Apparativer Einstieg Astrofotografie

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  • Hallo zusammen,
    ich befasse mich mit dem Gedanken des Einstiegs in die Astrofotografie. Vor ca. einem halben Jahr habe ich mir ein Skywatcher Dobson 10" zugelegt und komme gut zurecht und viel Freude damit. Fotografiert habe ich auch einige Male an einem Vereinsteleskop C14, 'Klassisch' mit Lights/Darks usw Serien und mit DSS verarbeitet und das Ergebnis hat mich umgehauen (auch wenn die Profis milde lächeln würden). Der Hunger ist also da. Aber die Warte ist weit (naja) und die Nächte kalt und bei längerer Belichtung daneben stehen...naja, der Garten ruft, kennt Ihr sicher. Nun meine Fragen:


    1) Ist eine sinnvolle Astrofotografie Erweiterung meines SW10" sinnvoll z.B. über die neue NEQ-6 Pro Montierung (oder anderes Fabrikat) und entsprechendem Guiding? Meine Sony Alpha SLT65 macht selbst im unüberarbeiteten Zustand schöne Fotos. Allerdings komme ich nur via Barlow in den Fokus, aber sicher lässt sich das auch anders darstellen. Oder ist das Teil zu groß und schwer? Will keinen faulen Kompromiss.


    2) Welche Belichtungszeiten wären damit möglich?


    3) Gibt es ansonsten eine anderweitige Empfehlung für bis max. 3000 EUR total? Das sollte dann aber auch visuell und teleskoptreffengeeignet sein (mobil..). Oder kann ich mir das unter 5000 EUR von der Backe kratzen? Wenn ich mir in den Foren, Newslettern immer die Ausrüstung ansehe die für die z.T. überwältigenden Fotos verwendet wurde, scheinen die 5000 Euro eher JEWEILS für Teleskop, Montierung, CCD investiert worden zu sein...


    Danke für Eure Einschätzung
    Andreas

  • Hallo Andreas,


    für den Einstieg in Astrofotografie würde ich von dem 10" SW Newton auf der EQ6 absolut abraten. Bis du damit halbwegs gute Fotos bekommst, hast du das Hobby schon wieder aufgegeben. Der Tubus ist schlichtweg zu groß, ein Newton in der Klasse fotografisch schwer zu beherrschen.


    Andere Lösung- ein für Foto ausgelegter deutlich kleinerer 150/750 Newton oder noch kleiner ein halbwegs farbfreier ED-APO, besser en "richtiger" APO.


    Diese kleineren Optiken sind einfacher zu zähmen und es muss keine EQ6 sein, da tut es eine HEQ-5 auch noch. An zusätzlicher Ausrüstung wäre ein Komakorrektor für den Newton bzw. ein passender Flattener für den ED/APO nötig, dazu würde ein MGen zum Guiden passen. Mit DSLR ist dann kein Laptop zusätzlich nötig. <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Das sollte dann aber auch visuell und teleskoptreffengeeignet sein (mobil..).<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Wenn dein 10"er nicht gerade eine absolute Gurke ist, wirst du natürlich mit kleinerer Öffnung visuell etwas enttäuscht sein. 150mm oder ein Refraktor mit 80-100mm zeigen nun mal im Bereich Deepsky deutlich weniger. Aber EQ6 und der 10" Newton wären dafür alles andere als "mobil" und so montiert ist ein Newton für visuell dazu noch sehr unangenehm. Bei jedem Schwenk stehen OAZ und Sucher in einer anderen Position. Im Gegensatz zum Dobson- da ändert sich nur die Einblickhöhe.


    Gruß
    Stefan

  • Hallo Andreas,


    als jemand der selbst er vor etwa einem Jahr mit der Astrofotografie angefangen hat kann ich Dir von einigen (leidvollen) Erfahrungen berichten ;-)


    Ich gebe Stefan absolut recht, ein 10" Newton ist ganz bestimmt nicht das richtige Instrument um einzusteigen.


    Wenn Du einen Garten hast, halbwegs ordentlichen Himmel (also nicht gerade mitten in einer Stadt mit &gt;50.000 Einwohnern) und das Zeug nicht vom dritten Stock aus rauf- und runter tragen musst bist Du schon gut dran.
    Wichtig ist auf jeden Fall die Basis, also die Montierung. Die sollte so groß sein, dass Du sie gut auf- und abbauen kannst ohne Dich zu quälen (sonst tut man es irgendwann nicht mehr). Wenn die finanziellen Reserven gegeben sind würde ich mit einer EQ-6(R) oder HEQ5 einsteigen. Meine Vixen GP ist mit dem 150/50 Newton und Zubehör schon ziemlich am Ende ihrer Möglichkeiten was den Einsatz für die Astrofotografie angeht. Mit der EQ-6R wurden ja anscheinend viele Probleme gelöst die die EQ6 so hatte. Damit hättest Du eine Basis die auf viele Jahre trägt (SCNR).


    Meine Erfahrung nach ist der Einstieg umso schwieriger, ja länger die Brennweite ist. Daher würde ich mit wenig davon beginnen. Das heißt aber nicht, dass man damit nur wenig machen kann. Im Gegenteil. Viele Objekte sind ziemlich groß und mit der kürzeren Brennweite gewinnt man ein größeres Feld. Schau Dir mal den Skywatcher 130PDS an. Ein kleiner feiner Newton der mit f5 schon ziemlich viel Licht einfängt. Die kleinen Pixel Deiner Sony sind da fast schon grenzwertig :-) Mit dem Instrument erreichst Du ein FOV von 2.07° x 1.38° bei 1.24"/Pixel. Schau mal bei Astrobin nach Aufnahmen die mit dem Instrument gemacht wurden.


    Auch mit (Tele-)Objektiven kann man schöne Aufnahmen machen und sich dabei mit Guiding und Montierung vertraut machen. Dazu habe ich einen Prismenschiene mit einem Sucherhalter bestückt und kann DSLT und Sucher mit Guiding Kamera parallel auf die Montierung schnallen. Das klappt prima und mit guten Ergebnissen. Sicher, dazu braucht es keinen EQ6R aber der Newton ist ja auch noch da.


    Der kleine Skywatcher mit einem Komakorrektor (Baader MPCC ?), Cheshire Okular, Bahtinov Maske, 8x50 Sucher mit Parafokaladapter und Guiding Kamera (ASI 120MM ?) sowie Adaptern für die Kamera und evtl. noch einem IDAS D1 (je nach Himmel). Das wäre ein Paket mit dem Du schon mal ziemlich weit kommen wirst. Auch wenn Du später mal mit einem größeren Instrument weitermachst, ist der kleine wegen seiner geringen Brennweite immer noch gut zu gebrauchen. Teuer wird es sowieso, denn die ‚Kleinigkeiten’ läppern sich ganz schön. Ist halt kein billiges Hobby.


    Alles in allem liegst Du dann schon bei ~2.500€. Ach ja einen (einfachen) Laptop brauchst Du ja auch noch ;-)



    Mehr geht immer, aber ein Fahranfänger hätte an einem Ferrari auch nicht (lange) Spaß. Mit einer soliden Basis hast Du aber viele Möglichkeiten später aufzurüsten ohne dann alles wieder neu kaufen zu müssen. Auch wenn das erste Instrument auf der Montierung evtl. etwas mickerig aussehen mag ;-)


    Wenn ich eines gelernt habe dann, dass in der Astrofotografie fast nix so einfach ist wie es aussieht. Nach ca. einem Jahr bin ich jetzt so weit das mit die Bilder wirklich gefallen. Ulrich hat mal mit einem Augenzwinkern geschrieben "Astrofotografie, ist die Garantie zum Scheitern mit der Option auf Erfolg." Wenn's dann aber klappt, ist es einfach großartig !


    Viele Grüße
    Michael

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"> Allerdings komme ich nur via Barlow in den Fokus, aber sicher lässt sich das auch anders darstellen.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Das geht sehr simpel mit dem TS Quattro-Komakorrektor, der einen recht großen extrafokalen Weg benötigt und die Brennweite nur um 15% verlängert. Ob eine EQ6 noch tragfähig genug ist, kann ich - da ich weder eine EQ 6 noch einen SW 10" Dob habe (nur eine CGEM, die ähnliche Tragfähigkeit aufweisen soll) - nicht beurteilen. Stefan hat wohl beides.


    Zu Frage 2.: Das hängt vom Himmel ab und davon, ob du einen Autoguider benutzt oder nicht. Mit Autoguider am Sucher (MGen...) sind normalerweise 5min drin, die ISO stellt man dann so ein, daß der Hintergrund gerade erkennbar wird.


    Zu Frage 3.: man _kann_ jeweils für Scope, Montierung und CCD 5k€ ausgeben, muß man aber nicht. Allerdings schließt sich das etwas aus - fotografisch perfekt und teleskoptreffengeeignet - weil eine EQ6 schon grenzwertig schwer ist. Ich würde das wohl so machen: Einen kleinen Newton (max 8" f/4) auf einer AVX (weil Goto zum Fotografieren nicht zu verachten ist) oä. montiert mit Sucherguiding und den Dobson so nehmen wie er ist zum visuellen Gucken. Für zu hause hat man damit auch noch genug Spaß.
    (Wenn es bei Dir im Garten aber sehr windgeschützt ist, kann eine EQ6 auf Betonsäule montiert durchaus ausreichend sein für den 10", nur ist die Säule nicht so wirklich transportabel [;)] )

  • Hallo zusammen,
    möchte den Faden nochmal aufnehmen.
    Nach Euren ersten Antwortwelle und weiteren Recherchen bin ich jetzt in folgender Richtung unterwegs:
    a) APO bis 107mm oder b)
    Newton bis 150mm
    Beide eher f/5 oder f/6
    Nach bisherigen Erkenntnissen scheint mir der APO teuerer (wesentlich), von der Bildqualität etwas besser, nicht justierbedürftig, tendenziell kleiner (==&gt; Wind), der Newton viel billiger (kritisch: Backfocus), mehr Öffnung, aber windanfälliger.


    FRAGE 1: Mir scheint der Preisfaktor zwischen einem ED APO und einem Newton ca durchaus 5 zu betragen. Oder was macht den Unterschied zwischen einem APO zu 600 und einem zu 2000Euro bei gleicher Öffnung/Linsenzahl/Brennweite aus? Kriege ich 'was gscheids' unter 1000 Euro?
    FRAGE 2: Gehen wir mal von etwas um die 7 kg aus. Kann ich dann mit einer NEQ5PRO SynScanGoto vernünftige Astrofotografie betreiben?


    FRAGE 3: Was haltet Ihr von der folgenden Kombi:
    (Kamera: SonyAlpha 65SLT).


    TEL Omegon Apochromatischer Refraktor AP 102/714 ED Triplet OTA
    MONT NEQ5PRO SynScanGoto
    GUID Omegon Kamera Easy Autoguiding-Set60 oder ist das nur für Planeten und ich benötige eher Lacerta MGEN + Skywatcher Teleskop AC 80/400?


    Mir ist wichtig:
    - Transportabilität; Ich bin hier am Rande einer 100,000EW Stadt, der Garten ist auch nicht optimal - da sollte man nicht zuviel schleppen.
    - Praktikabilität: Je störungsunanfälliger, einfacher aufzubauen umso besser
    - Geld spielt definitiv eine Rolle
    - Und, ja, Bildqualität. 2 Stunden belichten und M1 ist ein graues Häuflein Matsch, dann habe ich keine Freude (Stakking usw kenne ich mich schon ein wenig aus).
    Danke für Eure Tipps/Einschätungen.
    Gruß + CS
    Andreas

  • Hi Andreas, <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Oder was macht den Unterschied zwischen einem APO zu 600 und einem zu 2000Euro bei gleicher Öffnung/Linsenzahl/Brennweite aus? <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Tja, unterschiedliche Glassorten. Und selbst wenn für beide z.B. mit FPL51 geworben würde- die Glashersteller bieten durchaus unterschschiedliche Qualitäten einer Glassorte an. Im teueren APO dürfte dann die beste Qualitätsstufe stecken, im günstigen vielleicht grob gesagt "zweite Wahlglas". Dazu kommt die Qulität der Linsenbearbeitung und die Qualität der Beschichtungen.


    Dazu kommt der in der Objektivfassung steckende Aufwand. Gut justierbar gebaut und vor allem Justage haltend oder "Linsen stecken nicht justierbar in einer Fassung". Wie gut ist die Fassung gefertigt? Stabil gegen Temperaturänderungen?


    Weiter- was taugt der Okularauszug? Ein wirklich guter OAZ kostet soviel wie der von dir gelinkte Omegon-APO. [:D] Und gerade fotografisch ist der nicht kippelnde OAZ wichtig.


    7kg fotografisch auf der EQ-5. Wäre mir schon fast etwas knapp bemessen.


    Zu dem Omegon Kamera Easy Autoguiding-Set60- wozu man für eine Guidingkamera 1,2MPixel benötigt ist mir schleierhaft, die kleinen Pixel sind typisch nicht so lichtempfindlich. Mit DSLR fotografieren bedeutet normalerweise- du willst nicht unbedingt einen Laptop mitschleppen- und in dem Fall ist der MGen die bessere Lösung.


    Gruß
    Stefan

  • Hallo Sportsfreunde,
    anbei nochmal Rückmeldung -


    Eine gebrauchte HEQ5PRo Goto mit 150/750 Newton steht jetzt bei mir im Garten und ich arbeite mich durch die anfänglichen Schwierigkeiten, aber mit ungebrochener Begeisterung.


    vielen Dank für Eure prima Tipps.


    Demnächst hoffe ich erste Bilder hochladen zu können. Der Mond kümmert mich nicht, habe andere Probleme [:D]
    Gruß
    Andreas

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