Skywatcher EQ6-R pro erste Erfahrungen

  • Hallo zusammen,


    So an alle, die es brennend interessiert, hier die ersten Eindrücke der neuen Skywatcher-Montierung EQ6 - R pro...
    Was fällt beim Auspacken auf?


    Stativ: Hier hat sich zur EQ6 nicht viel geändert, nur der Zapfen für die Azimutverstellung ist jetzt geschraubt und nicht mehr aus einem Guss mit dem Stativkopf und hat eine 2. mögliche Position.
    erster EIndruck:


    Die ganze Montierung macht einen sehr wertigen, stabilen Eindruck, die Achsen laufen sauber und ohne großen Widerstand.
    Montierungskopf:
    Das Auffälligste ist sicher Griff, zum auf das Stativ geben und tragen der Montierung wirklich sehr angenehm.
    Gewicht: 17,2 Kg (gemessen)


    Altitude-Verstellung:
    Die früher anfälligen 10er Schrauben wurde durch robustere 12mm Schrauben ersetzt, auch die Azimutschrauben sind jetzt 12mm starke robust wirkende Dinger :-)
    Die Höhenverstellung selbst ist der EQ6 sehr ähnlich, nicht ganz leichtgängig, was aber glaube ich nicht weiter stört. Der Anstellwinkel der beiden Schrauben auf den Druckblock und die stärkere Dimension der Schrauben sollte aber vernünftig funktionieren, ein Verbiegen wie beim Vorgänger sollte hier nicht passieren. An die komfortable Höheneinstellung der AZ-EQ 6 kommt sie aber nicht ran.


    Stromversorgung:
    Wie bei den AZs bekannt, ist sie jetzt verschraubt. Ein Pluspunkt. Der Nachteil ist, dass man jetzt das Firmware Update nicht mehr ohne die Montierung durchführen, da eine direkte Stromversorgung der Synscan 4 Handbox mit dem mitgelieferten Kabel nicht möglich ist. Das war auch schon bei den beiden AZs so und vielleicht sollte Skywatcher das auch bitte in die Handbücher mit aufnehmen oder einen Adapter mitliefern?!


    Apopos Update: Die Montierung ist heute frisch ausgeliefert worden und hat keinen aktuellen Software-Stand? Das geht mal garnicht, liebe Leute, nicht bei dem Preis! (Ein Zettel mit dem Hinweis auf das nötige Update liegt zwar bei, aber trotzdem)


    SnapIN-Schnittstelle:
    Wie schon die StarAdventurer kann auch die EQ6R die Kameraauslösung steuern. Nicht verkehrt, aber wer den Mgen hat, wird das nicht brauchen.


    Betrieb:
    Bei Einschalten hört man - nichts. Absolut geräuschlos - das kenne ich bisher bei keiner Skywatcher-Montierung. Im Nachführmodus ist es ein ganz leises Zwitschern, bei voller Goto-Geschwindigkeit hört sie sich an, wie die AZ-EQ6, etwas lauter als die AZ EQ5, aber deutlich leiser wie die alte HEQ5 (zur EQ 6 fehlt mir der Vergleich) alles in allem aber absolut ok. Einen Krieg mit den Nachbarn wird sie jedenfalls nicht auslösen :-)
    Die Riemenantriebe sind schon was Feines. Die Achsen sind, soweit man das ohne Nachtbetrieb sagen kann gut eingestellt, kein Schneckenspiel, kein Wackeln, so wie es sein soll.


    Zum Thema Encoder:
    Laut Herstellerspezifikation ist nirgendwo die Rede von Encodern wie bei den AZ - Montierungen. Allerdings lässt sich der Menüpunkt "Auxillary Encoders" in der Handbox aktivieren, was laut Synscan Anleitung nur funktioniert, wenn die Montierung Encoder besitzt?? Hier kann nur der erste Test am Sternenhimmel engültige Gewissheit bringen... Ich werde berichten soweit Wetter, Beruf und Zeit es zulassen....


    Die Bilder folgen, sobald der Astrotreff mich was hochladen lässt (momentan sagt er nur Access "denied" ([B)]


    Viele Grüße und CS


    Stefan

  • Hi Stefan,


    vielen Dank fuer diesen schoenen Bericht Deines Ersteindruckes. Bis auf den Glitch mit der Software scheint ja alles okay zu sein.


    Das Stativ hat uebrigens schon bei der NEQ6-pro und bei der alten schwarzen EQ6 den einschraubbaren Zapfen, der in zwei Positionen gebracht werden kann (sodass ein Bein im Norden ist oder eben im Sueden, je nachdem wie man am Besten Totpunkte vermeidet).


    Ich wundere mich, ob die Druckflaechengeometrie am Polblock auf hoehere Breiten hin angepasst wurde. Das war naemlich eigentlich das grundlegende Problem, dass die M10-Schrauben im flachen Winkel auf die Gussflaeche des Rektaszensionsachsgehaeuses trafen. Ich kenne jemanden, der dort einfach eine prismenfoermige Platte anschraubte, um das bei seiner EQ6 zu aendern.


    Zum Thema Encoder: Die sollen ja verhindern, dass das Teleskop beim versehendlichen Anstossen seine Referenz verliert. Erfahrungen, die ich mit unserer Vereins-EQ8 habe, sind aber nicht so gut. Nachdem ein Kind bei einer oeffentlichen Beobachtung das Teleskop angestossen hatte, fing die Montierung an zu "spinnen". Parkposition war nun mit der Oeffnung nach unten, und beim Einstellen der Leitsterne zeigte auch immer das falsche Ende des Teleskops dorthin. Wir haben die Encoder daraufhin deaktiviert und nun laeuft alles zuverlaessig.

  • Hi Jürgen,


    in Sachen Polhöhe kann ich nicht sagen, was genau geändert wurde, da ich nie eine EQ6 hatte, ich kenne sie nur vom sehen und mal Durchschauen (also durch das Teleskop drauf, nicht durch die Monti :-) ).
    Der Winkel ist immer noch relativ flach, allerdings sollten die gut abgerundeten und vor allem deutlich stärkeren Schrauben schon funktionieren, ohne gleich zu verbiegen oder sich in den Zapfen einzugraben. Wirklich beweisen kann dies aber erst der Langzeittest. Die Höhenverstellung der AZ ist aber sicher noch die elegantere und bessere Lösung.
    Zu den Encodern, die funktionierten zumindest an der AZ-Eq5 schon ganz ordentlich, man sollte sie nur ab und zu mal neu synchronisieren, sonst kommt in der Tat nur Unfug raus...


    Viele Grüße


    Stefan

  • Hallo Stefan


    Ich bin gerade am überlegen mir eine Montierung zuzulegen und liebäugle mit der NEQ6 R (sozusagen als Investition in die Zukunft). Kannst Du schon was aus der praktischen Arbeit mit der Montierung berichten?

  • Hi,


    "Auxillary Encoders"- bedeutet wohl schlichtweg, es <b>können <font color="orange">zusätzliche</font id="orange"> Encoder</b> an den Achsen angebracht werden. Das geht z.B. bei der G11 und auch bei meinem SSK2000 wäre das möglich. Sind keine angebracht darf die Funktion natürlich auch nicht aktiviert werden. [:)] <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Der Winkel ist immer noch relativ flach, allerdings sollten die gut abgerundeten und vor allem deutlich stärkeren Schrauben schon funktionieren, ohne gleich zu verbiegen oder sich in den Zapfen einzugraben<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Na ja, wenn sich eine M10 Schraube verbiegt kann das bei M12 auch noch passieren. Vor allem dann, wenn es sich um chinesisches Hochleistungsschrauben handelt, wie in diesem Video zu sehen (klick mich)- Schrauben eines Skywatcher-Newton, HS Klammern. [:D][:D]


    Und auch gut abgerundete Enden graben sich in der Auflagefläche aus Alu mit ziemlicher Sicherheit ein, jedenfalls wenn die Polhöhe unter Last bei nicht guter Austarierung häufiger geändert wird.


    Gruß
    Stefan

  • Hi Jürgen,


    bist du dir da sicher? Bei der EQ-6 <b>GT </b>werden die Encoder entsprechend beschrieben, bei den Händlern ebenso wie auch hier im Handbuch erwähnt.


    Aber für die EQ6-<b>R</b> finde ich bei keinem Anbieter den Hinweis auf eingebaute Encoder und auch hier beim Hauptimporteur ist keinerlei Hinweis auf eingebaute Encoder zu finden.


    Daher würde mich das sehr wundern- vorhandene Encoder und nix in der Spezifikation, in der Beschreibung und der Bewerbung davon zu lesen?


    Gruß
    Stefan

  • Ah, jetzt verstehe ich, was Du meinst.


    Ja, wenn keine Encoder eingebaut sind, macht der Menuepunkt "auxiliary encoders" in der Tat keinen Sinn.


    Meine Zeilen zielten nur auf die Semantik des Begriffes "auxiliary" ab.


    Ich wundere mich, ob die Encoderfunktion deshalb anwaehlbar ist, weil die gleiche Handbox fuer die Az-EQ6 Verwendung findet? Die hat ja Encoder.

  • Hallo Jürgen und alle anderen Interessierten,


    Also das Ding hat definitiv keine Encoder. Das der Menüpunkt "Auxiliary Encoder" aktiv ist, ist wohl tatsächlich ein Softwarefehler. Bei den beiden AZ und der EQ8 sind es tatsächlich "Hilfsencoder". Standard-Goto wird über die Motorsteps abgegriffen, sind die Auxiliaries aktiviert, bleibt das Alignment erhalten, wenn man die Achsen trotz Klemmung verstellt oder die KLemmung öffnet. Das funktioniert bei der EQ6-R definitv nicht - zumindest nicht bei meiner.
    Zu den ersten Erfahrungen im Feld:


    Goto ist sehr präzise, viel genauer als bei der AZ-EQ5, warum auch immer. (2-Stern-Alignment)


    Stabilität: Sowohl mit dem 8" F/4 Newton als auch mit dem 102/750 APO wackelt nichts. Absolut stabil, so stabil, dass ich gar nicht darauf geachtet habe beim Rumhantieren. Hier ist also definitiv Luft nach oben - erwartungsgemäß.


    Einnorden: Die deutlich stärkeren Schrauben der Altitude-Verstellung tun ihren Dienst erstaunlich gut, das Einnorden über den Polsucher und mit der Polar-Alignment klappt sehr gut, die Einstellung ist auch unter Last sehr feinfühlig, besser als bei der AZ-EQ5 und der HEQ5 (die mit der alten EQ6 ähnlich sein dürfte).


    Nachführung: Das war ja nur ein erster Test, mal das Zusammenspiel aller Komponenten zu erproben, also ich habe noch keinen Nachführtest ohne Guiding gemacht, das nächste Mal zeichne ich dann auch einen Guiding-Graphen mit dem MGEN auf, versprochen. Aber bisher fällt nichts Negatives auf!


    Fazit: Bisher bin ich sehr zufrieden mit der Montierung,
    wirkliche Beanstandungen habe ich nach dem Feldeinsatz bisher keine.

  • Interessantes Feedback - auch für einen ehemaligen EQ6 Besitzer. Encoder bei dem Preis wären ja schon der Hammer ;) - ich denke aber auch, dass der Softwarepunkt einfach da ist, weil die HC-Software ja nicht für jedes Modell individuell entwickelt wird, sondern eben für Skywatcher generell ist.


    Deine gemessenen 17.2kg Gewicht sind für mich schon eine Marke. Hui ... grade auch in Relation zur Tragkraft. Also stimmen doch die Gewichtsangaben aus UK. In D ist/war sie lange Zeit "leichter" angegeben, bzw. bzw. mit dem Satz "schwerstes Einzelteil ca. 16kg" (was ja Optimisten auch auf 15,8kg hoffen lassen könnte [;)]). Anscheinend kann man noch was abschrauben was über 1kg schwer ist ... Bei dem Gewicht muss sie steif sein, weil das ja schon im mobilen Grenzbereich (für viele) sein dürfte.


    Ich bin gespannt bis irgendjemand mal was zum Innenleben des Polblocks postet. M10 auf M12 wappnet die Schrauben sicherlich erst mal vor dem Verbiegen. Insofern folgt Skywatcher hier dem vermuteten Prinzip: dickere Querschnitte = größere Stabilität = höherere Traglast = mehr Gewicht. Aber das Grundproblem des Polblocks der EQ6 war ja eine nicht sehr durchdachte mechanische Konstruktion, was mit mehr Material nicht wirklich gelöst wäre, sondern die Probleme "nur" zeitlich nach hinten verschiebt. Andererseits, wenn sie erst so spät auftauchen würden, wenn bis dahin das ganze Teil sowieso verschlissen ist, wäre es ja auch gelöst (getreu dem Motto: "viel hilft viel").
    Dem zufriedenen Anweder wird's egal sein warum das Problem grade nicht da ist ...


    Freue mich, dass Du zufrieden bist und wünsche wenig Verschleiß ...


    Andreas-TAL

  • Hallo zusammen,


    kann mal jemand einen Blick auf die Füße des Stativs werfen? Sind die bei euch (wie bei der HEQ5) gummiert oder schrappt da auch das blanke Material direkt auf dem Boden herum? Empfinde ich als sehr störend - vor allem während der Lagerung in der Wohnung...

  • Hallo Frank,
    nein das Stativ hat wie bei der EQ6 auch keine Gummifüße. Besser draußen auf dem Feld, in der Wohnung, geb ich zu, nicht so toll - aber für die Wohnung kann man sicher was unterlegen...

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: sgo2000</i>
    <br />Hallo Frank,
    nein das Stativ hat wie bei der EQ6 auch keine Gummifüße. Besser draußen auf dem Feld, in der Wohnung, geb ich zu, nicht so toll - aber für die Wohnung kann man sicher was unterlegen...
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Muss ich dann wohl... Da die Monti bei mir im Einsatz immer festen Untergrund hat, sind die Gummifüße nicht störend. Naja, aber Danke fürs Feedback! [:)]

  • Hallo,habe gerade durch die Forensuche das Thema hier zur eq6-r gefunden und bin sehr interessiert an Erfahrungen zu dieser Monti, da ich gerade mal wieder an meiner alten eq6 bastle (einfetten ... usw.) und mal wieder überlege,ob ich eine Neue holen soll.
    Bisher hab ich ja mit der az-eq6 geliebäugelt.
    Die eq6-r ist auch interessant und kostet weniger. Hat dafür aber z.B. keine Encoder -auch wenn diese nur Hilfsencoder sind.
    Ich verstehe aber auch nicht ganz die Preispolitik, da ich den preislichen Abstand zur AZ als zu gering empfinde.
    Meine Frage nun, übersehe ich da etwas,bzw. hat das neuere Modell trotz fehlende Encoder einige Vorteile. ... ok den Griff [:I][:I] ... aber noch was?


    Grüße Thomas

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Allerdings lässt sich der Menüpunkt "Auxillary Encoders" in der Handbox aktivieren, was laut Synscan Anleitung nur funktioniert, wenn die Montierung Encoder besitzt?
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Hallo zusammen,


    noch ein Hinweis: Die Option für die Encoder ist standardmäßig in der Software aktiviert. Solange dies der Fall ist, hat bei mir das GoTo fröhlich munter immer die Zielsterne verfehlt. Also ausschalten und dann funktioniert das GoTo wahnsinnig präzise (deutlich besser als bei meiner alten HEQ5). Vielleicht hilfts ja dem einen oder anderen etwas Zeit und Frust einzusparen. [:)]

  • Hallo Frank
    danke für den Hinweis. Ich bin seit Freitag auch stolzer Besitzer einer NEQ6-R, habe mich aber in der ersten Nacht erst einmal eine Weile mit dem Alignment und mit dem softwaregestützten Polaralignment beschäftigt (ich kann Polaris von meinem Lieblingsstandort nicht sehen). Außerdem hatte ich als Neuling mit Goto Montierungen erst einmal vergessen, die Home Position vor dem Einschalten einzustellen (warum soll man auch das Manual lesen [:)] ).


    Während der Wartezeit auf die NEQ habe ich mich mal mit der Frage beschäftigt, wie ich mein SkySafari auf dem iPad am besten mit der SynScan verbinden kann. Kabelgebundene Lösungen (ca. 90 EUR) und Netzwerklösungen (ca. 300 EIUR) gibt es ja zu kaufen. Bei Amazon hatte ich einen WiFi to UART Adapter für 60,00 EUR gefunden. Den habe ich konfiguriert und siehe da, es funktioniert. Wenn ich ein wenig Zeit habe, werde ich in einem neuen Thread kurz darüber berichten.

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