufgefallen, dass es nahezu unmöglich ist, geziehlt Koma poliertechnisch zu bekämpfen, da hochstehende Bereiche nach der Politur zum Teil noch höher stehen als vorher und Messergebnisse nicht reproduzierbar sind. Das fünktioniert auch nicht mit Mittelung der Interferogramme aus 4 bzw. 5 Winkelstellungen des Prüflings. Ich nutze ein Bath Interferometer in 90° Stellung, die 45° Stellung ist bei hohen Öffnungsverhältnissen und Teilerwürfeln in Standardgröße nicht anwendbar, da der steile Strahlenkegel nicht durch passt.
    Was man nicht genau messen kann, kann man auch nicht bekämpfen, bei der Koma und Einsatz der Optik im Newton ist das bekanntlich nicht so schlimm, da wegjustierbar.
    Schlimmer ist allerdings die Fehlmessung der sphärischer Aberration.
    Dass das passiert habe ich bei meinem 14" F/2,8 Spiegel gemerkt, dazu habe ich hier schon mal was geschrieben:
    http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=193947


    Viele Grüße
    Jörg

  • Hallo Jörg.


    Danke für deine Antwort und Geschichte.
    Anscheinend hat sich diese Koma bei deinen genauen Messungen bemerkbar gemacht.
    Aber dass bei den 4 oder 5fach Messungen auch noch Koma da war, dass könnte dann die Spiegeleigene gewesen sein.
    Wie Ich mir bei deiner Arbeit vorstelle waren diese dann aber sehr schwach.
    Ebenso geht es um Feinheiten deiner Messungen bei deinen Entdeckungen. Danke für den Link.


    http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=193947


    Ich denke der passt auch hier her. Weil dann haben wir alles beisammen was in der Interferometrie
    so passieren kann.
    Was die sphärische Aberration betrifft, kommt demnächst auch noch von mir ein Beitrag.


    Beste Grüße
    Alois

  • Hallo Freunde der Interferometrie.


    Jetzt habe ich mich auch noch zu dieser Untersuchung durchgerungen.
    Ich wollte wissen ob es stimmt, dass eine plankonvexe Linse, anstelle einer gleichseitigen bikonvex Linse,
    sphärische Aberration einführt.
    Dazu habe ich mir eine plankonvexe Linse mit 8 mm Brennweite gefasst und eingebaut.
    Mit ihr habe ich 6 Messungen gemacht und siehe da, es stimmt tatsächlich. Egal ob die plankonvexe Linse
    auf dem Teilerwürfel aufgekittet ist, oder ob sie freistehend verwendet wird.
    Passieren tut dies folgender Maßen. Bei der Plankonvexen Linse bekommt das hinausgehende Strahlenbündel
    eine andere sphärische Aberration als das zurückkommende Strahlenbündel.
    Somit interferieren 2 ungleiche Strahlenkegel und die Differenz bleibt als Messfehler übrig.
    Siehe dieses Bild.



    Das Messergebnis zeigt das dieser Fehler in Autokollimation schon recht beachtlich ist und einen F/4 Spiegel
    bereits von Strehl 1,0 auf 0,327 herabsetzt. In CoC gemessen, wo derselbe Spiegel nur einen Ausleuchtungswinkel
    von F/8 benötigt, ist dies nicht mehr so schlimm und macht aus Strehl 1,0 einen Strehl von 0,985.
    Dass kann man noch als tolerierbar hinnehmen. Hingegen bei F/6 mit Strehl 0,944 ist das nicht mehr so egal,
    Siehe dieses Bild.



    Jetzt hoffe ich, dass alles aufgedeckt ist, was uns in der Interferometrie so passieren kann.


    Beste Grüße
    Alois

  • Hallo Zusammen.


    Da ich weis dass bei gleicher Streifenzahl der Vergleich besser möglich ist, bin ich auf die Idee gekommen,
    mir aus den Auswertungen, künstliche Interferogramme zu machen und zusammen zu stellen.
    Dabei kann ich auch den unvermeidlichen Bath-Astigmatismus wegschalten, was bei der Fotografie
    nicht möglich ist und ich erhalte dafür die reine Auswirkung der Anwendunsmethode.
    Hier die Auswirkung der Plankonvex Linse.






    Und hier die Auswirkung der Ausrichtung der Strahlenbündel.
    Die schwache sphärische Aberration kommt vom Teilerwürfel, der hier wie eine planparallele Platte wirkt




    Und hier die Auswirkung der Ausrichtung der Strahlenbündel in englisch.
    Die schwache sphärische Aberration kommt vom Teilerwürfel, der hier wie eine planparallele Platte wirkt.




    Wiederum vielen Dank an Guntram für die Übersetzung.


    Beste Grüße
    Alois

  • Hallo Alois,


    vielen Dank für deine gründliche und sehr anschaulich dargestellten Untersuchungen.
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Ich wollte wissen ob es stimmt, dass eine plankonvexe Linse, anstelle einer gleichseitigen bikonvex Linse,
    sphärische Aberration einführt....


    ...Hingegen bei F/6 mit Strehl 0,944 ist das nicht mehr so egal,
    Siehe dieses Bild.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Hätte ich nicht gedacht dass dieser Fehler selbst bei moderatem Öffnungsverhältnis beachtlich wird.
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Da ich weis dass bei gleicher Streifenzahl der Vergleich besser möglich ist, bin ich auf die Idee gekommen,
    mir aus den Auswertungen, zu machen und zusammen zu stellen.
    Dabei kann ich auch den unvermeidlichen Bath-Astigmatismus wegschalten, was bei der Fotografie
    nicht möglich ist und ich erhalte dafür die reine Auswirkung der Anwendunsmethode.
    Hier die Auswirkung der Plankonvex Linse...<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Sehr anschauliche Darstellung wozu überhaupt künstliche (synthetische) Interferogramme gut sind[^].


    Koma wg. Plako- Linse im Bath war mir schon in der Anfangszeit meiner Interferometertätigkeit aufgefallen. Koma könnte man zwar beim Test von Parabolspiegeln mit guten Gewissen wegklicken. Aber deine obige Untersuchungen bestätigen: lieber gleich eine ordentliche Biko- Linse verwenden.


    Gruß Kurt

  • Hallo Kurt.


    Vielen Dank das du diese Erkenntnis wertvoll findest.


    Ja , es ist wirklich so dass wenn man in Autokollimation arbeitet, werden diese Abweichungen schon deutlich wirksam.
    Da es immer lichtstärkere Optiken gibt und wir immer mehr in Autokollimation arbeiten,
    mache ich vorbeugend meine Interferometer so dass ich mit Sicherheit f/2 ausleuchten kann.
    Dann brauche ich im Notfall kein neues interferometer mehr machen.
    Deshalb habe ich die 90° Variante wählen müssen und deshalb habe ich sie bei voller Lichtstärke untersucht
    und bin auf diese Überraschung gekommen. Aber wenn Martin Brückner dieses Thema nicht eröffnet hätte,
    bin ich nicht sicher ob ich so viele Untersuchungen gemacht hätte und ich wäre immer noch der Meinung von früher.
    Aber zum Glück haben wir sofort bemerkt dass eine ungleiche Bikonvx Linse nicht gut ist und haben
    bis jetzt auch immer noch die 45° Variante und das Michelson interferometer verwendet.
    Somit sind unsere Messungen noch in Ordnung.
    Sehr vielen Dank auch an Dale Eason für das Programm „Open Fringe 12_3“ ohne ihm hätte ich nicht so
    viele Auswertungen machen können und es hat mich dadurch sehr unterstützt.


    Beste Grüße
    Alois

  • Hallo,
    ich wollte nur eine kleine Anmerkung machen bzw. Tip geben, auch wenn es dem ein oder anderem Trivial erscheint.
    Aber ich benutze momentan das DFTFringe um mir direkt die Oberflächenänderungen seit der letzten Poliersitzung anzuzeigen. Natürlich nur als Ergänzung. Aber ich finde es sehr hilfreich, da mir das Programm somit genau anzeigt, wie meine Strichführung wirkt.


    Dazu erstelle ich mir aus jeweils 4 Igrammen ein Average einer Poliersitzung. Um den Unterschied, also die Wirkung des Polierens dann zu errechnen, erzeuge ich die Differenz aus dem alten Igramm und dem Neuen. Also "Neu - Alt = Differenz". Ich invertiere also die alte Average.wft und bilde mit der neueren Average.wft wiederum ein Average. Dieses enthält dann nur die Änderungen zur letzten Sitzung also im Idealfall keine Information über die tatsächliche Oberfläche.
    Es zeigt also Bereiche die ich gut poliert habe negativ an und die anderen positiv.
    Allerdings ist die Höhenangabe halbiert da das Programm ja rechnet "Average = (1.wft + 2.wft) : 2"
    Und ausserdem sollte man dort kein Asti o.ä. deaktivieren da die resultierende
    Oberfläche ja nix mit dem Spiegel selbst zu tun hat.


    Vielleicht hilft es dem ein oder anderem, wie mir, seine Striche objektiver zu beurteilen.


    Grüße,
    Stefan

  • Hallo Stefan,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: srmeister</i>
    Es zeigt also Bereiche die ich gut poliert habe negativ an und die anderen positiv.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Nicht unbedingt.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: srmeister</i>
    Und ausserdem sollte man dort kein Asti o.ä. deaktivieren da die resultierende Oberfläche ja nix mit dem Spiegel selbst zu tun hat.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Bedenke, dass Z3 auch immer deaktiviert ist. Wenn du also eine Strichführung machst die nur den Krümmungsradius ändert, dann wirst du nach deiner Methode keinen Unterschied sehen.


    Gruß
    Michael

  • Hallo Michael,
    das ist mir schon bewusst, aber wie sich der Krümmungsradius ändert interessiert mich auch nicht so sehr auf dem Weg zum brauchbaren Spiegel. Es geht da ja eher um Zonenkorrektur (bei mir gerade zurückgebliebener Rand).


    Man muss sich natürlich bewusst sein dass man hier keine absolute Änderung sieht. Beispielsweise würde ich bei ideal-neutraler Strichführung nicht sehen wieviel nm ich tatsächlich abgetragen habe.
    Trotzdem hilft es mir meine Striche besser zu verstehen.


    Ich arbeite dabei auch mit Desired conic = 0 also auch ohne Artificial Null, vermutlich ändert "mit artifical null mit CC ungleich 0" auch die Aussagekraft der erhaltenen "Oberfläche"(ist ja eigentlich eine Differenz zweier Oberflächen).


    Ich wollte auch etwas zum Nachdenken anregen was evtl möglich bzw. machbar ist, oder einfach etwas über den Tellerrand schauen.
    Man sieht direkter was passiert, als wenn man Zonenkurven vorher-nachher vergleicht, zumindest ich als nicht-profi. Es ist also höchstens eine kleine Hilfe.

  • Hallo, ich hatte an meinem Bath Interferometer immer folgendes Problem: Einige Kringel pulsierten so stark, dass sie die Linien des Interferogrammes regelrecht zerhackten. Bisher wurde der 532nm Laser entweder mit Batterie oder 3V Netzteil betrieben. Nach tagelanger Suche nach der Ursache habe ich nun eine Lösung gefunden. Ein regelbares Netzteil wird im angegebenen Spannungsbereich (bei mir 2,7V - 3,3v) durchgetestet bis das Bild stabil steht. Hier etwa bei 2,75V. Wie stark sich das auswirkt habe ich mal gefilmt:
    Achtung, das Video ist 65MB groß, bei meiner 16kbit Leitung dauert das Laden etwa 30s.
    https://www.sternwarte-kletzen…ser-spannung-01_48_07.avi


    Die Hintergrundartefakte können bei mir durch axiales drehen des Lasers noch stark reduziert werden. Warum das so ist, kann ich allerdings nicht sagen, denn der Teilerwürfel ist nicht polarisiert.
    Vielleicht habe ich beim Säubern der Linse eine Art Polarisierung auf die Oberfläche gebracht...


    An dieser Stelle möchte ich mich auch noch mal für all die wertvollen Tipps und Analysen in diesem Thread bedanken. Da steckt viel Arbeit und Wissen dahinter.
    Es ist schön, wenn diese Mühen mit anderen geteilt werden.


    Beste Grüße, Henri

  • Hallo Henri,


    danke für den Tipp. Das werde ich mal ausprobieren. Meine Interferogramme sind dank einer neuen Linse auch schon bedeutend besser geworden. Aber die von dir gezeigten Kringel habe ich auch noch.


    MfG Thomas (VdS mat.zentr.)

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!