OdM Dezember 2016 - Barnard's Loop

  • Hi Leute,


    ich habe mir ein Objekt ausgesucht, dass man ganz ohne Teleskop beobachten kann. Dennoch ist es nur etwas für fortgeschrittene Beobachter, da man zumindest mit Filtern umgehen können muss.


    Bei Barnard's Loop bzw. Sh2-276 handelt es sich um einen sehr großen Emissionsnebel im Sternbild Orion. Er erstreckt sich nördlich der Gürtelsterne als fast halbkreisförmiger Bogen bis hinunter zu den markanten Sternen Saiph und Rigel. Die Beobachtung gestaltet sich in der Regel schwierig, da insbesondere der Orion in unseren Breiten nicht sehr hoch steht. Dennoch ist ein Beobachtungsversuch lohnend. Voraussetzung dafür sind ein sehr dunkler Beobachtungsplatz und eine exzellente Transparenz, die wir wohl in Deutschland nur an sehr wenigen Stellen finden. Hochgebirgsstandorte sind natürlich noch mal im Vorteil.


    Ich habe das Objekt bereits vor Jahren das erste Mal von La Palma aus mit bloßem Auge beobachtet, wo der Orion über 20° höher steht als bei uns. Dort gelang es mir mit einem OIII-Filter die hellsten Nebelteile zu sichten.


    Bei einer erneuten Beobachtung in diesem Jahr habe ich mich deutlich intensiver mit dem Objekt beschäftigt. Dabei habe ich auch verschiedene Filter an unterschiedlichen Tagen durchprobiert. Es hat sich gezeigt, dass ein H-Beta Filter am besten funktioniert. Hilfreich scheint auch eine Beobachtung mit beiden Augen, so dass man zwei Filter verwendet. Aber das kann ja jeder einmal selbst ausprobieren.


    Zunächst zeigt sich ein diffuser Abschnitt etwa mittig auf der Verbindungslinie zwischen Saiph und Betelgeuse, der nach Nordwesten abbiegt und schmaler wird, um dann schwach auszulaufen. Bei intensiver Beobachtung werden auch der südliche Bogen sichtbar, wenn auch nur schwer und auch nur blickweise, der sich bis zwischen Saiph und Rigel verfolgen lässt.


    Soweit die Beobachtung mit bloßem Auge. Habe vor Jahren auch versucht den hellsten Teil mit einem 3 Zoll Refraktor und minimaler Vergrößerung (12 fach) zu erhaschen, was mir mit UHC-Filter aus der Erinnerung heraus auch gelang. Leider habe ich aber keine Aufzeichnungen mehr dazu gefunden.


    Anbei eine Zeichnung von mir, sowie aus Fotografiezeiten ein Mosaik, dass aus insgesamt sechs analogen Mittelformataufnahmen auf Kodak E200 zusammengesetzt worden ist. Aufnahmeort war der Roque de los Muchachos auf La Palma. Die Zeichnung entstand ebenfalls auf La Palma auf ca. 1300m üNN in den Weinbergen über Puntagorda.





    Soweit so gut. Komme gerade von einer bzw. zwei excellenten Beobachtungsnächten auf der Wasserkuppe (28. & 29. November) zurück. Dort traf ich am Dienstag Mathias alias Moonchild_27. Wir kamen ins Gespräch und ja, ich verriet, dass ich jetzt dran sei. Da mir eine Sichtung aus Deutschland nicht bekannt war, wollte ich es von der Wasserkuppe aus versuchen. Mathias machte spontan mit. Und ja Barnard's Loop war auch von der Wasserkuppe aus sichtbar. Am Besten mit H-Beta. Mit UHC (Astronomik) war er zumindest zu erahnen. Dabei sind die o.a. Beobachtungen bestätigt worden.


    Bin gespannt auf eure Beobachtungen.


    Gruß


    Oliver

  • Hallo Oliver,


    ein schweres Objekt hast du da ausgesucht aber es gibt zumindest eine Sichtung aus Deutschland ;)


    Bei dem Objekt fällt mir sofort eine wundervolle Beobachtungsnacht auf dem Schauinsland mit Reiner Vogel ein, in der diverse Sharpless-Objekte im Brennpunkt standen (den vollständigen Bericht gibt es hier:
    http://www.blackskynet.de/bericht100115.html ). Anbei ein Auszug aus dem Beobachtungsbericht:


    "Motiviert durch den Erfolg am Californianebel versuchte Reiner sich alsbald am Barnard´s Loop S276, einem ausgedehnten Supernova-Überrest im Orion. Mit H-Beta Filter lies sich der Bogen im im24er PanO am 22"-Dobson schön abfahren. Im 4"-Bino war es möglich den nördlichen Teil des Bogens mit zwei UHC-Filtern (Reiner hatte ergänzend zu meinem einen baugleichen dabei) an den 30mm Ultimas (AP 6mm) auszumachen. Bei 4mm AP in den 19mm PanO´s war das bereits nicht mehr möglich!"


    Ich habe später mit dem gleichen Gerät (APM SemiApo-Bino 4") und zwei H-Beta Filtern die Beobachtung noch mal betätigen können. Mit H-Beta-Filtern war es erwartungsgemäß noch einfacher! Dennoch ist das Objekt schwer zu sehen und sicherlich kein auffälliges Objekt, man braucht etwas Beobachtungserfahrung dafür.

  • Hallo Oliver, hallo Forum,


    nicht schlecht, mal was ganz anderes. Und die Idee ist so einfach wie genial. Zumindest kann man eine fehlende oder negative Beobachtung nicht mehr auf die mangelnde Öffnung schieben, finde ich gut.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"> Da mir eine Sichtung aus Deutschland nicht bekannt war...<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Gibt es Oliver, gibt es, auch wenn die österreichische Grenze in Sichtweite lag. Das Objekt hatte ich schon mehrfach mit bloßem Auge beobachten können, meist jedoch vom österreichischen Hochgebirge aus. Eine Sichtung existiert jedoch auch aus den bayrischen Voralpen.


    Von der Schwierigkeit etwa zwischen der optiklosen Detektion vom Californianebel (Hß) und Rosettennebel ([OIII]) einzustufen, wobei der Californianebel etwas schwerer ist.


    So konnte ich eine bogenförmige, schmale Aufhellung auf ca. 12° Länge verfolgen. Ich notierte damals "einfach", also problemlos ständig indirekt. Sehr ähnlich zu deiner Beobachtung habe ich den Abschnitt über M 78 als hellsten Abschnitt wahrnehmen können, sehr ähnlich also wie im Teleskop. Die südlichen Ausläufer wirkten breiter, wohl ach wegen der schwächeren Flächenhelligkeit.


    Noch drei Anmerkungen.
    - Um Reflexionen zwischen Filterfläche und Auge zu vermeiden, sollte man durch die Hände Streulicht von der Seite abschirmen...ähnlich der Haltung eines Fernglases. Alternative dazu ist es die Jacke, Kapuze oder den Pullover über den Kopf zu hängen. Aber Obacht, Filtervorderseiten frei lassen [:o)]
    - Falls keine zwei Hß Filter zur Verfügung stehen, kann man durchaus auch eine Kombination aus UHC und Hß bilden. Mit der Zeit vereint das Gehirn der beiden unterschiedlich gefilterten Eindrücke.
    - Auch wenn es logisch und nicht erwähnenswert erscheint, viele stolpern über den Gedanken - es langen auch 1 1/4" Filter.


    Viele Grüße, uwe

  • Hallo Oliver,


    Dank unserem zufälligen Treffen hab ich das Objekt bereits am Montag beobachten können.
    Bin immer noch tief beeindruckt davon, allein die Größe ist der Wahnsinn und
    die Freiäugige Sichtbarkeit mit einem H-Beta Filter, das war mal was ganz anderes für mich, toll.



    Beobachtung auf der Wasserkuppe(Rhön), sehr gute Transparenz, mit bloßem Auge (ein Auge, genaue Öffnung also Unbekannt[:D])
    und einem H-Beta Filter. Der Teil des Nebelbogen war schwach indirekt zu sehen und begann sehr schwach ungefähr
    Südöstlich der Gürtelsternen bei zwei übereinander liegenden schwachen Sternen. Nach Westen wurde der Nebel heller
    bis zu dem hellsten Teil (der auch im UHC Filter auszumachen war), gegen ende wird er wieder schwächer und dünner.
    Eine Nacht später (auf einem anderen Berg) könnte ich die Sichtung Wiederhohlen, kurz hatte ich das Gefühl auch
    den Südliche Bogen zu sehen, aber das gelang nur einmal, also sehr unsicher, es bleibt bei der Sichtung aus
    der Nacht zuvor.


    Meine Zeichnung:



    Liebe Grüße
    Mathias

  • Hallo Oliver,


    sehr gute Wahl, wie Uwe schrieb kann sich niemand wegen mangelnder Öffnung rausreden - abgesehen von der Öffnung der Nebelfilter[8D]
    Meine erste Sichtung der Loop gelang mit einem 7x42 Feldstecher mit 2" Filtern vor den Objektiven, festgeklebt mit Tesa.
    An den Anblick kann ich mich noch sehr gut erinnern, es war nicht wirklich schwer den oberen, linken Bogen zu sehen. Etwa so wie auf den Zeichnungen von Dir und Mathias.
    Leider weiß ich nicht mehr welche Filter das waren. Vermutlich war es die Kombination H-beta und OIII.


    Filter vor dem Okularen, so wie die Nebelfilter vom Fujinon 16x70, sind eher enttäuschend.


    Freiäugig mit Filtern war nichts zu machen. Damals hatte ich noch vieles doppelt, unter anderem einen 2" und 1,25" H-beta, diese Kombination war freiäugig ganz sicher dabei.


    Viele Grüße
    Kai

  • Hi Leute,


    Das sind ja nun schon einige positive Beobachtungen. Übrigens die Filterreihenfolge (schlecht zu besser) bei mir war: OIII, UHC, H-Beta.


    (==&gt;)Thomas: Schöner Bericht über die Sichtung. Mit zwei mal 4" und Filtern. Da können die meisten binotechnisch nur mit einem Feldstecher i.d.R. 2" mithalten.


    (==&gt;)Mathias: Schöne Zeichnung. So haben wir ihn gesehen.


    (==&gt;)Uwe: Danke für den Hinweis mit dem H-Beta. Der Filter ist etwas tricky in der Benutzung. Da hast du absolut recht. Das mit dem Rosetten- und Californianebel muss ich auch mal probieren. Hatte bisher auch immer beidäugige Beobachtung UHC + H-Beta favorisiert. Musste aber vor ein paar Tagen feststellen, dass einäugig (Beobachtungsauge) + H-Beta besser geht. Ich glaube bei Mathias auch.


    (==&gt;)Kai: Habe auch einen Fujinon Feldstecher 10x50. Wegen der Kälte aber nicht eingesetzt. Die Nebelfilter habe ich auch sind aber von der Wirkung her nicht so gut. Hab's mal vor Jahren auch an Barnard's Loop ausprobiert. Allerdings war die Beobachtungserfahrung eher gering.


    Oliver

  • (==&gt;)Oliver


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Musste aber vor ein paar Tagen feststellen, dass einäugig (Beobachtungsauge) + H-Beta besser geht<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Das wollte ich noch erwähnen. Wir hatten ja den Luxus 2x H-Beta Filter
    (vom gleichen Hersteller) zu nutzen. Die Sichtung mit beiden Augen
    ging aber deutlich schlechter bis garnicht. Vielleicht ist das einfach
    gewöhnungssache. Indirektes Sehen mit 2 getrennten Augen ? [:0]. Geht das überhaupt ?


    Liebe Grüße
    Mathias

  • Hi Mathias,


    guter Punkt. Stimmt! Ich glaube, dass man mit dem Beobachtungsauge am besten "trainiert" ist. Wie schon mal diskutiert ist es das Auge, welches die größere AP erreicht. Vielleicht liegt es auch daran.


    Gruß


    Oliver

  • Hallo allerseits,


    und juhu Oliver, endlich mal <u>keine</u> Galaxie [;)] und dafür eine unheimlich motivierende Aufgabe.
    Im Sommer habe ichauch schon mal mit Filtern vor meinem 8x42-Fernglas (nichtmal festgeklebt, nur vorgehalten) experimentiert ... mit überraschenden Ergebnissen. Nun bin ich echt gespannt, ob und wie sich Barnards Loop offenbaren wird.


    Ich habe den Loop vor zwei Jahren ganz unbedarft mit 14" probiert. Leider habe ich mir nichtszum benutzten Filter notiert, vermutlich UHC. Begonnen habe ich am Sternhaufen NGC 2112. Dabei war gut zu erkennen, dass südwestlich des Sternhaufens ein heller Rand verläuft, während der Haufen selbst in einem deutlich dunklerem Umfeld im Nordosten liegt. Ich habe dann versucht, den Rand nach Süden abzufahren, aber mit 1° Gesichtsfeld ging der helle Schimmer meist recht schnell verloren.
    Ein positives Fazit dennoch: Für Teleskopbeobachtungen ist der Sternhaufen NGC 2112 sicherlich ein hilfreicher Ausgangspunkt.


    Viele Grüße


    Rene

  • Hallo Oliver und Mathias,


    dass ihr die Beobachtung mit nur einem Auge durchgeführt habt UND dieses auch noch als einfacher einstuft, ist mir neu. Ehrlich gesagt habe ich es noch nie mit einem Auge versucht, allein die abschreckende Wirkung bei einem Fernglas mal ein Objektiv abzudecken, haben mich davon abgehalten. Ein Fehler? Ich werde es mal mit einem Auge versuchen und berichten.


    Richtig ist, dass indirektes Beobachten im binokularen Modus schwerer fällt, aber nicht unmöglich ist. Die Beobachtung aber mit der AP zu erklären halte ich für falsch. Erstens kommt das zweite Auge ja zusätzlich zum trainierten Auge dazu und zweitens ist die AP Öffnung meines Wissens nicht trainierbar, sodass beide Augen gleiche AP Öffnungen aufweisen sollten. Anders sieht es mit der Fähigkeit kleine Details wahrzunehmen (Visus) aus. Dieser lässt sich sehr wohl trainieren. Aber auch hier gilt: ein trainiertes Auge + ein untrainiertes Auge ergibt einen höheren binokularen Visus als der Visus des trainierten einzelnen Auges.


    Viele Grüße, uwe

  • Hallo Oliver et al. :)


    Barnard's Loop ist für mich einer der beeindruckendsten Nebel überhaupt wegen seiner Größe und Form, auch wenn ich ihn bisher noch nie mit größerer Öffnung beobachtet habe.


    Habe gerade in meinen Aufzeichnungen nachgeschaut. Im Februar 2007 hatte ich ihn wie oben beschrieben mit bloßem Auge und H-beta Filter einäugig beobachtet (das linke Auge deckte ich zu). Das war unter exzellenten Bedingungen von einer Hochebene im nördlichen Colorado aus. So trockene kalte Luft hätte ich hier auch gerne. :) Damals hatte ich eine Grenzgröße mit bloßen Augen von 7 mag, allerdings haben meine damaligen Brillengläser nicht mehr gut korrigiert, sonst hätte ich schärfer und mehr gesehen... Gesehen habe ich einen kleinen Fleck, der an der Stelle war, wo man in Uwes Zeichnung den hellsten Bereich des Nebels sieht.
    Ich notierte damals noch, dass ich den Nebel bei indirektem Sehen halten konnte. Den Filter habe ich zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten und die restlichen Finger der rechten hand als Streulichtschutz dahinter gehalten.


    Später von Namibia (Fish River Canyon) aus beobachtete ich ihn mit einem 60 mm Refraktor bei 17x Vergrößerung als ein lichtschwaches Band, das sich einigermaßen gut vom Himmelshintergrund abhob. Dessen Breite schätzte ich etwa auf ein halbes Grad.


    In der Literatur liest man ja manchmal, dass sich H-beta Filter erst ab etwa 8 Zoll Öffnung lohnen würden. Barnard's Loop ist da ein sehr gutes Gegenbeispiel. :)



    Clear skies


    Robin

  • Moin,


    Ich habe den Loop sowohl mit dem 16"er als auch mit dem 80/560er ED beobachtet. Beide Male mit Lumicon H-Beta. Unter leidlich guten Bedingungen (m5,5) ging das auch aus meinem Vorstadtgarten. Der sehr engbandige Lumicon hat da wohl den Erfolg gebracht. Im 16"er ist Barnards Loop dann recht einfach, aber auch wenig beeindruckend. Man schwenkt von Gürtel des Orion nach links und irgendwann wird der Hintergrund heller. Das ist er. Man kann den Nebel dann recht gut mit dem Dobson abfahren, aber man erkennt kaum Strukturen und die Bogenform gar nicht. Er ist einfach zu groß. Im Refraktor bleibt er zwar auch strukturlos, aber man erkennt wenigstens die Bogenform.


    Ich habe im Keller noch ein altes 10x50 Monokular liegen. Das wollte ich immer mal mit einer 2"-Filterfassung vor dem Objektiv ausrüsten. Das sollte dann für den Loop eigentlich optimal sein.


    Bis dann:
    Marcus

    16" f/4 Dobson, 6" f/5 Dobson, C8, 60/360 Apo, 70/700 PST-Mod "Sunlux"


    Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Rene_Merting</i>
    <br />Hallo allerseits,


    und juhu Oliver, endlich mal <u>keine</u> Galaxie [;)] und dafür eine unheimlich motivierende Aufgabe.
    Im Sommer habe ichauch schon mal mit Filtern vor meinem 8x42-Fernglas (nichtmal festgeklebt, nur vorgehalten) experimentiert ... mit überraschenden Ergebnissen.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Hallo Rene,


    Hast du noch das kleine "Gucki" , dieses Kleinfernglas was 28 Grad Himmelsauschnitt zeigt und ca. 2mag mehr an Grenzgröße bringt ?
    Das dürfte doch einen deutlichen Vorteil bringen, wenn man H-Beta und UHC irgendwie davor befestigt, oder ? Dann ist um den Loop
    noch genug Feld und die erkennbarkeit evtl. besser.


    Liebe Grüße
    Mathias

  • Hi Leute,


    Heute habe ich eine Beobachtung mit dem 10x50 Feldstecher zusammen mit 2 Zoll Filtern versucht. Links war der Astronomic UHC Filter auf die Frontlinse aufgelegt und rechts der Lumicon H-Beta Filter. Dabei kann das hellste Stück von Barnard's Loop Nordöstlich von M78 recht gut erkannt werden. Störende Sterne können ausgeschlossen werden, da sich der Nebel zwischen zwei Sternenketten befindet und im Bogensegment keine nennenswerten hellen Sterne stören. Das Segment lässt sich bis auf Höhe der Gürtel Sterne weiter verfolgeln, wobei dieses allerdings schwächer ist. Insgesamt zeigt sich somit ein ähnlicher Eindruck wie mit bloßem Auge. Bei der Beobachtung mit bloßem Auge ist tatsächlich die einäugige Beobachtung auffälliger mit H-Beta gegenüber der beidäugigen mit UHC. Am Feldstecher ist dieser Eindruck so nicht zu bestätigt werden.


    Mit 14 Zoll und 40 facher Vergrößerung sowie H-Beta Filter wird Barnard' Loop leicht sichtbar. Einfaches schwenken auf Höhe von M78 reicht aus um den Nebel sehr leicht zu sehen. Es zeigt sich sogar, dass er zur Mitte hin heller wird und an dieser Stelle ein lang gezogenes "S" beschreibt. Lässt sich nach Süden hin ebenfalls fortsetzen wird dabei aber deutlich schwächer. Im Grunde zeigt sich das gleiche Bild wie mit bloßem Auge d.h. der Nebel ist bis auf Höhe der Gürtel Sterne sehr gut sichtbar. Man kann von hier aus versuchen ihn weiter zu verfolgen wobei dieser immer schwächer wird bis man schließlich zu Saiph gelangt. Wo der Nebel genau aufhört bleibt unklar. Man hat aber den Eindruck, dass er schwächer werdend fast bis zu diesem Stern reicht. Zwischen Saiph und Rigel werden auch immer wieder von Ost-West verlaufende Nebelfetzen sichtbar. Sie können aufgespürt werden etwa auf der Höhe von M 42 in Richtung Riegel. Es empfiehlt sich einfach die Gegend im Zick Zack zu scannen und sofern man einen Nebelteile identifiziert hat die Position im Sucher zu überprüfen. So bekommt man ein Gefühl, ob man richtig liegt oder nicht und es hilft Fehlsichtungen nahezu auszuschließen.


    Gruß


    Oliver

  • Hallo Oliver,


    ich habe mich gestern nochmal an Barnards Loop probiert. Wie gefordert von Deutschen Boden aus, auch wenn ich mich über 1500m hoch befand und Österreich 10 Schritte (kein Scherz) entfernt war. Ein durchgeführter Länderwechsel brachte aber keine signifikanten Verbesserung [:o)]


    Die Aufhellung war beidäugig mit UHC und Hß (vor Beobachterauge) gut zu verfolgen, wenn auch recht schwer zu sehen. Das spricht für die top Bedingungen in der Rhön. Der Californianebel war mit ähnlicher Schwierigkeit auszumachen. Einäugig war die Aufhellung (B. Loop) zwar auch zu sehen, beidäugig fiel mir dies aber deutlich leichter. Gegencheck am Californianebel und Rosettennebel (dann mit [OIII]) bestätigten die bessere Sichtbarkeit jeweils beidäugig.


    Das widerspricht euren Erfahrungen. Ich kann mir nur vorstellen, dass dies an der Sehtechnik liegt, speziell binokular. Meine Binozeiten liegen nun zwar nun schon 13 Jahre zurück, verlernen tut man sowas aber wohl nicht?


    Entscheidend ist, dass man wohl beide Varianten (einäugig/beidäugig) probieren sollte. Vielleicht kann noch wer seine Erfahrungen mit dem Fernglas beisteuern. Dort könnte man den Wechsel monokular/binokular mit den entsprechenden Filter auch durchspielen. Eine Beobachtung mit dem "Gucki" würde mich übrigens auch interessieren.


    schönen Sonntag, uwe

  • Hallo,
    ich habs gestern aus dem Münsterland auch versucht. Einäugig mit H-beta und beidäugig (H-beta + UHC) dabei hab ich den Filter leicht verkippt um die richtige Wellenlänge zu treffen. Ich meine, mit einem Auge mal was aufblitzen gesehen zu haben, inkl. zwei Aufhellungen, wo Oliver und Mathias sie gezeichnet haben, war aber nicht reproduzierbar (Kippwinkel nicht wieder perfekt getroffen??)

  • Hallo Uwe,


    Wollte gestern und vorgestern auch noch mal den California Nebel und den Rosettennebel nehme aufs Korn nehmen. Man wird es kaum glauben, am Ende habe ich es einfach vergessen. Ich denke was von der beidäugigen Beobachtung mit den Filtern wichtig ist, dass eine Sichtung sowohl als auch gut möglich ist. Was mir in den letzten vier Nächten in der Rhön, wo es zum Teil sehr klar war mit SQL-L Werten von 21.4-21.5 ist, das Barnard's Loop zu für mich kein extremes Objekt mehr ist, was es vorher definitiv war.


    Hätte auch nicht gedacht, dass es mit dem Dobson so gut abgefahren werden kann, was an sich auch ein hervorragendes Beobachtungserlebnis ist.


    Übrigens der Feldstecher gestaltete sich schwierig, da bei der Beobachtung sofort Taubenschlag an den Okulare ansetzte. Nur durch das Aufsuchen der vor kurzem entdecken Heizung, wo ich das Gerät vorher Wärmetechnisch auflud, war die erfolgreiche Beobachtung möglich.


    Oliver

  • Hallo Oliver und alle,


    sehr interessantes OdM! Ich habe es in zwei Nächten auf dem Feld hinter meinem Haus (5,5mag) mit bloßem Auge und Filtern probiert. Die deutlichsten Ergebnisse hatte ich bei zweiäugigem Sehen, und zwar so, daß das eine Auge ohne Filter gesehen hat und das andere mit Filter. Dabei hat für mich am besten der UHC gewirkt, am zweitbesten der Hbeta und als letztes OIII. Der Bogen war von oben bis fast ganz runter zu Saiph erkennbar. Insgesamt war das Objekt gar nicht schwer zu sehen. Tolle Idee, mal ohne Teleskop zu beobachten. Danke dafür!


    Johannes

  • Hi Johannes,
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Ich habe es in zwei Nächten auf dem Feld hinter meinem Haus (5,5mag) mit bloßem Auge und Filtern probiert<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">das ermutigt mich, es an meinem üblichen Standort nochmal zu versuchen - gestern Nacht hatte ich nach 2,5 Stunden bei windigen -6°C nicht mehr die Ruhe dazu...<blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Die deutlichsten Ergebnisse hatte ich bei zweiäugigem Sehen, und zwar so, daß das eine Auge ohne Filter gesehen hat und das andere mit Filter<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Genau, so kenne ich das vom Helixnebel. Da war diese Kombination auch besser als nur ein Auge mit Filter. Scheint irgendwie noch was zu bringen, auch wenn man meint mit dem filterlosen Auge eigentlich gar nichts zu sehen. Den Vergleich zum Sehen mit Filtern vor beiden Augen habe ich allerdings nicht.


    Viele Grüße


    Holger

    :milky_way: 10" f/5 Newton-Bino :comet: 120mm f/5 Achromaten-Bino :hammer_and_wrench: 8" f/8 Jones-Schiefspiegler-Bino

  • Hallo in die Runde,


    möchte auch mal meine Erfahrungen zu Barnards Loop Sh 2-276 wiedergeben.
    In einer brillanten Nacht (fst 6.8m) im Februar diesen Jahres, bei sehr guter Transparenz und sehr geringer Luftfeuchtigkeit, wollte ich mit meinem 130er Doppelrefraktor endlich B33, den Pferdekopfnebel knacken. Einige Male zuvor habe ich es unter ähnlichen Bedingungen bereits versucht, bin aber immer wieder, entweder an der Dunkeladaption, Himmelstransparenz oder Luftfeuchtigkeit gescheitert. Ich muss allerdings dazu auch sagen, das man für eine erfolgreiche Sichtung unter anderem auch entweder sehr gutes Kartenmaterial oder ein detailreiches, nicht allzu sehr ausbelichtetes Foto dieser größeren Himmelsregion dabei hat, um sich Stück für Stück (Stern zu Stern) an zu nähern. Der Deep Sky Reiseatlas von Oculum war leider keine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Sichtung.
    Um es kurz zu machen,... es ist mir nach weit über einer Stunde endlich gelungen, diesen schier unscheinbaren dunklen Fleck in einem hauchzarten IC434 mit kanpp 30 facher Vergrößerung, bei 2x 4,5mm AP (27mm Panoptics) unter Verwendung von Astronomik H-Beta Filtern, anfangs durch indirektes Sehen und dann sogar mit höherer Vergrößerung (46 fach/ 17mm Okus) bei 2,8mm AP visuell direkt zu erkennen.[:p] Ich wechselte darauf hin auch ständig die H-Beta Filter gegen UHC- Filter unter Verwendung von verschiedenen Vergrößerungen, wobei durch die UHC Filter keine Sichtung des Nebels gelangen.
    Vor lauter Freude war bei mir dann auch gleich der Gedanke bei so einer außergewöhnlichen Nacht Barnards Loop zu probieren. Dabei kam mir nun der Reiseatlas von Oculum hilfreich entgegen. Ausgehend vom hellen Reflexionsnebel M 78 konnte ich bei maximaler AP von 6mm und mit H-Beta Filtern, bei 21 facher Vergrößerung durch einen kleinen Schwenk Richtung Osten sofort einen deutlichen Nebelbogen erkennen. Ich fuhr den zerklüfteten Nebelbogen erst mit dieser geringeren Vergrößerung Richtung Süden ab und konnte dann sogar mit höherer Vergrößerung und kleinerer AP einige feinere Details in den helleren Zonen entlocken. Die visuelle Sichtung war zu meiner Überraschung sogar noch einfacher bei als IC 434 mit dem Pferdekopfnebel. Und selbst unter Verwendung der UHC-Filter war eine Sichtung, wenn auch sehr schwach, erfolgreich.
    Voraussetzung für eine erfolgreiche visuelle Sichtung sind meiner Meinung nach eine wirklich ausreichend lange Dukeladaption der Augen und ein exzellent dunkler und transparenter Himmel unter Verwendung von Linien- bzw. Schmalbandfilter.
    Dabei ist die Wahrnehmung mit beidäugigem Sehen gegenüber der monokularen Variante ein überaus großer Vorteil.[:)]


    Freundliche Grüße
    Rainer

  • Hallo Rainer,


    Schön dass Du Dich meldest. Als dieser OdM-Thread geöffnet wurde, musste ich gleich an Dich und Dein Bino denken, und dass es für Barnards Loop wie geschaffen wäre. Offensichtlich hatte ich recht. [:)]
    Spannend finde ich, dass Du Strukturen erkennen konntest. Das ist mir wie gesagt nicht geglückt. Vermutlich muss ich es unter besseren Bedingungen nochmal probieren. Vielleicht sollte ich einen H-Beta in 1,25" für meinen 6"er anschaffen.


    Bis dann:
    Marcus

    16" f/4 Dobson, 6" f/5 Dobson, C8, 60/360 Apo, 70/700 PST-Mod "Sunlux"


    Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle

  • Hallo zusammen,


    hier ist mal ein aktueller Beobachtungsbericht zu dem Objekt von mir: Am Samstag Abend habe ich es endlich auch mal von hierzulande aus probiert. War gerade auf dem Rückweg aus Stutgart und hatte vorsorglich meine Astroausrüstung im Kofferraum. Da es auf der Fahrt noch klar ohne Nebel war, bin ich spontan auf dem Weg zur Sternwarte Zollernalb gefahren und habe meinen Dobson auf dem Parkplatz aufgebaut. Anscheinend war aber sonst niemand da trotz klaren Himmels. Aber immerhin hat man neben abgelegenen Sternwarten irgendwo auch einen Platz ohne Streulicht. :)


    Die visuelle Grenzgröße im Zenit mit bloßen Augen war 6.2 mag. Ich probierte es mit 3 verschiedenen Methoden:


    Mit bloßem Auge und Filter:


    Dazu hielt ich einen 2“ H-beta Filter mit 2 Fingern vor mein rechtes Auge und schirmte mit den restlichen Fingern der rechten Hand etwaiges Streulicht ab. Mit der linken Hand deckte ich mein linkes Auge zu (ist für mich wesentlich angenehmer als es zuzukneifen, so beobachte ich meistens auch am Teleskop). In der Tat konnte ich das östliche Band des Barnard’s Loop auf diese Weise von einer Stelle nördlich von 51 Ori bis nördlich von kappa Ori (Saiph) verfolgen. Damit konnte ich nun mehr erkennen als vor Jahren unter besserem Himmel. Das kann an etwa 10 Jahren mehr Beobachtungserfahrung liegen, aber auch daran, dass ich mit meinen aktuellen Brillengläsern Visus 125% erreiche und nicht deutlich unter 100% wie damals.


    Mit 8x56 Feldstecher und Filter:


    Da der H-beta Filter einen kleineren Durchmesser hat als die Apertur des Feldstechers, musste ich ihn zwischen Okular und Auge halten. Tatsächlich habe ich das linke Auge geschlossen, also das Binokular monokular benutzt. :)
    Auf diese Weise konnte ich Barnard’s Loop genauso weit verfolgen wie mit bloßem Auge, aber der Nebel war um einiges deutlicher erkennbar.


    Mit 12-Zoll Dobson bei 47x Vergrößerung und H-beta Filter:


    Den Nebel konnte ich mit dieser Optik in der vollen Länge abfahren, wie die Konturen in Cartes du Ciel eingezeichnet sind. Dabei bin ich im Zick-Zack zwischen den um den Nebel herum liegenden Sternen hin und her gefahren und habe auf den Übergang zwischen dunklerem Hintergrund und etwas hellerem Nebel geachtet. Teilweise wirkt Barnard’s Loop dabei wie eine „Miniatur-Milchstraße“, sehr beeindruckend. An manchen Stellen, vor allem im nördlichen Bereich, war der Nebel sogar sehr auffällig. Mit dieser Optik konnte ich dann auch den Nebelbereich zwischen Saiph und Rigel sehen, was mir mit bloßem Auge und Feldstecher nicht gelungen ist.


    Diesen Nebelbogen im Teleskop abzufahren, das muss man als visueller Deepsky-Beobachter mal gemacht haben! :)


    Kann eigentlich jemand von euch den südlichen Nebelbogen zwischen Saiph und Rigel mit bloßen Augen erkennen?


    Hier ist noch eine Skizze:




    Clear skies


    Robin

  • Hi Leute,


    Sehr interessantes Thema! [:)]


    Mit dem freien Auge habe ich bisher nur neben diversen Kugelsternhaufen natürlich M31, M33 NGC 7000 und einige Nebel im Schützen gesehen.


    Ich habe leider nur einen alten TS UHC Filter zur Hand, werde Barnard's Loop aber in der nächten klaren Nacht vom
    Hunsrück aus probieren.


    Die Zeichnungen sind auch super. Macht Lust, selbst mal wieder den Bleistift zu schwingen!


    Viele Grüße,
    Nils

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