Welche Planetencam für mein Maksutov?

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  • Hallo Astro-Gemeinde


    Ich habe ein 8" Maksutov mit einer Brennweite, mit OAZ, von ca. 2.500mm.
    Welche CMOS oder CCD Kamera benötige ich um Mond und Planetenaufnahmen zu machen?


    Ich habe bereits eine ALccd5L-IIc, Pixelgröße 3,75µm, aber ich habe den Eindruck nie scharfe Bilder zu generieren.


    Hängt die Pixelgröße des Chips mit der Brennweite des Teleskops zusammen?
    Oder ist das nur schlechtes seeing?


    Gruß Tino

  • Hallo Tino,
    die Kamera sollte schon nicht schlecht sein. Damit werden auch schon sehr gute Aufnahmen gemacht. Ich habe die ASI120MC. Der Chip ist etwas anders aber die Pixelgröße gleich groß.
    Wie schauen denn die Planetenbilder aus?
    Natürlich macht einem Seeing und je nachdem auch lokales und Tubusseeing zu schaffen. Wenn das Bild im Okular schlecht ist, dann ist auch im Video nicht viel zu erhoffen. Zwar wird das Seeing etwas "weggemittelt". Das Problem bei schlechtem Seeing ist, dass man oft den Fokus schlecht trifft ...
    Hier Saturn im 6" f/8 Newton:

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    und im 4" f/9 Refraktor:
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    Jupiter im 6" f/8 Newton bei gutem Seeing:

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    Eine Aufnahme im 6" f/8 Newton mit 2x Barlow:
    http://www.astrobin.com/277533/
    http://www.astrobin.com/full/277533/0


    Jupiter im 6" f/8 Newton mit 2,5x Barlow:
    http://www.astrobin.com/248915/


    Im 4" f/9 Refraktor mit 2,5x Barlow:
    http://www.astrobin.com/246008/F/


    Saturn im 4" f/9 Refraktor mit 2x Barlow:
    http://www.astrobin.com/200565/?nc=user


    Im 6" f/8 Newton mit 2x Barlow:
    http://www.astrobin.com/200567/


    Jupiter im 6" f/8 Newton mit 2x Barlow:
    http://www.astrobin.com/153705/


    Mit 2500 mm bist Du von der Brennweite eher etwas zu gering f/16 oder f/18 wären optimal. Bis f/22 ist es gut. Bei f/30 ist es schon wieder grenzwertig, da dort die Belichtungszeit länger sein muss und sich dann das Seeing ungünstig bemerkbar macht.
    Der Vorteil bei niedriger Brennweite ist eine kürzere Belichtungszeit pro Einzelbild (Frame) mit weniger Seeingeinfluss. Allerdings kannst Du da Deine Auflösung nicht ganz ausreizen. Es kann für Dich sinnvoll sein eine 1,5x bis 2x Barlow auszuprobieren.
    Die Schärfe sollte aber auch bei geringerer Brennweite passen und insofern sollte es bei Dir schon scharfe Bilder geben.


    Justage, optische Qualität und Seeing machen sich nicht nur im Okular bemerkbar sondern oft auch bei den Videos und dann bei den Bildern.
    Ich schaue vor der Aufnahme im Okular, ob sich die Aufname "lohnt" ;)
    Ich hoffe, dass ich etwas helfen konnte.
    Servus,
    Roland

  • Hallo Tino,


    die Brennweite des Teleskopes hat mit dem OAZ nichts zu tun.


    Bei f=2500mm (f/12.5) bekommst Du mit der ALccd5L-IIc (3.75um Pixel) einen Abbildungsmaßstab von 0.31 arcsec/pixel. Da eine 8" Optik bei einer Wellenlänge von 500nm eine (theoretische) Auflösung von 0.63 arcsec hat, ist damit das Nyquist-Kriterium erfüllt - bei einer Monochrom-Kamera zumindest (0.63/0.31 = 2.03).


    Bei einer Farbkamera benötigt man wegen der Bayermaske ca. das 1.3-fache der Brennweite, um ebenfalls das Nyquist-Kriterium zu erfüllen; das würde eine Verlängerung der Brennweite auf ca. 3250mm erfordern. Das ist technisch schwierig zu realisieren, da es keine 1.3x Barlowlinsen am Markt gibt. Eine Näherung wäre eine 1.8x Barlow (zB. TeleVue) oder eine Okularprojektion mit einem guten Okular und entspr. eingestelltem Abstand zur Kamera.


    Auf der anderen Seite haben wir aber die ständige Luftunruhe, somit würde ich aus meiner praktischen Erfahrung heraus sagen, mache Deine Versuche beruhigt im Primärfokus, trotz der Farbkamera. In den allermeisten Nächten wirst Du damit erfolgreich sein, soweit das Seeing mitspielt.


    Falls Du ein Android Tablett hast, lade Dir einmal das kostenlose Programm "Night Sky Tools" herunter, damit kann man diese Abschätzungen schnell und bequem erledigen.


    Grüße, Coyote

    Es schaute mich an - und ich schaute Es an.
    Und errötend wich Es zurück - das Universum.


    Bresser 102/460 | Tasco 76/1200 | Tasco 60/1200 | Tasco 60/900 | Tasco 60/700 | Tasco 50/600 | Minolta Bino 10x42 | Kasai s'Gucki 2.3x40

  • Habe vergessen zu erwähnen, daß ich eine 2,5x Barlow einsetze. Damit komme ich auf f/30 (6.000mm Brennweite).
    Grenzwertig? ok, aber selbst wenn ich die Barlow weglasse, ist das Bild nur trotzdem schon sehr hoch vergrößert, der Effekt ist derselbe, mit oder ohne Barlow.
    Macht ja auch kein Sinn dann eine 1,3x Barlow anzuschaffen?


    Gruß Tino

  • Hi Tino,


    weshalb sollte die Anschaffung einer passenden Barlow keinen Sinn ergeben?


    Ziel ist es doch- das Öffnungsverhältnis des Teleskops an die Pixelgröße der Kamera möglichst optimal anzupassen.


    Aktuell mit der 2,5x Barlow liegst du deutlich über dem Optimum, ohne Barlow liegst du unter dem Optimum. Annähernd optimal wäre eine 1,3x Barlow- z.B. die Baader Q-Barlow 2.25x / 1.3x. Die bringt dir 1,3x wenn du das Barlowelement aus dem Gehäuse rausscchraubst und es dafür vorn in die 1,25" Steckhülse der Kamera einschraubst (dafür muss ein Gewinde für 1,25" Filter vorhanden sein).


    Das bringt dich dann von den Voraussetzungen her geesehen zu optimaler Auflösung.


    Bedeutet nicht, das du auch gute Bilder bekommst. Dafür muss dein Teleskop für die Aufnahmen auch richtig gut ausgekühlt und natürlich auch gut justiert sein. Ebenso sollte es keine Gurke sein, das solltest du aber anhand visueller Nutzung (ebenso wie den Justagezustand) schon wissen- gut oder nicht gut.


    Weiter spielt das Seeing natürlich immer mit rein. Aufnahmen aus der Stadt heraus, über aufgeheizte Dächer und Straßen oder qualmende Schlöte hinweg werden immer Murks ergeben. Auch der Stand des Planeten spielt mit, tiefstehend Richtung Horizont ergibt nun mal schlechtere Ergebnisse, hochstehend eben bessere.


    Und zuletzt hängt es noch von deinen Kenntnissen ab, ist der Fokus wirklich richtig eingetellt? Beherrscht du die Einstellungen der Aufnahme-SW korrekt und letztendlich- wie gut beherrscht du die Nachverarbeitung der Videos hin zu einem möglichst guten Einzelbild?


    Viele Gründe für schlechte Ergebnisse- also nicht allein auf die Kamara gucken. [:)]


    Gruß
    Stefan

  • Hallo Tino,
    die 2,5x Barlow ist meiner Ansicht nach viel zu viel. Das Problem dabei ist, dass Du zu lange belichten musst und sich das Seeing noch schlimmer auswirkt.
    Zeig uns doch bitte Deine Ergebnisse und versuche es mal ohne Barlow und zeig dann das Ergebnis.
    Zur vorgeschlagenen Barlow vom Stefan bin ich zwiespältig. Die Barlow für 49 Euro ist schon verdammt günstig. Entsprechend schlecht kann die Qualität sein, wenn Du Pech hast. Da können Farbfehler usw. auftreten.
    Eine 2x Barlow ist meiner Ansicht das Maximale was ich versuchen würde.
    Es gibt in USA auch Barlows mit 1,3x, 1,5x in anscheinend guter Qualität.
    http://www.siebertoptics.com/S…tics-barlows.html#Ad%201b
    Ich hab da aber auch schon hingeschrieben ohne eine Antwort zu bekommen. Vermutlich muss man zur Bestellung einmal anrufen.


    Als Empfehlung wäre aber 1. Deine bisherigen Bilder zu zeigen. Dann kann man weiterschauen.
    Wenn Du gleich weiter testen willst, dann würd ich ohne Barlow filmen. Da kommst Du nicht auf die volle Auflösung, aber Du kannst versuchen den Fokus exakt zu treffen und die Belichtung möglichst kurz zu halten um dem Seeing entgegenzuwirken.


    Später kann man über eine Barlow nachdenken.
    Servus,
    Roland

  • Hallo Tino,


    auf Deinen Bildern sehe ich das Muster der Bayermaske, Du hast vergessen das Bild vor dem Bearbeiten zu de-bayern, sprich ein Farbbild daraus zu machen.


    Danach kannst Du das Bild entweder als Farbbild weiterbearbeiten oder einen der Farbkanäle als SchwarzWeiß-Bild extrahieren und dieses bearbeiten.


    Grüße, Coyote

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  • Hallo Tino!


    Das mit der Bayermaske ist bereits gefallen. Sofern das Scope gut justiert ist, ist das Hauptproblem jenes, welche alle hatten, bzw. haben: der Fokus!
    Das erste Bild ist einigermaßen fokussiert und müßte noch nachbearbeitet werden, vorausgesetzt die Bayermaske ist weg.
    Das zweite Bild ist total überschärft. Das merkt man an den plumpen Kanten. Ich habe selbst viel studieren und probieren investieren müssen.
    Also Kopf nicht hängen lassen und noch genauer fokussieren. Ich selbst verwende 15 bis über 30 Minuten alleine dafür um den optimalen Fokus zu bekommen. So nebenbei, hast Du eine Mikrofukussierung? Ohne ist es sehr mühsam.
    Starte mal einen Versuch mit Autostakkert2,kann meiner Meinung nach mehr.
    Wenn Du weitere Fragen hast, nur herbei damit.


    CS aus Wien
    Grüße Niki

  • Hallo Tino,


    ich besitze auch wie Roland die ASI 120MC und habe ein etwa vergleichbares System wie Du. Mir ist aufgefallen, dass ich mein C9.25 bei der Kälte am besten über 2 Stunden abkühlen lasse, damit sich vom System-Seeing nichts mehr bemerkbar macht.


    Schau mal meine Aufnahmen unten angehängt. Da habe ich gezielt auf eine Barlow verzichtet und sogar den Reducer auf f6.3 eingetzt, um Übersichtsaufnahmen zu generieren und um dem schlechten Seeing, welches an dem Abend leider vorhanden war, ein Schnippchen schlagen zu können. Sind bestimmt nicht die schärfsten Aufnahmen geworden, aber für die Bedingungen bin recht zufrieden. Bei gutem Seeing und mit Barlow, geht da aber noch sehr viel mehr (durfte ich bei anderen Besitzern dieser Kamera schon feststellen). Meine nächsten Aufnahmen, werde ich bei gutem Seeing ohne Reducer und mit der Baader Hyperion Zoom Barlow erstellen. Bin selbst schon auf die Ergebnisse gespannt.








    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Niki schrieb: Starte mal einen Versuch mit Autostakkert2,kann meiner Meinung nach mehr.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote"> Da würde ich Niki zustimmen. Autostakkert 2 ist super einfach zu erlernen und macht einen guten Job. Schau Dir da aber auch ein paar Tutorials an, denn beim Bearbeiten der AVI´s etc. kann man auch schon ganz schön viel falsch machen.


    Also ich denke auch, dass Deine Kamera in Ordnung ist und Du nur Deinen Ablauf und Deine Bearbeitung optimieren musst, es sein denn, Dein Teleskop ist ne Gurke....



    In diesem Sinne, viel Spaß beim weiteren Ausloten,
    Sven



    ps: übrigens waren meine ersten Aufnahmen mit der ASI eher sehr bescheiden.... Falsche Belichtung, zuviel Gain, falsches Format, falsche Bearbeitung und und und. Dann direkt Infos eingeholt und nochmals ran....

  • Hallo Tino,
    das Thema debayern ist schon gefallen. (Man kann das Bild zum Farbbild umwandeln oder bei der Aufnahme schon in den Farbmodus schalten). Das Thema Tubusseeing ist auch angesprochen worden. Während meine kleine Refraktoren mit 80mm oder 102 mm Öffnung innerhalb kürzester Zeit (ca. 15 bis 20 Minuten) auf Betriebstemperatur sind und dann kein merkliches Tubusseeing zeigen ist es beim 6" f/8 Newton oft gut das Gerät ca. 1 Stunde vorher zum Auskühlen hinauszustellen und der Mak braucht möglicherweise noch länger. Mit Lüfter kann man die Zeit etwas reduzieren.
    Es ist natürlich auch selbverständlich, dass die Justage passen muss. Sonst bricht die Leistung auch ein.


    Hier mal Mondbilder bei niedrigem Stand:
    Im 4" f/9 Refraktor (gelblich, da der Stand nicht so hoch war)
    http://www.astrobin.com/263811/B
    http://www.astrobin.com/263807/0
    hier ein Ausschnitt des Videos auf youtube:

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    Da bei hohem Stand im 6" f/8 Newton mit 2x Barlow (eher grau, da der Mond sehr hoch gestanden ist):
    http://www.astrobin.com/277533/
    http://www.astrobin.com/full/277533/0/


    Das was die ASI120MC schafft müsste Deine Kamera auch weitgehend schaffen. Du hast mehr Öffnung und damit ist Deine Auflösung noch etwas höher wie bei meinem 6" Newton.


    Servus,
    Roland

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