vor 17 + 4 Jahren: Totale Sofi in Deutschland -Wdh

  • Hallo allerseits,
    heute vor genau 17 Jahren, am 11.08.1999, hatte ich das große Glück, meine erste überhaupt und wohl auch letzte totale Sonnenfinsternis hier in Deutschland sehen zu können. Da stand ich völlig aufgeregt an meinem kleinen Teleskop mit Kamera obendrauf zwischen Meißenheim und Ichenheim in Baden-Württemberg am unteren Rand der Totalitätszone. Einige Kilometer weiter nördlich goss es in Strömen, ein Gewitter zog heran, der Donner war einige Male aus der Entfernung zu hören.


    Aber gerade in den entscheidenden Minuten waren die Wolkenlücken groß genug, um das Schauspiel beobachten zu können, und ich verstehe nur zu gut, weshalb manche lange Reisen unternehmen, um es erleben zu können.


    Für mich war es eines der eindrucksvollsten astronomischen Ereignisse überhaupt, und ich war superglücklich, es auch im Bild festhalten zu können – damals natürlich noch auf Film und mit einem 200mm Tele aufgenommen.





    Leider habe ich erst bei Dunkelheit im Raum erkannt, dass das vor Jahren eingescannte Bild nicht den tiefschwarzen Hintergrund zeigt wie der Abzug im Rahmen an der Wand, aber der Jahrestag ist halt heute ….


    Viele Grüße
    Manfred

  • Moin Mafred,
    ... schönes Bild !


    Ich hatte diese SoFi auf Samsö in DK gesehen, aber die Sonne war eben nur zu 87% verdunkelt. Meine bisher einzigen totalen SoFis waren dann die 2006er in der Türkei und 2008 in der Westmongolei.


    Eine totale SoFi sollte man im Leben mindestens einmal erlebt haben. Das ist so unglaublich beeindruckend ..


    Greetz Hannes

  • Hallo Manfred,


    Glück gehabt! Ich erinnere mich im Zusammenhang mit der SOFI'1999 vor allem an die extrem schlechte (d.h. unzuverlässige!) Wettervorhersage. Ich bin aus Braunschweig angereist, hatte die Wahl von München bis Saarbrücken. Gewählt am Vortag: Saarbrücken, wegen neuester Vorhersagen. Dann könnte ich noch auf der A7 hinter Kassel um 5:00 umentscheiden - die Vorhersagen im Radio waren immer noch wie am Vortag. Um 6:00 hätte ich mich noch am Frankfurter Kreuz zwischen Karlsruhe und Saarbrücken entscheiden können. Vorhersage im Radio natürlich copy/paste, also eingeschwenkt nach Saarbrücken (Umland südlich davon).


    Letztendlich stand ich im sinflutartigen Regen, aber die Stockfinsterheit war beeindruckend. Immerhin.
    Karlsruhe war frei, bei Stuttgart (Kollegen sind dort hin) wars frei, sogar München (Kollege war dort) mit der schlechtesten Vorhersage war frei.


    Lesson learned für Deutschland also (leider für mich nicht mehr anwendbar). Vergiss, TOTAL die Vorhersage in D in solchen Fällen!


    Gruß,
    Walter

  • Hallo Manfred


    für mich war das erst meine zweite (partielle) Sofi, nach der 1996. Aufgrund der miesen Wettervorhersage für Süddeutschland begab ich mich aber nicht dorthin, sondern zog die hochprozentig partielle Finsternis im Harz vor (über 90%), wo ich den Wolkenlücken hinterherfuhr. Den Bericht und Fotos von damals gibt es hier:
    http://www.zwickau-net.de/ster…-celle/sofi_19990811.html
    Die totale Sofi holte ich dann 2006 in der Türkei nach.
    Viele Grüße
    Niels

  • Hi Niels,


    so mies war die doch gar nicht.
    70% Clear Sky für Saarbrücken, und 40% für München, linear nach Osten hin immer schlechter (so circa - aus dem Gedächtnis).


    Sagt mal, wie war das eigentlich mit der Buchungslage (Flug und Hotel) für die Türkei SoFi? Habt ihr Jahre vorher gebucht?


    Gruß,
    Walter

  • War damals wirklich eine schöne Sofi, gesehen in Frankreich. 15 Minuten vorher hätte ich keinen Pfifferling auf eine erfolgreiche Beobachtung gewettet, und 5 Minuten später zog es zu, um zu regnen.



    War auf jeden Fall meine beste Chemie-Sofi.


    Mehr Bilder hier
    https://www.flickr.com/photos/…/albums/72157646361830091


    Buchungslage Türkei 2006: Wir haben ca. ein 3/4 Jahr vorher gebucht, worauf der Reiseveranstalter erst einmal pleite ging....


    Hartwig

  • Früher war ich Fallschirmspringer. Für die Finsternis 1999 bin ich daher an den Sprungplatz nach Ampfing, ca. 80 km östlich von München, gefahren. Elend lange Autofahrt. Immerhin habe ich kurz vor dem Ziel noch eine richtig fette grüne Perseide gesehen.


    Da das Wetter an dem Tag nicht richtig klar wurde, sind wir mit dem Springerflugzeug über die Wolken gestiegen. Die "abnehmende Sonne" stand leider zu hoch um sie durch die Fenster zu sehen. Die Sofi sahen wir deshalb im Gänsemarsch an der offenen Tür vorbei, jeder hatte ein paar Sekunden. Das reichte für 2 Runden schauen für jeden von uns 10 Springern. Für mich blieb einmal total und beim 2. Blick kam die Sonne gerade wieder am Rand hervor und bildete mit der nahen Venus auch einen unvergesslichen Anblick. Auch immer erinnern werde ich mich an die Blicke nach draußen, rund um das Flugzeug. Wir und die Wolken unter uns waren im Dunkeln aber am Horizont, in allen Richtungen, waren die hell erleuchteten Wolkentürme zu sehen. Wir flogen sozusagen in einem "schwarzen Loch".


    Ich musste den Sprungleiter auch noch erst überzeugen, dass es auch gleich nach der Totalität wieder hell genug zum Springen wird, sodass wir wenige Minuten später bei dünner Sichelsonne abspringen konnten.


    Helmut

  • Hallo Zusammen,


    damals sind wir von Norddeutschland irgendwo Richtung Karlsruhe aufs Land gefahren.
    Der Himmel war so halb bedeckt und die Sofi nicht so ganz zu sehen.
    Aber es war trotzdem ein Erlebnis, weil sehr viele Leute da waren und alle an den Straßenrändern in langen Autoschlangen standen um zu beobachten. Wir hatten tatsächlich Probleme, in letzter Minute noch auf der Landstraße eine Lücke zum Anhalten zu finden.
    Auf meinem einzigen Foto, damals auf Chemie, ist nur durch die Wolken was zu sehen. Daher eingescannt und mit PS extrem bearbeitet, damit man überhaupt was sieht.
    Spaß hats trotzdem gemacht [8D]


  • Hallo
    Bin extra mit einem Kollegen und seinen 2 Söhnen nach Günzburg gefahren. In einer Wiesenscheune hatten wir einen brauchbaren Unterschlupf gefunden. Am Abend zuvor mit dem Telementor noch am wolkenlosen Himmel gewandert und den Jung´s das eine oder andere Objekt gezeigt. Dann alles vorbereitet für den großen Moment, und dann, Regen und Gewitter. Ein paar Fotos nach dem Maximum waren möglich. Schade. Aber es war echt dunkel und still. Was soll´s. Schön war´s trotzdem. Zu hause hätte ich Sicht und 87% gehabt. Dumm gelaufen.[V]


    Gruß Reiner

  • Hallo Walter,


    Nix Privileg, ich hätte die Sofi lieber in Ruhe bei gutem Wetter von unten erlebt.
    Mit dem Fotografieren als Springer war das damals noch nicht so. Ich hatte zu der Zeit nur eine große Spiegelreflex und die natürlich nicht mit oben. Und unten gabs nichts zu sehen. Heute hat ja jeder Springer eine GoPro am Helm und Filme wären massenweise entstanden. Der Nachteil der GoPro ist aber, dass sie nur recht weitwinklig einstellbar ist.


    Helmut

  • Salz in die offene Wunde ... immer und immer wieder, jedes Jahr auf´s Neue. Es nimmt kein Ende ... [}:)][:D]


    Ich bin damals auch extra nach Süddeutschland gefahren, um in die Totalitätszone zu kommen - wäre ich mal zu Hause geblieben, wo die SoFi zwar nicht mehr total war, dafür aber das Wetter mitspielte.


    Auf der Fahrt von Wolkenlücke zu Wolkenlücke (wobei es keine richtig klaren Lücken gab, wo ich unterwegs war) konnte ich nur zwei chemische Dias durch mein 76/700 Bresser Newton schiessen, der damals mein einziges Teleskop war.




    Dies hier entstand ca. eine Viertelstunde vor der Totalität:


    Dann zog´s zu, mein Bruder der mich begleitete und ich fuhren noch ein Stück in eine Richtung, wo es etwas heller schien, aber einen Blick auf die Sonne bekamen wir erst wieder ein oder zwei Stunden nach der Totalität.


    Während der totalen Phasen verfolgten wir das uns umgebende Naturschauspiel auf einem Parkplatz mitten in einem Wald. Da nix zu sehen war von der Sonne, konnten (odder mussten) wir uns zu 100% auf die "Begleiterscheinungen" konzentrieren: Es wurde schnell relativ dunkel, es kühlte sich rasch merklich ab und die Vögel, eben noch aktiv verstummten plötzlich. Auch wenn ich die total verfinsterte Sonne natürlich viel lieber gesehen und fotografiert hätte, so wären mir die "Begleiterscheinungen" wahrscheinlich sonst garnicht so bewusst aufgefallen, obwohl ich zuvor davon gelesen hatte.


    Aber irgendwann werd ich bestimmt auch noch ´ne Totale SoFi zu sehen bekommen ... muss ich eben ein bisschen reisen ... oder "einfach" nur steinalt werden ... [^]


    Gruß und klaren Himmel
    Heiko

  • OK,


    nach soo vielen Jahren lerne ich also, es war eigentlich überall gleich - es gab lokal Lücken und es gab lokal heftige Gewitterschauer. Es ging also nicht darum - Saarland, BaWü, oder Bayern. Überall konntest Du unterm Gewitter/Schauer stehen.


    Lückenjagen hab ich auch gemacht - buchstäblich bis zur letzten Minute (wo ich mich in eine Vorstadt-Sackgasse reinmanövriert habe). Das letzte verbleibende Loch zog sich 3min vor der Totalität wie eine Blende zu. Das war noch Zirrusbewölkung oder Altostratus. Plötzlich war eine tiefe Stratobewölkung da und just zur Totalität goß es wie aus Kübeln. Ich hab sowas noch nie erlebt. 10min vorher großes blaues Loch überm Kopf und dann ein 7km hoher Kumulonimbus (der Regenmenge nach zu urteilen). Normalerweise zieht so ein Ding heran oder quillt stundenlang auf. Aber hier - Zack und Da! Atmosphärisch einmalig der Effekt!


    Ich versuche nachher mal meine Chemicals auf dem Dachboden zu finden ...


    Gruß,

  • Hallo Walter,


    sicher gab es im Süden auch Lücken für die, die Glück hatten. Aber die Wettervorhersage für die Harzgegend war besser (auch nicht optimal, aber immerhin). Und da ich zu dem Zeitpunkt noch nicht so viele Sofi's gesehen hatte, dachte ich "Lieber den Spatz in der Hand...". Die Freunde, die in den Süden gefahren waren, standen in BW im Regen. Die mit dem Ziel Balaton hatten perfektes Wetter.
    Das mit der totalen Finsternis in der Türkei war witzig. In der Zwischenzeit gab es ja auch noch die Finsternisse von Ende Mai 2003 und die ringförmige in Spanien 2005, die ich beide bei einigermaßem guten Wetter sehen konnte. Ich rätselte sehr lange, ob wir 2006 überhaupt fahren sollten, denn ich war 2004 schon mal dort, fast zur selben Zeit (Ende Februar/Anfang März) und da war nur Mistwetter (mit Schnee in Pammukale!). Letztendlich aber dachte ich mir, dass man sich schwarz ärgern wurde, falls das Wetter doch gut würde und so buchten wir recht spät (im Dezember 2005 oder Januar 2006, genau weiss ich das nicht mehr). Auch schon, weil man so günstig wahrscheinlich nie wieder zu einer totalen Finsternis kommt.
    Hat ja dann auch perfekt geklappt. Erstaunlich war, dass es in Kemer keinerlei Hype um die Finsternis gab. Die meisten Leute im Hotel hatten keine Ahnung, dass eine ansteht (bis auf die paar die extra deswegen dort waren). Allerdings schauten dann doch die meisten mit, als das Ereignis dann da war. Die Finsternisbrillen vom Personal und auch unsere paar Instrumente waren gut besucht.
    Viele Grüße
    Niels

  • Ok, das sind meine bescheidenen Fotos (mit der Digiknipse aufgenommen, da ich kein Scanner habe).


    So sah es kurz vorher aus:


    und so gleich nach dem hellwerden


    Gruß, Walter

  • Da sind ja interessante Berichte zusammengekommen, die das Ereignis und die damit verbundenen Emotionen noch einmal richtig lebendig werden lassen - die Planungen, die verstopften Straßen, die Bilder, die Verfinsterung der Landschaft, die Änderung der Stimmung und natürlich das Wetter.


    Vorher hatte ich auch lange überlegt, ob ich ca 1500km fahren sollte, um ein oder zwei besondere Minuten zu erleben. Ausschlaggebend war letzten Endes keine Wettervorhersage, sondern die Vorstellung, ich wäre hier hoch im Norden zuhause geblieben, und in den Abendnachrichten hätte ich mir anhören dürfen:


    "Guten Abend, meine Damen und Herren, Millionen von Menschen konnten heute an einem nahezu wolkenlosen Himmel ein ganz besonderes Naturschauspiel verfolgen ...."


    Ich wollte es wenigstens versucht haben.


    Manfred

  • Happy 17th Astronomie jubiläum to me *sing*


    Ich interessierte mich schon immer irgendwie für das "da oben" - aber die Initialzündung gab dieses Ereignis - an das ich mich noch sehr gut erinnern kann.
    Ich bilde mir sogar ein, das Gefühl noch zu kennen, als die Sonne verfinstert war.


    Wir waren damals Studenten in einer WG in der Nähe Freisings. Wir wohnten in einem kleinen Häuschen und beschlossen für dieses Ereignis auch die Uni zu schwänzen - eine der wenigen Gelegenheiten wo wir eine Ausrede hatten. [;)]
    Jedenfalls hatte ich mich darauf vorbereitet und allerhand gelesen.
    Viel Quellen gab es nicht - ich besorgte mir Literatur aus der Unibibliothek und surfte im Internet - google gabs damals zwar schon, aber es war noch nicht populär als Suchmaschine. Aber Altavista und yahoo. Man surfte mit dem Netscape Navigator... falls das noch jemand kennt.


    In Freising erkoren wir uns unseren "Finsternishügel". Die Auswahl erfolgte nach weniger strengen und gänzlich "unastronomischen" Gesichtspunkten. Einziges Kriterium war, dass der Hügel in Fussweite unseres Häuschens lag und der Kasten Bier somit mitgenommen werden konnte.
    Ich erinnere mich noch, wie es mich beeindruckte einige Astronomen mit Teleskopen und Kameras zu sehen. "Bestimmt Wissenschaftler", dachte ich mir.
    Es war nass-kalt ähnlich dem gestrigen Wetter hier - aber schon damals zeigte sich mein Potential als Finsterniss-Glücksschwein: Pünktlich zum ersten Kontakt riss es auf und seitdem ist es tatsächlich so, dass ich jede Finsternis, welche ich beobachten wollte auch beobachten konnte.
    Falls jemand ein Maskottchen für die Sofi 2017 in den Staaten braucht - ich stelle mich zur Verfügung. [;)]


    Jedenfalls kann ich mich noch gut erinnern, wie mich das Schauspiel begeisterte und ich die Effekte wie den aufkommenden Finsterniswind und den Temperatursturz bemerkte.


    Hach - ich erinnere mich gerne an diesen Zeitpunkt zurück.

  • Bei mir war die SoFi 1999 quasi der Start in das astronomische Hobby.


    Nach Radioberichten (SWR3, Partyaufruf) schien die SoFi nur inStuttgart stattzufinden, hauptsächlich am Neuen/Alten Schloss.
    Wir hatten uns schon einen Beobachtungsplatz in den Weinbergen östlich des Neckar ausgesucht,
    als uns am SoFi-Tag der Wetterbericht animierte, von Stuttgart nach Westen zu fahren bis besseres Wetter kommt.
    Anreisende Freunde aus Frankfurt leitete ich morgens um 9 Uhr nach Karlsruhe um.


    Nach Abfahrt aus Stuttgart um 10 Uhr wurde aus der einstündigen Fahrt nach Karlsruhe zwei, denn auf der Autobahn ging es regelrecht beschaulich zu.
    Die Sonne war ja bereits teilbedeckt, die Autos trödelten dahin und der Standstreifen wurde zum längsten Parkplatz de Republik.


    Wir kamen jedenfalls 15 Minuten vor Beginn der Totalität am Bahnhof Karlsruhe an – auf der Rückseite.
    Unsere Freunde hatten auf der Eingangsseite das Stativ aufgebaut, so blieben wir während der Totalität getrennt.


    Wir bemerkten das Aufflammen der Lampen in Telefonzellen und an anderen öffentlichen Stellen,
    auch stiegen aus einem aus Polen ankommenden Bus verschlafenen Gestalten aus,
    die mit der beginnenden SoFi nichts anzufangen wussten.


    Ich beobachtete die Sonne mit einem (heute noch einwandfrei funktionierenden) Canon 15x45 IS.
    Von den im Fernsehen gezeigten züngelnden Protuberanzen (Zeitraffer - bäh) war zu meiner Enttäuschung nichts zu sehen.


    Immerhin hatten wir während der Totalität freie Sicht und ich konnte den Mondschatten an der hohen Bewölkung heranrauschen sehen - sehr eindrucksvoll.


    Nach der Totalität kamen wir mit unseren Freunden zusammen, dazu gesellten sich zwei Japanerinnen,
    die sich auf Deutschlandreise von ihre Gruppe in Hamburg abgemeldet hatten und zur SoFi nach Karlsruhe fuhren.


    Wir waren überrascht und beeindruckt. Ebenso war meine damals 88-jährige Schwiegermutter sehr angetan von der SoFi.

  • Hallo Sofifreunde,
    Hier nun auch zum 17jährigen meine Story.
    Meine Frau und ich wohnen in Remscheid und hatten uns vorgenommen Richtung Stuttgart zu fahren.
    Da unsere Tochter normalerweise Schule hatte haben wir die Lehrerin gebeten ihr für dieses Ereignis
    freizugeben damit sie mitfahren konnte. Dies wurde bejaht und ich bot an, der Schule evtl. gelungene
    Aufnahmen zur Verfügung zu stellen.
    Früh morgens fuhren wir los, die Stimmung war super trotz wolkenverhangenem Himmel.
    Auf der Autobahn zeigte sich allerdings das wir nicht die Einzigen waren welche dorthin wollten.
    Noch vor Koblenz war sie so dicht das wir Angst hatten die Zeit würde uns davon laufen. Ist ja auch
    nicht nett von der Sofi, das sie nicht auf uns warten wollte. Noch von der Autobahn konnten wir mit Hilfe
    unserer Brillen sehen dass die Sichel immer schmaler wurde. Es war auch schon etwas Verdunkelung der
    normalen Umgebung zu erkennen. Stuttgart konnten wir abschreiben. Langsam und zäh ging es weiter
    während im Radio die Sender Lieder spielten wie: Hab Sonne im Herzen…… , Lieber Gott laß die Sonne wieder
    scheinen……, u.s.w.
    Nun schlichen wir im Stau weiter bis wir zu einer Abfahrt Richtung Hunsrück kamen.
    Also, besser 30sec. Totalität als gar keine. Runter von der Bahn und in Windeseile Richtung
    Hunsrücker-Höhenstraße. Nun hieß es Ausschau halten nach einer Wolkenlücke. Noch 3 min. bis zur
    Totalität. Seitlich von uns war eine große Lücke zu sehen. Wagen gewendet, Querstraße genommen und aufs Gas.
    (Mache ich sonst nie). Da war auch ein kleiner Parkplatz. Noch 2 min. Wagen angehalten, Newton raus, gegen den
    Wagen gelehnt, Kamera drauf, Richtung Sonne gehalten und nun noch 30sec. Wusch, auf einmal war es dunkel.
    Deckel vom Teleskop runter, fokussieren und draufhalten. Unsere Tochter meinte nachdem ich sie gewarnt hatte
    einfach so in die Sonne zu sehen, „ Papa darf ich jetzt die Augen aufmachen“? Ich rief „Jaaaaaaa, na klar.
    Schau hin, es sieht fantastisch aus“.
    Hier nun ein paar bescheidene Schüsse.






    Später erfuhren wir dass in Stuttgart die Sofi wegen regenverhangenem Himmel gar nicht zu sehen war.
    Ich hoffe ich habe euch mit meinem kleinen Bericht nicht gelangweilt.


    Sofigrüße,
    Armin

  • Morgen Leute, Morgen SoFi
    Wir sind extra von Zürich nach Esslingen gefahren. Zu meinen Metzger Kollegen WW, dort angekommen ging es ja gleich ans aufbauen. Aufbau fertig, wurde es rasant dunkler und dunkler und ganz ruhig wie in der Nacht. Durch die Wolken konnte man etwas über uns graues erahnen.
    Dann war der Spuk auch schon vorbei. Danach gab es Weisswürste.
    Habe das ganze bis jetzt noch nicht vergessen, die wahren einfach lecker. Danke Wolfgang
    Gruss an Alle.
    Erwin

  • Hallo Armin,


    langweilt gar nicht Dein Bericht. Da habt Ihr ja echt Glück gehabt mit dem Wetter.
    Danke für die Bilder, besonders für das kurz nach der Totalität. Da sieht man rechts oben diese kleine Protuberanz. Der Zeitpunkt ähnelt stark meine superschlechten Version weiter oben im Thread, bei der ich mich immer gefragt hatte, ob der Fleck an der gleichen Stelle ein Bearbeitungsartefakt ist oder doch eine Protube. Jetzt weis ich es [;)]


    Viele Grüße
    Ronald

  • Hallo Armin,
    und natürlich auch alle anderen, nein, mich langweilen diese Berichte nicht im geringsten, im Gegenteil, es sind geteilte Erfahrungen, die die eigenen wieder lebendig werden lassen. Und ich finde es toll, dass ein solches Ereignis einen so lange beschäftigen kann und die Erinnerung an viele Details noch so klar ist als wäre es erst letzte Woche geschehen.


    Dabei ist mir auch noch einmal klar geworden, wie dicht Glück und Pech bezüglich Wetter bzw. Beobachtungsort nebeneinander lagen.
    Aus meinem "Sonnenfinsternis-Foto-Album habe ich noch einmal zwei Bilder abfotografiert; hier eines, das nur wenige Minuten nach der Totalität aufgenommen wurde:






    Die dunklen Regenwolken kamen von Nordwesten aus Richtung Rhein herüber, wo es so aussah:





    Dort wären wir eigentlich gelandet, wenn die Straßen nicht so verstopft gewesen wären - nur wenige Kilometer entfernt.


    Gruß,
    Manfred

  • Hey,
    schöner Thread hier. Da werde ich mich hiermit auch mal verewigen. Ich bin damals, zusammen mit meiner Mutter, in den Süden gefahren, bewaffnet mit meinem 20x60 Fernglas, Sofi-Brillen und einer einfachen, analogen, zoomlosen Plastikkamera. In den Tagen danach hatte ich einen Erlebnisbericht darüber verfasst den ich hier mal teilen möchte, garniert mit einigen Bildern die ich damals aufgenommen hatte.


    <i>Die letzten Tage vor der Sonnenfinsternis sind schrecklich. Der tägliche ( und am letzten Tag stündliche) Wetterbericht ist spannender und dramatischer als jeder Thriller. Hier in Sachsen hat man noch relativ gute Chancen, die partielle SOFI zu sehen. Die Wetterprognosen für Bayern sind dagegen wenig vielversprechend. Irgendwie komme ich mir veralbert vor, da die ganzen Wochen vorher super Wetter war und nun ein riesiges Tiefdruckgebiet aufzieht.
    Ich überlege schon, nicht nach Bayern zu fahren und stattdessen hierzubleiben, um überhaupt etwas zu sehen. Allerdings habe ich bereits eine partielle Sonnenfinsternis hinter mir (12. Oktober 1996).
    Gerademal bei 20% liegt die Wahrscheinlichkeit für freien Blick auf die Sonne im Reiseziel, der Gegend um München. Im Saarland sieht es dagegen anders aus. Dort stehen die Chancen bei 70% recht gut. Leider reichen Zeit und Geld nicht mehr, um noch einmal umzudisponieren (zum Glück, wie sich später herrausstellt). Also fahren wir nach Bayern. Ich freue mich seit ca. 12 Jahren auf dieses Ereignis und lasse mich nicht von einem Tiefdruckgebiet aufhalten! Ich möchte wenigstens erleben, wie es mitten am Tag dunkel wird.
    Mit dem Zug geht es nach Freising. Unterwegs gibt es immer wieder sorgenvolle Blicke gen Himmel, nicht nur bei mir sondern auch bei den anderen SOFI-Touristen, die sich wie Heringe im Zug drängeln. Oft fahren wir an verstopften Autobahnen vorbei. Mit dem Auto hätte man es wohl gerademal bis nach Hof geschafft.
    Nach ca. 6 Stunden Fahrt sind wir da. Wir werden mit einem Regenguss empfangen, der die Stimmung nicht sonderlich hebt. Mit der S-Bahn geht es etwa 1,5km weiter südlich bis Pulling, einem ländlicheren Fleckchen. Pünktlich zum ersten Kontakt reißt die Wolkendecke auf, wenige Minuten später ist bereits eine kleine Delle rechts oben an der Sonne zu sehen. Wir suchen uns einen geeigneten Platz auf freiem Feld

    Der Blick nach Süden:

    Schnell packe ich meine Utensilien aus, bevor sich die nächste Wolke anschickt, den Blick auf die Sonne zu verdecken. Mit dem Fernglas projiziere ich immer mal wieder das Sonnenbild auf eine weiße Fläche. Die Sonne ist mittlerweile fast zur Hälfte verdunkelt.

    Ich erkenne, wie der Mond langsam einen größeren Sonnenfleck abdeckt. Skeptisch beobachte ich eine größere Wolkenlücke, die sich von Westen nähert. Ob sie es wohl bis zur Totalität schafft? Als die Sonne zu 80-90% abgedeckt ist, fällt mir zum ersten Mal auf, dass das Licht seltsam fahl und bleich geworden ist. Die Umgebung wird in ein grau-violettes Licht getaucht.


    Etwa 10-5 Minuten vor dem zweiten Kontakt wird es merklich kälter. Wind kommt auf, und ich hoffe, dass er die Wolkenlücke etwas beschleunigt. Im Dorf höre ich Hunde bellen.
    Dann, kurz vor dem zweiten Kontakt, ist die Wolkenlücke über uns und gibt den Blick auf die Sonne frei. Unglaublich! Direkt über uns freier Himmel und rundherum nur Wolken. Im Süden, über München, hängt eine riesige Gewitterfront. ich schaue wieder auf meine Projektion. Nicht zu fassen, dass eine so schmale Sichel noch so hell sein kann.
    Die letzten Sekunden vor der Totalität sind an Spannung nicht mehr zu überbieten. Mein Herz pocht vor Aufregung. Das ist er nun... Das ist der Moment auf den ich seit meinem 6. Lebensjahr gewartet habe. Damals hatte ich zum ersten Mal von diesem Ereignis gehört und fieberte seitdem dem heutigen Datum entgegen.
    Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Um 12:37 Uhr wird es von Sekunde zu Sekunde dunkler. Im Westen sieht man den Kernschatten des Mondes heranrasen. Es geht jetzt alles so schnell, dass ich gar nicht weiß, wo ich denn nun hingucken soll. Beobachte ich den Kernschatten im Westen? Schaue ich mir auf meiner Projektion die Perlschnur an, oder genieße ich den Diamantring?. Die Beobachtung der fliegenden Schatten, für die wir extra ein weißes Tuch auf dem Boden ausgebreitet haben, vergesse ich völlig.
    Und schon ist der Kernschatten da. Ich blicke zur Sonne und sehe den Diamantring majestätisch aufleuchten, dann verschwindet auch er. Es ist nun dunkel wie in einer Vollmondnacht. Links von der Sonne erkenne ich sofort die Venus. Merkur und die restlichen Sterne sind hinter Wolken verborgen.
    Überwältigt von diesen Ereignissen lehne ich mich zurück und genieße den Anblick der verfinsterten Sonne. Die Korona strahlt hell durch hauchdünne Wolkenschleier hindurch, an manchen Stellen ist das rötlich-pinke Schimmern der Chromosphäre zu sehen. Selbst mit bloßem Auge sind einige Protuberanzen zu erkennen.

    Der Horizont ist aufgehellt wie beim Abendrot, aber eben nicht nur im Westen sondern in allen Himmelsrichtungen.

    In der Ferne höre ich Gleichgesinnte jubeln und klatschen. Plötzlich fällt mir auf, dass die Vögel verstummt sind. Wie um mich zu widerlegen, krächzt irgendwo hinter mir ein Rabe. Er bleibt aber der einzige, der sich zu Wort meldet. Die nahe Fabrik auf der eben noch emsig gearbeitet wurde ist ebenfalls still. Es ist eine gespenstische aber nicht beängstigende Atmosphäre.
    Dann, nach etwa 2 Minuten und 17 Sekunden beginnt sich der Himmel im Westen aufzuhellen. Es ist als würde jemand mit einem stufenlosen Schalter das Zimmer aufhellen. Wieder taucht der Diamantring auf, wirklich einer der ergreifendsten Momente einer totalen Sonnenfinsternis.

    Schnell wird es wieder hell. Dünne Wolken ziehen wieder vor die Sonnensichel. dadurch kann man nun einen Effekt beobachten, der sich "irisierende Wolkenbänder" nennt. Die Wolken um die Sichel herum leuchten in allen Regenbogenfarben. Der gleiche Effekt ist manchmal auch bei Vollmond zu sehen, allerdings ist er hier um ein Vielfaches farbenfroher. Die Vögel fangen wieder an zu zwitschern. der abziehende Mond ist nun weniger interessant. Auf dem Weg zurück zur S-Bahn bemerken wir auch einige italienische Sternengucker, die sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen wollten. Eine andere Gruppe feiert das Erlebte mit Sekt. Eine halbe Stunde später schüttet es schon wieder wie aus Kübeln.
    Zuhause erfahre ich, dass es ausgerechnet im Saarland zur Totalität geregnet hat.
    Soviel zu Wahrscheinlichkeiten...</i>


    PS: Die Fotos haben beim Einscannen leider ein klein wenig an Qualität eingebüßt


    Gruß,
    Peter

  • Hallo Zusammen,


    dann lass uns mal erinnern:


    Die Prognose für das Rheinland war mau, also haben ein paar Kollegen und ich uns auf den Weg in Richtung Karlsruhe gemacht.
    Ab Koblenz wurde die A61 immer belebter, so dass wir bei Alzey auf die B 271 auswichen - toller Plan!


    Die war genauso voll mit nervendem Stop and Go. Die Sonnenscheibe schrumpfte vor sich hin, und in der Nähe von Grünstadt hieß es: Jetzt aber Nix wie raus und ab auf den nächsten Hügel!


    Gerade noch rechtzeitig erreichten wir zu Fuß eine Anhöhe mit hervorragendem Blick auf das Rheintal.


    Wunderbar konnte man den Mondschatten wandern sehen. In der einsetzenden Dunkelheit verflogen sich einige Vögel, die haben aber zum Glück weder Personen noch sich selbst verletzt.
    Obwohl wir es nicht ganz in die Totalität geschafft hatten, war kurzfristig die Korona zu sehen, wie schön!


    Fotografische Versuche hatte ich mir selbst vereitelt:
    An einem kurz vorher auf dem Flohmarkt erworbenen Teleobjektiv 1:6,3/400mm hatte ich natürlich (!) rumgespielt.
    Als es spannend wurde, kriegte ich das verdammte Ding nicht in den Fokus - Barlowelement draußen gehabt und falsch herum wieder eingebaut, Schwachkopf!


    Trotz und alledem ein beeindruckendes Erlebnis.
    Für die unmittelbare Rückschau und Verdauung des Erlebten haben wir noch ein Weinlokal mit Tischen im Freien heimgesucht, zum Glück war ich nicht der Fahrer.


    Danke Dir Manfred für den Reminder, den ich erst jetzt gesehen habe.


    Gruß & CS Franjo

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