16" f/4,5 ein weiterer Spiegel

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  • Hallo zusammen,
    ich bin gerade beim fertigen eines 16" f4,5.


    Ausgangssituation 04.12.16: 16" Borofloat von Stathis rückseitig plangeschliffen. Randdickenunterschied von Max:(25,7MM). zu Min.(25,2) 0,5mm. Schleifschalen 14" Granit mit f/5 Kurve, 8" Borofloat Glasrohling und 6" Borofloat mit f/5 Kurve.
    Die Borofloatscheiben haben wahrscheinlich fertigungsbedingt immer einen gewissen Randdickenunterschied in Form eines Keils und nicht über den Umfang mal einen höheren und daneben einen tieferen und dann wieder einen höheren Punkt usw. (War auch schon so bei meinem 14").
    Arbeitstisch: Drehteller mit 12V Getriebemotor mit einstellbarer Drehzahl.
    Ziel ist eine Brennweite von 1800mm (f4/5) mit gleichmäßiger Randdicke von 25,2mm. Die Wahl der Brennweite ergibt eine Pfeiltiefe von 5,55mm.
    Wenn ich dann richtig gerechnet hab müssen 70g Glas für den Keil und 779g Glas für die Parabel pulverisiert werden. In Summe 850g


    Wer sich jetzt den Schliff das ausgleichen des Keilfehlers, Fasen schleifen und das Umfangsrondieren zur Oberflächenverbesserung sparen will, bitte beim zweiten Beitrag weiter lesen, denn da kommen meine ersten Fragen zur Politur.


    Noch mein Kellerverlies


    Um den Keilfehler auszugleichen hab ich mir vorgestellt mit dem 8" Glasrohling und K80 die Seite mit zuviel Material solange zu bearbeiten bis der 16" Rohling quasi gleichmäßig ist. Die Taktik hab ich aber nach einer Stunde wieder verworfen, da der Erfolg zu gering war (es ging quasi gar nichts vorwärts).


    Weiter ging es TOT mit der 14" Schleifschale (Granittool) und kurzen zentralen Strichen um die Mitte auszuhöhlen (Tool mit f/5 Kurve). Ab 2mm Pfeiltiefe hab ich angefangen den Keilfehler auszugleichen. Dafür habe ich verstärkt auf der Seite des Spiegels mit zuviel Material geschliffen (TOT mit bis zu 3/4-1 seitlicehem Überhang).



    Am Rand oder besser gesagt an der Fase ist dann eine einseitige Bearbeitung zu erkennen. Da ich meine Fase kleiner 1mm gemacht habe, musste ich aufpassen das diese mir an der Stelle mit mehr Abtrag nicht hops geht.
    Also hieß es an der Stelle Fase nachschleifen.
    Den ganzen Keilfehler hab ich aber nicht auf einmal ausgeglichen, sondern bin immer wieder zu längeren Passagen mit kurzen W-Strichen mit wenig seitlichem Überhang übergeganen, da ich bedenken bezüglich des Mittenversatzes hatte.
    In diesem Stadium ging mit meiner derzeitigen Arbeitsweise auch nichts mehr in Sachen Pfeiltiefe, statdessen wurde der bis jetzt unbearbeitete Rand (der der Zielranddicke 25,2mm) immer kleiner. Die Ursache dafür war das sich das Granittool mit seiner anfänglichen f/5 Kurve inzwischen fast üder den ganzen Durchmesser an den Spiegel angepasst hatte.
    Jetzt hätte ich wahrscheinlich spätestens einfach MOT klassisch mit starkem seitlichen Spiegelüberhang weitermachen sollen.
    Statdessen habe ich zum "ausgraben" ein 6" (auch mit f/5 Kurve) Glastool TOT genommen und mit kurzen zentralen Strichen die Mitte bearbeitet. Da ging dann auch was in Richtung Tiefe. Das habe ich dann immer so ca. 0,3mm gemacht und danach mit dem 14"Granittool alles wieder angeglichen und den Keilfehler korrigiert.


    Das Ganze hört sich ja recht spaßig an, ich hab mich am Anfang auch auf das K80 gefreut aber das, daß gleich über 40 Stunden dauern muss bis ich bei einer Pfeiltiefe von 5,56 war (gemessen mit "Balkensphärometer").


    Stand 11.01.17 nach K80: Pfeiltiefe 5,58 / Randdicke Max=24,84 und Min=27,79
    Brennweite mit Dreipunktsphärometer gemessen: 1757mm


    Fazit nach K80: Brennweite passt! Keilfehler weitgehend beseitigt. Ach so ja, was erhoffe ich mir durch die Behebung des Keilfehlers? Mit Keil taucht der Prüfreflex (Foucault / PDI) je nach Stellung des Spiegels und Stärke des Keils an verschiedenen Stellen auf und man muss jedesmal den Tester neu justieren.
    Von der Randdicke 0,4mm verschenkt (bis jetzt). K80 Verbrauch 4kg. Ich denk das geht!



    Weiter ging es ganz unspektakulär mit K180/K320/mµ25/mµ15/mµ9.
    Bei diesem Spiegel habe ich noch zusätzlich mit den feinen Körnungen K320, mµ25 und mµ15 die Fase nachgeschliffen, damit diese schön glatt aussieht und damit am Übergang zur optischen Fläche die "Grater" nicht so groß sind als wenn man die Fase nur mit dem Wetzstein zieht.
    Den Spiegelrand habe ich mit einem alten Bandsägenblatt und den gleichen Körnungen solange bearbeitet, bis die beiden Rillen am Umfang verschwunden waren. Wäre nicht unbedingt nötig gewesen, aber wenn man schon dabei ist!



    Gruß Rudi

  • Hallo Zusammen,

    habe jetzt 9mµ durch. Noch 5 und 3mµ, dann wirds ernst[:)].
    Jetzt noch kurz ein paar Fragen.


    1.)
    Zur Messung des Spiegels habe ich das PDI Filter mit Diode von Michael Koch. Der Spiegel liegt von der Brennweite bei f/4,5-f74,6. Geht das noch bzw. f/4,5 ist ja ungefähr die Grenze mit dem PDI (da gibts irgend eine Formel die ich nicht mehr finde). Und wenns dann grad noch so geht, sind die Ergebnisse brauchbar und auswertbar mit OpenFringe im FFT-Modus?
    Oder sollte ich mir gleich ein Bath bauen? Was wären die Vorteile eines Bath Interferometers wenn auch das PDI gut verwendbar wäre?


    2.)
    Ich würde mein 14" Granittool gern als "Schnell mal wieder die vergeigte Politur die beim nächsten Anlauf sicher auch wieder erst mal so wird" Überschleiftool behalten. Zur Politur hätte ich an ein Gipstool gedacht, wo ich auch Griffe und Halteklötze mit einbauen kann. Wie groß sollte ich dann das Gipstool machen? Ich würde eher ein 300mm bevorzugen, da es einfach handlicher wäre wie z.B. "Full Sice".


    Danke für eure Antworten schon mal im Vorraus und Gute Nacht.


    Gruß Rudi

  • Hallo Rudi,
    ich habe bis vor ein paar Jahren mit dem PDI meine Spiegel vermessen. Darunter war auch ein 20" f/4,6. Ich meine auch schnellere Optiken vermessen zu haben. Rein gefühlsmäßig sollte Dein Spiegel auch noch mit dem PDI zu vermessen sein.


    Vorneweg, PDI ist deutlich mehr Fummelei, bis man ein brauchbares Interferogramm eingestellt hat. Der Aufbau ist dafür sehr einfach. Die Anforderungen an die Prüfbedingungen sind höher, da PDI weniger hell und die Belichtungszeiten entsprechend länger sind. Wenn man das alles bewerkstelligt bekommt man auch schöne Interferogramme die sich problemlos mit FFT auswerten lassen.
    Beim Bath muss man sich erstmal in die Materie einarbeiten und natürlich auch den Aufbau bewerkstelligen. Das wird schon ein paar Tage in Anspruch nehmen.
    Allerdings, seitdem ich mein Bath habe, verstaubt das PDI.[:D]
    Sowohl beim PDI, als auch beim Bath brauch man eine Testplattform, welche in x,y und z Richtung verschiebbar ist. Ich habe das mithilfe eines Fotostativs und Kreuztisch gelöst.


    Halte uns auf dem Laufenden,
    Grüße, Matze

  • Hallo Rudi,



    16“ f/4,5 könnte noch gehen. Siehe hier: http://www.astrotreff.de/topic…HIVE=true&TOPIC_ID=143437
    Hab ich selber aber nicht probiert. Der Vorteil beim Bath sind die kurzen Belichtungszeiten beim Aufnehmen der I-gramme. Helligkeit, Kontrast und Streifenzahl machen die Messungen bequem und sicher.


    Meinen 400ter hab ich mit full sice tool auspoliert. In der Hoffnung damit schneller zu sein. Hat sich aber nicht bewahrheitet. Tool ist schwer und lässt sich nur langsam bewegen.
    Insofern denke ich liegst du mit 300mm durchaus richtig.


    Gruß
    Kay

  • Hallo Rudi,


    9um durch, da sind ja unsere Spiegel im Moment genau gleich weit gediehen [:)]
    Auch ich will mein Granittool mal lieber für "zurück zur Sphäre" behalten. PDI bauen wird wohl noch ein eigenes Thema...
    Ich werde hier jedenfalls mit großem Interesse weiterlesen.
    Was ist denn die gelbe Unterlage unter dem Spiegel ? Ein Teppich ? Ich hatte einen solchen am Anfang beim Schleifen, bin aber der Meinung, dass er am Rand der Scheibe beim Drücken nachgegeben hat. Das kann doch beim Polieren nicht gut sein, oder ? Die Unterlage beim Polieren soll doch nur Unebenheiten des Tischs ausgleichen, aber selber möglichst gar nicht nachgeben. (eigentlich schon ein Widerspruch) Ich frage mich mittlerweile ob dafür nicht zwei Lagen Zeitungspapier am besten wären ?


    Gruß
    Daniel

  • Hallo Daniel und Rudi
    Also aus meiner sicht würde ich sagen ihr könnt euer Tool ruhig zum polieren einsetzen.
    Wenn ihr mal zurück zur Sphäre müsst geht das recht fix mit dem Poliertool.
    Ihr würdet euch ja die ganzen Stunden polierarbeit ruinieren wenn ihr wieder mit dem Granittool ans Werk geht.
    Ich habe so einige Spiegel geschliffen, und hab selbst bei versauter Parabel alles mit dem Poliertool in den Griff bekommen...auch zurück zur Sphäre.
    Gutes Gelingen weiterhin.
    Beste Grüße
    Andreas

  • Klasse Dokumentation, vielen Dank dafür!


    Mit dem separatem Poliertool sehe ich es genau wie Andreas (Woody). Bei den vielen Spiegeln, die ich geschliffen hatte, bin ich erst einmal zum Feinschliff zurück (wg. abgesunkenem Rand) und das war ein großer Fehler. Viele Stunden Polierarbeit waren dahin und gebracht hatte es nix. Ich kann mir heute keinen Grund vorstellen, warum man zum Feinschliff zurück sollte. Fehler die man reinpoliert, kriegt man auch wieder raus poliert. Selbst für den unwahrscheinlichen Fall, kann man immer noch die Pechhaut runter Kratzen.


    Ein Gipstool aus normalem Gips finde ich ohnehin nicht gut, da es nicht wasserabweisend genug ist. Ich erwärme gerne die Pechhaut in heißem Wasser und schneide zusätzliche feine Rillen mit dem Messer hinein. Nach dem Polieren bürste ich unter laufendem Wasser das Poliermittel runter. Einige bewahren ihre Pechhaut in Wasser auf, um das Poliermittel vor dem Austrocknen zu schützen. Dazu müsste man wasserabweisenden Spezalgips nehmen und der ist recht teuer und schwer zu bekommen.


    Wenn du unbedingt ein separates Tool verwenden möchtest, kannst du bedenkenlos auch eine neue 300-350 mm Granitscheibe nehmen. Die fehlende Kurve ergibt eine unterschiedliche Pechhautdicke. So eine Pechhaut arbeitet zwar am Rand durch die dort dünnere Schicht etwas anders, aber das macht bei Subdiameter Tool und wechselnder Strichführung überhaupt nichts, ich hatte immer schöne zonenfreie Oberflächen.


    p.s.
    Harter Teppichboden als Unterlage ist bewährt und funktioniert. Der Teppich darf nicht zu dick und zu nachgiebig sein. Ist der Tisch hinreichend plan, funktioniert zum Ausgleich der Restunebenheiten auch eine dünnere Unterlage. Sie muss jedoch wasserfest sein und darf nicht kleben und keine Falten bilden, z.B. ein gespanntes Geschirrhandtuch, Microfasertuch, stabile PE- Folie, Fliegengitter, usw. Gummimatten hingegen kleben zu sehr. Eine Zeitung hält sicher keine 5 Umdrehungen.


    p.p.s.
    Da hier ja auch andere mitlesen, noch mal zur Sicherheit:
    Um Astigmatismus zu vermeiden, muss man trotz Drehteller ab und zu auch den Spiegel selbst auf der Unterlage drehen.

  • Hallo zusammen,


    danke für die rege Teilnahme.


    Zur PDI Frage von mir.
    ==> Matze und Kay: Na dann probier ich einfach mein Glück mit dem PDI, ist ja auch schon vorhanden. Mir ging es halt hauptsächlich um die Wertigkeit der Ergebnisse (sind es nur auswertbare Messunsicherheiten oder vertrauenswürdige Messungen), wie kann ich das beurteilen ob das PDI noch für das Öffnungsverhältnis taugt? Zum Vergleich mach ich dann sowieso eine Messung mit Couder Mask. Ich möchte halt das I-Meter von vornherein einsetzen und nicht erst beim Parabolisieren.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"> Matze: Vorneweg, PDI ist deutlich mehr Fummelei, bis man ein brauchbares Interferogramm eingestellt hat. Der Aufbau ist dafür sehr einfach. Die Anforderungen an die Prüfbedingungen sind höher, da PDI weniger hell und die Belichtungszeiten entsprechend länger sind. Wenn man das alles bewerkstelligt bekommt man auch schöne Interferogramme die sich problemlos mit FFT auswerten lassen.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Das PDI war bei mir eigentlich nur solange eine Fummelei (beim 14" f/5) bis ich mir eine DSLR-Kammera gekauft hab (Canon EOS mit Standartobjektiv 18-55mm). Ab da hab ich so ziemlich gleich brauchbare I-Gramme bekommen. Mit meiner "Digi-Knipse" war es tatsächlich eine Fummelei die zu keinem anständigen I-Gramm geführt hat. Das lag vor allem an der zu kleinen Blendenöffnung (die I-Gramme waren nie vollständig im Bild) und am manuellen Modus der trotz manuell immer irgendwas an der Bildschärfe verstellt hat.
    Eigentlich hatte ich vom Bath Interferometer erwartet, das es bei diesem eine endlose Fummelei gibt bis es zu brauchbaren I-Grammen kommt. Beim Bath müssen ja mehrere Komponenten (Strahlenteiler/Zerstreuungslinse/Auslenkspiegel..) aufeinander ausgerichtet werden, oder ist das alles halb so wild? Gute Dokumentationen gibt es ja im Forum (unter anderem von den Mitgliedern SIGISCL, Mr_Beteigeuze "Matze" uvm. )


    ==&gt; Daniel:
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">9um durch, da sind ja unsere Spiegel im Moment genau gleich weit gediehen<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Ja klar, nur das Du mich da locker mal rechts überholt hast[:)]. Schertz bei Seite. Hast Du schon einen Foucault Tester bzw. die Plattform mit X/Y-Verstellung? Wenn Du sowieso schon mit dem Gedanken spielst Dir ein PDI zu bauen, dann nichts wie ran und gleich in den Foucaulttester integrieren. Für das PDI benötigst Du dann lediglich noch eine Höhenverstellung (ist aber auch beim Foucaulttester nicht verkehrt).



    Zur Tool Frage:
    ==&gt; Stathis und Andreas: Überzeugt. Ich machs mit dem 14" Granit Tool. Wenns dann nichts wird kann ich immer noch beim 2. Versuch ein Gipstool oder ähnliches basteln. Die Pechhaut ist ja eigentlich gleich runter wenn das Tool mal ein Tag im Gefrierschrank war (max. 15Min. und in der Mülltüte mit wenig Sauerei) und beim vorherigen Polieraufwand fällt das nochmalige Pechhautgießen und anpassen nicht ins Gewicht.


    Zur Unterlage:
    Eine Unterlage die Unebenheiten ausgleichen soll, wird auch immer ein bisschen nachgeben. Die Frage keimte in mir auch schon oft! Ist der Teppich zu weich, verformt sich deshalb mein Spiegel unzulässig? Angenommen die Unterlage ist zu nachgiebig, dann wäre eine der Folgen das beim Polieren ein Berg in der Mitte stehen bleibt (vorausgesetzt die Pechhaut ist angepasst und i.O.). Hätte ich dauerhaft einen solchen Fehler würde ich die Unterlage tauschen. Nur Zeitungen wären mir (mal abgesehen von der Wasserverträglichkeit) zu wenig. Meine Feste Unterlage ist eine Küchenarbeitsplatte und diese ist wahrscheinlich ohne Ausgleich nicht Plan genug.


    Also dann noch zwei Körnungen und dann geht es los. Ich denk aber nicht vor Samstag, denn zum Pechhautgießen, Anpassen und anpolieren brauch ich ein paar ruhige Stunden.


    Gruß Rudi

  • Hallo Rudi,


    das PDI geht noch bei 16" f/4.5, keine Sorge.
    Solange sich die Igramme auswerten lassen, stimmen auch die Ergebnisse.


    Der Unterschied zu Bath oder Michelson ist, dass man in der Einstellung viel weniger Spielraum hat.
    Es gibt nur einen kleinen Bereich der sinnvolle Igramme hervorbringt.


    Leider braucht ein Neubau von Bath oder Michelson jede Menge Zeit, und man muss zusätzlich mit einer bewährten Methode gegenprüfen.
    Da hat das PDI den unschlagbaren Vorteil, dass es vom Design her "unfehlbar" ist.
    Ich würde mit dem PDI erstmal weitermachen und ggf etwas aufrüsten. Mikrometerschrauben sind da was feines[8D]


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">...Ist der Teppich zu weich, verformt sich deshalb mein Spiegel unzulässig?<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Es ist unmöglich einen Spiegel zu polieren, wenn man das Verbiegungs-Argument ernst nimmt.[;)]
    Das Glas verbiegt sich unter dem Polierdruck so oder so - keine Chance!
    Wichtig ist es, dass die vielen kleinen Verbiegungen in Summe eine gewisse Rotationssymmetrie erzeugen.
    Deshalb immer auf der Unterlage drehen und Rückseite rotationssymmetrisch schleifen.


    Beim Schleifen ist es ähnlich, mit dem Unterschied, dass sich das Tool nicht anpasst wie eine Pechhaut.
    Das heisst, dass die Handwärme unbedingt vom Tool isoliert werden muss. Ich verwende Styropor Klötzchen.


    Insgesamt bin ich mit einem dicken Wollteppich als Unterlage immer gut gefahren[:)]


    Viele Grüße
    Kai

  • Hallo Roland,


    es wurde hier eigentlich schon das Wesentliche genannt. Die Frage ob die Interferogramme vom PDI auch die richtige Auswertungen liefern, hat Kurt vor ein paar Jahren eindrucksvoll beantwortet. Der Link hierzu findet sich im Beitrag von Leonos (Kay)[;)]


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Das PDI war bei mir eigentlich nur solange eine Fummelei (beim 14" f/5) bis ich mir eine DSLR-Kammera gekauft hab...
    ...Eigentlich hatte ich vom Bath Interferometer erwartet, das es bei diesem eine endlose Fummelei gibt bis es zu brauchbaren I-Grammen kommt. Beim Bath müssen ja mehrere Komponenten (Strahlenteiler/Zerstreuungslinse/Auslenkspiegel..) aufeinander ausgerichtet werden<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Interferometrieren ohne Spiegelreflex halte ich für unmöglich. Ich hab von Beginn an beim Spiegelschleifen mit einer DSLR gearbeitet und die Probleme die es bei den 0815 Digicams gibt, kenne ich (glücklicherweise) nicht. Das hat aber auch zur Folge, dass ich das bei meinen Beschreibungen nie erwähne. Von demher ist es ganz gut diesen Umstand nochmal hervorzuheben.


    Die von Dir erwähnten Einstellungen beim Bath muss man nur einmal machen. Sobald alles Komponenten zueinander ausgerichtet sind, genügt das Aufstellen im RoC und Einfangen des Reflexes. PDI und Foucault sind ab da nicht anders.
    Grüße, Matze

  • Hallo zusammen,


    (wer sich das Pechhautgießen sparen will, bitte weiter unten bei der PDI-Auswertung Einsteigen)


    der Spiegel ist inzwischen anpoliert und erste Messungen mit PDI wurden gemacht. Aber der Reihe nach.


    Nach dem das 5µm durchgeschliffen war, sind mir am Drehteller (Küchenplatte) extreme Hügel aufgefallen. Diese sind an den Stellen entstanden, an denen ich für die 6" und 14" Spiegel die Stopper "hingespaxt" habe. Also 3 mit Lochkreis ca180mm und 3 mit Lochkreis 380mm. Ich weiß jetzt nicht wie lange die schon da sind, irgendwann ist halt Wasser in die Schraubenlöcher des Drehtellers eingedrungen und das Holz unter dem Resopal ist aufgegwollen.
    Also das zu übersehen ist mir immer noch ein Rätsel, da ich ja nach jeder Körnung den Drehteller gereinigt und die Teppichunterlage gewechselt habe.


    Egal! Wie solls weitergehen?
    1. Gleich wieder mit 25µm anfangen oder
    2. die Politur beginnen und mit PDI Messen um zu sehen ob sich ein nenneswerter Asti ergeben hat und dann zu entscheiden ob ich nochmal schleifen soll.


    Stand: 03.03.17
    So, ich hab mich für die 2. Möglichkeit entschieden. Als Poliertool habe ich mir dann aber erst ein 200mm Glastool gemacht, das ich wahrscheinlich sowieso noch brauch. Das kleine Tool ist schnell gemacht und an den Spiegel angepasst und außerdem habe ich dann im Fall eines Falles noch mein Schleiftool.


    Hier das Pechhautherstellen. Das ging fast "ohne" Gestank, da ich das Pech nur "gaaanz" langsam erwärmt habe. Erst am Ende des erschmelzens habe ich die Temperatur so weit hochgefahren, daß das Pech die Richtige Konsistenz hatte. Das dauerte allerdings dann auch 45Min (zwischendurch auch immer wieder den Topf von der Platte).




    Stand 09.03.17


    PDI-Auswertung um festzustellen ob Nenneswert Asti vorhanden ist. Die Auswertung habe ich aus vier I-Grammen mit unterschiedlicher Streifenlage erstellt.


    Im Bild unten sind drei einzelne I-Gramme mit der jeweiligen Einzelabweichung zur Sphäre dargestellt. Meine Auswertung habe ich mit den I-grammen gemacht die ein Profil wie Bild 1 und Bild 2 zeigten. Bild 3 zeigt ein I-gramm mit anderem Oberflächenprofil. Wahrscheinlich ist das hier die invertierte Wavefront. Woher weiß ich aber welches der I-Gramme die Richtige "ich nenn es mal Wavefrontorientierung" zeigt?? Ich habe da einfach an der Mehrheit festgemacht aber ob die der Wirklichkeit entspricht?




    Mein Hauptanliegen war aber die Prüfung auf Asti und ob ich wieder zurück zum schleifen muß. Folgend das Ergebnis der Auswertung. Ich kann zwar die Zahlen lesen aber deuten?
    Kann mir bezüglich des Astis hier jemand helfen!





    Im Voraus schon mal Danke fürs lesen und für die Antworten.
    Gruß Rudi

  • Hallo Rudi,


    das ist sehr wenig Asti.


    In OPenFringe folgendes machen:
    Surface ---&gt; links oben Surface Presentations --- &gt; Zernike based
    oben unter Zernikes ---&gt; View Zernikes ----&gt; disable all ---&gt; an die beiden Asti's wieder Häckchen ran
    Jetzt hast Du den Asti allein. Sollte irgendwas um Strahl 0.95 rauskommen.


    Ich würde auspolieren. Dieser Mini-Asti wird die Orientierung wechseln, verschwinden oder mehr werden - alles kein Problem und lässt sich poliertechnisch richten.


    Viele Grüße
    Kai

  • Hallo Rudi,


    für die Orientierung eignet sich meiner Ansicht nach der Foucaulttest noch am besten. Außerdem zeigt er dir ggf. gleich noch ein paar andere „Macken“ auf der Spiegelfläche.


    Wenn kein Tester zur Hand kannst du auch per Daumenabdruck versuchen die Oberfläche an einer Stelle zu erwärmen. In der Auswertung sollte dort dann ein Hügel zu sehen sein.



    Gruß
    Kay

  • Hallo zusammen,


    nach dem das Missgeschick mit der Unterlage anscheinend noch gut ausgegangen ist, habe ich angefangen die Pechhaut auf das 355mm Granittool (Schleiftool) zu gießen.


    Bei alleiniger Betrachtung des Astis in OF kam bei der Auswertung wie von Kai vermutet ca. 0,95 raus.


    Zur Orientierung der I-Gramme.
    Foucaulttester hab ich. Hätte ich auch drauf kommen können, aber manchmal denkt man nur in eine Richtung.


    Danke euch für die Antworten


    Gruß Rudi

  • Hallo zusammen,


    nach sechs Wochen will ich mal wieder über den Fortschritt beim Spiegelchen polieren berichten.


    Wer sich das anpolieren bzw. auspolieren sparen will bitte ab den Smilies weiterlesen.


    Zum auspolieren habe ich mir eine große Pechhaut mit 28° Pech auf mein Schleiftool (D355mm Granit) gegossen.



    Gelagert und bearbeitet wird diese unter Wasser. Bearbeitet soll heißen, Kanäle mit der Handsäge schneiden und die Oberfläche bei Bedarf von der gesättigten Pechhautoberfläche mit der Drahtbürste befreien. Da die Kanäle beim Sägen nur 2-3mm Breit werden, müssen hier einfach mehr Kanäle geschnitten werden damit man kleinere Facetten bekommt.
    Die Drahtbürstenbehandlung habe ich ca. alle 4h Polierzeit gemacht um die Poliermittelgesättigte Oberfläche wieder zu entfernen. Kann natürlich sein das die Oberfläche noch nicht gesättigt war aber ich wollte da mal kein Risiko eingehen, da gesättigte Pechhäute auch eine Kratzerquelle darstellen. Danach mit ca. 40-50°C warmen Wasser angepasst (Pechhaut mit der Duschbrause abgeduscht).
    Ansonsten habe ich vor der Politur das Tool 2h auf den Spiegel gelegt und bei 20-23°C Raumtemperatur kalt angepasst.


    Poliert wurde ausschließlich TOT mit W-Strichen und ca. 1/3-1/2 Überhang. Das hat dann ca.15 Stunden Polierzeit (also nur polieren ohne Arbeiten drum herum) in Anspruch genommen bis der Spiegel annähernd auspoliert war.


    Nach den ersten 3h Politur konnte mit einem 25mm Okular im Gegenlicht noch kein wesentlicher Polierfortschritt festgestellt werden. Dann ging es ans Messen. Zuerst mit Foucault und 7 Zonenmaske.
    Danach wurde mit PDI gemessen und OpenFringe (OF) ausgewertet.


    Stand 17.03.2017


    Was man sieht ist das die Mitte stärker bearbeitet wird als weiter Außen. Also hab ich mit der Drahtbürste die Mitte des Tools inaktiv gemacht, in der Hoffnung dass ich durch diese Maßnahme das "Tal" in der Mitte wieder raus bekomme. Hat ja dann auch geklappt, aus dem "Tal" wurde dann ziemlich schnell ein Berg. Man hat das auch sehr schön an der Pechhaut gesehen, dass diese im Mittenbereich auch tatsächlich kaum noch gegriffen hat. Das Ergebnis sieht man im nächsten Bild nach 4 weiteren Poliersessions a 45Min .


    Stand 21.03.17


    Danach wurde die Pechhaut wieder komplett angepasst und mit W Strichen mit 1/3-1/2 Überhang weitergemacht.
    Stand 06.04.2017 (annähernd auspoliert nach ca. 15h reine Polierzeit)


    Die Oberfläche habe ich dann noch mit der LED-Lampen-Okular Methode überprüft (http://www.astrotreff.de/topic…PIC_ID=202020&whichpage=2 siehe Antwort von "Fraxinus"). Da war ich dann wieder der Meinung, daß die Oberfläche noch nicht auspoliert ist.
    Also habe ich nochmal 3 Stunden W-Striche mit max. 1/3 Überhang draufgepackt und war mir dann wieder nicht sicher bezüglich des poliergrades.


    [:)][:)][:)][:)][:)]


    13.04.17
    Mit einem Mikroskop (was man nicht alles im Kinderzimmer findet) habe ich von der Oberfläche folgendes Bild gemacht.



    Man sieht einen Kratzer und zwei Pits ansonsten nichts. Ich geh jetzt mal davon aus der Spiegel weitesgehend auspoliert ist.
    Insgesamt habe ich 14 Kratzer auf dem Spiegel mit einer Gesamtlänge von 185mm.
    Alle Kratzer sind auch im schräggehaltenen Spiegel unter einer Lampe fast nicht zu erkennen. Ich habe um diese zu entdecken den ganzen Spiegel mit der LED-Lampen-Okularmethode abgefahren und die Kratzer mit Folienstift markiert (1,5h hats gedauert).


    Die Form des Spiegels sieht jetzt wie folgt aus.


    Die Kratzer sind zwar nicht schön (auch wenn man diese nicht direkt sieht), dürften aber kein großes Problem darstellen, oder?
    Ich werde auf jeden Fall noch so lange polieren, bis bei den längeren Kratzern deutliche Unterbrechungen sichtbar werden damit ich bezüglich des Poliergrads sicher bin und noch ein paar Löcher "ausgewetzt" werden.


    Zu der Form. Ich hab wie einige anderen Mitschleifer grad auch einen abgesunkenen Rand. Dem würde ich jetzt zu Leibe rücken, die Frage ist nur wie! Da ich ein Subtool hab fällt die Rintoolmethode aus. Mit einem "Zonenhobel" wie in den unteren Links beschrieben müsste das ja funktionieren.
    http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=208362
    http://www.astrotreff.de/topic…OPIC_ID=95114&whichpage=3


    Wenn sich dann keine Verbesserung einstellt, kann ich es ja immer noch mit dem Daumen versuchen.
    Lieg ich da mit meiner Einschätzung richtig?


    Gruß Rudi

  • Hallo Rudi,


    sehr interessant, dass Du mit "drahtbürsten-inaktivierter" Mitte ein recht ähnliches Bild mit Zentralberg und Ringwall bekommst, wie ich mit meiner Strichführung und Vollflächentool.
    Ich hatte das Gefühl, dass ich bei der Politur mit 1/3 Überhang meine Kante ziemlich schnell runtergehobelt habe, ich hatte allerdings nicht so viele W-Striche sondern mehr wie in meinem Nachbarthema skizziert. 1/2 Überhang würde ich mich jetzt gar nicht mehr trauen, bin jetzt eher bei 1/4.


    Dann scheinen wir ja jetzt (mal wieder [:)]) einen recht ähnlichen Stand zu haben. Wie sieht denn Deine Kante im Foucault aus ? Ich finde mittlerweile die Igramm-Auswertung zur Beurteilung der Kante auch nur noch eingeschränkt nützlich.


    Ich schrecke auch noch vor der martialisch wirkenden Daumenmethode zurück, aber wenn die Verzweiflung groß genug ist, wird es wohl sein müssen.


    Gruß
    Daniel

  • Hallo Ihr beiden,


    Ich schleich' jetzt hier jedem mit Randproblemen hinterher und flüster' euch ins Ohr: "Däumchen, Däumchen..."


    Kürzere Striche helfen (bei mir zumindest) definitv, einem abgefallenen Rand vorzubeugen, aber wenn der mal da ist, geht er auch so schnell nicht mehr weg.


    So martialisch das alles klingt und aussieht, man hat damit mehr Kontrolle als man denkt. Gerade hab ich noch mal mit dem flachen Zeigefinger "retuschiert". Sowas stelle ich mir vorallem mit Zonenhobel sehr schwer vor, da der ja irgendwie auch eine Kante hat und das ganze Brett ja sehr präzise geführt werden muss. Außerdem ist mit dem Daumen die Rille in der Scherbe bevor das Pech überhaupt erst auf dem Hobel ist.


    Grüße und Daumen hoch! oder runter?


    Alex

  • Hallo zusammen,


    ich denke ich probier es doch mal mit dem Daumen, Alex sein Bericht macht da Mut. Ich hatte bei meinem 14" auch schon mit dem Daumen den Rand bearbeitet. Allerdings bekam ich die Daumenspuren nicht mehr ganz weg. Die waren im Foucault am Ende noch "gaaanz" schwach wahrnehmbar.


    ==&gt; Daniel. Ja ich denke die langen Striche mit viel Überhang lass ich jetzt besser mal. Zur Beurteilung des Rands mit OF kann ich nicht viel sagen, die Kurven nach der Auswertung sehen ähnlich aus wie mit Foucault und Coudermask. Mit Foucault ist bei mir auf jeden Fall zu erkennen, daß am Rand (so bei Durchmesser 380) der Krümmungsradius gegenüber den weiter innen liegenden Zonen länger ist (ca.1mm). Auf den letzten ca. 5mm bis zum Rand nimmt der Krümmungsradius sogar noch stetig zu.



    Dann geh ich mal in den Keller und lass den Daumen kreisen. Was kann schon passieren?!


    Gruß
    Rudi

  • Hallo Rudi,


    Viel Erfolg dabei und schonmal sorry für die Blase am Daumen!


    Ich hab festgestellt, ich fang mir diese groben Daumenspuren eher ein wenn ich lange Striche auf einmal mach. Je kürzer die einzelnen Bewegungen sind, desto sanfter auch das Ergebnis.


    Hast du bei deinem 14Zöller danach mit Fullsize oder kleinen Tools geglättet?


    Grüße
    Alex

  • Guten Morgen Daniel, Rudi und Alex,


    der Daumen ist eine feine Sache, keine Frage!
    Diese Methode wurde schon von den alten Linsenschleifern eingesetzt, um Schlieren im Glas lokal zu retouchieren.
    Am Anfang der Politur, um bei der Sphäre den Rand hinzubekommen, ist der Daumen Gold wert.


    Kleinere und mittlere Spiegel werden nach der Methode von Ritchey parabolisiert, das "Innere" wird ausgehöhlt bis die Krümmung am Rand zur Parabel passt. Der Rand wird also nicht mehr angefasst.


    Wenn man jetzt den Spiegel aus Versehen überkorrigiert, <i>muss</i> entweder zur Sphäre zurück um den Rand zurückzuholen.
    <i>Oder</i> man holt den Rand bei bestehender Parabel zurück. <i>Anders</i> kommt man aus dieser Situation nicht heraus, da kannt die Parabel keinen Spaß!
    Dass ist der Grund, warum Generationen von Spiegelschleifern so eine Höllenangst vor Überkorrektur haben.[xx(] Mit Foucault tut man sich brutal schwer, den Rand einer Parabel zu verschlimmbessern.
    Mit Interferometer ist es "nur" ein handwerkliches Problem.


    Wenn man zur Sphäre zuückgeht ist der Daumen das Mittel der Wahl.


    Für Korrekturen in der Parabel ist der Daumen bei mir tabu!
    Aus zwei Gründen:
    Erstens sollte die Daumenpolitur danach reichlich Pech "sehen".
    Zweitens hat man sehr schnell Rillen von undefinierter Tiefe drin, die man mit Minitools nicht wieder in Form bekommt.


    Am Parabelrand ist der Zonenhobel ideal, weil man damit den Abtrag besser steuern kann und die Fläche nicht rillig/bucklig wird.


    Die Frage ist also nicht Daumen oder Zonenhobel sondern: zurück zur Sphäre oder Operation am "schlagenden Herz".


    Viele Grüße
    Kai

  • Hallo Kai,


    Ich hab bis jetzt noch keine andere Erfahrung gemacht aber bei kleinen Spiegeln ist die Parabel ja recht schnell da (und auch wieder weg), da würde ich garnicht erst versuchen, die zu erhalten während ich mich am Rand zu schaffen mache.


    Der Zonenhobel scheint vorallem bei größeren Scherben wirklich eine elegante Lösung zu sein. Wobei ich da auch die Angst hätte, mir mit der Härte oder Verteilung des Pechs noch mehr Probleme zu machen. Wenn bei zukünftigen Projekten mal wieder Bedarf besteht, würde ich das aber sehr gerne auch mal probieren.


    Daumen ist halt auch schön wenn man JETZT den Rand retten will und nicht erst ein passendes Tool besorgen und mit Pech belegen möchte.


    Aus den Gesprächen hier im Forum könnte man schon einen dicken Wälzer zum Thema Rand verfassen. Mir schweben da Titel vor wie "Living on the Edge" oder "Push it to the Limit"...


    Grüße
    Alex

  • Hallo Zusammen,


    ==&gt; Alex: Mit Blasen gibts keine Probleme aber den Daumen könnte ich auf einer Richtplatte wieder gradklopfen. 20 Runden habe ich schon und man sieht schon eine Spur. Ich werde jetzt erstmal alle 10 Runden mit Foucault prüfen um den Fortschritt genau zu verfolgen. Ich mach das ganze mit Drehteller d.h. der Daumen ist mehr oder weniger an der gleichen Stelle und der Spiegel dreht sich darunter weg, also mach ich eher sehr lange Striche. Die nächsten Runden werd ich mal die kurzen Striche versuchen.
    Bei meinem 14er hab ich wahrscheinlich auch einfach zu lange mit dem Daumen "operiert". Geglättet habe ich damals mit Fullsize und Subtool (150mm). Versteh das mit den Spuren bis zum Schluß nicht falsch, die waren mit Foucault gerade noch sichtbar.



    Dank euch für die Beiträge.


    Gruß Rudi

  • Hallo Zusammen,


    nach sehr langer Zeit ein Fortschrittsbericht.
    Ausgangspunkt ist ein sphärischer Spiegel mit einem leicht zurückgebliebenen Randbereich von ca. 15mm Breite und einem ca.0,2mm längeren Krümmungsradius als die Zone weiter innen. Im Foucaultbild waren sonst noch einige leichte Zonen erkennbar. Die zugehörige Auswertung (4 Igramme / Low Pass 0,06) mit OpenFrige sah wie folgt aus.



    Jetzt wollte ich eigentlich noch so lange an der Sphäre "rumdoktern", bis im Foucault keine Zonen mehr sichtbar sind, bzw die Profilkurfe (Wavefront Error) flacher wird. Inzwischen konnte ich aber beim einlesen der I-Gramme nicht sicher sagen ob diese jetzt invertiert sind oder nicht (meistens waren zwei invertiert und zwei nicht) und somit nicht mehr ohne Foucault entscheiden ob das jetzt in der Mitte ein Berg oder Tal sein soll. Mein Plan war deshalb mit dem Parabolisieren zu beginnen so bis CC-0,1, damit es eindeutig wird wie die Wavefronts orientiert sind (Tal in der Mitte bezogen auf die Sphäre).


    Parabolisieren zum Ersten:
    2x40Min. MOT mit großem seitlichen Überhang ähnlich dem Grobschliff. Folgend das Ergebnis.



    Das ging mir dann doch ein bisschen zu extrem auf die Mitte. Es musste eine andere Strategie her.


    Parabolisieren zum Zweiten:
    TOT mit 200mm Subtool ohne seitlichem Überhang des Tools (bzw. nur sehr wenig Überhang) und der Spiegel auf dem Drehteller. Die Strichführung folgt zwei Ovalen Bahnen und auf die nach innen zeigende Toolseite wird leichter Kantendruck ausgeübt (Bild unten). Endergebnis Kurve 3 Bild unten.



    Das alles ging zwar jetzt sehr langsam aber dafür ging es zielstrebig in kleinen Schritten Richtung Parabel. Meine Strichführung war wahrscheinlich mehr am neutralen Strich als an dem zum Parabolisieren.


    Parabolisieren zum Dritten:
    Jetzt sollte der Zentralberg von Kurve 3 abgetragen werden. Dies wollte ich mit einem 70mm Subtool wie im Bild unten beschrieben machen. Zuerst machte ich 20Min. Rosettenbewegungen innerhalb eines 120mm durchmessenden Bereichs mit Ergebnis Kurve 4. Jetzt hatte ich ein unschönes Loch in der Mitte das ich mit folgender Strichführung des 70mm Tools wieder ausbügeln wollte. 105Min. Rossettenbewegungen mit dem Toolmittelpunkt um den 120mm Kreis mit dem Ergebnis Kurve 5.



    So das ging jetzt schon in die richtige Richtung. Mit der Strichführung machte ich dann nochmals 60Min. weiter, nur das ich die ovalen Bewegungen größer ausführte.


    Leider hab ich dann nichts mehr Dokumentiert und nur noch hier und da noch ein bisschen mit dem 70mm Tool poliert und eher mehr gemessen als poliert. Der jetzige Stand sieht also folgendermaßen aus.
    Auswertung mit 4 Igrammen in 0° und 4 Igrammen mit Spiegel 90° und Wavefront um 90° zurück gedreht.



    Im Foucault sieht das ganze auch recht ordentlich aus. Ich versuch noch eine Bilderserie zu machen, allerdings krieg ich die Foucaultbilder nicht gut hin.


    Bevor ich da noch weiter dran rumpolier, will ich den ROC nochmals (zum x-ten mal) vermessen. Das mach ich mit einem Laserabstandsmesser und mit einem Maßband.
    Mit Coudermaske will ich den Spiegel auch noch vermessen. Zudem soll der Spiegel, bevor weiter dran rumgedoktert wird, noch einen Stern und den Mond zu Gesicht bekommen.


    Gruß Rudi

  • Hallo Rudi,


    also den reinen Zahlen nach könntest Du den Spiegel wohl eigentlich für fertig erklären, oder ?
    Wie sieht denn die Kante jetzt in Igramm und Foucault aus ?


    Haben denn die einzelnen Wavefronts auch solche markanten Hubbel, die dann auf das gemittelte Ergebnis durchschlagen ?
    Dann wäre die Frage, ob die Hubbel wirklich auf dem Spiegel sind, oder nur Artefakte aus den Igrammen. Zeig doch mal ein Igramm. Falls nur Artefakte, könntest Du auch mal 2x8 statt 2x4 Igramme für die Mittelung aufnehmen, dann werden die "unechten" einzelnen Hubbel noch besser ausgemittelt und der Strehl wird noch höher.


    Gruß
    Daniel

  • Hallo Daniel,


    leider hab ich die I-Gramme nicht gespeichert aber ich werde einfach noch eine Messung machen, dann kann ich ein I-Gramm zur Diskussion hochladen. Von der Beurteilung der I-Gramme bezüglich der Spiegelqualität oder der Kante bzw. Rand habe ich eigentlich keine Ahnung. Ich schau halt das die Bildqualität einigermaßen ist und die "unwarp Errors" klein.


    Mit "Hubbel" meinst Du da das berechnete Foucault-Bild? So sieht das echte zum Glück nicht aus.


    Danke für die Antwort.
    Gruß Rudi

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