Vakuum-Versuchsfeld II

  • Hallo Freunde der dünnen Luft,


    mittlerweile schießen die Vakuumkammern wie Pilze aus der Erde.
    Bei Kurt gibt es kaum noch warme Malzeiten, weil sämtliche Töpfe bis 12" anderweitig verplant wurden[;)]
    http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=182636
    Alles genial einfach gebaut, kein Teil zu wenig - aber auch keines zu viel.
    Wie bei Mozart, da kann man auch keine Note weglassen.


    Armin hat eine sehr dekorative Glaskuppel für seine 16" Anlage verwendet:
    http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=192640


    Bemerkenswert ist, dass hier sehr verschiedene Pumpen-Konzepte zum Einsatz kommen.
    Drehschieber, trocken oder mit Öl, Membran-, Öldiffusions- und Turbopumpe. Alles da, was der Gebrauchtmarkt so zu bieten hat.


    Neugierig wie ich bin, habe ich gleich mal in meinem Bastelkeller nachgeschaut, ob da nicht auch was neues "wächst", und war doch einigermaßen erstaunt. Seht selbst:



    Hört auf den Namen VV2 - Vakuum-Versuchsfeld II, Codename "Nemo".


    Noch ist nicht alles so wie es sein sollte, doch das ist ja der Sinn eines Versuchsfeldes.
    Wichtig war mir, dass alles modular aufgebaut wird und die Baugruppen universell verwendet werden können.
    Die Glocke hat etwas über D=300mm, es passen Spiegel bis exakt 300mm hinein. Mit etwas Drücken und Schieben vielleicht auch 301mm.
    Material ist V2A in 3mm Stärke, es sind Reste einer echten Vakuumanlage mit DN250 und DN300 Normflanschen, welche ich per WIG Brenner in eine sinnvolle Form gebracht habe. Das Fenster ist 19mm Fensterglas - was sonst.[;)]


    Universell einsetzbar heisst, alles großzügig zu dimensionieren.
    Das geht mit der Pumpe los und war eine harte Nuss...


    ... denn solche Meisterwerke deutscher Ingenieurskunst verlassen die Produktionshallen und Forschungsinstitute nicht freiwillig, sondern erst nachdem irgendetwas klappert, rasselt oder anderweitig das zeitliche gesegnet hat.
    Wie hier in diesem Fall die Dichtung zwischen Motor und Pumpenblock.



    Jetzt schnurrt sie wieder wie ein Uhrwerk, oder besser wie ein oller 4-Zylinder.
    Denn das Teil ist tatsächlich eine dreistufige Kolbenpumpe mit vier Zylindern, komplett ölfrei/trockenlaufend und mit beindruckenden Daten:
    Saugvermögen: 40 m^3/h oder 11 l/s
    Enddruck: 4x10^-2 mBar



    Für die paar Liter Luft in der Kammer ist das nicht nötig, aber die Pumpe bekommt später etwas im Kubikmeterbereich zum Fraß vorgeworfen. So der Plan.



    Weiter geht's mit der Grundplatte (Alu 24mm) und den Stromdurchführungen:



    Dicke unten: 19mm
    Dicke oben: 40mm
    Material: Alu 6060


    Messingschraube für die Kabelklemmung



    Klemmplatten und Schrauben aus Wolfram für den Heizdraht.
    Teflon + Tesa für die Isolation zur Grundplatte.


    Die Besonderheit ist hier die Dichtung von oben.
    Damit hat man im Inneren der Anlage ordentlich Dicke zur Verfügung.
    Im Gegenzug braucht es eine gewisse Vorspannung von der Unterseite, weil der Luftdruck in die "falsche" Richtung wirkt.



    Die Ansicht von oben zeigt noch eine Stromdurchführung in der Mitte, zwei Pole sind für die Glimmeinrichtung vorgesehen, der Rest steht zur freien Verfügung.



    Die Stromversorgung für den Heizdraht übernimmt dieser Trafo (250v ---> 3V) mit "flexibler" Sekundärwicklung, hier exakt eine Windung, zusammen mit einem Stelltrafo (240V ---> 0-250V, die Kiste rechts auf Bild 1)



    Zur Strommessung dient der braune Kasten links im Bild. Das ist ein Stromwandler 1:500, das heisst der Anzeige 400mA entsprechen 200A.
    Im Moment reichen die 50mm^2 Querschnitt dieser gelb-grünen Leitung aus. Die Farbwahl ist reiner Zufall[;)]


    Vor dem ersten Probelauf galt es noch ein kleines Leck zu finden.
    Und wie es Murphy so will, war die lange Naht auf 1m Länge auf Anhieb dicht, dafür hatte ein kurzer Flansch ein winziges Loch.
    Man findet solche Stellen mit Aceton und einem Wattetupfer, das Pirani Messgerät schlägt dann mehr oder weniger weit aus.
    Für Gummidichtungen ist dieses Verfahren nur im Notfall zu empfehlen, für Schweissnähte ist es dagegen super.
    In diesem Fall konnte ich das Leck auf +/- 1cm lokalisieren!




    So, jetzt aber Feuer frei für die erste Bedampfung!
    Gleich mal was dickes auflegen, 2,4mm Wolframdraht (halbe WIG Elektrode) und reichlich Aludraht.
    Normalerweis kommt der Spiegel kopfüber, hängend in die Kammer.
    Aber zum Test bietet es sich an, die Glasplatte einfach zwischen Verdampfer und Sichtfenster zu stellen.
    Braucht man hinterher weniger putzen.



    Die nächsten Bilder enstanden innerhalb weniger Sekunden...






    ... wobei zwischem dem letzten und dem vorletztem Bild exakt 13s liegen.
    Das Ampermeter zeigte 200A.


    Das Alu war etwas reichlich, ein Tropfen löste sich, aber dazu ist es ja da, das VV2 "Nemo"[;)]



    Der erste Spiegel:




    So, das war's erstmal aus dem Bastelkeller.
    Zum Aufbau der Anlage und den vielen Ventilen schreibe ich später, auch zu Risiken und Nebenwirkungen von Fehlbedienungen.[xx(]
    Um es vorweg zu nehmen: dieser klassische Setup mit Gate-Valve zwischen Pumpe und Kammer ist nur eine zeitsparende Maßnahme, denn die Difussionspumpe kann zwischen den Versuchen heiss bleiben.
    Gerade richtig für ein Versuchsfeld - ansonsten entbehrlich und reiner Luxus.


    Viele Grüße
    Kai

  • Kinder, ich krieg den Mund nicht wieder zu ! Allergrößte Achtung vor dem Know-How von Euch allen und dem Organisationstalent.
    Macht ihr das um den Einen, selbst geschliffenen perfekten Spiegel nicht in fremde Hände aushändigen zu müssen um es nach
    nach UK und wieder zurück zu bringen? Oder was lässt sich sonst so verspiegeln/vergolden?


    Wenn ihr so weiter macht, dann entsteht in good old Germany noch eine ausgeprägte Schleifer Kultur :-)! Spechteln kann man im Oktober-bis-März ja in Zukunft hierzulande sowieso nicht mehr.


    Respektable Grüße,
    Walter

  • Hallo Kai,


    herzlichen Glückwunsch zu deiner Kleinanlage. Ein Versuchsfeld mehr und dazu noch der Informationsaustausch hier im Forum wird uns und allen Interessierten sicher weiterhelfen.
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">...Alles genial einfach gebaut, kein Teil zu wenig - aber auch keines zu viel.
    Wie bei Mozart, da kann man auch keine Note weglassen.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Vielen Dank, im wesentlichen richtig erkannt. Aber ich bin nicht so Eitel um mich mit dem Musik- Genie Mozart vergleichen zu wollen. [:)]


    Wie schon bei einem ganz anderen Projekt pflege ich das Prinzip der "guten" Teile. Das sind solche die man ohne Einbuße der Funktionstüchtigkeit des Gesamtsystems weglassen kann. Aber auch bei deiner und Armins die Anlagen finde ich solche Teile nicht wirklich [:D].


    Gruß Kurt

  • Hallo Walter,
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Macht ihr das um den Einen, selbst geschliffenen perfekten Spiegel nicht in fremde Hände aushändigen zu müssen um es nach
    nach UK und wieder zurück zu bringen? Oder was lässt sich sonst so verspiegeln/vergolden?<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Ja, sicher von jedem etwas.
    Am besten lasse ich das Richard Wagner beantworten:
    "Deutsch sein heißt, eine Sache um ihrer selbst willen tun."[8D]




    (==&gt;)Kurt


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Wie schon bei einem ganz anderen Projekt pflege ich das Prinzip der "guten" Teile.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Richtig, was nicht dran ist, kann nicht kaputt gehen und nicht einer Fehlbedienung zum Opfer fallen.
    Gerade letzeres ist meiner - schon ein wenig zu komplizierten - Anlage beinahe zum Verhängnis geworden:
    Um das Schiessen des großen Ventils zwischen HV-Pumpe und Kammer genau hören, habe ich kurz mal die Vorpumpe abgestellt.
    Das kann man durchaus machen, dann läuft der "Auspuff" der HV-Pumpe auf ein kleines Puffergefäß.
    Nur muss man dazu auch das Ventil zur Vorpumpe schließen, weil die im Ruhemodus langsam Luft zieht - und genau das hatte ich vergessen.


    Als ich das große Ventil nur einen Spalt öffnete, füllte sich die Kammer augenblicklich mit weißem Nebel.
    Durch sofortiges Einschalten der Vorpumpe konnte ich die Situation entspannen und den "Schubumkehr" der HV-Pumpe beenden.[}:)]


    Zur Übung habe ich noch einmal alle Betriebsmodi durchgespielt.
    Die Glimmentladung ist zum Test eingebaut. Glimmt so lala, da geht noch was.
    (Um Fragen vorzubeugen: Nein, es entsteht keine Röntgenstrahlung[;)])
    Jetzt fehlt noch die Spiegelhalterung und ein paar kleine, nützliche Ausstattungsdetails.



    Neontrafo mit Ampermeter für die Glimmentladung (= Plasmareinigung)
    So ein Neontrafo hat eine "weiche" Kennlinie und liefert circa einen konstanten Strom.
    Wird von einem Stelltrafo passend versorgt.



    Glimmentladung bei 4x10^-2 mBar



    Test der Wolframelektrode.
    Alles so wie berechnet, es wird nichts übermäßig warm. Ausser der Draht selbst[:D]


    Schönen Abend
    Kai

  • Hallo Armin,


    freut mich, wenn's gefällt[:)]


    Die Drehteile haben zum Glück üppige Toleranzen, da kann man mal etwas für's Auge tun.
    Wie immer stecken die Schwierigkeiten in den weniger gut sichtbaren Details.
    Ist ja meistens so[;)]


    Viele Grüße
    Kai

  • Hallo,


    als Maß der Vollkommenheit einer technischen Anlage kann der "Klebeband-Index", der Masse-Anteil von Klebeband, kurz KBI, dienen.
    KBI ist gewöhnlich verschieden von Null und immer positiv[;)]

    In diesem Sinne ist bei "Nemo" schon eine deutliche KBI Reduktion zu vermelden, es gibt da durchaus schon tesafreie Zonen, seht selbst:



    Der zentrale Stutzen bekam eine Drehdurchführung, die Messgeräte wurden nach hinten verschoben.



    Die Druckmessung bleibt vorerst ein Provisorium, da muss immer mal umgesteckt werden, es gibt wichtigeres.
    Dass die abgelesene Spannung erst in einer Tabelle (Zettel rechts) als Druck abgelesen werden kann, ist absolut kein Problem.
    Ein entsprechend beschriftetes Zeigerinstrument wäre nett, man verliert aber die interessanten, letzten Stellen einer Digitalanzeige. Diese eignen sich hervorragend zur Lecksuche, bzw Dichtheitskontrolle.



    Die Drehdurchführung treibt eine Spindel, an der die Spiegelaufnahme sitzt.
    Höhe über Verdampfer: halber Kammerdurchmesser, also 15cm
    Die rechteckige Glasplatte hat eine Diagonale von 300mm.
    Dieser Test soll die Gleichmäßigkeit der Schicht sicherstellen.


    An der hinteren Wand klebt ein Magnet, der "Polarlichter" erzeugt, nette Spielerei für die Kinder...


    Hinter dem dicken Sichtfenster klemmt eine zweite, dünne Glasplatte welche die Reinigung erleichtert.
    Verdampftes Alu behindert böse die Sicht.



    Hier das Polarlicht weiter vorn....



    ... und in Nahaufnahme.



    Vorglühen und Aufschmelzen.
    Hier hat sich meine Tochter via Stelltrafo dran versucht, während ich das Spektakel filmen wollte.
    Wegen Fokusproblemen bleibt es bei diesem Bild.



    Auch das Bedampfen ist das Werk meiner Tochter.
    Ich war koordinativ ausgelastet den Spiegel zu drehen und Fotos zu schiessen.
    Man kann sehr schon von oben durch den Spiegel auf den Verdampfer schauen und bei erreichter Blickdichtheit abbrechen.



    Dieser Test sollte sowieso noch minimal durchlässig sein, um die Schichtdicken-Variation beurteilen zu können.
    Das hat mangels Alu auch hervorragend funktioniert.
    Vier Krampen reichen also nicht ganz aus für einen "vollen" Spiegel.



    Zurück zum KBI - viola, hier wird das kritische Auge fündig.
    Doppelseitiges Klebeband würde mir bei einem echten Spiegel Angstperlen auf die Stirn treiben, aber bei dem leichte Platterl trotz es der Schwerkraft - zumindest so gut, dass ich Mühe hatte, das Glas wieder frei zu bekommen.



    Nein, das ist nicht der Testspiegel sondern nur das dünne Vorsatz-Sichtfenster.
    Die eher halbdurchlässige Schicht geht in Sekunden mit Rohrfrei-Abflussreiniger weg...



    ... so schnell kann man kaum fotografieren.
    Irgendwie muss man sich das Nachbereiten und Aufräumen leicht machen.



    Zu den Ergebnissen:


    1. Die Schichtdicke scheint gleichmäßig. Der äußerste Rand (= die Ecken) ist minimal transparenter.
    Werde versuchen das fotometrisch zu sichern und in Dicke umzurechnen.


    2. Der Druck nach 1:30h war 4*10^-6mBar, nach dem Glimmen bei 2*10^-2mBar und erneutem Pumpen
    ging es in 4 Minuten nur bis 1*10^-5mBar runter. Ausreichend, aber sicher steigerungsfähig.


    3. Glimmen braucht einen Frischluft/Gas-Einlass. Nächste Baustelle.


    4. Tesa-Test nicht bestanden, mangelnde Nass-Reinigung könnte auch ein Grund sein, oder aber Punkt 3.



    Zum Schluss noch eine Tabelle, welche unter anderen die Wichtigkeit des schnellen Abpumpen nach dem Glimmen zeigt:



    Der Druck korrespondiert mit der freien Weglänge.
    Das ist der durchschnittliche Weg, nachdem ein erster Zusammenstoß der Teilchen erfolgt.
    Alu mit Stickstoff, oder Alu mit Wasserdampf. Die Zahlen sind "circa". Es kommt nicht so drauf an.


    Dritte Spalte: Abstand des Verdampfers, hier hat das meiste Alu 15-20cm vor sich, ein geringer Teil geht nach dem Satz des Pythagorix bis 34cm weit.


    Spalte Nr 4 zeigt den Anteil der direkt fliegenden Alu-Atome.
    (Im unteren Teil der Tabelle ein Vergleich mit variablen Abstand bei 1*10^-5mBar)


    Man sieht, dass man mangelnden Druck durch kürzeren Abstand kompensieren kann - und umgedreht.
    Mit 1*10^-5mBar ist man auf der sicheren Seite, denn von den 3% der kollidierten Alu-Atome kommt das meiste nach einen einzigen weiteren Stoß auch an. Und baut sehr wenig Gas in die Schicht ein.


    Wirklich problematisch ist die letzte Spalte "Wiederbedeckungszeit".
    In dieser (erstaunlich kurzen!) Zeit bildet sich eine Mono-Lage an Atomen auf dem Glas!
    Der Fokus liegt also beim rasanten Abpumpen nach dem Glimmen und unverzüglichem, ebenso rasanten Verdampfen.



    Viele Grüße
    Kai

  • Hallo Kai,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: fraxinus</i>
    Wirklich problematisch ist die letzte Spalte "Wiederbedeckungszeit".
    In dieser (erstaunlich kurzen!) Zeit bildet sich eine Mono-Lage an Atomen auf dem Glas!
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Wie berechnet man diese Zeit, und was für Annahmen stecken da drin?


    Gruß
    Michael

  • Hallo


    Ich würde das Glimmen nicht abstellen sondern einfach das Vakuum wieder erhöhen,
    Durch Spannung erhöhen das Glimmen lange aufrechterhalten und wenn es nicht mehr glimmt dann ist da hoffentlich kein Wasser mehr.


    Gruß Frank

  • Hallo Kai,


    freut mich sehr dass du mit deiner Anlage nun ebenfalls zweckdienliche Grundlagenforschung betreiben kannst, egal wie hoch der Rest-KBI noch sein mag.[:D]
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Der zentrale Stutzen bekam eine Drehdurchführung...<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Dieses Teil gefällt mir besonders gut. Ist wohl eine von mehreren Möglichkeiten um bei Ausnutzung des vollen Durchmessers mit ganz wenigen Verdampfern eine hinreichend gleichmäßige Schichtdicke zu erreichen. Meine Idee dazu wäre eine Durchführung zur Drehung der Schiffchen. Da würde nicht so viel Masse dranhängen wie bei der Bedampfung eines mittelprächtigen Spiegels.
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Doppelseitiges Klebeband würde mir bei einem echten Spiegel Angstperlen auf die Stirn treiben...<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Das Zeugs hat aber wider Erwarten ein recht brauchbares Vakuumverhalten für unseren Bereich. Damit hab ich nämlich die Dichtung zwischen Glasdeckel und meinem 26 liter Pott realisiert als mir eine passende Gummidichtung fehlte[8D]. Die Reinigung nach dem Öffnen war nur ziemlich lästig gewesen[V].
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">3. Glimmen braucht einen Frischluft/Gas-Einlass. Nächste Baustelle.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Kann dir gerne eine Skizze von meiner Ausführung zusenden und bei Gefallen auch relativ schnell anfertigen. Es sind nur 2 Drehteile.
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">4. Tesa-Test nicht bestanden, mangelnde Nass-Reinigung könnte auch ein Grund sein, oder aber Punkt 3.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Ohne pingelige Vorreinigung brachst du den Tesatest erst gar nicht zu probieren, so meine Erfahrung.
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Zum Schluss noch eine Tabelle,...
    ...In dieser (erstaunlich kurzen!) Zeit bildet sich eine Mono-Lage an Atomen auf dem Glas<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Wenn sich diese Monolage tatsächlich so schnell bildet, dann müsste sie das auch in meiner Anlage tun. Denn ich brauche ebenfalls einige Minuten zwischen Glimm- Ende und Start Bedampfung. Jedenfalls
    hat bei mir Alu den Tesatest unter diesen Bedingungen immer bestanden.
    Möglicherweise prügelt der Schwarm von anfliegenden Al- Atomen eine ganz dünne Wasserschicht einfach weg.


    Gruß Kurt

  • Hallo


    Beim Reinigen war das gleiche Verfahren wie bei der Reinigung vor dem Versilbert erfolgreich,
    Dieses Salmialgeist-Alkohol-Schlämmkreide-gemisch oder die Scheuermilch welche Kurt immer verwendet hatte.


    Gruß Frank

  • Hallo Michael,


    eine Faustformel findet sich u.a. hier, S.65:
    http://www-ekp.physik.uni-karl…ngen/VakuumGrundlagen.pdf


    Sicher scheint mir, dass es keine Möglichkeit gibt, die Wiederbedeckung mit wenigen Atomlagen zu verhindern.
    Egal wie schnell das Abpumpen geht. Und es scheint ja nicht allzu sehr zu stören.
    Sonst wäre der Ablauf Glimmen ---&gt; Bedampfen gar nicht möglich.
    Weiterhin wächst die Schicht keinesfalls linear an, es ist also nicht mit hunderten Atomlagen zu rechnen.


    So gesehen geben die erschreckenden Zahlen nur einen dezenten Hinweis, nicht allzu lang mit dem Bedampfen zu warten.



    Hallo Kurt,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Meine Idee dazu wäre eine Durchführung zur Drehung der Schiffchen.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Dann braucht es aber eine drehbare, zentral gelagerte Hochstrom-Durchführung[;)]


    Alternativ könnte man 6 oder auch 12 Verdampfer im Kreis aufstellen.
    So würde ich das bei einer größeren Kammer angehen.
    Das ist die klassische Lösung seit John Strong.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Das Zeugs hat aber wider Erwarten ein recht brauchbares Vakuumverhalten für unseren Bereich. <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Scheint mir auch so, die Menge macht das Gift[xx(]


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Kann dir gerne eine Skizze von meiner Ausführung zusenden ...<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Skizze immer gern! Drehen brauchst Du nichts, habe das Problem gestern abend gelöst.
    Dank Frischluft hat das Glimmlicht jetzt eine konstante Farbe.
    Reiner Sauerstoff ist auch möglich, vermutlich aber nicht nötig.
    Bilder später.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Ohne pingelige Vorreinigung ....<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Na dann werde ich am Wochenende mal was richtige fabrizieren.[8D]


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Wenn sich diese Monolage tatsächlich so schnell bildet, dann müsste sie das auch in meiner Anlage tun.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Siehe Antwort an Michael, vermutlich macht so eine Monolage nicht viel aus.


    Viele Grüße
    Kai

  • Hallo Frank,


    offensichtlich gibt es dafür mehrere geeignete Reinigungsprozeduren.
    Ich verwende Scheuermilch aber nur gelegentlich zur Entfernung missratener Beläge wenn es nicht so auf die Oberflächenqualität des Substrates ankommt.


    Meine aktuelle Standardprozedur geht wie folgt:


    1. evtl. vorhandenen Belag mit NaOH oder Salzsäure abätzen.


    2. Mit Leitungswasser abspülen und dabei Oberfläche gründlich mit Fliestuch "massieren".


    3. Mit dest. Wasser absprühen.


    4. Zweimal mit "SIL" einschäumen und jeweils mit frischem Kosmetik- Wattepad "massieren".


    5. Zweimal mit dest. Wasser absprühen und jeweils mit frischem Wattepad massieren.


    6. Mit Isopropanol (dem teuren, wasserfreien aus der Apotheke) absprühen, Substrat hochkant stellen und Überschuss am unteren Rand mit saugfähigem Papier absaugen.


    Es versteht sich hoffentlich von selbst dass man bei dieser Reinigungsprozedur Einweghandschuhe benutzt.


    Gruß Kurt

  • Hallo Kurt,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Kurt</i>
    4. Zweimal mit "SIL" einschäumen ...
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Was ist "SIL" ?


    Gruß
    Michael

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Kalle66</i>
    <br />Michael,
    SIL ist ein Haushaltsreiniger (Fleckenentferner).
    https://www.henkel-lifetimes.de/sil/miniweb1706
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Welche von den neun Varianten ist gemeint?


    Gruß
    Michael

  • Hallo Kai,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: fraxinus</i>
    eine Faustformel findet sich u.a. hier, S.65:
    http://www-ekp.physik.uni-karl…ngen/VakuumGrundlagen.pdf
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Danke für den Link. Das Buch kannte ich noch gar nicht. Da steht ja wahnsinnig viel drin.


    Gruß
    Michael

  • Hallo Michael,<blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: mkoch</i>
    <br /><blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Kalle66</i>
    <br />Michael,
    SIL ist ein Haushaltsreiniger (Fleckenentferner).
    https://www.henkel-lifetimes.de/sil/miniweb1706
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Welche von den neun Varianten ist gemeint?


    Gruß
    Michael
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    die von mir genutzte Variante ist in dem obigen Dokument nicht aufgeführt. Meine ist beschriftet mit:


    Sil
    1 für Alles
    FLECKEN
    SPRAY


    Die Flasche hat eine umschaltbare Spray/Schaumdüse. Damit lässt sich das Zeugs sehr effizient und sparsam applizieren.


    Gruß Kurt

  • Hallo,


    unter:
    http://www.rossmannversand.de/…r-alles-fleckenspray.aspx


    steht bei Inhaltsstoffen:
    "Anionische Tenside unter 5 %, nichtionische Tenside, Bleichmittel auf Sauerstoffbasis, Duftstoffe"


    Diese Art Fleckenentferner verwende ich auch. Steht meist OXY-irgendwas drauf. Gibt es in großen Eimern [8D]
    Beim letzten Versuch hatte ich das aber nicht da und einfach Spüli drüber gekippt...


    Viele Grüße
    Kai

  • Hallo,


    habe neuen Fleckenentferner gekauft, irgendeine Hausmarke, 500g Eimerchen,
    Es steht praktisch das gleiche drauf wie bei dem SIL, ausser Duftstoffe.
    Nun gut, das ist verschmerzbar[;)]


    Weiterhin ist es gelungen mit Sauerstoff zu glimmen:


    Da ist nicht besonders schwierig, aber ein paar Detailfragen zur Dosierung sind noch zu klären.
    Irgendwie kommt der Sauerstoff wieder heraus und liegt in der letzten Pumpenstufe in unter Atmosphärendruck reiner Form vor.
    Das ist weniger schön.


    Hier ist der Gaseinlass:


    In dem Aluteil verbirgt sich eine Kanüle, in die ein dünner Draht gefädelt ist.
    Damit wird der Querschnitt noch einmal verringert.
    Die Kanüle ist durch einen Dichtungs-Gummi (O2-verträglich!) gestochen.
    O2 unter Atmosphärendruck darf nur mit verträglichen Material in Berührung kommen!


    Das vergleichsweise riesige Ventil dient zum Absperren. Das reagiert sofort.
    Mann kann es nur nicht undedacht wieder öffnen, wegen der Toträume.
    Zum experimentieren reicht das erst mal.
    Das geht alles kompakter, aber mit solchen Flansch-Bauteilen hat man vieles testweise in Minuten zusammengestöpselt.


    Viele Grüße
    Kai

  • Hallo Kai,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: fraxinus</i>
    habe neuen Fleckenentferner gekauft, irgendeine Hausmarke, 500g Eimerchen,
    Es steht praktisch das gleiche drauf wie bei dem SIL, ausser Duftstoffe. <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Genau sowas suche ich auch, ohne störende Duftstoffe. Wo gibt's das?
    In dem Laden wo ich vorhin war habe ich nichts gefunden.

    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: fraxinus</i>
    Weiterhin ist es gelungen mit Sauerstoff zu glimmen:
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Warum steht dann "N" auf der Flasche ?


    Ich wollte auch gerade versuchen, in meiner Anlage mit Argon zu glimmen. Dummerweise fehlt mir eine KF16 Dichtung, und bei Ebay gibt's die nur aus China.

    Gruß
    Michael

  • Hallo Michael,


    http://www.rossmannversand.de/…lti-fleckenentferner.aspx


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">hat Sauerstoff irgendwelche Vorteile gegenüber Argon?<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Ja, ich hatte es gerade zur Hand[;)]


    Im Ernst: O2 ist schon ein gebräuchliches Glimm-Gas und sehr wirkungsvoll.
    Argon allein ist wohl nicht aggresiv genug.
    Luft geht auch sehr gut, ist aber leider feucht.
    Bin da gerade am lesen. Insbesondere was man beim Abpumpen von O2 zu beachten hat.


    Viele Grüße
    Kai

  • Hallo Kai,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: fraxinus</i>
    Luft geht auch sehr gut, ist aber leider feucht.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Ich frage mich ob dieses Bisschen Feuchtigkeit stören kann. Ich meine, am Anfang sind in der Kammer 50 oder 1oo Liter feuchte Luft. Die wird rausgepumpt, und dann wird beim Glimmen ungefähr ein Kubikzentimeter Luft wieder reingelassen. Diese Luft ist auch nicht feuchter als die Luft, die vorher drin war.


    Gruß
    Michael

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